Parlameter 2018 – Die Herausforderung annehmen: Von der (stillschweigenden) Unterstützung zur tatsächlichen Wahl
 

Sieben Monate vor der Wahl zum Europäischen Parlament zeigt das Parlameter 2018, dass die EU bei den Unionsbürgern immer beliebter wird und sie sich zunehmend der Wahl bewusst sind. Dieser begründete Optimismus, der sich in einer stillschweigenden Mehrheit äußert, kann zum Mittelpunkt eines positiven europäischen Gedankens werden, der die Unionsbürger verbindet und gegen populistische Ideologien gerichtet ist. Dem Parlameter 2018 zufolge sind die Ergebnisse der Umfrage eine Chance, die Herausforderung anzunehmen: von der (stillschweigenden) Unterstützung zur tatsächlichen Wahl.

Mehr denn je empfinden die Unionsbürger die Mitgliedschaft ihres Landes in der EU als etwas Positives. Seit dem Fall der Berliner Mauer von 1989 war dieser Wert noch nie so hoch: 62 % der Unionsbürger halten die Mitgliedschaft ihres Heimatlandes in der EU für positiv. Die meisten Befragten in allen 28 Mitgliedstaaten finden außerdem, dass die Mitgliedschaft in der EU für ihr Land von Vorteil ist. Der entsprechende Wert nahm seit der letzten Umfrage im April 2018 um vier Prozentpunkte zu und beläuft sich nun auf 68 %, das höchste gemessene Ergebnis seit 1983. Auf die Frage, warum die Mitgliedschaft in der EU vorteilhaft für ihr Land ist, werden vor allem Wirtschaftsfaktoren und die sicheren Beziehungen zu anderen Mitgliedstaaten genannt.

Die Unionsbürger sind außerdem zufriedener damit, wie die Demokratie in der EU und im eigenen Land funktioniert. Zu diesem Ergebnis kommt hinzu, dass immer mehr Befragte das Gefühl haben, dass ihre Stimme in der EU Gehör findet. Allerdings lässt sich auch eine rückläufige Tendenz in mehr als der Hälfte der EU-Mitgliedstaaten verzeichnen. Weitere Ergebnisse des Parlameters 2018 zeichnen ein eher ambivalentes Bild: So findet die Hälfte der Befragten, dass sich die EU in die falsche Richtung entwickelt.

Bei dem Parlameter 2018 werden auch die Meinungen der Bürger zu der bevorstehenden Wahl zum Europäischen Parlament untersucht: Demnach ist das Bewusstsein für die Wahl insgesamt gestiegen, während die Ansichten und Einstellungen zur Wahl eher vielgestaltig sind.

41 % der Unionsbürger können das richtige Datum für die Europawahl im Mai 2019 nennen, also 9 Prozentpunkte mehr als bei einer ähnlichen Umfrage vor sechs Monaten. Allerdings wissen 44 % immer noch nicht, wann die Wahl stattfindet. 51 % der Befragten geben an, sich für die Wahl zu interessieren. Dabei haben sich die Prioritäten der Bürgerkampagne in den letzten sechs Monaten verändert: Ganz oben auf der Tagesordnung steht jetzt das Thema Einwanderung (50 %), gefolgt von Wirtschaft (47 %) und Jugendarbeitslosigkeit (47 %). Die Terrorismusbekämpfung hingegen fällt mit 44 % auf Platz 4.