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Die Europäer im Jahr 2016: Ansichten und Erwartungen, Terrorismusbekämpfung und Radikalisierung
 
 

Die Europäer im Jahr 2016: Ansichten und Erwartungen, Bekämpfung von Terrorismus und Radikalisierung

 

Dieses Eurobarometer Spezial des Europäischen Parlaments wurde vom 9. bis 18. April 2016 von TNS opinion in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union durchgeführt.

Im Vordergrund stehen die Ansichten und Erwartungen von Europäern hinsichtlich der Maßnahmen der EU, der Terrorismusbekämpfung und der Beistandsklausel.

Es wird kurze Zeit nach dem britischen Referendum veröffentlicht, bei dem sich die Bevölkerung für einen Austritt aus der Europäischen Union ausgesprochen hat.

Hohe Erwartungen hinsichtlich der Maßnahmen der EU


  • Unabhängig davon, wie gut europäische Bürger die Befugnisse und Aufgaben der EU kennen, schien eine Befragung, wie die Bürger zu EU-Maßnahmen in verschiedenen Bereichen stehen und was sie von der EU erwarten, durchaus interessant.

    Nach Ansicht der Europäer sind die Maßnahmen der EU in den meisten der genannten fünfzehn Bereiche weitgehend unzulänglich, und eine überwältigende Mehrheit der Bürger würde sich wünschen, dass die EU in diesen Bereichen stärker eingreift, als das derzeit der Fall ist.
  • Im Bereich Einwanderung halten beispielsweise 66 % der Befragten die Maßnahmen der EU für unzureichend, und 74 % würden sich wünschen, dass die EU stärker tätig wird. Ein anderes Beispiel: Beim Schutz der Außengrenzen halten 61 % die Maßnahmen der EU für unzureichend, und 71 % würden sich wünschen, dass die EU stärker tätig wird.
  • Diese für die EU ermittelten Ergebnisse müssen jedoch relativiert werden, denn in den untersuchten Politikbereichen bestehen von Land zu Land starke Unterschiede. In den vorstehend genannten Bereichen weichen die Antworten auf nationaler Ebene beim Thema Einwanderung um 34 Prozentpunkte und beim Schutz der Außengrenzen um 39 Prozentpunkte voneinander ab.

Fast drei Viertel der Europäer sind der Ansicht, dass das, was sie verbindet, wichtiger ist als das, was sie trennt.


  • Diese Meinung teilen 74 % der Befragten, während 19 % nicht damit einverstanden sind, wobei die Zahl der positiven Antworten in 22 Mitgliedstaaten gestiegen ist und in 12 Mitgliedstaaten sogar mehr als 80 % beträgt.

Bekämpfung von Terrorismus und Radikalisierung: starke Reaktion der Befragten

  • Das Risiko von Terroranschlägen wird von 40 % der Befragten in der EU hoch bewertet, 47 % gehen von einem mittleren Risiko aus, und 11 % schätzen es eher gering ein. Auf nationaler Ebene ist die absolute Mehrheit der französischen, britischen und belgischen Umfrageteilnehmer der Meinung, dass das Risiko von Anschlägen in ihrem Land hoch ist.
  • Was ein wirksames Vorgehen gegen die terroristische Bedrohung betrifft, wird die internationale Ebene als am besten geeignet betrachtet. Diese Meinung vertreten 38 % der Europäer, während 23 % die europäische Ebene, 21 % die nationale Ebene und 6 % die lokale oder regionale Ebene für besser geeignet halten und sich 10 % für Maßnahmen auf allen Ebenen aussprechen.
  • Am dringendsten sind für die Terrorismusbekämpfung aus Sicht der Europäer drei Maßnahmen: die Austrocknung der Finanzquellen terroristischer Gruppen (42 %), die Bekämpfung der Ursachen von Terrorismus und Radikalisierung (41 %) und eine stärkere Überwachung der EU-Außengrenzen (39 %). terrorism are the fight against the financing of terrorist groups (42%), the fight against the roots of terrorism and radicalisation (41%) and strengthened control of the external EU borders (39%).
  • Insbesondere, wenn es darum geht, gegen Radikalisierungstendenzen und die Anwerbung von EU-Bürgern durch Terrororganisationen vorzugehen, besteht die dringlichste Maßnahme aus Sicht der Europäer in der Bekämpfung von sozialer Ausgrenzung und Armut (39 %). In 23 von 28 Mitgliedstaaten wird das als erste Maßnahme genannt. An zweiter Stelle steht die Bekämpfung radikaler Websites und die Entfernung illegaler Inhalte aus dem Internet und sozialen Netzwerken (35 %), gefolgt von Aufklärungskampagnen, in deren Rahmen junge und besonders gefährdete Menschen für die Gefahr einer Radikalisierung sensibilisiert werden (32 %).

Beistandsklausel


  • Die Beistandsklausel ist vielen Europäern kein Begriff. Sobald sie näher erläutert wird, erfährt sie jedoch breite Zustimmung. Aus der Umfrage geht hervor, dass nur 31 % der Europäer davon schon einmal gehört haben, aber die deutliche Mehrheit der Europäer (85 %) befürwortet diese Regelung, sobald sie ihnen entsprechend erklärt wurde.
Weitere Informationen:
 
 
 
Meinungsumfragen des Europäischen Parlaments

Das Europäische Parlament gibt regelmäßig Meinungsumfragen in den 28 Mitgliedstaaten in Auftrag.

Diese Umfragen decken ein breites Themenspektrum ab und betreffen in erster Linie das Wissen der europäischen Bürger über das Europäische Parlament, ihre Vorstellungen über die EU und deren größte Herausforderungen sowie ihre Erwartungen im Hinblick auf die Europawahlen, das Europäische Parlament und die Europäische Integration im Allgemeinen.

Durch die Analyse der Ergebnisse soll ein möglichst umfassender Überblick über einzelstaatliche Entwicklungen und regionale Besonderheiten sowie über soziodemografische Unterschiede und historische Trends geschaffen werden.