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Die europer und die wirtschafts- und finanzkrise I
 
 

Die europer und die wirtschafts- und finanzkrise

 

Am Vorabend der Wahlen zum Europischen Parlament sollte gemessen werden, wie die Europer das Handeln der EU angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise wahrnehmen.

Das Ergebnis dieser Direktbefragung, die unter 27 218 EU-Brgern durchgefhrt wurde(vor Ort, Mitte Januar/Mitte Februar), ist geprgt von einer kollektiven Besorgnis ber die Krise, von der Forderung nach einer besseren Koordinierung der Manahmen der Europischen Union und von einer von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat sehr unterschiedlichen Betrachtungsweise der Rolle des Euro. Es ergeben sich auch deutliche soziodemographische Variablen, nmlich dass Frauen sowie Schulabgnger im Alter von 15 Jahren strker beunruhigt und kritischer sind.

Mehrere hervorstechende Fakten lassen sich feststellen:

  • Die Europer sind sehr besorgt ber die Auswirkungen der Krise.
    Diese Besorgnis, die in allen Ländern (zwischen 80 % und 90 %) sehr stark empfunden wird, betrifft die Wirtschaft insgesamt, also sowohl die Weltwirtschaft als auch die Volkswirtschaften auf europäischer und nationaler Ebene. Sie bezieht sich auf die gegenwärtige Lage ebenso wie auf die zukünftige. Diese Sorge ist auf der persönlichen Ebene weniger stark (58 % in Bezug auf die Gegenwart, 56 % im Hinblick auf die Zukunft).
  • Die Europäer sind für koordinierte Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise.
    Ihre Diagnose ist eindeutig: 44 % meinen, dass die Mitgliedstaaten individuell reagiert haben, gegenüber 39 %, die der Ansicht sind, dass sie in Absprache gehandelt haben.
    Dagegen sind 61 % der Meinung, dass die Europäer besser geschützt wären, wenn die Mitgliedstaaten in Absprache vorgehen würden. Diese Vorgehensweise wird vom EP nachdrücklich gefordert und ist in mehreren Stellungnahmen zum Ausdruck gebracht worden.
  • Auf welcher Ebene kann die Krise am wirksamsten bekämpft werden ?
    Bei dieser Frage sind die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten noch stärker ausgeprägt als bei anderen Fragen, sei es wegen ihrer Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zur G8-Gruppe oder auf Grund der Schwere der Wirtschaftskrise in ihrem Land. Im Durchschnitt sind 25 % für G8 gegenüber 17 % für die EU, 15 % für die USA und 14 % für die nationalen Regierungen.
  • Welche Maßnahmen auf EU-Ebene ?
    Das EP hat sich mehrfach für Maßnahmen unterschiedlicher Art auf der Ebene der Europäischen Union ausgesprochen. Dies findet unter den Europäern eine breite Unterstützung, wie der prozentuale Anteil zwischen 66 % und 71 % zeigt: Abstimmung der Wirtschafts- und Finanzpolitik; Kontrolle aller Vorgänge, bei denen öffentliche Gelder zur Rettung eines Geldinstituts eingesetzt werden; Überwachung der Aktivitäten der wichtigsten weltweiten Finanzkonzerne; Rolle der EU auf internationaler Ebene bei der Regulierung der Finanzdienstleistungen.
  • Euro: Schutzschild oder nicht ?
    Die Frage zur Rolle des Euro als Abschwächungsfaktor der negativen Auswirkungen der Krise wurde in allen Mitgliedstaaten der Union gestellt. Auf Ebene der 27 meinen 44 % der Europäer, dass der Euro die Krise nicht abgemildert hat gegenüber 39 %, die der Ansicht sind, dass er diese Krise tatsächlich abgeschwächt hat, 17 % äußern sich nicht dazu.
    Die Ergebnisse zeigen, dass die Einschätzung der Rolle des Euro von Land zu Land stark variiert. Aus der detaillierten Tabelle (S. 15 der Zusammenfassung) geht hervor, dass 17 Länder die Frage positiv beantworten, darunter 13 Länder der Eurozone, drei, die ihn gemäß den Beitrittsverträgen übernehmen werden und ein Land, dass die Einführung des Euro ablehnt.
  • Wäre die ehemalige Landeswährung ein Schutzschild wie der Euro gewesen ?
    Mit Nein antworten 45% der Bürger der Eurozone, mit Ja ebenfalls 45%. Dieser Mittelwert verschleiert erhebliche Abweichungen zwischen den Mitgliedstaaten der Eurozone, denn in 12 von 16 Staaten ist eine Mehrheit nicht mit dieser Behauptung einverstanden.
Weitere Informationen:
 
 
 
Meinungsumfragen des Europäischen Parlaments

Das Europäische Parlament gibt regelmäßig Meinungsumfragen in den 28 Mitgliedstaaten in Auftrag.

Diese Umfragen decken ein breites Themenspektrum ab und betreffen in erster Linie das Wissen der europäischen Bürger über das Europäische Parlament, ihre Vorstellungen über die EU und deren größte Herausforderungen sowie ihre Erwartungen im Hinblick auf die Europawahlen, das Europäische Parlament und die Europäische Integration im Allgemeinen.

Durch die Analyse der Ergebnisse soll ein möglichst umfassender Überblick über einzelstaatliche Entwicklungen und regionale Besonderheiten sowie über soziodemografische Unterschiede und historische Trends geschaffen werden.