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20-09-2018
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Gedenkprojekt „Never/Forget/Why?“ mit Europäischem Bürgerpreis 2018 ausgezeichnet

Und der Bürgerpreis 2018 geht an - Anna Wexberg-Kubesch, Initiatorin des Gedenkprojekts „Never/Forget/Why?“, das an das Schicksal der 15 000 Kinder erinnert, die in Theresienstadt interniert waren.

v.l. MEP Monika Vana, Anna Wexberg-Kubesch, Rubina Möhring und Thomas Weber
v.l. MEP Monika Vana, Anna Wexberg-Kubesch, Rubina Möhring und Thomas Weber

Am 20. September 2018 überreichte MEP Monika Vana der diesjährigen Preisträgerin, Anna Wexberg-Kubesch, in einer feierlichen Zeremonie im Haus der Europäischen Union in Wien den Europäischen Bürgerpreis 2018. Mit diesem wurde das außergewöhnliche Engagement der Künstlerin für ein besseres gegenseitiges Verständnis und eine bessere Integration in Europa gewürdigt.

Anna-Wexberg Kubesch wurde als Initiatorin des Projekts „Never/Forget/Why?“ geehrt, in dessen Rahmen sie 15 000 Postkarten produzierte – eine Karte für jedes Kind, das zwischen 1942 und 1945 in Theresienstadt interniert war. Diese Postkarten traten anschließend ihren Weg um die Welt an: von Österreich über Deutschland und Frankreich bis nach Japan. Sie wurden von vielen Menschen weltweit individuell gestaltet, sodass 15 000 sehr unterschiedliche Postkarten ihren Weg zurück zu Anna Wexberg-Kubesch fanden – und nun als Zeichen gegen das Vergessen sowohl an das gemeinsame Leid von 15 000 Kindern als auch an jedes erschütternde Einzelschicksal erinnern. Die Anzahl der gestalteten Karten, die von Menschen aller Generationen und aus aller Welt innerhalb von zweieinhalb Jahren gestaltet wurden, überstieg letztlich das Ziel von 15.000. Die zusätzlichen Karten wurden den nach Theresienstadt deportierten Kindern aus Bialystok in Polen gewidmet.

MEP Monika Vana überreichte den Preis. In ihrer Rede hob sie die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur hervor:

„Nach zwei verheerenden Weltkriegen und den Gräuel der Nazis brauchte es ein Versprechen, das Versprechen für Frieden, das Versprechen für Demokratie und für die Zuversicht, dass alles besser wird. Auf diesem Versprechen beruht die Europäische Union. [...] Doch wie wir alle beobachten können, gerät dieses Versprechen spätestens seit der Finanz- und Wirtschaftskrise in eine Schieflage. [...] Plötzlich ist nichts mehr selbstverständlich in diesem Europa. Nicht die Demokratie, nicht der Friede und nicht die fallenden Grenzen. [...] Unsere Antwort auf diese Dinge kann nur lauten: Wir haben eine starke Zivilgesellschaft und wir werden erinnern, und genau in diesem Geist steht das heute auszuzeichnende Projekt von Frau Anna Wexberg-Kubesch.“

In ihrer Rede wiederum erinnerte Rubina Möhring von der nichtstaatlichen Organisation „Reporter ohne Grenzen“ an die Opfer der Shoa und nannte einige von ihnen namentlich, darunter Fredy Hirsch, der den internierten Kindern durch seinen unermüdlichen Einsatz die Düsternis in dem Lager ein wenig erhellt habe und an den besonders viele Karten erinnerten.

Thomas Weber vom Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Österreich führte durch die Veranstaltung, die von dem Cellisten Lukas Lauermann und einer Freundin der Preisträgerin, Eva Kindermann-Glebowski, musikalisch begleitet wurde, während eine weitere Freundin der Preisträgerin, Brigitta Höpler, einen kurzen Text vortrug.

 

WEITERE INFORMATIONEN:

Never/Forget/Why?