Verfahren : 2014/2241(INI)
Werdegang im Plenum
Entwicklungsstadium in Bezug auf das Dokument : A8-0258/2015

Eingereichte Texte :

A8-0258/2015

Aussprachen :

PV 29/10/2015 - 5
CRE 29/10/2015 - 5

Abstimmungen :

PV 29/10/2015 - 10.7
Erklärungen zur Abstimmung

Angenommene Texte :

P8_TA(2015)0391

BERICHT     
PDF 399kWORD 194k
22.9.2015
PE 557.222v02-00 A8-0258/2015

zu neuen Herausforderungen und Konzepten für die Förderung des Fremdenverkehrs in Europa

(2014/2241(INI))

Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr

Berichterstatterin: Isabella De Monte

ÄND.
ENTWURF EINER ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS
 BEGRÜNDUNG
 STELLUNGNAHME des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz
 STELLUNGNAHME des Ausschusses für Kultur und Bildung
 ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNG IM AUSSCHUSS

ENTWURF EINER ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS

zu neuen Herausforderungen und Konzepten für die Förderung des Fremdenverkehrs in Europa

(2014/2241(INI))

Das Europäische Parlament,

–       unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission mit dem Titel „Europa – wichtigstes Reiseziel der Welt: ein neuer politischer Rahmen für den europäischen Tourismus (COM(2010)0352),

–       unter Hinweis auf seine Entschließung vom 27. September 2011 zu „Europa – wichtigstes Reiseziel der Welt: ein neuer politischer Rahmen für den europäischen Tourismus“(1),

–       unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission mit dem Titel „Eine Europäische Strategie für mehr Wachstum und Beschäftigung im Küsten- und Meerestourismus“ (COM(2014)0086),

–       unter Hinweis auf das Grünbuch der Kommission mit dem Titel „Sicherheit touristischer Beherbergungsleistungen“ (COM(2014) 0464),

–       unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission mit dem Titel „Bessere Ergebnisse durch bessere Rechtsetzung – Eine Agenda der EU“ (COM(2015)0215),

–       unter Hinweis auf seine Entschließung vom 25. Oktober 2011 zur Mobilität und Integration von Menschen mit Behinderungen sowie zur EU-Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen 2010–2020(2),

–       unter Hinweis auf die Entschließung des Rates vom 6. Mai 2003 über die Zugänglichkeit kultureller Einrichtungen und kultureller Aktivitäten für Menschen mit Behinderungen(3),

–       gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV), insbesondere auf Artikel 195,

–       gestützt auf Artikel 52 seiner Geschäftsordnung,

–       in Kenntnis des Berichts des Ausschusses für Verkehr und Fremdenverkehr sowie der Stellungnahmen des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz und des Ausschusses für Kultur und Bildung (A8-0258/2015),

A.     in der Erwägung, dass die Maßnahmen, die auf der Ebene der EU gemäß Artikel 195 AEUV ergriffenen werden, die Maßnahmen der Mitgliedstaaten im Bereich Fremdenverkehr ergänzen sollten, jedoch unter Ausschluss jeglicher Harmonisierung der Rechtsvorschriften;

B.     in der Erwägung, dass der Fremdenverkehr ein wichtiges potenzielles Wachstumszentrum der europäischen Wirtschaft ist, in dem – wenn man die mit dem Fremdenverkehr in Verbindung stehenden Branchen mit einbezieht – mehr als 10 % des BIP der EU erwirtschaftet werden; in der Erwägung, dass im Fremdenverkehr auch sehr viele Menschen Arbeit finden, denn die Tourismusbranche beschäftigt 13 Millionen Arbeitnehmer und stellt somit mindestens 12 % der Arbeitsplätze in der EU;

C.     in der Erwägung, dass Europa mit einem Marktanteil von 52 % die wichtigste Tourismusregion der Welt ist; in der Erwägung, dass Statistiken zufolge die meisten Auslandsreisen von in der EU ansässigen Personen weiterhin zu Zielen innerhalb der EU unternommen werden, und in der Erwägung, dass die Zahl der in die EU einreisenden Touristen aus aller Welt Prognosen zufolge bis 2025 jährlich um 140 Millionen steigen wird;

D.     in der Erwägung, dass der Tourismus einen wichtigen sozioökonomischen Faktor in der EU darstellt und weitreichende Auswirkungen auf Wirtschaftswachstum, Beschäftigung und soziale Entwicklungen hat, und in der Erwägung, dass er darum bei der Bekämpfung der derzeitigen Wirtschafts- und Beschäftigungskrise eine entscheidende Rolle spielen könnte;

E.     in der Erwägung, dass die wichtigste maritime Aktivität Europas der Küsten- und Meerestourismus ist, der mehr als ein Drittel der maritimen Wirtschaft ausmacht, mit direkten Auswirkungen auf viele andere Sektoren der europäischen Wirtschaft, und in dem 3,2 Millionen Menschen beschäftigt sind, hauptsächlich junge Menschen zwischen 16 und 35 Jahren; in der Erwägung, dass festgestellt werden sollte, dass dieser Sektor ein Motor für das Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen, insbesondere im Atlantik- und Mittelmeerraum, gewesen ist;

F.     in der Erwägung, dass tourismuspolitische Prioritäten zur Umsetzung von mindestens drei Prioritäten der Juncker-Kommission beitragen, nämlich „Nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung“, „Ein vernetzter digitaler Binnenmarkt“ und „Ein vertiefter und gerechterer Binnenmarkt“;

G.     in der Erwägung, dass mit den in der Mitteilung der Kommission aus dem Jahr 2010 mit dem Titel „Europa – wichtigstes Reiseziel der Welt“ angekündigten Maßnahmen das ehrgeizige Ziel der Aufrechterhaltung der führenden Stellung Europas als internationales Reiseziel gefördert wird;

H.     in der Erwägung, dass der Fremdenverkehr über keine eigene Haushaltslinie im Haushalt der EU verfügt, und in der Erwägung, dass die Maßnahmen in diesem Bereich auf mehrere Fonds, Pilotprojekte und vorbereitende Maßnahmen verteilt sind;

I.      in der Erwägung, dass sich die Tourismusindustrie in Europa zahlreichen neuen Herausforderungen gegenübersieht, wie – unter anderem – der Digitalisierung der Vertriebskanäle, der Entwicklung der neuen Wirtschaft des Teilens (Sharing Economy), höherem Wettbewerbsdruck durch aufstrebende, günstigere Drittmarktreiseziele, einem sich wandelnden Verbraucherverhalten, dem Übergang zu einer Erlebniswirtschaft, der Nachfrage nach einem qualitativ hochwertigen Kundendienst, der Notwendigkeit der Anwerbung und Bindung qualifizierter Arbeitskräfte, dem demografischem Wandel und der Saisonabhängigkeit;

J.      in der Erwägung, dass die politischen Entscheidungsträger im Tourismusbereich Herausforderungen, wie etwa den demographischen Wandel und die Saisonabhängigkeit im Tourismus, dadurch bewältigen können, dass sie Produkte und Dienstleistungen entwickeln, die den besonderen Bedürfnissen der zunehmenden Zahl älterer Menschen entsprechen, die in der Nebensaison verreisen können;

K.     in der Erwägung, dass sich KMU im Tourismussektor wegen einer starken Belastung durch Regulierung erheblichen Schwierigkeiten gegenübersehen;

L.     in der Erwägung, dass die Förderung Europas mittels einer eigenen Werbekampagne und Markenstrategie ein wichtiges Instrument für die Stärkung seines Images, seiner Außenwirkung und seiner Wettbewerbsfähigkeit als einer Region mit vielen nachhaltigen und hochwertigen Reisezielen darstellt, wodurch es europäischen Reisezielen ermöglicht wird, sich von anderen internationalen Reisezielen abzuheben, und dazu beigetragen wird, internationale Touristen, insbesondere aus aufstrebenden Drittmärkten, anzuziehen;

M.    in der Erwägung, dass Konflikte nahe der Grenze zur EU, wie beispielsweise in der Ukraine und im Nahen Osten, zusammen mit der Gefahr des Terrorismus negative Auswirkungen auf den Tourismussektor haben und daher Gegenmaßnahmen auf nationaler wie europäischer Ebene erforderlich machen;

N.     in der Erwägung, dass ein nachhaltiger, zugänglicher und verantwortungsbewusster Fremdenverkehr, der mit der Natur, der Landschaft und städtischen Reisezielen in Einklang steht und auf Ressourceneffizienz, nachhaltiger Mobilität und Klimaschutz basiert, dazu beiträgt, insbesondere in Berg- und Küstenregionen sowie auf Inseln die Umwelt zu erhalten und dauerhafte Ergebnisse hinsichtlich des regionalen Wachstums zu erzielen und den steigenden Qualitätsanforderungen von Reisenden zu entsprechen, und dass er den Unternehmen dabei hilft, im Wettbewerb zu bestehen;

O.     in der Erwägung, dass der europäische Kulturtourismus eine wichtige Rolle bei der Förderung der großen kulturellen Vielfalt Europas spielt, die europäische Identität stärkt und den kulturübergreifenden Austausch und ein multikulturelles Verständnis fördert;

P.     in der Erwägung, dass die Regionen bei der Entwicklung und Umsetzung politischer Strategien im Zusammenhang mit dem Tourismus auf regionaler Ebene eine wesentliche Rolle spielen;

Q.     in der Erwägung, dass die Wirtschaft des Teilens (Sharing Economy) eine Verlagerung auf neue Geschäftsmodelle als Ergebnis einer sich schnell wandelnden neuen Technologie darstellt, und in der Erwägung, dass viele der Akteure in der Sharing Economy zu der Branche der Reisedienstleistungen gehören;

R.     in der Erwägung, dass trotz bruchstückhafter Informationen und der Schwierigkeit, fundierte Schlussfolgerungen zu ziehen, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Sharing Economy sehr wahrscheinlich eine positive Wirkung auf das Wirtschaftswachstum und das Wohlergehen haben werden;

S.     in der Erwägung, dass alle Anbieter von Dienstleistungen im Bereich Fremdenverkehr, einschließlich der Anbieter aus der Sharing Economy, die von den neuesten Online-Werkzeugen Gebrauch machen, der Bereitstellung von hochwertigen Dienstleistungen sowie dem Schutz der Verbraucherrechte höchste Priorität einräumen sollten;

T.     in der Erwägung, dass der Reise- und Tourismussektor eine der Branchen ist, die am stärksten von der Digitalisierung beeinflusst wurde, in der Erwägung, dass dies für die Reiseunternehmen nicht nur in Europa, sondern auch weltweit, eine Reihe von Chancen eröffnet;

Handlungsrahmen der Kommission

1.      fordert die Kommission auf, dem Parlament über die Umsetzung ihrer in der vorstehend genannten Mitteilung aus dem Jahr 2010 festgelegten Maßnahmen und die Verwendung der Haushaltsmittel im Rahmen der Strukturfonds und der entsprechenden EU-Programme, insbesondere des Rahmenprogramms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) und des Programms für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und für kleine und mittlere Unternehmen (COSME), sowie der entsprechenden Pilotprojekte und vorbereitenden Maßnahmen in Form einer sachbezogenen Überprüfung, einschließlich einer Bewertung der Wirksamkeit von Maßnahmen zur Förderung des Fremdenverkehrs in Europa sowie zur Konsolidierung der Wettbewerbsfähigkeit des Tourismussektors der EU, Bericht zu erstatten;

2.      erwartet von der Kommission, dafür zu sorgen, dass die künftige Mittelvergabe für die Schaffung eines günstigen Umfelds für Unternehmen im Tourismussektor der EU aus den verschiedenen Fördermitteln weiterhin möglich bleibt;

3.      legt der Kommission dringend nahe, die Möglichkeit zu prüfen, einen Abschnitt innerhalb des nächsten mehrjährigen Finanzrahmens einzurichten, der ausschließlich für den Fremdenverkehr bestimmt ist, weil der Fremdenverkehr besser als eine individuelle wirtschaftliche Tätigkeit hinsichtlich Haushalt und Maßnahmen anerkannt und nicht aus den Haushalten anderer Politikbereiche finanziert werden sollte;

4.      erinnert daran, dass die Europäischen Struktur- und -Investitionsfonds (ESI-Fonds) in manchen Mitgliedstaaten immer noch die hauptsächliche Quelle der externen Finanzierung von Tätigkeiten zur Förderung des Fremdenverkehrs darstellen; fordert die Kommission deshalb mit Nachdruck auf, für mehr Transparenz bei der Nutzung der Strukturfonds durch die lokalen Verwaltungen zu sorgen;

5.      fordert die Kommission, die Mitgliedstaaten, die Regionen und die für den Fremdenverkehr zuständigen Behörden sowie Unternehmen – insbesondere KMU – auf, die neuen Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen des Europäischen Fonds für strategische Investitionen vor allem durch die nationalen und regionalen Investitionsbanken voll und ganz zu nutzen, damit die Tätigkeit der EU zur Förderung des Fremdenverkehrs qualitativ auf einer höheren Ebene angesiedelt wird;

6.      fordert die Kommission auf, die Entwicklung von touristischen Musterszenarien im Rahmen des Programms Horizont 2020 zu fördern;

7.      fordert die Kommission auf, den Leitfaden zur Unterstützung bei der Finanzierung in die 24 Amtssprachen der EU zu übersetzen, um den Zugang zu Informationen über Finanzierungsmöglichkeiten insbesondere für KMU zu erleichtern, denn der Zugang zur Finanzierung ist eines der Hindernisse, die dieser Sektor überwinden muss;

8.      fordert die Kommission auf, unabhängige Sachverständige zu benennen, um die Auswirkungen anderer EU-Politikbereiche auf den Fremdenverkehr zu bewerten und reale und potentielle Bedrohungen des Fremdenverkehrs als Ergebnis von Konflikten in den Nachbarländern und -regionen der EU zu analysieren, und dem Parlament zusammen mit Vorschlägen für Maßnahmen zur Steigerung der positiven Auswirkungen auf den Fremdenverkehr und zur Verminderung der negativen Auswirkungen Bericht zu erstatten;

9.      erwartet, dass die Kommission eine Übersicht über aktuelle Daten auf der Basis der neuen Verordnung über Tourismusstatistiken vorlegt;

10.    stellt fest, dass weitere Anstrengungen erforderlich sind, um ein integriertes Tourismuskonzept zu entwickeln, das sicherstellt, dass die Interessen und Bedürfnisse dieses Sektors bei der Ausarbeitung und Umsetzung anderer EU-Politikbereiche (z. B. Verkehr, ländliche Entwicklung) berücksichtigt werden;

11.    fordert die Kommission auf, eine neue Strategie für den Tourismus in der EU vorzulegen, die die Mitteilung von 2010 ersetzt oder aktualisiert;

12.    erwartet von der Kommission, dass sie vor dem Hintergrund des nächsten Europäischen Tourismusforums detaillierte Durchführungsmaßnahmen für das neue Paket gemeinsamer Maßnahmen vorlegt;

13.    empfiehlt nachdrücklich, dass die Kommission ausreichende Humanressourcen für ihre Tourismuspolitik freistellt, denn der Tourismus ist als ein ausschlaggebender Faktor für Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze in Europa von großer Bedeutung; kritisiert die Tatsache, dass das Thema Tourismus nicht sichtbar genug auf der Internetseite der GD GROW präsentiert wird; empfiehlt auch, diese Website mehrsprachig zu gestalten;

14.    unterstreicht die Bedeutung der Abstimmung zwischen den Kommissionsdienststellen;

15.    fordert die Kommission nachdrücklich auf, eine Reduzierung der unverhältnismäßig hohen Belastung durch Regulierung, die sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit von KMU im Tourismussektor auswirkt, in Erwägung zu ziehen; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die bestehende Belastung durch Regulierung zu reduzieren und nicht zu erhöhen;

16.    erinnert die Kommission daran, dass der Fremdenverkehr ein Schlüsselsektor der europäischen Wirtschaft ist, weshalb es unerlässlich ist, die Abstimmung zwischen den Mitgliedstaaten, regionalen und lokalen Behörden und Finanzinstituten spürbar zu verbessern und Synergien zwischen dem öffentlichen und privaten Fremdenverkehrssektor zu schaffen; fordert die Kommission auf, sich darum zu bemühen, Mechanismen für die wirksame Abstimmung und Zusammenarbeit im Sektor zu ermitteln;

17.    vertritt die Ansicht, dass die EU im Rahmen der Kooperations- und Nachbarschaftspolitik Maßnahmen der Zusammenarbeit für den Ausbau des Fremdenverkehrs in Drittländern mit dem Ziel durchführen sollte, eine ausgewogene Wirtschaftsentwicklung in jenen Ländern zu ermöglichen, was gleichzeitig auch dazu beitragen wird, die Spannungen im Nachbarschaftsgebiet abzubauen sowie die Attraktivität der Region und den Zustrom von Touristen in derselben zu erhöhen;

18.    vertritt die Ansicht, dass die Ausrufung eines Europäischen Jahres des Tourismus dazu beitragen würde, die Vielfältigkeit des europäischen Tourismus zu fördern und das Profil der verschiedenen, im Tourismussektor tätigen Akteure zu schärfen; fordert die Kommission auf, eine solche Initiative in Erwägung zu ziehen;

19.    fordert die Kommission auf, eine Analyse über die Vor- und Nachteile der Schaffung einer Europäischen Agentur für Tourismus vorzulegen;

Markenpolitik/gemeinsame Werbung für Europa als Reiseziel

20.    legt der Kommission dringend nahe, in Zusammenarbeit mit der European Travel Commission (Europäische Reisekommission, ETC), in der sich die nationalen Tourismusorganisationen zusammengeschlossen haben, die Werbung für Europa als der beliebtesten Tourismusregion der Welt im Rahmen eines gemeinsamen europäischen Ansatzes fortzuführen und zu intensivieren; fordert insbesondere die Umsetzung der von der Kommission und der ETC im Februar 2014 auf den Weg gebrachten langfristigen Strategie „Destination Europe 2020“, zu der einige Maßnahmen im Bereich Marketing, Markenpflege und Werbung für Europa als Tourismusregion gehören;

21.    fordert insbesondere die Schaffung der Marke „Destination(s) Europe“ (Reiseziel(e) Europa) zur Ergänzung und Stärkung der Werbemaßnahmen der Tourismusorganisationen, die auf nationaler, regionaler, grenzübergreifender und lokaler Ebene tätig sind, und der europäischen Tourismusindustrie zugunsten der Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Reiseziele, insbesondere auf Überseemärkten; betont, dass die Marke „Destination(s) Europe“ einen integrativen Ansatz erfordert, der Vorteile sowohl für etablierte als auch für weniger bekannte europäische Reiseziele bietet und gleichzeitig die inhärente Vielfalt der verschiedenen europäischen Regionen, die von der eigenen territorialen Marke leben, wahrt, und dass sie die Zuständigkeiten der Mitgliedstaaten gemäß Artikel 195 AEUV in vollem Umfang achten muss;

22.    räumt ein, dass gemeinsame Ziele eindeutig festgelegt werden müssen und dass das Potenzial und der Mehrwert der Marke „Destination(s) Europe“ entsprechend den Bedürfnissen und spezifischen Anforderungen, die von den Mitgliedstaaten geäußert wurden, analysiert werden müssen; ist der Ansicht, dass zur Erreichung dieser Ergebnisse weitere tief greifende Konsultationen mit der Industrie, mit Tourismusorganisationen sowie mit regionalen und lokalen Gebietskörperschaften durchgeführt werden müssen; empfiehlt die Erarbeitung eines Markenbuchs, in dem die vereinbarten Modalitäten für die Werbemaßnahmen festgelegt werden;

23.    empfiehlt zu prüfen, wie der Privatsektor in die Marketingstrategie für die Marke „Destination(s) Europe“ eingebunden werden kann und wie er finanziell zur Entwicklung und zu den Zielen der Strategie beitragen kann; unterstreicht die Bedeutung öffentlich-privater Partnerschaften und schlägt deshalb die Ausarbeitung eines Programms „Besondere öffentlich-private Tourismuspartnerschaft“ (Special Public-Private Partnership of Tourism, SPOT) vor; fordert die Mitgliedstaaten auf, ihre jeweiligen regionalen und lokalen Gebietskörperschaften in diesen Prozess einzubeziehen und konstruktiv mit der Industrie zusammenzuarbeiten, um diese Ziele zu erreichen;

24.    fordert die Stärkung der Marke „Destination(s) Europe“ als familien-, kinder- und generationenfreundlichste Urlaubsregion der Welt;

25.    hält es für wesentlich, dass die Sicherheit der Touristen eines der Schlüsselelemente der Marke „Destination(s) Europe“ darstellt; fordert deshalb die Behörden der Mitgliedstaaten auf, in enger Zusammenarbeit mit der Kommission Strategien (einschließlich Informationskampagnen für Touristen) auszuarbeiten, deren Ziel es ist, den Touristen einen möglichst sicheren Aufenthalt an den europäischen Reisezielen zu ermöglichen;

26.    betont, dass man sich in der Politik stärker der Tatsache bewusst werden muss, dass die Werbung für Europa in Drittländern als Marketinginstrument mit dem Ziel dient, die Zahl der ankommenden Touristen zu steigern, und dadurch dazu beiträgt, wirtschaftliche Vorteile nicht nur den weniger bekannten Reisezielen und Ländern, die mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, sondern auch der EU insgesamt zu verschaffen; vertritt die Ansicht, dass eine strikte Visumpolitik den Zustrom von Touristen aus Drittländern behindert; begrüßt die 2014 von der Kommission vorgestellten Maßnahmen zur Ausstellung neuer Touristenvisa und zur Vereinfachung des Touristenverkehrs im Schengen-Raum; empfiehlt dem Rat in diesem Zusammenhang, kurzfristig zu einer Einigung mit dem Parlament zu gelangen, damit die EU von einem größeren Zustrom von Touristen aus bestimmten Drittländern profitieren kann, in denen es potenziell ein starkes Interesse an einem Besuch der EU gibt;

27.    weist erneut darauf hin, dass die EU beginnen sollte, Investitionen zu tätigen, um das Potenzial bevölkerungsstarker Drittländer mit einer aufstrebenden Wirtschaft und insbesondere jenes der BRIC-Länder, aus denen immer mehr Touristen kommen, auszuschöpfen; weist darauf hin, dass Initiativen zur Förderung des Tourismus ergriffen werden müssen und mehr Flexibilität und Einheitlichkeit bei Touristenvisa und Grenzübertritten notwendig ist; betont, dass die Förderung von mehr Plattformen für Touristen, die ein Visum benötigen, bei einer gleichzeitigen umsichtigen Vereinfachung des Visakodex ein wichtiger Beitrag dazu ist, dass mehr Touristen aus Drittländern nach Europa reisen und sich der Bekanntheitsgrad von touristischen Zielen in Europa erhöht; betont, dass Rundreisevisa für Gruppen oder Touristen, die ein bestimmtes Land bereits bereist haben, Potenzial bergen und mehr Abkommen über die Befreiung von der Visumspflicht umgesetzt werden müssen, damit die Touristenströmen aus aller Welt optimal ausgeschöpft werden können; vertritt die Auffassung, dass die europäischen Institutionen und die Mitgliedstaaten im Zusammenhang mit der gemeinsamen Visumspolitik eine langfristige Strategie für besser abgestimmte, vereinfachte Verfahren zur Erteilung eines Visums ausarbeiten sollten, dass dabei allerdings die Rechte und Pflichten der Mitgliedstaaten in Bezug darauf gewahrt bleiben müssen, die Einreisen über ihre eigenen Grenzen zu überwachen;

Europaweite und länderübergreifende Fremdenverkehrsprodukte

28.    vertritt die Ansicht, dass öffentliche und private Akteure ihre Anstrengungen zur Entwicklung neuer länderübergreifender und europäischer Tourismusprodukte unter uneingeschränkter Berücksichtigung der Rolle makroregionaler Strategien bei ihrer Entwicklung intensivieren sollten; stellt fest, dass Makroregionen, wie die Makroregion der Adria und des Ionischen Meeres, unverwechselbare natürliche, kulturelle und historische Grundlagen für die Entwicklung dieser Produkte bieten; ruft die öffentlichen und privaten Akteure der makroregionalen EU-Strategien für den Ostseeraum, den Donauraum, den adriatisch-ionischen Raum sowie den Alpenraum auf, – jeder auf seinem Gebiet – eine gemeinsame Strategie zur Förderung des Fremdenverkehrs auszuarbeiten;

29.    unterstützt die internationale Zusammenarbeit bei der Schaffung transnationaler thematischer Routen (auf der Ebene einer Mehrzahl europäischer Länder), mit dem Ziel, die Erlebniselemente, die ein Besuchsmotiv für bestimmte Destinationen (auf Staatsebene definiert) darstellen, zu verstärken, die Mobilität von Touristen während des Urlaubsaufenthalts zu verbessern, einen durchschnittlich höheren Verbrauch zu erzielen sowie die Plattform für die Bewerbung auszuweiten (insbesondere im Zusammenhang mit Besuchern aus Überseeherkunftsmärkten);

30.    weist darauf hin, dass der internationale Wettbewerb zugenommen hat, weil es mehr und mehr Reiseziele außerhalb Europas gibt; hält es deshalb für unbedingt erforderlich, die Kooperation zwischen den europäischen Reisezielen durch Cluster und Netzwerke im Bereich des Tourismus auf lokaler, regionaler, nationaler und länderübergreifender Ebene und auf Ebene der Meeresbecken zu verstärken;

31.    erkennt die Bedeutung länderübergreifender Fremdenverkehrsprodukte für die Förderung des territorialen Zusammenhalts an; ist deshalb davon überzeugt, dass im Rahmen institutionalisierter Zusammenarbeit realisierte Initiativen durch angemessene Anreize unterstützt werden sollten;

32.    fordert die Mitgliedstaaten auf, neue Tourismusrouten durch die Sanierung nicht mehr genutzter Gelände, Straßen, Schienenwege, verlassener Wanderwege und alter Wegstrecken zu fördern;

33.    fordert die Kommission und die ETC-Mitglieder auf, ihr bestehendes Mandat zu unterstützen, das darin besteht, zu der Entwicklung und Förderung von zielgerichteten länderübergreifenden und europaweiten Tourismusprodukten und -diensten, einschließlich für den Küsten- und Meerestourismus, über ein fortschrittliches, verbessertes und vollkommen zugängliches Portal mit dem Namen „Visiteurope.com“ beizutragen; fordert die Kommission auf, dafür zu sorgen, dass das Portal mit dem Namen „Visiteurope.com“ auch auf allen gängigen mobilen und portablen Endgeräten über eine eigens programmierte Applikation (App) aufgerufen werden kann;

34.    fordert die Kommission außerdem auf, ihre Zusammenarbeit mit dem Europarat, der ETC und der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen sowie anderen internationalen Partnern zu stärken, um die Entwicklung europaweiter und grenzübergreifender Tourismusangebote anzukurbeln;

35.    betont unter Berücksichtigung des Umstands, dass heutige Verbraucher eher auf der Suche nach einem touristischen Erlebnis als nach einem bloßen Reiseziel sind, dass eine erfolgreiche Marketingstrategie zur Förderung europäischer Tourismusprodukte die Anforderungen verschiedener Reisesegmente und -märkte in Drittstaaten erfüllen muss;

36.    betont, dass Reisebüros und -veranstalter die europäische Notrufnummer 112 auf den einschlägigen Websites sowie auf elektronischen Beförderungsscheinen und an den wichtigsten Reisezielen bekanntmachen sollten;

37.    begrüßt die Initiative für Sozialtourismus „Calypso“, die es älteren Menschen, jüngeren Menschen, Menschen mit geringeren Einkommen und Menschen mit Behinderungen ermöglicht, außerhalb der Hochsaison Urlaub zu machen; betont, dass diese Initiative die Möglichkeit bietet, das Problem der Saisonabhängigkeit zu lösen, insbesondere an weniger bekannten Reisezielen;

38.    glaubt allerdings, dass man sich zur Bekämpfung der Saisonabhängigkeit in Europa stärker auf die Entwicklung zielgerichteter Tourismusprodukte konzentrieren muss, um Reisenden eine spezifische Tourismuserfahrung zu bieten und um ihren spezifischen Bedürfnissen zu entsprechen; fordert deshalb die Kommission auf, die Mitgliedstaaten und die Tourismusindustrie zu ermuntern und zu unterstützen, vielfältigere und stärker zielgerichtete Produkte zu spezifischen Themen zu entwickeln, wie etwa dem ländlichen, kulturellen und industriellen Erbe, Geschichte, Religion, Gesundheit, Spa- und Wellness-Erfahrungen, Sport, Wein und Essen, Musik und Kunst, als Formen von alternativem Tourismus, die dazu beitragen, Mehrwert in dem betreffenden Gebiet dadurch zu schaffen, dass seine Wirtschaft diversifiziert und die Beschäftigung weniger saisonabhängig wird; empfiehlt den Mitgliedstaaten, hierfür EU-Mittel sachgerecht einzusetzen, und fordert die Kommission auf, die Ziele für Maßnahmen im Rahmen des COSME-Programms entsprechend auszuweiten; meint, dass Sport-, Musik- und Kunstfestivals über ein starkes Potenzial zur Mobilisierung von Touristen aus Europa und anderen Regionen verfügen;

39.    betont, dass die Vielfalt und der Multikulturalismus Europas über ein großartiges Potenzial für die Entwicklung des thematischen Tourismus verfügen und eine koordinierte Förderung des Alternativen und nachhaltigen Tourismus sowie eines kulturellen Austauschs ermöglichen; fordert Initiativen, die darauf abzielen, Sehenswürdigkeiten miteinander zu verbinden, um auf europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene thematische Tourismusprodukte und Reiserouten zu erstellen und somit die Komplementarität und die Besonderheiten der verschiedenen europäischen Sehenswürdigkeiten zu erschließen, um den Touristen bestmögliche Erlebnisse zu bieten;

40.    unterstreicht die Notwendigkeit der Förderung und Hervorhebung des reichen kulturellen Erbes Europas unter Verwendung der UNESCO-Welterbeliste als einem einzigartigen Verkaufsargument aber auch unter Einbeziehung von Stätten, die vielleicht weniger bekannt und nicht so leicht erreichbar sind, besonders angesichts der Tatsache, dass 40 % des europäischen Fremdenverkehrs auf den Kulturtourismus entfallen und dieser damit zu wirtschaftlichem Wachstum, Beschäftigung, sozialer Erneuerung sowie lokaler, regionaler, städtischer und ländlicher Entwicklung entscheidend beiträgt und zugleich die Auswirkungen der Saisonabhängigkeit abmildert; unterstreicht in diesem Zusammenhang auch die Schlüsselrolle von Sponsoring-Aktivitäten zur Pflege des europäischen Erbes und Entlastung der Mitgliedstaaten bei dieser kostenintensiven Aufgabe;

41.    betont, dass die Förderung kultureller Veranstaltungen auf verschiedenen Ebenen zur Attraktivität von Tourismuszielen beitragen könnte, und schlägt deshalb vor, die Möglichkeit zu prüfen, einen europaweiten Veranstaltungskalender zu schaffen, der auf dem Portal Visiteurope.com abrufbar ist, um die Touristeninformationsdienste zu verbessern;

42.    fordert die nationalen Tourismusorganisationen auf, Initiativen und Gütesiegeln zur Hervorhebung des europäischen Erbes eine angemessene Web-Präsenz zu verleihen und entsprechende Werbeinitiativen und -tätigkeiten zu unterstützen (z. B. das Europäische Kulturerbe-Siegel und die Kulturwege Europas);

43.    weist noch einmal auf die Bedeutung der Bewahrung und des Schutzes des Kulturerbes vor den potenziell schädlichen Auswirkungen der durch Tourismus ausgelösten strukturellen Veränderungen und die Risiken hin, die der Massentourismus insbesondere in der Hauptsaison birgt; hält die Qualität der geleisteten Arbeit für wichtiger als ihre Kosten; unterstreicht in diesem Zusammenhang die Rolle, die das Mäzenatentums als Beitrag zur Erhaltung des europäischen Erbes und als Ausgleich für die Kürzungen der öffentlichen Mittel spielen kann, die zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt werden;

44.    ersucht die Kommission und die Mitgliedstaaten darum, die Maßnahmen zum Schutz von bedrohten Denkmälern und Stätten in Europa umzusetzen, um das Kulturerbe zu schützen und dafür zu werben und auf diese Weise auch den Kulturtourismus zu fördern;

45.    unterstreicht die große Bedeutung des Kulturtourismus in Europa für die persönliche Weiterentwicklung und den Erwerb von Kenntnissen, insbesondere bei jungen Menschen, für die Förderung der reichen nationalen und lokalen kulturellen Vielfalt und des kulturellen Erbes Europas, der zum interkulturellen Lernen beiträgt, Gelegenheit zur Vernetzung bietet, die europäische Identität stärkt und Ausdruck europäischer Werte ist;

46.    betont das Potenzial des Kulturtourismus für die Armutsbekämpfung; fordert in diesem Zusammenhang die Förderung der Kreativwirtschaft und des ländlichen Tourismus der Mitgliedstaaten, um für den außerordentlichen kulturellen Reichtum Europas zu werben und Armut und Arbeitslosigkeit zu bekämpfen;

47.    betont, dass der gemeinsame Kauf von Fahrscheinen und Eintrittskarten als eine Form der Unterstützung kultureller Veranstaltungen vereinfacht werden sollte;

48.    betont, dass die große Breite an Sprachen in Europa – Amtssprachen, Ko-Amtssprachen, Minderheitensprachen und weniger bekannte Sprachen – die Grundlage für sein Kulturerbe darstellt und für sich genommen von wesentlicher Bedeutung für einen nachhaltigen verantwortungsbewussten Fremdenverkehr ist;

49.    weist auf die Möglichkeiten hin, die bedeutende historische Veranstaltungen und Stätten bieten, wie etwa „Sites of Conscience“, um gegenwärtige Herausforderungen durch einfühlsame Interpretations- und Bildungsprogramme zu bewältigen; unterstützt die Nutzung von Kulturerbe und Tourismus, um den interkulturellen Dialog zu fördern und die Völker Europas einander näherzubringen;

50.    weist insbesondere auf das Potenzial des Sporttourismus hin, der einen der dynamischsten Bereiche der zukünftigen touristischen Entwicklung in Europa darstellen kann, und ruft zur Einleitung spezieller politischer Maßnahmen zu dessen Förderung und Unterstützung auf; weist auf die wichtige Rolle der sportlichen Aktivitäten bei der touristischen Attraktivität der europäischen Gebiete hin; unterstreicht die Möglichkeiten, die sich durch die Reisen von Sportlern und Zuschauern im Vorfeld von und während Sportereignissen ergeben, durch die Touristen in die entlegensten Gebiete gelockt werden können; betont, dass das Potenzial des Sporttourismus nicht ausreichend genutzt wird;

Qualität

51.    ist davon überzeugt, dass im europäischen Fremdenverkehr ein Übergang von einem Modell des quantitativ Wachstums zu einem qualitativen Modell erforderlich ist, das zu stetiger und nachhaltiger Entwicklung führt, und dass es in der Tat notwendig ist, eine Tourismusindustrie aufzubauen, die die Schaffung von mehr qualifizierten Arbeitsplätzen mit ordentlichen Löhnen ermöglicht; ist der Ansicht, dass die wirtschaftliche Diversifizierung in Richtung Fremdenverkehr in ländlichen Gebieten und Küstenregionen Chancen für neue und nachhaltige Arbeitsplätze bietet;

52.    räumt ein, dass es Unterschiede in den Qualitätsstandards für Dienstleistungen im Fremdenverkehr gibt, und vertritt die Ansicht, dass Qualitätsstandards als Mittel zur Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen für die Akteure und zur Erhöhung der Transparenz für die Verbraucher erforderlich sind, denn hierdurch wird dazu beigetragen, das Vertrauen aller Beteiligten zu stärken; fordert alle Akteure auf, die Erörterungen darüber fortzusetzen, wie die EU Qualitätsstandards für Dienstleistungen im Fremdenverkehr, auf die man sich geeinigt hat, fördern kann;

53.    fordert die Kommission auf, ein Qualitätslabel für den europäischen Tourismus einzuführen, um verstärkte Anstrengungen von Mitarbeitern der Tourismusbranche zur Förderung der Qualität von Tourismusdienstleistungen auf der Grundlage des größten Respekts für das Kultur- und Naturerbe, zur Verbesserung der Qualität von Arbeitsplätzen in der Tourismusbranche, zur Verbesserung des Zugangs für alle Menschen und zur Förderung von kulturellen Traditionen der lokalen Gemeinschaften zu belohnen;

54.    fordert die Kommission auf, die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten zu stärken, damit durch den Schutz des „Made in“ die Qualität der Produkte verbessert wird;

55.    fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, mit Fremdenverkehrsverbänden zusammenzuarbeiten und gemeinsam ein europäisches System für die Klassifizierung von Tourismusinfrastruktur (Hotels, Restaurants usw.) festzulegen; vertritt die Ansicht, dass die Initiative der „Hotelstars Union“ zur schrittweisen Harmonisierung der Beherbergungsklassifizierungssysteme in ganz Europa weiter gefördert werden sollte, um einen besseren Vergleich des Beherbergungsangebots in Europa zu ermöglichen und damit zu gemeinsamen Kriterien für die Dienstleistungsqualität beizutragen;

56.    ist der Ansicht, dass die Aufrechterhaltung von Sicherheitsstandards bei touristischen Dienstleistungen in der EU ein wesentliches Element guter Qualität ist; begrüßt darum das Grünbuch der Kommission mit dem Titel „Sicherheit touristischer Beherbergungsleistungen“; nimmt die Einreichungen zahlreicher Verbrauchergruppen, Brandschutzorganisationen und Organisationen der Tourismusbranche zur Kenntnis, in denen Maßnahmen auf EU-Ebene im Hinblick auf Sicherheit im Tourismus unterstützt werden; fordert daher die Kommission auf, Vorschläge für Mindeststandards für die Sicherheit im Tourismus in der EU vorzulegen, und dabei insbesondere im Bereich des Brandschutzes und des Schutzes vor Kohlenmonoxid in Urlaubsunterkünften; betont die Notwendigkeit einer systematischen Erfassung von Daten über die Sicherheit von Urlaubsunterkünften;

57.    unterstreicht die Tatsache, dass qualitativ hochwertige Dienstleistungen im Bereich Fremdenverkehr dann sichergestellt sind, wenn diese mit einer fundierten Ausbildung und menschenwürdigen Arbeitsbedingungen einhergehen und dass die Missachtung und Schwächung der erforderlichen Fertigkeiten und der sozialen Errungenschaften in dem Sektor kontraproduktiv sind;

58.    ist der Auffassung, dass die Ausbildung und Schulung in einem Sektor, in dem hauptsächlich junge Menschen beschäftigt sind, die in der Regel zwischen 16 und 35 Jahre alt sind, ein wesentliches Element für die Erbringung hochwertiger Dienstleistungen ist; legt der Kommission dringend nahe, gemeinsam mit privaten Einrichtungen und anderen öffentlichen Stellen an der Schaffung von Programmen für Ausbildung und Praktika in der Nebensaison zu arbeiten, um den Sektor attraktiver und weniger saisonabhängig zu machen; ist der Auffassung, dass bei einer solchen Ausbildung der Schwerpunkt auf höheren Qualifikationen und der Ausbildung so genannter „weicher“ Kompetenzen gelegt werden sollte, was zu besseren Aussichten auf einen Arbeitsplatz im gesamten Sektor führt; fordert die Kommission deshalb auf, die Anstrengungen des Tourismussektors bezüglich der Steigerung der Qualifikationen und Kompetenzen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu unterstützen, um künftige Trends und den Qualifikationsbedarf vorherzusehen; vertritt die Auffassung, dass Statistiken zur Beschäftigung im Tourismussektor verbesserungswürdig sind;

59.    ruft die Kommission in diesem Zusammenhang auf, die Tourismusindustrie zu unterstützen, indem sie Qualifikationslücken schließt und die Marktrelevanz der beruflichen Aus- und Weiterbildung erhöht; schlägt vor, dass die Kommission einen Leitfaden zu bewährten Verfahren und verfügbaren Ausbildungsangeboten in der EU herausgibt und ihn verteilt, wodurch sie für ein höheres Maß an Professionalität und für mehr freiwillige Mobilität unter den Bürgern der EU, die einer Berufstätigkeit nachgehen, sorgen könnte;

60.    betont, dass die Mitgliedstaaten die gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen in der Tourismusbranche verbessern müssen, damit die Arbeitnehmer die besten beruflichen Chancen ausfindig machen können und damit sich so ihre Mobilität verbessert;

61.    begrüßt Mobilitätswerkzeuge und Kooperationsprojekte wie „Knowledge Alliances“ und „Sector-Skills Alliances“ im Rahmen von Erasmus+ und Erasmus für junge Unternehmer als effiziente Mittel für Tourismusmitarbeiter, die eine allgemeine oder berufliche Ausbildung absolvieren, zum Austausch von bewährten Verfahren, zur Verbesserung ihrer Fremdsprachenkenntnisse und zur Erlangung praktischer Kenntnisse auf dem Gebiet des Kulturtourismus; ist jedoch besorgt über das mangelnde Interesse junger Menschen an einer Laufbahn in bestimmten Tourismussektoren; verweist auf die Vorzüge eines „dualen” Ausbildungssystems im Bereich des Tourismus und die Notwendigkeit, die praktische Erfahren mit der Lehre in einem Betrieb zu kombinieren, womit sowohl theoretische als auch praktische Kompetenzen verbessert werden können; fordert die Mitgliedstaaten und die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften auf, die vom Europäischen Sozialfonds und anderen EU-, nationalen und regionalen Fonds angebotenen Mittel zur Förderung der beruflichen Bildung in vollem Umfang zu nutzen;

62.    fordert die Mitgliedstaaten auf, für eine bessere Erschließung der Stätten, die für ausländische Touristen von Interesse sind, in eine hochwertige Ausbildung von Fremdenführern zu investieren und einen mehrsprachigen Ansatz zu fördern; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten ferner auf, europäische Qualitätsstandards für Fremdenführer festzulegen und darin Mindestanforderungen für die Ausbildung vorzusehen;

63.    fordert die Kommission auf, eine Studie zu den Auswirkungen der auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene auf Tourismusprodukte und -dienstleistungen erhobenen Steuern und Abgaben auf die Wettbewerbsfähigkeit des Reiseziels Europa durchzuführen; fordert die Mitgliedstaaten auf, die Wichtigkeit der Senkung der Mehrwertsteuersätze für Reise- und Tourismusdienstleistungen im Hinblick auf die Förderung der Entwicklung der lokalen Wirtschaft, die Stützung von Wachstum und Beschäftigung und die Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit Europas auf dem globalen Markt anzuerkennen;

Erschließung des Potenzials des Küsten- und Meerestourismus

64.    erkennt die Bedeutung der Europäischen Strategie für mehr Wachstum und Beschäftigung im Küsten- und Meerestourismus (im Einklang mit den Strategien „Blaues Wachstum“ und „Europa 2020“) für die Küsten- und Inselregionen an, da sie eine Reihe gemeinsamer Lösungen für die zahlreichen Herausforderungen anbietet, denen sich diese Regionen gegenübersehen;

65.    legt der Kommission dringend nahe, einen Aktionsplan vorzulegen, der die 14 in der vorstehend genannten Strategie für den Küsten- und Meerestourismus beschriebenen Maßnahmen begleitet und konkrete Zielvorgaben und Zeitpläne umfasst, und das Parlament über die Fortschritte bei der Umsetzung dieser Maßnahmen auf dem Laufenden zu halten;

66.    fordert die Kommission auf, ein jährliches Seminar unter Teilnahme der Küsten- und Meeresmitgliedstaaten und der entsprechenden Regionen durchzuführen, um einen europaweiten Dialog zu fördern und den Austausch bewährter Verfahren sowie die Umsetzung einer langfristigen Strategie zu erleichtern;

67.    erinnert an die Bedeutung der Vernetzung und der Zugänglichkeit und stellt fest, dass sie in den Gebieten in äußerster Randlage und in Inselgebieten in der Hoch- bzw. Nebensaison unterschiedlich sind, die weitgehend vom See- und Luftverkehr abhängen; unterstreicht außerdem die Bedeutung der Erarbeitung regionaler Pläne zur Förderung der Mobilität zwischen den Reisezielen; ersucht die Kommission darum, dafür Sorge zu tragen, dass im Rahmen der Maßnahme Nr. 12 der vorstehend genannten Strategie für den Küsten- und Meerestourismus auch die Wirksamkeit der staatlichen Beihilfen in Küsten- und Meeresregionen berücksichtigt wird;

68.    legt der Kommission dringend nahe, gemeinsam mit den Mitgliedstaaten und den Akteuren des Wasser- und Meerestourismus zu prüfen, ob die Konzipierung intelligenter und innovativer Strategien als einer Lösung zur Bekämpfung der Saisonabhängigkeit notwendig ist, die sowohl für die Hoch- als auch die Nebensaison geeignet sind und verschiedene Zielgruppen berücksichtigen; fordert die Akteure auf, Anstrengungen zur Entwicklung von Erlebnissen, Produkten oder Dienstleistungen zu unternehmen, die die lokalen Produkte, insbesondere maritimes Kulturerbe und maritime Kultur, Wassersport, Freizeitschifffahrt, Beobachtung von Meerestieren und Natur, mit Sonne und Strand verbundene Aktivitäten, handwerkliche Fischerei, Gastronomie und Gesundheit, ergänzen und in sie integriert werden können;

69.    betont die Bedeutung des Kreuzfahrttourismus für das Wachstum des Tourismussektors in Europa; fordert die Kommission daher auf, gemeinsam mit den Mitgliedstaaten die erforderlichen Ressourcen und die bestehenden Hafen- und Schifffahrtsinfrastrukturen zu bewerten sowie die Abfalltrennung und das Recycling zu regulieren, damit anhand der Entwicklung des Konzepts „Smart Port City“ innovative Planungsmaßnahmen für diese Bereiche geschaffen werden können;

70.    betont, dass gemeinsame Planung und gemeinsames Handeln für die Akzeptanz des Tourismus in der Bevölkerung ebenso notwendig ist, wie für seine nachhaltige Entwicklung;

Nachhaltiger, verantwortungsbewusster und sozialer Fremdenverkehr

71.    fordert die Kommission auf, weiterhin nachhaltigen, verantwortungsbewussten und umweltschonenden Tourismus in Zusammenarbeit mit strategischen Partnern, wie etwa der ETC und anderen Interessenträgern, dadurch zu fördern, dass neue spezifische Produkte entwickelt und bestehende gefördert werden, und schlägt die Einrichtung einer europaweiten, vollständig zugänglichen Internetplattform vor, in der bestehende Informationen zu zertifizierten Produkten, neuen Formen von Tourismus, Reisezielen und -routen sowie spezifischen Dienstleistungen, wie etwa Verkehrsmittel und Tourismusführer, in einer Datenbank, die über das Portal Visiteurope.com zugänglich ist, zusammengeführt werden;

72.    vertritt die Ansicht, dass innerhalb des COSME-Programms höhere (Ko-)Finanzierungsbeträge für nachhaltige Fremdenverkehrsprojekte reserviert werden müssen;

73.    fordert die Kommission nachdrücklich auf, die Europäische Charta für einen nachhaltigen und verantwortungsbewussten Tourismus zu vollenden und wichtige Initiativen und Netzwerke, wie beispielsweise EDEN (European Destinations of Excellence – herausragende europäische Reiseziele) und Kulturwege Europas, weiterhin finanziell zu unterstützen;

74.    ermutigt die nationalen Tourismusorganisationen, auf der Grundlage von Standards, die von der Kommission vorgeschlagen wurden, ein spezifisches, einheitliches Portal zu nachhaltigem und verantwortungsbewusstem Tourismus auf nationaler Ebene einzurichten, um den Kunden die Möglichkeit zu geben, unter zielgerichteten nationalen und grenzübergreifenden Produkten und Reisezielen eine Wahl in voller Sachkenntnis zu treffen;

75.    betont, wie wichtig es ist, die Entwicklung eines nachhaltigen, verantwortungsbewussten unzugänglichen Fremdenverkehrs sicherzustellen, in dem das Konzept der „smart destination“ (intelligentes Reiseziel) eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Reisezielen spielen sollte und in dem die Aspekte Nachhaltigkeit, experimentelles Reisen, die angemessene Nutzung natürlicher Ressourcen zusammen mit den neuen Technologien, einschließlich der Aspekte der Beseitigung physischer und informationstechnischer Barrieren, kombiniert werden sollten; ist davon überzeugt, dass Informationsnetzwerke über Projekte im Bereich des sanften Tourismus gute Möglichkeiten für die Unterstützung von KMU, lokaler nachhaltiger Entwicklung sowie nachhaltigen Arbeitsplätzen und stabilen Volkswirtschaften bieten;

76.    fordert die Kommission auf, eine Studie über Nachhaltigkeitszertifikate für Dienstleistungen im Bereich des sanften Tourismus durchzuführen, einschließlich einer Analyse der freiwilligen Instrumente und Angaben, welche Instrumente erfolgreich waren;

77.    fordert die Förderung und Fortentwicklung kinder- und familienfreundlicher Angebote im Tourismussektor – etwa durch die Schaffung eines europäischen Gütesiegels für familienfreundlichen Tourismus;

78.    betont die Wichtigkeit, dass Programme zur Instandsetzung alter Hotelanlagen nach Kriterien für einen ökologisch nachhaltigen Tourismus gefördert werden;

79.    unterstreicht die entscheidende Rolle des europäischen Tourismus bei der Revitalisierung ländlicher und städtischer Gebieten, um eine nachhaltige lokale und regionale Entwicklung zu erzielen;

80.    fordert die Entwicklung nachhaltiger Fremdenverkehrsdienstleistungen in Stätten, die zwar über ein großes kulturelles und touristisches Potenzial verfügen, die aber aufgrund einer verstärkten Konzentration und Entwicklung anderer Sektoren, zum Beispiel der Industrie, einen Imageschaden erlitten haben;

81.    hebt hervor, wie wichtig es ist, sich darüber im Klaren zu sein, dass sich der Fremdenverkehr nicht negativ auf das Alltagsleben der ortsansässigen Bevölkerung auswirken sollte; ist der Auffassung, dass die ortsansässige Bevölkerung vielmehr positiv in das Fremdenverkehrsphänomen einbezogen werden und an ihm teilhaben können sollte;

82.    betont, dass das Natur- und Kulturerbe und die Artenvielfalt wertvolles Kapital für den Fremdenverkehrssektor darstellen, und unterstützt daher die Mitgliedstaaten und die regionalen Behörden und Fremdenverkehrsunternehmen bei der Förderung des Ökotourismus und der Einhaltung der Umweltvorschriften der EU im Rahmen ihrer Entscheidungen für und der Umsetzung von Infrastrukturprojekten; fordert die Mitgliedstaaten auf, Initiativen im Bereich des Naturerbes in ihre nationalen und regionalen Tourismusstrategien aufzunehmen;

83.    hebt die Bedeutung eines nachhaltigen und verantwortungsbewussten Tourismus für den Schutz und die Förderung des regionalen Natur- und Kulturerbes hervor; ist deshalb davon überzeugt, dass regionale Tourismusprodukte und Kurzaufenthalte durch geeignete Maßnahmen unterstützt und gefördert werden sollten;

84.    fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, Netze von grünen Wegen zu entwickeln, die ländliche Gebiete, Waldgebiete und kleinere Naturgebiete umfassen, und dabei die vorhandenen Verkehrsinfrastrukturnetze in neue, ökologisch nachhaltige Lösungen zu integrieren;

85.    unterstreicht, dass nachhaltiger Angeltourismus einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaft der ländlichen Räume Europas beitragen kann; betont, dass diese Form von Tourismus nur fortbestehen kann, wenn gefährdete Fischarten in Europas Binnengewässern nachhaltiger bewirtschaftet werden;

86.    weist darauf hin, dass der Agrotourismus einen der Hauptsektoren des alternativen Tourismus in der EU darstellt, und ermutigt die Kommission in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten Maßnahmen zu ergreifen, um auf der Ebene der Infrastruktur und der Zugänglichkeit Anreize zur weiteren Entwicklung des Sektors zu schaffen;

87.    fordert die Kommission auf, lokale Gebiete und lokales Know-how stärker in den Vordergrund zu stellen, unter anderem durch Unterstützung der Förderung charakteristischer Erzeugnisse, wie etwa landwirtschaftlicher und außerlandwirtschaftlicher geschützter geografischer Angaben (g.g.A.), und deren Schutz;

88.    vertritt die Auffassung, dass sensible Regionen, wie beispielsweise Inseln, Küsten- und Bergregionen sowie insbesondere entlegene Regionen und Gebiete in äußerster Randlage, oftmals stark vom Fremdenverkehr abhängen und als erste die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommen; ist daher davon überzeugt, dass der Klimaschutz in der europäischen, nationalen und regionalen Fremdenverkehrs- und Verkehrspolitik eine stärkere Berücksichtigung finden und eine Priorität sein sollte, u. a. durch die Konzentration auf Energieeffizienz, erneuerbare Energien sowie nachhaltigen Verkehr und nachhaltige Abfallwirtschaft; fordert die Kommission auf, eine Folgenabschätzung darüber vorzunehmen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf den Tourismus in diesen sensiblen Regionen – wirtschaftlich, ökologisch und sozial – hat und welchen Einfluss er in Zukunft haben wird;

89.    weist auf die Notwendigkeit hin, das touristische Potenzial entlegener ländlicher Gebiete sowie von Insel-, Küsten und Bergregionen zu fördern, fordert die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus in Küsten- und Meeresgebieten in der EU und ruft die Mitgliedstaaten auf, eine nachhaltige Infrastruktur zu entwickeln und die grenzüberschreitende Vernetzung als Mittel zur Verbesserung ihrer Attraktivität und Erreichbarkeit zu fördern;

90.    unterstreicht das Problem der Insellage, insbesondere in Bezug auf die Anbindung der kleineren Inseln an das Festland, und fordert die Kommission auf, Maßnahmen zur Förderung von Investitionen in diesem Bereich vorzuschlagen;

91.    betrachtet die Einführung von freiwilligen „Umweltchecks" zur Verbesserung der Umweltqualität in der Tourismusindustrie als nützlichen Beitrag der Wirtschaft und empfiehlt, Unternehmen für ihr besonderes Engagement auszuzeichnen;

92.    fordert die auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene zuständigen Behörden und die Akteure auf, sich stärker für die Förderung der Wegenetze für „sanfte“ Fortbewegungsmittel, wie europäische Reitwege, Wanderwege, Pilgerrouten und Radwanderwege, in Kombination mit allen grenzüberschreitenden Eisenbahndiensten, einschließlich Hochgeschwindigkeits- und Nachtzügen, einzusetzen; erinnert daran, dass die Interoperabilität der verschiedenen Verkehrsträger ebenfalls stets untersucht werden sollte; empfiehlt die Abschaffung erhöhter Fahrpreise in grenzüberschreitenden Abschnitten, die eines der Hindernisse für eine stärkere Nutzung der Eisenbahn durch Touristen in Grenzgebieten darstellen;

93.    erkennt an, dass der nachhaltige städtische Fremdenverkehr ein rasch wachsendes Geschäftsfeld ist und die Mobilitäts- und Verkehrspolitik in touristischen Stadtzentren effizient und nachhaltig sein und zu Win-Win-Situationen für Gäste wie Gastgeber führen sollte;

94.    unterstützt die Entwicklung integrierter Formen des multimodalen Verkehrs für Touristen, indem Fahrkarten eingeführt werden, mit denen unterschiedliche Transportmittel bedarfsspezifisch genutzt werden können; betont, dass Fortschritte bei der Integration von Fahrscheinausstellungsdiensten ein starker Anreiz für grenzüberschreitenden Tourismus wären;

95.    betont, dass elektrische Fahrzeuge sowohl für den ländlichen als auch für den Städtetourismus eine zunehmend attraktive Lösung hinsichtlich der neuen flexiblen Mobilität bieten, und dass diese Mobilitätsoption verstärkt in Urlaubsorten angeboten werden sollte;

96.    betont, wie wichtig es ist, Fahrradfahrern die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu erleichtern;

97.    fordert die Kommission auf, die Möglichkeit zu prüfen, das Europäische Tourismusindikatorensystem (ETIS) in ein Instrument der EU umzuwandeln, um den Reisezielen dabei zu helfen, ihre Leistungsfähigkeit im Bereich Nachhaltigkeit zu kontrollieren, zu koordinieren, zu bewerten und zu verbessern;

98.    fordert die Mitgliedstaaten auf, positive Erfahrungen für ein nachhaltiges Tourismusmanagement auch im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit im Ausland weiterzugeben;

99.    ist der Auffassung, dass vollständige Zugänglichkeit und Erschwinglichkeit im Tourismus ein integraler Bestandteil der Nachhaltigkeit des Sektors sind; bekräftigt, dass der Grundsatz „Tourismus für alle“ Menschen, insbesondere diejenigen mit besonderen Bedürfnissen (wie etwa Menschen mit Behinderungen oder Menschen eingeschränkter Mobilität, junge und ältere Menschen sowie Familien mit geringem Einkommen und Familien mit Kindern) ermöglicht und in die Lage versetzt, ihre Rechte als Bürger wahrzunehmen, und dass er folglich der Angelpunkt für alle nationalen, regionalen, lokalen oder europäischen Maßnahmen im Zusammenhang mit Tourismus sein muss; fordert die Mitgliedstaaten auf, bei der Entwicklung von Tourismuskonzepten für Senioren und Menschen mit spezifischen Beeinträchtigungen besonders auf den Einsatz der Neuen Technologien zu setzen;

100.  empfiehlt den Mitgliedstaaten die Entwicklung eines europaweit einheitlichen und transparenten Kennzeichnungssystems für barrierefreie Angebote und die Einrichtung entsprechender Internet Plattformen; fordert die Kommission auf, entsprechende Vorschläge vorzulegen;

101.  empfiehlt, dass die Mitgliedstaaten die Einrichtung der Barrierefreiheit als ein Kriterium für die Förderfähigkeit für die Tourismusindustrie im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Entwicklungsprogrammen einführen;;

102.  weist darauf hin, dass das Vertrauen der Verbraucher in Unternehmen, die Tourismusdienstleistungen anbieten, auch darauf beruht, dass Unternehmen für Verbraucher einfache, wirksame, schnelle alternative Mittel zur Beilegung von Verbraucherrechtsstreitigkeiten bereitstellen, sowie darauf, dass Unternehmen die personen- und finanzbezogenen Daten der Verbraucher schützen;

103.  ist der Ansicht, dass die Fluggesellschaften ihre verfehlte und weit verbreitete Praxis, für die Business-Klasse mehr Platz vorzusehen als für die Economy-Klasse, abschaffen müssen, damit Tourismusangebote in Europa zugänglich werden;

104.  weist auf den Beitrag der Zivilgesellschaft bei der Förderung neuer Tourismusformen über soziale Netzwerke, Freiwilligenorganisationen, Kultur- und Sportvereine, Bürgerorganisationen, Jugendverbände, Frauenverbände und Diaspora-Netzwerke hin;

105.  fordert eine umfassendere Anerkennung der entscheidenden Rolle, die der Freiwilligensektor bei der Entwicklung und Unterstützung des Tourismussektors durch kulturelle Freiwilligenarbeit spielt;

106.  fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, das Potenzial der Sozialwirtschaft für die Entwicklung eines nachhaltigen und verantwortungsvollen Tourismus zu beachten und zu unterstützten;

107.  vertritt die Ansicht, dass der Tourismus einen wichtigen sozialen Wert für junge Menschen, Erwerbstätige und Rentner hat, und fordert die Mitgliedstaaten auf, die EU-Mittel zur Entwicklung eines gesundheits- und erholungsbezogenen Tourismus einzusetzen;

108.  betont, dass sich die in Europa andauernde Einwanderungskrise insbesondere auf Küstengebiete auswirkt, wo der Fremdenverkehr eine wichtige Einkommensquelle für Einwohner darstellt; fordert die Kommission auf, einen Bericht über die Auswirkungen der unkontrollierten Einwanderungsströme in die EU auf die Tourismusindustrie auszuarbeiten;

Sharing economy (Wirtschaft des Teilens)

109.  begrüßt die Chancen, die sich durch die Sharing Economy für Unternehmensneugründungen und innovative Unternehmen im Tourismussektor ergeben; erkennt an, dass diese Dienstleistungen und andere touristische Angebote einander im Hinblick auf ihren Standort und ihre Zielgruppen ergänzen;

110.  erinnert daran, dass die Sharing economy oder der gemeinschaftliche Konsum ein neues sozioökonomisches Modell darstellt, das sich wegen der technologischen Revolution und der Tatsache, dass das Internet Menschen über Online-Plattformen verbindet, auf denen Transaktionen bezüglich Gütern und Dienstleistungen sicher und transparent abgewickelt werden können, zu einem Erfolgsmodell entwickelt hat;

111.  betont, dass die derzeitigen Rechtsvorschriften für die Sharing economy nicht geeignet sind und dass aus diesem Grund lokale und nationale Regierungen damit begonnen haben, solche Online-Plattformen zu analysieren, und versuchen, ihre Auswirkungen zu regulieren, wobei sie oft unverhältnismäßige Maßnahmen ergreifen, die innerhalb der Union etwas voneinander abweichen; fordert die Kommission nachdrücklich auf, zusammen mit den Mitgliedstaaten die bestmöglichen Initiativen zu prüfen, die auf europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene ergriffen werden sollten; empfiehlt, die Einrichtung eines angemessenen Regelungsrahmens innerhalb der übergeordneten EU-Strategie für einen digitalen Binnenmarkt in Erwägung zu ziehen;

112.  betont, dass die Reaktion auf die Zunahme der Sharing economy zunächst analysiert werden muss, bevor regulatorische Maßnahmen ergriffen werden; ist allerdings der Auffassung, dass jede Maßnahme seitens öffentlicher Behörden verhältnismäßig und flexibel sein muss, um einen Regelungsrahmen, der gleiche Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen und insbesondere günstige, positive Rahmenbedingungen für KMU und für Innovationen in der Wirtschaft sicherstellt, zu ermöglichen; vertritt außerdem die Ansicht, dass im Sinne des Verbraucherschutzes die für den traditionellen Tourismussektor geltenden Vorschriften über Gefahrenabwehr, Sicherheit und Gesundheitsschutz auch auf touristische Dienstleistungen Anwendung finden sollten, die in der Sharing economy auf gewerblicher Basis erbracht werden;

113.  betont, dass die Aktivitäten der Akteure zutreffend kategorisiert werden müssen, um eine eindeutige Unterscheidung zwischen dem ad-hoc und permanenten Sharing einerseits und professionellen gewerblichen Dienstleistungen andererseits treffen zu können, auf die geeignete Vorschriften Anwendung finden sollten;

114.  betont auch, dass Plattformen vollständig zugänglich sein müssen, dass die Verbraucher, die solche Websites benutzen, zutreffend informiert werden müssen und nicht irre geführt werden dürfen und dass die Vertraulichkeit ihrer Daten geschützt werden muss; betont, wie wichtig ein tragfähiges und transparentes System von Bewertungen und die Tatsache ist, dass sichergestellt wird, dass Verbraucher nicht von Anbietern für die Abgabe negativer Bewertungen bestraft werden;

115.  betont, dass als Vermittler tätige Technologieunternehmen Anbieter über ihre Pflichten in Kenntnis setzen müssen, insbesondere in Bezug auf den Schutz der Verbraucherrechte, und dass sie ihnen zuverlässige und zugängliche Informationen über alle Gebühren und versteckte Kosten im Zusammenhang mit den unternehmerischen Tätigkeiten bereitstellen müssen, sowie darüber, wie sie handeln sollten, um das lokale Recht nicht zu verletzen, insbesondere in Bezug auf das Steuerrecht sowie die Einhaltung der in Bezug auf Verbrauchersicherheit und Arbeitsbedingungen von Personen, die touristische Dienstleistungen erbringen, geltenden Normen;

116.  fordert die Kommission auf, die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Sharing economy und ihrer Konsequenzen für die Tourismusindustrie, die Verbraucher, die Technologieunternehmen und die Behörden einzuschätzen und dem Parlament über das Ergebnis der Initiativen Bericht zu erstatten, die sie bis dato ergriffen hat, einschließlich der Arbeit der von der GD GROWTH eingesetzten Task Force;

Digitalisierung

117.  fordert die Kommission auf, gemeinsam mit der Industrie und Fremdenverkehrsverbänden einen intelligenten Fahrplan für Initiativen zu erarbeiten, dessen Schwerpunkt auf breiterer Innovationsorientierung in den Bereichen Prozess, IKT, Forschung und auf den erforderlichen Qualifikationen liegt, mit denen Reise- und Fremdenverkehrsunternehmen animiert werden, digitale Werkzeuge einzusetzen und auf effizientere Weise zu nutzen; ist der Auffassung, dass die Kommission gezielte Anstrengungen zur Verbreitung bewährter Verfahren in diesem Bereich unternehmen könnte;

118.  begrüßt die digitale Tourismusplattform der Kommission und deren Ziele, d. h. (i) die Förderung der Innovationskapazitäten und der Digitalisierung von KMU, die im Bereich Tourismus tätig sind, um die Tourismusbranche zu beleben, und (ii) die Ausarbeitung von Vorschlägen für die Anpassung und Gestaltung nachhaltiger, wettbewerbsfähiger und verbraucherorientierter Maßnahmen, mit denen die Tourismusbranche weiter ausgebaut werden kann; empfiehlt, dass innovative Technologien genutzt und bewährte Verfahren ausgetauscht werden und darüber hinaus die Zusammenarbeit auf regionaler Ebene ausgebaut wird, damit die europäische Tourismusbranche attraktiver und wettbewerbsfähiger wird; vertritt die Auffassung, dass die Förderung des elektronischen Lernens und eine vermehrte Nutzung digitaler Technologien diesem Ziel zuträglich wären;

119.  ist sich der Tatsache bewusst, dass KMU (von denen die meisten Kleinstunternehmen sind) und Unternehmensneugründungen aus dem Fremdenverkehrssektor erhebliche Schwierigkeiten haben, im Ausland für ihre Dienstleistungen zu werben und sich an die sich rasch ändernden Marktbedingungen anzupassen; stellt fest, dass neue IT-Werkzeuge, wie beispielsweise das von der Kommission entwickelte „Tourism Business Portal“, zusammen mit Online-Seminaren sie bei der Nutzung der digitalen Möglichkeiten unterstützen können; betont, dass die Bereitstellung des „Tourism Business Portals“ in allen Sprachen der Mitgliedstaaten eine weitere Förderung der territorialen Vorteile dieser Maßnahmen bewirken würde; empfiehlt, ähnliche Initiativen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene zu ergreifen;

120.  fordert die Kommission auf, die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren im Fremdenverkehrssektor zu fördern, um die Erforschung und Einführung digitaler Lösungen durch europäische Unternehmen zu erleichtern; betont insbesondere, dass eine bessere Abstimmung zwischen Fremdenverkehrsbehörden auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene, Reiseveranstaltern, dem Gastgewerbe und digitalen Unternehmen erforderlich ist;

121.  fordert die Kommission auf, den Sektor bei der Entwicklung von Werkzeugen, mit denen das Reiseziel der Besucher überwacht und ihr Profil erstellt werden kann sowie ihre Bewegungen rückverfolgt werden können, um ihre Interessen festzustellen und geeignete Produkte zu entwickeln, sowie bei der Entwicklung von Werkzeugen zu unterstützen, die ihnen Reiseziele à la carte anbieten und Netzwerke überwachen, um sich ein Bild über die Meinung derer machen zu können, die uns besuchen;

122.  erwartet von der Kommission, dass sie einen umfassenden Bericht vorgelegt, der eine Bewertung des aktuellen Stands hinsichtlich der Digitalisierung im Tourismusmarkt der EU enthält, um Probleme und Chancen für die verschiedenen öffentlichen und privaten Akteure auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene zu ermitteln und zu behandeln; meint, dass ein solcher Bericht geeignete Empfehlungen enthalten sollte, um einen fairen Wettbewerb und gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Akteure zu gewährleisten und die Verbraucher dadurch zu schützen, dass für Transparenz, Neutralität und Zugänglichkeit gesorgt wird;

123.  stellt den Zuwachs der direkt über das Internet durch den Nutzer vorgenommenen Buchungen von Fremdenverkehrsdienstleistungen sowie die Risiken fest, die sich daraus für die Verbraucher ergeben können, die oftmals weder ihre Rechte noch das anwendbare Recht kennen; verlangt von der Kommission, die möglichen Missbrauchsfälle in diesem Bereich genau zu verfolgen, insbesondere dann, wenn es sich um den Kauf von Pauschalangeboten von verschiedenen Dienstleistern handelt (beispielsweise Kauf eines Flugtickets und Anmietung eines Autos), und bei der nächsten Überarbeitung der Richtlinie über Pauschalreisen diese neue Art der Buchung von Dienstleistungen auszuarbeiten und anzupassen;

124.  begrüßt den kürzlich erfolgten Abschluss der Trilogverhandlungen zu der überarbeiteten Richtlinie über Pauschalreisen; fordert, dass diese rasch und wirksam umgesetzt und angewendet wird, damit in der Branche ein Wandel vollzogen werden kann und im digitalen Umfeld für Verbraucherschutz gesorgt ist;

125.  fordert die Kommission auf, eine Neuausrichtung von Fonds und Programmen vorzunehmen, um eine bessere Unterstützung der Digitalisierung europäischer Fremdenverkehrsunternehmen leisten zu können;

126.  fordert die Kommission auf, dafür Sorge zu tragen, dass Dienstleistungsanbieter einen fairen und gleichberechtigten Zugang zu relevanten Daten von den Reiseveranstaltern und Verkehrsunternehmen erhalten, um die Entwicklung von digitalen Informations- und Fahrscheinausstellungsdiensten für multimodales Reisen zu erleichtern; nimmt die Bedeutung zur Kenntnis, die intelligente Verkehrssysteme (IVS) im Hinblick auf die Bereitstellung genauer Verkehrs- und Reiseinformationen in Echtzeit für die Entwicklung integrierter Mobilitätsdienstleistungen haben, die der Entwicklung des Tourismus in Europa zugutekommen würden;

127.  fordert die Mitgliedstaaten auf, EU-weite Initiativen zu ermitteln und zu unterstützen, mit denen die Nutzung der digitalen Infrastruktur und die Interoperabilität zwischen verschiedenen Plattformen gefördert werden; fordert in diesem Zusammenhang die Mitgliedstaaten auf, kostenloses Wi-Fi in Touristengebieten zur Verfügung zu stellen und Roaminggebühren bis zum 15. Juni 2017 – entsprechend den Beschlüssen – und auch das geografische Sperren (Geoblocking) abzuschaffen;

128.  fordert die Mitgliedstaaten und die lokalen Behörden auf, an Bahnhöfen sowie an Ankunfts-, Abfahrts- und Umsteigestationen sowohl Informationsbüros mit kompetentem Personal einzurichten, das Auskunft über die wichtigsten Ziele, Transportmöglichkeiten und Tourismusstrukturen erteilen kann, als auch mehrsprachige digitale Informationssysteme mit freiem und kostenlosem Zugang zu Wifi-Netzen zur Verfügung zu stellen, die auch für Menschen mit Behinderungen benutzt werden können;

129.  betont, dass Reisende bei der Online-Buchung von Unterkünften oder Verkehrsmitteln nach wie vor mit unterschiedlichen Preisen und Geschäftsbedingungen konfrontiert sind; begrüßt daher die Mitteilung der Kommission mit dem Titel „Strategie für einen digitalen Binnenmarkt für Europa“; fordert die Kommission auf, einen umfassenden Vorschlag vorzulegen, um dem ungerechtfertigten Geoblocking beim Zugang zu Waren, Dienstleistungen und dem günstigsten Preis aufgrund des geographischen Standorts oder des Wohnsitzlandes ein Ende zu bereiten;

130.  fordert die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, den Zugang zum Hochgeschwindigkeitsbreitbandnetz als Priorität für den Tourismus in entlegenen Regionen und Gebieten in äußerster Randlage, wie etwa Inseln und Küstengebieten, Bergregionen sowie ländlichen Gegenden, zu fördern, um das Wachstum von Unternehmen des Tourismussektors zu fördern und die digitale Kluft in der EU zu verringern;

131.  fordert die Mitgliedstaaten sowie die beteiligten Akteure auf, wirksame Mittel gegen den Fachkräftemangel in allen Bereichen des Tourismussektors – insbesondere im Bereich der Digitalisierung – auszuarbeiten;

132.  zeigt sich beunruhigt darüber, dass in Europa viele der wirtschaftlichen Vorteile des Online-Vertriebs nicht genutzt werden; vertritt die Auffassung, dass sich europäische Regierungen stärker für die Förderung des Unternehmertums und insbesondere von technologieorientierten Lösungen in Europa engagieren sollten;

133.  beauftragt seinen Präsidenten, diese Entschließung dem Rat und der Kommission zu übermitteln.

(1)

ABl. C 56 E vom 26.2.2013, S.41.

(2)

ABl. C 131 E vom 8.5.2013, S.9.

(3)

ABl. C 134 vom 7.6.2003, S.7.


BEGRÜNDUNG

Mit dem Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon wurde die Bedeutung des Fremdenverkehrs anerkannt.

Gemäß Artikel 195 des EU-Vertrags besteht die Möglichkeit, europäische oder multinationale Maßnahmen unter Achtung des Subsidiaritätsprinzips und der Zuständigkeit der Mitgliedstaaten zu treffen. Der Vertrag erlaubt hingegen keine Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten im Bereich des Fremdenverkehrs. Dies wurde bei dem Versuch der Kommission, einen ersten Legislativvorschlag für die Festlegung von Qualitätsgrundsätzen für den Fremdenverkehr vorzulegen, deutlich.

Mitteilung der Kommission aus dem Jahr 2010

Mit ihrer wichtigsten Initiative, gestartet im Jahr 2010, der Mitteilung „Europa – wichtigstes Reiseziel der Welt: ein neuer politischer Rahmen für den europäischen Tourismus“, in deren Rahmen ein neuer konsolidierter politischer Rahmen und ein Aktionsplan zur Förderung des Fremdenverkehrs festlegt wurde, verlieh die Kommission der Fremdenverkehrspolitik neuen Schwung. Vor dem Hintergrund eines angestrebten Beitrags zu Wachstum und Beschäftigung in Europa, setzt sich die Kommission mit den 21 dort vorgesehenen Maßnahmen ein sehr ehrgeiziges Ziel.

Für das Parlament ist es schwierig, die Wirksamkeit der ergriffenen Maßnahmen zu beurteilen. Bedauerlicherweise stellten die Kommissionsdienststellen die regelmäßige Aktualisierung ihres fortlaufenden Plans für die Umsetzung der Maßnahmen im Mai 2013 ein. Die Berichterstatterin fordert daher die Kommission auf, einen umfassenden Bericht über die Umsetzung der ergriffenen Maßnahmen, einschließlich Informationen zur Verwendung finanzieller Mittel, vorzulegen. Zudem wird eine Bewertung der Auswirkungen anderer Maßnahmen der EU auf den Fremdenverkehr erbeten.

Herausforderungen für den Fremdenverkehr als Wirtschaftsfaktor

Wenngleich Prognosen zufolge in den kommenden Jahren eine steigende Zahl von Touristen Europa besuchen wird, muss der Anteil der internationalen Besucher aufmerksam beobachtet werden, da Europa immer stärker unter den Druck anderer internationaler Reiseziele – insbesondere von neu aufstrebenden und günstigeren Zielen – gerät. Angesichts einer Reihe weiterer Herausforderungen, muss sich die Tourismusindustrie in Europa schnell an die sich ändernden Gegebenheiten anpassen, um sich ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

So wird der Fremdenverkehr – ebenso wie die gesamte Wirtschaft – vom demographischen Wandel und der steigenden Jugendarbeitslosigkeit beeinflusst. Ferner sieht sich die Tourismusindustrie mit Veränderungen des Verbraucherverhaltens sowie einer steigenden Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Kundendienstleistungen konfrontiert. Hinzu kommt, dass die Unternehmen ins digitale Zeitalter aufschließen müssen, da mehr als 95 % der Reisenden ihre Reise online planen und der Anteil der Anbieter aus der Sharing Economy steigt.

Im Januar 2015 hat die Kommission ein neues Paket mit (acht) gemeinsamen Maßnahmen vorgelegt, welches im späteren Verlauf dieses Jahres – höchstwahrscheinlich auf dem Europäischen Tourismusforum im September – eingehender erläutert werden soll.

Allerdings sind die jüngsten internen organisatorischen Veränderungen in der Kommission alarmierend. Die Kommission hat ihr für die Fremdenverkehrspolitik zuständiges Personal drastisch reduziert. Diese Entscheidung ist alles andere als kohärent mit der Bedeutung dieses Sektors und den Ambitionen der Kommission, die sie im Januar dieses Jahres geäußert hat.

Gemeinsame Werbung für Europa

Die Tourismusindustrie gerät aufgrund aufstrebender und günstigerer Länder, die internationale Urlaubsgäste anziehen, im globalen Wettbewerb zunehmend unter Druck. Angesichts dieser Konkurrenz muss Europa auf seine komparativen Vorteile, insbesondere auf seine landschaftliche Vielfalt und seinen außerordentlichen kulturellen Reichtum, setzen.

Als Reaktion auf diese Tatsache schlug die Kommission 2010 vor, Europa als Marke zu etablieren. Das Parlament reagierte im Rahmen seiner Entschließung vom 27. September 2011 positiv auf diesen Vorschlag.

Die Berichterstatterin ist der Ansicht, dass die Kommission weiterhin die gemeinsame Förderung Europas in Drittmärkten auf bestmögliche Weise unterstützen sollte, um somit einen europäischen und/oder länderübergreifenden Beitrag zur bestehenden nationalen Fremdenverkehrsförderung zu leisten. Die Zusammenarbeit mit der European Travel Commission (Europäische Reisekommission, ETC), dem Hauptpartner der Kommission bei der Förderung von Europa in fernen Märkten, ergab 2012-2013 die erste internationale Kommunikationskampagne für den Fremdenverkehr mit dem Namen „Europe, whenever you’re ready“ (Bereit für Europa) sowie die Einrichtung des Portals für Reiseziele „Visiteurope.com“. Die Kommission konnte in den sozialen Medien eine große Wirkung verzeichnen.

Zudem gibt es Pläne zur Schaffung einer wirklichen gemeinsamen Kommunikationsstrategie, mit der Europa als einzigartiges Reiseziel etabliert werden soll, sowie zur Einrichtung eines einheitlichen europäischen Portals, auf dem die einzelnen nationalen Internetseiten zu finden sind. Die Kommission bezeichnet dies als Initiative zur Etablierung der Marke „Destination Europe“ (Reisezielregion Europa). Einige nationale Tourismusorganisationen der Mitgliedstaaten lehnen dieses Konzept jedoch ab. Die wesentlichen Fragestellungen lauten in diesem Zusammenhang: Was ist die Rechtfertigung für eine Marke mit dem Namen „Destination Europe“ (Reisezielregion Europa)? Lassen sich Vielfalt und eine gemeinsame Marke miteinander vereinbaren? Die Berichterstatterin vertritt die Auffassung, dass noch weitere Überlegungen erforderlich sind, bevor dieser Plan in die Tat umgesetzt wird. Zunächst sollten in einem Markenbuch eindeutige Modalitäten festgelegt werden, um einen Wettbewerb zwischen den europäischen Reisezielen zu verhindern. Ferner müssen die nationalen und regionalen Behörden und die Industrie einbezogen werden und als Partner zusammenarbeiten.

Europaweite und länderübergreifende Fremdenverkehrsprodukte

Europaweite und länderübergreifende Fremdenverkehrsprodukte sind für eine Stärkung des gemeinsamen europäischen Profils von größter Bedeutung. Der ETC zufolge und gestützt auf die Ergebnisse von umfangreichen Marktuntersuchungen, fühlen sich die potenziellen Besucher Europas vor allem von der Menge an Reiseerfahrungen angezogen, die sie dort sammeln können und weniger von der Anzahl an Ländern, die besucht werden können. Zu den europaweiten touristischen Themen, die in diesem Zusammenhang besonders hervorstechen, zählen: Kulturrouten, Kulturerbe, Gastronomie, Einkaufstourismus, Aktiv- und Abenteuertourismus, Reisen für Gesundheit und Wohlbefinden, Bildungstourismus, religiöser Tourismus etc.

Nachhaltiger und verantwortungsbewusster Fremdenverkehr

Bei der Erbringung von Dienstleistungen im Bereich Fremdenverkehr müssen die Unternehmen Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel, der Verknappung der Wasserressourcen, der Belastungen der biologischen Vielfalt und der Gefahren für das kulturelle Erbe aufgrund von Massentourismus berücksichtigen. In diesem Zusammenhang ist es unabdingbar, Initiativen zur Förderung einer verantwortungsvollen Bewirtschaftung von Ressourcen zu unterstützen. Wenngleich auf EU-Ebene eine Reihe von Werkzeugen zur Förderung eines vernünftigen Umweltmanagements zur Verfügung stehen, weist die Kommission darauf hin, dass die Reaktion der Tourismusunternehmen in ganz Europa im Zusammenhang mit Bedenken bezüglich der Nachhaltigkeit stark variiert.

Die Kommission führte 2013 ein Europäisches Tourismusindikatorensystem für nachhaltige Destinationen (ETIS) ein. Die Kommission sollte ermutigt werden, in dieser Richtung weiterzuarbeiten.

Das Netzwerk der „European Destinations of Excellence“ (EDEN – herausragende europäische Reiseziele), mit einer entsprechenden Prämierung der Ziele, stellt ein weiteres nennenswertes Beispiel dar, da mit diesem Projekt die Sichtbarkeit alternativer Reiseziele außerhalb der ausgetretenen Pfade gestärkt wird. Die Initiative benötigt fortlaufende finanzielle Unterstützung.

Ein Projekt, das in der Finalisierungsphase festzustecken scheint, ist die Europäische Charta für einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Tourismus. Wir hoffen, dass die Kommission dieses Projekt unter Dach und Fach bringt.

Zugänglichkeit

Laut einer Eurobarometer-Umfrage über die Kundenzufriedenheit im Bahnverkehr aus dem Jahr 2013, verzichten 15 % der Europäer wegen der schlechten Zugänglichkeit der Bahnsteige und fehlender Informationen auf den Zug. Die Umsetzung der EU-Rechtsvorschriften, durch die den Reisenden grundlegende Rechte eingeräumt werden, wenn sie mit dem Flugzeug, Zug, Schiff und Bus reisen, hängt maßgeblich von der aktiven Einbeziehung aller beteiligten Akteure ab. Ferner benötigen die Verbraucher einen besseren Überblick darüber, wie sie von den Regeln profitieren können.

Die Zugänglichkeit ist ein wesentlicher Bestandteil eines verantwortungsvollen Tourismus, mit besonderem Augenmerk auf Reisende mit eingeschränkter Mobilität – jedoch nicht beschränkt auf sie. Eine bessere Zugänglichkeit wird schließlich den Komfort für alle Reisenden erhöhen. In diesem Zusammenhang bieten neue Technologien erhebliche Fortschritte, darunter zum Beispiel bewährte neue Konzepte für Navigationssysteme für Personen mit eingeschränkter Mobilität.

Sharing Economy (Wirtschaft des Teilens)

Anfang 2015 waren nahezu 500 Plattformen aus dem Bereich der Sharing Economy auf einer globalen Internetseite erfasst. Zahlreiche der bekanntesten Unternehmen der Sharing Economy gehören der Sparte der Fremdenverkehrsdienstleistungen an (11 % Reisen (und Unterkunft), 50 % Verkehr, 39 % Freizeit).

Die Sharing Economy steht in der Kritik, da man ihr nachsagt, ungleiche wirtschaftliche Wettbewerbsbedingungen gegenüber der modernen Wirtschaft zu schaffen. Daraus ergeben sich Probleme in den Bereichen Steuern, Lizenzierung und Zertifizierung, Sicherheit, Haftung, Rechtsformen etc. Die Kritik wird von Politikern und Regulierungsbeauftragten sowie von lokalen Behörden geäußert, die mit der Regulierung der Auswirkungen dieses neuen Bereichs begonnen haben.

Um der Problematik entgegenzuwirken, ist es wichtig anzuerkennen und zu differenzieren, welche verschiedenen Aktionsfelder sich daraus ergeben. So gibt es wirtschaftliche Tätigkeiten, die den Tätigkeiten eines Unternehmens gleichkommen. Für diese müssen daher die Verpflichtungen eines eingetragenen Unternehmens gelten. Zudem sind sämtliche Einnahmen als Einkommen zu betrachten und steuerpflichtig. Demgegenüber stehen andere Tätigkeiten, die auf dem Grundsatz des Sharing beruhen, ohne dass daraus ein Gewinn erzielt wird.

Die negativen Auswirkungen bekommen natürlicherweise jene zu spüren, die unmittelbar von dem in ihren Augen unlauteren Wettbewerb gestört wurden. Nichtsdestotrotz sind dank des wesentlich größeren Angebots, das den Verbrauchern geboten wird, die positiven Auswirkungen bisher weitaus größer.

Zudem sind sozioökonomische Vorteile zu verzeichnen, die über die Vorteile der traditionellen Tourismusindustrie hinausgehen, wie beispielsweise der authentischere Charakter der Dienstleistungen und der Kontakt zu den Menschen vor Ort. Positives Beispiel: Wenn die „traditionellen“ Unterkünfte aufgrund von Großveranstaltungen voll ausgelastet sind, stocken Unterkunftsdienste den offiziellen Bettenbestand auf.

Die Sharing Economy ist stark gewachsen und ihr Wert wird derzeit mit rund 26 Mrd. US-Dollar beziffert. Wenngleich diese Zahl beeindruckend ist, entspricht das im Kontext der globalen Wirtschaft lediglich 0,035 %. Da die wertvollsten Unternehmen der Sharing Economy im Fremdenverkehr tätig sind, ist ein Vergleich mit der Tourismusbranche angebracht. Der Wert der Sharing Economy beträgt hier 1 %. Allerdings lassen sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der Sharing Economy nur schwer messen.

Die Macht der Digitalisierung

Das Bewusstsein, der Zugang und die Nutzung von Dienstleistungen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien sind unter den verschiedenen Akteuren sehr unterschiedlich. Die größten Hindernisse für die Einführung digitaler Lösungen besteht – insbesondere für KMU – offensichtlich in der mangelnden Umsetzung (finanzielle Mittel, Mangel an qualifiziertem Personal, Organisation), der mangelnden Zusammenarbeit in der Branche sowie einer mangelnden guten Interoperabilität zwischen den IT-Systemen. Aus diesem Grund sind zielgerichtetere Maßnahmen erforderlich. Positives Beispiel: Die Entwicklung neuer IT-Werkzeuge, wie das „Tourism Business Portal“ (Tourismusportal) und die Plattform „TOURISMLink“, da diese speziell auf die Unterstützung von kleinen Unternehmen im Fremdenverkehrsbereich ausgerichtet sind. KMU erhalten hier notwendige Informationen für ihre Unternehmensprozesse und einen vereinfachten Zugang zu Reisepaketen in ganz Europa.

Die Verbesserung der Verfügbarkeit und des Zugangs zu modernen digitalen Infrastrukturen wird zu einem wichtigen Werkzeug zur Förderung der Interaktion zwischen Verbrauchern/Reisenden sowie Reise- und Fremdenverkehrsunternehmen in Europa. Dies erfolgt über digitale Geräte wie Laptops, Smartphones, Tablets etc.

Zu diesem Thema findet derzeit eine Reihe von Initiativen statt. Es bedarf jedoch noch weiterer Anstrengungen. Die Kommission sollte in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten jene digitalen Initiativen mit den größten positiven Auswirkungen auf den europäischen Fremdenverkehrssektor ermitteln und Strategien zur Unterstützung ihrer Umsetzung erarbeiten.

Mit der steigenden Zahl von Unternehmen, die ihre Dienste über das Internet anbieten, und der Entstehung neuer „rein digitaler“ Unternehmen, steigt der Wettbewerb zwischen den Unternehmen und der Einfluss dieser Akteure auf den Such-, Planungs- und Buchungsprozess der Reisenden. Die öffentlichen Akteure der EU müssen die Entwicklung des digitalen Reiseumfelds im Blickfeld behalten, um einheitliche Rahmenbedingungen für etablierte und neue Akteure sicherzustellen. Ferner müssen sie für die Neutralität und Transparenz der Informationen, die dem Verbraucher zur Verfügung gestellt werden, Sorge tragen.

Zum derzeitigen Zeitpunkt erhalten Reisende und Touristen keinen Zugang zu digitalen Lösungen, die es ihnen ermöglichen, ihre multimodalen Tür-zu-Tür-Reisen zu planen, buchen und zahlen. Die Bereitstellung von nahtlosen und digitalen Informations- und Fahrscheinausstellungsdiensten für multimodales Reisen würde sich förderlich auf die Mobilität von Reisenden und Touristen in Europa auswirken. Die Gewährung des Zugangs zu relevanten Daten durch Reiseveranstalter und Verkehrsunternehmen sowie die Förderung einer offenen Datenpolitik wären Voraussetzungen für die Vereinfachung der Umsetzung digitaler Informations- und Fahrscheinausstellungsdiensten für multimodales Reisen.

Die Kommission und die Mitgliedstaaten sollten weiter mit Fremdenverkehrsunternehmen und dem Handel zusammenarbeiten, und zwar in drei Hauptbereichen: Zum einen sollten sie bewerten, inwieweit sich die Digitalisierung auf Reise- und Fremdenverkehrsunternehmen auswirkt, zum anderen sollten sie Maßnahmen und Initiativen zur Bewältigung aktueller und künftiger digitaler Herausforderungen festlegen und schließlich sollten sie die Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in diesem Bereich unterstützen.


STELLUNGNAHME des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (4.9.2015)

für den Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr

zu neuen Herausforderungen und Konzepten für die Förderung des Fremdenverkehrs in Europa

(2014/2241(INI))

Verfasserin der Stellungnahme: Maria Grapini

VORSCHLÄGE

Der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz ersucht den federführenden Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

1.  erkennt die Bedeutung der Tourismusbranche für die EU und den Binnenmarkt an und betont, dass er das Potenzial birgt, als Triebkraft für sozioökonomisches Wachstum, die Schaffung von Arbeitsplätzen insbesondere für junge Menschen und die Herausbildung neuer Geschäftsmöglichkeiten zu wirken; fordert die Kommission vor diesem Hintergrund auf, bei der Ausarbeitung von Maßnahmen, die sich auf die Tourismusbranche auswirken, einen integrierten Ansatz zu verfolgen; erkennt die Bedeutung des Tourismus an, wenn es darum geht, die Ziele der Strategie Europa 2020 zu erreichen, insbesondere was die Beseitigung der Armut und die Schaffung neuer Arbeitsplätze anbelangt;

2.  weist darauf hin, dass die digitale Revolution für die Tourismusbranche eine entscheidende Rolle spielt; fordert die Kommission auf, dafür zu sorgen, dass alle Bereiche der Tourismusbranche und alle entsprechenden Unternehmen, insbesondere KMU, die neuen, im Rahmen des Internets verfügbaren Technologien bestmöglich nutzen, um ihren elektronischen Handel auf dem Binnenmarkt auszubauen und auf hochwertigere digitale Produkte und Verfahren umzusatteln, dabei aber auch zu gewährleisten, dass alle Bürger und Verbraucher einen gerechten, gleichberechtigten Zugang zu hochwertigen, sicheren Dienstleistungen haben;

3.  betont, dass unbedingt neue Formen des thematischen Tourismus, die auf transnationaler oder sogar interregionaler Zusammenarbeit beruhen können, entwickelt werden müssen, um das europäische Tourismusangebot von jenem anderer Staaten und Kontinente abzuheben; ist der Auffassung, dass die systematische Förderung thematischer Tourismusprodukte nicht nur die Möglichkeit bietet, das gesamte europäische Tourismusangebot neu zu definieren, sondern auch wesentlich dazu beitragen kann, den Folgen der Saisonalität zu begegnen;

4.  weist erneut darauf hin, dass die EU beginnen sollte, Investitionen zu tätigen, um das Potenzial bevölkerungsstarker Drittländer mit einer aufstrebenden Wirtschaft und insbesondere jenes der BRIC-Länder, aus denen immer mehr Touristen kommen, auszuschöpfen; weist darauf hin, dass Initiativen zur Förderung des Tourismus ergriffen werden müssen und mehr Flexibilität und Einheitlichkeit bei Touristenvisa und Grenzübertritten notwendig ist; betont, dass die Förderung von mehr Plattformen für Touristen, die ein Visum benötigen, bei einer gleichzeitigen umsichtigen Vereinfachung des Visakodex ein wichtiger Beitrag dazu ist, dass mehr Touristen aus Drittländern nach Europa reisen und sich der Bekanntheitsgrad von touristischen Zielen in Europa erhöht; betont, dass Rundreisevisa für Gruppen oder Touristen, die ein bestimmtes Land bereits bereist haben, Potenzial bergen und mehr Abkommen über die Befreiung von der Visumspflicht umgesetzt werden müssen, damit die Touristenströmen aus aller Welt optimal ausgeschöpft werden können; vertritt die Auffassung, dass die europäischen Institutionen und die Mitgliedstaaten im Zusammenhang mit der gemeinsamen Visumspolitik eine langfristige Strategie für besser abgestimmte, vereinfachte Verfahren zur Erteilung eines Visums ausarbeiten sollten, dass dabei allerdings die Rechte und Pflichten der Mitgliedstaaten in Bezug darauf gewahrt bleiben müssen, die Einreisen über ihre eigenen Grenzen zu überwachen;

5.  weist auf die Rolle der Europäischen Tourismuskommission und ihrer Mitglieder hin, wenn es darum geht, Europa als Reiseziel zu fördern; fordert die Kommission auf, auch weiter gemeinsam mit der Europäischen Tourismusorganisation und der breiter aufgestellten Weltorganisation für Tourismus auf gemeinsame Maßnahmen für den Tourismus in Europa hinzuarbeiten;

6.  begrüßt die digitale Tourismusplattform der Kommission und deren Ziele, d. h. (i) die Förderung der Innovationskapazitäten und der Digitalisierung von KMU, die im Bereich Tourismus tätig sind, um die Tourismusbranche zu beleben, und (ii) die Ausarbeitung von Vorschlägen für die Anpassung und Gestaltung nachhaltiger, wettbewerbsfähiger und verbraucherorientierter Maßnahmen, mit denen die Tourismusbranche weiter ausgebaut werden kann; empfiehlt, dass innovative Technologien genutzt und bewährte Verfahren ausgetauscht werden und darüber hinaus die Zusammenarbeit auf regionaler Ebene ausgebaut wird, damit die europäische Tourismusbranche attraktiver und wettbewerbsfähiger wird; vertritt die Auffassung, dass die Förderung des elektronischen Lernens und eine vermehrte Nutzung digitaler Technologien diesem Ziel zuträglich wären;

7.  betont, dass die Konzepte Tourismus, Sporttourismus, Abenteuertourismus, Bildungstourismus, Tourismus im ländlichen Raum und Kreativtourismus besser gefördert werden müssen; betont, dass dem Tourismus im ländlichen Raum besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden muss, da er als Motor für nachhaltiges Wachstum in ländlichen Gebiete fungiert und dazu beiträgt, dass in abgelegenen Regionen mehr Arbeitsplätze geschafften werden und neue Möglichkeiten entstehen;

8.  unterstützt das Konzept der Europäischen Kommission zur Förderung eines nachhaltigen „Tourismus für alle“;

9.  weist darauf hin, dass die Rolle der Verbraucher derzeit über die Recherche zur Buchung von Reisen und weiteren damit zusammenhängenden Diensten und die Beschaffung unterschiedlicher Informationen über das jeweilige Reiseziel hinausgeht und sich heute auch auf die Bereiche Kritik/Meinung und Werbung erstreckt; weist darauf hin, dass die digitale Erfahrung daher immer wichtiger wird;

10. betont, dass Europa seine Position als meistbereistes Ziel der Welt wahren muss; begrüßt, dass Veranstaltungen und Kommunikationskampagnen durchgeführt werden, in deren Rahmen Europa als Reiseziel beworben wird, insbesondere auf den Märkten von Drittländern, und fordert alle beteiligten Interessenträger auf, Europa nicht nur als ein Reiseziel, sondern als exzellentes Reiseziel mit einer Vielfalt an einzelstaatlichen Zielen, Kulturen und Tourismusdienstleistungen gemeinsam zu bewerben, ohne allerdings den Wettbewerb zwischen diesen Zielen zu verzerren;

11. stellt fest, dass die Tourismusbranche von kleinen und mittleren Unternehmen und einer Vielzahl von Kleinstunternehmen dominiert wird; vertritt die Auffassung, dass unter diesem Aspekt die Bemühungen um eine bessere Rechtsetzung, den Abbau von Verwaltungslasten und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen nicht nur innerhalb dieser Branche fortgesetzt werden, sondern Bestandteil aller politischen Maßnahmen der Union sein sollten, die sich auf den Tourismus auswirken;

12. begrüßt die unlängst vom Netz der Europäischen Verbraucherzentren entwickelte Anwendung „ECC-Net Travel App“;

13. fordert die Kommission auf, die Möglichkeit zu prüfen, einen europäischen Tourismuskalender zu konzipieren, der der Koordinierung der Informationen aller Mitgliedstaaten über Reiseziele in Europa in allen Amtssprachen dienen würde, um die an die Verbraucher gerichteten Informationsdienste zu verbessern und den Verbrauchern Beratung und Informationen u. a. in Bezug auf Veranstaltungen, Orte und Festivals zu bieten;

14. weist darauf hin, dass der europäische Tourismus an den Digitalmarkt angepasst werden muss und neue digitale Instrumente und Informationsquellen für potenziell nach Europa reisende Touristen geschaffen werden müssen; empfiehlt, dass eine nutzerfreundliche, interoperable mobile Anwendung mit interaktivem Kartenmaterial, Reiseführern und anderen einschlägigen Informationen über Reiseziele in der EU entwickelt wird, da somit die Bedeutung Europas als Reiseziel gestärkt werden könnte und die Verbraucher umfassender und besser informiert würden; betont, dass die Kosten für die Entwicklung und Pflege dieser Anwendung möglichst niedrig sein sollten; erkennt die Möglichkeiten und das Potenzial der Digitalisierung von Diensten und Produkten in der Tourismusbranche an; betont, dass für diese Dienste und Produkte ein vollständig funktionierender Binnenmarkt geschaffen werden muss, der allen Akteuren und nicht zuletzt auch den KMU und Verbrauchern offenstehen und diesen Rechtssicherheit bieten sollte;

15. betont, dass Anbieter von Tourismusdienstleistungen die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen und/oder eingeschränkter Mobilität berücksichtigen sollten, insbesondere was Barrierefreiheit angeht, damit Menschen mit motorischen oder sensorischen Behinderungen oder auch Lebensmittelunverträglichkeiten sowie ältere Menschen die touristischen Angebote in Europa umfassend in Anspruch nehmen können, und in diesem Sinne Maßnahmen zur Anpassung bereits bestehender Einrichtungen und zur Schulung von Mitarbeitern fördern sollten; hält es für angebracht, auf europäischer Ebene innovative Programme, Instrumente und Produkte zu fördern, die Menschen mit eingeschränkter Mobilität den eigenständigen Zugang erleichtern; betont, dass das touristische Informationsangebot auch Touristen mit Behinderungen zugänglich sein muss; fordert alle Tourismusverbände und Beherbergungsbetriebe auf, der Barrierefreiheit – auch im Internet bei der Aktualisierung von Websites oder anderen Informationsquellen – Rechnung zu tragen;

16. betont, dass die Mitgliedstaaten einen besser koordinierten Ansatz verfolgen müssen, wenn in tourismusbezogenen Politikbereichen wie Innovation, Verkehr, Qualität von Dienstleistungen, Visakodex, Umwelt, Verbraucherschutz, Kommunikation und internationale Kartenzahlung eine Verwaltungszusammenarbeit bzw. eine intensivere Zusammenarbeit auf der regionalen Ebene erreicht werden soll, und zwar unter Berücksichtigung der spezifischen Herausforderungen der KMU in der Tourismusbranche; betont darüber hinaus, dass die Mitgliedstaaten angesichts der zunehmenden Bedeutung der Wirtschaft des Teilens unter Wahrung des Grundsatzes der Subsidiarität dafür sorgen müssen, dass die entsprechenden Vorschriften eingehalten werden können; stellt fest, dass sich die unterschiedlichen Regelungsrahmen der Mitgliedstaaten unmittelbar auf die Tourismusunternehmen auswirken und eine marktverzerrende Wirkung haben können;

17. hält es für notwendig, auf eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Gebieten hinzuwirken, deren touristisches Potenzial nicht ausreichend erschlossen ist, indem diese in fairer Weise gefördert und örtliche KMU in der Tourismusbranche unterstützt werden;

18. fordert eine Verbesserung der gegenseitigen Anerkennung beruflicher Befähigungsnachweise in der Tourismusbranche zwischen den Mitgliedstaaten, um denjenigen, die bereits in der Branche tätig sind, sowie jenen, die dies anstreben, zu ermöglichen, die besten Beschäftigungsmöglichkeiten zu finden und die Mobilität innerhalb dieser Branche zu fördern; ist der Ansicht, dass damit einerseits dazu beigetragen würde, die Probleme zu bekämpfen, die damit zusammenhängen, dass die Beschäftigung in dieser Branche saisonabhängig ist, sowie andererseits die nicht angemeldete Erwerbstätigkeit;

19. betont, dass ein effizienteres Verkehrsnetz entwickelt werden muss, über das touristische Regionen in Randlage erreichbar sind;

20. weist darauf hin, dass die Wirtschaft des Teilens für die Förderung des Tourismus von Bedeutung ist und zur Steigerung der Touristenzahlen an vielen Reisezielen beiträgt; betont, dass dies nicht als unlauterer Wettbewerb gelten sollte; hebt die Rolle der Wirtschaft des Teilens in der Tourismusbranche hervor und fordert einen geeigneten Regelungsrahmen, durch den Wachstum und Innovation gefördert und gleichzeitig die Interessen der Verbraucher geschützt werden; betont, dass der Schutz und die Sicherheit der Nutzer sowie die Qualität der erbrachten Dienstleistungen sichergestellt werden müssen;

21. fordert, dass eine wettbewerbsfähige Verkehrs- und Tourismusinfrastruktur eingerichtet wird;

22. betont, dass die europäische Tourismusbranche nachhaltig und verantwortungsbewusst agieren und darüber hinaus die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen fördern muss; weist darauf hin, dass aufgrund der steten Zunahme der Anzahl der Reisenden nachhaltigere, energieeffiziente Verkehrsträger und Unterkünfte geschaffen werden müssen, damit ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltige Reiseziele entstehen, wobei allerdings berücksichtigt werden muss, dass zur ökologischen Nachhaltigkeit auch die Wahrung der lokalen Kulturen und Traditionen sowie die Erhaltung und Aufwertung des Kulturguts, die Förderung bewährter Verfahren und die Ausrichtung auf einen Tourismus gehören, der sowohl für die Reisenden als auch für die Bevölkerung am Zielort zufriedenstellend und gewinnbringend ist; fordert die Kommission nachdrücklich auf, die Umsetzung der Initiative für Hotels zu beschleunigen, die nahezu ohne externe Energie auskommen (Nearly Zero Energy Hotels – neZEH), deren Ziel energieautarke und -effiziente Hotels sind;

23. betont, dass eine Strategie ausgearbeitet werden muss, um die Übernachtungszahlen in der Mittel- und Nebensaison zu erhöhen, wobei sich diese Strategie auch auf den Tourismus im ländlichen Raum erstrecken und Lösungen für das Problem der Saisonalität bieten sollte; betont, dass die Vermarktung von Tourismusprodukten bzw. -dienstleistungen auf Qualität ausgerichtet sein muss, damit Stammgäste gewonnen werden und sich die Tourismusbranche der EU etabliert, da diese Branche stark wettbewerbsorientiert ist;

24. betont, dass die EU eine bessere Finanzierung von Infrastrukturprojekten vorsehen muss und die entsprechenden Mittel einfacher zugänglich sein müssen, und zwar insbesondere was die Dienstleistungen der Daseinsvorsorge angeht, da der entsprechende Verbrauch während der Reisesaison enorm ansteigt; betont, dass davon sowohl die Touristen als auch die einheimische Bevölkerung profitieren würden;

25. fordert eine nachhaltige Städteplanung, mit der erreicht wird, dass das kulturelle Erbe an den touristischen Zielen in Europa erhalten bleibt;

26. betont, dass die Mitgliedstaaten die gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen in der Tourismusbranche verbessern müssen, damit die Arbeitnehmer dieser Branche die besten beruflichen Chancen ausfindig machen können und sich somit deren Mobilität verbessert;

27. vertritt die Auffassung, dass die Anbieter von Tourismusdienstleistungen dafür sorgen müssen, dass die den Verbrauchern über solche Dienste zur Verfügung gestellten Informationen korrekt und verständlich sind und die Verbraucher nicht irregeführt oder falsch informiert werden; weist darauf hin, dass die Informationen lesbar und verständlich sein und die Anbieter keine Verfahren oder Vertragsbedingungen zur Anwendung bringen sollten, die gegenüber den Verbrauchern diskriminierend sind oder zu Misstrauen auf dem Binnenmarkt führen, und zwar insbesondere im Zusammenhang mit Verkäufen über das Internet; vertritt die Auffassung, dass Kommunikationsnetze entwickelt werden sollten, mit denen sich die Geschäftsmöglichkeiten in den Regionen verbessern und für einen besseren Verbraucherschutz gesorgt ist;

28. weist darauf hin, dass das Vertrauen der Verbraucher in Unternehmen, die Tourismusdienstleistungen anbieten, auch darauf beruht, dass Unternehmen für Verbraucher einfache, wirksame, schnelle alternative Mittel zur Beilegung von Verbraucherrechtsstreitigkeiten bereitstellen, sowie darauf, dass Unternehmen die personen- und finanzbezogenen Daten der Verbraucher schützen;

29. begrüßt den kürzlich erfolgten Abschluss der Trilogverhandlungen zu der überarbeiteten Richtlinie über Pauschalreisen; fordert, dass diese rasch und wirksam umgesetzt und angewendet wird, damit in der Branche ein Wandel vollzogen werden kann und im digitalen Umfeld für Verbraucherschutz gesorgt ist;

30. betont, dass Reisebüros und -veranstalter die europäische Notrufnummer 112 auf den einschlägigen Websites sowie auf elektronischen Beförderungsscheinen und an den wichtigsten Reisezielen bekanntmachen sollten;

31. hält es für angezeigt, Möglichkeiten der Unterstützung von KMU und Einzelunternehmern in der Tourismusbranche durch Finanzierungsmechanismen zu prüfen, die die Liquidität der Unternehmen zu vertretbaren Kosten verbessern, Anreize für Investitionen in den Ausbau der von ihnen benötigten Infrastruktur und der entsprechenden Dienstleistungen zu schaffen und den Verwaltungsaufwand im Zusammenhang mit ihrer Entwicklung abzubauen;

32. vertritt die Ansicht, dass die Initiative der europäischen Hotellerie zur schrittweisen Harmonisierung der Beherbergungsklassifikationssysteme in Europa weiter gefördert werden sollte, um einen genaueren Vergleich des Beherbergungsangebots in Europa zu ermöglichen und damit zu einheitlichen Kriterien für Qualitätsdienstleistungen beizutragen;

33. betont, dass Reisende bei der Online-Buchung von Unterkünften oder Verkehrsmitteln nach wie vor mit unterschiedlichen Preisen und Geschäftsbedingungen konfrontiert sind; begrüßt daher die Mitteilung der Kommission mit dem Titel „Strategie für einen digitalen Binnenmarkt für Europa“; fordert die Kommission auf, einen umfassenden Vorschlag vorzulegen, um dem ungerechtfertigten Geoblocking beim Zugang zu Waren, Dienstleistungen und dem günstigsten Preis aufgrund des geographischen Standorts oder des Wohnsitzlandes ein Ende zu bereiten;

34. ist der Ansicht, dass sich das Reisen durch eine koordinierte Förderung von Systemen für den integrierten Vertrieb elektronischer Beförderungsscheine für verschiedene Verkehrsträger vereinfachen würde und sich damit auch Hindernisse abbauen ließen, die der Vollendung des Binnenmarkts entgegenstehen.

ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNG IM AUSSCHUSS

Datum der Annahme

3.9.2015

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

32

1

2

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Dita Charanzová, Carlos Coelho, Anna Maria Corazza Bildt, Daniel Dalton, Nicola Danti, Dennis de Jong, Pascal Durand, Vicky Ford, Ildikó Gáll-Pelcz, Evelyne Gebhardt, Maria Grapini, Sergio Gutiérrez Prieto, Robert Jarosław Iwaszkiewicz, Liisa Jaakonsaari, Antonio López-Istúriz White, Margot Parker, Eva Paunova, Jiří Pospíšil, Robert Rochefort, Virginie Rozière, Christel Schaldemose, Andreas Schwab, Igor Šoltes, Catherine Stihler, Mylène Troszczynski, Mihai Ţurcanu, Anneleen Van Bossuyt

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Lucy Anderson, Birgit Collin-Langen, Kaja Kallas, Jens Nilsson, Adam Szejnfeld, Marc Tarabella, Lambert van Nistelrooij

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellv. (Art. 200 Abs. 2)

Andrey Novakov


STELLUNGNAHME des Ausschusses für Kultur und Bildung (20.7.2015)

für den Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr

zu neuen Herausforderungen und Konzepten für die Förderung des Fremdenverkehrs in Europa

(2014/2241(INI))

Verfasser der Stellungnahme: Luigi Morgano

VORSCHLÄGE

Der Ausschuss für Kultur und Bildung ersucht den federführenden Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

1.  weist darauf hin, dass der Tourismus zu den weltweit größten Branchen und Europa zu den wichtigsten kulturtouristischen Destinationen weltweit zählt; unterstreicht, dass der Tourismus sich rapide verändert und dass die Tourismusbranche einer ständigen Entwicklung unterliegt, weshalb die EU und die Mitgliedstaaten kontinuierlich das schützen und fördern müssen, was wirklich indigen ist, indem sie besondere Eigenschaften und Charakteristika des natürlichen, kulturellen und historischen Erbes hervorheben;

2.  unterstreicht die große Bedeutung des Kulturtourismus in Europa als Instrument für die persönliche Weiterentwicklung und den Erwerb von Kenntnissen, für die Förderung der reichen nationalen und lokalen kulturellen Vielfalt und des kulturellen Erbes Europas, für die Unterstützung des interkulturellen Lernens, als Gelegenheit zur Vernetzung, für die Stärkung der europäischen Identität und für die Bekräftigung europäischer Werte;

3.  unterstreicht, wie wichtig die Förderung einer engen Zusammenarbeit zwischen der Kultur und dem Tourismus ist; weist darauf hin, dass der Kulturtourismus in Europa einen wichtigen Beitrag zur politischen Entscheidungsfindung leistet, einen wesentlichen Teil vieler nationaler und regionaler Wirtschaften ausmacht, ein wichtiger Motor für eine nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung auf lokaler und regionaler Ebene ist und insbesondere in der gegenwärtigen Wirtschafts- und Beschäftigungskrise zur Regenerierung ländlicher und städtischer Regionen beiträgt; erinnert daran, dass auch das traditionelle und industrielle Know-how dazu beiträgt, lokale Gebiete und Arbeitsplätze in den Vordergrund zu stellen;

4.  bekräftigt, dass der Tourismus auf Strategien basieren sollte, die sowohl die natürliche als auch die kulturelle Vielfalt schützen und stärken sowie lokale Kulturen, Traditionen, das lokale Erbe und die Umwelt vor Ort erhalten, und dass die Bewahrung des materiellen und immateriellen Kulturerbes zu unseren obersten Prioritäten gehören sollte;

5.  hebt das Potenzial des Kultur-, Agro- und Ökotourismus in ländlichen und Küstengebieten sowie auf Inseln hervor; betont in diesem Zusammenhang, wie wichtig die Sicherstellung einer intermodalen Anbindung als Mittel ist, um die Anziehungskraft solcher abgelegenen Ziele des Fremdenverkehrs zu steigern;

6.  unterstreicht, dass die Vielfalt und der multikulturelle Charakter Europas einen großes Potenzial für die Entwicklung eines themenbezogenen Tourismus bieten, und hebt hervor, wie wichtig es ist, touristische Attraktionen miteinander zu verbinden, um auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene thematische Reiserouten zu erstellen; ist der Auffassung, dass die systematische Förderung des themenbezogenen Tourismus (Weinbau, Gastronomie, Landwirtschaft, Religion, Kunst, Bildende Kunst, Bildung, Forschung usw.), die möglichst eine grenzübergreifende oder interregionale Zusammenarbeit umfassen sollte, den europäischen Tourismus neu definieren und einen wichtigen Beitrag zur Linderung der negativen Folgen des Massentourismus leisten kann; fordert daher die Förderung eines umweltfreundlichen Kulturtourismus sowie Maßnahmen, um den Auswirkungen der Saisonabhängigkeit entgegenzuwirken;

7.  hebt hervor, dass die große Vielfalt an Sprachen in Europa – Amtssprachen, Ko-Amtssprachen, Minderheitensprachen und weniger bekannte Sprachen – die Grundlage für sein Kulturerbe darstellt und zusätzliche Möglichkeiten auf allen Ebenen des Tourismus bietet;

8.  verweist auf die grundlegende Rolle der formalen und informalen kulturellen Bildung für die Schaffung von Nachfrage nach einem hochwertigen, nachhaltigen und inklusiven Tourismus in den Bereichen Religion, Bildung, Sport, Forschung, Gastronomie, Landwirtschaft und Ökologie; hebt hervor, dass in qualitativ hochwertige Ausbildungsprogramme investiert werden muss, um über besser qualifizierte Arbeitskräfte zu verfügen;

9.  fordert, dass die Möglichkeiten, die Digitalisierung und Innovation für die Interpretation von Kulturerbe und eine effektivere und attraktivere Förderung des europäischen Kulturtourismus bieten, besser genutzt werden sollten, damit so viele Menschen wie möglich das Kulturerbe und die Sehenswürdigkeiten Europas kennenlernen können, wobei traditionelle Formen der Kulturförderung beibehalten werden sollten; hebt hervor, dass die Entwicklung eines voll funktionsfähigen digitalen Binnenmarkts zusammen mit der Erweiterung und Konsolidierung von digitalen Plattformen für kulturelle Ressourcen und Archive und einer proaktiven Nutzung von sozialen Medien potenziell zur Modernisierung und Weiterentwicklung der Tourismusbranche beitragen kann, sodass alle Tourismusdienste und Erbringer solcher Dienste besser beworben und unterstützt werden können;

10. hebt hervor, dass die Förderung des Kulturtourismus nicht nur die wichtigsten Reiseziele berücksichtigen sollte, sondern auch kleinere und weniger bekannte Stätten, die nicht zu den üblichen Touristenrouten gehören;

11. vertritt die Ansicht, dass ein besserer Einsatz innovativer Produkte und Leistungen im Bereich des Tourismus Unternehmen, die im Fremdenverkehr tätig sind, und insbesondere KMU, besonders hilft und zu deren Nachhaltigkeit in dieser Hinsicht beitragen könnte; unterstreicht die Notwendigkeit, Innovationen und die technische Entwicklung von Kleinstunternehmen und KMU zu unterstützen und weist gleichzeitig auf die enormen Perspektiven hin, die sich im Hinblick auf die Entwicklung thematischer bzw. alternativer Tourismusformen über das Internet und innovative Kommunikationstechnologien eröffnen;

12. bekräftigt die Notwendigkeit von gut ausgebildeten, informierten, motivierten und engagierten Arbeitskräften; betont, dass ein besseres historisches und kulturelles Bewusstsein der in der Tourismusbranche tätigen Menschen für die weitere Förderung des historischen und kulturellen Erbes der touristischen Ziele von grundlegender Bedeutung ist;

13. verweist darauf, dass Investitionen in das Humankapital für die Qualität von touristischen Dienstleistungen von grundlegender Bedeutung und eine Voraussetzung für ein nachhaltiges und wettbewerbsorientiertes Wachstum sind; hebt hervor, wie wichtig die Sicherstellung einer gezielteren Berufsbildungspolitik ist, um zu erreichen, dass die Mitarbeiter in der Tourismusbranche gut ausgebildet, serviceorientiert und mehrsprachig sind;

14. betont, wie wichtig es ist, die Zugänglichkeit der Kulturerbestätten und der kulturellen Erziehung zu verbessern, wobei insbesondere den spezifischen Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen Rechnung getragen werden muss, wenn Touristenattraktionen errichtet, renoviert oder erweitert werden; hält es in diesem Rahmen für angebracht, auf europäischer Ebene innovative Programme, Instrumente und Produkte zu fördern, die Menschen mit eingeschränkter Mobilität einen autonomen Zugang ermöglichen; erinnert daran, dass Informations- und Buchungstechnologien für diese Personen einfach zugänglich sein sollten; unterstreicht die enormen Fortschritte, die dank der Anwendung und Nutzung neuer digitaler Technologien auf dem Gebiet der Ermöglichung des allgemeinen Zugangs zu Gemälden, Gebäuden und Kulturstätten gemacht worden sind; empfiehlt der Kommission und den Mitgliedstaaten die Prüfung von Möglichkeiten zur Schaffung von Projekten und Bereitstellung von Mitteln, um es jüngeren Menschen und – angesichts des demografischen Wandels – älteren Menschen sowie Menschen mit Behinderungen, Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Familien mit geringem Einkommen und anderen schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen, die kulturtouristischen Ziele des Mitgliedstaats zu besuchen;

15. weist darauf hin, dass die Förderung der Teilnahme Jugendlicher am Kulturtourismus in Europa einen außerordentlich positiven Einfluss auf deren Bildung und persönliche Entwicklung ausübt;

16. weist darauf hin, dass Europa dank seines kulturellen Erbes und dessen künstlerischen, sprachlichen, religiösen, historischen und geografischen Aspekte eines der bedeutendsten Ziele des Fremdenverkehrs weltweit ist und dass der Kulturtourismus einen wesentlichen Beitrag zu Wachstum, sozialer Entwicklung, Zusammenhalt und hochwertiger Beschäftigung leistet; hebt hervor, dass die Tourismusbranche ungefähr 2,9 % des BIP der EU generiert, etwa 1,8 Millionen Unternehmen (hauptsächlich KMU) umfasst und annähernd 3,3 % der Arbeitskräfte in der EU beschäftigt und dass viele dieser Arbeitsplätze, die nicht ins Ausland verlagert werden können, direkt oder indirekt mit dem Kulturtourismus zusammenhängen;

17. betont, dass das kulturelle und natürliche Erbe Europas, einschließlich seiner intakten Natur und seiner Landschaften, bewahrt und beworben werden muss, da nur so das gegenwärtige Touristenaufkommen aufrechterhalten und neue Touristenströme gewonnen werden können; hebt hervor, dass das richtige Gleichgewicht zwischen der Ausweitung des Tourismus und dem Schutz des kulturellen Erbes gefunden werden muss, wobei der Restaurierung, Konservierung und dem Schutz der archäologischen und historischen Stätten und Denkmäler Rechnung zu tragen ist; fordert die Kommission daher nachdrücklich auf, zugunsten der Besucher und der ansässigen Bevölkerung die Europäische Charta für einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Tourismus zu verabschieden, die den Grundsatz der sozialen Verantwortung umfasst;

18. unterstreicht die Bedeutung eines Beschlusses des Rates über die Verabschiedung der Empfehlung zu den „Qualitätsgrundsätzen der EU für Tourismus“, um Tourismusdienstleistern dabei zu helfen, die Qualität ihrer Dienstleistungen zu verbessern und das Vertrauen der Verbraucher zu stärken;

19. unterstützt die Förderung von lokalen und regionalen Initiativen wie europäische grenzüberschreitende Radwege zusammen mit einer nachhaltigen Transportstrategie, die Eisenbahnnetze, den ACCR (Association des Centres culturels de rencontre), die Kulturhauptstädte Europas und das Portalnetz DestiNet umfasst und bewährten Verfahren und Beispielen auf dem Gebiet des nachhaltigen Tourismus in Europa Rechnung trägt;

20. unterstützt die Entwicklung sanfter Reiseformen (zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Fahrrad), da diese einen nachhaltigen Tourismus und das Entdecken der Vielfalt der europäischen Gebiete ermöglichen können;

21. unterstreicht die Bedeutung der Instandhaltung und Restauration des kulturellen und historischen Erbes Europas, um seinem Verfall vorzubeugen, wobei die Qualität der Dienstleistungen wichtiger ist als ihr Preis; unterstreicht in diesem Zusammenhang die Rolle, die das Mäzenatentums als Beitrag zur Instandhaltung des europäischen Erbes und als Ausgleich für die Kürzungen der öffentlichen Mittel spielen kann, die zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt werden;

22. fordert die Kommission auf, ein Qualitätslabel für den europäischen Tourismus einzuführen, um verstärkte Anstrengungen von Mitarbeitern der Tourismusbranche zur Förderung der Qualität von Tourismusdienstleistungen auf der Grundlage des größten Respekts für das Kultur- und Naturerbe, zur Verbesserung der Qualität von Arbeitsplätzen in der Tourismusbranche, zur Verbesserung des Zugangs für alle Menschen und zur Förderung von kulturellen Traditionen der lokalen Gemeinschaften zu belohnen;

23. erinnert daran, dass der Kulturtourismus in verschiedenen Regionen dazu beiträgt, die traditionellen Wirtschaftsaktivitäten zu diversifizieren und Beschäftigung zu schaffen, wodurch Entvölkerung und Abwanderung sowie die Degradierung vieler Stätten von kulturellem Wert, von Traditionen und traditioneller Kultur vermieden werden;

24. hebt hervor, dass die Gastgebergemeinden und die lokale Bevölkerung an den verschiedenen Strategien für die Bestimmung, die Förderung, den Schutz, die Bewahrung, das Management, die Präsentation und die Interpretation ihrer Kulturgüter, Kulturpraktiken und zeitgenössischer kultureller Ausdrucksformen im Zusammenhang mit dem Tourismus beteiligt werden sollten;

25. ist der Überzeugung, dass der Schülertourismus als eine der sinnvollsten nicht formalen Lernaktivitäten im Zusammenhang mit dem Lehrplan betrachtet werden sollte und nicht ausschließlich als Freizeitaktivität, und dass er auf den Werten des verantwortungsvollen Tourismus beruhen sollte;

26. betont das Potenzial des Kulturtourismus für die Armutsbekämpfung; fordert in diesem Zusammenhang die Förderung der Kreativbranchen und des Agrartourismus der Mitgliedstaaten, um für den außerordentlichen kulturellen Reichtum Europas zu werben und Armut und Arbeitslosigkeit zu bekämpfen;

27. fordert die Kommission auf, die bestehenden europäischen Initiativen und Programme, einschließlich des Europäischen Fonds für strategische Investitionen, sowie nationale und grenzübergreifende Programme im Bereich des Kulturtourismus und des kulturellen Erbes zu stärken, wie etwa die europäischen Kulturhauptstädte, die Tage des offenen Denkmals, die europäischen Kulturwege, das europäische Kulturerbe-Siegel, das Programm „Kreatives Europa“ und die digitale Plattform Europeana; fordert die Kommission ferner auf, die Möglichkeit der Einführung eines „europäischen Kulturausweises“ nach dem Vorbild des von der UNESCO unterstützten Internationalen Studentenausweises (ISIC), mit dem Ermäßigungen auf Eintritte in Museen, Kulturdenkmäler, Ausgrabungsstätten, Bibliotheken und Theater gewährt werden könnten, zu prüfen;

28. empfiehlt die Einführung eines Europäischen Jahres des Kulturerbes, vorzugsweise im Jahr 2018, zusammen mit einer entsprechenden Unterstützung von kulturellen Veranstaltungen und von Kunst-, Film- und Musikfestivals; hebt ferner hervor, dass die Förderung von Initiativen auf EU-Ebene wie der Europäischen Sporthauptstadt und der Europäischen Jugendhauptstadt und die Schaffung eines europäischen Veranstaltungskalenders zur Verbesserung der Tourismusinformationsdienste einen bedeutenden Mehrwert für die Förderung des europäischen Kulturtourismus sowie für die Erhaltung und Stärkung der weltweit führenden Position Europas als touristisches Ziel darstellen könnten;

29. fordert die Mitgliedstaaten auf, mit regionalen und lokalen Behörden zusammenzuarbeiten, um den Wert des Tourismus und seinen Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen und von Wachstum zu maximieren sowie um die Tourismusbranche in die lokalen Entwicklungsstrategien einzubeziehen;

30. weist insbesondere auf das Potenzial des Sporttourismus hin, der einen der dynamischsten Bereiche der zukünftigen touristischen Entwicklung in Europa darstellen kann, und ruft zur Einleitung spezieller politischer Maßnahmen zu dessen Förderung und Unterstützung auf; weist auf die wichtige Rolle der sportlichen Aktivitäten bei der touristischen Attraktivität der europäischen Gebiete hin; unterstreicht die Möglichkeiten, die sich durch die Reisen von Sportlern und Zuschauern im Vorfeld von und während Sportereignissen ergeben, durch die Touristen in die entlegensten Gebiete gelockt werden können; betont, dass das Potenzial des Sporttourismus nicht ausreichend genutzt wird;

31. weist auf die Möglichkeiten hin, die bedeutende historische Veranstaltungen und Stätten bieten, wie etwa „Sites of Conscience“, um gegenwärtige Herausforderungen durch einfühlsame Interpretations- und Bildungsprogramme zu bewältigen; unterstützt die Nutzung von Kulturerbe und Tourismus, um den interkulturellen Dialog zu fördern und die Völker Europas einander näherzubringen;

32. weist auf den Beitrag der Zivilgesellschaft bei der Förderung neuer Tourismusformen über soziale Netzwerke, Freiwilligenorganisationen, Kultur- und Sportvereine, Bürgerorganisationen, Jugendverbände, Frauenverbände und Diaspora-Netzwerke hin;

33. fordert eine umfassendere Anerkennung der entscheidenden Rolle, die der Freiwilligensektor bei der Entwicklung und Unterstützung des Tourismussektors durch kulturelle Freiwilligenarbeit spielt;

34. fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die Maßnahmen zum Schutz von bedrohten Denkmälern und Stätten in Europa umzusetzen, um das Kulturerbe zu schützen und dafür zu werben und auf diese Weise auch den Kulturtourismus zu fördern;

35. weist darauf hin, wie wichtig die Gestaltung und Förderung nachhaltiger und inklusiver Formen des Tourismus sind, die eine Wechselwirkung mit dem sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Gefüge von touristischen Stätten entfalten, die Entwicklung von kreativem und umweltfreundlichem Unternehmertum, Humankapital und Kompetenzen sicherstellen und den lokalen Gemeinschaften zusammen mit finanziellen Vorteilen auch einen sozialen und kulturellen Wert bringen;

36. betont, wie wichtig Strategien zur Finanzierung, Erhaltung, Instandhaltung und Restaurierung von Stätten des Kulturerbes sind;

37. betont, wie wichtig es ist, einer kulturellen Diskriminierung von religiösen und ethnischen Minderheiten vorzubeugen;

38. begrüßt Mobilitätswerkzeuge und Kooperationsprojekte wie „Knowledge Alliances“ und „Sector-Skills Alliances“ im Rahmen von Erasmus+ und Erasmus für junge Unternehmer als effiziente Mittel für Tourismusmitarbeiter, die eine allgemeine oder berufliche Ausbildung absolvieren, zum Austausch von bewährten Verfahren, zur Verbesserung ihrer Fremdsprachenkenntnisse und zur Erlangung praktischer Kenntnisse auf dem Gebiet des Kulturtourismus; ist jedoch besorgt über das mangelnde Interesse junger Menschen an einer Laufbahn in bestimmten Tourismussektoren; verweist auf die Vorzüge eines „dualen” Ausbildungssystems im Bereich des Tourismus und die Notwendigkeit, die praktische Erfahren mit der Lehre in einem Betrieb zu kombinieren, womit sowohl theoretische als auch praktische Kompetenzen verbessert werden können; fordert die Mitgliedstaaten und die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften auf, die vom ESF und anderen EU-, nationalen und regionalen Fonds angebotenen Mittel zur Förderung der beruflichen Bildung in vollem Umfang zu nutzen;

ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNG IM AUSSCHUSS

Datum der Annahme

14.7.2015

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

22

1

5

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Isabella Adinolfi, Dominique Bilde, Silvia Costa, Damian Drăghici, Angel Dzhambazki, Jill Evans, Giorgos Grammatikakis, Petra Kammerevert, Rikke Karlsson, Andrew Lewer, Svetoslav Hristov Malinov, Curzio Maltese, Fernando Maura Barandiarán, Luigi Morgano, Momchil Nekov, Michaela Šojdrová, Helga Trüpel, Sabine Verheyen, Bogdan Brunon Wenta, Theodoros Zagorakis, Bogdan Andrzej Zdrojewski, Milan Zver, Krystyna Łybacka

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

György Hölvényi, Ilhan Kyuchyuk, Ernest Maragall, Martina Michels, Marlene Mizzi

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellv. (Art. 200 Abs. 2)

Tim Aker


ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNG IM AUSSCHUSS

Datum der Annahme

15.9.2015

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

42

4

1

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Lucy Anderson, Marie-Christine Arnautu, Georges Bach, Izaskun Bilbao Barandica, Deirdre Clune, Michael Cramer, Luis de Grandes Pascual, Andor Deli, Karima Delli, Isabella De Monte, Ismail Ertug, Jacqueline Foster, Dieter-Lebrecht Koch, Stelios Kouloglou, Merja Kyllönen, Miltiadis Kyrkos, Bogusław Liberadzki, Peter Lundgren, Marian-Jean Marinescu, Georg Mayer, Cláudia Monteiro de Aguiar, Renaud Muselier, Jens Nilsson, Markus Pieper, Salvatore Domenico Pogliese, Gabriele Preuß, Christine Revault D’Allonnes Bonnefoy, Dominique Riquet, Massimiliano Salini, David-Maria Sassoli, Claudia Schmidt, Claudia Tapardel, István Ujhelyi, Wim van de Camp, Janusz Zemke, Roberts Zīle, Kosma Złotowski, Elżbieta Katarzyna Łukacijewska

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Rosa D’Amato, Daniel Dalton, Werner Kuhn, Jozo Radoš, Olga Sehnalová, Ruža Tomašić, Matthijs van Miltenburg

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellv. (Art. 200 Abs. 2)

Diane James, Julia Reda

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