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05-07-2017
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Vorschläge zur Bekämpfung infektiöser Krankheiten

Am 5. Juli drängten die Abgeordneten die Kommission, die Zunahme von HIV/AIDS-, Tuberkulose- und Virushepatitisfällen in der EU anzugehen und langfristig angelegte Programme zu entwickeln.

Virus
Virus © Eraxion / Masterfile
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Ein EU-weites einheitliches Programm zur Überwachung von Infektionen ist erforderlich, um einen Ausbruch von Virushepatitis, Tuberkulose und HIV/AIDS zeitnah zu erkennen, Tendenzen beim Aufkommen der Krankheiten zu bewerten, Schätzungen zur Belastung durch die Krankheit bereitzustellen und die Diagnose, Behandlung und Betreuung in Echtzeit zu verfolgen, so die Abgeordneten.

Da HIV/AIDS immer noch die in der Gesellschaft am stärksten stigmatisierte übertragbare Krankheit ist, sollten Kommission und Mitgliedstaaten den Zugang zu innovativen Behandlungsformen auch für die gefährdetsten Bevölkerungsgruppen erleichtern und die gesellschaftliche Stigmatisierung bekämpfen. Die Abgeordneten fordern die Mitgliedstaaten auf, HIV-Tests kostenlos zur Verfügung zu stellen, um eine frühe Entdeckung zu gewährleisten.

Tuberkulose (TB), die häufigste Todesursache bei HIV-Infizierten, ist in einer globalisierten Welt, in der die Mobilität der Bevölkerung zunimmt, zu einer ernstzunehmenden grenzüberschreitenden Gefahr geworden, betonen die Abgeordneten. Die Zahl der Personen, die an TB erkrankt sind, ist in der EU im Jahr 2014 das dritte Jahr in Folge gestiegen.

Die Abgeordneten betonen, wie wichtig die Bekämpfung zunehmender Resistenzen gegen antimikrobielle Wirkstoffe sei und fordern die führenden Politiker der EU auf, gemeinsam grenzübergreifende Maßnahmen zur Vorbeugung einzuleiten.

Für Hepatitis C, bei der mehr als 90% der Patienten nach der Ansteckung keine Symptome aufweisen, gibt es in den Mitgliedstaaten kein einheitliches Verfahren zur Erkennung. Es gibt daher möglicherweise eine hohe Dunkelziffer bei der Zahl der betroffenen Menschen, so die Abgeordneten. Die EU-Kommission sollte einen Plan in die Wege leiten, um die Erkennungs-, Test-, und Behandlungsprotokolle zu harmonisieren und Hepatitis C in der EU bis 2030 zu beseitigen. Die Entschließung wurde per Handzeichen angenommen.

Hintergrundinformationen

  • Im Jahr 2015 wurden fast 30 000 neue HIV-Infektionen in den 31 EU/EEA-Ländern gemeldet.
  • Schätzungsweise 120 000 Menschen in Europa entwickelten multiresistente TB.
  • Virushepatitis (HCV) wird als eine der ernsthaftesten Bedrohungen der öffentlichen Gesundheit weltweit eingestuft.
  • Dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zufolge, weiß einer von sieben mit HIV infizierten Menschen nicht, dass er HIV-positiv ist.
  • Die Zeit zwischen einer HIV-Infektion und der Diagnose beträgt Schätzungen zufolge durchschnittlich vier Jahre.
  • Bis 2050 werden resistente Tuberkuloseformen die Ursache für etwa ein Viertel der insgesamt 10 Millionen Todesfälle pro Jahr sein, die auf eine Arzneimittelresistenz zurückzuführen sein könnten.
 

WEITERE INFORMATIONEN:

EP-Hintergrundinformationen: Communicable Diseases - EU response to HIV, Tuberculosis and Hepatitis C (EN)Merkblatt zu den Verfahrensschritten (2017/2576(RSP))Audiovisuelles Material für Medienschaffende