Verfahren : 2014/2214(INI)
Werdegang im Plenum
Entwicklungsstadium in Bezug auf das Dokument : A8-0279/2015

Eingereichte Texte :

A8-0279/2015

Aussprachen :

PV 27/10/2015 - 14
CRE 27/10/2015 - 14

Abstimmungen :

PV 28/10/2015 - 7.9
CRE 28/10/2015 - 7.9
Erklärungen zur Abstimmung
Erklärungen zur Abstimmung

Angenommene Texte :

P8_TA(2015)0383

BERICHT     
PDF 544kWORD 209k
1.10.2015
PE 557.188v01-00 A8-0279/2015

über eine Strategie der Europäischen Union für die Region Adria-Ionisches Meer

(2014/2214(INI))

Ausschuss für regionale Entwicklung

Berichterstatter: Ivan Jakovčić

ENTWURF EINER ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS

ENTWURF EINER ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS

über eine Strategie der Europäischen Union für die Region Adria-Ionisches Meer

(2014/2214(INI))

Das Europäische Parlament,

–  unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission zur Strategie der Europäischen Union für die Region Adria-Ionisches Meer (COM(2014)0357), den dazugehörigen Aktionsplan und das ergänzende Analysedokument,

–  unter Hinweis auf die Verordnung (EU) Nr. 1303/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 mit gemeinsamen Bestimmungen über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, den Europäischen Sozialfonds, den Kohäsionsfonds, den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und den Europäischen Meeres- und Fischereifonds sowie mit allgemeinen Bestimmungen über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, den Europäischen Sozialfonds, den Kohäsionsfonds und den Europäischen Meeres- und Fischereifonds und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 des Rates (im Folgenden „Verordnung mit gemeinsamen Bestimmungen“)(1),

–  unter Hinweis auf die Verordnung (EU) Nr. 1299/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 mit besonderen Bestimmungen zur Unterstützung des Ziels „Europäische territoriale Zusammenarbeit“ aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)(2),

–  unter Hinweis auf die Schlussfolgerungen des Rates vom 23. Oktober 2014 zur Strategie der Europäischen Union für den adriatisch-ionischen Raum,

–  unter Hinweis auf den Bericht der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen zum Mehrwert makroregionaler Strategien (COM(2013)0468) und die diesbezüglichen Schlussfolgerungen des Rates vom 23. Oktober 2013,

–  unter Hinweis auf die Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses vom 11. September 2014 zu der Mitteilung der Kommission zur Strategie der Europäischen Union für die Region Adria-Ionisches Meer (COM(2014)0357) und zum Thema EU-Strategie für die Region Adria-Ionisches Meer: Forschung, Entwicklung und Innovation in den KMU (Sondierungsstellungnahme auf Ersuchen des italienischen Ratsvorsitzes),

–  unter Hinweis auf die Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses vom 21. Januar 2014 zu der EU-Strategie für die Region Adria-Ionisches Meer (EUSAIR) (Sondierungsstellungnahme),

–  unter Hinweis auf die Stellungnahme des Ausschusses der Regionen vom 26. Juni 2014 zu der EU-Strategie für die Region Adria und Ionisches Meer,

–  unter Hinweis auf die Initiativstellungnahme des Ausschusses der Regionen vom 11. Oktober 2011 mit dem Titel „Territoriale Zusammenarbeit im Mittelmeerraum über die Makroregion Adria-Ionisches Meer“,

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 3. Juli 2012 zur Entwicklung makroregionaler Strategien der EU: derzeitige Praxis und Zukunftsperspektiven, insbesondere im Mittelmeerraum(3),

–  unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission mit dem Titel „Eine Meeresstrategie für das Adriatische und das Ionische Meer“ (COM(2012)0713),

–  unter Hinweis auf den Bericht der Kommission zur Governance makroregionaler Strategien (COM(2014)0284),

–  unter Hinweis auf das Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen vom 26. Januar 2011 über den Beitrag der Regionalpolitik zum nachhaltigen Wachstum im Rahmen der Strategie Europa 2020 (COM(2011)0017),

–  unter Hinweis auf die Richtlinie 2014/52/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 zur Änderung der Richtlinie 2011/92/EU über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten,

–  unter Hinweis auf die Richtlinie 2001/42/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Juni 2001 über die Prüfung der Umweltauswirkungen bestimmter Pläne und Programme,

–  unter Hinweis auf den Beschluss des Rates 2005/370/EG vom 17. Februar 2005 über den Abschluss des Übereinkommens über den Zugang zu Informationen, die Öffentlichkeitsbeteiligung an Entscheidungsverfahren und den Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten im Namen der Europäischen Gemeinschaft (Aarhus-Übereinkommen),

–  unter Hinweis auf die auf der Konferenz über Entwicklung und Sicherheit im Gebiet der Adria und des Ionischen Meeres am 19./20. Mai 2000 verabschiedete Erklärung von Ancona,

–  unter Hinweis auf die Konferenz in Pula am 30. Juni 2006 zur Gründung der Euroregion Adriatisches und Ionisches Meer und auf die auf dem Treffen der Euroregion Adriatisches und Ionisches Meer am 22. Oktober 2009 in Split verabschiedete Erklärung zum Start der Initiative für die Ausarbeitung der Strategie für das Adriatische Meer,

–  unter Hinweis auf die Studie seiner Generaldirektion Interne Politikbereiche (Fachabteilung B: Struktur- und Kohäsionspolitik) vom Januar 2015 mit dem Titel „New Role of Macro-Regions in European Territorial Cooperation“ (Neue Rolle der Makroregionen in der europäischen territorialen Zusammenarbeit),

–  unter Hinweis auf die Studie seiner Generaldirektion Interne Politikbereiche (Fachabteilung B: Struktur- und Kohäsionspolitik) vom Juni 2015 mit dem Titel „Adriatic and Ionian region: Socio-Economic Analysis and Assessment of Transport and Energy Links“ (Region Adria-Ionisches Meer: sozioökonomische Analyse und Bewertung der Verkehrs- und Energieanbindung),

–  gestützt auf Artikel 52 seiner Geschäftsordnung,

–  unter Hinweis auf den Bericht des Ausschusses für regionale Entwicklung sowie die Stellungnahmen des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und des Fischereiausschusses (A8-0279/2015),

A.  in der Erwägung, dass die makroregionalen Strategien ein neues Modell der Steuerung auf mehreren Ebenen darstellen, bei dem die erfolgreiche Umsetzung und die Erreichung der Ziele entscheidend von der Einbeziehung der Interessenträger der verschiedenen Ebenen (EU, national, regional und lokal), einschließlich wirtschaftlicher und sozialer Partner und zivilgesellschaftlicher Organisationen, sowie der Komplementarität unterschiedlicher Strategien und Programme abhängen; in der Erwägung, der wichtigen Rolle der regionalen und lokalen Gebietskörperschaften als Hauptakteure bei der Förderung von Demokratie, Dezentralisierung und einer größeren lokalen und regionalen Autonomie;

B.  in der Erwägung, dass die früheren Strategien für die baltischen Staaten und für die Donauregion den betreffenden Regionen erheblichen Nutzen gebracht, die Wirksamkeit der EU-Mechanismen für die Zusammenarbeit erwiesen und nützliche Erfahrungen für die Ausarbeitung zukünftiger makroregionaler Strategien gebracht haben;

C.  in der Erwägung, dass das Interesse der Regionen an dieser zeitgemäßen Form der regionalen Zusammenarbeit und dem mit ihr einhergehenden Modell der Steuerung systematisch zunimmt und in letzter Zeit auch in Gebirgsregionen wie den Karpaten oder den Alpen an Bedeutung gewinnt, in denen topografische Einschränkungen eine spezifische Regionalpolitik erfordern;

D.  in der Erwägung, dass eine makroregionale Strategie in Form eines integrierten Rahmens (in Bezug auf in derselben geografischen Region liegende Mitgliedstaaten und Drittstaaten), der vom Europäischen Rat gebilligt wird, eine EU-Strategie darstellt;

E.  in der Erwägung, dass erhebliche sozioökonomische Unterschiede zwischen den an dieser Strategie beteiligten Ländern bestehen, insbesondere zwischen EU-Mitgliedstaaten und Nichtmitgliedstaaten;

F.  in der Erwägung, dass das zunehmende Interesse der Staaten der Region Adria-Ionisches Meer an Zusammenarbeit und der Festlegung gemeinsamer Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen durch Ausnutzung des Potenzials der gesamten Region und ihre anhaltenden Bemühungen um das Erreichen von Synergien dazu geführt haben, dass die EU-Strategie für die Region Adria-Ionisches Meer (EUSAIR) angenommen wurde;

G.  in der Erwägung, dass die makroregionalen Strategien als Instrument für die europäische Integration und den intensivierten territorialen Zusammenhalt betrachtet werden können und die Grundlage dafür die freiwillige Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten und Nachbarländern zur Inangriffnahme gemeinsamer Probleme ist; in der Erwägung, dass EUSAIR eine neue Form der regionalen Zusammenarbeit darstellt, die Beitrittsländer und potenzielle Bewerberländer auf ihrem Weg in die EU unterstützen könnte, und eine wichtige Komponente der breiteren EU-Mittelmeerraumpolitik ist, die durch die Union für den Mittelmeerraum signalisiert wird; in der Erwägung, dass die EUSAIR im Rahmen der EU-Regionalpolitik ein Instrument zur Förderung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts ist, wobei die wichtigsten Ziele in der Verringerung der Ungleichheiten zwischen den Regionen und der Förderung von wirklicher Konvergenz, Wachstum und Beschäftigung liegen;

H.  in der Erwägung, dass die Adria als halb umschlossenes Meer besonders anfällig für Verschmutzungen ist und ungewöhnliche hydrographische Eigenschaften aufweist, etwa die Tatsache, dass sich die Tiefe und die Küstenlinie zwischen dem Norden und dem Süden der Region stark unterscheiden; in der Erwägung, dass die Fischbestände von allen Anrainerstaaten geteilt werden, was die Erholung der Bestände dauerhaft gefährdet; in der Erwägung, dass Maßnahmen in der künftigen Rahmenverordnung über technische Maßnahmen in der reformierten GFP auf regionaler Ebene ausgearbeitet und auf die Besonderheiten dieses Gebiets und der dortigen Meeresressourcen und Fischereien zugeschnitten sein sollten;

Allgemeine Erwägungen

1.  begrüßt die Mitteilung der Kommission zur Strategie der Europäischen Union für die Region Adria-Ionisches Meer und den dazugehörigen Aktionsplan; vertritt die Auffassung, dass es sich hier um einen wichtigen Schritt in der Entwicklung dieses Teils Europas handelt; hebt hervor, dass die EUSAIR ins Leben gerufen wurde, um den Wert von Maßnahmen – unabhängig davon, ob diese von der EU, nationalen oder regionalen Behörden oder dem privaten Sektor durchgeführt werden – zu steigern, sodass die Funktionsfähigkeit der Makroregion spürbar gestärkt wird; betont die Möglichkeiten, die die Strategie den Bewerberländern und potenziellen Bewerberländern in der Region bietet; unterstreicht, wie wichtig es ist, dass die Strategie auf den Grundsätzen Integration, Koordination, Zusammenarbeit und Partnerschaft fußt; bekräftigt die Bedeutung des Prinzips der „drei Neins“: nein zu neuen Rechtsvorschriften, zu neuen Institutionen, zu neuen Finanzmitteln, da Makroregionen einen Rahmen für Kooperationsinitiativen darstellen und auf Synergieeffekten aufbauen, die sich aus der Verbindung unterschiedlicher EU-politischer Instrumente, einschließlich den ESI-Fonds, ergeben;

2.  begrüßt die von allen Interessenträgern unternommenen Bemühungen zur Schaffung einer institutionellen Architektur für die Umsetzung der EUSAIR innerhalb des bestehenden institutionellen Rahmens; fordert alle nationalen, regionalen und lokalen Interessenträger auf, sich die Umsetzung der im Rahmen dieser makroregionalen Strategie angestoßenen Projekte ganz zu eigen zu machen; hebt die Bedeutung der Stärkung institutioneller Kapazitäten und der Effizienz der öffentlichen Verwaltungen und der öffentlichen Dienste sowie der Bereitstellung ausreichender Ressourcen und kompetenten Verwaltungspersonals in jedem Teilnehmerland, das sich ausdrücklich der Umsetzung der EUSAIR widmet, hervor;

3.  betont die Notwendigkeit eines ortsbezogenen Ansatzes hinsichtlich der Kooperationsmaßnahmen und unterstreicht den Zusatznutzen des Modells der Steuerung auf mehreren Ebenen, mit dessen Hilfe das Problem fehlender administrativer Kapazitäten angegangen werden muss und das zur Bündelung von Ressourcen in der Makroregion eingesetzt werden kann; besteht in diesem Zusammenhang darauf, die lokalen und regionalen Behörden in die politischen Verwaltungsorgane und die operationellen, technischen und durchführenden Stellen der Strategie einzubinden und dabei die Rolle der Kommission beim Koordinierungsverfahren beizubehalten; betont, dass die lokale Entwicklung unter Federführung der Bevölkerung (Community-Led Local Development, CLLD) die Akteure vor Ort mobilisieren und in den Entscheidungsfindungsprozess einbeziehen und Teilhabe und Mitverantwortung unter den Bürgern stärken kann;

4.  betont, dass die Transparenz des Prozesses der Ausarbeitung, Überwachung und Evaluation der Strategie sowie die Offenheit und Inklusivität gegenüber der Zivilbevölkerung und allen relevanten Interessenträgern wichtig sind; hebt hervor, dass Kommunikation und Bewusstseinsbildung in allen Säulen für die Beteiligung der Interessenträger am Entscheidungsprozess und für die Schaffung von Unterstützung in der Öffentlichkeit unerlässlich sind; fordert die Mitgliedstaaten auf, der Strategie eine angemessene Sichtbarkeit auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene zu verleihen, die Ziele und Ergebnisse der Strategie auf geeignete Weise zu kommunizieren und die Koordinierung und den Austausch bewährter Praktiken mit anderen bereits bestehenden und zukünftigen makroregionalen Strategien zu fördern;

5.  hält es für geboten, dass Drittstaaten ihre Rechtsvorschriften mit dem konkreten sektorspezifischen Besitzstand in Bezug auf die Strategie harmonisieren, um die Erfüllung der EU-Ziele und die ordnungsgemäße, gesetzmäßige und rechtzeitige Umsetzung auf der Grundlage von EU-Normen und -Rechtsvorschriften sicherzustellen; fordert alle teilnehmenden Staaten auf, Expertenkommissionen einzurichten und regelmäßige Treffen zum Austausch bewährter Vorgehensweisen zu organisieren, um dieses Verfahren zu sichern und effizienter zu gestalten;

6.  weist darauf hin, dass sich aufgrund des drastischen Rückgangs privater Investitionen in den Ländern dieser Region, in Verbindung mit Haushaltskonsolidierung und begrenzter Investitionskapazität des öffentlichen Sektors, Probleme bei der Finanzierung von Projekten im Rahmen der Strategie ergeben könnten; fordert die teilnehmenden Staaten auf, ein hohes Maß an Verantwortung, Einsatz und Führung entsprechend der Notwendigkeit für eine erfolgreiche Durchführung der Strategie zu wahren;

7.  begrüßt die Tatsache, dass die europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESI-Fonds), das Instrument für Heranführungshilfe für den Zeitraum 2014–2020 und insbesondere das Programm für die Zusammenarbeit in der Region Adria-Ionisches Meer 2014–2020 (ADRION) erhebliche potenzielle Ressourcen und zahlreiche Instrumente und technische Möglichkeiten für die Strategie bieten; befürwortet die Tatsache, dass auch andere Mittel und Instrumente für die einzelnen Säulen der Strategie zur Verfügung stehen, insbesondere Horizont 2020 und das Programm Erasmus+ für alle Säulen, die Fazilität „Connecting Europe“ für die zweite Säule, das LIFE-Programm für die dritte Säule, den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel und die Programme COSME und „Kreatives Europa“ für KMU für die vierte Säule, sowie das Programm INNOVFIN zur Finanzierung von Innovationen; regt für ein Zusammenspiel der verfügbaren Fonds eine Zusammenarbeit zwischen den Begleitausschüssen der Programme für die territoriale Zusammenarbeit in der Region, dem EUSAIR-Verwaltungsrat und den die ESI-Fonds verwaltenden Behörden an; betont, dass die Strategie ermöglichen sollte, die bestehenden Instrumente und Mittel wirksamer und effektiver einzusetzen;

8.  fordert die Kommission und nationale, regionale und lokale Stellen, die für die Vorbereitung, Leitung und Umsetzung der ESIF-Programme verantwortlich sind, auf, die Wichtigkeit der makroregionalen Vorhaben und Maßnahmen hervorzuheben;

9.  betont, dass es wichtig ist, die Umsetzungsstruktur und die Koordinierungsmechanismen auf der Ebene der Makroregion festzulegen, um die Zusammenarbeit einschließlich gemeinsamer Planung, Angleichung von Fördermöglichkeiten und eines Bottom-up-Konzepts zu fördern; betont die Notwendigkeit, die nationalen und regionalen operationellen Programme an den Zielen der Strategie auszurichten und, wo es möglich ist, EUSAIR in die Programme zu integrieren; ist der Ansicht, dass eine Koordinierung und Harmonisierung der Initiativen, Vorschläge und Projekte erforderlich ist, die die Region Adria-Ionisches Meer betreffen;

10.  fordert die Kommission, die Europäische Investitionsbank (EIB) und die teilnehmenden Staaten auf, das Potenzial des neu eingerichteten Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) für die Finanzierung von Vorhaben in der Region vollständig auszuschöpfen, mit denen auf makroregionaler Ebene Mehrwert geschaffen würde, die nachhaltige Entwicklung, der wirtschaftliche und soziale Zusammenhalt und das Wachstum gefördert und die Beschäftigung gesteigert würden und ein Beitrag zum Erreichen der Ziele der Europa-2020-Strategie geleistet würde; fordert in diesem Zusammenhang, in der Projektauswahlphase „Bonuspunkte“ an makroregionale Projekte aufgrund ihrer grenzübergreifenden Natur zu vergeben;

11.  weist darauf hin, dass es keine speziellen, ausschließlich für die Umsetzung makroregionaler Strategien bestimmten Fonds gibt und dass ein starker politischer Wille, partnerschaftliches Verhalten und Zusammenarbeit zwischen den Ländern eine Voraussetzung für Erfolg darstellen; fordert daher die Länder in der Region auf, die Mittel (ESI-Fonds, IPA und EFSI) sowie die Beiträge aus nationalen Quellen im Rahmen der EIB als Finanzierungs- und Investitionsplattform zur Unterstützung der Finanzierung von Vorhaben zu bündeln, die zur Erfüllung der in der Strategie formulierten Ziele beitragen; fordert die Einrichtung eines transparenten und öffentlich zugänglichen Projektverzeichnisses für die Region Adria-Ionisches Meer, das die Außenwirkung des derzeitigen und potentiellen Investitionsbedarfs und von Projekten verbessern und Anreize für Investitionen in diese Projekte schaffen würde;

12.  fordert die Interessenträger nachdrücklich auf, bewährte Praktiken auszutauschen, sich auf Erfahrungen zu stützen, die Engpässe bei der Umsetzung der makroregionalen EU-Strategien zu ermitteln und die Zusammenarbeit mit ihren jeweiligen Partnern, beispielsweise aus dem Ostseeraum, dem Donaubecken und der Alpenregion, zu intensivieren;

13.  fordert die Kommission auf, administrative und nicht-finanzielle Hemmnisse zu beseitigen, die potenzielle Investoren häufig von Investitionen in solche Projekte abhalten;

14.  hält es für wesentlich, dass Möglichkeiten gefunden werden, mit denen Länder, die nicht an der Strategie teilnehmen und geografisch und wirtschaftlich mit der Region verbunden sind, zumindest in einzelne spezifische Projekte einbezogen werden können; unterstreicht in diesem Zusammenhang die Bedeutung der grenzüberschreitenden und transnationalen Zusammenarbeit im Rahmen der Kohäsionspolitik und ersucht die Mitgliedstaaten und die betroffenen Regionen, die bestehenden optimalen Vorgehensweisen in diesem Bereich zu nutzen;

15.  verweist auf die erheblichen Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Region und unterstreicht die Notwendigkeit, die Strategien zur wirtschaftlichen Erholung regelmäßig zu bewerten; weist darauf hin, dass die Länder in der Region unterschiedliche Entwicklungsstufen aufweisen und unterschiedliche Bedürfnisse haben; fordert die Kommission auf hervorzuheben, wie wichtig es ist, dass die Voraussetzungen geschaffen werden, um die sozioökonomischen Unterschiede zwischen den Ländern abzubauen; unterstützt die Reformen in weniger entwickelten Ländern und fordert in diesem Zusammenhang den Austausch von Wissen, Erfahrung und Praktiken;

16.  weist darauf hin, dass es erforderlich ist, die Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Bildung, einschließlich des Ausbaus der akademischen Mobilität von Studenten und Universitätsmitarbeitern, anzuregen, zu erneuern und zu vertiefen; betont, dass Wissenschaft und Innovationen eine Vorbedingung für kluges, integratives und nachhaltiges Wachstum sind; betont die Interdependenz zwischen der wissenschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit einerseits und dem Wachstum der wirtschaftlichen Dynamik und dem Maß an Vielfalt und Nachhaltigkeit des Tourismus innerhalb der Region andererseits;

17.  begrüßt, dass das Europäische Parlament in den Leitungsgremien der EUSAIR vertreten ist; fordert die Kommission auf, die gemeinsamen Bemühungen der Staaten der Region (EU-Mitgliedstaaten und Drittstaaten) sowie die wirksame Mitarbeit der lokalen und regionalen Behörden bei der Erreichung der Ziele der Strategie zu analysieren;

18.  nimmt Bezug auf Präzedenzfälle, die im Zusammenhang mit anderen makroregionalen EU-Strategien geschaffen wurden, und fordert Unterstützung im Rahmen von Pilotprojekten und vorbereitenden Maßnahmen für unterschiedliche Arten von Maßnahmen, von Studien bis hin zu Startkapital für die Vorbereitung von Projekten in anderen Schwerpunktbereichen;

19.  hält es für unabdingbar, dass in der Umsetzungsphase der Strategie deren allgemeine Grundsätze und insbesondere Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem Umweltschutz und der Verbesserung der natürlichen Ressourcen in allen vier Säulen gebührend berücksichtigt werden, auch um einen ganzheitlichen Ansatz im Hinblick auf die komplexen und vielfältigen Probleme in der Makroregion zu verfolgen;

20.  betont, dass besonderes Augenmerk auf die in Artikel 174 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union genannten Gebiete wie Inseln, Bergregionen und ländliche Gebiete gerichtet werden sollte, damit ihr besonderes Potenzial vor allem im Tourismussektor erschlossen und genutzt werden kann, wobei die in diesem Bericht herausgearbeiteten Interventionsbereiche und Prioritäten zu berücksichtigen sind; fordert die Kommission außerdem auf, ein Europäisches Jahr der Inseln und der Gebirge vorzuschlagen;

21.  hält es für wesentlich, dass für teilnehmende Länder Möglichkeiten gefunden werden, andere wichtige Säulen einzubeziehen, die der Region Entwicklungsvorteile verschaffen könnten, beispielsweise die Landwirtschaft dank außergewöhnlicher geoklimatischer Bedingungen, der biologischen Vielfalt und des Potenzials für koordinierte Synergien und weiteres Wachstum; empfiehlt eine enge Zusammenarbeit und Koordination zwischen den Gebieten im Landesinneren, den Küstenbereichen und den Inseln, um zwischen Projekten für eine saubere Energiegewinnung und der Erzeugung gesunder Lebensmittel Synergien zu schaffen;

22.  macht auf die Bedeutung einer angemessenen Berichterstattung und Bewertung der Strategieumsetzung aufmerksam; fordert die teilnehmenden Länder und die Kommission in diesem Zusammenhang auf, zuverlässige Ausgangsdaten zu sammeln und konkrete Ziele für jede Säule festzulegen, die jährlich zu bewerten und öffentlich zugänglich zu machen sind;

23.  fordert eine umfassende und integrierte Herangehensweise der EU an die Migration; betont, dass die Region einer schwerwiegenden Migrationssituation gegenübersteht, und bedauert alle Tragödien im Mittelmeer; weist nachdrücklich darauf hin, dass ein radikaler Wandel in der Migrations- und Asylpolitik hin zur Solidarität unter den Mitgliedstaaten unbedingt erforderlich ist, um diese Probleme zu lösen; hält es für unbedingt notwendig, die Gesamtstrategie der Zusammenarbeit mit Drittstaaten zu überprüfen; bedauert die unzureichende Zusammenarbeit zwischen den EU-Mitgliedstaaten im Hinblick auf die durch die Migration entstandenen Probleme; regt einen Austausch der bewährten Praktiken im Bereich der Aufnahme von Migranten an und fordert nachdrücklich, den sozialen und humanitären Fragen, die die Region betreffen, im Hinblick auf eine mögliche zukünftige Neufestlegung der EUSAIR-Prioritäten besondere Aufmerksamkeit zu widmen;

24.  geht davon aus, dass dies der Stärkung von Frieden und Sicherheit in Südosteuropa neuen Auftrieb gibt;

25.  weist darauf hin, dass im Laufe der Zeit neue Probleme auftreten und Prioritäten entstehen können, die es erforderlich machen, Maßnahmen und Projekte und die damit verbundenen Ziele zu aktualisieren, umzugestalten oder zu ersetzen;

26.  fordert die Länder auf, durch den gegenseitigen Austausch von bewährten Verfahren bezüglich der Achtung der Rechte von Minderheiten höchste Standards zu erfüllen, angesichts der Tatsache, dass es sich hierbei um einen äußerst heiklen Bereich handelt, bei dem es um sprachliche Probleme geht;

27.  betont, dass die öffentlichen und privaten Wirtschaftsakteure, die Mitglieder der Gesellschaft und die unterschiedlichen Teile der organisierten Zivilgesellschaft in den unterschiedlichen Phasen der Umsetzung im Rahmen eines spezifischen Programms geeignete Anleitung sowie organisatorische und fachliche Unterstützung erhalten müssen;

28.  fordert die Kommission auf, dem Parlament und dem Rat alle zwei Jahre einen Bericht über die Umsetzung der EUSAIR vorzulegen, um ihre Funktionstauglichkeit und die mit ihr verbundenen zusätzlichen Vorteile in Bezug auf Wachstum und Beschäftigung, Abbau von Ungleichheiten und nachhaltiger Entwicklung zu bewerten;

29.  regt besondere Maßnahmen zur Förderung der sozialen Dimension an und betont, wie wichtig das Setzen von Prioritäten und Maßnahmen zur Inklusion von Menschen mit Behinderung und zur Verhinderung von jeder Art von Diskriminierung sind;

Blaues Wachstum

30.  betont, dass die einzigartige geografische Lage und die besondere Küstenstruktur der Region sowie ihre reichhaltige meeresbiologische Vielfalt ein riesiges Potenzial für die Schaffung „blauer“ Arbeitsplätze sowie für eine innovative und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und ein ebensolches Wachstum – einschließlich der blauen Technologien, der Fischerei, der Aquakultur, einer besseren Meerespolitik und verbesserter maritimer Dienstleistungen – beinhalten;

31.  unterstützt die blaue Wirtschaft als Lösung der Wirtschaftskrise, da sie die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Entwicklung fördert, wobei das Augenmerk insbesondere auf die Beschäftigung von Frauen und jungen Menschen in den Küsten- und Inselstaaten gerichtet sein sollte; ist der Auffassung, dass bei der Umsetzung der Strategie der EU für die Region Adria-Ionisches Meer das Konzept der blauen Wirtschaft einbezogen werden muss, das die Wirtschaftssektoren, die im Zusammenhang mit den Meeren und den Ozeanen stehen, die Aquakultur, die See- und die Binnenschifffahrt und den Tourismus mit dem Umweltschutz verknüpft;

32.  fordert die Kommission und die an der Strategie beteiligten Staaten auf, Anreize für junge Menschen in dem Bereich Fischerei und Aquakultur in der Region Adria und Ionisches Meer zu setzen und sie zur Aufnahme einer solchen Tätigkeit zu animieren;

33.  fordert die strategische Koordinierung und Harmonisierung der Strategieziele sowie gemeinschaftliche Projekte, die im Einklang mit den Werten, Grundsätzen und Zielen der gemeinsamen Fischereipolitik stehen; regt des Weiteren an, die Entwicklung eines nachhaltigen Fischereisektors und die nachhaltige Erzeugung herkömmlicher, gesunder Lebensmittel zu unterstützen; fordert die Einrichtung lokaler Fischerei-Aktionsgruppen, die ein natürliches Instrument für die Diversifizierung der Fischerei darstellen könnten; hebt hervor, dass eine nachhaltige und gewinnbringende Fischerei und Aquakultur eine verstärkte Einbeziehung der Interessengruppen in das gesamte Management sowie verbesserte und diversifizierte Fischereiaktivitäten erfordern;

34.  vertritt die Auffassung, dass „blaues Wachstum“ äußerst unterschiedliche Sektoren und Unternehmen umfasst und dass für dessen Förderung aus diesem Grund in all diesen Sektoren hochqualifizierte Arbeitnehmer benötigt werden; fordert die an der EUSAIR beteiligten Mitgliedstaaten auf, die unterschiedlichen Sektoren des „blauen Wachstums“ in ihren Ausbildungsprogrammen zu fördern und Systeme des lebenslangen Lernens sowie Fortbildungen für Angestellte in Betracht zu ziehen; weist auf die Komplexität der Aktivitäten, Sektoren und Disziplinen der sozioökonomischen Systeme hin, die am „blauen Wachstums“ beteiligt sind, und hält es daher für äußerst wichtig, dass die an der EUSAIR-Strategie beteiligten Mitgliedstaaten arbeitsmarktpolitische Maßnahmen beschließen, um die Kapazitäten für eine Anpassung an Wandel, Innovation und multidisziplinäre Tätigkeiten zu steigern, die Berufsbildung anzupassen und die Erwerbsquote von Frauen zu erhöhen;

35.  betont die Bedeutung einer engeren und konkreteren Verbindung zwischen der Strategie Europa 2020 und den drei Säulen, insbesondere der Säule des „blauen Wachstums“, der EUSAIR-Strategie auf der Grundlage des Aktionsplans der Kommission; vertritt die Auffassung, dass im Aktionsplan, der ein Ergebnis des Strategieansatzes darstellt, die konkreten Prioritäten für die Makroregion dargelegt werden; weist darauf hin, dass die einzelnen Maßnahmen oder Projekte im Rahmen eines ausführlichen Bottom-up-Konsultationsverfahrens, an dem verschiedene Interessenträger der Region Adria-Ionisches Meer beteiligt sind, die nationale, regionale und lokale Behörden, Sozialpartner, aber auch den privaten Sektor, die Sozialwirtschaft, die Wissenschaft und die Zivilgesellschaft vertreten, auf dieser Grundlage ausgewählt werden;

36.  ermutigt zur Bildung von Clustern und zur Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und anderen betroffenen Interessenträgern des maritimen Sektors, damit Innovationen in Gang gebracht und Synergien vollständig ausgeschöpft werden können; vertritt die Ansicht, dass die Maßnahmen im Rahmen der Säule für blaues Wachstum auf den nationalen und regionalen Forschungs- und Innovationsstrategien für eine intelligente Spezialisierung beruhen sollten, damit Investitionen wirksamer und effektiver sind; fordert die Länder und Regionen auf, sich an der S3-Plattform der Kommission zu beteiligen, um von Hilfen bei der Entwicklung, Umsetzung und Überarbeitung intelligenter Spezialisierungsstrategien zu profitieren; hält es in diesem Zusammenhang für notwendig, KMU besseren Zugang zu Krediten zu verschaffen und im Rahmen eines Internationalisierungsverfahrens für die Verbesserung bestehender Wirtschaftsnetzwerke (Cluster) zu sorgen, um neue hochwertige und nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen;

37.  unterstützt die Einführung eines gemeinsamen Gütesiegels für Fischereierzeugnisse von hoher Qualität aus der Region, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu steigern;

38.  betont die Bedeutung des sozialen Dialogs und der Beteiligung von Vertretern der Zivilgesellschaft neben öffentlichen Behörden an Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau; vertritt die Auffassung, dass dies durch die Einrichtung einer dauerhaften Plattform auf makroregionaler und regionaler Ebene in allen Mitgliedstaaten erreicht werden könnte, bei der die Sozial- und Wirtschaftspartner vertreten sind, wie dies z. B. bereits für Universitäten, Handelskammern und Städte getan wurde;

39.  betont die große Bedeutung der See- und Meeresforschung und einer engeren Zusammenarbeit von Forschern sowie von Mitgliedstaaten und Regionen, die an der EUSAIR-Strategie beteiligt sind, um die bestehende Kluft zwischen den Mitgliedstaaten zu überwinden, die Wettbewerbsfähigkeit der Küstengebiete zu steigern und die Schaffung hochwertiger und dauerhafter Arbeitsplätze auf lokaler Ebene zu fördern;

40.  nimmt das Tempo der auf die Überfischung und die illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei (IUU) zurückzuführenden Dezimierung der Fischbestände und andere erhebliche Risiken für das gesamte ozeanische Leben in der Adria und im Ionischen Meer mit Besorgnis zur Kenntnis; betont, dass die Fischerei zu den wichtigsten Wirtschaftsbranchen der Küstengebiete und der Inseln zählt; hält es aus diesem Grund für erforderlich, den Schutz und Erhalt der Fischbestände sowie der Meeresökosysteme im Einklang mit dem in der jüngsten Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik enthaltenen Grundsatz des höchstmöglichen Dauerertrags als grundlegende Ziele der Strategie zu betrachten; unterstreicht, dass im Übergangszeitraum eine Unterstützung zur Anpassung an die Fangbeschränkungen in Form von Beihilfen für den Kauf neuer Wasserfahrzeuge und Ausrüstung seitens des Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) erforderlich ist; fordert konsequente Maßnahmen in Form der Angleichung der Rechtsvorschriften von Drittländern im Fischereibereich sowie in Form des Austauschs von Daten, gemeinsamen Überwachungsplattformen und mehrjährigen Fischereibewirtschaftungsplänen, und fordert außerdem Überlegungen, wie eine nachhaltige Aquakultur aufgebaut werden kann, die über ein großes Potenzial dafür verfügt, mit erneuerbaren Energien betrieben zu werden;

41.  weist darauf hin, dass sich kommerziell befischte Fisch- und Schalentierbestände innerhalb sicherer biologischer Grenzen befinden sollten, um einen guten Umweltzustand zu erzielen und die langfristige Nachhaltigkeit der Fischerei zu sichern;

42.  fordert die Kommission auf, die Fangmenge der Freizeitfischerei zu erfassen, die Freizeitfischerei zu regulieren und sowohl dieser Tätigkeit als auch der Erwerbsfischerei den höchstmöglichen Dauerertrag zum Ziel zu setzen;

43.  fordert nachdrücklich, dass angesichts der Tatsache, dass keine genauen Daten und kein vollständiges und detailliertes Bild über den Status quo zur Verfügung stehen, umfassend über die Fischbestände – insbesondere gefährdeter Arten – und ihre gegenseitige biologische Abhängigkeit geforscht wird, da ein solcher Mangel zu ungenauen und unzuverlässigen Bewertungen führen würde; dringt darauf, dass das natürliche Laichen erhalten wird;

44.  fordert, dass Projekte zur Bewertung der Auswirkungen der indirekten Fischerei (Geisternetze, Gewebebehälter für die Miesmuschelzucht) und des Beifangs aus geschützten Arten begutachtet und gefördert werden, da Schätzungen zufolge allein in der Adria mehr als 40 000 Meeresschildkröten versehentlich gefangen werden; ist der Auffassung, dass Studien zu diesen ökologischen Auswirkungen sowie zu entsprechenden Gegenmaßnahmen, beispielsweise mittels „Turtle Excluder Devices“ (Vorrichtungen zur Verhinderung des Schildkrötenfangs), dringend notwendig sind;

45.  fordert mit Nachdruck, dass der Schiffbau einschließlich des Sportbootsektors mit dem Schwerpunkt auf Modernisierung und Spezialisierung intensiv unterstützt wird, um Arbeitsplätze zu schaffen und die Anpassung an die Anforderungen eines nachhaltigen und wettbewerbsorientierten Wachstums im Einklang mit den blauen Technologien zu vollziehen;

46.  fordert mit Nachdruck eine Unterstützung der Produktionscluster, der Partnerschaften und der Zusammenarbeit zwischen den Clustern in unterschiedlichen Teilen der Makroregion; regt den Austausch bewährter Praktiken an, einschließlich der wichtigsten Erfahrungen in dem Sektor und in anderen Regionen, die denselben Ansatz verfolgen möchten, um die Schaffung von Produktionsclustern zu fördern;

47.  weist darauf hin, dass es wichtig ist, die Freizeit- und Sportfischerei sowie familiäre Fischereibetriebe einschließlich integrierter Strategien für Fischerei und Tourismus (Fischereitourismus und Marikultur) insbesondere auf den Inseln zu unterstützen und zu fördern, damit die lokalen kulturellen Traditionen und maritimen Lebensgewohnheiten der Inselbewohner und in kleinen Küstenorten bewahrt werden; unterstützt die nachhaltige kleine Küstenfischerei, traditionelle Fischerei und Aquakultur und deren Verknüpfung mit einem diversifizierten kulinarischen Angebot und der Förderung lokaler Fischmärkte als die beste Methode, um für Nachhaltigkeit zu sorgen und touristische Aktivitäten an der Küste stärker zu unterstützen;

48.  fordert die Kommission auf, die Beteiligung der Fischerei und der in diesem Sektor Beschäftigten an Projekten zu unterstützen und zu fördern, die mit Kultur- und Geschichtstourismus in Zusammenhang stehen, wozu der Fischereitourismus und die Wiederentdeckung von Seefahrertätigkeiten sowie traditionellen Fischgründen und Fischereiberufen gehören;

49.  unterstreicht die Bedeutung der Sozialwirtschaft und des Unternehmertums von Frauen für die erfolgreiche Umsetzung der Säule des „blauen Wachstums“ und fordert die an der EUSAIR-Strategie beteiligten Mitgliedstaaten auf, die Beteiligung von Frauen an allen relevanten Sektoren zu fördern und zu unterstützen; weist auf die grundlegende Rolle von Klein- und Kleinstunternehmen in den betroffenen Regionen und Gebieten hin und fordert die an der EUSAIR beteiligten Mitgliedstaaten auf, aktive Maßnahmen zur Förderung solcher Formen der Wirtschaftsaktivitäten zu ergreifen;

50.  unterstützt die Maßnahmen zur Senkung des hydrogeologischen Risikos und der Gefahr der Küstenerosion;

51.  befürwortet Maßnahmen zur Unterstützung der Arbeitskräfte in maritimen Berufen, die durch die Umsetzung von politischen Maßnahmen der EU schwer in Mitleidenschaft gezogen worden sind, zum Beispiel durch alternative Projekte zur Wiederbelebung traditioneller Berufe;

52.  unterstreicht die Bedeutung der Forschung und fordert mit Nachdruck eine Unterstützung der maritimen Cluster;

53.  hebt hervor, dass die Entwicklung der Aqua- und Marikultur nicht nur für die Wiederherstellung der Artenvielfalt, sondern auch für das Wirtschaftswachstum in der Region Adria und Ionisches Meer eine wichtige Rolle spielen kann;

54.  fordert die Kommission auf, den Austausch bewährter Verfahren zu intensivieren, etwa in Bezug auf die Nachhaltigkeit von Projekten, die von Aktionsgruppen in den Küstenregionen entwickelt wurden;

Anbindung der Region

55.  weist darauf hin, dass die Verkehrs- und Energieanbindungen – einschließlich des Seeverkehrs, intermodaler Verbindungen in die küstenfernen Gebiete und Energienetzen – zwischen den teilnehmenden Staaten sowie zwischen ihnen und ihren anderen Nachbarn dringende Erfordernisse der Makroregion und eine Voraussetzung für ihre wirtschaftliche und soziale Entwicklung sind; unterstreicht, dass es keine Verbindung zwischen den beiden Küstenstreifen der Adria und eine lückenhafte Netzinfrastruktur im Raum Adria-Ionisches Meer gibt;

56.  regt an, Anreize für den Ausbau nachhaltiger Verkehrsverbindungen zu setzen, mit denen die Reisedauer verkürzt, die Verkehrs- und Logistikkosten gesenkt und die externen Auswirkungen verringert werden; fordert umfangreiche strategische Arbeiten für den Austausch zwischen Festland und Meer, um Möglichkeiten des intermodalen Verkehrs zwischen den Ländern zu schaffen, zum Zusammenhalt beizutragen, das Gesamtnetz auszubauen und die Verkehrsdichte auf den Straßen und damit die CO2-Emissionen zu verringern; verweist auf die Notwendigkeit, die maritime Dimension und die Häfen in Bezug auf die Kabotage, die Meeresautobahnen und die Kreuzfahrten zwischen den beiden Ufern der Adria sowohl auf der Nord-Süd-Achse der Adria wie auch auf den Ost-West-Routen zu verbessern; weist darauf hin, dass eine bessere Koordinierung erforderlich ist, um eine zu hohe Verkehrsdichte auf See zu verhindern und den Seeverkehr besser zu verwalten und zu kontrollieren;

57.  fordert die Anwendung der Verordnung über die Überwachung von Kohlendioxidemissionen aus dem Seeverkehr, die Berichterstattung darüber und die Prüfung dieser Emissionen (Verordnung (EU) 2015/757) für Innovationen und für die Schaffung eines nachhaltigen Seeverkehrs in der Makroregion, indem alternative Schiffsantriebsmotoren und alternative Kraftstoffe zum Einsatz kommen, um die Treibhausgasemissionen zu senken und die Energieeffizienz des Verkehrssektors zu verbessern.

58.  weist darauf hin, dass es wichtig ist, Seeschifffahrtsrouten und Häfen mit anderen Regionen Europas zu verbinden und Anbindungen an TEN-V-Korridore zu schaffen; fordert die teilnehmenden Staaten auf, ihre Bemühungen auf die Umsetzung von Projekten zu konzentrieren, die vom derzeitigen TEN-V-Netz und anderen Maßnahmen für seine vorgeschlagene Ausdehnung auf Südosteuropa/die östliche Adriaküste abgedeckt sind und mit deren Hilfe die in der Region Adria-Ionisches Meer vorhandene Infrastrukturlücke beseitigt werden kann; fordert die beteiligten Länder deshalb auf, vorrangige Infrastrukturprojekte mit regionalem und europäischem Mehrwert festzulegen, und schlägt vor, unter anderem den folgenden Projekten Beachtung zu schenken:

(i) Fertigstellung des Ostsee-Adria-Korridors;

(ii) Nord-Süd-Erweiterung des Korridors Skandinavien-Mittelmeer;

(iii) Einrichtung des Schienengüterverkehrskorridors Alpen-westlicher Balkan;

(iv) bessere Anbindung der iberischen Halbinsel an Mittelitalien und den westlichen Balkan;

(v) Verwirklichung einer Straßenverbindung im Balkanraum zwischen dem Hafensystem und Binnenländern sowie Schaffung einer Verbindung mit dem Rhein-Donau-Korridor;

(vi) Verbesserung der Hafeninfrastruktur für effizientere Verbindungen zwischen den beiden Küstenstreifen der Adria und Vorbereitung einer Strategie für eine umfassendere Versorgung Mitteleuropas mit importierten Waren durch die Leitungsgremien der nordadriatischen Häfen;

59.  regt an, die Kapazitäten des bestehenden Infrastrukturnetzes, insbesondere im Hinblick auf die derzeitigen Straßen- und Eisenbahnverbindungen in der Makroregion, bis zum letzten Kilometer zu verbessern; weist nachdrücklich darauf hin, dass die adriatisch-ionische Autobahn, die wichtige Impulse für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Makroregion setzen wird, so schnell wie möglich fertiggestellt werden muss; verweist auf die große Bedeutung der neuen Korridore, die Autobahnen, Eisenbahnen und andere Infrastruktureinrichtungen auf beiden Seiten der Region Adria-Ionisches Meer umfassen; weist darauf hin, dass eine bessere Koordinierung erforderlich ist, um eine zu hohe Verkehrsdichte auf See zu verhindern und den Seeverkehr besser zu verwalten und zu kontrollieren;

60.  fordert die Entwicklung einer Eisenbahninfrastruktur mit Hochgeschwindigkeitslinien zur internen Vernetzung der Makroregion und zur besseren Anbindung an die EU und innerhalb von ihr; betont die Bedeutung einer Verbesserung der Eisenbahnverbindungen in der Region Adria-Ionisches Meer und zwischen der tyrrhenischen Küste und der Küste der Adria bzw. des Ionischen Meeres;

61.  fordert die teilnehmenden Staaten auf, ihre Verkehrsinfrastruktur auf See, auf der Schiene und in der Luft zu verbessern, Meeresautobahnen in der Makroregion einzurichten, wobei sie insbesondere für die Anbindung der küstenfernen Gebiete intermodale Verkehrsmittel einsetzen sollten, sowie die Verkehrslogistik mit Hilfe modernster Techniken zu verbessern und dabei stets ein hohes Niveau an Umweltsicherheit und Nachhaltigkeit zu gewährleisten; fordert auch die beteiligten Länder auf, die Möglichkeiten zur Verbesserung der Vernetzung mit den Mitteln der E-Mobility zu prüfen, die ein internationales elektronisches Fahrscheinsystem ermöglicht;

62.  betont, dass die Inseln nicht effektiv angebunden sind; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, durch die Erkundung neuer koordinierter Optionen, die einen Mehrwert erbringen, durch die optimierte Nutzung von Fracht- und Passagierrouten und die Beteiligung privater und öffentlicher Interessenträger eine bessere Anbindung zu fördern, damit die Lebensqualität in diesen Gebieten verbessert wird; weist diesbezüglich darauf hin, dass die internen Verbindungen auf den Inseln und die Verkehrsinfrastruktur für eine nachhaltige Binnenmobilität verbessert werden müssen; weist außerdem nachdrücklich darauf hin, dass die Sicherstellung einer adäquaten Gesundheitsversorgung und eines Bildungsprogramms für die Bevölkerung der Inseln während des ganzen Jahres erforderlich ist;

63.  fordert die Umsetzung von Großprojekten zur Entwicklung intermodaler Verbindungen auf den Inseln und insbesondere eine umfassende Unterstützung der Flughäfen von strategischer Bedeutung, wie des Flughafens von Catania, sowohl im Hinblick auf die Infrastruktur als auch auf neue Routen zu anderen Regionen der Makroregion;

64.  fordert die teilnehmenden Staaten mit Nachdruck auf, ihre Bemühungen um eine Diversifizierung ihrer Energiequellen fortzusetzen, da hierdurch nicht nur die Energieversorgungssicherheit in der Makroregion verbessert wird, sondern auch der Wettbewerb intensiviert und die Energiearmut bekämpft werden, was der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Region in hohem Maße zugutekommen wird; betont, dass eingehende Bewertungen der Umweltauswirkungen von Maßnahmen im Energiesektor notwendig sind; betont, dass es wichtig ist, gemeinsam Investitionen in die Errichtung von Terminals für flüssiges Erdgas (LNG) und fehlende Gaspipelinenetze in der Makroregion zu planen, wodurch Energieunabhängigkeit und Energiesicherheit verbessert werden; fordert ferner Maßnahmen zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz, um dadurch auch die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern;

65.  regt den Aufbau einer Energieinfrastruktur an, die in der Lage ist, die Kohlendioxidemissionen zu verringern, die Energieeffizienz zu verbessern und die Energiesicherheit in der Makroregion und darüber hinaus zu gewährleisten; unterstreicht außerdem die Bedeutung der Ausarbeitung und Förderung eines Konzeptes für „intelligente Städte“, das einen zusätzlichen Nutzen der aktuell bestehenden energietechnischen Gesamtinfrastruktur der Makroregion möglich macht;

66.  weist auf das große Potenzial der erneuerbaren Energiequellen in der Makroregion hin, das nur unzureichend genutzt wird; fordert im Rahmen des Stromerzeugungsmix die Erschließung der verfügbaren erneuerbaren Energiequellen wie Sonnen- und Windenergie sowie (sofern technisch durchführbar) Gezeiten- und Wellenenergie; betont, dass Wasserkraftwerke in allen teilnehmenden Ländern nachhaltig und wettbewerbsfähig sein könnten; fordert die teilnehmenden Staaten auf, zur Errichtung eines gut funktionierenden Gas- und Strommarktverbunds in der Makroregion beizutragen, durch den der gleichen Zugang zu preisgünstiger und erschwinglicher Energie sichergestellt wird; betont, wie wichtig es ist, als eine Grundvoraussetzung für den Anschluss an den Energieverbund der EU grenzüberschreitende Energieverbundnetze zu stärken, um Investitionen im Energiesektor zu unterstützen, und Hindernisse für grenzüberschreitende Investitionen im Energiesektor zu beseitigen;

67.  spricht sich für die gemeinsame Planung und Investitionen – im Einklang mit dem TEN-E-Netz – in die Energieinfrastruktur für die Erzeugung und den Transport von Strom und Gas in der Makroregion aus, wobei die konkreten, in der Liste der Projekte von Interesse für die Energiegemeinschaft aufgeführten Vorhaben umgesetzt werden sollten;

68.  ist besorgt über die neuen Vorstöße im Bereich der Auffindung und Förderung von Erdöl und Erdgas vor den Küsten und an Land, was die Makroregion der Gefahr von Katastrophen mit ausgesprochen schwerwiegenden Folgen für die Umwelt, die Wirtschaft, einschließlich des Fischereisektors, und die öffentliche Gesundheit aussetzen könnte; betont, dass jegliche Aktivität dieser Art in Einklang mit den Rechtsvorschriften und Leitlinien der Union in den Bereichen Klimaschutz und erneuerbare Energie stehen muss; betont, dass die Adria ein abgeschlossenes Meer mit nur geringer Tiefe ist, das keine Schadstoffe abbauen kann und an beiden Ufern durch eine florierende Tourismuswirtschaft gekennzeichnet ist; betont weiterhin, dass das Wachstum der Makroregion zunächst vom Tourismus und von wirtschaftlichen Aktivitäten abhängen sollte, die mit den spezifischen Umweltgegebenheiten und Ökosystemen der Makroregion in Zusammenhang stehen; unterstreicht die Notwendigkeit, dass die EU-Rechtsvorschriften und die internationalen Übereinkommen über die ökologische Nachhaltigkeit und die Sicherheit von maritimen Tätigkeiten einheitlich umgesetzt werden; fordert die umfassende Umsetzung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (2008/53/EG) und der Richtlinie über die Sicherheit von Offshore-Erdöl- und -Erdgasaktivitäten (2013/30/EU);

69.  fordert die Festlegung gemeinsamer europäischer Verkehrssicherheitsstandards für die Makroregion Adria-Ionisches Meer;

70.  verweist auf die Notwendigkeit, den grenzüberschreitenden Linienflugverkehr über gemeinsam geplante Projekte zu fördern, durch die die Verbindungen innerhalb der Makroregion sichergestellt und ausgebaut werden sollen;

Umweltqualität

71.  verweist auf den Reichtum der Ökosysteme der teilnehmenden Staaten im Meer, an den Küsten und an Land; weist darauf hin, dass das Adriatische Meer Lebensraum für nahezu die Hälfte (49 %) der registrierten mediterranen Meereslebewesen und aufgrund seiner geringen Tiefe, seiner beschränkten Strömungen und des starken Einflusses von Flüssen die ungewöhnlichste Teilregion des Mittelmeeres ist; fordert gemeinsame Bemühungen, damit alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen, wie zum Beispiel die Nutzung sauberer Kraftstoffe in der Seeschifffahrt und der Logistik, ergriffen werden, mit denen die biologische Vielfalt der Meeresumwelt und der transnationalen terrestrischen Lebensräume erhalten werden und der Meeresverschmutzung und anderen Bedrohungen der biologischen Vielfalt an den Küsten und im Meer Einhalt geboten werden kann; betont die große Bedeutung des Schutzes von Meeres- und Landlebewesen wie den Mittelmeer-Mönchsrobben, Grottenolmen, Luchsen, Gänsegeiern und anderen und fordert die teilnehmenden Länder auf, angemessene Maßnahmen zur Verwirklichung dieses Ziels zu ergreifen;

72.  fordert den Austausch bewährter Verfahren zwischen den teilnehmenden Ländern im Bereich der Verwaltung des Natur- und Kulturerbes einschließlich Natura 2000-Gebieten und UNESCO-Welterbestätten mit der Absicht, nachhaltige Fremdenverkehrsattraktionen zu schaffen;

73.  fordert alle teilnehmenden Staaten mit Nachdruck auf, ihre Kräfte zu bündeln, um unter Beteiligung verschiedener Interessenträger (nationaler, regionaler und lokaler Behörden, Forschungsgemeinschaften, NGO usw.) eine maritime Raumplanung gemäß der Richtlinie 2014/89/EU zur Schaffung eines Rahmens für die maritime Raumplanung und ein integriertes Küstenmanagement umzusetzen; ist der Ansicht, dass eine ordnungsgemäße gemeinsame Verwaltung des maritimen Raums einen wichtigen Rahmen für eine nachhaltige und transparente Nutzung der maritimen Ressourcen und der Meeresressourcen bietet;

74.  fordert die Kommission angesichts der fortschreitenden Beschränkungen der Fanggründe infolge einer Zunahme der maritimen Aktivitäten auf, dafür zu sorgen, dass die Interessen aller betroffenen Sektoren in jeder Entwicklungsphase der maritimen Aktivitäten in gleichberechtigter Weise berücksichtigt werden, insbesondere bei der Konzeption der maritimen Raumplanung und des integrierten Küstenzonenmanagements;

75.  unterstreicht die Bedeutung des Schutzes und der Erhaltung von Flüssen und Seen im Becken der Region Adria-Ionisches Meer;

76.  weist darauf hin, dass die historisch bedingte und grenzüberschreitende Verschmutzung verantwortungsvoll angegangen werden muss und dass die Areale, die von industrieller Verschmutzung des Bodens, des Wassers und der Luft oder auch von Verschmutzung durch Militärkonflikte betroffen sind, saniert werden müssen; unterstützt alle wirksamen Maßnahmen zur Verringerung der von chemischen und konventionellen Waffen herrührenden Meeresverschmutzung; unterstützt die Verminderung und – als Endziel – die Beseitigung der Meeresverunreinigung durch Müll und insbesondere die Verschmutzung auf den adriatischen Inseln durch Abfälle im Einklang mit der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie;

77.  erklärt sich besorgt über die Schäden durch Plastikabfall im Meer; fordert die Kommission auf, Initiativen zu unterstützen, die darauf abzielen, diesen Abfall zu sammeln und zu rezyklieren; erachtet es als wichtig, die Fischer in dieses Vorhaben einzubinden;

78.  fordert die Länder auf, umfassende Pläne für die Wiederverwendung veralteter Industrie- und Militäreinrichtungen zu erarbeiten und umzusetzen; betont, dass diese Einrichtungen nicht nur eine Bedrohung der Umwelt darstellen, sondern auch erhebliches wirtschaftliches Potenzial in sich bergen, das ungenutzt bleibt;

79.  fordert die Unterstützung einer Verlagerung von Industrie aus Ballungszentren und Küstengebieten zur Verbesserung der Lebensqualität;

80.  weist darauf hin, dass alle zur Verfügung stehenden Instrumente zum Einsatz kommen müssen, damit in der Region die besten Lösungen zur Abfall- und Abwasserbehandlung im Einklang mit der Richtlinie 91/271/EWG des Rates vom 21. Mai 1991 über die Behandlung von Abwasser in den EU-Mitgliedstaaten umgesetzt werden;

81.  weist auf die verschiedenen Naturkatastrophen und vom Menschen verursachten Katastrophen hin, von denen die Region in den vergangenen Jahren betroffen war; macht auf das Problem der Entwaldung und auf andere Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel aufmerksam; betont die Notwendigkeit, bei der Umsetzung des Aktionsplans und der Prioritäten der einzelnen Säulen die horizontalen Grundsätze des Katastrophenrisikomanagements und der Anpassung an den Klimawandel nicht zu vernachlässigen; fordert zur Zusammenarbeit zwischen den hydrometeorologischen Instituten der Länder bei der Bewältigung extremer Klimaphänomene und der Folgen des Klimawandels sowie beim Katastrophenrisikomanagement auf; weist darauf hin, dass die Wasserwirtschaft, die Landwirtschaft und der Tourismussektor die Sektoren sind, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, und fordert aus diesem Grund die Zusammenarbeit zwischen den einzelstaatlichen Behörden mit dem Ziel, einen Rahmen und einen Fördermechanismus für die Umsetzung von Anpassungs- und Abmilderungsmaßnahmen einzuführen;

82.  unterstreicht die Notwendigkeit, den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken, insbesondere im Seeverkehr;

83.  betont, dass die geografischen und saisonalen Unterschiede beim Zugang zu Wasserreserven ein Problem darstellen und die Inseln und Küstenbereiche im Sommer erheblich unter Wasserknappheit leiden, wenn der Wasserbedarf aufgrund der in großer Zahl ankommenden Touristen um ein Vielfaches steigt;

84.  fordert nachdrücklich, dass ein regionales Zentrum für Katastrophenvorsorge eingerichtet wird, welches durch einen gemeinsamen Notfallplan für Öl- und großflächige Umweltverschmutzungen ergänzt wird, so dass ein Frühwarnsystem für die Verhinderung von natürlich oder durch Industrie, Verkehr oder andere Aktivitäten bedingten Katastrophen wie beispielsweise Überschwemmungen, Bränden und Rohstoffgewinnungsaktivitäten in der Adria geschaffen wird; betont, dass das Zentrum direkt mit dem EU-Katastrophenschutzverfahren verbunden sein sollte; hält es für dringend geboten, das Ökosystem und die biologische Vielfalt der Region durch ein besseres Verständnis und den Austausch bewährter Verfahren zu bewahren;

85.  fordert die Drittländer auf, mit Blick auf ihren künftigen Beitritt zur Union die Umsetzung des sektorspezifischen Besitzstandes (wie z. B. der Wasserrahmenrichtlinie) zu beschleunigen;

86.  fordert die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, sich mit den zuständigen Behörden der Nachbarstaaten und der örtlichen Gemeinden in der Makroregion zu beraten, insbesondere im Hinblick auf Wirtschaftsaktivitäten, die gemäß Richtlinie 2014/52/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 zur Änderung der Richtlinie 2011/92/EU über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten Umweltverträglichkeitsprüfungen zu unterziehen sind;

Nachhaltiger und wettbewerbsfähiger Tourismus

87.  betont die wesentliche Bedeutung des Tourismus für die Wirtschaft der EU und die Entwicklung des sozialen Zusammenhalts in der EU und insbesondere für die Mittelmeerländer und die gesamte Region; betont, dass neue Ansätze entwickelt werden müssen, die dazu beitragen, die Saisonabhängigkeit zu überwinden und mit den Auswirkungen und der Nachhaltigkeit des Tourismus in Bezug auf die Umwelt vereinbar sind; fordert nachdrücklich eine stärkere Unterstützung der Finanzierung von Tourismusprojekten aus den ESI-Fonds und anderen Quellen;

88.  fordert nachdrücklich, dass die grenzüberschreitenden Straßenverbindungen verbessert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit im Fremdenverkehrssektor zu steigern, da schlechte Verbindungen Verkehrsengpässe und lange Verzögerungen verursachen; weist auf die Notwendigkeit hin, für touristische Zwecke die bestehende Luftverkehrsinfrastruktur und die Seeverbindungen zwischen den beiden Küstenstreifen der Adria zu verbessern;

89.  weist darauf hin, dass in der Makroregion bereits vorhandene Landeplätze und Flughäfen bevorzugt genutzt werden sollten, um eine übermäßige Konzentration von Passagieren an wenigen Knotenpunkten zu vermeiden und nachhaltigere und besser ausgewogene Touristenströme an den verschiedenen Orten zu fördern;

90.  weist auf das reichhaltige Kultur- und Naturerbe der Region (einschließlich kultureller Angebote wie Kino, Theater und Musik) als einen Vorzug hin, auf den sich der Tourismussektor stützen kann; weist darauf hin, dass es in allen teilnehmenden Staaten zahlreiche geschützte UNESCO-Welterbestätten und Natura-2000-Gebiete gibt; vertritt die Auffassung, dass das Potenzial des Tourismus trotz des erheblichen Beitrags dieser Branche zur Wirtschaft nicht vollständig ausgeschöpft wird, was in erster Linie auf die ausgeprägte Saisonabhängigkeit sowie darauf zurückzuführen ist, dass es an Innovation, Nachhaltigkeit, Verkehrsinfrastruktur, der Qualität des Tourismusangebots, der Qualifikation der beteiligten Interessenträger und einem verantwortungsbewussten Tourismusmanagement mangelt; fordert die beteiligten Staaten auf, Maßnahmen zu ergreifen, um ein angemessenes Angebot an Verbindungen und Fremdenverkehrseinrichtungen während und außerhalb der Sommersaison zu schaffen, um die Touristenströme zu verteilen und für eine konstante Anwesenheit von Touristen über alle Jahreszeiten hinweg zu sorgen; betont, wie wichtig es ist, den Tourismus mit dem Natur- und Kulturerbe und dem künstlerischen Erbe zu verknüpfen;

91.  fordert die Mitgliedstaaten auf, nachhaltige Mobilitätslösungen im Tourismussektor zu fördern und dadurch die Qualität und Bandbreite der Tourismusdienstleistungen zu verbessern;

92.  erkennt die Bedeutung von National- und Naturparks sowie von Schutzgebieten als Grundlage für die künftige Bildung der Bürger in Angelegenheiten des Umweltschutzes und der Bekämpfung des Klimawandels an;

93.  betont, dass die zwischenstaatliche Zusammenarbeit eine Grundvoraussetzung für die weitere Entwicklung des Tourismus in der Region darstellt; regt an, Tourismusstrategien für die Adria und das Ionische Meer auszuarbeiten, die sich auf Nachhaltigkeit stützen und die Staaten in die Lage versetzen, Synergien zu nutzen und gemeinsame Herausforderungen auf makroregionaler Ebene zu bewältigen; ist der Ansicht, dass Zusammenarbeit notwendig ist, um das Profil der Ziele in der adriatisch-ionischen Region zu verbessern;

94.  fordert die Kommission, die teilnehmenden Länder und die lokalen und regionalen Behörden nachdrücklich auf, Maßnahmen zu ergreifen, mit denen Anreize für die Interessenträger zur Verbesserung der Tourismusinfrastruktur geschaffen werden;

95.  betont, dass es wichtig ist, die Kultur- und Kreativwirtschaft und insbesondere die Entwicklung und Integration geschäftlicher Aktivitäten in den Bereichen Musik, Theater, Tanz und Film zu unterstützen; regt die Organisation von Festivals, Tagungen und kulturellen Veranstaltungen zur Förderung der Integration an;

96.  macht darauf aufmerksam, dass der Zugang zu Unterstützung und Finanzmitteln für KMU vereinfacht werden muss, da sie für den Tourismussektor von entscheidender Bedeutung sind; fordert die Interessenträger in der Region auf, sich am Unternehmernetzwerk „Enterprise Europe Network“ zu beteiligen, um Erfahrungen auszutauschen, sich mit anderen zu vernetzen und grenzüberschreitende Partnerschaften zu schließen;

97.  betont die Bedeutung von Projekten in den Bereichen „intelligente Spezialisierung“ und „intelligente Gemeinden“, in deren Rahmen bestehende Innovationsplattformen genutzt werden, wie zum Beispiel die Schaffung eines Kreativitätsclusters in der Region Adria-Ionisches Meer;

98.  unterstützt die Entwicklung eines diversifizierten touristischen Angebots mit thematischen touristischen Stätten und Routen und mit unterschiedlichen Ausprägungen – Kultur, ländliches Umfeld, Gesundheit, Medizin, Nautik, Wein und kulinarischer Genuss, Tagungen und Sport –, wozu auch Radfahren, Golf, Tauchen, Wandern, Skisport, Bergsteigen und Outdoor-Sportarten gehören, damit der Tourismus über das ganze Jahr gefördert und die Wettbewerbsfähigkeit der touristischen Ziele auf nachhaltiger Grundlage verbessert werden kann; unterstützt die Entwicklung des ländlichen Tourismus, um den Druck auf große Tourismuszentren und schmale Küstenregionen zu mindern und zur Überwindung der Saisonabhängigkeit beizutragen; unterstützt die Ausweitung touristischer Aktivitäten auf küstenferne Gebiete in Verbindung mit der Schaffung integrierter Tourismusprodukte, die sich auch auf die Hauptattraktionen der Makroregion und ihrer Hauptstädte erstrecken;

99.  unterstreicht die Bedeutung der Kohärenz zwischen Tourismusmanagement und touristischer Infrastruktur sowie die Notwendigkeit der Steigerung der Qualität und der Vielfalt der Dienstleistungen und des Angebots unter Berücksichtigung der Besonderheiten der Region; betont zugleich die Bedeutung der Förderung und Erhaltung der lokalen und regionalen Traditionen;

100.  unterstreicht, wie wichtig es ist, alternative Routen und Geschäftsmodelle zu erkunden und die Verknüpfung von Kreuzfahrtangeboten mit der lokalen Bevölkerung und lokalen Produkten zu verbessern, um so die unerträgliche Überlastung besser in den Griff zu bekommen und das vollständige vorhandene Potenzial besser auszuschöpfen, wodurch dauerhaftere wirtschaftliche Vorteile für die Wirtschaft vor Ort erzielt werden; weist auf die Bedeutung der Entwicklung und Vermarktung touristischer Routen in der Makroregion durch die Erschließung bestehender Routen und durch fortgesetzte entsprechende Werbung hin;

101.  unterstützt die Erschließung von Clustern von in der Region weit verbreiteten Produkten zu touristischen Zwecken und die Festlegung von Programmen zur Absatzförderung und Vermarktung;

102.  unterstreicht die Notwendigkeit einer echten Intermodalität im Verkehrssektor, die sich durch ein ausgefeiltes Netz mit Dienstleistungen und Umschlagbereichen auszeichnet, um einen hochwertigen und umweltverträglichen Tourismus zu entwickeln;

103.  unterstützt die Ausarbeitung einer Charta Adria-Ionisches Meer, die mittels der Festlegung grundlegender Kriterien und Leitlinien einen nachhaltigen Tourismus fördert, durch die Umsetzung des ETIS (Europäisches Tourismusindikatorensystem), mit dessen Hilfe die Leistungsfähigkeit der touristischen Destinationen bewertet werden kann, um ihre Nachhaltigkeit zu verbessern;

104.  beauftragt seinen Präsidenten, diese Entschließung dem Rat, der Kommission und den Regierungen und Parlamenten der an der EUSAIR teilnehmenden Länder (Kroatien, Griechenland, Italien, Slowenien, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Serbien) zu übermitteln.

BEGRÜNDUNG

Hintergrund

Auf seiner Tagung im Dezember 2012 forderte der Europäische Rat die Kommission auf, bis Ende 2014 eine Strategie für die Region Adria-Ionisches Meer (EUSAIR) vorzulegen. Die Kommission leistete dieser Aufforderung Folge und unterbreitete die neue EUSAIR am 17. Juni 2014.

Die EUSAIR stellt die dritte makroregionale Strategie der EU dar und eignet sich gut dafür, von den Lehren und Erfahrungen der EU-Strategie für den Ostseeraum und der EU-Strategie für den Donauraum zu profitieren. Sie baut auf der bestehenden Kooperation in der Region auf, hauptsächlich auf der Initiative Adria-Ionisches Meer, die im Jahr 2000 mit der Unterzeichnung der Erklärung von Ancona begann, und der Euroregion Adria-Ionisches Meer, die 2006 von 26 regionalen und lokalen Gebietskörperschaften aus sieben Ländern als Mitglieder gegründet wurde. Die EUSAIR betrifft acht Länder, wobei zu gleichen Teilen EU-Mitgliedstaaten (Kroatien, Griechenland, Italien und Slowenien) und Nicht-EU-Länder vertreten sind, von denen alle entweder „Bewerberländer“ (Albanien, Montenegro und Serbien) oder „potenzielle Bewerberländer“ (Bosnien und Herzegowina) sind. Mit ihren mehr als 70 Millionen Einwohnern trägt die Region maßgeblich zur Stärkung der geografischen Kontinuität in Europa bei.

Die turbulente Vergangenheit der Region ist geprägt durch Ereignisse, die katastrophale und langfristige Auswirkungen auf die Entwicklung und die Kooperation zwischen den Ländern hatten. In der jüngsten Vergangenheit hatte die Wirtschaftskrise beträchtliche Auswirkungen auf die Region. Die Arbeitslosigkeit und die Verschuldung erreichen beispiellose Werte, und die Länder sind zu schmerzhaften Haushaltskürzungen und zu fiskaler Konsolidierung gezwungen. Wirtschaftsaufschwung und -wachstum in den darniederliegenden Volkswirtschaften werden durch zurückgehende Investitionen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich behindert.

In diesem Zusammenhang bietet die EUSAIR eine einzigartige Gelegenheit, dass die Länder der Region die wirtschaftlichen und politischen Probleme der Vergangenheit dadurch ad acta legen können, dass sie unter der Anleitung der Kommission zusammenarbeiten, um Wohlstand und nachhaltige Entwicklung anzustreben.

Das Timing der EUSAIR ist aus zwei Gründen ideal, die beide ihre Ursache in politischen Neuausrichtungen auf EU-Ebene haben. Erstens hat die Juncker-Kommission entschieden, den Schwerpunkt ihrer Ausrichtung auf die Förderung von Investitionen über den Investitionsplan und den daraus resultierenden Europäischen Fonds für strategische Investitionen zu legen. Für die Staaten der Region Adria-Ionisches Meer bedeutet dies eine hervorragende Chance, die sich in den letzten Jahren aufgetane Investitionslücke zu schließen. Die EUSAIR ist eine Gelegenheit, diese Investitionen so zu steuern, dass Ergebnisse zu Gunsten der gesamten Region erzielt werden können. Zweitens hat die Kommission mehrfach erklärt, dass es in naher Zukunft keine neue Erweiterung geben werde. Wenn dies auch keine guten Neuigkeiten für die Länder des westlichen Balkans sind, wird die EUSAIR sie doch in die Lage versetzen, einen Schritt näher an die EU heranzukommen, indem sie ihre Politik angleichen und mit Mitgliedstaaten eng zusammenarbeiten.

Das Potenzial der Region Adria-Ionisches Meer ist gewaltig und kann nur durch gemeinsame und koordinierte Bemühungen aller Länder in der Region mit einer starken Beteiligung lokaler und regionaler Gebietskörperschaften erschlossen werden. Die Kommission wird zusammen mit der EIB und anderen internationalen Akteuren eine besondere Rolle spielen müssen, indem sie Orientierung und Unterstützung bei der Umsetzung der Strategie bietet. Ihr Berichterstatter ist zuversichtlich, dass sich die EUSAIR als eine Maßnahme von historischer Bedeutung sowohl für die teilnehmenden Länder als auch für die EU als Ganzes erweisen wird.

Prioritäten und Vorschläge

Als Ergebnis mehrerer Monate von Erörterungen mit den Beteiligten der Strategie auf EU-Ebene sowie nationaler, regionaler und lokaler Ebene der beteiligten Länder haben sich folgende Entwicklungsprioritäten, Ideen und Vorschläge ergeben:

Säule I – Blaues Wachstum (Seefischerei, Aquakultur, blaue Technologien, meerespolitische Governance und maritime Dienste)

-  Anpassung an eine ressourcenschonende Fischerei und Förderung der Erzeugung und des Verbrauchs von Meeresfrüchten;

-  Verbesserung des Geschäftsumfelds und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der maritimen Industrien durch Unterstützung bei Institutionen und Infrastrukturen;

-  Unterstützung von Forschung und Entwicklung sowie angewandten Innovationen in der maritimen Industrie und Förderung blauer Forschung, Innovation und Fähigkeiten;

-  Investitionen in die Entwicklung der Humanressourcen;

-  die makroregionale Clusterentwicklung – „Grüne Cluster für den Schiffsbau in der Region Adria-Ionisches Meer“ – fördert den Einsatz neuer Materialien und Biotechnologien, um den Druck auf die Umwelt zu vermindern, der durch technologische Arbeiten im Schiffsbau, bei der Schiffsreparatur und bei der Wartung von Yachten verursacht wird;

-  Verbesserung des Zugangs zu Finanzierungen und Förderung von Unternehmensneugründungen – „Blaue Finanzierung in der Region Adria-Ionisches Meer“;

-  die Ordnungspolitik für den Meeresraum – „Task Force für meerespolitische Entscheidungsfindung und maritime Dienstleistungen“, „Umsetzung einer koordinierten maritimen Raumplanung (MRP) und eines integrierten Küstenzonenmanagements (IKM)“ – legt die Rechtsgrundlage für den maritimen Raumordnungsplan, wobei die Möglichkeiten von Änderungen der Rechtsvorschriften in Erwägung zu ziehen sind, um die Normen aufzustellen, nach denen sich die Umsetzung des Plans richtet;

-  maritime Qualifikationen – „Fluss maritimer Qualifikationen“;

-  Ordnungspolitik für den Meeresraum – „Task Force für meerespolitische Entscheidungsfindung und maritime Dienstleistungen“

-  Weitergabe von Daten und Wissen – „Daten-Cloud für die Region Adria-Ionisches Meer zur Unterstützung von meerespolitischer Entscheidungsfindung und maritimen Dienstleistungen“;

-  institutionelle Kapazität zur Harmonisierung maritimer Normen und Regelungen – „Ausbildung in den Bereichen MRP und IKM sowie gegenseitige Unterstützung“;

-  Verknüpfung von Tourismus und Fischerei – die meisten der Küstenbewohner leben von Fischerei und Tourismus;

-  Fischerei auf nachhaltige Art – Einsatz kleiner Schiffe, Benutzung selektiver Geräte;

-  die Einrichtung geschützter Meeresgebiete – würde eine nachhaltige Fischerei gewährleisten;

-  Bereitstellung von Maschinen, die nicht die Umwelt belasten;

-  Einrichtung kleiner familiengeführter Verarbeitungsbetriebe, denn so kann die Bevölkerung, die vom Fischfang lebt, mehr Wert durch ein vollständiges Endprodukt schöpfen;

-  bessere Vernetzung der Länder, Aufstellung gemeinsamer Pläne und Regelungen für die Fischereimärkte;

-  Integration und Annahme regionaler langfristiger Fischereipläne, insbesondere hinsichtlich der teilbaren Ressourcen;

-  EU-Konformität und gemeinsame Standards und Praktiken – „EU-Konformität im Bereich der Fischerei“, „Entwicklung gemeinsamer Standards im Bereich der Aquakultur“;

-  Diversifizierung und Rentabilität von Fischerei und Aquakultur – „Netzwerk von Unternehmen im Bereich Meeresfrüchte zur Abwendung von Krisen“, „Verbesserung und Diversifizierung des Fischfangs“, „Standortwahl und -management für eine nachhaltige Aquakultur“ – zur Verbesserung der Entwicklungsplattform bei Fischerei und Aquakultur, um die Produktivität und Qualität der Umweltleistung durch die Entwicklung von Tätigkeiten zu steigern, die die Integration von Fischerei- und Tourismusattraktionen, die Entwicklung einer Aquakultur in einer Weise, die die Koexistenz mit anderen Tätigkeiten ermöglicht, sowie die Bestimmung nachhaltiger und umweltfreundlicher Standorte für die Fischerei und die Meereskultur ermöglichen.;

-  Steigerung der Erzeugung und Förderung der Aquakultur im Sinne einer Verringerung der negativen Auswirkungen der Fischerei auf bestehende Fischbestände sowie im Sinne von Laichschutz, wie etwa bei der nahe gelegenen Insel Jabuka in Kroatien;

-  Verknüpfung von Tourismus und Aquakultur als kompatible Tätigkeiten;

-  Benutzung der Raumplanung in der Aquakultur auf der Grundlage gemeinsamer Prinzipien und Praktiken – Konzept der Bereiche, die der Aquakultur zugewiesen sind (AZA);

-  Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Aquakultur: Förderung der Zusammenarbeit bei Forschung und Entwicklung, Diversifizierung des Sektors (neue Arten, neue Techniken, organische Aquakultur);

-  Förderung traditioneller Arten der Aquakultur, die vollständig in den natürlichen Raum integriert sind, Einsatz natürlicher Materialien für Farmen, Zucht autochthoner Arten;

-  Zusammenarbeit bei der Aquakultur in der Makroregion, Aufstellung gemeinsamer Pläne für eine bessere Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt;

-  effektiveres Geschäftsumfeld für Unternehmen und Investoren;

-  verstärke geschäftliche Zusammenarbeit zwischen Unternehmen in der Region;

-  Beseitigung von Hindernissen für wirtschaftliche Tätigkeit durch Unternehmen im Binnenmarkt der EU;

-  Förderung des Transfers neuer Technologien im wirtschaftlichen und staatlichen Bereich sowie Förderung des technologischen Fortschritts der Gesellschaft;

-  Erhaltung der nationalen Fischereisektoren (insbesondere ihrer traditionellen Arten des Fischfangs) und der Aquakultursektoren als Teil der Umsetzung der Gemeinsamen Fischereipolitik;

Säule II – Vernetzung der Region (Seeverkehr, intermodale Anbindung an das Hinterland, Energienetze)

-  die Nord-Süd-Verlängerung des Skandinavien-Mittelmeer-Korridors zu dem Abschnitt Ancona-Pescara-Bari und des Ostsee-Korridors zur Adriaküste und um die iberische Halbinsel besser an Mittelitalien und den Balkan anzubinden;

-  systematischer Ausbau der Verkehrsinfrastruktur durch Renovierung, Expansion oder Bau neuer Infrastruktur, wie etwa die Brückenprojekte Messina und Pelješac sowie anderer Projekte;

-  Wettbewerbsfähigkeit im Markt für Verkehrsdienstleistungen entsprechend den EU-Bestimmungen;

-  Entwicklung nationaler Systeme, um den öffentlichen/kollektiven Verkehr zu unterstützen und die Attraktivität öffentlichen Verkehrs bei allen Verkehrsträgern zu steigern;

-  Umsetzung öffentlich/privater Partnerschaften bei Verkehrsvorhaben;

-  langfristige Planung von Programmen für die Verkehrssicherheit, insbesondere im Straßenverkehr;

-  Verbesserung der Systeme für den Grenzübertritt,

-  Verbesserung der Anbindung von Seehäfen an das Hinterland über TEN-V und verstärkter Ausbau der Intermodalität in der Region Adria-Ionisches Meer;

-  Verminderung der Isolierung von Inseln und entlegenen Gebieten durch Verbesserung ihres Zugangs zu Verkehrs- und Energiedienstleistungen;

-  Aufbau der angemessenen Energieinfrastruktur;

-  Diversifizierung von Ressourcen und Lieferrouten für die Großregion mit dem Ziel der Energievernetzung der Makroregion Adria-Ionisches Meer in den europäischen Energieraum;

-  Zusammenfassung von Hafentätigkeiten/-dienstleistungen in Clustern in der gesamten Region – Beispiele für mögliche Projekte: gemeinsame Nutzung strategischer Funktionen und Harmonisierung von Hafenprozessen über ein gemeinsames intelligentes Verkehrssystem (GIV), aufbauend beispielsweise auf der Initiative Nord-Adriatische Hafenvereinigung (Triest, Koper, Venedig und Rijeka) oder auf dem Projekt Adriatische Hafengemeinschaft (Venedig, Ploče und Igoumenitsa);

-  Verbesserung und Harmonisierung von Verkehrsüberwachung und -steuerung;

-  Ausbau von Häfen, Optimierung von Hafenschnittstellen, -infrastruktur, -verfahren/-abläufen;

-  Entwicklung des umfassenden Netzwerks für den westlichen Balkan;

-  Verbesserung der Zugänglichkeit der Küstengebiete und Inseln;

-  Entwicklung von Meeresautobahnen;

-  Eisenbahnreform;

-  Entwicklung des Luftverkehrs;

-  Vereinfachung des Grenzübertritts;

-  die Trassenführung transnationaler Korridore auf dem nationalen Hoheitsgebiet (Meeresautobahnen, TEN-V-Kernnetzkorridor Mittelmeer und Ostsee-Adria);

-  Verbesserung der Sicherheit im Seeverkehr, Informationssysteme, Sensibilisierung für die maritime Situation, um einen effektiveren Einsatz von Humanressourcen, Ausrüstungen und Schiffen zu erreichen, wirksamere Reaktion auf Probleme bei der maritimen Sicherheit und der Verschmutzung der Meeresumwelt;

-  Abstimmung der wichtigsten Infrastrukturprojekte zur Anbindung zwischen Ländern im Adriatischen Raum;

Säule III – Umweltqualität (Meeresumwelt, grenzübergreifende Lebensräume an Land und biologische Vielfalt)

-  Verminderung der von Menschen verursachten Eutrophierung aus Punktquellen und diffusen Quellen durch Investitionen in den Wassersektor (Bau von Kläranlagen für Abwasser von Haushalten und Industrie sowie entsprechenden Anlagen zur Klärschlammentsorgung und Sanierung des Abwassernetzes) und ökologische/biologische Farmen (Aquakultur) in den Küstengebieten;

-  geschützte und wiederhergestellte biologische Vielfalt und Ökosysteme durch ein angemessenes System der Überwachung, Information und Steuerung für Natura 2000 und Gewährleistung einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Natur;

-  Verminderung der Auswirkungen der Abfälle im Meer auf die Umwelt durch eine bessere Abfallwirtschaft in den Küstengebieten und durch Säuberungsprogramme;

-  Erleichterung einer koordinierten Erhaltung und nachhaltigen Entwicklung von Küstenzonen in der Region durch Ratifizierung und Umsetzung des Protokolls über integriertes Küstenzonenmanagement (IKZM) des Übereinkommens von Barcelona;

-  Förderung und Erreichung der nachhaltigen Entwicklung der Meeres- und Küstenwirtschaft sowie der nachhaltigen Nutzung von Meeres- und Küstenressourcen durch die maritime Raumordnung;

-  Steigerung des Wissens über die Meere – Verbesserung der raschen Verfügbarkeit von Daten über den Stand der biologischen Vielfalt an Land und auf See;

-  Stärkung des Netzes geschützter Meeresgebiete – Aufbau von Kapazitäten zur Umsetzung des Ökosystemzugangs und der Anfertigung von Karten von Gebieten, die für die Erhaltung von Arten und Lebensraumtypen an den vorrangigen Orten wichtig sind, sowie Einrichtung geschützter Gebiete auf See;

-  Unterstützung von Säuberungsprogrammen;

-  Ermittlung von Hotspots für die Meeresumwelt;

-  Austausch bewährter Verfahren unter den Behörden, die die geschützten Meeresgebiete verwalten;

-  Aufstellung und Umsetzung eines gemeinsamen Notfallplans;

-  Prioritätensetzung bei Investitionen als Ausdruck des Beitrags zur Verringerung der Verschmutzung des Meeres;

-  Harmonisierung und Durchsetzung nationaler Gesetze über Lebensräume an Land und biologische Vielfalt – Harmonisierung von Rechtsvorschriften im Bereich der Stadtplanung, des Naturschutzes, sowie des ökologischen und kulturellen Erbes mit dem Europäisches Landschaftsübereinkommen;

-  Schutz und Wiederherstellung von Nassräumen und Karstfeldern an der Küste;

-  Anbindung und Expansion nationaler Überwachungstätigkeiten an ein Frühwarnsystem, um das Risiko von Überschwemmungen/Sturmfluten, Verschmutzung, Bränden usw. zu verringern;

-  Anbindung/Einrichtung des Systems zur Überwachung des aktuellen Standes der Meeresumwelt und Anbindung/Einrichtung von Maßnahmen zum Schutz der Meeresumwelt auf der Ebene von (Unter-)Regionen im Hinblick auf die Erreichung einer guten ökologischen Lage hinsichtlich Problemen, die nicht durch Überwachungstätigkeiten/Maßnahmen im Geltungsbereich nationaler Bestimmungen gelöst werden können (zum Beispiel Verträge wie etwa das Übereinkommen von Barcelona mit Protokollen, europäische Richtlinien – Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie usw.);

Säule IV –Nachhaltiger und wettbewerbsfähiger Tourismus (diversifiziertes Tourismusangebot, nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Tourismusmanagement)

-  Diversifizierung von Tourismusprodukten und -angeboten mit dem Ziel, die Saisonabhängigkeit zu überwinden – grenzübergreifende thematische Routen, Aufwertung des kulturellen und natürlichen Erbes durch Tourismus, Bau neuer touristischer Infrastruktur (zum Beispiel Themenparks, Golfanlagen), Markenpflege bei Tourismusprodukten und -dienstleistungen in der Makroregion, Werbung für die Region auf den Weltmärkten, Werbung bei spezifischen Zielgruppen (zum Beispiel Senioren oder Kongress- und Geschäftstourismus), Positionierung der Region als hervorragendes Reiseziel in der Nebensaison;

-  Stärkung von Qualität und Innovation im Tourismus – IKT, Schulung, Technologietransfer, Vernetzung von Wirtschaftsthemen, Cluster, Austausch von Beispielen für bewährte Verfahren, Verbindung der Sektoren Landwirtschaft, Tourismus und Lebensmittelversorgung auf der lokalen Ebene, innovative Maßnahmen für Werbung/Marketing;

-  nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Tourismusmanagement – Diversifizierung des Schiffs- und Kreuzfahrttourismus, nachhaltige F&E-Plattform neuer Produkte und Dienstleistungen, Entwicklung nachhaltiger thematischer Touristenrouten, Erstellung von Karten bestehender thematischer Touristenrouten, Aufwertung des natürlichen und kulturellen Erbes, Vernetzung nachhaltiger Tourismusunternehmen und -cluster, Energieeffizienz, intelligente Spezialisierung im Tourismus;

-  Verbesserung der Zugänglichkeit von Tourismusprodukten und -dienstleistungen – Verbesserung spezifischer Dienstleistungen und Fertigkeiten, Personalschulung, Förderung und Verfügbarkeit von Informationen, Zusammenarbeit mit dem Ziel, die Reisen von Touristen zu erleichtern, Harmonisierung nationaler Statistiken mit dem Ziel, die Auswirkungen des Sektors leichter messen zu können sowie künftige Planungen und politische Entscheidungen zu erleichtern;

-  effizienterer Einsatz von EU-Mitteln – Erleichterung des Zugangs zur Finanzierung neuer, nachhaltiger und innovativer Unternehmensgründungen und KMU mit dem Schwerpunkt auf Forschung, was zu neuen Produkten und Dienstleistungen im Sektor und zur Steigerung der Qualität führen wird;

-  Initiative zur Qualitätsverbesserung für das Angebot des nachhaltigen Tourismus – Vornahme der notwendigen Änderungen bei den Vorschriften;

-  Netz nachhaltiger Tourismusunternehmen und -cluster;

-  Schulung in beruflichen und unternehmerischen Fertigkeiten im Tourismus – Förderung der Diversifizierung von Touristenprodukten und -angeboten;

-  Zusammenarbeit in der Region Adria-Ionisches Meer zur Erleichterung der Zirkulation von Touristen;

Weitere Prioritäten:

-  Integration der Länder des westlichen Balkans in die EU;

-  Gewährleistung der Kohärenz zwischen allen drei makroregionalen Strategien der EU;

-  Gewährleistung der notwendigen Kohärenz von Projekten der makroregionalen Strategien mit Projekten der nationalen Strategien;

Programm für die Zusammenarbeit in der Region Adria-Ionisches Meer 2014-2020

Das Programm für die Zusammenarbeit in der Region Adria-Ionisches Meer 2014–2020 (ADRION) ist ein Programm innerhalb des zweiten Ziels der Kohäsionspolitik –europäische territoriale Zusammenarbeit. Das Programm umfasst vier EU-Mitgliedstaaten (Kroatien, Griechenland, Italien und Slowenien) und vier IPA-Länder (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Serbien). Für den Zeitraum 2014-2020 hat der Haushalt für das ADRION-Programm ein Gesamtvolumen von 118 154 690 EUR, einschließlich des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) (83 467 729 EUR), des Instruments für Heranführungshilfe (IPA II) (15 688 887 EUR) und der nationalen Beiträge (18 998 074 EUR). Das Kooperationsprogramm (Programmplanungsdokument), in dem die Investitionsbereiche des ADRION-Programms festgelegt werden, wird derzeit mit der Kommission ausgehandelt und soll Ende 2015 angenommen werden. Das übergeordnete Ziel des Programms ist es, politische Impulse zu geben und Innovationen bei der Governance zu begünstigen, indem es die europäische Integration unter den Mitgliedstaaten und Nicht-Mitgliedstaaten der EU fördert, die reichhaltigen natürlichen, kulturellen und personellen Ressourcen in der Region Adria-Ionisches Meer nutzt sowie den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt im Programmplanungsgebiet stärkt.

Derzeit sind die folgenden vier thematischen Ziele und fünf Investitionsprioritäten ausgewählt und für eine Finanzierung aus dem ADRION-Programm vorgeschlagen worden:

-  Innovative und intelligente Region (Thematisches Ziel 1, Investitionspriorität 1b) mit dem Spezifischen Ziel: Unterstützung der Entwicklung eines regionalen Innovationssystems für die Region Adria-Ionisches Meer;

-  Nachhaltige Region (Thematisches Ziel 6, Investitionspriorität 6c) mit dem Spezifischen Ziel: Förderung der nachhaltigen Aufwertung und Erhaltung von Natur- und Kulturwerten als Wachstumswerten in der Region Adria-Ionisches Meer; (Thematisches Ziel 6, Investitionspriorität 6d) mit dem Spezifischen Ziel: Stärkung der Kapazitäten für die Überwindung der ökologischen Anfälligkeit und Fragmentierung auf grenzüberschreitende Weise sowie für den Schutz von Ökosystemdienstleistungen in der Region Adria-Ionisches Meer;

-  Vernetzte Region (Thematisches Ziel 7, Investitionspriorität 7c) mit dem Spezifischen Ziel: Stärkung der Kapazitäten für Dienstleistungen des integrierten Verkehrs und der Mobilität sowie Multimodalität in der Region Adria-Ionisches Meer;

-  Unterstützung der Governance der EUSAIR (Thematisches Ziel 11) mit dem Spezifischen Ziel: Erleichterung der Abstimmung und Umsetzung der EUSAIR durch Stärkung der institutionellen Kapazität der öffentlichen Verwaltungen und wichtigsten Interessenträger und durch Unterstützung der Fortschritte bei der Umsetzung gemeinsamer Prioritäten.

Die EUSAIR-Governance-Struktur ist für das Management und die Umsetzung der Strategie zuständig. Die an der EUSAIR beteiligten Länder übernehmen ihren Teil der Verantwortung für die Umsetzung und Abstimmung der Strategie. Das ADRION-Programm wird die Governance und Umsetzung der EUSAIR hauptsächlich im Rahmen des TZ 11 dadurch unterstützen, dass ein operationelles Instrument – der in der Küstenregion von Slowenien angesiedelte „Facility Point“ mit einem Netz von Außenstellen in den Partnerstaaten – unter Inanspruchnahme bestehender Strukturen geschaffen wird.

16.7.2015

STELLUNGNAHME des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten

für den Ausschuss für regionale Entwicklung

zu einer Strategie der Europäischen Union für die Region Adria-Ionisches Meer

(2015/2214(INI))

Verfasserin der Stellungnahme: Dubravka Šuica

VORSCHLÄGE

Der Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten ersucht den federführenden Ausschuss für regionale Entwicklung, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

1.  hält es für strategisch wichtig, die europäische Integration und den europäischen Erweiterungsprozess, die regionale Zusammenarbeit und die gutnachbarschaftlichen Beziehungen mit dem Instrumentarium der Strategie der Europäischen Union für die Region Adria-Ionisches Meer (EUSAIR) zu fördern; geht davon aus, dass dies der Stärkung von Frieden, sozialem Zusammenhalt, wirtschaftlicher Entwicklung, ökologischer Nachhaltigkeit und Sicherheit in Südosteuropa neuen Auftrieb gibt;

2.  ist der Ansicht, dass demokratische, transparente, solide und stabile ordnungspolitische Mechanismen maßgebliche Faktoren sind, wenn es darum geht, die strategische Richtung vorzugeben, wichtige Entscheidungen zu treffen und zu kontrollieren, ob EUSAIR effektiv umgesetzt wird; setzt sich dafür ein, dass alle relevanten Akteure, nicht zuletzt die Zivilgesellschaft und Privatunternehmen, stärker in den Umsetzungsprozess eingebunden werden; hält es für wichtig, dafür zu sorgen, dass EUSAIR von der Öffentlichkeit durchweg angemessen wahrgenommen wird; fordert eine enge Zusammenarbeit mit den einschlägigen europäischen Organisationen und Programmen, auch mit solchen, die sich mit den die Region betreffenden sozialen und migrationspolitischen Herausforderungen befassen, insbesondere im Rahmen der Strategie für Südosteuropa 2020; fordert, dass es möglichst nicht zu Doppelarbeit oder Überschneidungen kommen sollte; fordert die Entwicklung gemeinsamer Projekte und Synergien, insbesondere mit der Mitteleuropäischen Initiative (MEI), dem Südosteuropäischen Kooperationsprozess (SEECP) und der Union für den Mittelmeerraum (UfM);

3.  hält es für wesentlich, dass EUSAIR zum Prozess des EU-Beitritts der westlichen Balkanländer beiträgt, indem Möglichkeiten einer engen Zusammenarbeit mit den EU-Mitgliedstaaten angeboten werden und sich der gemeinsamen Herausforderungen dieser Region angenommen wird; spricht sich für die Einbeziehung der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien und des Kosovo in die EUSAIR aus; spricht sich dafür aus, stärker auf Synergieeffekte hinzuwirken, und plädiert für konzertierte Maßnahmen zwischen der EU, den betreffenden Mitgliedstaaten und den Westbalkanländern; begrüßt die regelmäßigen Treffen der sechs Ministerpräsidenten der Westbalkanländer und bestärkt sie in ihrem koordinierten Vorgehen in regionalen Fragen; hält es für wichtig, dass sich die südosteuropäischen Länder mit der Korruptionsproblematik, der Rechtsstaatlichkeit und der Achtung der Menschenrechte auseinandersetzen;

4.  fordert, dass die Westbalkanländer umfassend und effektiv in alle Phasen der Umsetzung von EUSAIR eingebunden werden und dass sie ihre Anbindung untereinander und zur übrigen EU – auch durch die Verringerung bestehenden Verwaltungsaufwands – verbessern, um nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu beschleunigen und direkte persönliche Kontakte anzuregen – das gilt auch für den adriatisch-ionischen Korridor; unterstreicht die strategische Bedeutung des adriatisch-ionischen Korridors und fordert, dass die erheblichen Unterschiede und Mängel im Bereich der Infrastruktur dieser Länder in Angriff genommen werden, insbesondere was die Straßen- und Eisenbahnnetze, die intermodalen Knotenpunkte, Verkehrsleitsysteme und die Energieinfrastruktur betrifft; fordert die Fertigstellung der verbleibenden Abschnitte der paneuropäischen Verkehrskorridore in Südosteuropa darunter Korridor V, VI, VIII und X, mit denen die Gesamtanbindung der Region an die Mitgliedstaaten der EU verbessern wird; spricht sich für eine beschleunigte Weiterführung der Bauarbeiten an der Pelješac-Brücke und der adriatisch-ionischen Autobahn aus, um die Konnektivität zu erleichtern;

5.  fordert zur Erhöhung der Versorgungssicherheit weitere Unterstützung für gemeinsame Energievorhaben wie die ionisch-adriatische Pipeline; fordert eine gemeinsame und nachhaltige Bewirtschaftung von lebenswichtigen und gemeinsamen Ressourcen wie dem Adriatischen und dem Ionischen Meer und den Fischereiressourcen; fordert die Umsetzung intelligenter Strategien und Projekte für die regionale Entwicklung, bei denen eine ökologische Wirtschaft und die soziale Eingliederung im Mittelpunkt stehen;

6.  fordert die Kommission einschließlich der GD Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen auf, sich mit konsequenten und einander ergänzenden Maßnahmen um einen möglichst effizienten Einsatz der verfügbaren Finanzierungsinstrumente zu bemühen, damit diese optimale Durchschlagskraft entfalten können, bessere Ergebnisse erzielt werden und nachhaltiges Wirtschaftswachstum gefördert wird; ist der Ansicht, dass die Finanzierungsinstrumente auch auf eine Weise eingesetzt werden sollten, mit der zusätzliche private Investitionen angeregt werden; fordert die Einführung neuer Mechanismen der Mittelkoordinierung zur Stärkung von Vorzeigeprojekten der EUSAIR;

7.  bedauert, dass in dieser Strategie Probleme wie der Menschenhandel und die grenzüberschreitende Kriminalität, die Anlass zu wachsender Sorge geben, nicht angemessen behandelt werden; fordert, dass grenzüberschreitende Kriminalität und jede Art des illegalen Handels von der EUSAIR berücksichtigt wird, zumal große Migrationsströme nach Europa durch diesen Teil Europas verlaufen;

8.  betont, dass irreguläre Migration auch als Teil von EUSAIR berücksichtigt werden sollte, fordert mehr Aufmerksamkeit gegenüber dem sozialen Zusammenhalt und der lokalen Entwicklung als grundlegende Dimensionen für die Eingliederung von Migranten und den Aufbau von Asylaufnahmekapazitäten;

9.  ist der Ansicht, dass die strategische Bedeutung der Region für die Energiesicherheit der EU und insbesondere für die Diversifizierung der Quellen und der Versorgungswege in der EUSAIR Berücksichtigung finden muss; betont, dass Investitionen in Energieverbundnetze eine Grundvoraussetzung für den Anschluss der Region an den Energieverbund der EU ist; fordert im Hinblick auf die hohe ökologische Verletzlichkeit des Adriatischen und Ionischen Meeres die umfassende Beachtung der einschlägigen EU-Vorschriften; fordert die Förderung von erneuerbaren Energiequellen und der Energieeffizienz und den Ausbau der Energieinfrastruktur, insbesondere in den abgelegensten Gebieten und/oder nicht gut angebundenen Gebieten;

10.  unterstreicht die Notwendigkeit einer Vertiefung der parlamentarischen Dimension der EUSAIR; ruft die teilnehmenden Staaten zum Ausbau der interparlamentarischen Zusammenarbeit auf, unter anderem bei der Überwachung der Umsetzung der EUSAIR und der Förderung der Angleichung an den Besitzstand der EU; empfiehlt zur Stärkung der parlamentarischen Kontrolle die Ausweitung der parlamentarischen Beteiligung über die jährliche Konferenz der Parlamentspräsidenten hinaus;

11.  fordert die Kommission auf, das Parlament regelmäßig darüber zu informieren, inwieweit die Umsetzung von EUSAIR Wirkung zeigt, und es in dieser Sache zu konsultieren.  

ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNG IM AUSSCHUSS

Datum der Annahme

15.7.2015

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

52

9

1

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Lars Adaktusson, Michèle Alliot-Marie, Nikos Androulakis, Francisco Assis, Petras Auštrevičius, Amjad Bashir, Bas Belder, Goffredo Maria Bettini, Mario Borghezio, Elmar Brok, Klaus Buchner, James Carver, Fabio Massimo Castaldo, Javier Couso Permuy, Arnaud Danjean, Georgios Epitideios, Knut Fleckenstein, Eugen Freund, Michael Gahler, Iveta Grigule, Manolis Kefalogiannis, Afzal Khan, Janusz Korwin-Mikke, Andrey Kovatchev, Ilhan Kyuchyuk, Ryszard Antoni Legutko, Arne Lietz, Barbara Lochbihler, Sabine Lösing, Andrejs Mamikins, Tamás Meszerics, Javier Nart, Pier Antonio Panzeri, Demetris Papadakis, Vincent Peillon, Alojz Peterle, Tonino Picula, Cristian Dan Preda, Jozo Radoš, Sofia Sakorafa, Alyn Smith, Charles Tannock, László Tőkés, Elena Valenciano, Johannes Cornelis van Baalen, Hilde Vautmans, Boris Zala

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Angel Dzhambazki, Neena Gill, Andrzej Grzyb, Marek Jurek, Gabrielius Landsbergis, Urmas Paet, Dubravka Šuica, István Ujhelyi, Traian Ungureanu, Bodil Valero, Marie-Christine Vergiat, Janusz Zemke

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellv. (Art. 200 Abs. 2)

Fabio De Masi, Axel Voss, Ivan Štefanec

3.8.2015

STELLUNGNAHME des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

für den Ausschuss für regionale Entwicklung

zu einer Strategie der Europäischen Union für die Region Adria-Ionisches Meer

(2014/2214(INI))

Verfasser der Stellungnahme: Marco Affronte

VORSCHLÄGE

Der Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ersucht den federführenden Ausschuss für regionale Entwicklung, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

–  unter Hinweis auf die Richtlinie 2001/42/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Juni 2001 über die Prüfung der Umweltauswirkungen bestimmter Pläne und Programme (SUP)(4),

–  unter Hinweis auf die Richtlinie 2008/56/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Juni 2008 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Meeresumwelt (Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie)(5),

–  unter Hinweis auf die Richtlinie 2013/30/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Juni 2013 über die Sicherheit von Offshore-Erdöl- und -Erdgasaktivitäten und zur Änderung der Richtlinie 2004/35/EG(6),

–  unter Hinweis auf die Richtlinie 2014/52/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 zur Änderung der Richtlinie 2011/92/EU über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten(7),

1.  erkennt die wesentliche Verknüpfung zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und ökologischer Nachhaltigkeit bei gleichzeitiger Berücksichtigung des Subsidiaritätsprinzips an; unterstützt die Förderung des wirtschaftlichen und sozialen Wohlstands in der Region, die nicht auf Kosten des ökologischen Gleichgewichts und der biologischen Vielfalt der empfindlichen Küsten- und Meeresökosysteme und ihrer natürlichen Ressourcen betrieben werden sollte; betont die Notwendigkeit, konkrete Umweltschutzmaßnahmen in die Strategie EUSAIR aufzunehmen, darunter Projekte:

  (a)  zum Schutz der Küsten und des Küstenökosystems sowie zur Bekämpfung der Erosion,

  (b)  zur Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und Projekte für Katastrophenmanagement zur Vermeidung von Naturkatastrophen, die von Menschen verursacht wurden, und von solchen, die nicht von Menschen verursacht wurden,

  (c)  zur Förderung der Umsetzung eines hochwertigen Abfallmanagements und einer hochwertigen Abwasserreinigung sowie von Präventionssystemen im Bereich der Wasserressourcen,

  (d)  zur Durchführung von Untersuchungen und Vergleichsstudien zur Bodensenkung;

2.  unterstützt die blaue Wirtschaft als eine Lösung für die Wirtschaftskrise, da sie die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Entwicklung fördert, wobei das Augenmerk insbesondere auf die Beschäftigung von Frauen und jungen Menschen in den Küsten- und Inselstaaten gerichtet ist; ist der Auffassung, dass bei der Umsetzung der Strategie der EU für die Region Adria-Ionisches Meer das Konzept der blauen Wirtschaft einbezogen werden muss, das die Wirtschaftssektoren, die im Zusammenhang mit den Meeren und den Ozeanen stehen, die Aquakultur, die See- und die Binnenschifffahrt und den Tourismus mit dem Umweltschutz verknüpft;

3.  fordert die Kommission auf sicherzustellen, dass Drittländer, die an Projekten in der Makroregion beteiligt sind, den einschlägigen Besitzstand der Union einhalten, damit eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen der Union sichergestellt werden kann; empfiehlt, dass Vereinbarungen und Abkommen dazu genutzt werden, Drittländer in Umweltprojekte der Europäischen Union einzubinden; weist ferner darauf hin, dass Mechanismen der verantwortungsvollen Staatsführung von entscheidender Bedeutung für die Umsetzung der Umweltpolitik sind;

4.  fordert die Kommission auf, den regelmäßigen Dialog zwischen EUSAIR und den schottischen Partnern zu fördern, damit beide Seiten über bewährte Verfahren und das innovative Konzept des integrierten Küstenzonenmanagements in der Nordsee informiert werden können;

5.  empfiehlt den Mitgliedstaaten, Erfahrungen und bewährte Verfahren in Bezug auf die Makroregion des Donauraums auszutauschen;

6.  fordert die Kommission auf, das Parlament regelmäßig über die Ergebnisse der Umsetzung von EUSAIR zu informieren und dazu zu konsultieren;

7.  fordert die Kommission und die an der Strategie beteiligten Mitgliedstaaten auf, im Einklang mit der Gemeinsamen Fischereipolitik gemeinschaftliche Projekte durchzuführen;

8.  vertritt die Auffassung, dass die Küsten und der Meeresabschnitt zwischen der italienischen Adria und dem Balkan eine außerordentlich wertvolle Landschaft und Umgebung darstellen, die geschützt und aufgewertet werden müssen;

9.  ist aus diesem Grund der Ansicht, dass die Fertigstellung der Straßen- und Verkehrsinfrastruktur an beiden Ufern der Adria, ihre Anbindung an die Netze und Korridore der TEN-V in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung und die Integration der fehlenden Anschlüsse Grundvoraussetzungen dafür sind, dass die Ziele der ökologischen Nachhaltigkeit in der Makroregion verwirklicht werden können;

10.  empfiehlt die aktive Förderung der Ökoinnovation in den Bereichen Fischerei, Aquakultur, Seeverkehr, Tourismus, einschließlich Kreuzfahrttourismus, Häfen und damit in Zusammenhang stehenden Infrastrukturen, um das bedeutende Potenzial der Region zu nutzen, das „blaue Wachstum“ zu fördern und damit neue Arbeitsplätze zu schaffen und um die rationelle und nachhaltige Nutzung der Meeresressourcen im Einklang mit der integrierten Meerespolitik sicherzustellen; unterstützt die Förderung innovativer, effizienter und nachhaltiger Dienstleistungen für die Güter- und die Personenbeförderung auf See, mit denen die Dauer von Überfahrten verkürzt und die Verkehrs- und Logistikkosten, die externen Auswirkungen und insbesondere – im Einklang mit der Annahme von Plänen für eine umweltfreundliche Mobilität – der CO2-Ausstoß gesenkt werden können;

11.  fordert die Kommission auf, die Entwicklung von Fischereitätigkeiten zu fördern, die aus ökologischer Sicht und in Bezug auf den Erhalt von Fischbeständen nachhaltig sind, und außerdem im Einklang mit dem Grundsatz der Nachhaltigkeit Maßnahmen zu unterstützen, die Fischerei und Tourismus verbinden (Fischereitourismus, Marikultur, Freizeitfischerei);

12.  weist darauf hin, dass sich kommerziell befischte Fisch- und Schalentierbestände innerhalb sicherer biologischer Grenzen befinden sollten, um einen guten Umweltzustand zu erzielen und die langfristige Nachhaltigkeit der Fischerei zu sichern;

13.  befürwortet eine Ausweitung der Schutzgebiete zum Schutz der Umwelt und zur Eindämmung des Verlusts an biologischer Vielfalt – insbesondere durch die Förderung der Netzwerke Natura 2000 und Emerald und des LIFE-Programms; betont die Bedeutung der Erhaltung bedrohter Arten und fordert die zuständigen Mitgliedstaaten auf, im Rahmen dieser makroregionalen Strategie angemessene Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels umzusetzen; fordert die Mitgliedstaaten auf, sich stärker gegen die Meeresverschmutzung zu engagieren, insbesondere mit Blick auf die Verschmutzung auf den adriatischen Inseln durch Abfälle;

14.  betont die Notwendigkeit eines umfassenden Plans zur Bekämpfung der Meeresverschmutzung und der natürlichen und durch den Menschen verursachten Gefahren, die der Klimawandel mit sich bringt – vor allem Hochwasser, Dürre, Bodenerosion und Waldbrände;

15.  betont, dass der Druck auf Meeres- und Küstenökosysteme durch ein besseres Verständnis der biologischen Vielfalt reduziert und dass diese Vielfalt durch den Austausch bewährter Verfahren zwischen den Verwaltungsbehörden der See- und Küstenökosysteme weiter erhöht werden kann;

16.  fordert im Einklang mit einschlägigen internationalen Verpflichtungen, dass bis 2020 mindestens 10 % der Fläche der Adria und des Ionischen Meeres als Meeresschutzgebiete ausgewiesen sind, damit im Einklang mit der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie bis 2020 ein guter Umweltzustand der Meeresumwelt der Union erreicht werden kann; fordert die Einrichtung eines Netzes maritimer, küstennaher und küstenferner Schutzgebiete und Parks; fordert die an der Strategie beteiligten Mitgliedstaaten auf, die Umweltqualität mithilfe von Projekten zu verbessern, die durch die Optimierung der Nachhaltigkeit des Seeverkehrs, den Schutz der biologischen Vielfalt und Investitionen in Meeresschutzgebiete auf eine Verringerung der chemischen, physikalischen und mikrobiologischen Verschmutzung abzielen; fordert in diesem Zusammenhang die beteiligten Mitgliedstaaten auf, integrierte Systeme für die Beobachtung und Überwachung von Meeresschutzgebieten zu fördern und die Zusammenarbeit zwischen regionalen Umweltbeobachtungsstellen zu stärken;

17.  zeigt sich sehr besorgt über die neuen Vorstöße im Bereich der Exploration und Förderung von Erdöl und Erdgas sowohl vor den Küsten als auch an Land und insbesondere in Gebieten, die bereits extrem unter beträchtlichen Umwelteinflüssen leiden; hält es für wichtig, dass sachdienliche Studien zur Makroregion durchgeführt werden; betont, dass die Exploration und die Förderung von Erdöl und Erdgas im Einklang mit den Zielen der integrierten Meerespolitik und der maritimen Raumordnung stehen müssen und dass der Fokus der Energiegewinnung generell auf erneuerbare Energien wie z. B. die Offshore-Windenergie gelegt werden sollte; betont, dass die Adria ein abgeschlossenes Meer mit nur geringer Tiefe ist, das keine Schadstoffe abbauen kann und an beiden Ufern durch eine florierende Tourismuswirtschaft gekennzeichnet ist; betont weiterhin, dass das Wachstum der Makroregion zunächst vom Tourismus und von wirtschaftlichen Aktivitäten abhängen sollte, die mit den spezifischen Umweltgegebenheiten und Ökosystemen in Zusammenhang stehen; unterstreicht die Notwendigkeit, dass die Mitgliedstaaten in der Region die EU-Vorschriften und internationalen Übereinkommen über die ökologische Nachhaltigkeit und die Sicherheit von maritimen Tätigkeiten wie zum Beispiel der Offshore-Exploration von Erdöl und Erdgas und der Entwicklung, der Einrichtung und des Betriebs von Offshore-Windkraftanlagen einheitlich umsetzen; fordert daher die umfassende Umsetzung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (2008/56/EG) und der Richtlinie über die Sicherheit von Offshore-Erdöl- und ‑Erdgasaktivitäten (2013/30/EU); fordert mit Blick auf die makroregionale Zusammenarbeit die Einrichtung eines Systems für ein Einschreiten im Falle eines Unfalls;

18.  hebt den Zusammenhang zwischen Umweltschutz und der Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus hervor; fordert die Region in diesem Zusammenhang auf, die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus weiterzuverfolgen und damit negative Auswirkungen auf die Umwelt zu vermeiden;

19.  fordert die Kommission auf, den Austausch bewährter Verfahren etwa in Bezug auf nachhaltige Projekte, die von Aktionsgruppen in den Küstenregionen durchgeführt wurden, zu intensivieren;

20.  fordert die Mitgliedstaaten auf, örtliche Behörden, Gemeinschaften, die Zivilgesellschaft und andere Interessenvertreter aktiv an der Umsetzung der makroregionalen Strategie zu beteiligen, damit sie ihr Recht auf Einbeziehung in Entscheidungen ausüben können, die die Umwelt in ihrer Umgebung und die öffentliche Gesundheit betreffen, wenn diese durch Verschmutzung oder invasive bzw. umweltschädliche Infrastrukturen, die nicht im Einklang mit der Richtlinie über die Umweltverträglichkeitsprüfung (2014/52/EU) stehen, gefährdet werden; fordert die Mitgliedstaaten auf, die Ergebnisse der Analysen der Auswirkungen maritimer Wirtschaftstätigkeiten, die in den Geltungsbereich der UVP-Richtlinie und der Richtlinie 2001/42/EG über die Prüfung der Umweltauswirkungen bestimmter Pläne und Programme fallen, mit den zuständigen Behörden der Nachbarländer auszutauschen;

21.  erkennt an, dass sich viele regionale Gemeinschaften offiziell als GVO-freie Gebiete bezeichnet haben; empfiehlt in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit und die Koordinierung im Rahmen von EUSAIR, um einen Schutz vor einer Kontaminierung durch GVO sicherzustellen;

22.  schließt sich der Auffassung der Kommission an, wonach für die Makroregion Adria-Ionisches Meer ein Zentrum für die Abwehr von Naturkatastrophen und anderen Katastrophen eingerichtet werden sollte;

23.  regt zur Zusammenarbeit zwischen den hydrometeorologischen Instituten der Mitgliedstaaten an, um eine bessere Koordinierung bei extremen Klimaphänomenen, den Folgen des Klimawandels und beim Katastrophenrisikomanagement zu erzielen;

24.  weist darauf hin, dass die Wasserwirtschaft, die Landwirtschaft und der Tourismussektor als die Sektoren gelten, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, und fordert aus diesem Grund die Zusammenarbeit zwischen den einzelstaatlichen Behörden mit dem Ziel, einen Rahmen und einen Fördermechanismus für die Umsetzung von Anpassungs- und Schutzmaßnahmen einzuführen;

25.  weist auf das große Potenzial der erneuerbaren Energiequellen in der Makroregion hin, das nur unzureichend genutzt wird; regt im Rahmen der Energieunion zu stärkeren Bemühungen in Bezug auf die Umsetzung und Förderung der makroregionalen Zusammenarbeit im Energiesektor unter Einbeziehung von Mitgliedstaaten und Drittstaaten an, um die Ziele der EU im Bereich der Klima- und Energiepolitik bis 2030 zu erreichen;

26.  hält die Mitgliedstaaten dazu an, den umweltfreundlichen Verkehrssektor weiterzuentwickeln und dabei u. a. die Eisenbahninfrastruktur zu berücksichtigen und ein besonderes Augenmerk auf die grenzüberschreitende Infrastrukturentwicklung zu legen; fordert die Entwicklung eines multimodalen Verkehrs und eines integrierten Fahrscheinsystems;

27.  fordert die Anwendung der Verordnung über die Überwachung von Kohlendioxidemissionen aus dem Seeverkehr, die Berichterstattung darüber und die Prüfung dieser Emissionen (Verordnung (EU) 2015/757) für Innovationen und für die Schaffung eines nachhaltigen Seeverkehrs in der Makroregion, indem alternative Schiffsantriebsmotoren und alternative Kraftstoffe zum Einsatz kommen, um die Treibhausgasemissionen zu senken und die Energieeffizienz des Verkehrssektors zu verbessern.

ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNG IM AUSSCHUSS

Datum der Annahme

15.7.2015

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

56

8

3

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Marco Affronte, Pilar Ayuso, Catherine Bearder, Ivo Belet, Simona Bonafè, Biljana Borzan, Lynn Boylan, Cristian-Silviu Buşoi, Nessa Childers, Alberto Cirio, Mireille D’Ornano, Miriam Dalli, Seb Dance, Angélique Delahaye, Jørn Dohrmann, Ian Duncan, Stefan Eck, Bas Eickhout, Eleonora Evi, José Inácio Faria, Francesc Gambús, Iratxe García Pérez, Elisabetta Gardini, Gerben-Jan Gerbrandy, Jens Gieseke, Julie Girling, Sylvie Goddyn, Matthias Groote, Françoise Grossetête, Andrzej Grzyb, Jytte Guteland, György Hölvényi, Anneli Jäätteenmäki, Jean-François Jalkh, Benedek Jávor, Kateřina Konečná, Giovanni La Via, Peter Liese, Norbert Lins, Jiří Maštálka, Valentinas Mazuronis, Susanne Melior, Miroslav Mikolášik, Massimo Paolucci, Gilles Pargneaux, Piernicola Pedicini, Bolesław G. Piecha, Pavel Poc, Marcus Pretzell, Michèle Rivasi, Daciana Octavia Sârbu, Annie Schreijer-Pierik, Davor Škrlec, Renate Sommer, Dubravka Šuica, Jadwiga Wiśniewska, Damiano Zoffoli

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Paul Brannen, Nicola Caputo, Fredrick Federley, James Nicholson, Marit Paulsen, Gabriele Preuß, Keith Taylor, Tom Vandenkendelaere

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellv. (Art. 200 Abs. 2)

Lucy Anderson, Malin Björk, Jiří Maštálka

23.6.2015

STELLUNGNAHME des Fischereiausschusses

für den Ausschuss für regionale Entwicklung

zu einer Strategie der Europäischen Union für die Region Adria-Ionisches Meer

(2014/2214(INI))

Verfasserin der Stellungnahme: Norica Nicolai

VORSCHLÄGE

Der Fischereiausschuss ersucht den federführenden Ausschuss für regionale Entwicklung, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

A.  in der Erwägung, dass – wie von der Kommission richtig bewertet – erhebliche sozioökonomische Unterschiede zwischen den an dieser Strategie beteiligten Ländern bestehen, insbesondere zwischen EU-Mitgliedstaaten und Nichtmitgliedstaaten; in der Erwägung, dass die Kommission dem Parlament den jeweiligen finanziellen Beitrag der Nichtmitgliedstaaten zur Umsetzung dieser Strategie vorlegen wird;

B.  in der Erwägung, dass die Anwendung und Einhaltung der Vorschriften und Ziele der GFP eines der wichtigsten Evaluationsziele für alle an dieser Strategie beteiligten Länder sein sollte; in der Erwägung, dass darüber hinaus das quantitative Ziel des „höchstmöglichen Dauerertrags“ oder eines Wertes unterhalb dieser Schwelle Bestandteil einer jeglichen Bewertung betreffend die Meeresumwelt und die Fischerei in der Region sein sollte;

C.  in der Erwägung, dass die Adria als halb umschlossenes Meer besonders anfällig für Verschmutzungen ist und ungewöhnliche hydrographische Eigenschaften aufweist, etwa die Tatsache, dass sich die Tiefe und die Küstenlinie zwischen dem Norden und dem Süden der Region stark unterscheiden; in der Erwägung, dass die Fischbestände von allen Anrainerstaaten geteilt werden, was die Erholung der Bestände dauerhaft gefährdet; in der Erwägung, dass Maßnahmen in der künftigen Rahmenverordnung über technische Maßnahmen in der reformierten GFP auf regionaler Ebene ausgearbeitet und auf die Besonderheiten dieses Gebiets und der dortigen Meeresressourcen und Fischereien zugeschnitten sein sollten;

D.  in der Erwägung, dass die Gewässer der Region durch verschiedene Verschmutzungsquellen bedroht sind, darunter unbehandelte Abwässer und Abfälle, Eutrophierung durch landwirtschaftliche Abflüsse und Fischzuchtbetriebe, und in der Erwägung, dass es angesichts der Tatsache, dass der Umweltschutz Bestandteil der EU-Strategie für die Region Adria und Ionisches Meer ist, von größter Wichtigkeit ist, zu verstehen, dass Wirtschaftsentwicklung nur vor dem Hintergrund ökologischer Nachhaltigkeit entworfen werden kann;

E.  in der Erwägung, dass die Kommission einräumt, aufgrund des Mangels an Daten über keine umfassende Bewertung des Status quo in der Region und den Ländern zu verfügen, sowohl was die Strategie als auch was den Aktionsplan anbelangt;

F.  in der Erwägung, dass die Projekte laut Angaben der Kommission von der EU und den Mitgliedstaaten gemeinsam finanziert werden;

G.  in der Erwägung, dass die blaue Wirtschaft eine potenzielle Lösung für die Wirtschaftskrise darstellt, da durch sie insbesondere in Küsten- und Inselstaaten die Entstehung neuer Arbeitsplätze, das Wachstum und die wirtschaftliche Entwicklung vorangetrieben werden; in der Erwägung, dass die EU-Strategie für die Region Adria und Ionisches Meer nicht ohne Berücksichtigung des Konzepts der „blauen Wirtschaft“ umgesetzt werden kann, da dieses ein breites Spektrum an Wirtschaftssektoren umfasst, die mit den Meeren und Ozeanen zusammenhängen, darunter traditionelle und neu entstehende Sektoren wie Fischerei, Aquakultur, See- und Binnenschifffahrt, Häfen, Logistik und Fremdenverkehr;

H.  in der Erwägung, dass die Strategie so gut ist wie die von den Mitgliedstaaten finanzierten und unterstützten Projekte;

I.  in der Erwägung, dass alle Länder Wirtschaftswachstum und wirtschaftliche Entwicklung erreichen wollen;

J.  in der Erwägung, dass das „blaue Wachstum“, das Bestandteil dieser Strategie und des ihr beigefügten Aktionsplans ist, insbesondere für diese Arten von Regionen eine Plattform für Projekte auf dem Gebiet der nachhaltigen Entwicklung darstellt;

K.  in der Erwägung, dass der Fischerei, obwohl sie zu den wichtigsten Sektoren in dieser Region zählt, kein besonderer Teil der Strategie gewidmet ist und verschiedene Aspekte stattdessen auf eine Reihe von Säulen verteilt sind;

L.  in der Erwägung, dass Wachstum im Schiffsverkehr und in der Kreuzfahrttourismusbranche Bestandteil der Strategie und des Aktionsplans zur Verwirklichung von Entwicklung und Wirtschaftswachstum ist;

M.  in der Erwägung, dass die bereits gefährdeten Fischbestände in der Adria und im Ionischen Meer durch eine Zunahme der Meerestätigkeiten beeinträchtigt werden könnten;

1.  fordert die Kommission als unabhängige Vermittlerin in dieser Strategie auf, hervorzuheben, wie wichtig es ist, dass die Voraussetzungen geschaffen werden, um die sozioökonomischen Unterschiede zwischen den Ländern abzubauen; bekräftigt, dass das Ziel der Strategie darin besteht, dazu beizutragen, dass der wirtschaftliche und soziale Zusammenhalt innerhalb der Europäischen Union und mit den Drittländern der Region Adria und Ionisches Meer gestärkt wird, und zugleich Anstrengungen zur Angleichung der derzeitigen Rechtsvorschriften im Bereich Fischerei mit den in der GFP festgelegten Zielen zu unterstützen und zu fördern und eine solide grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen den Ländern in der Region zu etablieren;

2.  fordert die Kommission auf, nach besten Kräften dafür zu sorgen, dass der Fischereisektor, die Fischbestände, die Meeresumwelt und alle anderen mit diesem Sektor zusammenhängenden Aspekte über alle Säulen hinweg in nachhaltiger Weise koordiniert und bewirtschaftet werden und dass alle Länder, einschließlich der an Projekten beteiligten Drittländer aus der Makroregion, im Einklang mit den Werten, Grundsätzen und Zielen der GFP handeln und diese einhalten; fordert sowohl die Kommission als auch die an der Strategie beteiligten Staaten auf, im Einklang mit diesen Grundsätzen gemeinsame Projekte zu entwickeln;

3.  betont, wie wichtig die Unterstützung der Umsetzung der neuen Richtlinie zur Schaffung eines Rahmens für die maritime Raumordnung (durch koordinierte Planung) und ein verstärktes Management im Bereich der Fischerei und der Aquakultur ist, wenn es darum geht, zu einer nachhaltigeren Nutzung der vorhandenen natürlichen Ressourcen und somit zu nachhaltigem Wachstum beizutragen; ist der Ansicht, dass eine ordnungsgemäße gemeinsame Governance des maritimen Raums einen wichtigen Rahmen für eine nachhaltige und transparente Nutzung der maritimen Ressourcen und der Meeresressourcen bietet;

4.  fordert die Kommission auf, die Einrichtung von lokalen Fischerei-Aktionsgruppen aktiv zu fördern, die ein natürliches Instrument für die Diversifizierung der Fischerei darstellen könnten; betont, dass eine nachhaltige und gewinnbringende Fischerei und Aquakultur eine verstärkte Einbeziehung der Interessenträger in das gesamte Management sowie verbesserte und diversifizierte Fischereiaktivitäten erfordern;

5.  fordert die Kommission auf, so rasch wie möglich einen mehrjährigen Bewirtschaftungsplan für die Befischung dieser beiden Meeresbecken auszuarbeiten;

6.  fordert in Anbetracht der Tatsache, dass die Gesundheit der Fischbestände in der Region durch erhöhte Meerestätigkeiten beeinträchtigt werden könnte und bereits zahlreiche Arten gefährdet sind, dass kontinuierlich eine eingehende Bewertung und Analyse der Entwicklung der Bestände durchgeführt werden, die von allen Ländern herangezogen werden können; fordert, dass das Vorsorgeprinzip zur Anwendung gelangt, wann immer dies erforderlich ist;

7.  fordert die Kommission angesichts der Tatsache, dass die Region über ein besonders sensibles Meeresökosystem verfügt, auf, jeden Faktor, wie Schiffsverkehr oder Abfall, die Verschmutzung des Wassers, künftige Bohrungen oder den Bau neuer Infrastruktur an der Küste, der sich auf die Gesundheit der sich bereits jetzt in einer schwierigen Lage befindlichen Fischbestände auswirken könnte, mit einer umfassenden Analyse der Umweltauswirkungen zu bewerten; besteht darauf, dass die Grundsätze der Vorsorge und der Nachhaltigkeit wann immer erforderlich Anwendung finden, und fordert die Kommission auf, die Liste der Meerestätigkeiten (Tiefseebergbau, Offshore-Energieerzeugung usw.), die sich auf die Meeresumwelt und den Zustand der Fischbestände auswirken könnten, zu aktualisieren;

8.  fordert die Kommission angesichts der fortschreitenden Beschränkungen der Fanggründe infolge einer Zunahme der Meerestätigkeit auf, dafür zu sorgen, dass die Interessen aller betroffenen Sektoren in jeder Entwicklungsphase der Meerestätigkeiten in gleichberechtigter Weise berücksichtigt werden, insbesondere bei der Konzeption der maritimen Raumplanung und des integrierten Küstenzonenmanagements;

9.  fordert, dass Projekte zur Bewertung der Auswirkungen der indirekten Fischerei (Geisternetze, Gewebebehälter für die Miesmuschelzucht) und des Beifangs auf geschützte Arten begutachtet und gefördert werden, da Schätzungen zufolge allein in der Adria mehr als 40 000 Meeresschildkröten versehentlich gefangen werden; ist der Auffassung, dass Studien zu diesen ökologischen Auswirkungen sowie zu entsprechenden Gegenmaßnahmen, beispielsweise mittels „Turtle Excluder Devices“ (Vorrichtungen zur Verhinderung des Schildkrötenfangs), dringend notwendig sind;

10.  fordert die Kommission auf, die Entwicklung der nachhaltigen Freizeitfischerei in der Region sowie nachhaltigen und gewinnbringenden Tourismus zu fördern und im Einklang mit dem Grundsatz der Nachhaltigkeit integrierte Strategien für Fischerei und Tourismus (Fischereitourismus, Marikultur usw.) voranzutreiben;

11.  fordert die Kommission auf, Projekte zu fördern und zu unterstützen, die eine tatsächliche und nachhaltige Entwicklung von kleinen Gemeinschaften ermöglichen, die auf entlegenen Inseln leben und sich ihre tägliche Existenz durch handwerkliche Fischerei sichern;

12.  fordert die Kommission auf, die Beteiligung der Fischerei und der in diesem Sektor Beschäftigten an Projekten zu unterstützen und zu fördern, die mit Kultur- und Geschichtstourismus in Zusammenhang stehen, wozu der Fischereitourismus und die Wiederentdeckung von Seefahrertätigkeiten sowie traditionellen Fischgründen und Fischereiberufen gehören;

13.  erklärt sich besorgt über die Schäden durch Plastikabfall im Meer; fordert die Kommission auf, Initiativen zu unterstützen, die darauf abzielen, diesen Abfall zu sammeln und zu rezyklieren; erachtet es als wichtig, die Fischer in dieses Vorhaben einzubinden;

14.  fordert die Kommission auf, die Fangmenge der Freizeitfischerei zu erfassen, die Freizeitfischerei zu regulieren und sowohl dieser Tätigkeit als auch der Erwerbsfischerei den höchstmöglichen Dauerertrag zum Ziel zu setzen;

15.  fordert die Kommission auf, angesichts der Notwendigkeit einer Wiederauffüllung der Fischbestände in einigen Zonen der Adria und des Ionischen Meeres dafür zu sorgen, dass die marinen Aufwuchsgebiete der verschiedenen Fischarten genau festgelegt und geschützt werden, die erforderliche finanzielle Unterstützung für die Schaffung von künstlichen Riffen bereitzustellen, die bestehenden Anstrengungen zur Schaffung eines kohärenten Netzes von Meeresschutzgebieten in der Region zu verstärken und dafür zu sorgen, dass alle biologisch wichtigen Gebiete im Einklang mit einschlägigen völkerrechtlichen Verpflichtungen, etwa dem Strategischen Plan für biologische Vielfalt, geschützt werden;

16.  unterstützt die Einführung eines Gütesiegels für Meereserzeugnisse von hoher Qualität, die die Kennzeichnung „Adria - Ionisches Meer“ tragen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu verbessern und den Verbrauchern eine Bescheinigung zur Gewährleistung der Qualität der Fischerei- und Fischzuchterzeugnisse anzubieten;

17.  hebt hervor, dass die Entwicklung der Aqua- und Marikultur nicht nur für die Wiederherstellung der Artenvielfalt, sondern auch für das Wirtschaftswachstum in der Region Adria und Ionisches Meer eine wichtige Rolle spielen kann;

18.  fordert die Kommission auf, sich mit allerhöchster Dringlichkeit mit der Tatsache zu befassen, über keine genauen und umfassenden Daten über Meeresressourcen, den Grad der Wasserverschmutzung durch Plastikabfall, unbehandelte Abwässer und in Ballastwasserabflüssen enthaltene invasive Arten zu verfügen, wodurch die Evaluationen ungenau und unzuverlässig werden; fordert die Kommission auf, der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Daten über den Fischereisektor, die Bewertung der Fischbestände und sämtliche weiteren diesbezüglichen Analysen unvollständig sind, bevor sie damit beginnt, weitere Vorhaben zu finanzieren; fordert die Kommission auf, eine ertragreiche wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der Region Adria und Ionisches Meer zu fördern und sicherzustellen, dass die betroffenen Länder Reformen umsetzen, um die Kapazität zur Durchführung von Datensammlungen, Analysen und Bewertungen zu erreichen, damit Möglichkeiten für eine nachhaltige Nutzung der Meeresressourcen erkundet werden;

19.  fordert die an der Strategie beteiligten Staaten auf, die Umweltqualität mithilfe von Projekten zu verbessern, die auf eine Verringerung der chemischen, physischen und mikrobiologischen Verschmutzung ausgerichtet sind, und gemeinsam Strategien zur Verringerung von Mikroplastikpartikeln und anderen Abfällen in den Gewässern der Region auszuarbeiten, während die Beseitigung bestehender Rückstände koordiniert wird, die maritimen Verkehrsaktivitäten mit dem Ziel der Verwirklichung von Nachhaltigkeit bestmöglich vereinbart werden, die Biodiversität geschützt wird, Investitionen in marine Widerherstellungsbereiche getätigt werden und das Problem der Eutrophierung durch landwirtschaftliche Abflüsse in Angriff genommen wird;

20.  fordert die Kommission auf, dem Parlament und dem Rat alljährlich einen Bericht vorzulegen, angefangen beim Jahr der Ausführung bis zur endgültigen Bewertung nach dem Zieljahr 2020; weist darauf hin, dass dieser Bericht auf von den Koordinatoren durchgeführten Berichten und Analysen in Verbindung mit den von der Kommission gesammelten Bewertungen anderer Interessenträger beruhen sollte;

21.  fordert die Kommission und die an der Strategie beteiligten Staaten auf, die grundlegende Arbeit von Frauen im Fischereisektor zu fördern und ihre berufliche Qualifikation und ihre Mitwirkung in Aktionsgruppen in Küstenregionen und Erzeugerverbänden zu unterstützen;

22.  fordert die Kommission und die an der Strategie beteiligten Staaten auf, Anreize für junge Menschen in dem Bereich Fischerei und Aquakultur in der Region Adria und Ionisches Meer zu setzen und sie zur Aufnahme einer solchen Tätigkeit zu animieren;

23.  fordert die Kommission auf, den Austausch bewährter Verfahren zu intensivieren, etwa in Bezug auf die Nachhaltigkeit von Projekten, die von Aktionsgruppen in den Küstenregionen entwickelt wurden.

ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNG IM AUSSCHUSS

Datum der Annahme

17.6.2015

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

20

1

0

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Clara Eugenia Aguilera García, Renata Briano, Alain Cadec, Richard Corbett, Diane Dodds, Linnéa Engström, João Ferreira, Raymond Finch, Ian Hudghton, Carlos Iturgaiz, Werner Kuhn, António Marinho e Pinto, Gabriel Mato, Norica Nicolai, Ulrike Rodust, Remo Sernagiotto, Ricardo Serrão Santos, Isabelle Thomas, Peter van Dalen, Jarosław Wałęsa

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Izaskun Bilbao Barandica, José Blanco López, Marek Józef Gróbarczyk, Verónica Lope Fontagné, Francisco José Millán Mon

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellv. (Art. 200 Abs. 2)

Tim Aker

ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNGIM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS

Datum der Annahme

17.9.2015

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

31

3

3

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Pascal Arimont, José Blanco López, Franc Bogovič, Mercedes Bresso, Steeve Briois, Edward Czesak, Rosa D’Amato, Bill Etheridge, Michela Giuffrida, Krzysztof Hetman, Ivan Jakovčić, Constanze Krehl, Andrew Lewer, Louis-Joseph Manscour, Martina Michels, Andrey Novakov, Younous Omarjee, Mirosław Piotrowski, Stanislav Polčák, Julia Reid, Liliana Rodrigues, Fernando Ruas, Maria Spyraki, Ramón Luis Valcárcel Siso, Ángela Vallina, Monika Vana, Matthijs van Miltenburg, Lambert van Nistelrooij, Joachim Zeller

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

James Nicholson, Jan Olbrycht, Demetris Papadakis, Maurice Ponga, Hannu Takkula

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellv. (Art. 200 Abs. 2)

Brando Benifei, Andrejs Mamikins, Soraya Post

(1)

ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 320.

(2)

ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 259.

(3)

ABl. C 349 E vom 29.11.2013, S. 1.

(4)

ABl. L 197, 21.7.2001, S. 30.

(5)

ABl. L 164, 25.6.2008, S. 19.

(6)

ABl. L 178, 28.6.2013, S. 66.

(7)

ABl. L 124, 25.4.2014, S. 1.

Rechtlicher Hinweis