Die Europäer zwei Jahre vor der Europawahl 2019Two years until the 2019 European Elections 

Die Feldzeit dieser Eurobarometer-Umfrage für das Europäische Parlament erstreckte sich vom 18. bis zum 27. März 2017. Im Rahmen der Umfrage führte Kantar Public in den 28 Mitgliedstaaten der EU 27 901 persönliche Befragungen von Bürgern durch.

Der rote Faden der Umfrageergebnisse lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Zunächst einmal sind die Europäer wegen der neuesten globalen geopolitischen Entwicklungen sehr beunruhigt. Aufgrund dieser Unsicherheiten befürworten sie mehrheitlich ein gemeinsames Vorgehen auf EU-Ebene, um diesen Unsicherheiten zu begegnen.

Das wird durch die sehr nachdrücklichen Forderungen nach zusätzlichen Maßnahmen der EU in 15 großen Politikbereichen belegt. Beim Vergleich mit den Ergebnissen aus dem letzten Jahr ist interessanterweise festzustellen, dass der Anteil der Befragten, die die Maßnahmen der EU für angemessen halten, in den meisten geprüften Bereichen deutlich ansteigt. Das könnte bedeuten, dass die Befragten sich immer stärker bewusst sind, dass die EU für sie tätig ist. Als Beleg hierfür dienen zum Beispiel die Antworten auf die Fragen zum Kampf gegen den Terrorismus und zur Migrationsthematik.

In diesem Kontext nimmt das Gefühl, dass die EU-Mitgliedschaft eine gute Sache ist, deutlich zu und kann so fast das Zustimmungsniveau vor der Krise im Jahr 2007 erreichen.

In diesem Monat des 60. Jahrestages der Römischen Verträge tendieren die Europäer eher zu einem differenzierten Integrationsrhythmus als dazu, in allen Ländern gleichzeitig bestimmte politische Maßnahmen einzuführen. Allerdings gibt es bei dieser Frage sehr starke Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten.

Die Europäer interessieren sich mehr als früher für die Europapolitik, und das Gefühl, dass ihre Stimme in der EU zählt, nimmt zu, wenn auch keine absolute Mehrheit erreicht wird. Dagegen sind sechs von zehn Europäern der Auffassung, dass ihre Stimme in ihrem Land zählt, was 10 Prozentpunkten mehr als im Jahr 2016 entspricht.

Laut den Teilnehmern muss die EU noch daran arbeiten, die Bürger von der Funktionstüchtigkeit der Demokratie innerhalb der Institution zu überzeugen. Dieses Gefühl erreicht einen Wert knapp unter der absoluten Mehrheit; in Bezug auf die Funktionstüchtigkeit der Demokratie in den Heimatländern liegt der Prozentsatz gerade über der absoluten Mehrheit.

Trotz dieser positiven Entwicklungen geben die meisten Europäer an, dass es große Ungleichheiten zwischen den Gesellschaftsschichten gibt, und ein Drittel befürchtet, dass die Krise noch viele Jahre dauern wird.