Die Koordinatorin des Europäischen Parlaments für die Rechte des Kindes
 

Die Koordinatorin arbeitet nach dem Grundsatz des Kindeswohls und versucht, Bürgerinnen und Bürgern zu helfen, die von einer elterlichen Kindesentführung und anderen grenzüberschreitenden Familienstreitigkeiten betroffen sind. Sie setzt sich für eine engere Zusammenarbeit mit den Justiz‑ und Verwaltungsbehörden sowie für die Förderung von Mediation in grenzüberschreitenden Familienangelegenheiten ein. Darüber hinaus koordiniert sie im Europäischen Parlament die Förderung und den Schutz der Rechte des Kindes in der EU-Politik.

Grenzüberschreitende elterliche Kindesentführung
 

     

Für Eltern

Wenn Ihr Kind entführt wurde oder Sie befürchten, dass dies unmittelbar bevorsteht, kann Ihnen die Koordinatorin des Europäischen Parlaments mit Informationen und Unterstützung helfen und Ihnen Möglichkeiten für Ihr weiteres Vorgehen aufzeigen.

     

Für Fachleute

Wenn Sie in diesem Bereich arbeiten und z. B. Richter, Rechtsanwalt oder Mediator sind oder für eine Zentrale Behörde oder nichtstaatliche Organisation in diesem Bereich tätig sind, würde die Koordinatorin des Europäischen Parlaments gerne mit Ihnen zusammenarbeiten.

     

Die Rechte des Kindes

Das Europäische Parlament fördert aktiv die Entwicklung und den Schutz der Rechte des Kindes in Europa. Die Koordinatorin wird mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments (MdEP) zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Rechte des Kindes bei der Arbeit des Parlaments gewahrt, geschützt und gefördert werden. Möchten Sie mehr über die Tätigkeiten des Organs im Bereich der Rechte des Kindes erfahren?

Die derzeitige Koordinatorin des Europäischen Parlaments für die Rechte des Kindes ist Elisabeth Morin-Chartier , die im Mai 2017 benannt wurde. Sie ist Mitglied des Europäischen Parlaments, Erste Quästorin und Präsidiumsmitglied des Europäischen Parlaments.

Elisabeth Morin-Chartier, Koordinatorin des Europäischen Parlaments für die Rechte des Kindes
 

Die Funktion der Koordinatorin trug seit ihrer Einrichtung im Jahr 1987 auf Initiative des damaligen Präsidenten des Europäischen Parlaments, Lord Plumb, die Bezeichnung „Mediatorin für Kinder, die Opfer einer grenzüberschreitenden elterlichen Kindesentführung sind“. Frühere Mediatorinnen waren Mairead McGuinness (2014–2017), Roberta Angelilli (2009–2014), Evelyne Gebhardt (2004–2009), Mary Banotti (1995–2004) und Marie-Claude Vayssade (1987–1994).

Zur Zeit der Einrichtung der Funktion gab es im Bereich Familienrecht kaum oder überhaupt keine Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten der EU. Die Einrichtung der Funktion der Koordinatorin stellte damals eine pragmatische Lösung angesichts der zunehmenden Anfragen dar, die MdEP von Bürgerinnen und Bürgern erhielten, die mit grenzüberschreitender Kindesentführung oder Umgangsrechtsproblemen konfrontiert waren. Im Laufe der Jahre hat sich die Rolle der Mediatorin weiterentwickelt. Im April 2018 erhielt die Funktion unter Elisabeth Morin-Chartier die Bezeichnung „Koordinatorin des Europäischen Parlaments für die Rechte des Kindes“, um der Ausweitung des Mandats dieser Funktion auf die Rechte des Kindes Rechnung zu tragen.

Artikel 24 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union: Rechte des Kindes 

1. Kinder haben Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge, die für ihr Wohlergehen notwendig sind. Sie können ihre Meinung frei äußern. Ihre Meinung wird in den Angelegenheiten, die sie betreffen, in einer ihrem Alter und ihrem Reifegrad entsprechenden Weise berücksichtigt.

2. Bei allen Kinder betreffenden Maßnahmen öffentlicher Stellen oder privater Einrichtungen muss das Wohl des Kindes eine vorrangige Erwägung sein.

3. Jedes Kind hat Anspruch auf regelmäßige persönliche Beziehungen und direkte Kontakte zu beiden Elternteilen, es sei denn, dies steht seinem Wohl entgegen.

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