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Die Integration des Westens 

Salis, Jean Rodolphe de | Brunner, Karl | Schuman, Robert | Younger, Kenneth Gilmour, Sir | Erhard, Ludwig | Rueegger, Paul | De Gasperi, Alcide  

Zürich : Polygraphischer Verlag

1954

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Weitere Werke von Jean Rodolphe de Salis
 
Biography 

Der Sammelband umfasst sieben Vorlesungen, die im Studienjahr 1952–1953 an der Universität in Sankt Gallen gehalten wurden.

Professor Jean von Salis (Schweizer Staatsbürger, geboren 1901 – gestorben 1996), ein glühender Verfechter der Menschenrechte, war für seine während des Zweiten Weltkrieges ausgestrahlte Radiosendung „Weltchronik“ bekannt.

Robert Schuman (Luxemburger Staatsbürger, geboren 1883 – gestorben 1963), vor dem Zweiten Weltkrieg Abgeordneter für das Departement Moselle und im Vichy Regime als Resistance Angehöriger inhaftiert, bekleidete nach 1945 mehrere Ministerämter. Mit Jean Monnet schlug er am 9. Mai 1950 eine französisch-deutsche Zollunion für Kohle und Stahl (EGKS) vor. Der „Vater Europas“ war zudem Begründer der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (1957). 1958 bis 1960 hatte er den Vorsitz der Europäischen Parlamentarischen Versammlung in Straßburg inne. 1962 verließ er die politische Bühne.

Ludwig Erhard (geboren 1897 – gestorben 1977) war als deutscher Wirtschaftsminister der Begründer des westdeutschen Wirtschaftswunders der Nachkriegszeit. Von 1963 bis 1966 war er deutscher Bundeskanzler und wurde 1967 zum Ehrenvorsitzenden der CDU ernannt.

Alcide De Gasperi (italienischer Staatsbürger, geboren 1881 – gestorben 1954) war von 1921 an Mitglied des italienischen Parlaments und saß unter dem faschistischen Regime in Haft. Aufgrund seiner Erfahrungen gelangte er zu der festen Überzeugung, dass nur ein vereintes Europa dem Teufelskreis von Konflikten und Diktaturen entrinnen könne. 1954 wurde er zum Präsidenten der Gemeinsamen Versammlung der EGKS gewählt.

Sir Kenneth Younger, KBE (britischer Staatsbürger, geboren 1908 – gestorben 1976), Politiker der Labour Party und Rechtsanwalt, war in den 1950er Jahren Staatssekretär im britischen Außenministerium und später Direktor des Chatham House (Royal Institute of International Affairs) sowie der für eine Strafrechtsreform eintretenden Howard League for Penal Reform.

Professor Karl Brunner (Schweizer Staatsbürger, geboren 1916 – gestorben 1989) war ein Wirtschaftswissenschaftler und ein früher Vertreter des Monetarismus.

Professor Paul Ruegger (Schweizer Staatsbürger, geboren 1897 – gestorben 1988), ein Diplomat und Jurist, war von 1948 bis 1955 Präsident des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes.

Summary 

Im ersten Teil („Die historischen Aspekte“) stellt Professor Jean von Salis von der ETH Zürich verschiedene Versuche zur Integration in Europa im Laufe der Geschichte, Argumente dafür und dagegen sowie mögliche Alternativen vor.

In Robert Schumans Beitrag „Die politischen Aspekte“ wird zunächst der kurze Geschichtsabschnitt vom Zweiten Weltkrieg bis 1952 behandelt, und anschließend werden mögliche Bereiche für eine Zusammenarbeit europäischer Länder im Zusammenhang mit der damals gerade gebildeten Montanunion erörtert.

Der damalige deutsche Wirtschaftsminister Ludwig Erhard schreibt über „die wirtschaftlichen Aspekte“, insbesondere über die wirtschaftlichen Probleme, denen Deutschland und Westeuropa in jener Zeit gegenüberstanden.

Alcide De Gasperi, der zugleich italienischer Ministerpräsident und Präsident der Gemeinsamen Versammlung der EKGS (Montanunion) war, berichtet über die Anfangsjahre der Union.

Kenneth Younger, der als früherer Staatsminister im Foreign Office mit der EKSG in Berührung kam, versucht den außenpolitischen Blickwinkel Großbritanniens darzustellen, dies hauptsächlich im Hinblick auf Europa und die eben erst beginnende Zusammenarbeit. Er zeigt auch auf, wie sich Großbritannien mit dem Wiedererstarken Deutschlands auseinandersetzt.

Die beiden letzten Beiträge der Schweizer Professoren Karl Brunner und Paul Ruegger handeln von dem Platz, den die Schweiz beim Aufbau Europas in der Nachkriegszeit einnahm. Darin werden Neutralität und geographische Lage als einige der Schwierigkeiten genannt, die die Schweiz mit der europäischen Integration hatte.