Konferenz der Delegationsvorsitze

Die Konferenz der Delegationsvorsitze ist das politische Gremium des Europäischen Parlaments, das die Tätigkeiten der 44 ständigen Delegationen koordiniert.

Die Konferenz stellt sicher, dass die Delegationen effizient und in Abstimmung mit den anderen Gremien des Parlaments arbeiten. Die regelmäßig stattfindenden Sitzungen der Konferenz bieten ein Forum, um gemeinsame Probleme und Herausforderungen der Delegationen zu erörtern.

Zusammensetzung und Vorsitz

Die Mitglieder der Konferenz sind die Vorsitzenden der 44 Delegationen des Parlaments sowie der drei Ausschüsse, die an den internationalen Beziehungen arbeiten.

Einer der 44 Vorsitzenden, die an der Konferenz teilnehmen, wird zum Vorsitzenden der Konferenz gewählt. Er oder sie ist für die Dauer einer halben Wahlperiode - das heißt zweieinhalb Jahre - im Amt.

Derzeit ist Inés Ayala Sender Vorsitzende der Konferenz der Delegationsvorsitze. Ihre Amtszeit wird 2019 mit Ende der achten Wahlperiode des Parlaments enden.

Sie ist außerdem ein spanisches Mitglied der Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten, Vorsitzende der Delegation für Beziehungen zu den Maghreb-Staaten und der Union des arabischen Maghreb sowie Mitglied der Delegation in der Parlamentarischen Versammlung der Union für den Mittelmeerraum.

Zeitpläne

Die Sitzungen der Konferenz der Delegationsvorsitze finden gewöhnlich an den Dienstagen der Straßburg-Tagungen statt. Das bedeutet, dass zwölf Sitzungen pro Jahr stattfinden.

Zweimal im Jahr plant die Konferenz die folgenden sechs Monate der Delegationssitzungen. Der Entwurf des Tätigkeitskalenders wird dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten, dem Ausschuss für internationalen Handel und dem Entwicklungsausschuss vorgelegt. Danach wird der Tätigkeitskalender an die Konferenz der Präsidenten weitergeleitet. Sie ist das Gremium des Europäischen Parlaments, dem unter anderem der Präsident des Parlaments und die Fraktionsvorsitzenden angehören.

Die Konferenz der Präsidenten ist zuständig für die Genehmigung des Tätigkeitskalenders.

Empfehlungen an und von anderen Gremien

Die Konferenz der Delegationsvorsitze reicht von Zeit zu Zeit auch Vorschläge zur Tätigkeit der Delegationen bei der Konferenz der Präsidenten ein.

Die Konferenz der Präsidenten und das Präsidium des Europäischen Parlaments - ein weiteres Gremium, dem der Präsident und die stellvertretenden Präsidenten angehören - können der Konferenz der Delegationsvorsitze bestimmte Aufgaben übertragen.

Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Delegationen und zwischen den Delegationen und Ausschüssen

Mit der Verabschiedung gemeinsamer Konzepte und Leitlinien für die Tätigkeit der Delegationen setzt sich die Konferenz der Delegationsvorsitze für die Einführung bewährter Verfahren ein.

Sie arbeitet auch mit der Konferenz der Ausschussvorsitze - einem parallel agierenden politischen Gremium - zusammen, das die Tätigkeit der Ausschüsse koordiniert.

Auf diese Weise wird die Tätigkeit der Ausschüsse und Delegationen des Parlaments aufeinander abgestimmt.

Dadurch wird wiederum die Kontrolle der auswärtigen Beziehungen der EU gestärkt.

Rahmen

Die Konferenz der Delegationsvorsitze ist in der Geschäftsordnung des Parlaments aufgeführt.

In der aktuellen Fassung der Geschäftsordnung befasst sich Artikel 30 in den folgenden vier Absätzen mit der Konferenz:

1. Der Konferenz der Delegationsvorsitze gehören die Vorsitze aller ständigen interparlamentarischen Delegationen an. Sie wählt einen Vorsitz.

2. Bei Abwesenheit des Vorsitzenden leitet das älteste anwesende Mitglied die Sitzung der Konferenz.

3. Die Konferenz der Delegationsvorsitze kann der Konferenz der Präsidenten Vorschläge für die Arbeit der Delegationen unterbreiten.

4. Das Präsidium und die Konferenz der Präsidenten können der Konferenz der Delegationsvorsitze bestimmte Aufgaben übertragen.