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Die Europäer und die Krise II
 
 

Die Europäer und die Krise

 

Diese Erhebung betreffend die Europäer und die Krise ist die zweite vom Europäischen Parlament in Auftrag gegebene. Die erste erfolgte im Januar/Februar 2009 vor den Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni 2009.

Zwischen den beiden Erhebungen des Europäischen Parlaments ergriff die Europäische Union mehrere Initiativen zur Bekämpfung der Krise: So wurden Verordnungen erlassen, ein Europäischer Währungsfonds errichtet, die wirtschaftspolitische Steuerung gestärkt, die Strategie EU 2020 entworfen usw. Das Parlament hat zu einigen dieser Initiativen in mehreren umfassenden Berichten Stellung genommen oder ist im Begriff, dies zu tun.

Gleichzeitig haben die Mitgliedstaaten tiefgreifende Haushaltsreformen zur Verringerung der staatlichen Defizite eingeleitet.

In diesem Kontext wurden die Europäer zu ihren Kritikpunkten im Zusammenhang mit der Krise befragt: Was halten Sie von den Reaktionen der EU und der Mitgliedstaaten? Wie denken Sie über die Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten? Welche Akteure sind am ehesten fähig, die Krise zu bekämpfen? Welche prioritären Maßnahmen sollten derzeit auf EU-Ebene beschlossen werden? Wie sieht die weitere Entwicklung der EU mit Blick auf 2020 aus usw.?

27 218 Bürger wurden hierzu von TNS Opinion befragt. Die Ergebnisse bestätigten die große Sorge der Europäer angesichts der Krise – Bedenken, die bereits im ehemaligen Euro-Barometer offenkundig waren. Die wichtigsten Feststellungen lauten wie folgt:

  • Die Europäer würden es eindeutig befürworten, wenn die EU und ihre Mitgliedstaaten koordinierter handeln würden, allerdings in geringerem Maße als im Januar 2009.
  • Sie wünschen unzweifelhaft, dass die Mitgliedstaaten die Krise aktiver bekämpfen.
  • In Anbetracht des weitverbreiteten Eindrucks, dass die Armut zunimmt, wünschen die europäischen Bürger eine Entwicklung der politischen Maßnahmen der EU dahingehend, dass diese sich darauf konzentrieren, sie unmittelbar zu schützen: durch Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung, Verbesserung des Verbraucherschutzes usw. Sie befürworten stärker solche auf den Einzelnen ausgerichteten politischen Maßnahmen als dass sie sich mit globalen Problemen wie dem Klimawandel befassen.
  • Meinungsunterschiede bestehen hinsichtlich der Art von Maßnahmen, die zur Beendigung der Krise ergriffen werden sollten: Welcher Weg ist der bessere: Sollten Sparmaßnahmen oder Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaftstätigkeit durchgeführt werden?
  • Die interviewten Personen bekundeten massive Unterstützung für eine Regulierung der Finanzmärkte und Maßnahmen zur Kontrolle des Bankensystems.
  • Sie zeigten klare Unterstützung für eine finanzielle Solidarität mit EU-Mitgliedstaaten in einer schwierigen Wirtschaftslage.
  • Die Gesprächspartner befürworten eine Konvergenz der Wirtschafts-, Haushalts- und Finanzpolitik aller Mitgliedstaaten.
  • Eine erhebliche Zahl von Europäern sah sich nicht in der Lage, eine entschiedene Antwort auf wirtschaftliche Fragen zu geben, die sich auf breiter (nationaler, globaler oder entsprechender) Ebene stellen. Dies zeigt, dass sie sich der Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit der Suche nach einer Lösung in der Krise bewusst sind.
  • Die Ergebnisse belegten auch nationale Trends je nach der Lage in den einzelnen Mitgliedstaaten (die stark variiert). Beachtet werden sollte, dass der EU-Durchschnitt nach demographischen und bevölkerungsspezifischen Kriterien gewichtet wird.
  • Die Ergebnisse offenbarten auch Unsicherheit hinsichtlich der Effizienz des Euro zur Bekämpfung der Krise.
 
 
 
Meinungsumfragen des Europäischen Parlaments

Das Europäische Parlament gibt regelmäßig Meinungsumfragen in den 28 Mitgliedstaaten in Auftrag.

Diese Umfragen decken ein breites Themenspektrum ab und betreffen in erster Linie das Wissen der europäischen Bürger über das Europäische Parlament, ihre Vorstellungen über die EU und deren größte Herausforderungen sowie ihre Erwartungen im Hinblick auf die Europawahlen, das Europäische Parlament und die Europäische Integration im Allgemeinen.

Durch die Analyse der Ergebnisse soll ein möglichst umfassender Überblick über einzelstaatliche Entwicklungen und regionale Besonderheiten sowie über soziodemografische Unterschiede und historische Trends geschaffen werden.