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Dialog mit religiösen und weltanschaulichen Gemeinschaften
Artikel 17 AEUV

 
 

Im heutigen vielseitigen Europa leben viele Religionen, Glaubensrichtungen und philosophische Bewegungen friedlich zusammen, und die europäischen Organe sind verpflichtet, Toleranz und gegenseitigen Respekt als wichtige Merkmale unserer Gesellschaft zu fördern. Die Europäische Union führt einen offenen Dialog mit religiösen und weltanschaulichen Gemeinschaften, und das Europäische Parlament leistet zu diesen Bemühungen einen aktiven Beitrag.

Hintergrund

In Artikel 17 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV), eingeführt mit dem Vertrag von Lissabon, wurde erstmals eine Rechtsgrundlage für einen offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog der EU mit Kirchen, religiösen Vereinigungen und weltanschaulichen Gemeinschaften vorgesehen:

  • 1. „Die Union achtet den Status, den Kirchen und religiöse Vereinigungen oder Gemeinschaften in den Mitgliedstaaten nach deren Rechtsvorschriften genießen, und beeinträchtigt ihn nicht.
  • 2. Die Union achtet in gleicher Weise den Status, den weltanschauliche Gemeinschaften nach den einzelstaatlichen Rechtsvorschriften genießen.
  • 3. Die Union pflegt mit diesen Kirchen und Gemeinschaften in Anerkennung ihrer Identität und ihres besonderen Beitrags einen offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog.“

Während die ersten beiden Absätze dieses Artikels den Schutz des besonderen Status gewährleisten, den Kirchen und religiöse Vereinigungen oder Gemeinschaften sowie weltanschauliche Gemeinschaften nach den einzelstaatlichen Rechtsvorschriften genießen, werden die Organe der EU in Absatz 3 aufgefordert, einen offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog mit diesen Kirchen und Gemeinschaften zu pflegen.

Nachdem Antonio Tajani im Januar 2017 zum Präsidenten gewählt worden war, übertrug er Vizepräsidentin Mairead McGuinness die Verantwortung für die Durchführung des Dialogs nach Artikel 17. Unterstützt wird der Vizepräsident dabei vom Sekretariat des Präsidiums und anderen zuständigen Dienststellen des Parlaments. Das Parlament veranstaltet jedes Jahr mehrere hochrangige Konferenzen für alle Dialogpartner zu relevanten Themen und Fragestellungen im Zusammenhang mit der laufenden Parlamentsarbeit und -debatte.

Vom Europäischen Parlament organisierte Konferenzen mit Bezug zu Artikel 17 AEUV
 
 
 

Forthcoming events

 
Tuesday 26 June 2018 (15h00 – 18h00) – Dialogue Seminar on Implementing the European Social Pillar: The Role of Churches and Religions
 
  • Tuesday 4 December 2018 (15h00 – 18h00) – Dialogue Seminar on Human Dignity, Human Rights, Religion – Seeking Common Ground
 
 
Frühere vom Europäischen Parlament organisierte Konferenzen mit Bezug zu Artikel 17 AEUV
 
 
Tuesday 5 June 2018 – Study Presentation: “Religious Identity and Pluralism in Europe" by Pew Research Center, Washington; findings on views of national identity, migration and religious minorities
 
11 April 2018 - Dialogue seminar on The Persecution of Non-Believers around the World
 
28 March 2018 - "Religion & Society" Series Book Presentation: Christianity, the First 3000 Years by Prof Diarmaid MacCulloch
 
24 January 2018 – European Parliament Holocaust Commemoration; Espace Yehudi Menuhin
 
21 November 2017 - "Religion & Society" Series Book Presentation:
Jihad and Death by Prof Olivier Roy
 
18 October 2017 - "Religion & Society" Series Book Presentation:
Communitati et Orbi by Rabbi Pinchas Goldschmidt
 
27 June 2017 - The Future of Europe - Reflections for the EU by 2025
 
27 September 2016 - Die Zukunft der jüdischen Gemeinschaft in Europa
 
26. April 2016 – Europäische Muslime stellen sich der Radikalisierung und den Herausforderungen der Entradikalisierung
 
1. Dezember 2015 – Die Verfolgung von Christen in der Welt – ein Appell zum Handeln
 
17. November 2015 – Wie kann Erziehung einen Beitrag zur Bekämpfung von Radikalismus und Fundamentalismus leisten?
 
24. März 2015 – Das Erstarken des religiösen Radikalismus und die Rolle des interreligiösen Dialogs bei der Förderung von Toleranz und Respekt für die Menschenwürde
 
 
 

„Der Dialog des Europäischen Parlaments mit Kirchen und weltanschaulichen Gemeinschaften ist wesentlich, um die Nähe des Parlaments zu den Bürgerinnen und Bürgern, die uns gewählt haben, zu bewahren. Daher ist es eine große Ehre für mich, dass der Präsident des Parlaments Antonio Tajani mir die Verantwortung für diesen Dialog übertragen hat.

Wenn das europäische Projekt weiterhin von den Bürgerinnen und Bürgern unterstützt werden soll, darf Union die Realität nicht aus den Augen verlieren. Kirchen und Glaubensgemeinschaften sind ein fester Bestandteil unserer alltäglichen Wirklichkeit, sie machen das Wesen unserer Gemeinschaften in den Städten, Dörfern und Landstrichen unserer 28 Mitgliedstaaten aus.

Der Dialog der EU mit Glaubensgemeinschaften wurde in Artikel 17 des Vertrags von Lissabon sehr bewusst festgeschrieben. Dadurch wird klar signalisiert, dass die EU weit mehr ist als nur ein Wirtschaftsverband; in erster Linie geht es bei der EU um Menschen, die für ein Leben in Würde und für das Gemeinwohl zusammenarbeiten. Wenn wir die europäische Politik gestalten, müssen wir alle Dimensionen des menschlichen Daseins berücksichtigen – natürlich die wirtschaftlichen Aspekte, aber auch soziale und sogar spirituelle.

Bei der Beschlussfassung muss es zuallererst um die Menschenwürde gehen, und ich bin fest überzeugt, dass Kirchen und weltanschauliche Gemeinschaften, die auf viele Jahrhunderte der Reflexion über das menschliche Befinden zurückblicken, in diesen Abläufen einen wesentlichen Beitrag leisten können.“

Mairead McGuinness