Verfahren : 2016/2222(INI)
Werdegang im Plenum
Entwicklungsstadium in Bezug auf das Dokument : A8-0066/2017

Eingereichte Texte :

A8-0066/2017

Aussprachen :

PV 03/04/2017 - 19
CRE 03/04/2017 - 19

Abstimmungen :

PV 04/04/2017 - 7.3
Erklärungen zur Abstimmung

Angenommene Texte :

P8_TA(2017)0098

BERICHT     
PDF 727kWORD 97k
17.3.2017
PE 593.850v02-00 A8-0066/2017

über das Thema „Palmöl und die Rodung von Regenwäldern“

(2016/2222(INI))

Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Berichterstatterin: Kateřina Konečná

ENTWURF EINER ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS
 BEGRÜNDUNG
 STELLUNGNAHME des Entwicklungsausschusses
 STELLUNGNAHME des Ausschusses für internationalen Handel
 STELLUNGNAHME des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung
 ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNGIM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS
 NAMENTLICHE SCHLUSSABSTIMMUNG IM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS

ENTWURF EINER ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS

zum Thema „Palmöl und die Rodung von Regenwäldern“

(2016/2222(INI))

Das Europäische Parlament,

–  unter Hinweis auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen für den Zeitraum 2015–2030,

–  unter Hinweis auf das Übereinkommen von Paris, das auf der 21. Tagung der Konferenz der Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (COP21) erzielt wurde,

–  unter Hinweis auf den technischen Bericht der Kommission 2013–063 mit dem Titel: „Auswirkungen des Verbrauchs in der EU auf die Entwaldung“,

–  unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission vom 17. Oktober 2008 mit dem Titel „Bekämpfung der Entwaldung und der Waldschädigung zur Eindämmung des Klimawandels und des Verlusts der biologischen Vielfalt“ (COM(2008)0645),  

–  unter Hinweis auf die Erklärung von Amsterdam vom 7. Dezember 2015 mit dem Titel „Towards Eliminating Deforestation from Agricultural Commodity Chains with European Countries“ (Für Agrarrohstoffproduktionsketten mit europäischen Ländern ohne Entwaldung) zur Unterstützung einer vollständig nachhaltigen Lieferkette für Palmöl bis 2020 und zur Unterstützung der Einstellung der illegalen Entwaldung bis 2020,

–  unter Hinweis auf die Zusage der fünf Mitglied- und Unterzeichnerstaaten der Erklärung von Amsterdam (Dänemark, Deutschland, Frankreich, Vereinigtes Königreich und die Niederlande), wonach die Regierungen dieser Länder die Regelung unterstützen werden, damit die Palmölindustrie bis 2020 zu 100 % nachhaltig ist,

–  unter Hinweis auf die europäische Strategie für emissionsarme Mobilität vom Juli 2016 und den Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2016 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen (Neufassung),

–  unter Hinweis auf die von der Kommission in Auftrag gegebene und finanzierte Studie vom 4. Oktober 2016 mit dem Titel: „The land use change impact of biofuels consumed in the EU: Quantification of area and greenhouse gas impacts“ (Auswirkungen des Verbrauchs von Biokraftstoffen in der EU auf Landnutzungsänderungen: Quantifizierung von Gebieten und Auswirkungen in Bezug auf Treibhausgas),

–  unter Hinweis auf den Bericht mit dem Titel „Globiom: Grundlage der Biokraftstoffpolitik nach 2020“,

–  unter Hinweis auf den Sonderbericht Nr. 18/2016 des Rechnungshofs mit dem Titel „Das EU-System zur Zertifizierung nachhaltiger Biokraftstoffe“,

–  unter Hinweis auf das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die biologische Vielfalt (CBD),

–  unter Hinweis auf das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES),

–  unter Hinweis auf Protokoll von Nagoya über den Zugang zu genetischen Ressourcen und die ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus ihrer Nutzung ergebenden Vorteile zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt, das am 29. Oktober 2010 in Nagoya, Japan, angenommen wurde und am 12. Oktober 2014 in Kraft getreten ist,

–  unter Hinweis auf die Biodiversitätsstrategie der EU bis 2020 und die dazugehörige Halbzeitüberprüfung(1),

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 2. Februar 2016 zur Halbzeitüberprüfung der Strategie der EU zur Erhaltung der biologischen Vielfalt(2),

–  unter Hinweis auf den Kongress der Weltnaturschutzunion (IUCN), der 2016 in Hawaii stattfand, und ihren Antrag 066, der die Auswirkungen der Expansion der Palmölindustrie auf die biologische Vielfalt betrifft,

–  unter Hinweis auf die Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte der indigenen Völker (UNDRIP),

–  gestützt auf Artikel 52 seiner Geschäftsordnung,

–  unter Hinweis auf den Bericht des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sowie die Stellungnahmen des Entwicklungsausschusses, des Ausschusses für internationalen Handel und des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (A8-0066/2017),

A.  in der Erwägung, dass die Europäische Union das Übereinkommen von Paris ratifiziert hat und dass ihr im Hinblick auf die Verwirklichung der gesetzten Ziele in Bezug auf den Klimaschutz, Umweltschutz und die nachhaltige Entwicklung eine wesentliche Rolle zukommen sollte;

B.  in der Erwägung, dass die EU einen wesentlichen Beitrag zur Festlegung der Ziele nachhaltiger Entwicklung geleistet hat, die in engem Zusammenhang mit Palmöl stehen (Ziele 2, 3, 6, 14, 16 und 17 und insbesondere 12, 13 und 15);

C.  in der Erwägung, dass sich die EU im Rahmen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verpflichtet hat, die Einführung einer nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern aller Art zu fördern, Entwaldung zu stoppen, geschädigte Wälder wieder herzustellen und die weltweiten Aufforstungs- und Wiederaufforstungsmaßnahmen bis 2020 erheblich zu steigern; in der Erwägung, dass sich die EU im Rahmen der Agenda 2030 außerdem verpflichtet hat, im Einklang mit nationalen politischen Maßnahmen und globalen Prioritäten bis 2020 für nachhaltige Konsumgewohnheiten und Produktionsverfahren zu sorgen, Unternehmen nahezulegen, nachhaltige Verfahrensweisen zu übernehmen, Informationen bezüglich der Nachhaltigkeit in ihr Berichtswesen aufzunehmen und ein nachhaltiges Beschaffungswesen zu fördern;

D.  in der Erwägung, dass es viele Ursachen für weltweite Entwaldung gibt, darunter auch die Produktion von Agrargütern wie Soja, Rindfleisch, Mais und Palmöl;

E.  in der Erwägung, dass nahezu 49 % der gesamten jüngsten Entwaldung in den Tropen auf die illegale Rodung für die kommerzielle Landwirtschaft zurückzuführen ist, wobei diese Zerstörung durch die Nachfrage im Ausland nach Agrargütern wie Palmöl, Rindfleisch, Soja und Holzprodukten zurückzuführen ist; in der Erwägung, dass die illegale Umwandlung von tropischen Wäldern für die Zwecke der kommerziellen Landwirtschaft schätzungsweise jedes Jahr zu einer Produktion von 1,47 Gigatonnen CO2 führt, was 25 % der jährlichen Emissionen aus fossilen Brennstoffen in der EU entspricht(3);

F.  in der Erwägung, dass im Jahr 2015 in Indonesien und auf Borneo die schlimmsten Großflächenbrände seit nahezu zwei Jahrzehnten wüteten, die auf den globalen Klimawandel, Landnutzungsänderungen und Entwaldung zurückzuführen waren; in der Erwägung, dass extrem trockene Wetterbedingungen in den betreffenden Regionen voraussichtlich in Zukunft häufiger auftreten werden, sofern nicht mit abgestimmten Maßnahmen Brände verhindert werden;

G.  in der Erwägung, dass wegen der verheerenden Großflächenbrände in Indonesien und auf Borneo 69 Millionen Menschen gesundheitsschädlicher Luftverschmutzung ausgesetzt waren, was die Ursache für Tausende vorzeitiger Todesfälle war;

H.  in der Erwägung, dass die Brände in Indonesien in der Regel die Folge von Rodungen für Ölpalmenplantagen und andere landwirtschaftliche Zwecke sind; in der Erwägung, dass 52 % der Brände in Indonesien im Jahr 2015 kohlenstoffreiche Torfböden betrafen, wodurch das Land weltweit zu einem der Hauptverursacher der Erderwärmung geworden ist(4);

I.  in der Erwägung, dass es aufgrund fehlender genauer Karten von Palmölkonzessionen und Katasterämter in vielen Erzeugerländern schwierig ist, die für Waldbrände Verantwortlichen zu ermitteln;

J.  in der Erwägung, dass die EU in der in New York abgegebenen Waldgrundsatzerklärung zugesagt hat, „die Umsetzung des Ziels des Privatsektors zu erreichen, dass bis spätestens 2020 im Zuge der Produktion landwirtschaftlicher Grunderzeugnisse wie Palmöl, Soja, Papier und Rindfleischerzeugnisse keine Entwaldung mehr stattfindet, wobei berücksichtigt wird, dass viele Unternehmen noch ehrgeizigere Ziele haben“;

K.  in der Erwägung, dass sich die EU 2008 verpflichtet hat, die Entwaldung bis 2020 um mindestens 50 % zu reduzieren und den weltweiten Verlust von Waldflächen bis 2030 zu stoppen;

L.  in der Erwägung, dass die wertvollen tropischen Ökosysteme, die lediglich 7 % der Weltfläche ausmachen, einer wachsenden Gefahr der Entwaldung ausgesetzt sind; in der Erwägung, dass das Anlegen von Ölpalmenplantagen zu großen Waldbränden, dem Austrocknen von Flüssen, Bodenerosion, der Entwässerung von Torfland, der Verschmutzung von Gewässern sowie insgesamt zu dem Verlust an Artenvielfalt führt, was bedeutet, dass viele Funktionen der Ökosysteme verloren gehen, was massive Folgen für das Weltklima, die Erhaltung der natürlichen Ressourcen und die Bewahrung der Umwelt in der ganzen Welt für jetzige und künftige Generationen hat;

M.  in der Erwägung, dass der Verbrauch von Palmöl und verarbeiteten Produkten, in denen Palmöl verwendet wird, eine wesentliche Rolle spielt, was die Auswirkungen des Verbrauchs in der EU auf die weltweite Entwaldung betrifft;

N.  in der Erwägung, dass die Nachfrage nach Pflanzenölen im Allgemeinen steigen wird(5), wobei sich die Nachfrage nach Palmöl bis zum Jahr 2050 Prognosen zufolge verdoppeln wird(6); in der Erwägung, dass sich 90 % des Wachstums der Palmölproduktion seit den 1970er Jahren in Indonesien und Malaysia vollziehen; in der Erwägung, dass inzwischen auch in anderen asiatischen Ländern sowie in Afrika und Lateinamerika mit dem Anbau von Ölpalmen begonnen wurde und dort stetig neue Plantagen angelegt bzw. bestehende Plantagen erweitert werden, was bedeutet, dass es zu weiteren Umweltschäden kommen wird; stellt gleichwohl fest, dass mit dem Ersatz von Palmöl durch andere Pflanzenöle mehr Anbauflächen benötigt würden;

O.  in der Erwägung, dass die massive Verwendung von Palmöl hauptsächlich auf dessen niedrige Kosten zurückzuführen ist, die durch die steigende Zahl von Ölpalmenplantagen in entwaldeten Gebieten ermöglicht werden; in der Erwägung, dass zudem der Einsatz von Palmöl in der Lebensmittelindustrie einem nicht nachhaltigen Modell der Massenproduktion und des Massenverbrauchs entspricht, das der Nutzung und Förderung biologischer und hochwertiger Zutaten und Produkte direkt vor Ort zuwider läuft;

P.  in der Erwägung, dass Palmöl immer häufiger als Biokraftstoff und bei der Herstellung verarbeiteter Lebensmittel (etwa 50 % der abgepackten Waren enthalten mittlerweile Palmöl) Verwendung findet;

Q.  in der Erwägung, dass einige Unternehmen, die mit Palmöl Handel treiben, nicht eindeutig belegen können, dass das Palmöl in ihrer Lieferkette nicht mit Entwaldung, der Entwässerung von Torfland oder Umweltverschmutzung in Zusammenhang steht und dass es unter uneingeschränkter Einhaltung der Menschenrechte und angemessener Sozialstandards produziert wurde;

R.  in der Erwägung, dass die Kommission gemäß dem Siebten Umweltaktionsprogramm verpflichtet ist, die ökologischen Auswirkungen des Verbrauchs in der EU von Lebensmitteln und anderen Gütern in globalem Maßstab zu bemessen und gegebenenfalls politische Vorschläge zur Bewältigung der Untersuchungsergebnisse auszuarbeiten sowie die Entwicklung eines EU-Aktionsplans zur Entwaldung und Waldschädigung zu erwägen;

S.  in der Erwägung, dass die Kommission Studien über Entwaldung und Palmöl plant;

T.  in der Erwägung, dass die Höhe der gesamten Treibhausgasemissionen, die auf Landnutzungsänderungen im Zusammenhang mit Palmöl zurückzuführen sind, nicht bekannt ist; in der Erwägung, dass die wissenschaftlichen Erhebungen in diesem Bereich verbessert werden müssen;

U.  in der Erwägung, dass in den Erzeugerländern keine verlässlichen Daten über die Flächen vorliegen, die für den (genehmigten oder nicht genehmigten) Ölpalmenanbau bestimmt sind; in der Erwägung, dass zur Zertifizierung der Nachhaltigkeit von Palmöl die ergriffenen Maßnahmen durch dieses Hindernis von Anfang an beeinträchtigt werden;

V.  in der Erwägung, dass im Jahr 2014 der Energiesektor für 60 % des in die EU eingeführten Palmöls verantwortlich war, wobei 46 % des importierten Palmöls als Kraftstoff im Verkehr (eine Steigerung um das Sechsfache gegenüber 2010) und 15 % zur Stromerzeugung und als Heizquelle verwendet wurden;

W.  in der Erwägung, dass Schätzungen zufolge die Fläche des Landes, das weltweit bis 2020 für den Anbau von Ölpalmen für Biodiesel umgewandelt wird, eine Million Hektar betragen wird, wovon 570 000 Hektar auf umgewandelten Primärwald in Südostasien entfallen werden(7);

X.  in der Erwägung, dass es infolge der Vorgaben der EU zur Verwendung von Biokraftstoff für den Zeitraum bis 2020 zu Landnutzungsänderungen in einer Größenordnung von 8,8 Mio. Hektar gekommen ist, wovon 2,1 Mio. Hektar in Südostasien aufgrund des Drucks durch die Ausbreitung von Ölpalmenplantagen umgewandelt wurden, was in der Hälfte der Fälle zu Lasten von Tropenwald und Torfland ging;

Y.  in der Erwägung, dass durch die Abholzung von Regenwäldern die natürlichen Lebensräume von mehr als der Hälfte aller Tierarten und mehr als zwei Dritteln aller Pflanzenarten zerstört werden und deren Überleben dadurch bedroht wird; in der Erwägung, dass Regenwälder die Heimat von einigen der seltensten und nur dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten sind, die auf der roten Liste ernsthaft bedrohter Arten der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen (IUNC) aufgeführt sind, bei denen beobachtet, geschätzt, prognostiziert oder gemutmaßt wird, dass ihre Population in den vergangenen zehn Jahren bzw. drei Generationen um mehr als 80 % abgenommen hat; in der Erwägung, dass die EU-Verbraucher über die Bemühungen um den Schutz dieser Tier- und Pflanzenarten besser aufgeklärt werden sollten;

Z.  in der Erwägung, dass mehrere Untersuchungen weit verbreitete Verletzungen grundlegender Menschenrechte (darunter Vertreibungen, bewaffnete Gewalt, Kinderarbeit, Schuldknechtschaft und die Diskriminierung indigener Gemeinschaften) ergeben haben, die in vielen Ländern beim Anlegen und dem Betrieb von Ölpalmenplantagen begangen wurden;

AA.  in der Erwägung, dass laut äußerst besorgniserregenden Berichten(8) bei einem großen Teil der weltweiten Palmölproduktion die grundlegenden Menschenrechte verletzt und angemessene Sozialstandards nicht eingehalten werden sowie dabei häufig Kinderarbeit zum Einsatz kommt, und dass es zahlreiche Landkonflikte zwischen örtlichen und indigenen Gemeinschaften und den Inhabern von Palmölkonzessionen gibt;

Allgemeine Bemerkungen

1.  weist darauf hin, dass nachhaltige Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und nachhaltige Forstwirtschaft im Mittelpunkt der Ziele für nachhaltige Entwicklung stehen;

2.  weist nachdrücklich darauf hin, dass Wälder von größter Bedeutung für die Anpassung an den Klimawandel und die Eindämmung seiner Folgen sind;

3.  nimmt zur Kenntnis, dass die weltweite Entwaldung durch komplexe Faktoren vorangetrieben wird, beispielsweise die Rodung für die Viehhaltung und den Anbau von Kulturpflanzen, insbesondere von Soja für die Verwendung als Tierfutter in der EU, und für die Erzeugung von Palmöl, sowie durch Zersiedelung, Holzeinschlag und andere Formen der intensiven Landwirtschaft;

4.  weist darauf hin, dass 73 % der Entwaldung auf der Welt durch Rodung für landwirtschaftliche Grunderzeugnisse verursacht werden, wobei 40 % der Entwaldung auf der Welt durch die Umwandlung dieser Flächen in großflächige Monokultur-Ölpalmenplantagen verursacht werden(9);

5.  stellt fest, dass die Gewinnung von Palmöl nicht die alleinige Ursache von Entwaldung ist, da die Ausweitung illegaler Abholzungstätigkeit und der demografische Druck ebenfalls für das Problem verantwortlich sind;

6.  stellt fest, dass andere Öle auf Pflanzenbasis, die aus Sojabohnen, Rapssamen und anderen Kulturpflanzen hergestellt werden, eine viel schlechtere Ökobilanz aufweisen und dabei viel mehr extensive Landnutzung als bei Palmöl vonnöten ist; weist darauf hin, dass bei anderen Ölpflanzen für gewöhnlich eine intensivere Verwendung von Pestiziden und Düngemitteln stattfindet;

7.  stellt mit Besorgnis fest, dass die weltweite Nachfrage nach Land auf die steigende weltweite Nachfrage nach Biokraftstoffen und Rohstoffen sowie auf Bodenspekulation und Spekulation mit landwirtschaftlichen Rohstoffen zurückzuführen ist;

8.  weist nachdrücklich darauf hin, dass die EU einer der größten Importeure von Erzeugnissen ist, die mit Entwaldung in Zusammenhang stehen, was verheerende Auswirkungen auf die Artenvielfalt hat;

9.  stellt fest, dass etwas weniger als ein Viertel aller landwirtschaftlichen Rohstoffe (nach ihrem Wert), die auf illegale Entwaldung zurückzuführen sind, für die EU bestimmt sind, wozu 27 % der gesamten Sojabohnen, 18 % des gesamten Palmöls, 15 % des gesamten Rindfleischs und 31 % des gesamten Leders gehören(10);

10.  weist darauf hin, dass die EU im Sinne wirksamer Maßnahmen gegen die Entwaldung im Zusammenhang mit dem Verbrauch von Agrargütern nicht nur die Palmölproduktion, sondern alle eingeführten landwirtschaftlichen Produkte in Betracht ziehen sollte;

11.  weist nachdrücklich darauf hin, dass Malaysia und Indonesien mit einem geschätzten Anteil von 85–90 % an der Weltproduktion die größten Erzeuger von Palmöl sind, und begrüßt, dass die Ausdehnung des Primärwalds in Malaysia seit 1990 zugenommen hat, ist jedoch nach wie vor besorgt darüber, dass die Entwaldung in Indonesien derzeit mit einem Gesamtverlust von 0,5 % in fünf Jahren voranschreitet;

12.  weist darauf hin, dass Indonesien seit kurzem den dritthöchsten CO2-Ausstoß weltweit aufweist, die biologische Vielfalt in dem Land abnimmt und mehrere gefährdete wildlebende Tierarten vom Aussterben bedroht sind;

13.  erinnert daran, dass etwa 40 % des weltweiten Handels mit pflanzlichen Ölen auf Palmöl entfallen und dass die EU mit annähernd 7 Millionen Tonnen pro Jahr der weltweit zweitgrößte Importeur von Palmöl ist;

14.  ist beunruhigt darüber, dass etwa die Hälfte der illegal gerodeten Waldflächen für die Erzeugung von Palmöl genutzt wird, das für den EU-Markt bestimmt ist;

15.  weist darauf hin, dass Palmöl in der Agrar- und Lebensmittelindustrie als Inhalts- bzw. Austauschstoff zum Einsatz kommt, und zwar wegen seiner Ergiebigkeit, wegen seiner chemischen Eigenschaften wie der Lagerfähigkeit und des Schmelzpunkts und wegen des niedrigen Rohstoffpreises;

16.  stellt fest, dass Palmkernkuchen in der EU als Tierfutter verwendet wird, insbesondere in der Mast von Milch- und Fleischvieh;

17  hebt in diesem Zusammenhang hervor, dass in der EU strengere Sozial-, Gesundheits- und Umweltschutznormen gelten;

18.  ist sich uneingeschränkt bewusst, wie komplex und schwierig die Palmöl-Problematik ist, und betont, dass eine globale Lösung auf der Grundlage der kollektiven Verantwortung vieler Akteure gefunden werden muss; empfiehlt diesen Grundsatz nachdrücklich allen, die an der Lieferkette von Palmöl beteiligt sind, darunter die EU und andere internationalen Organisationen, die Mitgliedstaaten, Finanzinstitute, die Regierungen der Erzeugerländer, indigene Völker und örtliche Gemeinschaften, an der Produktion, dem Vertrieb, und der Verarbeitung von Palmöl beteiligte nationale und multinationale Unternehmen sowie Verbraucherschutzorganisationen und nichtstaatliche Organisationen; ist der Überzeugung, dass sich alle diese Akteure notwendigerweise daran beteiligen müssen, die vielen schwerwiegenden Probleme, die mit der nicht nachhaltigen Produktion und dem Verbrauch von Palmöl in Zusammenhang stehen, zu lösen, indem sie sich bei ihren Anstrengungen abstimmen;

19.  hebt die gemeinsame weltweite Verantwortung für die Einführung einer nachhaltigen Palmölproduktion hervor und betont dabei auch die wichtige Rolle der Lebensmittelindustrie, wenn es gilt, auf nachhaltig produzierte Alternativen zurückzugreifen;

20.  weist darauf hin, dass eine Reihe von Rohstoffproduzenten und -händlern, Einzelhandelsunternehmen und anderen Zwischenhändlern in der Lieferkette, zu denen europäische Unternehmen gehören, sich zur Produktion und dem Rohstoffhandel völlig ohne Entwaldung, zu keiner weiteren Umwandlung kohlenstoffreicher Torfböden, zur Achtung der Menschenrechte, Transparenz, Rückverfolgbarkeit, Verifizierung durch Dritte und zu verantwortungsvollen Managementverfahren verpflichtet haben;

21.  erkennt an, dass die Erhaltung des Regenwalds und der weltweiten Artenvielfalt für die Zukunft der Erde und der Menschheit von größter Bedeutung sind, betont gleichwohl, dass die Anstrengungen zur Bewahrung des Regenwalds und der Artenvielfalt mit politischen Instrumenten der Entwicklung des ländlichen Raums einhergehen sollten, damit Armut vorgebeugt wird und neue Beschäftigungsmöglichkeiten für Kleinbauerngemeinschaften in den betreffenden Gegenden geschaffen werden;

22.  vertritt die Auffassung, dass Bemühungen darum, der Entwaldung Einhalt zu gebieten, damit einhergehen müssen, dass Kapazitäten vor Ort aufgebaut werden, technologische Hilfe geleistet wird, bewährte Verfahren zwischen den Bevölkerungsgruppen ausgetauscht und Kleinbauern dabei unterstützt werden, ihre Kulturflächen möglichst wirksam zu nutzen, ohne dass noch mehr Wald umgewandelt wird; betont in diesem Zusammenhang, dass agrarökologische Verfahren ein großes Potenzial aufweisen, was die Optimierung der Funktionen des Ökosystems betrifft, und zwar durch gemischte und sehr vielfältige Anbaumethoden, Agrarforstwirtschaft und Dauerkulturbetrieb, ohne sich in eine Inputabhängigkeit zu begeben oder auf Monokulturen zurückzugreifen;

23.  stellt fest, dass der Anbau von Ölpalmen einen positiven Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung von Ländern leisten und Landwirten konkrete wirtschaftliche Chancen bieten kann, sofern dies in verantwortungsvoller Weise und nachhaltiger Form geschieht und strenge Bedingungen für einen nachhaltigen Anbau festgelegt werden;

24.  nimmt die unterschiedlichen Arten freiwilliger Zertifizierungsregelungen wie RSPO, ISPO und MSPO zur Kenntnis und begrüßt deren Rolle bei der Förderung einer nachhaltigen Palmölproduktion; weist jedoch auch darauf hin, dass die Nachhaltigkeitskriterien dieser Standards Kritik ausgesetzt sind, und zwar insbesondere, was die ökologische und soziale Integrität anbelangt; betont gleichwohl, dass das Nebeneinander unterschiedlicher Regelungen für Verbraucher verwirrend ist und dass das eigentliche Ziel die Entwicklung einer einheitlichen Zertifizierungsregelung sein sollte, mit der sich die Sichtbarkeit von nachhaltigem Palmöl für Verbraucher erhöhen würde; fordert die Kommission auf, dafür Sorge zu tragen, dass mit einer solchen Zertifizierungsregelung gewährleistet ist, dass nur nachhaltig hergestelltes Palmöl auf den EU-Markt gelangt;

25.  stellt fest, dass auch unsere Partner außerhalb der EU stärker über ihre Rolle bei der Behandlung von Problemen der Nachhaltigkeit und Entwaldung unter anderem in deren Beschaffungspraxis aufgeklärt werden müssen;

Empfehlungen

26.  fordert die Kommission auf, den internationalen Verpflichtungen der EU nachzukommen, unter anderem jenen, die im Rahmen der Klimakonferenz von Paris (COP 21), des Waldforums der Vereinten Nationen (UNFF)(11), des Übereinkommens der Vereinten Nationen über biologische Vielfalt(12), der Waldgrundsatzerklärung von New York und dem Ziel für nachhaltige Entwicklung eingegangen wurden, die Entwaldung bis 2020 zu beenden(13);

27.  nimmt das Potenzial von Initiativen wie der Waldgrundsatzerklärung von New York zur Kenntnis(14), wobei mit dieser Erklärung dazu beigetragen werden soll, dass die Privatwirtschaft ihr Ziel verwirklicht, dass bis spätestens 2020 keine Flächen mehr entwaldet werden, damit dort landwirtschaftliche Grunderzeugnisse wie Palmöl, Soja, Papier und Rindfleisch produziert werden können; weist darauf hin, dass einige Unternehmen ehrgeizigere Ziele haben und dass zwar 60 % der am Handel mit Palmöl beteiligten Unternehmen ihre Beteiligung an diesen Initiativen zugesagt haben, aber bis dato nur 2 % von ihnen in der Lage sind, das Palmöl, mit dem sie handeln, zu seinem Ursprung zurückzuverfolgen(15);

28.  weist auf die Anstrengungen und Fortschritte der Lebensmittelbranche hin, zertifiziert nachhaltiges Palmöl (CSPO) zu verwenden; fordert alle Branchen, die Palmöl verwenden, auf, ihre Anstrengungen in dieser Hinsicht zu verstärken;

29.  fordert die Kommission und alle EU-Mitgliedstaaten, die dies bislang noch nicht getan haben, auf, ihr Engagement unter Beweis zu stellen, was die Einführung einer EU-weiten nationalen Verpflichtung anbelangt, bis 2020 zu 100 % auf zertifiziert nachhaltiges Palmöl zurückzugreifen, indem unter anderem die Erklärung von Amsterdam mit dem Titel „Towards Eliminating Deforestation from Agricultural Commodity Chains with European Countries“ (Für Agrarrohstoffproduktionsketten mit europäischen Ländern ohne Entwaldung) unterzeichnet und umgesetzt wird, sowie auf die Einführung einer Verpflichtung der Industrie hinzuarbeiten, indem unter anderem die Erklärung von Amsterdam mit dem Titel „In Support of a Fully Sustainable Palm Oil Supply Chain by 2020“ (Zur Unterstützung einer vollständig nachhaltigen Lieferkette für Palmöl bis 2020) unterzeichnet und umgesetzt wird;

30.  fordert dass sich die Unternehmen, die Ölpalmen anbauen, an die Vereinbarung von Bangkok für einen einheitlichen Ansatz bei der Umsetzung der Zusagen für einen Verzicht auf Entwaldung halten und sie das Instrument „High Carbon stock“ (HCS) verwenden, mit dem für Ölpalmenplantagen geeignete Gebiete wie geschädigte Böden, die geringwertige Kohlenstoffspeicher sind und niedrigen Naturschutzwert haben, ausgewiesen werden können;

31.  fordert die EU auf, in ihrem Engagement nicht nachzulassen und die laufenden Verhandlungen über die freiwilligen FLEGT- Partnerschaftsabkommen voranzutreiben sowie dafür Sorge zu tragen, dass auch Holz aus der Umwandlung von Land für das Anlegen von Ölpalmenplantagen unter die endgültigen Abkommen fällt; betont, dass dafür gesorgt werden muss, dass diese Abkommen mit dem Völkerrecht und Zusagen in Bezug auf den Umweltschutz, die Menschenrechte und die nachhaltige Entwicklung im Einklang stehen und dass sie zu angemessenen Maßnahmen für die Erhaltung und nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern führen, wozu der Schutz der Rechte örtlicher Gemeinschaften und indigener Völker gehört; stellt fest, dass ein ähnlicher Ansatz auch gewählt werden könnte, damit für verantwortungsvolle Palmöllieferketten gesorgt wird; regt an, dass die Maßnahmen der EU für die Palmölbranche auf den FLEGT-Grundsätzen des Dialogs zwischen mehreren Interessengruppen, der Bekämpfung tief verwurzelter Verwaltungsprobleme in den Erzeugerländern und unterstützenden EU-Einfuhrstrategien aufbauen; weist darauf hin, dass diese Maßnahmen zu besseren Kontrollen der Palmölindustrie in den Zielländern führen können;

32.  stellt fest, dass die Zusammenarbeit mit den Erzeugerländern im Rahmen eines Informationsaustauschs über nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Entwicklungen und Handelsverfahren ein wichtiges Element darstellt; unterstützt die Erzeugerländer bei ihren Anstrengungen zur Ausarbeitung nachhaltiger Verfahren, die zu einer Verbesserung der Lebensumstände und der Volkswirtschaft in diesen Ländern beitragen können;

33.  fordert die Kommission auf, den Austausch bewährter Verfahren zum Thema Transparenz und die Zusammenarbeit zwischen Regierungsstellen und palmölverwendenden Unternehmen anzuregen und im Verbund mit den Mitgliedstaaten mit Drittländern zusammenzuarbeiten, damit dort innerstaatliche Rechtsvorschriften ausgearbeitet und umgesetzt werden, mit denen die gewohnheitsmäßigen Nutzungsrechte der ortsansässigen Bevölkerungsgruppen gewahrt und die Wälder, die Waldbevölkerung und ihre Lebensgrundlagen geschützt werden;

34.  fordert die Kommission auf, zu prüfen, ob Verfahren eingeführt werden sollten, damit im Rahmen des Aktionsplans für Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor (FLEGT) über freiwillige Partnerschaftsabkommen (VPA) gegen die Umwandlung von Wäldern in gewerblich genutzte landwirtschaftliche Flächen vorgegangen wird und damit die zivilgesellschaftlichen Organisationen, die indigenen Gemeinschaften und die Grund besitzenden Landwirte stärker in das Verfahren einbezogen werden;

35.  fordert die EU auf, als zusätzliches Element von freiwilligen Partnerschaftsabkommen entsprechende Rechtsvorschriften zu solchen Abkommen in Bezug auf Palmöl nach dem Vorbild der EU-Holzverordnung auszuarbeiten, die sich sowohl auf Unternehmen als auch auf Finanzinstitute bezieht; stellt fest, dass die EU zwar die Lieferketten von illegal geschlagenem Holz, illegal gefangenem Fisch und Mineralien aus Konfliktgebieten bereits reguliert, dies jedoch für die Lieferketten von landwirtschaftlichen Rohstoffen, durch deren Erzeugung Wälder gefährdet werden, bislang unterlassen hat; fordert daher die Kommission und die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, mehr Anstrengungen auf die Umsetzung der Holzverordnung zu verwenden, damit ihre Wirksamkeit besser überprüft und festgestellt werden kann, ob sie als Muster für einen neuen Gesetzgebungsakt der EU dienen kann, mit dem der Verkauf von nicht nachhaltigem Palmöl in der EU verhindert wird;

36.  fordert die Kommission auf, in Zusammenarbeit mit allen Interessenträgern aus dem öffentlichen und dem privaten Sektor eine Informationskampagne zu starten, mit der die Verbraucher umfassend über die positiven ökologischen, sozialen und politischen Folgen einer nachhaltigen Palmölproduktion aufgeklärt werden; fordert die Kommission auf, dafür Sorge zu tragen, dass Informationen, mit denen die Nachhaltigkeit eines Produkts bestätigt wird, den Verbrauchern in Form eines sofort erkennbaren Zeichens für alle Produkte, die Palmöl enthalten, vermittelt werden, und empfiehlt nachdrücklich, dass dieses Zeichen auf dem Produkt oder der Verpackung sichtbar ist bzw. mittels technischer Lösungen leicht zugänglich ist;

37.  fordert die Kommission auf, mit anderen wichtigen Verbraucherländern von Palmöl wie China, Indien und den Erzeugerländern eng zusammenzuarbeiten, damit ihr Bewusstsein für die Problematik geschärft wird und gemeinsam Lösungen für das Problem der Entwaldung und Waldschädigung in den Tropen gefunden werden;

38.  sieht den Studien der Kommission zu Entwaldung und Palmöl mit Interesse entgegen, die erwartungsgemäß so bald wie möglich nach ihrem Fertigstellung vorgestellt werden;

39.  fordert die Kommission auf, umfassende Angaben zur Einfuhr von Palmöl in die EU sowie zu Verwendung und Verbrauch von Palmöl in der EU vorzulegen;

40.  fordert die Kommission auf, ihre Forschungstätigkeit zu intensivieren, damit Erkenntnisse über die Auswirkungen des Verbrauchs in Europa und von europäischen Investitionen auf den Entwaldungsprozess, soziale Probleme, bedrohte Arten und Umweltverschmutzung in Drittländern gewonnen werden, sowie an die Handelspartner außerhalb der EU zu appellieren, dies ebenfalls zu tun;

41.  fordert die Kommission auf, Technologien zu entwickeln und einen konkreten Aktionsplan vorzulegen, darunter Aufklärungskampagnen, mit denen den Auswirkungen des Verbrauchs in Europa auf die Entwaldung in Drittstaaten entgegengewirkt wird;

42.  erkennt den positiven Beitrag an, den bestehende Zertifizierungsregelungen leisten, stellt aber mit Bedauern fest, dass es weder bei RSPO, ISPO oder MSPO noch bei allen anderen anerkannten wichtigen Zertifizierungsregelungen den jeweiligen Mitgliedern tatsächlich untersagt ist, Regenwälder oder Torflandschaften in Ölpalmenplantagen umzuwandeln; ist daher der Auffassung, dass diese am meisten verbreiteten Zertifizierungsregelungen nicht in der Lage sind, die Treibhausgasemissionen wirksam zu begrenzen, wenn Plantagen angelegt oder betrieben werden, und sie folglich auch nicht in der Lage sind, Großbrände in Urwäldern und Torflandschaften zu verhindern; fordert die Kommission auf, für eine unabhängige Prüfung und Überwachung dieser Zertifizierungsregelungen zu sorgen, sodass gewährleistet ist, dass das in der EU vertriebene Palmöl allen erforderlichen Standards entspricht und nachhaltig ist; stellt fest, dass das Problem der Nachhaltigkeit in der Palmölbranche durch freiwillige Maßnahmen und Strategien allein nicht gelöst werden kann, sondern, dass auch für Palmölunternehmen verbindliche Regeln und ein zwingend vorgeschriebenes Zertifizierungssystem erforderlich sind;

43.  fordert die EU auf, Mindestkriterien der Nachhaltigkeit für Palmöl und Palmöl enthaltende Produkte, die in die EU eingeführt werden, einzuführen und dafür Sorge zu tragen, dass Palmöl in der EU

–  weder unmittelbar noch mittelbar zu einer Schädigung des Ökosystems wie zum Beispiel durch die Abholzung von Primär- und Sekundärwäldern und die Zerstörung oder Schädigung von Torfland oder anderen ökologisch wertvollen Lebensräumen geführt hat und nicht die Ursache für einen Verlust an biologischer Vielfalt in erster Linie von bedrohten Tier- und Pflanzenarten ist,

–   nicht zu einer Änderung der Praktiken der Landbewirtschaftung mit negativen Auswirkungen auf die Umwelt geführt hat,

–   nicht der Auslöser von wirtschaftlichen, sozialen oder ökologischen Problemen und Konflikten ist, wozu die speziellen Probleme der Kinderarbeit, Zwangsarbeit, des Landraubs und der Vertreibung indigener Gemeinschaften gehören,

–  für absolut keine Verletzung der grundlegenden Menschenrechte und sozialen Rechte verantwortlich ist sowie uneingeschränkt mit angemessenen Sozial- und Arbeitsstandards in Einklang steht, mit denen die Sicherheit und das Wohlergehen der Arbeitnehmer gewährleistet werden soll;

–  die Einbindung von Kleinbauern, die Palmöl erzeugen, in das Zertifizierungssystem ermöglicht, wobei diese einen gerechten Anteil am Gewinn erhalten;

–  in Plantagen angebaut wurde, die unter Verwendung moderner agro-ökologischer Verfahren betrieben werden, damit der Umstieg auf nachhaltige landwirtschaftliche Verfahren vorangetrieben wird und negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft minimiert werden;

44.  stellt fest, dass es bereits strenge Standards für eine verantwortungsvolle Palmölproduktion gibt, darunter die von der Palm Oil Innovation Group (POIG) entwickelten Standards, die aber mit Ausnahme von RSPO Next von den meisten Unternehmen und Zertifizierungsregelungen noch nicht übernommen worden sind;

45.  betont, wie wichtig es ist, dass alle Akteure entlang der Lieferkette zwischen nachhaltig und nicht nachhaltig gewonnenem Palmöl und dessen Reststoffen und Nebenprodukten unterscheiden können; betont, wie wichtig die Rückverfolgbarkeit von Rohstoffen und Transparenz in allen Phasen der Lieferkette sind;

46.  fordert die EU auf, einen verbindlichen Regelungsrahmen zu schaffen, damit alle Lieferketten der Importeure landwirtschaftlicher Rohstoffe bis zum Ursprung der Rohstoffe rückverfolgt werden können;

47.  fordert die Kommission auf, die Nachverfolgbarkeit von in die EU eingeführtem Palmöl zu verbessern und zu erwägen, dass bis zur Einführung einer einheitlichen Zertifizierungsregelung unterschiedliche Zollregelungen angewandt werden, die den tatsächlichen Kosten, die sich aus der Umweltbelastung ergeben, stärker Rechnung tragen; fordert die Kommission außerdem auf, die Einführung und Anwendung von nicht diskriminierenden tarifären und nicht tarifären Hemmnissen gemäß der CO2-Bilanz von Palmöl in Erwägung zu ziehen; fordert, dass das Verursacherprinzip bei Entwaldung in vollem Maße angewandt wird;

48.  fordert die Kommission auf, Sanktionen bei Verstößen klar und deutlich festzulegen, gleichzeitig aber die Handelsbeziehungen zu Drittländern aufrechtzuerhalten;

49.  fordert die Kommission in diesem Zusammenhang auf, bei der Weltzollorganisation (WZO) eine Reform der Nomenklatur des Harmonisierten Systems (HS) anzuregen, damit jeweils zwischen zertifiziertem nachhaltigen und nicht nachhaltigem Palmöl und den jeweiligen Derivaten unterschieden werden kann;

50.  fordert die Kommission auf, unverzüglich verbindliche Zusagen in die Kapitel zu nachhaltiger Entwicklung ihrer Handelsabkommen und Übereinkünfte über Entwicklungszusammenarbeit aufzunehmen, darunter insbesondere eine Garantie in Handelsabkommen mit Erzeugerländern, dass keine weitere Entwaldung zugelassen wird, damit durchgreifende und durchsetzbare Maßnahmen gegen nicht nachhaltige Forstpraktiken in den Erzeugerländern eingeführt werden;

51.  fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, sich auf die Entwicklung von Instrumenten zu konzentrieren, mit denen das Thema des Umweltschutzes besser in die Entwicklungszusammenarbeit eingebunden werden kann; stellt fest, dass diese Herangehensweise helfen wird, zu verhindern, dass Maßnahmen im Bereich der Entwicklung zu unbeabsichtigten Umweltproblemen führen, sondern dass es vielmehr zu einer Synergie zwischen diesen Maßnahmen und Umweltschutzmaßnahmen kommt;

52.  weist darauf hin, dass mangelhafte Regelungen für Katasterämter in den Erzeugerländern ein großes Hindernis bei der Kontrolle der Ausbreitung von Ölpalmenplantagen darstellen und es den Kleinbauern erschweren, Zugang zu Krediten zu erhalten, die sie für die Verbesserung der Nachhaltigkeitsbilanz ihrer Plantagen benötigen; stellt fest, dass die Stärkung der Regierungsführung und der forstwirtschaftlichen Einrichtungen auf lokaler und nationaler Ebene Voraussetzung für eine effiziente Umweltpolitik ist; fordert die Kommission auf, den Erzeugerländern technische und finanzielle Unterstützung anzubieten, damit diese ihre Regelungen für Katasterämter verbessern und die ökologische Nachhaltigkeit von Ölpalmenplantagen erhöhen können; weist darauf hin, dass die Kartierung in der Erzeugerländern unter anderem mithilfe von Satelliten und der Geomatik die einzige Möglichkeit bietet, Ölpalmenkonzessionen zu überwachen und gezielte Strategien der Aufforstung, Wiederaufforstung und Schaffung von ökologischen Korridoren zu entwerfen; fordert die Kommission auf, die Erzeugerländer bei der Einführung von Brandverhütungsregelungen zu unterstützen;

53.  unterstützt das unlängst von der indonesischen Regierung erlassene Moratorium für Torfböden, durch das die Ausweitung der Plantagen auf aufgeforstete Torfböden verhindert werden dürfte; unterstützt die Einrichtung einer Agentur für die Regeneration von Torfböden, deren Ziel darin besteht, 2 Mio. Hektar Torfböden zu regenerieren, die durch Brände beschädigt worden sind;

54.  fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, sich im Rahmen des Dialogs mit diesen Ländern für die Notwendigkeit einzusetzen, eine weitere Ausweitung der Fläche für den Ölpalmenanbau zu stoppen, indem unter anderem keine neuen Konzessionen vergeben werden, damit der verbliebene Regenwald erhalten bleibt;

55.  ist beunruhigt darüber, dass es bei Landverkäufen zu Verstößen gegen den Grundsatz der freien, vorab und in Kenntnis der Sachlage erteilten Zustimmung der ortsansässigen Bevölkerung gemäß dem IAO-Übereinkommen Nr. 169 kommen kann; fordert die EU und ihre Mitgliedstaaten auf, dafür zu sorgen, dass die internationalen Normen für verantwortungsvolle und nachhaltige Investitionen in die Landwirtschaft von in der EU ansässigen Investoren in vollem Umfang eingehalten werden, und zwar insbesondere die Leitlinien für verantwortungsvolle landwirtschaftliche Lieferketten der FAO und der OECD, die freiwilligen Leitlinien der FAO für die verantwortungsvolle Regelung der Nutzungs- und Besitzrechte an Land, die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte sowie die Leitsätze der OECD für multinationale Unternehmen; hebt hervor, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um denjenigen, deren Rechte durch Unternehmen verletzt wurden, Zugang zu Rechtsbehelfen zu verschaffen;

56.  fordert deshalb die zuständigen staatlichen Stellen in den Erzeugerländern auf, die Menschenrechte und auch die Landrechte der Waldbewohner zu achten und sich in umwelt-, sozial- und gesundheitspolitischen Angelegenheiten stärker zu engagieren und dabei den freiwilligen Leitlinien der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zu Landnutzungsrechten Rechnung zu tragen(16);

57.  fordert nachdrücklich, dass die EU Kleinstunternehmen, kleine Unternehmen und Familienbetriebe in den ländlichen Gebieten vor Ort unterstützt und die nationale und kommunale Eintragung von Grundeigentum und Grundbesitz fördert;

58.  betont, dass die Entwaldung der Flächen der indigenen Völker nur langsam voranschreitet, wenn die traditionellen Systeme im Hinblick auf Grundbesitz und Ressourcenbewirtschaftung geschützt sind, die ein großes Potenzial für die kostenwirksame Senkung der Emissionen und die Sicherung der globalen Ökosystemleistungen bergen; fordert, dass internationale Mittel für Klimaschutz und Entwicklung eingesetzt werden, um die Flächen der indigenen Völker und der Gemeinschaften zu schützen und jene indigenen Völker und Gemeinschaften zu unterstützen, die in den Schutz ihrer Flächen investieren;

59.  weist nachdrücklich darauf hin, dass in Armut lebende Frauen in ländlichen Gebieten zur Sicherung ihres Lebensunterhalts in besonderem Maße von forstwirtschaftlichen Ressourcen abhängig sind; betont, dass die Gleichstellung der Geschlechter in den nationalen forstpolitischen Strategien und den nationalen Forstämtern durchgehend berücksichtigt werden muss, damit unter anderem der Zugang zu Grundbesitz und anderen Ressourcen für Frauen gefördert wird;

60.  erinnert die Kommission an ihre Mitteilung mit dem Titel „Bekämpfung der Entwaldung und der Waldschädigung zur Eindämmung des Klimawandels und des Verlusts der biologischen Vielfalt“(17), in der ein ganzheitlicher Ansatz in Bezug auf die Entwaldung in den Tropen hervorgehoben wird, bei dem sämtliche Triebfedern der Entwaldung, darunter die Erzeugung von Palmöl, Berücksichtigung finden; erinnert die Kommission an ihr Ziel in den COP21-Verhandlungen, den weltweiten Waldschwund spätestens bis 2030 zu stoppen und die Bruttoentwaldung in den Tropen bis 2020 um mindestens 50 % gegenüber dem gegenwärtigen Niveau zu senken;

61.  fordert die Kommission auf, den Entwurf eines EU-Aktionsplans zu Entwaldung und Waldschäden voranzutreiben, der konkrete regulatorische Maßnahmen enthält, mit denen sichergestellt wird, dass Lieferketten und Finanztransaktionen in Verbindung mit der EU gemäß dem 7. UAP nicht zu Entwaldung oder Waldschäden führen, sowie auf einen EU-Aktionsplan zu Palmöl hinzuarbeiten; fordert die Kommission auf, eine einheitliche Definition des Begriffs „ohne Entwaldung" einzuführen;

62.  fordert die Mitgliedstaaten und die Kommission nachdrücklich zu einer Bestimmung des Begriffs „Wald“ auf, die die biologische, gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt umfasst, damit Landnahmen und die Zerstörung der Regenwälder aufgrund großer Ölpalmen-Monokulturen verhindert werden, da ansonsten die Klimaschutzverpflichtungen der EU gefährdet würden; betont, dass den heimischen Arten Vorrang eingeräumt werden muss, wodurch die Ökosysteme und Lebensräume sowie die ortsansässige Bevölkerung geschützt werden;

63.  fordert die Kommission auf, einen Aktionsplan der EU für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln vorzulegen.

64.  betont, dass Institutionen für Entwicklungsfinanzierung dafür sorgen sollten, dass ihre Sozialschutz- und Umweltschutzstrategien verbindlich sind und mit den internationalen Vorschriften über Menschenrechte in vollem Einklang stehen; fordert mehr Transparenz im Hinblick auf die Finanzierung privater und öffentlicher Finanzinstitute;

65.  fordert die Mitgliedstaaten auf, verbindliche Vorschriften einzuführen, mit denen nachhaltiges Palmöl in allen nationalen öffentlichen Vergabeverfahren gefördert wird,

66.  stellt mit Besorgnis fest, dass die gewerbliche Landwirtschaft weiterhin eine wichtige Ursache für die weltweite Entwaldung ist und dass etwa die Hälfte der Entwaldung in den Tropen seit 2000 auf die illegale Umwandlung von Wäldern in gewerblich genutzte landwirtschaftliche Flächen zurückzuführen ist, was auch ein Konfliktrisiko bergen kann; fordert eine bessere Koordinierung der politischen Strategien für die Forstwirtschaft, die gewerbliche Landwirtschaft, die Landnutzung und die Entwicklung des ländlichen Raums, damit die Ziele für nachhaltige Entwicklung verwirklicht werden und den Klimaschutzverpflichtungen nachgekommen wird; betont, dass die Politikkohärenz im Interesse der Entwicklung (PKE) auch in diesem Bereich – unter anderem im Hinblick auf die Politik der EU zu erneuerbaren Energiequellen – erforderlich ist;

67.  weist auf die Probleme hin, die im Zusammenhang mit Landkonzentrationsprozessen und Landnutzungsänderungen bei der Anlage von Monokulturen wie Ölpalmenplantagen entstehen;

68.  fordert die Kommission auf, weitere Forschungstätigkeit zu den Auswirkungen von Landnutzungsänderungen, einschließlich der Entwaldung und der Gewinnung von Bioenergie, auf Treibhausgasemissionen zu unterstützen;

69.  fordert die Kommission auf, eine Vorbildrolle gegenüber anderen Ländern einzunehmen, indem sie in den Rechtsvorschriften der EU Verbuchungsvorschriften für Treibhausgasemissionen aus bewirtschafteten Feuchtgebieten und für Landnutzungsänderungen von Feuchtgebieten festlegt;

70.  nimmt die Auswirkungen großflächiger Ölpalmen-Monokulturen zur Kenntnis, durch die zum einen der Schädlingsbefall steigt, immer mehr Wasser durch Agrochemikalien verschmutzt wird und die Bodenerosion zunimmt und zum anderen die Kohlenstoffspeicherung und das Ökosystem gesamter Regionen beeinträchtigt werden sowie die Wanderung von Tierarten behindert wird;

71.  weist auf neueste Forschungsergebnisse hin, durch die nachgewiesen wurde, dass durch Mischanbau nach den Grundsätzen der Agrarforstwirtschaft in Ölpalmenplantagen ein kombinierter Nutzen erzielt werden kann, was die Artenvielfalt, die Produktivität und positive soziale Auswirkungen anbelangt;

72.  fordert die Kommission auf, dafür Sorge zu tragen, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und andere politische Maßnahmen der EU stimmig sind, und Synergien zwischen ihnen zu fördern sowie sicherzustellen, dass sie so gestaltet und durchgeführt werden, dass sie mit Programmen gegen Entwaldung in Entwicklungsländern wie REDD+ in Einklang stehen; fordert die Kommission auf, dafür zu sorgen, dass die GAP-Reform weder unmittelbar noch mittelbar eine weitere Entwaldung zur Folge hat, sondern dass durch sie das Ziel unterstützt wird, der weltweiten Entwaldung Einhalt zu gebieten; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, sicherzustellen, dass die Umweltprobleme im Zusammenhang mit Entwaldung infolge der Palmölproduktion auch bei Betrachtung der Ziele der Biodiversitätsstrategie der EU für das Jahr 2020 in Angriff genommen werden, die ein zentraler Bestandteil des auswärtigen Handelns der EU in diesem Bereich sein sollte;

73.  fordert die Kommission auf, Organisationen zu unterstützen, deren Ziel vornehmlich der In-situ-Schutz (aber auch der Ex-situ-Schutz) aller Tierarten ist, deren Lebensräume infolge der Entwaldung zwecks Palmölproduktion zerstört werden;

74.  fordert, auf EU-Ebene mehr Forschung zu nachhaltigem Tierfutter, um für die EU-Landwirtschaft Alternativen zu Produkten der Ölpalme zu entwickeln;

75.  stellt fest, dass 70 % des in der EU verbrauchten Biokraftstoffs auch in der EU angebaut bzw. erzeugt werden und dass es sich bei den in die EU eingeführten Biokraftstoffen zu 23 % um Palmöl (hauptsächlich aus Indonesien) und zu 6 % um Soja handelt(18);

76.  weist darauf hin, dass sich die Nachfrage nach Biokraftstoff in der EU indirekt auf die Zerstörung des Regenwalds auswirkt;

77.  stellt fest, dass mit Einbezug der indirekten Landnutzungsänderung (ILUC) Biokraftstoffe, die aus pflanzlichen Agrarerzeugnissen gewonnen werden, in einigen Fällen sogar zu einem deutlichen Anstieg der Treibhausgasemissionen führen können, z. B. bei der Verbrennung von Lebensräumen mit hohen Kohlenstoffbeständen, wie Tropenwälder und Torfland; ist beunruhigt darüber, dass die Auswirkungen der indirekten Landnutzungsänderung auf die Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen nicht in die Bewertung von freiwilligen Systemen durch die Kommission einfließen;

78.  fordert die Organe der EU auf, im Rahmen der Reform der Richtlinie über erneuerbare Energiequellen konkrete Überprüfungsverfahren im Hinblick auf Landbesitzkonflikte, Zwangs- und Kinderarbeit, schlechte Arbeitsbedingungen für Landwirte und Gefahren für Gesundheit und Sicherheit in das freiwillige System aufzunehmen; fordert die EU außerdem auf, die Auswirkungen indirekter Landnutzungsänderungen zu berücksichtigen und Anforderungen im Bereich der sozialen Verantwortung in die Reform der Richtlinie über erneuerbare Energiequellen aufzunehmen;

79.  fordert, dass in die EU-Rechtsvorschriften über Biokraftstoffe wirksame Nachhaltigkeitskriterien – auch soziale Kriterien – aufgenommen werden, mit denen Land mit hohem Wert in Bezug auf die Artenvielfalt, Flächen mit hohen Kohlenstoffbeständen und Torfmoore geschützt werden;

80.  nimmt den jüngsten Bericht des Europäischen Rechnungshofs(19) zur Kenntnis, in dem die bestehenden Zertifizierungsregelungen für Biokraftstoffe analysiert werden und festgestellt wird, dass in ihnen wichtige Aspekte der Nachhaltigkeit fehlen, so zum Beispiel die fehlende Berücksichtigung mittelbarer Auswirkungen der Nachfrage, fehlende Verifizierung und die Tatsache, dass nicht garantiert werden kann, dass zertifizierte Biokraftstoffe nicht für Entwaldung mit negativen sozioökonomischen Folgen verantwortlich sind; ist sich der Anliegen in Bezug auf die Transparenz der Evaluierung von Zertifizierungsregeln bewusst; fordert die Kommission auf, die Transparenz der Nachhaltigkeitsregelungen unter anderem durch die Erstellung einer geeigneten Liste der zu prüfenden Aspekte, (wie zum Beispiel der jährlichen Berichte) und durch die mögliche Forderung erhöhen, dass Prüfungen durch unabhängige Dritte durchgeführt werden; fordert, dass die Kommission mehr Befugnisse für die Verifizierung und Überwachung von Regelungen, Berichten und Tätigkeiten erhält;

81.  fordert, dass die diesbezüglichen Empfehlungen des Rechnungshofs – wie von der Kommission zugesagt – umgesetzt werden;

82.  stellt mit Besorgnis fest, dass 46 % des gesamten von der EU eingeführten Palmöls zur Herstellung von Biokraftstoffen verwendet wird, wofür die Nutzung einer Fläche von etwa einer Million Hektar in den Tropen erforderlich ist; fordert die Kommission auf, Maßnahmen zu ergreifen, damit nach Möglichkeit bis 2020 Palmöl und andere Pflanzenöle, die einer Entwaldung Vorschub leisten, nicht mehr als Bestandteil von Biokraftstoffen verwendet werden;

83.  weist darauf hin, dass allein das Verbot oder der schrittweise Ausstieg aus der Verwendung von Palmöl dazu führen kann, dass es durch andere Pflanzenöle aus den Tropen für die Produktion von Biokraftstoff ersetzt wird, die aller Wahrscheinlichkeit nach in denselben ökologisch sensiblen Regionen wie Palmöl angebaut werden und möglicherweise noch viel schwerwiegendere Auswirkungen auf die Artenvielfalt, Landnutzung und Treibhausgasemissionen als Palmöl selbst haben; empfiehlt die Suche nach und Förderung von stärker nachhaltigen Alternativen für Biokraftstoffe, wie es in Europa gewonnene Öle aus dem Anbau von Raps und Sonnenblumen sind;

84.  fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, gleichzeitig die Weiterentwicklung von Biokraftstoffen der zweiten und dritten Generation zu unterstützen, damit das Risiko der indirekten Landnutzungsänderung in der EU reduziert wird und dort Anreize für einen Übergang zu fortgeschrittenen Biokraftstoffen gemäß der Richtlinie (EU) 2015/1513 und im Einklang mit der Kreislaufwirtschaft, der Ressourceneffizienz und den ehrgeizigen Plänen der EU für eine emissionsarme Mobilität geschaffen werden;

85.  beauftragt seinen Präsidenten, diese Entschließung dem Rat, der Kommission und den Regierungen und Parlamenten der Mitgliedstaaten zu übermitteln.

(1)

  Mitteilung der Kommission mit dem Titel „Biologische Vielfalt - Naturkapital und Lebensversicherung: EU-Strategie zum Schutz der Biodiversität bis 2020“ (COM(2011)0244).

(2)

  Angenommene Texte, P8_TA(2016)0034.

(3)

  Quelle: Forest Trends: Consumer Goods and Deforestation: An Analysis of the Extent and Nature of Illegality in Forest Conversion for Agriculture and Timber Plantations (http://www.forest-trends.org/documents/files/doc_4718.pdf).

(4)

  Quelle: World Resources Institute (http://www.wri.org/blog/2015/10/indonesia%E2%80%99s-fire-outbreaks-producing-more-daily-emissions-entire-us-economy).

(5)

  http://www.fao.org/docrep/016/ap106e/ap106e.pdf (FAO, World Agriculture Towards 2030/2050 - The 2012 Revision).

(6)

  http://wwf.panda.org/what_we_do/footprint/agriculture/palm_oil/ (WWF).

(7)

  Quelle: Globiom-Bericht (https://ec.europa.eu/energy/sites/ener/files/documents/Final%20Report_GLOBIOM_publication.pdf).

(8)

  Beispiele: Amnesty International - The Great Palm Oil Scandal (https://www.amnesty.org/en/documents/asa21/5243/2016/en/ ) and Rainforest Action Network - The Human Cost of Conflict Palm Oil(https://d3n8a8pro7vhmx.cloudfront.net/rainforestactionnetwork/pages/15889/attachments/original/1467043668/The_Human_Cost_of_Conflict_Palm_Oil_RAN.pdf?1467043668).

(9)

  The impact of EU consumption on deforestation: Comprehensive analysis of the impact of EU consumption on deforestation, (Zu den Auswirkungen des Verbrauchs in der EU auf die Entwaldung: Umfassende Analyse der Auswirkungen des Verbrauchs in der EU auf die Entwaldung) 2013, Europäische Kommission, http://ec.europa.eu/environment/forests/pdf/1.%20Report%20analysis%20of%20impact.pdf (S. 56).

(10)

  Quelle: FERN: Stolen Goods The EU’s complicity in illegal tropical deforestation (http://www.fern.org/sites/fern.org/files/Stolen%20Goods_EN_0.pdf).

(11)

  Schlussfolgerungen des Waldforums der Vereinten Nationen.

(12)

  Übereinkommen der Vereinten Nationen über biologische Vielfalt, Aichi-Ziele: https://www.cbd.int/sp/targets/.

(13)

  Ziele für nachhaltige Entwicklung, Artikel 15 Absatz 2, Ziel, die Entwaldung aufzuhalten (https://sustainabledevelopment.un.org/sdg15).

(14)

  Klimagipfel der Vereinten Nationen, 2014.

(15)

  http://forestdeclaration.org/wp-content/uploads/2015/09/2016-NYDF-Goal-2-Assessment-Report.pdf.

(16)

  Freiwillige Leitlinien der FAO der VN für die verantwortungsvolle Regulierung von Besitz- und Nutzungsrechten an Land, Fischgründen und Wäldern, Rom 2012, http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Broschueren/FreiwilligeLeitlinienRegulierung.pdf.

(17)

  Mitteilung der Kommission vom 17. Oktober 2008 (COM(2008)0645).

(18)

  Eurostat – Versorgung, Umwandlung, Verbrauch – erneuerbare Energien – jährliche Daten (nrg_107a), Globiom-Studie mit dem Titel „The land use change impact of biofuels consumed in the EU“ (Auswirkungen des Verbrauchs von Biokraftstoffen in der EU auf Landnutzungsänderungen) und http://www.fediol.be/.

(19)

  Quelle: Europäischer Rechnungshof: Zertifizierung von Biokraftstoffen: Schwachstellen bei der Anerkennung und Überwachung der Systeme (www.eca.europa.eu/Lists/News/NEWS1607_21/INSR_BIOFUELS_DE.pdf).


BEGRÜNDUNG

Die Europäische Kommission hat zum Thema nachhaltige Entwicklung Folgendes festgestellt: „Nachhaltige Entwicklung bedeutet, die Bedürfnisse der jetzigen Generation zu erfüllen, ohne dass dadurch die Erfüllung der Bedürfnisse künftiger Generationen gefährdet wird. Die Vision von einer fortschreitenden und langfristigen Entwicklung der menschlichen Gesellschaft ist einer der Grundpfeiler der EU und muss daher ein Aspekt sein, der bei unseren Entscheidungen auch in Fällen wie der Palmölproblematik berücksichtigt wird.“

Palmöl ist erst vor 20 Jahren zum weltweit am meisten verwendeten Öl geworden, und seitdem ist es auch zu einer der Ursachen für die massive Zerstörung vielfältiger Ökosysteme in den Tropen geworden. In Indonesien waren auf den Inseln Sumatra und Borneo wegen dieses Rohstoffs Fälle der schnellsten Entwaldung in der Menschheitsgeschichte zu beobachten. Aufgrund der beispiellosen Expansion dieses Wirtschaftszweiges hatte man bedauerlicherweise nicht alle Gefahren einkalkuliert, die mit der massiven Einführung von Plantagen mit Monokulturen verbunden sind. Inzwischen hat es sich gezeigt, dass die Risiken unterschätzt wurden; es sind negative Auswirkungen zutage getreten, die auf den exzessiven und nahezu ungeregelten Anbau dieser Pflanze zurückzuführen sind.

Die tropischen Ökosysteme und insbesondere die Regenwälder, auf die lediglich 7 % der Vegetation auf der ganzen Welt entfallen, waren seit dem Aufkommen des Menschen noch nie einem solchen Druck ausgesetzt wie heute, und es kommt dabei nicht nur zu der Zerstörung einer sehr wertvollen Vegetation, sondern auch von vielen Tierarten, die in einigen Fällen noch unentdeckt geblieben sind. Die Auswirkungen der Palmölproduktion beschränken sich aber nicht nur auf die Regenwälder. Auch die angrenzenden Meeresökosysteme sind wachsendem Druck ausgesetzt, und es kommt zu unwiederbringlichen Grundwasserverlusten, der Austrocknung von Flüssen, riesigen Bränden in Tropenwäldern und Torflandschaften und insgesamt zu Klimaveränderungen in den betroffenen Gebieten, die einem globalen Klimawandel Vorschub leisten. Von diesen Veränderungen sind nicht nur die Fauna und Flora betroffen, sondern auch die einheimische Bevölkerung betroffen, deren Lebensbedingungen mit diesen Ökosystemen eng verbunden sind. Dadurch wird Palmöl auch zum Auslöser zahlreicher gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Konflikte. Die Geschwindigkeit, mit denen sich diese Veränderungen vollziehen, ist alarmierend und erfordert ein sofortiges Handeln.

Die Europäische Union ist der drittgrößte Markt für Palmöl, und somit trägt sie auch einen gewichtigen Anteil daran, was in den Ländern in den Tropen geschieht, wo Palmöl produziert wird. Europäische Finanzinstitute gehören zudem zu den Hauptinvestoren in diesem Wirtschaftssektor und tragen daher auch eine Verantwortung dafür, wie ihre Mittel eingesetzt werden. Es muss darauf hingewiesen werden, dass viele Akteure an diesen Problemen ihren Anteil haben und daher auch einen Teil der Verantwortung tragen. Die EU und ihre Mitgliedstaaten gehören zu diesen Akteuren und sollten ihren Verantwortung übernehmen und Maßnahmen ergreifen, die zu einer Verbesserung der derzeit kritischen Lage führen.

Die Vereinten Nationen haben die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ausgearbeitet, die 17 Hauptziele enthält, die bis dahin verwirklicht werden sollen. Die Palmölproblematik bezieht sich auf alle 17 Hauptziele, sie ist aber mit den Zielen 2, 3, 6, 14, 16 und 17 und vor allem mit den Zielen 12, 13 und 15 am engsten verbunden. Dies ist ein Beleg dafür, um welch außerordentlich wichtige Frage es sich bei der Palmölproblematik handelt und warum es dringend geboten ist, sich unverzüglich mit dieser Frage zu beschäftigen und eine befriedigende langfristige Lösung zu finden.


STELLUNGNAHME des Entwicklungsausschusses (2.3.2017)

für den Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

zu dem Thema „Palmöl und die Rodung von Regenwäldern“

(2016/2222(INI))

Verfasserin der Stellungnahme: Heidi Hautala

VORSCHLÄGE

Der Entwicklungsausschuss ersucht den federführenden Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

1.  weist darauf hin, dass nachhaltige Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und nachhaltige Forstwirtschaft im Mittelpunkt der Ziele für nachhaltige Entwicklung stehen; stellt mit Besorgnis fest, dass Palmöl insbesondere in Malaysia, Indonesien, Papua-Neuguinea, Liberia, Kamerun, der Republik Kongo, Kolumbien und Peru wesentlich zur Entwaldung beiträgt; weist nachdrücklich darauf hin, dass Wälder von größter Bedeutung für die Anpassung an den Klimawandel und die Eindämmung seiner Folgen sind;

2.  betont, dass die Entwaldung der Flächen der indigenen Völker langsam voranschreitet, wenn die traditionellen Systeme im Hinblick auf Grundbesitz und Ressourcenbewirtschaftung geschützt sind, die ein großes Potenzial für die kostenwirksame Senkung der Emissionen und die Sicherung der globalen Ökosystemleistungen bergen; fordert, dass internationale Mittel für Klimaschutz und Entwicklung eingesetzt werden, um die Flächen der indigenen Völker und der Gemeinschaften zu schützen und jene indigenen Völker und Gemeinschaften zu unterstützen, die in den Schutz ihrer Flächen investieren;

3.  weist nachdrücklich darauf hin, dass in Armut lebende Frauen in ländlichen Gebieten zur Sicherung ihres Lebensunterhalts in besonderem Maße von forstwirtschaftlichen Ressourcen abhängig sind; betont, dass die Gleichstellung der Geschlechter in den nationalen forstpolitischen Strategien und den nationalen Forstämtern durchgehend berücksichtigt werden muss, damit unter anderem der Zugang zu Grundbesitz und anderen Ressourcen für Frauen gefördert wird;

4.  stellt mit Besorgnis fest, dass die gewerbliche Landwirtschaft weiterhin eine wichtige Ursache für die weltweite Entwaldung ist und dass etwa die Hälfte der Entwaldung in den Tropen seit 2000 auf die illegale Umwandlung von Wäldern in gewerblich genutzte landwirtschaftliche Flächen zurückzuführen ist, was auch ein Konfliktrisiko mit sich bringen kann; fordert eine bessere Koordinierung der politischen Strategien für die Forstwirtschaft, die gewerbliche Landwirtschaft, die Landnutzung und die Entwicklung des ländlichen Raums, damit die Ziele für nachhaltige Entwicklung verwirklicht werden und den Klimaschutzverpflichtungen nachgekommen wird; betont, dass die Politikkohärenz im Interesse der Entwicklung (PKE) auch in diesem Bereich – unter anderem im Hinblick auf die Politik der EU zu erneuerbaren Energiequellen – erforderlich ist;

5.  stellt mit Besorgnis fest, dass die weltweite Nachfrage nach Land auf die steigende weltweite Nachfrage nach Biokraftstoffen und Rohstoffen sowie auf Bodenspekulation und Spekulation mit landwirtschaftlichen Rohstoffen zurückzuführen ist; bekräftigt das Fazit des Sonderberichts Nr. 18/2016 des Europäischen Rechnungshofs, wonach das Zertifizierungssystem der EU für die Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen nicht uneingeschränkt zuverlässig ist; fordert die Organe der EU auf, im Rahmen der Reform der Richtlinie über erneuerbare Energiequellen konkrete Überprüfungsverfahren im Hinblick auf Landbesitzkonflikte, Zwangs- und Kinderarbeit, schlechte Arbeitsbedingungen für Landwirte und Gefahren für Gesundheit und Sicherheit in das freiwillige System aufzunehmen; fordert die EU außerdem auf, bei der Reform der Richtlinie über erneuerbare Energiequellen die Auswirkungen indirekter Landnutzungsänderungen zu berücksichtigen und Auflagen im Bereich der sozialen Verantwortung aufzunehmen;

6.  betont, dass die Erzeugung von Palmöl für die Wirtschaft der Entwicklungsländer, in denen Palmöl erzeugt wird, eine wichtige Rolle spielt, da sie nicht nur als Einkommensquelle sondern auch im Hinblick auf die Schaffung von Arbeitsplätzen einen wesentlichen Beitrag leistet;

7.  erinnert die Kommission an ihre Mitteilung vom 17. Oktober 2008 mit dem Titel „Bekämpfung der Entwaldung und der Waldschädigung zur Eindämmung des Klimawandels und des Verlusts der biologischen Vielfalt“ (COM(2008)0645), in der ein ganzheitlicher Ansatz in Bezug auf die Entwaldung in den Tropen hervorgehoben wird, bei dem sämtliche Triebfedern der Entwaldung, darunter die Erzeugung von Palmöl, Berücksichtigung finden; erinnert die Kommission an ihr in den Verhandlungen über das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) angestrebtes Ziel, den weltweiten Verlust von Waldflächen spätestens bis 2030 zu stoppen und die Bruttoentwaldung in den Tropen bis 2020 um mindestens 50 % gegenüber dem gegenwärtigen Niveau zu senken;

8.  fordert, dass die Palmölerzeugerländer bei der Ausarbeitung und Durchsetzung der einschlägigen nationalen politischen Strategien und Bestimmungen unterstützt werden, mit denen die Auswirkungen des Industriezweigs auf die Entwaldung, das Ökosystem und das Naturerbe minimiert werden sollen;

9.  fordert die EU auf, einen verbindlichen Regelungsrahmen zu schaffen, damit alle Lieferketten der Importeure landwirtschaftlicher Rohstoffe bis zum Ursprung der Rohstoffe rückverfolgt werden können;

10.  weist nachdrücklich darauf hin, dass Malaysia und Indonesien mit einem geschätzten Anteil von 85–90 % an der Weltproduktion die größten Erzeuger von Palmöl sind, und begrüßt, dass die Ausdehnung des Primärwalds in Malaysia seit 1990 zugenommen hat, ist jedoch nach wie vor besorgt darüber, dass die Entwaldung in Indonesien derzeit mit einem Gesamtverlust von 0,5 % in fünf Jahren voranschreitet;

11.  weist nachdrücklich darauf hin, dass die EU einer der größten Importeure von Erzeugnissen ist, die mit Entwaldung in Zusammenhang stehen, was verheerende Auswirkungen auf die Artenvielfalt hat; fordert die Abschaffung der EU-Beihilfen für Biokraftstoffe aus Nahrungsmittelpflanzen und den Ausstieg aus der Verwendung derartiger Kraftstoffe, die nicht mehr dafür in Frage kommen sollten, alle Klimaschutz- und Energieziele der EU für 2030 zu erreichen, was insbesondere für Biodiesel gelten sollte, durch den eine nicht nachhaltige Nachfrage nach Palmöl entstanden ist; betont, dass freiwillige Zertifizierungsregelungen wie der Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO) verlässlicher werden müssen, um Landnahmen – auch im Zusammenhang mit dem Aufkauf von Wasservorkommen – und Menschenrechtsverletzungen besser entgegenzuwirken; ist zutiefst beunruhigt, dass mehrere Untersuchungen weit verbreitete Verletzungen grundlegender Menschenrechte (darunter Vertreibungen, bewaffnete Gewalt, Kinderarbeit, Schuldknechtschaft und die Diskriminierung indigener Gemeinschaften) ergeben haben, die begangen wurden, als in vielen Ländern Ölpalmenplantagen angelegt und in Betrieb genommen wurden;

12.  fordert die Kommission auf, verbindliche Bestimmungen über die Lieferketten der Importeure landwirtschaftlicher Rohstoffe zu verabschieden, damit im Einklang mit der Erklärung von Amsterdam zum Thema Palmöl bis 2020 eine vollständig nachhaltige Lieferkette für Palmöl geschaffen wird; fordert insbesondere einen geeigneten und verbindlichen Rahmen für die Sorgfaltspflichten und Rückverfolgbarkeitsverfahren entlang der gesamten Lieferkette, die an weltweit angenommene Normen angelehnt sein sollten und bei denen dem Konfliktrisiko im Zusammenhang mit Palmölrohstoffen Rechnung getragen werden sollte; fordert die EU auf, wichtige Akteure wie Indien und China einzubeziehen, wenn es darum geht, die verantwortungsvolle und nachhaltige Erzeugung von Palmöl zu fördern;

13.  unterstreicht, wie wichtig es ist, die Bedingungen bei der Erzeugung von Palmöl zu verbessern, indem bestehende Zertifizierungssysteme gefördert werden, dafür gesorgt wird, dass sie für KMU leicht zugänglich und für Verbraucher leicht zu verstehen sind, und bestätigt wird, dass das betreffende Palmöl im Einklang mit den Nachhaltigkeitsleitlinien erzeugt wurde und die Anforderung eingehalten wurde, wonach Erzeugnisse auf effektive und transparente Weise über die gesamte Lieferkette hinweg rückverfolgbar sein müssen;

14.  weist darauf hin, dass die Lebensmittelindustrie neben der Biokraftstoffindustrie einen wesentlichen Anteil am Verbrauch des erzeugten Palmöls hat; fordert die EU auf, Anreize zu setzen, damit das in Europa eingesetzte Palmöl bis 2020 zu 100 % aus nachhaltiger Erzeugung stammt;

15.  fordert die Kommission auf, mit den Palmölerzeugerländern zusammenzuarbeiten, damit die Artenvielfalt in den Plantagengebieten insbesondere durch Maßnahmen wie die Schaffung von Korridoren für Wildtiere gestärkt wird;

16.  weist darauf hin, dass 30 bis 50 % der Brände in Indonesien im Jahr 2015, die in der Regel die Folge von Rodungen für Ölpalmenplantagen und andere landwirtschaftliche Zwecke waren, kohlenstoffreiche Torfböden betrafen, wodurch Indonesien zu einem der weltweiten Hauptverursacher der Erderwärmung wurde;

17.  fordert die Kommission auf, zu prüfen, ob Verfahren eingeführt werden sollten, damit im Rahmen des Aktionsplans für Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor (FLEGT) über freiwillige Partnerschaftsabkommen (VPA) gegen die Umwandlung von Wäldern in gewerblich genutzte landwirtschaftliche Flächen vorgegangen wird und damit die zivilgesellschaftlichen Organisationen, die indigenen Gemeinschaften und die grundbesitzenden Landwirte stärker in das Verfahren einbezogen werden; fordert, dass die Erzeugerländer und ihre kommunalen Gebietskörperschaften mehr finanzielle und technische Unterstützung vonseiten der EU erhalten, damit gegen Korruption vorgegangen wird, die Regierungsführung und die Transparenz verbessert werden und Produktionsmethoden im Sinne der Nachhaltigkeit gefördert werden; erkennt den Nutzen des FLEGT-Aktionsplans an, weist allerdings darauf hin, dass weitere Anstrengungen erforderlich sind, um den Wald-Fußabdruck der EU zu senken; fordert die Kommission auf, umgehend einen Aktionsplan der EU gegen Entwaldung und Waldschädigung vorzulegen;

18.  stellt fest, dass eine verantwortungsvolle Erzeugung von Palmöl möglich ist, mit der tatsächlich zur wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes beigetragen werden kann und durch die Landwirten, indigenen Völkern und den Einwohnern der Gemeinschaften, in denen Palmöl erzeugt wird, realisierbare wirtschaftliche Chancen eröffnet werden, sofern die Entwaldung und das Anlegen von Plantagen auf Torfböden verhindert, Plantagen unter Verwendung moderner agro-ökologischer Verfahren zur Minimierung der negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft betrieben und die Bodenrechte – auch jene von Frauen und indigenen Gemeinschaften – sowie die Menschen- und Arbeitnehmerrechte geachtet und gestärkt werden;

19.  fordert die Kommission auf, eine Vorbildrolle gegenüber anderen Ländern einzunehmen, indem sie in den Rechtsvorschriften der EU Verbuchungsvorschriften für Treibhausgasemissionen aus bewirtschafteten Feuchtgebieten und für Landnutzungsänderungen von Feuchtgebieten festlegt;

20.  fordert nachdrücklich, dass die EU Kleinstunternehmen, kleine Unternehmen und Familienbetriebe in den ländlichen Gebieten vor Ort unterstützt und die nationale und kommunale Eintragung von Grundeigentum und Grundbesitz fördert;

21.  weist auf aktuelle Forschungsergebnisse hin, durch die bewiesen wurde, dass durch Mischanbau nach den Grundsätzen der Agrarforstwirtschaft in Ölpalmenplantagen ein kombinierter Nutzen erzielt werden kann, was die Artenvielfalt, die Produktivität und positive Auswirkungen auf die Gesellschaft anbelangt;

22.  weist darauf hin, dass die Entwicklungsländer beim Ausbau ihrer personellen Kapazitäten unterstützt werden müssen;

23.  ist beunruhigt über die negativen Auswirkungen der verantwortungslosen Erzeugung von Palmöl auf den Klimawandel, die Landnutzung, die Bodenfruchtbarkeit, die Artenvielfalt, die Waldschädigung und die Menschenrechte von indigenen Völkern, der ortsansässigen Bevölkerung und Kleinbauern (auch in Bezug auf ihre traditionellen Systeme im Hinblick auf Grundbesitz und Ressourcenbewirtschaftung), was die Lebensgrundlage jener Menschen gefährdet, für die der Wald eine überlebensnotwendige Nahrungsmittelquelle darstellt; fordert die Regierungen der Palmölerzeugerländer auf, für die Achtung des Menschenrechts auf Nahrung zu sorgen (was die Einhaltung der Grundsätze der Angemessenheit, Verfügbarkeit, Zugänglichkeit und Nachhaltigkeit umfasst) und sich zur Einhaltung der Kernarbeitsnormen und der Agenda für menschenwürdige Arbeit der IAO zu verpflichten und sie umzusetzen; fordert die Beseitigung aller Arten der Zwangs- und Pflichtarbeit, einschließlich Kinderarbeit, die Verbesserung der Stellung von Wanderarbeitnehmern, Vereinigungsfreiheit und die Einrichtung eines rechtmäßigen, zugänglichen und transparenten Beschwerdeverfahrens, das mit internationalen bewährten Verfahren im Einklang steht;

24.  fordert die Mitgliedstaaten und die Kommission nachdrücklich zu einer Bestimmung des Begriffs „Wald“ auf, die die biologische, gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt umfasst, damit Landnahmen und die Zerstörung der Regenwälder aufgrund großer Ölpalmen-Monokulturen verhindert werden, da die Klimaschutzverpflichtungen der EU dadurch gefährdet würden; betont, dass den heimischen Arten Vorrang eingeräumt werden muss, wodurch die Ökosysteme und Lebensräume sowie die ortsansässige Bevölkerung geschützt werden;

25.  ist beunruhigt darüber, dass es bei Landverkäufen zu Verstößen gegen den Grundsatz der freien, vorab und in Kenntnis der Sachlage erteilten Zustimmung der ortsansässigen Bevölkerung gemäß dem IAO-Übereinkommen Nr. 169 kommen kann; fordert die EU und ihre Mitgliedstaaten auf, dafür zu sorgen, dass die internationalen Normen für verantwortungsvolle und nachhaltige Investitionen in die Landwirtschaft von in der EU ansässigen Investoren in vollem Umfang eingehalten werden, und zwar insbesondere die Leitlinien für verantwortungsvolle landwirtschaftliche Lieferketten der FAO und der OECD, die freiwilligen Leitlinien der FAO für die verantwortungsvolle Regelung der Nutzungs- und Besitzrechte an Land, die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte sowie die Leitsätze der OECD für multinationale Unternehmen; hebt hervor, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um jenen, deren Rechte durch Unternehmen verletzt wurden, Zugang zu Rechtsbehelfen zu verschaffen;

26.  betont, dass Institutionen für Entwicklungsfinanzierung dafür sorgen sollten, dass ihre Sozialschutz- und Umweltschutzstrategien verbindlich sind und mit den internationalen Vorschriften über Menschenrechte in vollem Einklang stehen; fordert mehr Transparenz im Hinblick auf die Finanzierung privater und öffentlicher Finanzinstitute;

27.  weist auf die Probleme hin, die im Zusammenhang mit Landkonzentrationsprozessen und Landnutzungsänderungen bei der Anlage von Monokulturen wie Ölpalmenplantagen entstehen;

28.  fordert die Kommission auf, einen Aktionsplan der EU für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln vorzulegen.

ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNGIM MITBERATENDEN AUSSCHUSS

Datum der Annahme

28.2.2017

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

20

1

2

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Nirj Deva, Raymond Finch, Doru-Claudian Frunzulică, Enrique Guerrero Salom, Heidi Hautala, Maria Heubuch, Teresa Jiménez-Becerril Barrio, Stelios Kouloglou, Arne Lietz, Linda McAvan, Norbert Neuser, Vincent Peillon, Maurice Ponga, Cristian Dan Preda, Lola Sánchez Caldentey, Elly Schlein, Eleftherios Synadinos, Eleni Theocharous, Bogdan Brunon Wenta, Anna Záborská, Željana Zovko

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Ádám Kósa, Paul Rübig


STELLUNGNAHME des Ausschusses für internationalen Handel (24.1.2017)

für den Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

zum Thema „Palmöl und die Entwaldung von Regenwäldern“

(2016/2222(INI))

Verfasserin der Stellungnahme: Tiziana Beghin

VORSCHLÄGE

Der Ausschuss für internationalen Handel ersucht den federführenden Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

1.  erinnert daran, dass etwa 40 % des weltweiten Handels mit pflanzlichen Ölen auf Palmöl entfallen und dass die EU mit annähernd 7 Millionen Tonnen pro Jahr der weltweit zweitgrößte Importeur von Palmöl ist; fordert die Kommission auf, gemeinsam mit den Mitgliedstaaten die Menge des aus Drittländern importierten Palmöls aus nicht nachhaltiger Erzeugung zu verringern und besser zu überwachen, indem auf zertifiziert nachhaltige Erzeugnisse aus pflanzlichen Ölen, darunter auch Palmölerzeugnisse, andere Zolltarife angewendet werden, wobei das fragliche Zertifizierungssystem im Einklang mit den von der Palm Oil Innovation Group (POIG) aufgestellten Nachhaltigkeitsanforderungen über Zertifizierungssysteme wie zum Beispiel „Roundtable on Sustainable Palm Oil“ (RSPO) und RSPO-next hinausgehen sollte; fordert die Kommission ferner auf, die Palmöl erzeugenden Länder bei der Ausarbeitung und Umsetzung einschlägiger Anreizstrategien und Rahmenregelungen für den Handel zu unterstützen, mit denen die Auswirkungen der Branche auf die Abholzung, den Verlust an biologischer Vielfalt, die Landnutzung, den hohen Einsatz von Chemikalien und den Klimawandel auf ein Minimum beschränkt werden können;

2.  ist beunruhigt darüber, dass etwa die Hälfte der illegal gerodeten Waldflächen für die Erzeugung von Palmöl genutzt wird, das für den EU-Markt bestimmt ist, und dass 18 % des illegal erzeugten Palmöls auf den EU-Markt gelangt; stellt fest, dass freiwillige Maßnahmen und Strategien nicht ausreichen, um für Nachhaltigkeit in der Palmölbranche zu sorgen, und stattdessen auch für Palmölunternehmen verbindliche Regelungen erforderlich sind und Zertifizierungssysteme durchgesetzt werden müssen; fordert die Kommission auf, einen Gesetzgebungsakt vorzuschlagen, der sich an der FLEGT-Regelung und der Verordnung über Mineralien aus Konfliktgebieten orientiert;

3.  fordert die Kommission in diesem Zusammenhang auf, bei der Weltzollorganisation (WZO) eine Reform der Nomenklatur des Harmonisierten Systems (HS) anzuregen, damit jeweils zwischen zertifiziertem nachhaltigen und nicht nachhaltigem Palmöl und den jeweiligen Derivaten unterschieden werden kann;

4.  erinnert daran, dass Malaysia und Indonesien mit einem Anteil von 85-90 % an der Weltproduktion die größten Erzeuger von Palmöl sind und dass die steigende Nachfrage nach diesem Agrarrohstoff die Landnutzung unter Druck setzt und wesentliche Auswirkungen auf die lokalen Gemeinschaften, die Gesundheit und den Klimawandel hat; hebt in diesem Zusammenhang hervor, dass im Rahmen der Verhandlungen über die Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indonesien, zwischen der EU und Malaysia und andere Freihandelsabkommen auf die Bedenken im Zusammenhang mit nicht nachhaltig erzeugten pflanzlichen Ölen, einschließlich Palmöl, und deren Derivaten eingegangen werden sollte, sowie auf verbindliche und durchsetzbare Kapitel über nachhaltige Entwicklung, in denen die Themen Entwaldung, Umwelt, Menschenrechtsverletzungen, Kinder- und Zwangsarbeit, insbesondere von Frauen, Zwangsräumungen und Diskriminierungen indigener Gemeinschaften und die Kernarbeitsnormen der IAO und deren Umsetzung abgedeckt werden; betont in diesem Zusammenhang, dass der Anbau zahlreicher Palmölsubstitute zu einem Ansteigen der Treibhausgasemissionen und einer Beschleunigung des Entwaldungsprozesses führen könnte;

5.  weist darauf hin, dass Indonesien seit kurzem den dritthöchsten CO2-Ausstoß weltweit aufweist, die biologische Vielfalt in dem Land abnimmt und mehrere gefährdete wild lebende Tierarten vom Aussterben bedroht sind;

6.  begrüßt, dass die Ausdehnung des Primärwalds in Malaysia seit 1990 zugenommen hat, ist jedoch nach wie vor besorgt darüber, dass die Entwaldung in Indonesien derzeit mit einem Gesamtverlust von 0,5 % in fünf Jahren voranschreitet;

7.  unterstreicht außerdem die große Bedeutung von und den dringenden Bedarf an weiteren ergänzenden Maßnahmen, in die mehrere Akteure eingebunden sind, und an multilateralen, EU-weiten oder einzelstaatlichen Initiativen mit Blick auf die schrittweise Beendigung des Handels mit nicht nachhaltigem Palmöl, wie auch in den Standards und Bestimmungen der WTO gefordert; weist erneut darauf hin, dass diese Initiativen bei der Bewertung des Ausmaßes der sozioökonomischen und ökologischen Bedenken den unterschiedlichen Produktionssystemen und länderspezifischen Faktoren Rechnung tragen sollten, damit sie möglichst wirksam sind;

8.  fordert den Finanzsektor dementsprechend mit Nachdruck auf, Nachhaltigkeitserwägungen in seine Investitions- und Kreditvergabeaktivitäten einfließen zu lassen;

9.  unterstreicht, wie wichtig es ist, die Situation dadurch zu verbessern, dass eine geeignete Zertifizierung eingeführt wird, die für Kleinlandwirte und KMU leicht zugänglich ist, diese nicht diskriminiert, für die Verbraucher verständlich ist und mit der bestätigt wird, dass das betreffende Palmöl tatsächlich im Einklang mit Nachhaltigkeitsleitlinien und international vereinbarten bewährten Verfahren und Standards ohne Schäden für Umwelt, biologische Vielfalt, die lokalen Gemeinschaften, die indigene Bevölkerung und die Gesellschaft erzeugt wurde, und die es ermöglicht, den Ursprung des Erzeugnisses auf effektive und transparente Weise über die gesamte Lieferkette hinweg zurückzuverfolgen; ist der Überzeugung, dass freiwillige Zertifizierungssysteme besser funktionieren könnten, wenn sie weiter verstärkt werden, indem strengere Kriterien als derzeit verwendet werden, und sie mit Sorgfaltsmaßnahmen relevanter Akteure einhergehen, und wenn rechtliche Schritte gegen illegale Praktiken eingeleitet und die Verbraucher wesentlich besser informiert werden; fordert die Kommission auf, Informationskampagnen einzuleiten und die Verbraucher umfassend über die Folgen einer nicht nachhaltigen Palmölproduktion aufzuklären;

10.  unterstreicht, dass diese Zertifizierungssysteme im Wege eines inklusiven partizipativen Verfahrens unter Beteiligung aller einschlägigen, in die Lieferkette eingebundenen Akteure aus sämtlichen beteiligten Ländern konzipiert werden sollten, damit der internationale Handel nicht beeinträchtigt wird;

11.  begrüßt in diesem Zusammenhang nachdrücklich Initiativen wie zum Beispiel den RSPO, hält es jedoch für geboten, dass er kontinuierlich gestärkt wird, indem beispielsweise – aber nicht nur – die Vertretung der Interessengruppen durch eine bessere Beteiligung von KMU ausgeweitet wird und indem er mit einer gestärkten Prüf- und Durchsetzungskapazität ausgestattet wird;

12.  fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, weiterhin angemessene Alternativen für aus Palmöl gewonnenem Biodiesel zu erforschen;

13.  vertritt die Auffassung, dass die Nachhaltigkeit von Palmöl in der Erneuerbare-Energien-Richtlinie – soweit es um die Verwendung als flüssiger Biobrennstoff geht – bzw. – für Biokraftstoffe – in der Richtlinie über die Qualität von Kraftstoffen gesetzlich definiert wurde, wohingegen es für Palmöl sowie für andere pflanzliche Öle wie zum Beispiel Raps- und Sonnenblumenöl, die in der Lebensmittelindustrie verwendet werden, keine rechtlichen Kriterien gibt; spricht sich daher für eine entsprechende Definition aus und fordert die Kommission auf, zu prüfen, ob die Nachhaltigkeitskriterien unter Beachtung der WTO-Regelungen und der OECD-Leitlinien auf andere Verwendungszwecke derselben Anbaupflanze ausgeweitet werden können;

14.  hält es für notwendig, dass die Zertifizierungssysteme ein wirklich nachhaltig erzeugtes Palmöl garantieren, indem wirksame Protokolle im Hinblick auf den Schutz der biologischen Vielfalt und die Achtung der Arbeitsbedingungen angewandt werden, mit denen erreicht werden kann, dass nahezu keine Entwaldung erforderlich ist;

15.  weist darauf hin, dass gemäß der Verordnung zu Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor und den entsprechenden freiwilligen Partnerschaftsabkommen, die zwischen der EU und Holz erzeugenden Ländern geschlossen wurden, am 15. November 2016 das erste voll funktionsfähige Genehmigungssystem in Kraft trat, und zwar in Bezug auf Indonesien; fordert die EU auf, sich weiterhin für die freiwilligen FLEGT- Partnerschaftsabkommen einzusetzen und dafür Sorge zu tragen, dass auch Holz aus der Umwandlung von Land für das Anlegen von Ölpalmenplantagen darunter fällt; regt an, dass sich die Maßnahmen der EU für die Palmölbranche an den FLEGT-Grundsätzen des Dialogs zwischen mehreren Interessengruppen, der Bekämpfung tief verwurzelter Verwaltungsprobleme in den Erzeugerländern und unterstützenden EU-Einfuhrstrategien orientieren; ist der Ansicht, dass noch mehr freiwillige Partnerschaftsabkommen wie FLEGT angeregt werden sollten; stellt fest, dass eine ähnliche Vorgehensweise auch für Palmöl denkbar wäre und dass in der Folge die Kontrollen der Palmölbranche in den Zielländern verbessert werden könnten;

16.  hält solche Initiativen für äußerst nützlich und fordert, dass sie noch stärker beworben und auch auf andere Rohstoffe ausgeweitet werden;

ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNGIM MITBERATENDEN AUSSCHUSS

Datum der Annahme

24.1.2017

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

35

4

2

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Laima Liucija Andrikienė, Maria Arena, Tiziana Beghin, David Borrelli, David Campbell Bannerman, Salvatore Cicu, Marielle de Sarnez, Santiago Fisas Ayxelà, Christofer Fjellner, Eleonora Forenza, Karoline Graswander-Hainz, Heidi Hautala, Yannick Jadot, Bernd Lange, David Martin, Emmanuel Maurel, Anne-Marie Mineur, Sorin Moisă, Alessia Maria Mosca, Franz Obermayr, Artis Pabriks, Franck Proust, Godelieve Quisthoudt-Rowohl, Inmaculada Rodríguez-Piñero Fernández, Tokia Saïfi, Matteo Salvini, Marietje Schaake, Helmut Scholz, Joachim Schuster, Joachim Starbatty, Adam Szejnfeld, Hannu Takkula, Iuliu Winkler, Jan Zahradil

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Eric Andrieu, Bendt Bendtsen, Edouard Ferrand, Syed Kamall, Seán Kelly, Ramon Tremosa i Balcells

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellv. (Art. 200 Abs. 2)

Laura Agea


STELLUNGNAHME des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (2.3.2017)

für den Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

zu dem Thema „Palmöl und die Rodung von Regenwäldern“

(2016/2222(INI))

Verfasser der Stellungnahme: Florent Marcellesi

VORSCHLÄGE

Der Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung ersucht den federführenden Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

1.  stellt fest, dass Palmöl immer häufiger Verwendung als Biokraftstoff und bei der Herstellung verarbeiteter Lebensmittel findet und dass in diesem Bereich der Einsatz von Palmöl im Vergleich zu anderen Pflanzenölen angestiegen ist und etwa 50 % der verpackten Erzeugnisse mittlerweile Palmöl enthalten;

2.  nimmt zur Kenntnis, dass Palmöl etwa ein Drittel der weltweit verbrauchten und etwa 60 % der weltweit gehandelten Pflanzenöle ausmacht;

3.  ist besorgt über die potenziellen Gefahren für Umwelt und Gesellschaft, die mit der prognostizierten Verdreifachung der weltweiten Nachfrage nach Palmöl in den kommenden Jahrzehnten verbunden sind;

Verwendung anderer Öle und Fette

4.  weist darauf hin, dass Palmöl in der Agrar- und Lebensmittelindustrie als Inhalts- bzw. Austauschstoff zum Einsatz kommt, und zwar wegen seiner Ergiebigkeit, wegen seiner chemischen Eigenschaften wie der Lagerfähigkeit und des Schmelzpunkts und wegen des niedrigen Rohstoffpreises;

5.  stellt fest, dass Palmkernkuchen in der EU als Tierfutter verwendet wird, insbesondere in der Mast von Milch- und Fleischvieh;

6.  weist darauf hin, dass auch Rapssamenkuchen und Rapsnebenerzeugnisse als proteinreiches Tierfutter verwendet werden können, mit denen sich die Abhängigkeit von Sojabohneneinfuhren aus der ganzen Welt verringern lässt;

7.  hebt in diesem Zusammenhang hervor, dass in der EU strengere Sozial-, Gesundheits- und Umweltschutznormen gelten;

8.  fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, Vorgaben einzuführen, die vorsehen, anstelle von Palmöl in größerem Maße auf die reichhaltigen Bestände von in der EU erzeugtem Butterfett zurückzugreifen und so die Abhängigkeit von Palmöleinfuhren aus Drittländern zu senken;

Kennzeichnung

9.  begrüßt, dass die Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel eine Bestimmung über die verbindliche Kennzeichnung der verwendeten Arten von Pflanzenölen – darunter auch Palmöl – im Zutatenverzeichnis verpackter Lebensmittel enthält;

10.  beharrt darauf, dass die Kennzeichnungspflicht von den Mitgliedstaaten durchgesetzt und von den Verarbeitungsbetrieben befolgt wird, damit für Rückverfolgbarkeit gesorgt ist und bewusste Kaufentscheidungen getroffen werden können;

11.  stellt fest, dass elektronische Mittel, beispielsweise Apps zum Einlesen von Strichcodes, weitreichende Möglichkeiten bieten, den Verbrauchern Informationen über die Nachhaltigkeit von Palmöl in verarbeiteten Erzeugnissen zur Verfügung zu stellen;

12.  fordert die Kommission auf, umfassende Angaben zur Einfuhr von Palmöl in die EU sowie zu Verwendung und Verbrauch von Palmöl in der EU vorzulegen;

Gesundheit

13.  weist nachdrücklich auf die Ergebnisse der Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)(1) und anderer Studien hin, in denen festgestellt wurde, dass verarbeitete Pflanzenöle und insbesondere Palmöl genotoxische und karzinogene Kontaminanten enthalten, die sich bei der Raffination von Pflanzenölen bei hohen Temperaturen bilden und Auswirkungen auf die Gesundheit haben können;

14.  fordert die Mitgliedstaaten auf, auch künftig sicherzustellen, dass Erzeugnisse, bei deren Herstellung Pflanzenfette, darunter Palmöl, eingesetzt werden, mit den Rechtsvorschriften über Lebensmittelsicherheit im Einklang stehen und dass bei diesen Erzeugnissen die Kennzeichnungspflicht befolgt wird;

15.  stellt besorgt fest, dass in einigen Mitgliedstaaten nach wie vor Palmöl bei der Herstellung von Milchprodukten, z. B. von Käse, eingesetzt wird, ohne dies auf dem Produkt anzugeben oder zu kennzeichnen, wodurch die Verbraucher in die Irre geleitet werden;

16.  fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, Kampagnen durchzuführen, um die Verbraucher auf die Besonderheiten von Palmöl aufmerksam zu machen und so für ihre Gesundheit zu sorgen und zu einem bewussten Verzehr anzuregen;

Ursachen der Entwaldung – Ausmaß der Entwaldung – entwaldete Gebiete

17.  weist darauf hin, dass die Erzeugung von Palmöl eine der Hauptursachen dafür ist, dass die Entwaldung in den Tropen ein bedenkliches Ausmaß angenommen hat;

18.  weist darauf hin, dass 73 % der Entwaldung auf der Welt durch Rodung für landwirtschaftliche Grunderzeugnisse verursacht werden, wobei 40 % der Entwaldung auf der Welt durch die Umwandlung dieser Flächen in großflächige Monokultur-Ölpalmenplantagen verursacht werden(2);

19.  stellt fest, dass Palmöl vor allem in Malaysia und Indonesien produziert wird, die zusammen einen Anteil von etwa 85 % an der Weltproduktion haben, und Papua-Neuguinea, Liberia, die Demokratische Republik Kongo, Kolumbien und Peru weitere bedeutende oder wichtiger werdende Produktionsländer sind;

20.  stellt außerdem fest, dass Flächen rasch und immer schneller umgewandelt werden, wobei sich die Ölpalmenanbaufläche in den genannten sieben Hauptausfuhrländern in den vergangenen ein bis zwei Jahrzehnten verdoppelt oder gar verdreifacht hat und dabei bis zu 15 % der Regenwaldfläche in gerade einmal einem Jahrzehnt verloren gegangen sind;

21.  nimmt zur Kenntnis, dass die weltweite Entwaldung durch komplexe Faktoren vorangetrieben wird, beispielsweise die Rodung für die Viehhaltung und den Anbau von Kulturpflanzen, insbesondere von Soja für die Verwendung als Tierfutter in der EU, und für die Erzeugung von Palmöl, sowie durch Zersiedelung, Holzeinschlag und andere Formen der intensiven Landwirtschaft;

22.  stellt fest, dass ein umfassendes Konzept erforderlich ist, bei dem allen Entwaldungsfaktoren Rechnung getragen wird und das Maßnahmen und Zusammenarbeit sowohl in den Erzeuger- als auch in den Verbraucherländern umfasst;

Auswirkungen auf die Umwelt

23.  stellt fest, dass der Regenwald und die Artenvielfalt unbedingt erhalten werden müssen; ist sehr besorgt darüber, dass der äußerst artenreiche Regenwald in Monokultur-Ölpalmenplantagen umgewandelt wird und diese Umwandlung zulasten unersetzlicher natürlicher Lebensräume und Ökosysteme geschieht, die unzählige stark gefährdete und endemische Arten beherbergen;

24.  nimmt die Auswirkungen großflächiger Ölpalmen-Monokulturen zur Kenntnis, durch die zum einen der Schädlingsbefall steigt, immer mehr Wasser durch Agrochemikalien verschmutzt wird und die Bodenerosion zunimmt und zum anderen die Kohlenstoffspeicherung und das Ökosystem gesamter Regionen beeinträchtigt werden und die Wanderung von Tierarten behindert wird;

25.  stellt fest, dass die Brandrodung von Regenwald und die Abfacklung von Torfböden unter anderem betrieben werden, um Flächen für die Agrar- und Lebensmittelindustrie und die Energiewirtschaft umzuwandeln, was mit schweren Umweltschäden und auch mit der Freisetzung hoher Treibhausgasvolumina einhergeht;

Auswirkungen auf die ortsansässige Bevölkerung – Landraub – Kleinbauern

26.  weist darauf hin, dass die Umwandlung in Monokultur-Ölpalmenplantagen überaus negative Folgen für die Waldbewohner und auch Kleinbauern hat, deren Land immer häufiger enteignet wird oder die immer öfter in die am wenigsten fruchtbaren Gebiete abgedrängt werden;

27.  stellt mit Besorgnis fest, dass es Holzeinschlag, Landraub und der illegale Erwerb oder Zwangsverkauf von Anbauland weit verbreitet sind; stellt außerdem fest, dass durch die Zerstörung des Regenwalds auch die Lebensgrundlagen der Bevölkerungsgruppen, die Subsistenzwirtschaft betreiben und vom Regenwald abhängen, vernichtet werden;

28.  nimmt zur Kenntnis, dass auf einigen Plantagen soziale Ungerechtigkeit und schlechte Arbeitsbedingungen herrschen;

29.  fordert deshalb die zuständigen staatlichen Stellen in den Erzeugerländern auf, die Menschenrechte und auch die Landrechte der Waldbewohner zu achten und sich in umwelt-, sozial- und gesundheitspolitischen Angelegenheiten stärker zu engagieren und dabei den freiwilligen Leitlinien der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zu Landnutzungsrechten(3) Rechnung zu tragen;

Entwicklung des ländlichen Raums und agrarökologische Praxis

30.  ist der Ansicht, dass die Erhaltung des Regenwalds mit der nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums kombiniert werden sollte, um Armut zu verhindern und die Beschäftigung in den betroffenen Gebieten zu fördern, und fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, in dieser Weise zur regionalen sozioökonomischen Entwicklung beizutragen;

31.  erkennt an, dass die Ölpalme als Bestandteil diverser Systeme des Zwischenfruchtbaus wichtig ist, um Kleinbauern ein auskömmliches Einkommen zu sichern;

32.  vertritt die Auffassung, dass Bemühungen darum, der Entwaldung Einhalt zu gebieten, damit einhergehen müssen, dass Kapazitäten vor Ort aufgebaut werden, technologische Hilfe geleistet wird, bewährte Verfahren zwischen den Bevölkerungsgruppen ausgetauscht und Kleinbauern dabei unterstützt werden, ihre Kulturflächen möglichst wirksam zu nutzen, ohne dass noch mehr Wald umgewandelt wird; betont in diesem Zusammenhang, dass agrarökologische Verfahren ein großes Potenzial aufweisen, was die Optimierung der Funktionen des Ökosystems betrifft, und zwar durch gemischte und sehr vielfältige Anbaumethoden, Agrarforstwirtschaft und Dauerkulturbetrieb, ohne sich in eine Inputabhängigkeit zu begeben oder auf Monokulturen zurückzugreifen;

Biokraftstoffe

Zunahme des Verbrauchs von Palmöl als Biokraftstoff

33.  stellt fest, dass in der EU die Nachfrage nach Palmöl zum Großteil auf seine Verwendung als Biokraftstoff zurückzuführen ist;

34.  stellt fest, dass 70 % des in der EU verbrauchten Biokraftstoffs auch in der EU angebaut bzw. erzeugt werden und dass es sich bei den in die EU eingeführten Biokraftstoffen zu 23 % um Palmöl (hauptsächlich aus Indonesien) und zu 6 % um Soja handelt(4);

35.  stellt fest, dass der Verbrauch von Palmöl als Biodiesel der ersten Generation zwar je nach Mitgliedstaat unterschiedlich ist, aber enorm gestiegen ist, nämlich von 2010 bis 2014 um 2,6 Mio. Tonnen und damit um 606 %, während der Gesamtanteil von Palmöl beim Verbrauch von Biodiesel in der EU von 6 % im Jahr 2010 auf knapp ein Drittel (31 %) im Jahr 2014 gestiegen ist, wobei fast die Hälfte des in der EU verwendeten Palmöls als Kraftstoff genutzt wird(5);

Indirekte Auswirkungen einschließlich indirekter Landnutzungsänderungen (ILUC)

36.  weist darauf hin, dass sich die Nachfrage nach Biokraftstoff in der EU indirekt auf die Zerstörung des Regenwalds auswirkt;

37.  weist darauf hin, dass aufgrund bestimmter Verfahren zur Herstellung von Biokraftstoffen die Treibhausgasemissionen insgesamt steigen, wenn die Emissionen aus indirekten Landnutzungsänderungen berücksichtigt werden(6), wobei Biodiesel aus Palmöl der Biokraftstoff mit den höchsten Emissionen aller Biokraftstoffe ist(7);

38.  fordert deshalb, dass bei der Analyse von Biodiesel als alternativem Kraftstoff die gesamten Energiekosten des Anbaus von Kulturpflanzen zur Herstellung von Biokraftstoffen in die Berechnung einfließen und dass ILUC-Emissionen aus der Herstellung von Biokraftstoffen uneingeschränkt berücksichtigt werden, wenn es um die Richtlinie über erneuerbare Energiequellen geht;

39.  vertritt nach Maßgabe des Grundsatzes der Politikkohärenz im Interesse der Entwicklung die Auffassung, dass Biokraftstoffe weder die Ursache der Entwaldung sein noch Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit und das Recht auf Nahrung in Drittländern haben sollten, wobei anzustreben ist, dass die Unterstützung der öffentlichen Hand für Biokraftstoffe aus Palmöl schrittweise ausläuft;

Biokraftstoffe der ersten und der zweiten Generation

40.  weist darauf hin, dass überwiegend Biokraftstoffe der ersten Generation verwendet werden und zu wenig Biokraftstoffe der zweiten Generation im Handel erhältlich sind; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die Weiterentwicklung von Biokraftstoffen der nächsten Generation zu fördern, um der Entwaldung entgegenzuwirken;

41.  fordert, rasch alle Vergünstigungen für Biokraftstoffe aus Palmöl auslaufen zu lassen, da durch diese Vergünstigungen der Wettbewerb um die Landnutzung zulasten der Nahrungsmittelerzeugung verschärft, die Entwaldung vorangetrieben und folglich in erheblichem Ausmaß zu Treibhausgasemissionen beigetragen wird;

42.  weist auf die Globiom-Studie hin, in der belegt wurde, in welch erschreckend hohem Ausmaß Treibhausgasemissionen mit der Verwendung von Palmöl verbunden sind;

43.  fordert ein verbindliches System für die Kennzeichnung des Ursprungs der Bestandteile von Biokraftstoffen;

Transparenz der Lieferketten 

44.  erachtet die Rückverfolgbarkeit in der Lebensmittelversorgungskette als sehr wichtig für die Einführer und die Verbraucher – insbesondere, damit sie in der Lage sind, zwischen rechtmäßig und rechtswidrig erzeugtem und zwischen aus nachhaltigen und nicht nachhaltigen Quellen gewonnenem Palmöl und seinen Nebenerzeugnissen zu unterscheiden;

45.  weist darauf hin, dass Informationen über Palmöl aus Hochrisikogebieten nur zugänglich sind, wenn die Lieferketten transparent sind;

Zertifizierung

46.  stellt fest, dass die verschiedenen Arten von freiwilligen Nachhaltigkeitszertifizierungssystemen für Palmölerzeugnisse eine wichtige Funktion und ein hohes Potenzial haben, und ist der Ansicht, dass in diesen Systemen den Auswirkungen der Produktion dieser Erzeugnisse auf Umwelt und Gesellschaft Rechnung getragen werden muss;

47.  nimmt zur Kenntnis, dass der Bericht des Rechnungshofs(8) die Schlussfolgerung enthält, dass durch die Zertifizierungssysteme nicht gewährleistet ist, dass Palmöl wirklich nachhaltig erzeugt wird, und daher nicht wirksam sichergestellt wird, dass die einschlägigen Normen eingehalten werden;

48.  nimmt insbesondere zur Kenntnis, dass der Rechnungshof feststellte, dass einige anerkannte Systeme nicht ausreichend transparent waren oder unausgewogene Führungsstrukturen hatten, wodurch die Gefahr von Interessenkonflikten oder ineffizienter Kommunikation bestand, dass er die Vorgaben für Nachhaltigkeitskriterien kritisierte, beispielsweise in Bezug auf Landbesitzkonflikte, Zwangs- oder Kinderarbeit und schlechte Arbeitsbedingungen für Landwirte, und dass er außerdem feststellte, dass diese Mängel dazu führten, dass Statistiken unzuverlässig waren und das Volumen der Biokraftstoffe, die als nachhaltig zertifiziert gelten, zu hoch angesetzt war;

49.  hält es für besorgniserregend, dass das EU-System zur Zertifizierung der Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen nicht vollständig zuverlässig ist, und vertritt die Auffassung, dass die Zertifizierungssysteme ständig weiterentwickelt und verbessert werden sollten, damit Palmöl wirklich nachhaltig erzeugt wird und die einschlägigen Normen tatsächlich eingehalten werden;

50.  fordert, dass die diesbezüglichen Empfehlungen des Rechnungshofs – wie von der Kommission zugesagt – umgesetzt werden;

51.  fordert die Kommission auf, für verlässliche Normen zu sorgen und auf die Schaffung strenger und verbindlicher Regelungen hinzuwirken, damit sichergestellt wird, dass Palmöl nachhaltig erzeugt wird;

52.  fordert, dass auch die Nebenerzeugnisse der Ölpalme (Palmkernmehl oder Palmkernkuchen), die in der EU Verwendung finden, der Zertifizierung unterliegen;

Initiativen

53.  begrüßt alle von mehreren Akteuren getragenen Initiativen, die darauf ausgerichtet sind, hochgesteckte Normen für die nachhaltige Palmölproduktion festzulegen und umzusetzen, auch in Bezug auf die Menschen-, Landnutzungs- und Arbeitnehmerrechte;

54.  befürwortet das in der Initiative für nachhaltiges Palmöl der Vereinten Nationen und in der Erklärung von Amsterdam gesetzte Ziel, bis 2020 Lieferketten zu verwirklichen, in denen auf Entwaldung und die Zusammenarbeit mit Konfliktparteien verzichtet wird;

55.  nimmt das Potenzial von Initiativen wie der Waldgrundsatzerklärung von New York(9) zur Kenntnis, wobei mit dieser Erklärung dazu beigetragen werden soll, dass die Privatwirtschaft ihr Ziel verwirklicht, dass bis spätestens 2020 keine Flächen mehr entwaldet werden, damit dort landwirtschaftliche Grunderzeugnisse wie Palmöl, Soja, Papier und Rindfleisch produziert werden können; weist darauf hin, dass einige Unternehmen ehrgeizigere Ziele haben und dass zwar 60 % der am Handel mit Palmöl beteiligten Unternehmen ihre Beteiligung an diesen Initiativen zugesagt haben, aber bis dato nur 2 % von ihnen in der Lage sind, das Palmöl, mit dem sie handeln, zu seinem Ursprung zurückzuverfolgen(10);

56.  fordert die Kommission, die Mitgliedstaaten und die Industrie auf, Initiativen wie das Konzept „High Carbon Stock“ (HCS) zu unterstützen, in dessen Rahmen für Ölpalmenplantagen geeignete Gebiete – beispielsweise geschädigte Böden mit geringer Kohlenstoffspeicherkapazität und niedrigem ökologischem Nutzwert – ausgewiesen werden, um so die wirklich nachhaltige Erzeugung von Palmöl zu fördern, ohne dass dafür Wälder gerodet oder Ökosysteme mit hohem Schutzwert beeinträchtigt werden;

Dialog im Interesse einer verantwortungsvolleren Staatsführung in den Erzeugerländern

57.  fordert die Kommission auf, mit den Regierungen der Palmölerzeugerländer und den Palmölunternehmen in einen Dialog einzutreten, auch durch bilaterale Übereinkommen mit den Erzeugerländern, um Anreize dafür zu schaffen, dass eine wirksame Umweltgesetzgebung eingeführt wird, mit der schädliche Landnutzungsänderungen verhindert werden, dass strengere Normen in den Bereichen Umweltschutz und Erhaltung der Artenvielfalt erlassen werden, dass die Menschenrechte, die Sozialrechte, die Landrechte und das Arbeitsrecht gestärkt werden, dass für mehr Transparenz in den Bereichen Besitzverhältnisse an Grund und Boden und unternehmerisches Eigentum gesorgt wird und dass die ortsansässige Bevölkerung konsultiert wird, um dem Landraub entgegenzuwirken;

Rechtsrahmen der EU und Forderungen an die Kommission

58.  ist sich bewusst, dass die EU der drittgrößte Einführer von Palmöl und Palmkernkuchen weltweit ist, und betont, dass Regelungen eingeführt werden müssen, mit denen sichergestellt wird, dass Palmöl wirklich nachhaltig erzeugt wird;

59.  fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die vorhandenen Kontrollinstrumente zu stärken, sämtliche Mittel zu nutzen, die notwendig sind, um zu verhindern, dass in die EU Palmöl eingeführt wird, zu dessen Erzeugung Wälder gerodet wurden, einen Regelungsrahmen mit rigorosen und durchsetzbaren Maßnahmen festzusetzen, mit denen sichergestellt wird, dass alle Akteure in der gesamten Lieferkette – auch die Finanzinstitute der EU im Zusammenhang mit den von ihnen getätigten Investitionen und den von ihnen gewährten Krediten – nur an einer wirklich nachhaltigen Palmölerzeugung beteiligt sind, bei der der Schutz der Wälder, der Waldbevölkerung und der Artenvielfalt sichergestellt ist;

60.  fordert die Kommission auf, Sanktionen bei Verstößen klar und deutlich festzulegen, gleichzeitig aber die Handelsbeziehungen zu Drittländern aufrechtzuerhalten;

Präzedenzfälle und geltende Rechtsvorschriften

61.  weist darauf hin, dass die Kakaobranche als Vorbild dienen sollte, wenn es gilt, internationale Standards zur Erzeugung nachhaltigen Palmöls einzuführen, und stellt fest, dass mit der EU-Holzverordnung vergleichbare Mechanismen dazu beitragen können, dass nur rechtmäßig hergestellte Erzeugnisse auf dem Binnenmarkt in Verkehr gebracht werden;

62.  fordert, dass in die EU-Rechtsvorschriften über Biokraftstoffe wirksame Nachhaltigkeitskriterien – auch soziale Kriterien – aufgenommen werden, mit denen Land mit hohem Wert in Bezug auf die Artenvielfalt, Flächen mit hohen Kohlenstoffbeständen und Torfmoore geschützt werden;

Bilaterale Übereinkommen und Handel

63.  stellt fest, dass Mechanismen wie freiwillige Partnerschaftsabkommen dazu beitragen können, Probleme im Zusammenhang mit der Rechtmäßigkeit von Landnahmen und der Umwandlung von Wäldern zu klären, indem in den jeweiligen Ländern Bodenreformen angestoßen werden und Transparenz in Bezug auf die Landbesitz- und Landnutzungsrechte geschaffen wird;

64.  fordert, dass auf bilaterale Übereinkommen zurückgegriffen wird, um konkrete Umweltschutzmaßnahmen zu beschleunigen, auch durch die Anwendung unterschiedlicher Zollsätze auf nachhaltig bzw. nicht nachhaltig erzeugtes Palmöl oder durch den Ausschluss nicht nachhaltig erzeugten Palmöls und der entsprechenden Nebenerzeugnisse aus dem Geltungsbereich von Freihandelsabkommen;

65.  fordert die Kommission auf, in Verhandlungen mit Palmölerzeugerländern über Handelsabkommen auch darauf hinzuwirken, dass garantiert keine Entwaldung stattfindet und die Rechte von Bevölkerungsgruppen gewahrt werden müssen;

Unterstützung und Kapazitätsaufbau

66.  bekräftigt, dass Entwicklungsländer unbedingt unterstützt werden müssen, indem ihnen die Instrumente bereitgestellt werden, die notwendig sind, um die Verwaltung, die Rechtsdurchsetzung und gerichtliche Verfahren auf kommunaler, regionaler und nationaler Ebene zu verbessern und so die Wälder und Torfmoore zu schützen und auf eine verstärkte Anwendung agrarökologischer Anbauverfahren hinzuwirken;

67.  fordert die Kommission auf, den Austausch bewährter Verfahren zum Thema Transparenz und die Zusammenarbeit zwischen Regierungsstellen und palmölverwendenden Unternehmen anzuregen und im Verbund mit den Mitgliedstaaten mit Drittländern zusammenzuarbeiten, damit dort innerstaatliche Rechtsvorschriften ausgearbeitet und umgesetzt werden, mit denen die gewohnheitsmäßigen Nutzungsrechte der ortsansässigen Bevölkerungsgruppen gewahrt und die Wälder, die Waldbevölkerung und ihre Lebensgrundlagen geschützt werden;

Zu den Verpflichtungen und zum Aktionsplan der EU

68.  fordert die Kommission auf, den internationalen Verpflichtungen der EU nachzukommen, unter anderem jenen, die im Rahmen der Klimakonferenz von Paris (COP 21), des Waldforums der Vereinten Nationen (UNFF)(11), des Übereinkommens der Vereinten Nationen über biologische Vielfalt(12), der Waldgrundsatzerklärung von New York, dem Ziel für nachhaltige Entwicklung, bis 2020 die Entwaldung zu beenden(13) und des FLEGT-Aktionsplans eingegangen wurden, ihre Bemühungen um die Ausarbeitung eines Aktionsplans der EU für den erkennbaren und entschiedenen Schutz der Wälder und der Rechte der Waldbevölkerung zu intensivieren und konkrete Vorschläge dazu vorzulegen, wie der Entwaldung und der Waldschädigung ein Ende gesetzt werden kann, wobei diese Vorschläge auch Bestimmungen über den Handel mit landwirtschaftlichen Grunderzeugnissen, insbesondere Palmöl, und über die Verhinderung der Einstufung von Monokulturplantagen als Wiederaufforstung enthalten sollten;

69.  betont, dass bei der Bewertung der verschiedenen Strategien für die Wälder soziale und ökologische Kriterien, darunter auch das Recht auf Zugang zu Land, Vorrang vor einem rein wirtschaftlichen Gewinnstreben haben müssen;

70.  fordert auf EU-Ebene mehr Forschung zu nachhaltigem Tierfutter, um für die EU-Landwirtschaft Alternativen zu Produkten der Ölpalme zu entwickeln.

ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNGIM MITBERATENDEN AUSSCHUSS

Datum der Annahme

28.2.2017

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

34

3

3

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

John Stuart Agnew, Clara Eugenia Aguilera García, Eric Andrieu, Daniel Buda, Nicola Caputo, Matt Carthy, Viorica Dăncilă, Michel Dantin, Paolo De Castro, Jean-Paul Denanot, Albert Deß, Herbert Dorfmann, Luke Ming Flanagan, Beata Gosiewska, Martin Häusling, Anja Hazekamp, Esther Herranz García, Jan Huitema, Peter Jahr, Ivan Jakovčić, Jarosław Kalinowski, Elisabeth Köstinger, Zbigniew Kuźmiuk, Mairead McGuinness, Ulrike Müller, James Nicholson, Marijana Petir, Laurenţiu Rebega, Bronis Ropė, Maria Lidia Senra Rodríguez, Czesław Adam Siekierski, Tibor Szanyi, Marc Tarabella, Marco Zullo

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Franc Bogovič, Michela Giuffrida, Florent Marcellesi, Anthea McIntyre, Susanne Melior, Sofia Ribeiro

NAMENTLICHE SCHLUSSABSTIMMUNG IM MITBERATENDEN AUSSCHUSS

34

+

ALDE

Jan Huitema, Ivan Jakovčić, Ulrike Müller

ECR

Beata Gosiewska, Zbigniew Kuźmiuk, Anthea McIntyre, James Nicholson

EPP

Franc Bogovič, Daniel Buda, Michel Dantin, Albert Deß, Herbert Dorfmann, Esther Herranz García, Peter Jahr, Jarosław Kalinowski, Elisabeth Köstinger, Mairead McGuinness, Marijana Petir, Sofia Ribeiro, Czesław Adam Siekierski

EUL/NGL

Matt Carthy

Greens/EFA

Martin Häusling, Florent Marcellesi, Bronis Ropė

S&D

Clara Eugenia Aguilera García, Eric Andrieu, Nicola Caputo, Viorica Dăncilă, Paolo De Castro, Jean-Paul Denanot, Michela Giuffrida, Susanne Melior, Tibor Szanyi, Marc Tarabella

3

EFDD

Marco Zullo

EUL/NGL

Luke Ming Flanagan, Anja Hazekamp

3

0

EFDD

John Stuart Agnew

ENF

Laurenţiu Rebega

EUL/NGL

Maria Lidia Senra Rodríguez

Erklärung der benutzten Zeichen:

+  :  dafür

–  :  dagegen

0  :  Enthaltung

(1)

EFSA Journal 2016;14(5):4426 [159 S.], https://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/4426.

(2)

The impact of EU consumption on deforestation: Comprehensive analysis of the impact of EU consumption on deforestation, (Zu den Auswirkungen des Verbrauchs in der EU auf die Entwaldung: Umfassende Analyse der Auswirkungen des Verbrauchs in der EU auf die Entwaldung) 2013, Europäische Kommission, http://ec.europa.eu/environment/forests/pdf/1.%20Report%20analysis%20of%20impact.pdf (S. 56).

(3)

Freiwillige Leitlinien der FAO der VN für die verantwortungsvolle Regulierung von Besitz- und Nutzungsrechten an Land, Fischgründen und Wäldern, Rom 2012, http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Broschueren/FreiwilligeLeitlinienRegulierung.pdf.

(4)

Eurostat – Versorgung, Umwandlung, Verbrauch – erneuerbare Energien – jährliche Daten (nrg_107a), Globiom-Studie mit dem Titel „The land use change impact of biofuels consumed in the EU“ (Auswirkungen des Verbrauchs von Biokraftstoffen in der EU auf Landnutzungsänderungen) und http://www.fediol.be/.

(5)

Ebd.

(6)

Fortschrittsbericht „Erneuerbare Energien“ der Kommission (SWD(2015)0117).

(7)

Globiom-Studie mit dem Titel „The land use change impact of biofuels consumed in the EU“ (Auswirkungen des Verbrauchs von Biokraftstoffen in der EU auf Landnutzungsänderungen), 2015.

(8)

Sonderbericht Nr. 18/2016 des Europäischen Rechnungshofs (Entlastung 2015) mit dem Titel „Das EU-System zur Zertifizierung nachhaltiger Biokraftstoffe“: http://www.eca.europa.eu/Lists/ECADocuments/SR16_18/SR_BIOFUELS_DE.pdf.

(9)

Klimagipfel der Vereinten Nationen, 2014.

(10)

http://forestdeclaration.org/wp-content/uploads/2015/09/2016-NYDF-Goal-2-Assessment-Report.pdf.

(11)

Schlussfolgerungen des Waldforums der Vereinten Nationen.

(12)

Übereinkommen der Vereinten Nationen über biologische Vielfalt, Aichi-Ziele: https://www.cbd.int/sp/targets/

(13)

Ziele für nachhaltige Entwicklung, Ziel 15.2 – Ziel, die Entwaldung zu beenden: http://www.un.org/Depts/german/gv-70/band1/ar70001.pdf.


ERGEBNIS DER SCHLUSSABSTIMMUNGIM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS

Datum der Annahme

9.3.2017

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

56

1

0

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Marco Affronte, Margrete Auken, Zoltán Balczó, Ivo Belet, Simona Bonafè, Biljana Borzan, Lynn Boylan, Paul Brannen, Soledad Cabezón Ruiz, Nessa Childers, Alberto Cirio, Mireille D’Ornano, Seb Dance, Angélique Delahaye, Mark Demesmaeker, Ian Duncan, Stefan Eck, Bas Eickhout, José Inácio Faria, Francesc Gambús, Gerben-Jan Gerbrandy, Arne Gericke, Jens Gieseke, Sylvie Goddyn, Françoise Grossetête, Jytte Guteland, Benedek Jávor, Karin Kadenbach, Kateřina Konečná, Urszula Krupa, Peter Liese, Valentinas Mazuronis, Gilles Pargneaux, Bolesław G. Piecha, Pavel Poc, Julia Reid, Frédérique Ries, Annie Schreijer-Pierik, Davor Škrlec, Renate Sommer, Claudiu Ciprian Tănăsescu, Ivica Tolić, Estefanía Torres Martínez, Nils Torvalds, Adina-Ioana Vălean

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Clara Eugenia Aguilera García, Nicola Caputo, Albert Deß, Eleonora Evi, Merja Kyllönen, James Nicholson, Gabriele Preuß, Christel Schaldemose, Bart Staes, Carlos Zorrinho

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellv. (Art. 200 Abs. 2)

Edouard Martin, Lieve Wierinck


NAMENTLICHE SCHLUSSABSTIMMUNG IM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS

56

+

ALDE

Gerben-Jan Gerbrandy, Valentinas Mazuronis, Frédérique Ries, Nils Torvalds, Lieve Wierinck

ECR

Mark Demesmaeker, Ian Duncan, Arne Gericke, Urszula Krupa, James Nicholson, Bolesław G. Piecha

EFDD

Eleonora Evi

ENF

Mireille D’Ornano, Sylvie Goddyn

GUE/NGL

Lynn Boylan, Stefan Eck, Kateřina Konečná, Merja Kyllönen, Estefanía Torres Martínez

NI

Zoltán Balczó

PPE

Ivo Belet, Alberto Cirio, Angélique Delahaye, Albert Deß, José Inácio Faria, Francesc Gambús, Jens Gieseke, Françoise Grossetête, Peter Liese, Annie Schreijer-Pierik, Renate Sommer, Ivica Tolić, Adina-Ioana Vălean

S&D

Clara Eugenia Aguilera García, Simona Bonafè, Biljana Borzan, Paul Brannen, Soledad Cabezón Ruiz, Nicola Caputo, Nessa Childers, Seb Dance, Jytte Guteland, Karin Kadenbach, Edouard Martin, Gilles Pargneaux, Pavel Poc, Gabriele Preuß, Christel Schaldemose, Claudiu Ciprian Tănăsescu, Carlos Zorrinho

VERTS/ALE

Marco Affronte, Margrete Auken, Bas Eickhout, Benedek Jávor, Bart Staes, Davor Škrlec

1

-

EFDD

Julia Reid

0

0

 

 

Erklärung der benutzten Zeichen:

+  :  dafür

-  :  dagegen

0  :  Enthaltung

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