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13-03-2018
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#IWD2018: Weltfrauentag 2018 im Haus der EU in Wien

Am Internationalen Frauentag, dem 8. März, hat das Haus der Europäischen Union in Kooperation mit der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie zur Veranstaltung „Ein Leben ohne Gewalt für Frauen und Mädchen“ eingeladen.

Collage 1: Frauentag 2018
Fotocollage 1: Frauentag 2018

Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde darüber diskutiert, wie sich Europa zu einer vollkommen gewaltfreien Region für Frauen und Mädchen entwickeln kann. Darüber hinaus wurde die Umsetzung der Istanbul-Konvention des Europarats zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt auf österreichischer Ebene beleuchtet.

Moderatorin Rebekka Salzer vom ORF eröffnete die Debatte und lud die österreichische Abgeordnete des Europäischen Parlaments Angelika Mlinar an das Rednerpult. Frau Mlinar forderte die Gleichstellung der Frau, die eine positive Auswirkung auf die gesamte Bevölkerung habe und somit unumgänglich sei.

Als Exkurs berichtete sie von einer Delegationsreise des Europäischen Parlaments nach Ungarn. Dort habe sie die Stellung der Frau erschreckt. Engagierte Frauen, die sich für die Gleichstellung einsetzten, würden teilweise mit dem Tod bedroht werden.
Dies missbilligte die NEOS Politikerin und betonte deutlich, dass sie sich weiterhin auch im europäischen Rahmen gegen die Diskriminierung von Frauen und Mädchen einsetzen werde.

Danach erörterte die Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend, Juliane Bogner-Strauß, die Lage der Frauen in Österreich. Sie kritisierte die ungleichen Machtverhältnisse in der österreichischen Gesellschaft und forderte mehr Initiative seitens der Europäischen Union. Gleichzeitig betrachtete sie die ungleiche Rechteverteilung als eine der Hauptursachen für strukturelle Gewalt. Dagegen würden viele Projekte initiiert werden, die Frauen im Arbeitsmarkt unterstützen und Kinderbetreuung zur Verfügung stellen sollen. Somit soll gewährleistet werden, dass Frauen unabhängig bleiben können.

Jedoch belegen Studien, dass Frauen noch häufig mit körperlicher Gewalt bedroht werden. Bogner-Strauß setze sich daher für eine gezielte Strafverfolgung und umfangreichen Opferschutz ein.

Fotocollage 2 : Frauentag 2018
Fotocollage 2 : Frauentag 2018

Kommissarin für Justiz, Verbraucherschutz und Gleichstellung Vera Jourová appellierte in ihrer Video-Botschaft, die Hindernisse für Frauen, sexuelle Straftaten anzuzeigen, abzuschaffen. Viele Frauen würden nach wie vor sexuelle Übergriffe nicht anzeigen.

Nach der Videobotschaft wurde in einer Podiumsdiskussion mit Ursula Till-Tentschert von der Europäischen Grundrechtsagentur, Angelika Mlinar, und Rosa Logar, der Vertreterin des Expertinnen-Komitees Grevio im Europarat, debattiert. Dabei stellte sich heraus, dass Gewalt gegen Frauen auch in der Partnerschaft ein großes Problem ist, das mit hoher psychischer Belastung einhergeht. Die Betroffenen hätten nach dieser Erfahrung öfters nicht den Mut dagegen vorzugehen. Angst, Wut und Scham seien die Gefühle, die Opfer nach so einem Gewaltakt fühlten.

Auffällig sei das recht neuzeitige Phänomen der Cyber Belästigung. Europaweit haben 20 % aller jungen Frauen zwischen 18-29 Jahren so eine Belästigung bereits erlebt.

Auch für MigrantInnen und Flüchtlinge sollten unterstützende Maßnahmen gesetzt werden, zum Beispiel im Rahmen von Betreuungseinrichtungen.

Die Bloggerinnen Madeleine Alizadeh (dariadaria.com) und Desislava Manolova (europeneedsyou.eu) diskutierten in einem zweiten Panel gemeinsam mit der Journalistin Beate Hausbichler vom Standard über die #metoo-Debatte.
Während des Gesprächs stellte sich heraus, dass vor allem klischeehafte Rollenbilder überwunden werden müssen. Traditionelle Kategorisierungen von Frauen und Männern seien problematisch und sollten bereits in der Schule abgeschafft werden.

Außerdem müsse die #metoo Debatte von den Sozialen Medien in den Alltag implementiert werden. Auch wenn #metoo ein großes Bewusstsein bezüglich Gewalt gegen Frauen geschaffen hat, bedarf es weiterer Schritte in Richtung Gleichstellung. Zur selben Zeit sollten Männer nicht stigmatisiert werden, sondern zum Diskurs eingeladen werden.

Anschließend hat die Vertreterin von Allianz GewaltFrei leben, Kerstin Schinnerl, die Grevio Empfehlungen präsentiert. „Grevio“ ist eine Expertengruppe, die Österreich bezüglich der Umsetzung der Istanbul-Konvention evaluiert hat. Bei diesen Empfehlungen kristallisierte sich stark heraus, dass es an Geldmitteln fehlt. Derzeit habe das Frauenministerium zehn Millionen Euro zur Verfügung, doch für die vollständige Umsetzung der Istanbul-Konvention bedarf es eines Vielfachen dieses Budgets. Verbesserungsbedarf bestünde bei Punkten wie Strafmaßnahmen gegen die Täter, Unterstützung von Migration und Asyl sowie Opferschutz.

Zu der Umsetzung der Grevio-Empfehlungen führten Gabriele Heinisch-Hosek, Obfrau Gleichbehandlungsausschuss des Parlaments, Gertrude Brinek von der Volksanwaltschaft, Elisabeth Klatzer, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin und Kerstin Schinnerl eine Diskussion. In Zusammenhang mit der Umsetzung der Istanbul-Konvention sei das Problem, dass die Regierung nicht genügend Geldmittel für das Frauenresort vorsehe. Jedoch sei eine Erhöhung des Budgets notwendig, um die Konvention umzusetzen. Das drücke aus, dass sich das Interesse der Regierung für dieses Thema in Grenzen halte.

Grundsätzlich wurde eine Sensibilisierung gefordert, die zu Verständnis und Unterstützung von weiblichen Gewaltopfern führen sollte.

Mit dieser Forderung endete die Veranstaltung „Ein Leben ohne Gewalt für Frauen und Mädchen“ im Haus der Europäischen Union. 

Fotocollage 3 : Frauentag 2018
Fotocollage 3 : Frauentag 2018
 

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