Wahlen zum Europäischen Parlament 2009 

Bei der Betrachtung der Ergebnisse der zweiten Eurobarometer-Umfrage zu den Wahlen zum Europäischen Parlament 2009 sollte berücksichtigt werden, dass die Umfrage auf dem Höhepunkt der Wirtschafts- und Finanzkrise im Oktober und November 2008 durchgeführt wurde. Dabei wird eine Reihe von Trends deutlich: Sorgen wirtschaftlicher und sozialer Art, die bereits in der vorherigen Umfrage im Frühjahr 2008 (EB69) zu den wichtigsten Punkten zählten, haben stark zugenommen. Die Europäer machen sich zunehmend Gedanken über ihre persönliche Lage. Im Gegensatz dazu sind kollektive Bedenken deutlich im Rückgang begriffen: Terrorismus, Einwanderung und Klimawandel. Während der Krise besteht nur ein begrenztes Interesse an den Wahlen zum Europäischen Parlament.

  • Wahlkampfthemen 
    Die drei wichtigsten Themen, die im Laufe der letzten Umfrage zu Tage traten, zeigen eine starke Zunahme: Wirtschaftswachstum (51 %, +6), Arbeitslosigkeit (49 %, +2), Inflation und Kaufkraft (47 %, +6). Andererseits sind kollektive Bedenken zurückgegangen: Unsicherheit (33 %, -4), Kampf gegen den Klimawandel (29 %, -4), Einwanderung (29 %, -3) und Terrorismus (28 %, -7).
  • Interesse und Wahrscheinlichkeit der Stimmabgabe bei den Wahlen zum Europäischen Parlament vom 4. bis zum 7. Juni 2009 
    Die Kenntnis des Wahldatums nimmt eindeutig zu: Vor einem Jahr konnten lediglich 9 % der Europäer das Jahr 2009 nennen (EB 68). Heute liegt die Zahl bei 26 %. Aufgrund der Krise nimmt das Interesse an der Abstimmung bei den Wahlen zum Europäischen Parlament jedoch leicht ab (44 % sind „interessiert“, während diese Zahl in der vorherigen Eurobarometer-Umfrage bei 46 % lag), wie auch die Wahrscheinlichkeit der Stimmabgabe.
  • Gemeinsamkeiten, die die Europäer verbinden 
    Während der Krise ist der Euro mit 40 % das wichtigste Element der europäischen Identität*. Das zentrale Element, das das Bewusstsein als Unionsbürger stärkt, ist ein „unter den Staaten harmonisiertes europäisches System sozialer Wohlfahrt“ mit 39 %*. Die Ergebnisse dieser zweiten Umfrage zum Europäischen Parlament bestätigen, dass das Parlament von den Europäern generell positiv wahrgenommen wird, und obwohl die Institution immer noch weitgehend unbekannt ist, wird sie als demokratisch wahrgenommen und wegen ihrer einheitsstiftenden Rolle geschätzt. 
    *Anm.: Der Gesamtprozentsatz der Antworten beträgt mehr als 100 %, da die Befragten mehrere Antworten geben konnten..