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25-01-2018
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Bienenschutz und Maßnahmen gegen verfälschten Importhonig

Bienen spielen für Umwelt und Wirtschaft eine entscheidende Rolle. Das Parlament fordert, Bienen besser zu schützen und Maßnahmen gegen Importe von verfälschtem Honig zu ergreifen.

Biene
Symbolfoto: Biene ©jordache/Masterfile
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Die Bedeutung von Bienen

Bienen bestäuben Kultur- und Wildpflanzen. So erhalten sie die Biodiversität und tragen entscheidend zu unserer Lebensmittelsicherheit bei. 84 Prozent der Pflanzenarten und 76 Prozent der europäischen Lebensmittelerzeugung hängen von der Bestäubung durch Bienen ab. Der dadurch entstehende wirtschaftliche Wert beläuft sich in der EU schätzungsweise auf 14,2 Milliarden Euro pro Jahr.

In den vergangenen Jahren schlugen die Imker jedoch Alarm, da die Zahl der Bienen zurückgeht. Mögliche Gründe für diesen Rückgang sind die intensive Landwirtschaft und der Einsatz von Pestiziden, der Mangel an Nahrung für die Bienen sowie Viren und Angriffe durch einige gebietsfremde invasive Arten (wie die Varroamilbe, die asiatische Hornisse, die amerikanische Faulbrut/Bienenpest und den kleinen Beutenkäfer). Weiters tragen Umweltveränderungen und Habitatverluste zum Rückgang der Bienenbestände bei.

Was fordern die EU-Abgeordneten?

Der Landwirtschaftsausschuss hat am 23. Jänner einen Initiativbericht des ungarischen Abgeordneten Norbert Erdős (EVP) angenommen. Dieser fordert mehr Maßnahmen, um den europäischen Bienenzuchtsektor besser zu unterstützen und zu schützen. Die EU-Abgeordneten treten unter anderem dafür ein, die finanziellen Mittel für nationale Bienenzuchtprogramme aufzustocken, und verstärkt Initiativen zu setzen, um die Bienengesundheit zu stärken. Bessere Schutzmaßnahmen für lokale und regionale Bienenarten sollten ergriffen werden. Die Abgeordneten sprechen sich für ein Verbot schädlicher Pestizide, mehr Forschung und Zuchtprogramme aus.

Der europäische Honigmarkt

Es gibt etwa 600.000 Bienenzüchter und etwa 17 Millionen Bienenstöcke in der EU. Zusammen produzieren sie jedes Jahr rund 200.000 Tonnen Honig und machen die EU damit zum zweitgrößten Honigproduzenten nach China. Die wichtigsten honigerzeugenden Mitgliedstaaten waren 2015 Rumänien, Spanien und Ungarn. Die EU definiert Honig als „natursüßen Stoff“ und legt die Merkmale der Zusammensetzung des Honigs auf Grundlage hoher Standards fest.

Die EU importiert zudem Honig, um die Nachfrage zu erfüllen, und zwar hauptsächlich aus China.

Importe von verfälschtem Honig

Honig ist das am dritthäufigsten gefälschte Produkt weltweit.

Die Abgeordneten wollen gegen die Verbreitung von verfälschtem Honig auf dem Binnenmarkt vorgehen. Die Einfuhr von verfälschten Produkten (die zum Beispiel mit Zuckersirup gestreckt wurden) oder Praktiken, solche importierten Substanzen mit hochwertigem europäischem Honig zu vermischen, bringen europäische Honigproduzenten unter enormen Druck. Es kommt zu Preisverfall und Fragen des Verbraucherschutzes werden aufgeworfen. Eine von der EU durchgeführte Untersuchung an den EU-Außengrenzen sowie in Räumlichkeiten von Honigimporteuren zeigte, dass 20 Prozent der genommenen Proben nicht den hohen EU-Standards entsprechen.

Die Abgeordneten fordern nun Maßnahmen zur Verbesserung der Prüfungsverfahren sowie bessere Importkontrollen, um verfälschten Honig früh zu erkennen, sowie höhere Strafen für Betrüger. Des Weiteren fordern sie, die Kennzeichnung auf Honigetiketten zu verbessern, damit Verbraucher genau wissen woher der Honig kommt.

Außerdem sollen der Verzehr von Honig gefördert und seine Vorteile für die Gesundheit, insbesondere in Schulen, stärker verdeutlicht werden. Ein Beispiel hierfür ist die slowenische Initiative „Europäisches Honigfrühstück“, die auch in Österreich Anklang gefunden hat, um über die Bedeutung von Bienen und Honig aufzuklären.

 

WEITERE INFORMATIONEN:

Verfahrensschritte (2017/2115(INI))
EP Think Tank Briefing (EN)
EU-Honigmarkt - Dokument der EU-Kommission
Landwirtschaftsausschuss
Pressemitteilung vom 23. Jänner (EN)
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