Verfahren : 2016/2147(INI)
Werdegang im Plenum
Entwicklungsstadium in Bezug auf das Dokument : A8-0209/2017

Eingereichte Texte :

A8-0209/2017

Aussprachen :

PV 12/06/2017 - 14
CRE 12/06/2017 - 14

Abstimmungen :

PV 13/06/2017 - 5.9
Erklärungen zur Abstimmung

Angenommene Texte :

P8_TA(2017)0253

BERICHT     
PDF 919kWORD 358k
6.6.2017
PE 600.940v02-00 A8-0209/2017

über die Bewertung der Umsetzung des Programms Horizont 2020 im Hinblick auf seine Zwischenbewertung und den Vorschlag für das Neunte Rahmenprogramm

(2016/2147(INI))

Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie

Berichterstatterin: Soledad Cabezón Ruiz

ÄND.
BEGRÜNDUNG – ZUSAMMENFASSUNG DER FAKTEN UND ERKENNTNISSE
 ENTWURF EINER ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS
 ANNEX
 STELLUNGNAHME des Haushaltsausschusses
 STELLUNGNAHME des Ausschusses für regionale Entwicklung
 STELLUNGNAHME des Ausschusses für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter
 ANGABEN ZUR ANNAHME IM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS
 NAMENTLICHE SCHLUSSABSTIMMUNG IM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS

BEGRÜNDUNG – ZUSAMMENFASSUNG DER FAKTEN UND ERKENNTNISSE

1. Verfahren und Quellen

1.1 Ziele und Zeitplan des Berichts

Am 24. Mai 2016 wurde die Berichterstatterin beauftragt, einen Bericht über die Umsetzung des Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont 2020 zu erstellen.

Damit die Vorschläge des Europäischen Parlaments für die Zwischenbewertung von Horizont 2020 und die Empfehlungen für das nächste Rahmenprogramm für Forschung rechtzeitig vorliegen, wurde der Zeitplan für die Annahme des Umsetzungsberichts vom Europäischen Parlament mit dem Zeitplan der Kommission in Einklang gebracht, die ihre Mitteilung im Oktober 2017 und ihren Vorschlag für das Neunte Rahmenprogramm im Frühjahr 2018 annehmen wird.

1.2. Quellen und Methoden

Für die Erstellung des Berichts wurde die analytische Arbeit der seit 2015 bestehenden Arbeitsgruppe des ITRE für Horizont 2020 herangezogen, die über 18 Sitzungen mit Sachverständigen, Interessenträgern und der Kommission abgehalten und ein Arbeitsdokument zu Horizont 2020 ausgearbeitet hat. Das Europäische Parlament überwacht die Durchführungsmaßnahmen von Horizont 2020 und erhält von der GD RTD Informationen, die an die Arbeitsgruppe „Forschung“ des Rates weitergegeben werden. Eine weitere Informationsquelle waren Antworten auf Anfragen zur schriftlichen Beantwortung, die an die Kommission gerichtet waren.

Der Wissenschaftliche Dienst des Europäischen Parlaments leitete eine Studie zur Bewertung der europäischen Umsetzung in die Wege und veröffentlichte ferner mehrere andere Briefings. Zudem haben die Fachabteilungen innerhalb der GD IPOL des Europäischen Parlaments mehrere Studien in Auftrag gegeben.

Im November 2016 wurden Informationsreisen nach Portugal und Spanien und im Februar 2017 nach Deutschland und Polen durchgeführt, und am 29. November 2016 fand eine öffentliche Anhörung zu dem Thema „What future for EU-Research policy: taking stock and looking ahead“ (Welche Zukunft hat die Forschungspolitik der EU: Bestandsaufnahme und Vorausschau) statt.

Die Berichterstatterin organisierte Treffen mit Interessenträgern und erhielt zahlreiche Positionspapiere von ihnen. Weitere wertvolle Informationsquellen waren offizielle Berichte und Mitteilungen der Kommission.

Die Absätze 2, 3 und 4 befinden sich im Anhang.

5. Vision der Berichterstatterin

Horizont 2020 ist das weltweit größte Forschungsprogramm. Es dient als Antwort auf die sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Ausgehend davon sollen bei seiner Bewertung zunächst sein Erfolg anerkannt und die Aspekte untersucht werden, die noch zu verbessern sind, damit die ehrgeizigen Ziele und die schwierige Durchführung, die seine Komplexität mit sich bringt, effizient und dauerhaft erreicht werden können.

Horizont 2020 ist im Rahmen der Ziele von Europa 2020 entstanden – bei denen Innovation, Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, Stärkung der Teilnahme von KMU und Exzellenz eine vorrangige Rolle spielen – und wurde insbesondere durch die Wirtschaftskrise und die Deindustrialisierung inspiriert. Weitere Ziele, die gegenüber dem Siebten Forschungsrahmenprogramm neu hinzugekommen sind oder gestärkt wurden, sind die Gliederung in drei Schwerpunkte, eine Vereinfachung, eine offene Wissenschaft, die Aufnahme neuer Herausforderungen, die Schaffung von Synergien zwischen europäischen Fonds, eine Ausweitung der Beteiligung, um die FuE-Quoten in den Regionen mit Entwicklungsrückstand zu verbessern sowie die Geschlechterperspektive und die Erhöhung der Haushaltsmittel um 30 %.

Die raschen und tiefgreifenden Veränderungen, denen die europäische Gesellschaft gegenübersteht (nationalistischer Populismus, Fremdenfeindlichkeit, internationaler Terrorismus, Ungleichheit, Migrationsströme, technologische Fortschritte, Herausforderungen im Sozial- und Gesundheitsbereich, Klimawandel oder Nachhaltigkeit der natürlichen Rohstoffe), erfordern einen Paradigmenwechsel, auf den aus der Perspektive und im Interesse der Gesellschaft und unter Wahrung der Werte und Grundsätze, die die EU prägen, reagiert werden muss.

Europa ist unerreicht als Region in der Welt, in der wirtschaftliche und soziale Entwicklung, Rechte, Freiheiten und Wohlergehen auf hohem Niveau zusammenkommen und ihr den Mehrwert verleihen, durch den ihre Identität bestimmt wird; dies muss unter den neuen Bedingungen erhalten bleiben, wobei zu berücksichtigen ist, dass dem Bereich FuE hierbei eine entscheidende Rolle hierbei zukommt. Die Wissenschaft muss genutzt werden, um eine Wissensgesellschaft im Dienste und im Interesse der Bürger zu schaffen – eine nachhaltige und integrative Gesellschaft, in der mithilfe der Wissenschaftsgemeinschaft und der Industrie das übergeordnete Ziel einer Wissenschaft durch und für die Gesellschaft verwirklicht werden soll.

In diesem Sinne stellt Horizont 2020 eine Reaktion auf die sich wandelnde Welt dar, und in dieser Richtung sollte das künftige Neunte Rahmenprogramm fortgesetzt werden. Alle Akteure der EU müssen jedoch ihr Engagement für FuE verstärken.

Die EU investierte 2015 2,03 % des BIP in FuE (2,04 % im Jahr 2014 und 1,74 % im Jahr 2005; die Quoten in den einzelnen Ländern schwankten zwischen 0,48 % und 3,26 %). Dieser Wert liegt deutlich unter dem 3 %-Ziel der Strategie Europa 2020, den allein Finnland (3,2 %), Schweden (3,2 %), Dänemark (3,1 %) und Österreich (3 %) erreichten, dicht gefolgt von Deutschland (2,9 %) und weit unter dem Wert, den Südkorea (4,3 %), Israel (4,1 %) und Japan (3,6 %) aufweisen.

Aus diesen Daten geht hervor, welchem Wettbewerb die EU ausgesetzt ist und welche Unterschiede bei den Investitionen in FuE zwischen den Mitgliedstaaten bestehen. Dieses Gefälle muss abgebaut werden, damit bis 2020 nicht nur ein Anteil von 3 %, sondern sogar eine höhere Zielvorgabe erreicht wird, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der EU zu erhöhen und in nicht allzu ferner Zukunft 4 % anzustreben.

Um die Unterschiede zwischen den Regionen zu beseitigen, muss neben Haushaltsmitteln auf gut ausgebildetes Humankapital, technologische Infrastruktur und Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen gesetzt werden. Die innovativsten Länder verfügen über ein ausgewogenes FuE-System mit einer hochwertigen wissenschaftlichen Forschung, die offen für Zusammenarbeit ist, und hoch qualifiziertes Humankapital, einen Finanzierungsrahmen für FuE und Risikokapital, damit die Unternehmen neue Technologien entwickeln können. Auch die Investitionen der Wirtschaft in Innovation sind hoch, und es bestehen eine intensive Zusammenarbeit und Innovationsnetze zwischen Unternehmen und dem öffentlichen Sektor.

In diesem Zusammenhang sind Fortschritte mit Blick auf den Europäischen Forschungsraum sowie mit Blick darauf, einen Anteil der Ausgaben für FuE von 3 % des BIP aller Mitgliedstaaten zu erreichen, die Beteiligung und Synergien zwischen den europäischen Fonds und dem Rahmenprogramm (Vereinfachung, Vereinbarkeit der Normen, Angleichung der RIS und Einhaltung des Prinzips der Zusätzlichkeit der Mittel) auszuweiten sowie die technologischen Infrastrukturen zu entwickeln und zu unterhalten, von entscheidender Bedeutung. Die Entwicklung und der Zusammenhalt zwischen den Regionen muss sich letztendlich aus der Konvergenz im Bereich FuE ergeben, was zu einem wettbewerbsfähigeren Europa führen würde.

Die Finanzierung von Innovationen muss alle – nicht nur die marktnahen – Phasen einschließen. Fortschritte sind dabei auch beim Binnenmarkt für Innovation mit einem angemessen Rechtsrahmen zusammen mit einer öffentlichen Politik nötig, damit die Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit bewahren und verbessern.

Die Rolle junger Menschen und die Finanzierung radikaler Innovationen dürfen nicht unterschätzt werden. Es dürfen nicht nur technologische Innovationen finanziert werden, da auch im sozialen Bereich Wissen geschaffen wird, das mittel- und langfristig angewendet werden kann und das aufgrund der übermäßigen Ausrichtung auf den Markt und der Suche nach schnellen Lösungen möglicherweise außer Acht gelassen wird, ohne eine umfassendere Sichtweise zu berücksichtigen.

Dennoch müssen die wissenschaftliche Exzellenz und die Grundlagenforschung weiterhin eine zentrale Priorität des Rahmenprogramms sein, um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen. Europa besitzt international anerkannte Exzellenzzentren, benötigt jedoch mehr herausragende Zentren und Regionen. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass das Gehalt von Wissenschaftlern kein Hindernis für ihre Mobilität darstellt und bei der Evaluierung eines Zentrums die Wirkung seiner Projekte nicht stärker gewichtet wird als seine Exzellenz, und die Gründung und Beteiligung neuer Zentren und Einrichtungen zu fördern.

Damit FuE in der Lage ist, die Herausforderungen der Gesellschaft zu bewältigen, muss sie als strukturell und nicht als unmittelbar begriffen werden, wobei Bildung von entscheidender Bedeutung ist. Der Zusammenhang zwischen FuE und Bildung – ab einem frühen Zeitpunkt der Schullaufbahn und über den gesamten Bildungsweg hinweg – ist äußerst wichtig. Die Beteiligung der Gesellschaft an der Forschung sollte gefördert werden, und ihre Ergebnisse und Tätigkeitsfelder sollten im Rahmen der entsprechenden wissenschaftlichen Fächer in Schulen verbreitet werden. FuE sollte als mittel- bis langfristiger Weg betrachtet werden, wobei das Forschungsrahmenprogramm der Gesellschaft, insbesondere den Akteuren des voruniversitären Bildungswesens, nähergebracht werden sollte. Die Länder mit den besten Ergebnissen in Wissenschaft und Innovation haben flexible Bildungssysteme, in deren Rahmen Kreativität, kritisches Denken und die aktive Beteiligung von Schülern gefördert werden. Daher sollte vorgeschlagen werden, den EFR um den Begriff „Bildung“ zu ergänzen und folglich in EFBR (Europäischer Forschungs- und Bildungsraum) umzubenennen.

Die Neuausrichtung der Bildungssysteme, gestützt auf ein hochqualifiziertes Humankapital, ist entscheidend dafür, mit neuen Arbeitsplätzen auf die Ersetzung manueller Tätigkeiten durch Technologie reagieren zu können.

Die weiterführende Hochschule ist als wichtigste Wissensquelle unverzichtbar, und es bedarf Bedingungen, die sie näher an die Innovation heranführen. Das Verhältnis zwischen Hochschule und Wirtschaft muss gestärkt werden, um die innovativen Fähigkeiten der Unternehmen zu verbessern. Dabei sollte die Rolle der Technologieparks als Mittler berücksichtigt werden.

Was die Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor im Rahmen von Horizont 2020 betrifft, besteht das Ziel darin, zur Verbesserung der Innovation in der Wirtschaft und zur Entwicklung der Bereiche beizutragen, die für die Forschung von Interesse sind. Es sollte jedoch eine Studie zu den Unterschieden zwischen Großunternehmen und KMU durchgeführt werden. Im Rahmen der Studie sollte untersucht werden, ob sie einen ähnlichen Bedarf an Ressourcen haben, bewertet werden, welche Wirkung sie zeitigen, und überprüft werden, ob der Nutzen sozial ausgewogen ist. Es muss geklärt werden, ob die großen Unternehmen, abgesehen von konkreten Projekten, die große Infrastrukturen und umfangreiche Mittel benötigen und einen hohen Mehrwert für die gesamte Gesellschaft in der EU haben, öffentliche Forschungsmittel benötigen, oder ob stattdessen ein innovativer Rahmen und Fortschritte beim Binnenmarkt für Innovation der wirksamste Beitrag der Politik wären. Es bedarf Ressourceneffizienz und wirkungsvoller Ergebnisse. Was die Beteiligung von KMU betrifft, liegt die Antwort in ihrem zahlenmäßigen Übergewicht im europäischen Wirtschaftsgefüge sowie ihrem Bedürfnis, ihre FuE-Fähigkeiten und ihr Wachstum zu steigern. Außerdem muss die Rentabilität der öffentlichen Investitionen durch den sozialen Nutzen, den die Schaffung von Arbeitsplätzen darstellt, und durch die Einführung von Kriterien der sozialen Verantwortung und der Gerechtigkeit gewährleistet werden, um dafür zu sorgen, dass der Allgemeinheit die Fortschritte zugutekommen, zu denen der öffentliche Sektor beiträgt.

Die offene Wissenschaft, die im Programm Horizont 2020 wegen ihres wachsenden Potenzials zur Förderung des Wissens und der Wirtschaft propagiert wird, muss ausgeweitet werden. Ebenso muss die Beteiligung aller öffentlichen und privaten Akteure an der Unterstützung und dem Zugang Teil des notwendigen Gleichgewichts und der Rückmeldung sein, die die Nutzung des gesamten Potenzials des Wissens ermöglichen.

Was die sozialen Netzwerke anbelangt, spielen die Sozial- und Geisteswissenschaften eine grundlegende Rolle bei der Untersuchung neuer Herausforderungen wie Terrorismus, Populismus, Migrationsströme oder Ungleichheit, die in den anderen wissenschaftlichen Disziplinen bereichsübergreifend anerkannt werden sollten.

Zudem erfordern die Herausforderungen im Sozial- und Gesundheitsbereich größere Anstrengungen und eine ganzheitliche Betrachtungsweise. Es werden klare Antworten auf den demografischen Wandel, den Anstieg chronischer Erkrankungen, die Präzisionsmedizin oder den Zugang zu Technologien benötigt, um Gesundheits- und Sozialsysteme nachhaltig zu gestalten. Öffentliche Gesundheit, Prävention, Umweltgesundheit, Technologie, Digitalisierung und die Verbindung zwischen Gesundheit und Gesellschaft müssen in einem umfassenden Rahmen behandelt werden, der mit den Reformen, die das Sozialsystem der EU benötigt, eine wirksame und umfassende Lösung bietet.

Große Bedeutung haben die Bemühungen, Krebs durch den Ausbau der Programme in diesem Bereich besser zu erforschen und zu bekämpfen, sowie eine solide und seriöse Strategie zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz. Es bedarf einer ausreichenden Finanzierung, eines angemessenen Rahmens und der Koordinierung der EU-Ressourcen im Bereich FuE.

Im Agrarsektor schließlich, der in Europa Herausforderungen mit Blick auf Hinlänglichkeit, Wettbewerbsfähigkeit sowie soziale und ökologische Tragfähigkeit gegenübersteht, müssen Forschung und Innovation verstärkt und ein geeigneterer Rahmen für die Entwicklung und Anwendung von Innovationen in KMU geschaffen werden, die mit multinationalen ausländischen Unternehmen konkurrieren müssen.

Im Hinblick auf die Gleichstellung der Geschlechter müssen mehr Anstrengungen unternommen werden. Abgesehen von der Beratungsbranche wurde in keinem Bereich die Frauenquote von mindestens 40 % erreicht. Die Anteil von Frauen in Sachverständigenpanels, in Großprojekten oder bei der Koordinierung dieser Projekte ist weiterhin niedrig. Ihre Mitwirkung bei der Bewältigung der verschiedenen gesellschaftlichen Herausforderungen oder ihre Teilhabe an der Wirtschaft entsprechen nicht den erzielten Fortschritten, was die Ausübung technischer Berufe durch Frauen betrifft. Die Geschlechterperspektive muss bereichsübergreifend berücksichtigt werden, vor allem bei der Entwicklung von Projekten, der Bildung von Forschungs- und Bewertungsgruppen und der Aufschlüsselung von Daten bei der Bewertung von Ergebnissen, da die Gleichstellung der Geschlechter notwendig ist, um eine stärker geeinte Gesellschaft und Wohlstand durch Einbeziehung von breiterem Wissen und anderen Sichtweisen und Bedürfnissen zu erreichen.

Hinsichtlich der internationalen Zusammenarbeit geht aus den Zahlen ein Rückstand gegenüber dem Siebten Forschungsrahmenprogramm hervor, der umgekehrt werden muss. Die Wissenschaftsdiplomatie kann eine zentrale Rolle dabei spielen, einige der aktuellen sozialen Herausforderungen zu bewältigen. Es müssen Initiativen wie PRIMA anerkannt werden, da sie sich mit wichtigen Herausforderungen wie Ernährungssicherheit oder ausreichenden Wasserressourcen auseinandersetzen und so indirekt zur Einwanderung beitragen können, indem dadurch die Zusammenarbeit zwischen Ländern und Regionen sowie ihre Entwicklung verbessert wird.

Bei der Zwischenbewertung von Horizont 2020 können Schlussfolgerungen gezogen und Empfehlungen zum künftigen Neunten Forschungsrahmenprogramm abgegeben werden; dabei müssen Kontinuität, Vorhersagbarkeit und Stabilität der Wissenschaft und laufender Projekte berücksichtigt werden. Neben den Anpassungen, die erforderlich sind, um neue Herausforderungen zu bewältigen, müssen die Struktur und die Grundlagen von Horizont 2020 gefestigt und Folgendes umgesetzt werden: höhere Transparenz, mehr Klarheit und stärkere Vereinfachung, weniger Fragmentierung, eine bessere Bewertung und Rückmeldung, was Wissenschaftler betrifft, sowie die nachträgliche Kontrolle und die Messung der Wirkung öffentlicher Mittel.

Für das Neunte Forschungsrahmenprogramm müssen ausreichende Mittel vorgesehen und gewährleistet werden; mögliche Haushaltskürzungen während seiner Laufzeit sind zu vermeiden. Das Neunte Forschungsrahmenprogramm muss ein ehrgeiziges Programm im Bereich FuE sein; daher muss als Ausgangspunkt ein Haushalt in Höhe von 100 Mrd. gewährleistet werden.

Wissen kann und muss zum Wohlergehen der Gesellschaft und zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit der EU beitragen; daher muss das Programm Horizont 2020 als Erfolg angesehen und das Neunte Rahmenprogramm gestärkt werden.


ENTWURF EINER ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS

zu der Bewertung der Umsetzung des Programms Horizont 2020 im Hinblick auf seine Zwischenbewertung und den Vorschlag für das Neunte Rahmenprogramm

(2016/2147(INI))

Das Europäische Parlament,

–  unter Hinweis auf die Verordnung (EU) Nr. 1291/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2013 über das Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 (2014–2020)(1),

–  unter Hinweis auf die Verordnung (Euratom) Nr. 1314/2013 des Rates vom 16. Dezember 2013 über das Programm der Europäischen Atomgemeinschaft für Forschung und Ausbildung (2014–2018) in Ergänzung des Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont 2020(2),

–  unter Hinweis auf die Verordnung (EU) Nr. 1290/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2013 über die Regeln für die Beteiligung am Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 (2014–2020) sowie für die Verbreitung der Ergebnisse(3),

–  unter Hinweis auf den Beschluss des Rates vom 3. Dezember 2013 über das Spezifische Programm zur Durchführung des Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont 2020 (2014–2020),

–  unter Hinweis auf die Verordnung (EU) Nr. 1292/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2013 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 294/2008 zur Errichtung des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts(4),

–  unter Hinweis auf den Beschluss Nr. 1312/2013/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2013 über die Strategische Innovationsagenda des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts (EIT): der Beitrag des EIT zu einem innovativeren Europa(5),

–  unter Hinweis auf die Verordnungen (EU) Nr. 557/2014, 558/2014, 559/2014, 560/2014 und 561/2014 des Rates vom 6. Mai 2014(6) und die Verordnungen (EU) Nr. 642/2014(7) und 721/2014(8) des Rates vom 16. Juni 2014 zur Gründung von gemeinsamen Unternehmen, die im Rahmen von Horizont 2020 finanziert werden,

–  unter Hinweis auf die Beschlüsse (EU) 553/2014, 554/2014, 555/2014 und 556/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014 zur Gründung der P2P nach Artikel 185, die im Rahmen von Horizont 2020(9) finanziert werden,

–  unter Hinweis auf die Themenpapiere für die hochrangige Gruppe vom 3. Februar 2017 zur Maximierung der Auswirkungen der Forschungs- und Innovationsprogramme der EU(10),

–  unter Hinweis auf die Fortschrittsberichte 2014 und 2015 der Kommission über Horizont 2020,

–  unter Hinweis auf den Bericht der Kommission an den Rat und das Europäische Parlament mit dem Titel „Der Europäische Forschungsraum: der richtige Zeitpunkt für Umsetzung und Fortschrittsüberwachung“ (COM(2017)0035),

–  unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Europäischen Rat, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen mit dem Titel „Europäischer Verteidigungs-Aktionsplan“ (COM(2016)0950),

–  unter Hinweis auf den Bericht der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen mit dem Titel „Umsetzung der Strategie für die internationale Zusammenarbeit in Forschung und Innovation“ (COM(2016)0657),

–  unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen mit dem Titel „Europäische Cloud-Initiative – Aufbau einer wettbewerbsfähigen Daten- und Wissenswirtschaft in Europa“ (COM(2016)0178) und das zugehörige Arbeitsdokument der Kommissionsdienststellen (SWD(2016)0106),

–  unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen mit dem Titel „Über die Reaktion auf den Bericht der hochrangigen Expertengruppe über die Ex-post-Bewertung des Siebten Rahmenprogramms“ (COM(2016)0005),

–  unter Hinweis auf den Bericht der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat mit dem Titel „Jahresbericht über die Tätigkeiten der Europäischen Union im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung im Jahr 2014“ (COM(2015)0401),

–  unter Hinweis auf die Berichte der Kommission von 2014 und 2015 mit dem Titel „Integration of Social Sciences and Humanities in Horizon 2020: Participants, Budget and Disciplines“ (Integration der Geistes- und Sozialwissenschaften in Horizont 2020: Teilnehmer, Haushaltsmittel und Disziplinen),

–  unter Hinweis auf die Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen mit dem Titel „Bessere Vorschriften für innovationsgetriebene Investitionen auf EU-Ebene“ (SWD(2015)0298),

–  unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission an den Rat und das Europäische Parlament mit dem Titel „Der Europäische Forschungsraum: Fortschrittsbericht 2014“ (COM(2014)0575),

–  unter Hinweis auf die Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen mit dem Titel „Forschung und Innovation: Voraussetzungen für künftiges Wachstum“ (COM(2014)0339),

–  unter Hinweis auf die Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen mit dem Titel „Second Situation Report on Education and Training in the Nuclear Energy Field in the European Union“ (Zweiter Lagebericht über Bildung und Ausbildung im Bereich Kernenergie in der Europäischen Union) (SWD(2014)0299),

–  unter Hinweis auf die Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen mit dem Titel „FET Flagships: A novel partnering approach to address grand scientific challenges and to boost innovation in Europe“ (FET-Flaggschiffe: ein neuer Partnerschaftsansatz zur Lösung großer wissenschaftlicher Herausforderungen und zur Förderung der Innovation in Europa) (SWD(2014)0283),

–  unter Hinweis auf den Bericht der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen mit dem Titel „Zweite Zwischenbewertung der Gemeinsamen Unternehmen zur Umsetzung der Gemeinsamen Technologieinitiativen Clean Sky, Brennstoffzellen und Wasserstoff und Initiative für innovative Arzneimittel“ (COM(2014)0252),

–  unter Hinweis auf die Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses zu der Rolle und den Auswirkungen gemeinsamer Technologieinitiativen und öffentlich-privater Partnerschaften bei der Umsetzung von Horizont 2020 für einen nachhaltigen industriellen Wandel (CCMI/142),

  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 16. Februar 2017 zu der europäischen Cloud-Initiative(11),

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 14. März 2017 zu den EU-Mitteln für die Gleichstellung der Geschlechter(12),

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 6. Juli 2016 zu Synergien für Innovation: die Europäischen Struktur- und Investitionsfonds, Horizont 2020 und andere europäische Innovationsfonds und EU-Programme(13),

–  unter Hinweis auf seine Entschließung vom 13. September 2016 zu der Kohäsionspolitik und Forschungs- und Innovationsstrategien für intelligente Spezialisierung (RIS3)(14),

–  gestützt auf Artikel 52 seiner Geschäftsordnung sowie auf Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe e und Anlage 3 des Beschlusses der Konferenz der Präsidenten vom 12. Dezember 2002 zum Verfahren für die Genehmigung zur Ausarbeitung von Initiativberichten,

–  unter Hinweis auf den Bericht des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie sowie die Stellungnahmen des Haushaltsausschusses, des Ausschusses für regionale Entwicklung und des Ausschusses für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter (A8-0209/2017),

A.  in der Erwägung, dass Horizont 2020 das größte zentral verwaltete FuI-Programm der EU und das weltweit größte öffentlich finanzierte FuI-Programm ist;

B.  in der Erwägung, dass das Parlament bei den Verhandlungen über Horizont 2020 und den aktuellen mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) 100 Mrd. EUR anstatt der ursprünglich vereinbarten 77 Mrd. EUR verlangt hat; in der Erwägung, dass der Haushalt sehr begrenzt scheint, wenn mit Horizont 2020 das Potenzial für Exzellenz voll ausgeschöpft und in angemessener Weise auf die gesellschaftlichen Herausforderungen, denen sich die Gesellschaft in Europa und weltweit zurzeit gegenübersieht, reagiert werden soll;

C.  in der Erwägung, dass mit dem Bericht der hochrangigen Gruppe zur Maximierung der Auswirkungen der Forschungs- und Innovationsprogramme der EU und der im dritten Quartal 2017 vorgesehenen Zwischenbewertung die Grundlagen für die Struktur und den Inhalt des Neunten Forschungsrahmenprogramms geschaffen werden, zu dem im ersten Halbjahr 2018 ein Vorschlag vorgelegt wird;

D.  in der Erwägung, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise eine ausschlaggebende Rolle bei der Gestaltung von Horizont 2020 gespielt hat; in der Erwägung, dass das nächste Forschungsrahmenprogramm durch sich abzeichnende Herausforderungen, neue politische und sozioökonomische Paradigmen und andauernde globale Entwicklungen geprägt sein dürfte;

E.  in der Erwägung, dass das Forschungsrahmenprogramm auf europäischen Werten, wissenschaftlicher Unabhängigkeit, Offenheit, Vielfalt, hohen europäischen ethischen Standards, sozialem Zusammenhalt und gleichberechtigtem Zugang der Bürger zu den Lösungen und bereitgestellten Antworten beruhen muss;

F.  in der Erwägung, dass Investitionen in Forschung und Entwicklung für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung sowie für die weltweite Wettbewerbsfähigkeit Europas von wesentlicher Bedeutung sind; in der Erwägung, dass bei der Finanzierung des Neunten Forschungsrahmenprogramms der Bedeutung der Exzellenz in der Forschung zur Förderung der Innovation und der langfristigen Wettbewerbsvorteile Rechnung zu tragen ist;

Struktur, Philosophie und Umsetzung von Horizont 2020

1.  ist der Auffassung, dass es über drei Jahre nach dem Beginn von Horizont 2020 an der Zeit ist, dass das Parlament seinen Standpunkt zur Zwischenbewertung sowie ein Konzept für das künftige Neunte Forschungsrahmenprogramm ausarbeitet;

2.  weist darauf hin, dass das Ziel von Horizont 2020 darin besteht, zum Aufbau einer wissens- und innovationsgestützten Gesellschaft und Wirtschaft beizutragen und die wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen und damit letztlich die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu stärken, indem zusätzliche öffentliche und private Mittel auf nationaler Ebene zur Finanzierung von FuE mobilisiert werden, und einen Beitrag dafür zu leisten, dass bis 2020 das Ziel eines BIP für FuE von 3 % erreicht wird; bedauert, dass die EU im Jahr 2015 nur 2,03 % des BIP in FuE investiert hat, wobei die einzelnen Zahlen der verschiedenen Länder zwischen 0,46 % und 3,26 % schwanken(15), während die wichtigsten globalen Mitwettbewerber höhere Forschungs- und Entwicklungsausgaben haben als die EU;

3.  ruft in Erinnerung, dass der Europäische Forschungsraum direkt im Wettbewerb mit den weltweit leistungsstärksten Forschungsregionen der Welt steht und dass die Stärkung des Europäischen Forschungsraums folglich eine kollektive europäische Pflicht ist; hält die betroffenen Mitgliedstaaten an, in angemessener Höhe zum Erreichen des Ziels der Erhöhung der Forschungsinvestitionen für FuE auf 3 % des BIP beizutragen; stellt fest, dass ein Gesamtanstieg auf 3 % einen zusätzlichen Betrag von über 100 Mrd. EUR pro Jahr für Forschung und Innovation in Europa bringen würde;

4.  betont, dass die Bewertung des Siebten Forschungsrahmenprogramms und die Überwachung von Horizont 2020 ergeben haben, dass das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation ein Erfolg ist und einen eindeutigen Mehrwert für die EU hat(16); betont, dass das Forschungsrahmenprogramm und künftige Programme noch weiter verbessert werden können;

5.  ist der Ansicht, dass die Gründe für den Erfolg auf den multidisziplinären und kooperativen Ansatz und die Anforderungen, was die Exzellenz und Wirkung betrifft, zurückzuführen sind;

6.  versteht, dass mit dem Rahmenprogramm Anreize für die Beteiligung der Industrie geschaffen werden sollen, um die Ausgaben der Industrie für FuE zu erhöhen(17); stellt jedoch fest, dass die Beteiligung der Wirtschaft, einschließlich der KMU, wesentlich höher ist als beim Siebten Forschungsrahmenprogramm; weist jedoch darauf hin, dass die Wirtschaftsakteure ihren Anteil an den Ausgaben für FuE im Durschnitt nicht, wie dies in den Schlussfolgerungen des Vorsitzes des Europäischen Rates von Barcelona vereinbart wurde(18)a, erhöht haben; fordert die Kommission auf, den europäischen Mehrwert der Finanzierung von industrieorientierten Instrumenten wie gemeinsamen Technologieinitiativen(19) und deren Relevanz für die Öffentlichkeit sowie die Kohärenz, Offenheit und Transparenz aller gemeinsamen Initiativen(20) zu bewerten;

7.  weist darauf hin, dass Haushalt, Verwaltung und Umsetzung des Programms auf über 20 verschiedene EU-Einrichtungen verteilt sind; fragt nach, ob dies zu übermäßigen Koordinierungsanstrengungen, komplizierten Verwaltungsverfahren und Doppelarbeit führt; ruft die Kommission auf, auf eine Optimierung und Vereinfachung hinzuarbeiten;

8.  weist darauf hin, dass im Rahmen der Säulen 2 und 3 der Schwerpunkt überwiegend auf höhere Technologie-Reifegrade gelegt wird, wodurch die künftige Aufnahme radikaler Innovationen eingeschränkt werden könnte, die noch Gegenstand von Forschungsprojekten mit niedrigeren Technologie-Reifegraden sind; fordert eine sorgfältige Abwägung der Technologie-Reifegrade zur Förderung der gesamten Wertschöpfungskette; ist der Auffassung, dass Technologie-Reifegrade nicht-technologische Formen der Innovation ausschließen könnten, die aus der Grundlagenforschung oder der angewandten Forschung, insbesondere in den Sozial- und Geisteswissenschaften, hervorgegangen sind;

9.  fordert die Kommission auf, eine ausgewogene Mischung aus kleinen, mittleren und großen Projekten anzubieten; weist darauf hin, dass die durchschnittliche Höhe der Haushaltsmittel für Vorhaben im Rahmen von Horizont 2020 zugenommen hat und dass sich größere Projekte schwieriger gestalten, was die Ausarbeitung des Vorschlags und das Projektmanagement anbelangt, wodurch Teilnehmer mit größerer Erfahrung im Zusammenhang mit Forschungsrahmenprogrammen im Vorteil sind, der Zugang für Neueinsteiger erschwert wird und die Finanzmittel überwiegend an eine begrenzte Anzahl an Einrichtungen fließen;

Mittel

10.  betont, dass die gegenwärtig alarmierend niedrige Erfolgsquote von weniger als 14 %(21) eine negative Entwicklung im Vergleich zum Siebten Forschungsrahmenprogramm darstellt; betont, dass aufgrund einer Überzeichnung zahlreiche sehr hochwertige Vorhaben nicht gefördert werden können, und bedauert, dass dieses Problem aufgrund der Kürzungen im Rahmen des Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) noch verschärft wurde; fordert die Kommission auf, von weiteren Kürzungen der Mittel für Horizont 2020 abzusehen;

11.  weist auf die Haushaltszwänge hin, denen das Rahmenprogramm der EU für Forschung und Innovation unterliegt; bedauert die nachteiligen Auswirkungen, die die Zahlungskrise im EU-Haushalt auf die Umsetzung des Programms in den ersten Jahren des gegenwärtigen mehrjährigen Finanzrahmens hatte; stellt fest, dass es u. a. 2014 zu einer künstlichen Verzögerung bei Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen im Wert von 1 Mrd. EUR und zu einer erheblichen Verringerung der Höhe der Vorfinanzierung für die neuen Programme gekommen ist; weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass gemäß Artikel 15 der Verordnung über den mehrjährigen Finanzrahmen in den Jahren 2014 und 2015 Mittel für Horizont 2020 vorzeitig bereitgestellt wurden; betont, dass diese vorzeitig bereitgestellten Mittel in vollem Umfang für das Programm genutzt wurden, was zeigt, dass es sehr leistungsfähig ist und durchaus mehr Mittel in Anspruch genommen werden können; betont, dass sich die finanzielle Gesamtausstattung der Programme durch die vorzeitige Bereitstellung von Mitteln nicht ändert, sodass in der zweiten Hälfte des mehrjährigen Finanzrahmens jeweils entsprechend weniger Mittel zur Verfügung stehen; fordert beide Teile der Haushaltsbehörde und die Kommission auf, in den kommenden Jahren in angemessenem Umfang Mittel für Zahlungen bereitzustellen und alles daran zu setzen, dass in den letzten Jahren des gegenwärtigen mehrjährigen Finanzrahmens eine erneute Zahlungskrise verhindert wird;

12.  betont, dass Horizont 2020 in erster Linie auf Zuschüssen beruhen und insbesondere auf Grundlagenforschung und kooperative Forschung ausgerichtet sein sollte; hebt hervor, dass Forschung für Investoren eine sehr riskante Investition sein kann und durch Finanzhilfen finanziert werden muss; unterstreicht in diesem Zusammenhang, dass zahlreiche öffentliche Einrichtungen ohnehin von Rechts wegen nicht in der Lage sind, Darlehen anzunehmen; bedauert, dass in einigen Fällen die Tendenz besteht, von Finanzhilfen abzurücken und zu Darlehen überzugehen; stellt fest, dass Finanzierungsinstrumente für Technologie-Reifegrade mit stark marktorientiertem Ansatz als Teil der Finanzierungsinstrumente InnovFin und außerhalb des Rahmenprogramms zur Verfügung stehen sollten (z. B. EIB- bzw. EIF-Programme);

13.  betont, dass mehrere Mitgliedstaaten ihre Verpflichtungen hinsichtlich ihrer nationalen FuE-Investitionen nicht einhalten; betont, dass das Ziel von 3 % des BIP eingehalten werden muss, und hofft, dass dieses Ziel so zeitnah wie möglich auf das Niveau der größten Weltmarktkonkurrenten der EU angehoben werden kann; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten daher auf, im Rahmen nationaler Strategien darauf hinzuarbeiten, dieses Ziel zu erreichen, und fordert die Zweckbindung eines Teils der Strukturfonds für FuE-Tätigkeiten und Programme, insbesondere Investitionen in Kapazitätsaufbau, Forschungsinfrastrukturen und Gehälter, sowie unterstützende Maßnahmen für die Ausarbeitung von Vorschlägen für das Forschungsrahmenprogramm sowie für das Projektmanagement;

Bewertung

14.  bestätigt, dass „Exzellenz“ das wesentliche Bewertungskriterium aller drei Säulen des Rahmenprogramms bleiben sollte, weist jedoch auch auf die bestehenden Kriterien der „Wirkung“ und der „Qualität und Effizienz der Durchführung“ hin, die dazu beitragen könnten, den Mehrwert eines Projekts für die EU zu ermitteln; fordert die Kommission daher auf, im Rahmen der Kriterien „Auswirkung“ und „Qualität und Effizienz der Durchführung“ Möglichkeiten zur Berücksichtigung der mangelnden Beteiligung der unterrepräsentierten Regionen der EU, der Einbeziehung unterrepräsentierter Wissenschaftsfelder, wie z. B. die Sozial- und Geisteswissenschaften, sowie der Nutzung der über den Europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESI-Fonds) finanzierten Forschungsinfrastrukturen, zu erkunden, da diese Bereiche wichtig für die erfolgreiche Umsetzung des EFR und für Synergieeffekte zwischen den Rahmenprogrammen und dem ESI-Fonds zu sein scheinen;

15.  fordert eine bessere und transparentere Bewertung und Qualitätssicherung durch die Gutachter; betont, dass die den Teilnehmern im Verlauf des gesamten Bewertungsverfahrens übermittelten Rückmeldungen verbessert werden müssen, und fordert eindringlich, die Beschwerden von abgelehnten Antragstellern, wonach in den Gesamtbewertungsberichten nicht ausführlich und eindeutig beschrieben sei, was für einen erfolgreichen Antrag anders gemacht werden sollte, zu berücksichtigen; fordert die Kommission daher auf, gemeinsam mit der Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen ausführliche Bewertungskriterien zu veröffentlichen, Teilnehmern detailliertere und aussagekräftigere Gesamtbewertungsberichte zukommen zu lassen und Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen so zu organisieren, dass es nicht zu einer Überzeichnung kommt, da dies für Wissenschaftler demotivierend ist und den Ruf des Programms schädigt;

16.  fordert die Kommission auf, eine weiter gefasste Definition des Begriffs „Wirkung“ vorzulegen, in der sowohl die wirtschaftlichen als auch die sozialen Auswirkungen berücksichtigt werden; betont, dass die Wirkung von Projekten, die sich mit Grundlagenforschung befassen, weiterhin flexibel geprüft werden sollte; fordert die Kommission auf, das Gleichgewicht zwischen Bottom-up- und Top-down-Aufrufen zur Einreichung von Vorschlägen beizubehalten und zu analysieren, welches Bewertungsverfahren (eine oder zwei Phasen) sich besser eignet, um einer Überzeichnung vorzubeugen;

17.  fordert die Kommission auf, zu prüfen, inwiefern eine stärkere thematische Fokussierung im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit sinnvoll wäre;

18.  fordert die Kommission auf, das Teilnehmerportal leichter zugänglich zu machen und das Netz der nationalen Kontaktstellen auszuweiten und mit mehr Ressourcen auszustatten, damit sichergestellt ist, dass insbesondere Kleinst- und Kleinunternehmen in den Phasen der Einreichung und Bewertung von Projektvorschlägen eine wirksame Unterstützung erhalten;

19.  ist der Auffassung, dass der Europäische Forschungsrat sich stärker an Projekten der Zusammenarbeit in ganz Europa beteiligen sollte und insbesondere Regionen und Einrichtungen mit geringer Kapazität einbeziehen sollte, um die EU-Forschungs- und Innovationspolitik und Know-how im Bereich FuI in der ganzen EU zu verbreiten;

Bereichsübergreifende Themen

20.  stellt fest, dass die Struktur von Horizont 2020 insgesamt und das Konzept der gesellschaftlichen Herausforderungen im Besonderen von den Interessenträgern weitgehend begrüßt werden; fordert die Kommission auf, weiterhin das Konzept der gesellschaftlichen Herausforderungen zu verbessern, und weist darauf hin, wie wichtig kollaborative Forschung unter Beteiligung von Universitäten, Forschungsorganisationen, Industrie (insbesondere KMU) und anderen Akteuren ist; ersucht die Kommission zu erwägen, auf der Grundlage des derzeitigen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Zusammenhangs während der Durchführung des Rahmenprogramms und in enger Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament die Angemessenheit und die einzelnen Haushalte der gesellschaftlichen Herausforderungen zu bewerten;

21.  würdigt die Anstrengungen der Kommission, die Verwaltung zu straffen und den Zeitraum zwischen der Veröffentlichung einer Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen und der Erteilung eines Zuschusses zu verringern; fordert die Kommission auf, mit ihren Bemühungen zum Abbau der Bürokratie und zur Vereinfachung der Verwaltung fortzufahren; begrüßt den Vorschlag der Kommission, Pauschalzahlungen einzuführen, um die Verwaltung und die Rechnungsprüfung zu vereinfachen;

22.  fordert die Kommission auf, zu evaluieren, ob das für Horizont 2020 neu eingeführte vereinfachte Finanzierungsmodell wie beabsichtigt zu mehr Industriebeteiligung geführt hat; weist darauf hin, dass in diesem Zusammenhang die Effektivität des Finanzierungsmodells überprüft werden sollte;

23.  fordert die Kommission auf, zu überprüfen, inwiefern die Verwendung nationaler bzw. eigener Abrechnungssysteme anstatt des in den Beteiligungsregeln festgelegten Systems zu einem deutlich vereinfachten Prüfverfahren führen kann und somit zu einer Reduzierung der Fehlerquote bei der Prüfung europäischer Finanzierungsprojekte; ruft in diesem Zusammenhang zu einer engeren Zusammenarbeit mit dem Europäischen Rechnungshof und zu einem möglichen one-stop audit auf;

24.  weist darauf hin, dass Synergien zwischen Fonds wichtig sind, damit Investitionen wirksamer werden; betont, dass Forschungs- und Innovationsstrategien für intelligente Spezialisierung (RIS3) ein wichtiges Instrument sind, um Synergien zu beschleunigen, mit denen nationale und regionale Rahmen für FEI-Investitionen festgelegt werden, weshalb sie gefördert und verstärkt werden sollten; bedauert, dass es erhebliche Hindernisse gibt, durch die verhindert wird, dass die Synergien ihre volle Wirkung entfalten(22); strebt daher die Anpassung der Vorschriften und Verfahren für FEI-Projekte im Rahmen der ESI-Fonds und des Rahmenprogramms an und stellt fest, dass eine wirksame Nutzung des Exzellenzsiegel-Programms nur möglich sein wird, wenn die genannten Bedingungen erfüllt sind; fordert die Kommission auf, einen Teil der ESI-Fonds für RIS3-Synergien mit Horizont 2020 vorzusehen; fordert die Kommission auf, die Vorschriften über staatliche Beihilfen zu überarbeiten und dafür Sorge zu tragen, dass FuE-Projekte der Strukturfonds innerhalb der Verfahrensregeln des Rahmenprogramms begründet werden können, während zugleich deren Transparenz sichergestellt wird; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, für die ordnungsgemäße Anwendung des Grundsatzes der Zusätzlichkeit zu sorgen, das in der Praxis bedeutet, dass die Beiträge europäischer Fonds die nationalen oder gleichwertigen Ausgaben eines Mitgliedstaats in den Gebieten, in denen dieser Grundsatz gilt, nicht ersetzen sollten;

25.  stellt fest, dass die erfolgreiche Umsetzung des EFR eine vollumfängliche Nutzung des FEI-Potenzials aller Mitgliedstaaten erforderlich macht; nimmt das Problem der Beteiligungslücke im Programm Horizont 2020 zur Kenntnis, die sowohl auf EU-Ebene als auch auf nationaler Ebene, unter anderem durch die ESI-Fonds, gelöst werden muss; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, vorhandene Instrumente anzupassen oder neue Maßnahmen anzunehmen, um diese Lücke zu schließen, beispielsweise durch die Entwicklung von Vernetzungsinstrumenten für Forscher; begrüßt die Strategie zur Verbreitung von Exzellenz und Ausweitung der Beteiligung; fordert die Kommission auf, zu prüfen, ob die drei Erweiterungsinstrumente ihre spezifischen Ziele erfüllt haben: angemessene Mittel und ein ausgewogenes Instrumentarium bereitzustellen, mit denen die bestehenden Ungleichheiten in der EU im Bereich der Forschung und Innovation behoben werden; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, klare Regeln auszuarbeiten, die die vollumfängliche Umsetzung des Exzellenzsiegel-Programms ermöglichen, und Finanzierungssynergien zu prüfen; fordert die Kommission auf, Mechanismen zu schaffen, die es ermöglichen, durch die ESI-Fonds finanzierte Forschungsinfrastruktur in Projekte des Rahmenprogramms einzubinden; fordert, die Indikatoren, die zur Definition des Begriffs „unterrepräsentierte“ Länder und Regionen verwendet werden, zu überarbeiten und die Liste dieser Länder und Regionen während der Durchführung des Rahmenprogramms regelmäßig zu überprüfen;

26.  stellt fest, dass gemäß den Jahresberichten der Kommission zur Umsetzung von Horizont 2020 für 2014 und 2015 die EU-15 88,6 % der Mittel erhalten hat, während die EU-13 nur 4,5 % erhielt, noch weniger als die Finanzmittel für Assoziierungsländer (6,4 %);

27.  begrüßt die Anstrengungen zur Sicherstellung besserer Verbindungen zwischen dem EFR und dem Europäischen Hochschulraum, um die Ausbildung der nächsten Generation von Forschern zu erleichtern; nimmt zur Kenntnis, wie wichtig es ist, MINT, Forschungskompetenzen und unternehmerische Kompetenzen von einem frühen Stadium an in die Bildungssysteme der Mitgliedstaaten einzubinden, damit junge Menschen darin bestärkt werden, diese Kompetenzen zu entwickeln, da FuE eher in struktureller als in zyklischer oder zeitlicher Hinsicht betrachtet werden sollte; fordert die Mitgliedstaaten und die Kommission auf, die Beschäftigungsstabilität und Attraktivität für junge Forscher zu verbessern;

28.  betont, dass die Kooperation zwischen der Industrie und den Hochschul- und Wissenschaftssystemen ausgebaut werden muss, damit in den Hochschulen und Wissenschaftszentren die Schaffung von Strukturen für eine stärkere Anbindung an die Wirtschaft gefördert wird;

29.  betont, dass die weltweite Zusammenarbeit ein wichtiges Mittel zur Stärkung der europäischen Forschung ist; stellt fest, dass die internationale Beteiligung von 5 % im Siebten Rahmenprogramm auf 2,8 % unter Horizont 2020 zurückgegangen ist; weist erneut darauf hin, dass das Rahmenprogramm dazu beitragen sollte, dass Europa ein wichtiger globaler Akteur bleibt, und hebt gleichzeitig hervor, wie wichtig die Wissenschaftsdiplomatie ist; fordert die Kommission auf, die Bedingungen der internationalen Zusammenarbeit im Rahmenprogramm zu überarbeiten und konkrete unmittelbare Maßnahmen und eine langfristige strategische Vision und Struktur festzulegen, um dieses Ziel zu unterstützen; begrüßt in diesem Zusammenhang Initiativen wie BONUS und PRIMA;

30.  unterstreicht, dass die internationale Zusammenarbeit im Rahmen des Neunten Rahmenprogramms gestärkt und die Wissenschaftsdiplomatie ausgeweitet werden muss;

31.  weist erneut darauf hin, dass Integration der Sozial- und Geisteswissenschaften sozial- und geisteswissenschaftliche Forschung in interdisziplinären Projekten und kein nachträglich an ansonsten technologische Projekte angehängtes Element bedeutet und dass die drängendsten Probleme der EU durch Methodenforschung gelöst werden müssen, die konzeptionell stärker auf Sozial- und Geisteswissenschaften ausgerichtet ist; stellt fest, dass die Sozial- und Geisteswissenschaften im laufenden Rahmenprogramm unterrepräsentiert sind; fordert die Kommission auf, die Möglichkeiten für Forscher im Bereich Sozial- und Geisteswissenschaften zur Teilnahme an interdisziplinären Projekten des Rahmenprogramms zu verbessern und ausreichende Mittel für sozial- und geisteswissenschaftliche Themen bereitzustellen;

32.  weist auf die Ausgewogenheit zwischen Forschung und Innovation im Programm Horizont 2020 hin und fordert im neuen Rahmenprogramm ein ähnliches Konzept; begrüßt, dass der EIC geschaffen wurde(23), betont jedoch, dass dies nicht erneut zu einer Trennung der Forschung von der Innovation oder zu einer weiteren Fragmentierung der Finanzierung führen darf; hebt hervor, dass Horizont 2020 nicht genug auf die Überwindung der „Durststrecke“ ausgerichtet ist, die das größte Hindernis darstellt, um Prototypen zur Herstellung zu bringen;

33.  fordert die Kommission auf, die Instrumente und die Funktionsweise des EIC darzulegen, und betont, dass die Ergebnisse der EIC-Pilotstudie bewertet werden müssen; fordert die Kommission auf, eine ausgewogene Kombination von Instrumenten für das EIC-Portfolio vorzuschlagen; betont, dass der EIC in keinem Fall zum Ersatz der zweiten Säule werden sollte und dass sich die zweite Säule nicht zu einem Einzelförderungsinstrument entwickeln, sondern eher weiterhin den Schwerpunkt auf Verbundforschung legen sollte; betont, dass das KMU-spezifische Instrument und „Der schnelle Weg zur Innovation“ beibehalten und gestärkt werden müssen; fordert die Kommission auf, Mechanismen zu entwerfen, um die KMU besser in größere interdisziplinäre Projekte des Neunten Rahmenprogramms einzubinden, damit sie ihr Potenzial voll entfalten können; fordert die Kommission auf, die KIC in der gegenwärtigen Struktur des EIT zu belassen, wobei Transparenz und eine ausgiebige Einbeziehung der Interessenträger wichtig sind, und zu prüfen, wie das EIT und die KIC mit dem EIC zusammenwirken können; fordert die Kommission auf, in Zusammenarbeit mit dem EIC einen Rahmen für private Risikokapitalinvestitionen auszuarbeiten, damit Risikokapitalinvestitionen in Europa angeregt werden;

34.  begrüßt Initiativen, mit denen die Privatwirtschaft und die öffentliche Hand zusammengebracht werden, um Forschung und Innovation zu fördern; betont, dass die führende Stellung der EU verbessert werden muss, indem den Bedürfnissen der öffentlichen Forschung Priorität eingeräumt und für ausreichende Transparenz, Rückverfolgbarkeit und eine faire Rendite der Horizont-2020-Investitionen für die Öffentlichkeit im Sinne der Erschwinglichkeit, Verfügbarkeit und Eignung der Endprodukte gesorgt wird, insbesondere in einer Reihe sensibler Bereiche wie dem Gesundheitswesen, um das öffentliche Interesse und eine gerechte soziale Wirkung zu erhalten; fordert die Kommission auf, auch weiterhin Mechanismen zu prüfen, insbesondere damit alle durch Finanzhilfen aus dem Rahmenprogramm finanzierten Projekte langfristig genutzt werden können, indem eine faire Rendite für die Öffentlichkeit und Anreize für eine Beteiligung der Industrie kombiniert werden;

35.  begrüßt die Tatsache, dass Open Access mittlerweile ein allgemeiner Grundsatz im Rahmen von Horizont 2020 ist; weist darauf hin, dass durch die erhebliche Zahl von Publikationen in Verbindung mit Projekten von Horizont 2020 bis Dezember 2016(24) deutlich wird, dass neue Maßnahmen zur Durchsetzung eines freien Austauschs von Daten und Ideen erforderlich sind, damit so viele Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Daten wie möglich zur Verfügung stehen; fordert die Kommission auf, die Flexibilitätskriterien zu überprüfen, die diesem Ziel entgegenstehen könnten, und Wissen und Entwicklung zu mehren;

36.  begrüßt die Finanzierung des Pilotprojekts für offene Forschungsdaten als einen ersten Schritt in Richtung der Cloud für offene Wissenschaft; nimmt zur Kenntnis, wie wichtig E-Infrastrukturen und Supercomputer sind, dass Interessenträger der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft und die Zivilgesellschaft beteiligt sein müssen und wie wichtig Bürgerwissenschaft ist, damit die Gesellschaft eine aktivere Rolle bei der Feststellung und Inangriffnahme der Probleme und der Mitgestaltung der Lösungen spielt; fordert die Kommission und die öffentliche und private Forschungsgemeinschaft auf, nach neuen Modellen zu suchen, mit denen die privaten Cloud- und Netzressourcen und öffentlichen E-Infrastrukturen sowie die Einführung von Bürgeragenden in den Bereichen Wissenschaft und Innovation integriert werden;

37.  begrüßt das von der Kommission neu eingeführte Konzept der Drehscheiben für die Innovation, die die europäische Innovationslandschaft weiter stärken, indem sie Unternehmen, insbesondere KMU, dabei unterstützen, ihre Geschäftsmodelle und Produktionsprozesse zu verbessern;

38.  regt an, dass sich die nationalen Kontaktstellen stärker bei der Förderung von Projekten engagieren, für die das Exzellenzsiegel vergeben wurde, und Unterstützung bei der Suche nach anderen nationalen oder internationalen öffentlichen oder privaten Finanzierungsquellen für diese Projekte leisten, indem sie die Zusammenarbeit in diesem Bereich innerhalb des Netzes der nationalen Kontaktstellen stärken;

Empfehlungen für das Neunte Rahmenprogramm

39.  ist der Ansicht, dass die EU über das Potenzial verfügt, ein weltweit führendes globales Zentrum für Forschung und Wissenschaft zu werden; ist außerdem der Auffassung, dass das Neunte Rahmenprogramm in der EU oberste Priorität erhalten muss, damit dazu Wachstum, Arbeitsplätze und Innovation gefördert werden;

40.  begrüßt den Erfolg von Horizont 2020 und den Hebelfaktor von 1:11; fordert die Kommission auf, eine Aufstockung der Mittel für das Neunte Rahmenprogramm auf 120 Mrd. EUR vorzuschlagen; ist der Ansicht, dass neben der Aufstockung der Haushaltsmittel ein Rahmen benötigt wird, der sich auch auf Innovation erstreckt, und fordert deshalb die Kommission auf, Innovation und ihre unterschiedlichen Typen eindeutig zu definieren;

41.  weist darauf hin, dass die EU zahlreichen erheblichen und dynamischen Problemen gegenübersteht, und fordert die Kommission auf, zusammen mit dem Europäischen Parlament in Säule 3 ein ausgewogenes und flexibles Instrumentarium bereitzustellen, das dem dynamischen Charakter der entstehenden Probleme entspricht; unterstreicht, dass angesichts der besonderen Herausforderungen in Säule 3 ein hinreichender Haushalt bereitgestellt und die Angemessenheit dieser Herausforderungen regelmäßig überprüft werden muss;

42.  fordert die Kommission auf, im Neunten Rahmenprogramm ein Gleichgewicht zwischen Grundlagenforschung und Innovation zu wahren; weist darauf hin, dass die kollaborative Forschung gestärkt werden muss; unterstreicht, dass KMU besser in kollaborative Projekte und Innovation eingebunden werden müssen;

43.  bestärkt die Kommission darin, die Synergien zwischen dem Neunten Rahmenprogramm und anderen zweckbestimmten europäischen Fonds für Forschung und Innovation zu verstärken und auf europäischer wie auf nationaler Ebene in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten harmonisierte Instrumente und aneinander angepasste Vorschriften für diese Fonds zu schaffen; fordert die Kommission auf, auch im künftigen Rahmenprogramm die wichtige Rolle der Normung im Zusammenhang mit Innovationen zu berücksichtigen;

44.  weist darauf hin, dass mit dem Neunten Rahmenprogramm das mögliche Problem der Überzeichnung und der niedrigen Erfolgsquoten von Horizont 2020 angegangen werden sollte; regt an zu erwägen, das aus zwei Phasen bestehende Bewertungsverfahren mit einer einheitlichen ersten Phase und einer spezifischen zweiten Phase, die an den ausgewählten Bewerbern ausgerichtet ist, wieder einzuführen; fordert die Kommission auf sicherzustellen, dass die Gesamtbewertungsberichte hinreichend umfassend sind und Angaben dazu enthalten, wie der Vorschlag verbessert werden könnte;

45.  betont, dass ein europäischer Mehrwert weiterhin ein unbestrittener Kern des Forschungsrahmenprogramms bleiben muss;

46.  fordert die Kommission auf, im nächsten MFR eine Trennung zwischen Forschung für den Verteidigungsbereich und ziviler Forschung vorzunehmen, indem sie zwei unterschiedliche Programme mit zwei unterschiedlichen Haushalten vorlegt, durch die die ehrgeizigen Haushaltsziele der zivilen Forschung des Neunten Rahmenprogramms nicht beeinträchtigt werden; fordert die Kommission daher auf, dem Parlament die möglichen Wege einer Finanzierung des künftigen Forschungsprogramms für den Verteidigungsbereich im Einklang mit den Verträgen, mit einem gesonderten Haushalt mit frischen Mitteln und mit besonderen Bestimmungen vorzulegen; weist auf die Bedeutung der parlamentarischen Kontrolle in diesem Zusammenhang hin;

47.  ist der Ansicht, dass das Programm „Neue und künftige Technologien“ über ein großes Potenzial für die Zukunft verfügt und ein geeignetes Instrument für die Verbreitung innovativer Ideen und technischen Fachwissens auf nationaler und regionaler Ebene ist;

48.  unterstreicht, dass vor dem Hintergrund des Übereinkommens von Paris und der Klimaschutzziele der EU die Finanzierung der Forschung im Bereich des Klimawandels und von Infrastruktur für das Sammeln klimarelevanter Daten Vorrang genießen muss, zumal die Vereinigten Staaten erhebliche Haushaltskürzungen bei US-Umweltforschungseinrichtungen erwägen; ist der Ansicht, dass sichergestellt werden muss, dass 100 % der Mittel für die energiepolitischen Herausforderungen für erneuerbare Energieträger, Technologien zur Erhöhung der Endenergieeffizienz, intelligente Netze und die Speicherung von Energie verwendet werden; ist der Auffassung, dass die Forschung in Bereichen wie der extensiven Landwirtschaft, gesunden Lebensmitteln und Vielfalt, dem Aspekt der Nachhaltigkeit im Verkehrswesen, der Wasserbewirtschaftung und der biologischen Vielfalt angemessen finanziert werden muss;

49.  betont, dass das Neunte Rahmenprogramm den gesellschaftlichen Fortschritt und die Wettbewerbsfähigkeit der EU stärken sollte, indem es Wachstum und Arbeitsplätze schafft, neues Wissen und Innovationen mit dem Ziel, die grundlegenden Probleme, vor denen Europa steht, zu lösen, hervorbringt und weiteren Fortschritt bei der Entwicklung eines nachhaltigen EFR erzielt; begrüßt in dieser Hinsicht die gegenwärtige Säulenstruktur des Rahmenprogramms und fordert die Kommission auf, diese Struktur im Interesse der Kontinuität und Vorhersehbarkeit beizubehalten; fordert die Kommission daher auf, weiterhin daran zu arbeiten, das Programm kohärenter, einfacher, transparenter und klarer zu gestalten, den Bewertungsprozess zu verbessern, Fragmentierung und Duplizierung zu verringern und unnötige Verwaltungslasten zu vermeiden;

50.  erkennt an, dass Verwaltungsaufgaben und Forschung einander in hohem Maße entgegenstehen; betont deshalb, dass es wichtig ist, die Berichterstattungspflichten auf ein Mindestmaß zu begrenzen, damit bürokratischer Aufwand die Innovation nicht behindert und um eine wirksame Verwendung der Finanzmittel des Neunten Rahmenprogramms und auch die Autonomie der Forschung sicherzustellen; fordert die Kommission auf, zu diesem Zweck ihre Bemühungen um Vereinfachung zu intensivieren;

51.  stellt fest, dass die Kommission immer häufiger von outputbasierter Förderung spricht; fordert die Kommission auf, Output genauer zu definieren;

52.  fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, nach dem Grundsatz der Zusätzlichkeit die Synergien zwischen dem Rahmenprogramm und anderen Finanzierungsquellen zu steigern und das Problem von Forschungsdefiziten, vor dem Konvergenzregionen in einigen Mitgliedstaaten stehen, abzubauen; bedauert, dass die Finanzmittel aus den Struktur- und Investitionsfonds dazu führen können, dass die nationalen Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Regionen, die diese Mittel erhalten, verringert werden, und betont, dass diese Mittel zusätzlich zu nationalen öffentlichen Ausgaben bereitgestellt werden müssen; fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten darüber hinaus auf sicherzustellen, dass öffentliche FuE-Investitionen eher als Investitionen in die Zukunft anstatt als Kosten betrachtet werden;

53.  stellt fest, dass effektive Investitionen in Forschung und Innovation aus den Strukturfonds nur getätigt werden können, wenn in den Mitgliedstaaten die Rahmenbedingungen entsprechend geschaffen sind; fordert daher eine stärkere Verknüpfung zwischen länderspezifischen Empfehlungen im Bereich der Strukturreformen und Investitionen in F&I;

54.  betont, dass es neuer Zentren und Regionen mit größerer Exzellenz bedarf und dass der EFR weiterhin ausgebaut werden muss; betont, dass mehr Synergien zwischen dem Rahmenprogramm, dem EFSI und den ESI-Fonds erzielt werden müssen, um dieses Ziel zu erreichen; fordert Maßnahmen, um Hindernisse wie niedrige Löhne in östlichen und südlichen Ländern zu beseitigen, damit Fachkräfte nicht abwandern; verlangt, dass die Exzellenz des Projekts Vorrang vor der Exzellenz führender „Eliteeinrichtungen“ hat;

55.  ist der Auffassung, dass stärkere Anreize geboten werden müssen, um ESI-Fonds-Mittel für Investitionen in F&I einzusetzen, wenn sich dies aus den länderspezifischen Empfehlungen ergibt oder wenn Mängel aufgedeckt werden; gelangt zu dem Schluss, dass sich die ESI-Fonds-Mittel für Investitionen in F&I im Zeitraum 2014–2020 auf 65 Mrd. EUR belaufen; schlägt daher vor, dass die in den ESI-Fonds festgelegte leistungsgebundene Reserve in den Mitgliedstaaten dafür eingesetzt wird, einen substanziellen Teil der Einnahmen aus den Strukturfonds in F&I zu investieren;

56.  begrüßt den Grundsatz und die Möglichkeiten des „Exzellenzsiegels“ als Qualitätslabel für Synergien zwischen ESI-Fonds und Horizont 2020, stellt jedoch fest, dass dies in der Praxis wegen des Mangels an Finanzierungsmitteln in den Mitgliedstaaten nur unzureichend angewandt wird; vertritt die Auffassung, dass Projekte, für die im Rahmen von Horizont 2020 ein Antrag auf Finanzierung gestellt wurde, die die strengen Auswahl- und Vergabekriterien erfolgreich erfüllt haben, die jedoch aufgrund finanzieller Einschränkungen nicht finanziert werden könnten, aus ESI-Fonds-Mitteln finanziert werden sollten, wenn diese Mittel für diesen Zweck verfügbar sind; weist darauf hin, dass ein vergleichbarer Mechanismus auch für gemeinsame Forschungsprojekte festgelegt werden sollte;

57.  fordert die Kommission auf, im Neunten Rahmenprogramm junge Forscher in stärkerem Maße zu unterstützen, beispielsweise durch gesamteuropäische Vernetzungsinstrumente, und Finanzierungssysteme für Nachwuchsforscher mit weniger als zwei Jahren Erfahrung nach der Promotion zu verstärken;

58.  stellt fest, dass Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen eine bei Forschern weithin anerkannte Quelle der Finanzierung sind und die Mobilität von Forschern und die Entwicklung junger Forscher fördern; vertritt die Auffassung, dass es im Interesse der Kontinuität wünschenswert wäre, wenn Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen im Neunten Rahmenprogramm weiterhin finanziert würden;

59.  fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, weiterhin Anreize für private Investitionen in FEI zu setzen, die zusätzlich zu öffentlichen Investitionen in Forschung und Entwicklung erfolgen müssen und letztere nicht ersetzen dürfen; weist darauf hin, dass zwei Drittel der 3 % des BIP für FuE aus der Privatwirtschaft kommen sollten(25); begrüßt die bisherigen Anstrengungen der Industrie und fordert angesichts der allgemein spärlichen Mittel für öffentliche FuE-Ausgaben die Privatwirtschaft auf, sich stärker bei den Ausgaben für FuE sowie Open Access und offene Wissenschaft zu engagieren; fordert die Kommission auf, je nach Ausmaß des europäischen Mehrwerts des Projekts und seines Potenzials, eine Triebkraft für KMU zu werden, den Grad der Beteiligung der Großindustrie (sei es durch Darlehen, Finanzhilfen oder auf eigene Kosten) zu ermitteln und gleichzeitig die besonderen Merkmale und Bedürfnisse jeder Branche zu berücksichtigen; fordert die Kommission auf, die Sachleistungen zu überwachen, um sicherzustellen, dass Investitionen real und neu sind;

60.  fordert die Kommission auf, für mehr Transparenz und Klarheit in den Vorschriften für die öffentlich-private Zusammenarbeit bei Projekten innerhalb des Neunten Rahmenprogramm zu sorgen und sich dabei nach den Ergebnissen und Empfehlungen der Bewertung zu richten; fordert die Kommission auf, die bestehenden Instrumente für öffentlich-private Partnerschaften zu überprüfen und zu bewerten;

61.  hebt hervor, dass die Industriebeteiligung ungeachtet des KMU-Instruments weiter gefördert werden sollte, da die Industrie in vielen Bereichen das nötige Fachwissen besitzt und einen wichtigen finanziellen Beitrag leistet;

62.  bedauert, dass der Schwerpunkt Gleichstellung der Geschlechter in Horizont 2020 zu gemischten Ergebnissen geführt hat, da als einziges Ziel der anvisierte Anteil von Frauen in Beratungsgruppen erreicht wurde, während der Anteil von Frauen in Projektbewertungsgremien und unter den Projektkoordinatoren sowie die geschlechtsspezifische Dimension in den Inhalten von Forschung und Innovation unter den gesteckten Zielen geblieben sind; betont, dass die Beteiligung und die durchgängige Berücksichtigung der Gleichstellung von Frauen und Männern im Neunten Rahmenprogramm verbessert werden muss und die in der Horizont-2020-Verordnung festgelegten Zielwerte erreicht werden müssen, und fordert die Kommission auf, eine Studie durchzuführen, um die Barrieren oder Schwierigkeiten zu erkunden, die ein Grund für die mangelnde Beteiligung von Frauen an dem Programm sein können; bestärkt die Mitgliedstaaten darin, gemäß den Zielen des EFR ein geschlechtergerechtes rechtliches und politisches Umfeld sowie Anreize für Veränderungen zu schaffen; begrüßt den Leitfaden der Kommission zur Gleichstellung der Geschlechter im Programm Horizont 2020(26); weist darauf hin, dass diesem Leitfaden zufolge das Gleichgewicht zwischen Männern und Frauen einer der Einstufungsfaktoren ist, nach denen über der Schwelle liegende Vorschläge mit gleicher Punktzahl Vorrang erhalten;

63.  weist darauf hin, dass im nächsten Rahmenprogramm der Austritt des Vereinigten Königreich aus der EU und seine Folgen berücksichtigt werden müssen; weist darauf hin, dass Forschung und Innovation von klaren und stabilen langfristigen Rahmen profitieren und dass das Vereinigte Königreich eine führende Rolle in der Wissenschaft einnimmt; bringt den Wunsch zum Ausdruck, dass Netzwerke und die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen im Vereinigten Königreich und in der EU im Bereich der Forschung fortgesetzt werden können und dass vorbehaltlich bestimmter Bedingungen schnell eine stabile und zufriedenstellende Lösung gefunden werden kann, damit der EU die im Rahmen von Horizont 2020 und dem Neunten Rahmenprogramm hervorgebrachten wissenschaftlichen Ergebnisse nicht entgehen;

o

o  o

64.  beauftragt seinen Präsidenten, diese Entschließung dem Rat und der Kommission zu übermitteln.

(1)

ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 104.

(2)

ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 948.

(3)

ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 81.

(4)

ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 174.

(5)

ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 892.

(6)

ABl. L 169 vom 7.6.2014, S. 54-178.

(7)

ABl. L 177 vom 17.6.2014, S. 9.

(8)

ABl. L 192 vom 1.7.2014, S. 1.

(9)

ABl. L 169 vom 7.6.2014, S. 1-53.

(10)

http://ec.europa.eu/research/evaluations/pdf/hlg_issue_papers.pdf.

(11)

Angenommene Texte, P8_TA(2017)0052.

(12)

Angenommene Texte, P8_TA(2017)0075.

(13)

Angenommene Texte, P8_TA(2016)0311.

(14)

Angenommene Texte, P8_TA(2016)0320.

(15)

Studie des Wissenschaftlichen Dienstes des Europäischen Parlaments mit dem Titel „Horizon 2020, the EU framework programme for research and innovation. European Implementation Assessment“ (Horizont 2020, das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Entwicklung. Bewertung der europäischen Umsetzung).

(16)

Mit über 130 000 eingereichten Vorschlägen, 9 000 Vereinbarungen über Finanzhilfen, 50 000 Beteiligungen und EU-Finanzmitteln in Höhe von 15,9 Mrd. EUR.

(17)

Zwei Drittel der 3 % des BIP für FuE sollten von der Wirtschaft kommen. Siehe Eurostat, private FuE-Ausgaben: http://ec.europa.eu/eurostat/tgm/table.do?tab=table&init=1&language=en&pcode=tsc00031&plugin=1

(18)

http://ec.europa.eu/invest-in-research/pdf/download_en/barcelona_european_council.pdf

(19)

Die sieben Gemeinsamen Technologieinitiativen machen insgesamt mehr als 7 Mrd. EUR der Finanzmittel für Horizont 2020 aus, ca. 10 % des gesamten Haushalts für Horizont 2020 und mehr als 13 % der tatsächlich verfügbaren Finanzmittel für die Aufrufe zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen von Horizont 2020 (ca. 8 Mrd. EUR/Jahr über sieben Jahre).

(20)

Siehe Schlussfolgerungen des Rates vom 29. Mai 2015.

(21)

Studie des Wissenschaftlichen Dienstes des Europäischen Parlaments mit dem Titel „Horizon 2020, the EU framework programme for research and innovation. European Implementation Assessment“ (Horizont 2020, das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Entwicklung. Bewertung der europäischen Umsetzung).

(22)

Große Forschungsinfrastrukturen fallen unter den Anwendungsbereich und die Ziele des EFRE, auf nationaler Ebene zugewiesene Mittel des EFRE können zur Kofinanzierung jedoch nicht verwendet werden; Baukosten in Verbindung mit neuen Forschungsinfrastrukturen können im Rahmen des EFRE gefördert werden, Betriebs- und Personalkosten jedoch nicht.

(23)

Mitteilung der Kommission mit dem Titel „Europas Marktführer von morgen: die Start-up- und die Scale-up-Initiative“ (COM/2016/0733).

(24)

OpenAIRE-Bericht: Im Rahmen von Horizont 2020 wurden 2017 (19 %) von insgesamt 10 684 Projekten abgeschlossen, während 8 667 noch laufen. OpenAIRE hat 6 133 Publikationen in Verbindung mit 1 375 Projekten von Horizont 2020 ermittelt.

(25)

Siehe Schlussfolgerungen des Rates vom 29. Mai 2015.

(26)

Siehe den Leitfaden der Kommission zur Gleichstellung der Geschlechter im Programm Horizont 2020.http://eige.europa.eu/sites/default/files/h2020-hi-guide-gender_en.pdf


ANNEX

2. Origin, structure and purpose of the Horizon 2020 Framework Programme

2.1. Main issues to understand about the research framework programmes

European research policy has a legal base in the Treaty of Lisbon(1) which also introduced a legal basis for the creation of a European Research Area(2). So far, the European Commission has not taken legislative action in this domain and European research policy implementation has until now relied on soft law approaches. With the Research Framework Programmes, the EU started to become a player in research funding, with the main initial focus being on financing collaborative projects involving several Member States. Broadly speaking, only about 5% of the overall available European GBAORD(3) is funded by the FP. Around 80% of the GBAORD is confined to Member States, and 15% is implemented by longstanding European intergovernmental organisations such as ESA, CERN, etc.(4)

Still, the GDP allocated to R&D is still comparatively low in the EU-28 in relation to Japan or the US. Moreover, most of the EU Member States, especially those in which the Excessive Deficit Procedure was launched, have cut their spending on R&D&I due to the economic crisis. The EU’s share of world gross expenditure on research and innovation fell by 5% in the years from 2000 to 2013.

The first framework programme was established in 1983 for a four-year period. During the subsequent 30 years, successive FPs have provided financial support for the implementation of European research and innovation policies.

With the introduction of the European Research Area (ERA), the Open Method of Coordination and many other soft law approaches, the Union has started to coordinate national research policies (and eventually also national research programmes) since 2000. The FPs have always of course had a structuring effect on the national research systems, with the main idea of EU funding being to incentivise and leverage more national research funding. It was only with the introduction of ‘ERA instruments’ as of FP 6 (ERA-NETs, Article 185 initiatives), however, that this structuring influence became more evident and moved from the project level (at researcher and/or research unit level) to the Member State/funding bodies – or programme – level(5).

The introduction of the ERA was accompanied by the launch of the Lisbon process and the definition of the Barcelona goal for national research funding to reach 3% of GDP in 2010. This goal was renewed by another call for research funding to reach 3% by 2020 – the so called Europe 2020 Strategy (A strategy for smart, sustainable and inclusive growth) which was launched in March 2010. Today, the attainment of the 3% target is monitored by the Commission in the context of the European Semester(6) which is anchored upon extensive Member State reporting to the Commission. According to figures from 2015, the EU only invested 2.03%, with the individual figures for different countries ranging from 0.46% to 3.26%.(7)

In terms of topics funded, the purpose of the FPs has changed gradually from initially being an industry-focused programme to slowly opening up to basic research activities in universities. With the exception of the introduction of the European Research Council (ERC) funding for basic and frontier research only, the common feature of the FPs over the years was that they were always mission-oriented programmes serving commonly defined goals. The process in place for their adoption is through the co-decision procedure (now called the ordinary legislative procedure).

Finally, with the launch of the seven flagship initiatives in the context of the Europe 2020 Strategy in March 2010, the European Innovation Union(8) was introduced and with it the prerogative for innovation and competitiveness in Europe also moved into the research policy domain. H2020 is now one of the main tools with which the Innovation Union is being implemented.

2.2. Horizon 2020 - Overview

There is extensive information on H2020, its structure, rules and functioning(9), that does not need to be repeated here in detail. The description of the H2020 programme is limited to an illustration of the most relevant issues for the recommendations by the European Parliament.

As such, H2020 differs enormously from previous FPs insofar as it made the move to more research-generated innovation compulsory and introduced a more interdisciplinary impact-oriented societal challenge approach in contrast to the previous more mono-disciplined and sectoral approach taken until FP7. The approach of formulating mission-oriented programmes with predefined research results and prescribed research methods was abandoned in favour of a more openly defined societal challenge-oriented approach, in which the results are left open-ended and evolve over time. This approach also favours the early involvement of societal actors and opens the programme up to newcomers. Issues of transversal importance, such as the SME instrument or measures to improve synergies between H2020 and the structural funds, were also introduced.

H2020 is the world’s biggest Research and Innovation programme with nearly €80 billion of funding available over 7 years (2014 to 2020), and places the emphasis on excellent science, industrial leadership and tackling societal challenges. Its goals are to ensure that Europe produces world-class science, to foster innovation, and to make it easier for the public and private sectors to work together in delivering research and innovation.

Horizon 2020 is built around three main objectives:

1) Support for ‘Excellent Science’ – including grants for individual researchers from the European Research Council and Marie Skłodowska-Curie fellowships (formerly known as Marie Curie fellowships);

2) Support for ‘Industrial Leadership3 – including grants for small and medium-sized enterprises and indirect finance for companies through the European Investment Bank and other financial intermediaries;

3) Support for research to tackle ‘societal challenges’. During negotiations between the European Parliament and the Council it was decided to support research aimed at meeting seven broad challenges:

1.  Health, demographic change and wellbeing

2.  Food security, sustainable agriculture and forestry, marine, maritime and inland water research, and the bio-economy

3.  Secure, clean and efficient energy

4.  Smart, green and integrated transport

5.  Climate action, the environment, resource efficiency and raw materials

6.  Inclusive, innovative and reflective societies

7.  Secure and innovative societies

It also has two specific objectives:

4) Spreading excellence and widening participation

5) Science with and for society

and two separate institutions:

6) European Institute of Innovation and Technology (EIT)

7) The non-nuclear direct actions of the Joint Research Centre.

A number of priorities will be addressed across and within all three pillars of Horizon 2020. These include gender equality and the gender dimension in research; social and economic sciences and humanities; international cooperation; and fostering the functioning and achievement of the European Research Area and Innovation Union, as well as contributing to other Europe 2020 flagships (e.g. the Digital Agenda). At least 60% of the overall Horizon 2020 budget should be related to sustainable development, and climate-related expenditure should exceed 35% of the budget.

The management and implementation of the programme is complex. The overall budget for H2020 is managed by 9 different Commission Directorates-General and the JRC. Overall, 22 bodies implement different parts of the Horizon 2020 budget:

•  five Commission DGs

•  four executive agencies

•  four public‐public partnerships (P2Ps)

•  seven public‐private partnerships (PPPs)

•  the European Institute of Innovation and Technology (EIT)

•  the European Investment Bank (EIB).

The following graph tries to capture the complexity of the management and implementation of H2020

 

The specific programme is implemented by multiannual work programmes. Implementing powers are conferred on the Commission to adopt work programmes for the implementation of the specific programme. Several programme committees (each pillar has a number of committees and there is a main overall ‘strategic configuration’ committee) were set up to assist the Commission in preparing the work programmes. The preparation of work programmes also involves the consultation of stakeholders. For this purpose 19 Horizon 2020 Advisory Groups have been set up as consultative bodies to represent the broad constituency of stakeholders ranging from industry and research to representatives of civil society. Additional open and targeted consultation activities aim to obtain further views and contributions, including from the Enterprise Policy Group, the contractual Public-Private Partnerships (cPPPs), European Innovation Partnerships and European Technology Platforms.

3. The transition from FP 7 to Horizon 2020 and main improvements brought by Horizon 2020

The FP7 Final Evaluation Report by the High Level Expert Group(10) confirms that the move from FP7 to an adapted structure under H2020 was beneficial for the European research community and the logical next step at the time of the launch of H2020. The total budget of H2020 has been increased to about 77 billion euro which is nearly 50% more than the FP7budget. H2020 integrated elements from FP7 and existing, previously separate, funding programmes (CIP and EIT), which also accounts for the increase in the budget. However, in 2015, the planned budget for H2020 was cut by 2.2 billion euro to support the European Fund for Strategic Investments (EFSI). These cuts did not affect the ERC, Marie Skłodowska‐Curie Actions and the ‘Spreading excellence and widening participation’ programme, but fell on ‘Excellent Science’ (cut by 209 million euro), ‘Industrial Leadership’ (cut by 549 million euro) and ‘Societal Challenges’ (reduced by 1 billion euro).

The main improvements brought by H2020 as compared to its predecessor programmes can be summarised as follows(11):

•  High share of newcomers(12) in H2020 grant participation

The share of newcomers in 2014 and 2015 amounts to 49.0% of all participants on average for the entire H2020. The different programme parts display large differences in the share of new participants. The lowest share of newcomers is found in the Excellent Science Pillar, with the ERC having 1.4% of newcomer participations from calls in the first two years of Horizon 2020. The highest share of newcomers was recorded in the SME Instrument, where almost 79.6% of the participations came from organisations that had not taken part in FP7. The average for the Societal Challenge actions was 27.9% and within Industrial Leadership it was around 27.1%.

The share of newcomer participation per Member State differs between the EU-13 and EU-15. On average the EU-13 has a higher share (30.6%) of newcomer participation than EU-15 (24.7%). Malta and Romania had the highest shares of newcomer participation at 42.9% and 40.0% respectively, while Greece and United Kingdom had the lowest at 16.3% and 15.6%.

•  Much shorter time-to-grant

Compared to FP7, the first two years of implementation of Horizon 2020 have shown a significant reduction in the time that elapsed between the closure of a call and the signature of the Grant Agreement (the so-called time-to-grant – TTG). Under Horizon 2020, the Commission has committed itself to signing grant agreements within a period of eight months (245 days) for actions other than ERC actions. The average for both 2014 and 2015 is 90.7%. This constitutes a significant 33.4% improvement on the average TTG for the whole of FP7 (303 days).

•  Proven simplification

Compared to FP7, the design of Horizon 2020 brought a number of important simplifications:

  A radically simplified funding model.

  Under the MSCA, the use of simplified forms of grants.

  Streamlined ex-ante checks.

  Reduced requirements for work-time recording.

  Reduced audit burden.

  Faster granting processes.

  Fully paperless proposal and grant management.

4. Main areas of concern with the current H2020 implementation

The European Parliament has also identified areas of concern based on consultations with representatives of the research community in Europe:

•  Oversubscription - Lower success rate in H2020 as compared to FP7

The average success rates are substantially lower in H2020 than in FP7 (average of 19% from 2007 to 2013(13)) and different potential reasons for this are currently being discussed. These include research budget cuts in Member States, a less prescriptive approach in drafting the call texts in the work programmes allowing for more newcomers, and broader application of the two‐stage proposal schemes.

Furthermore, the increased attractiveness of the programme also explains the growing interest in Horizon 2020. In total, over 8 500 more proposals where submitted in 2015 than in 2014. This is reflected in lower success rates in 2015 than 2014 throughout Horizon 2020: in terms of numbers of proposals, from 13.2% to 10.7%, and in terms of funding, from 14.2% to 10.9%.

One worrying finding is the fact that an ever larger number of high quality proposals scoring above the threshold in the project proposal evaluation cannot be funded. A mere 22.7% of the proposals which scored above the threshold were retained for funding in 2015. This constitutes a significant decrease of 8.8 percentage points compared to 2014. In total for Horizon 2020, about one in four high quality proposals submitted was selected for funding. In numbers, 25 116 high quality proposals in the first two years of Horizon 2020 were not funded(14). This means that 77.3% of successful proposals could not be funded. The Commission calculates that H2020 would have needed an additional EUR 41.6 billion in the first two years to fund all proposals deemed excellent by independent evaluators. The extrapolated figure for the years to come until the end of the programme amounts to an additional EUR 145.6 billion if H2020 is to exploit European excellence potential to the maximum.

Table: Overall Success Rates(15)

 

•  Participation by third countries dropped by half

Horizon 2020 should contribute to maintaining the status of Europe as a key global player, in direct competition with the world’s top performing research regions. To achieve this, the programme should have a strategic vision and structure to support Europe in this. It should fulfil a strategic role when it comes to European co-ordination/prioritisation. In a nutshell, Horizon 2020 should be open, but in a strategic way.

However, the share of third country participation in FP7 was higher (i.e. 4.0% for all projects and 4.3% for collaborative projects). In H2020, third country participation in internationally open collaborative projects increased from 2.1% in 2014 to 2.8% in 2015, and for all projects from 1.7% in 2014 to 2.0% in 2015.

This has to do with the fact that the Commission has taken a radically new approach to international collaboration in H2020 as compared to FP7, changing the funding regime for third countries and abandoning the former INCO. The latter was replaced by strategic programming and roadmaps including flagship initiatives for collaboration with targeted non-EU countries. Much emphasis was also placed on multilateral funding through Member States. However, and especially when addressing the societal challenges as defined in H2020, a global approach requiring the involvement of all actors worldwide is imperative.

•  Insufficient definition of impact in H2020 projects

There are some concerns about the fact that the underlying definition of impact for H2020 projects poses problems for both project evaluators and researchers carrying out the project. In the long run, a fuzzy definition of impact will also disappoint research funders who will not be satisfied with the research outcomes. Collectively and especially when addressing societal challenges, the Commission and national governments will need to improve tracking outcomes and impact as well as broaden the definition of what constitutes impact. Different types of research produce different types of impact and evaluation processes need to reflect this. This discussion is connected with the need to better determine the place of innovation and the corresponding TRLs in research programme and project formulation. An overhaul of the H2020 indicators measured by DG RTD is needed.

It is to be noted that the legal base of H2020 states that it should support all stages of the research and innovation chain, so a concentration only on higher TRL levels is not a legal obligation but a political choice. The currently required high TRLs in Pillar 3 make it hard for vast sectors of the research landscape, such as universities, to compete. Focusing only on higher TRLs, while important to boost European industrial competitiveness, may limit the future absorption of disruptive innovations that are still in the pipeline of research projects with lower TRLs.

Generally, TRLs are based on a narrow perception of innovation as a linear model. TRLs thus do not capture the full complexity and bandwidth of innovation and exclude non-technological forms of innovation generated by fundamental or applied research, particularly from SSH research.

To a considerable extent, whole areas of research are being excluded from Horizon 2020 simply because the value they bring to society is not reflected well in the current impact and innovation definitions.

•  Lost focus on the European Research Area

It seems that current policymakers both in Member States and the Commission have lost interest in ERA. ERA progress reports have been launched since 2013 and one would as a consequence assume that a better database for ERA monitoring would also lead to common targets or corrective measures which would make the realisation of ERA successful. This is still not the case.

There are some concerns about this Commission’s reluctance to continue with the European Research Area project which is even anchored in the Treaty of Lisbon. H2020 should not come on top of what Member States are doing nationally and operate in isolation from them, but should be intrinsically linked, coordinated and aligned with Member States’ activities (as also laid down in the TFEU). H2020 should act as a pull factor for ERA to work better and should demonstrate clear EU added value. The overall poor progress made by Member States in reaching the 3% goal for GDP allocation to R&D by 2020 is intrinsically linked to this lost focus on ERA. In this respect joint programming, in which Council began to play a bigger role, is essential for ERA because it incentivises countries to prioritise nationally and enhances capacity building by collaborating across borders. Council should play a stronger role in defining common grand societal challenges that are then reflected in the Joint Programming Initiatives and in Horizon 2020.

The introduction of the 3 O’s(16) by Commissioner Moedas, after having declared that ERA was completed, reduced the potential of European research policy to marginal operational details within the much wider scope of ERA.

Taking ERA seriously would also improve the discussion on cohesion versus excellence within Europe. ERA is about capacity building, about national and regional coordination across borders, fostering mutual learning, avoiding redundancies and acting in a more strategic and efficient manner. Transnational cooperation has always been a good test bed to gather experience in order – at a later stage – to compete better when participating in H2020.

•  Addressing the innovation valley of death

The innovation process is characterised by the existence of a hard step between the development of an innovative product and its commercialisation. This gap is known as the innovation ‘valley of death’. SMEs are specifically vulnerable to this issue. They therefore need support to overcome this gap. A potential European Innovation Council (EIC), as proposed by Commissioner Moedas, should try to analyse the gaps and take action where needed.

A lot has been done already with the introduction of the Fast Track to Innovation and the SME Instrument which focuses on very high TRLs. However these had very low success rates (7%). One possibility, rather than investing even more, could be to decomplexify the EU funding landscape. There might be enough out there, but information on it is lacking.

This should not be the sole task of H2020 and other programmes should play a bigger role. H2020 cannot be overburdened to solve everything.

•  Widening participation

Despite the Sharing Excellence and Widening Participation instruments launched in the Horizon 2020 programme with its total budget of 816 million euro, there has been no significant increase in the share of low-performing European countries and regions in the framework programme.

Europe needs cohesion in terms of excellence and competitiveness and Horizon 2020, together with efforts by each Member State, are instruments to achieve that goal.

(1)

See Title XIX, Research and technological development and space, Articles 179 to 190 TFEU.

(2)

Article 182(5) TFEU.

(3)

GBAORD: Government budget appropriations or outlays for research and development.

(4)

Numbers have not significantly changed since 2009.

(5)

Arnold, Erik et alia: ‘Understanding the Long Term Impact of the Framework Programme’ Final report, December 2011.

(6)

The European Semester provides a framework for the coordination of economic policies between the countries of the European Union. It allows the EU Member States to discuss their economic and budget plans and to monitor progress at specific times throughout the year. Having assessed the EU governments’ plans (which detail the specific policies each country will implement to boost jobs and growth and prevent/correct imbalances, and their concrete plans to comply with the EU’s country-specific recommendations and general fiscal rules), the Commission presents each country with a set of country-specific recommendations, along with an overarching Communication.

(7)

‘Horizon 2020, the EU framework programme for research and innovation. European Implementation Assessment’. European Parliament Research Service.

(8)

http://ec.europa.eu/research/innovation-union/index_en.cfm?pg=key.

(9)

e.g. EPRS Briefings, H2020 Participant Portal, National Contact Point websites, etc.

(10)

Commitment and Coherence: Ex‐Post‐Evaluation of the 7th EU Framework Programme (2007-2013), November 2015: https://ec.europa.eu/research/evaluations/pdf/fp7_final_evaluation_expert_group_report.pdf#view=fit&pagemode=none

(11)

Horizon 2020 Monitoring Report 2015:

http://ec.europa.eu/research/evaluations/pdf/archive/h2020_monitoring_reports/second_h2020_annual_monitoring_report.pdf

(12)

Newcomers are defined as not having participated in FP7.

(13)

Seventh FP7 Monitoring Report 2013, see page 10: http://ec.europa.eu/research/evaluations/pdf/archive/fp7_monitoring_reports/7th_fp7_monitoring_report.pdf

(14)

Horizon 2020 Monitoring Report 2015: http://ec.europa.eu/research/evaluations/pdf/archive/h2020_monitoring_reports/second_h2020_annual_monitoring_report.pdf

(15)

Same source as for footnote 15.

(16)

Open Science, Open Innovation, Open to the World. Speech by Carlos Moedas, Commissioner for Research, Science and Innovation at the conference ‘A new start for Europe: Opening up to an ERA of Innovation’ in Brussels, 22 June 2015.


STELLUNGNAHME des Haushaltsausschusses (26.4.2017)

für den Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie

zu der Bewertung der Umsetzung des Programms Horizont 2020 im Hinblick auf seine Zwischenbewertung und den Vorschlag für das Neunte Rahmenprogramm

(2016/2147(INI))

Verfasser der Stellungnahme: Nils Torvalds

VORSCHLÄGE

Der Haushaltsausschuss ersucht den federführenden Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

A.  in der Erwägung, dass mit der Strategie Europa 2020 das Ziel verfolgt wird, dass 3 % des BIP der EU für Forschung und Entwicklung aufgewendet werden;

B.  in der Erwägung, dass wissenschaftliche Spitzenleistungen nach wie vor der Grundpfeiler des Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont 2020 sind;

C.  in der Erwägung, dass Schätzungen zufolge jeder Euro, der für Forschung und Innovation in der EU ausgegeben wird, durch Innovationen, neue Technologien und Produkte etwa 11 EUR an direkter und indirekter wirtschaftlicher Wirkung generiert(1);

D.  in der Erwägung, dass Investitionen der EU in Pionierforschung und Innovationen von außerordentlicher Bedeutung sind, da durch Tätigkeiten im Bereich Forschung und Innovation EU-weit erheblicher Mehrwert geschaffen, die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten EU gesteigert und der Weg für Wirtschaftswachstum und mehr Arbeitsplätze geebnet wird;

1.  hebt hervor, dass Horizont 2020 erfolgreich umgesetzt wird, was die steigende Zahl eingereichter Vorschläge von häufig ausgezeichneter Qualität belegt; betont, dass im Rahmen von Horizont 2020 sehr erfolgreich Verfahren vereinfacht und interne Prozesse optimiert wurden, die Vorlaufzeit bis zur Finanzhilfegewährung verkürzt wurde sowie bewährte Haushaltsverfahren zugunsten der Teilnehmer und der Agenturen verbessert wurden; fordert weitere Verbesserungen in dieser Richtung im Neunten Rahmenprogramm, damit für eine einfache, klare und allen Antragstellern zugängliche Struktur gesorgt wird; fordert, dass das sehr erfolgreiche auf Finanzhilfen und Finanzierungsinstrumenten beruhende Förderprogramm fortgesetzt wird, damit angesichts der immer schärferen weltweiten Konkurrenz die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Forschungseinrichtungen und -unternehmen aufrechterhalten wird;

2.  begrüßt, dass ein Schwerpunkt des Programms auf KMU liegt, dass diese sich verstärkt beteiligen und dass die für KMU vorgesehenen Programmmittel in überaus zufriedenstellendem Maße abgerufen werden; ist gleichwohl der Auffassung, dass das Ziel der Kommission, 8,65 Mrd. EUR für die Beteiligung von KMU bereitzustellen, nicht ausreicht; fordert, dass in quantitativer und qualitativer Hinsicht höhere Ziele gesetzt werden; fordert die Kommission auf, neue Vorgehensweisen für die Koordinierung der Maßnahmen von COSME, des neuen Europäischen Innovationsrats und von Horizont 2020 vorzuschlagen und auszuloten, damit die Hindernisse, die einer Teilnahme von KMU noch entgegenstehen, ausgeräumt werden, und den Bekanntheitsgrad des Programms bei KMU zu erhöhen;

3.  weist erneut darauf hin, dass es für die Schaffung wettbewerbsfähiger Produkte und Dienstleistungen, die auf Ideen und Forschung basieren, unverzichtbar ist, in die Verbesserung und Modernisierung der Wissenschaft, der Technologie und des unternehmerischen Umfelds zu investieren, Partnerschaften zwischen öffentlichen Einrichtungen und dem Privatsektor zu entwickeln und die akademische Gemeinschaft in die Entwicklungsprozesse einzubeziehen, damit die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit und der Forschungstätigkeit darauf ausgerichtet sind, die Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen;

4.  betont, dass EU-Finanzmittel kein Ersatz für einzelstaatliche Anstrengungen sein dürfen, und fordert die Mitgliedstaaten auf, den Trend zur Kürzung der Mittel für Forschung und Innovation umzukehren; geht davon aus, dass dies bewirkt hat, dass mehr Anträge eingereicht wurden, aber weniger Vorschlägen Erfolg beschieden war;

5.  stellt mit großer Besorgnis fest, dass die Erfolgsquote von Horizont 2020 im Vergleich zu dem im Rahmen des Vorgängerprogramms (Siebtes Forschungsrahmenprogramm) erzielten Niveau erheblich gefallen ist und dass nur etwa jeder vierte hochwertige Vorschlag eine Förderung erhalten hat; weist erneut darauf hin, dass in den ersten zwei Jahren von Horizont 2020(2) zusätzliche Mittel in Höhe von 41,6 Mrd. EUR erforderlich gewesen wären, um alle 25 000 hochwertigen Vorschläge zu fördern; bedauert, dass damit der EU Möglichkeiten entgehen, für das in der Strategie Europa 2020 vorgesehene wissensbasierte, tragfähige und integrative Wirtschaftswachstum zu sorgen;

6.  stellt fest, dass die ESI-Fonds und Horizont 2020 wirkungsvoller geplant werden sollten, damit sie einander möglichst gut ergänzen;

7.  weist auf die Haushaltszwänge hin, denen das Rahmenprogramm der EU für Forschung und Innovation unterliegt; bedauert die nachteiligen Auswirkungen, die die Zahlungskrise im EU-Haushalt auf die Umsetzung des Programms in den ersten Jahren des gegenwärtigen mehrjährigen Finanzrahmens hatte; stellt fest, dass es u. a. 2014 zu einer künstlichen Verzögerung bei Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen im Wert von 1 Mrd. EUR und zu einer erheblichen Verringerung der Höhe der Vorfinanzierung für die neuen Programme gekommen ist; weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass gemäß Artikel 15 der Verordnung über den mehrjährigen Finanzrahmen in den Jahren 2014 und 2015 Mittel für Horizont 2020 vorzeitig bereitgestellt wurden; betont, dass diese vorzeitig bereitgestellten Mittel in vollem Umfang für das Programm genutzt wurden, was belegt, dass es sehr leistungsfähig ist und durchaus mehr Mittel in Anspruch genommen werden können; betont, dass sich die finanzielle Gesamtausstattung der Programme durch die vorzeitige Bereitstellung von Mitteln nicht ändert, sodass in der zweiten Hälfte des mehrjährigen Finanzrahmens jeweils entsprechend weniger Mittel zur Verfügung stehen; fordert beide Teile der Haushaltsbehörde und die Kommission auf, in den kommenden Jahren in angemessenem Umfang Mittel für Zahlungen bereitzustellen und alles daran zu setzen, dass in den letzten Jahren des gegenwärtigen mehrjährigen Finanzrahmens eine erneute Zahlungskrise verhindert wird;

8.  fordert die Kommission nachdrücklich auf, dafür zu sorgen, dass der vorgesehene Anteil des Betrags, der von der EU im Rahmen des Programms Horizont 2020 für Klimaschutz und Nachhaltigkeit bereitgestellt wird, tatsächlich erreicht wird;

9.  bedauert, dass für Horizont 2020 vorgesehene Mittel um 2,2 Mrd. EUR gekürzt wurden, um Mittel für den Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) bereitzustellen; betont, dass sich das Parlament verpflichtet hat, die negativen Auswirkungen solcher Kürzungen im jährlichen Haushaltsverfahren zu lindern; weist auf den Standpunkt des Parlaments hin, wonach neue Programme mit neuen Haushaltsmitteln finanziert werden sollten; fordert, dass im nächsten mehrjährigen Finanzrahmen darauf geachtet wird, dass die Mittel des Neunten Forschungsrahmenprogramms um die Mittel erhöht werden, die auf den EFSI umgewidmet wurden, damit dieses Problem zum Teil behoben wird;

10.  stellt fest, dass im Programm Horizont 2020 und im nächsten Rahmenprogramm dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU ebenso Rechnung zu tragen ist wie der Tatsache, dass das Vereinigte Königreich den Status eines Drittlandes erhält und seine weitere Teilnahme an Bedingungen geknüpft sein wird; bringt seinen Wunsch zum Ausdruck, dass rasch Lösungen gefunden werden, da das Vereinigte Königreich eine führende Stellung bei Forschung und Innovation einnimmt und ihm eine wichtige Aufgabe bei der wissenschaftlichen Zusammenarbeit in der EU zukommt;

11.  weist darauf hin, dass in Europa enormes Potenzial im Bereich Forschung und Innovation ungenutzt bleibt und dass Wissenschaftstalente gehalten werden müssen; hebt hervor, dass die Finanzierung der Grundlagenforschung in den Bereichen Wissenschaftsexzellenz und führende Rolle der Industrie aufgestockt werden muss; bedauert, dass bestehende Programme wie das Programm für künftige und sich abzeichnende Technologien, Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen und Innovation in KMU stark überzeichnet sind; fordert, an Hochschulen Gründerzentren für die Förderung von Jungunternehmen und selbständiger Beschäftigung einzurichten; fordert die EU auf, sich auch künftig für äußerst ambitionierte Finanzierungsprogramme einzusetzen; fordert die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, die Finanzmittel für alle stark überzeichneten Programme aufzustocken;

12.  begrüßt die Einrichtung des Europäischen Innovationsrats (EIC) und fordert die Kommission auf, eine Analyse dazu vorzulegen, wie der Europäische Innovationsrat die bestehenden Forschungsprogramme ergänzen soll, ohne dass diese eine Einschränkung erfahren;

13.  hebt hervor, dass der Haushalt der EU dem hochgesteckten Ziel von Horizont 2020 Rechnung tragen sollte, das darin besteht, die EU zu einer weltweit führenden Wirtschaft zu machen und eine wissens- und innovationsgestützte Gesellschaft aufzubauen.

ANGABEN ZUR ANNAHME IM MITBERATENDEN AUSSCHUSS

Datum der Annahme

24.4.2017

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

27

2

0

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Lefteris Christoforou, Gérard Deprez, José Manuel Fernandes, Eider Gardiazabal Rubial, Ingeborg Gräßle, Bernd Kölmel, Zbigniew Kuźmiuk, Clare Moody, Siegfried Mureşan, Jan Olbrycht, Paul Rübig, Petri Sarvamaa, Jordi Solé, Patricija Šulin, Monika Vana, Daniele Viotti, Tiemo Wölken

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Nicola Caputo, Ivana Maletić, Pier Antonio Panzeri, Nils Torvalds, Marco Valli, Derek Vaughan, Rainer Wieland, Tomáš Zdechovský

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellv. (Art. 200 Abs. 2)

Karin Kadenbach, Ramón Luis Valcárcel Siso

NAMENTLICHE SCHLUSSABSTIMMUNG IM MITBERATENDEN AUSSCHUSS

27

+

ALDE

Gérard Deprez, Nils Torvalds

ECR

Zbigniew Kuźmiuk, Bernd Kölmel

EFDD

Marco Valli

PPE

Lefteris Christoforou, José Manuel Fernandes, Ingeborg Gräßle, Ivana Maletić, Siegfried Mureşan, Jan Olbrycht, Paul Rübig, Petri Sarvamaa, Ramón Luis Valcárcel Siso, Rainer Wieland, Tomáš Zdechovský, Patricija Šulin

S&D

Nicola Caputo, Eider Gardiazabal Rubial, Karin Kadenbach, Clare Moody, Pier Antonio Panzeri, Derek Vaughan, Daniele Viotti, Tiemo Wölken

VERTS/ALE

Jordi Solé, Monika Vana

2

-

ENF

Marco Zanni, Stanisław Żółtek

0

0

 

 

Erklärung der benutzten Zeichen:

+  :  dafür

-  :  dagegen

0  :  Enthaltung

(1)

Europäische Kommission, 2015, Commitment and Coherence – Ex‐Post Evaluation of the 7th EU Framework Programme (Engagement und Kohärenz, Ex-post-Bewertung des Siebten Rahmenprogramms der EU), S. 5.

(2)

Europäische Kommission, 2016, Horizont 2020 – Überwachungsbericht 2015 (Horizon 2020 Monitoring Report 2015), S. 11.


STELLUNGNAHME des Ausschusses für regionale Entwicklung (30.3.2017)

für den Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie

zu der Bewertung der Umsetzung des Programms Horizont 2020 im Hinblick auf seine Zwischenbewertung und den Vorschlag für das Neunte Rahmenprogramm

(2016/2147(INI))

Verfasser der Stellungnahme: Matthijs van Miltenburg

VORSCHLÄGE

Der Ausschuss für regionale Entwicklung ersucht den federführenden Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

1.  ist der Auffassung, dass Exzellenz in der Forschung und Wettbewerbsfähigkeit nach wie vor die Grundlagen des Rahmenprogramms der EU für Forschung und Innovation sein sollten, während der Schwerpunkt bei den ESI-Mitteln auf regionales Wachstum und Kohäsion liegen sollte; spricht sich daher gegen mögliche Kriterien oder Quoten im neuen Rahmenprogramm aus, die auf Verteilung nach geografischen Gesichtspunkten oder Kohäsion ausgerichtet sind; fordert die Kommission auf, das Unterstützungsinstrument „Verbreitung von Exzellenz und Ausweitung der Beteiligung“ des Programms Horizont 2020 zu bewerten und dieses Instrument, falls es sich als erfolgreich erweisen sollte, auch im Neunten Rahmenprogramm beizubehalten, um eine ausgewogene Entwicklung von Forschungstätigkeiten in der gesamten EU zu gewährleisten;

2.  weist darauf hin, dass es bei den Zielsetzungen und Schwerpunkten des Rahmenprogramms und der ESI-Fonds sowohl Unterschiede als auch Ähnlichkeiten gibt; stellt fest, dass die Aufnahme des thematischen Ziels Nr. 1 zur Stärkung von Forschung, technologischer Entwicklung und Innovation in die Dachverordnung die Verwendung der Forschungsergebnisse in erheblichem Maße erhöht hat; ist der Auffassung, dass auf der Ebene der Programme sowie auf der Ebene der Projekte weiterhin eine möglichst umfassende Synergie angestrebt werden muss; fordert die Kommission auf, die territorialen Muster bei den Ausgaben im Rahmen von Horizont 2020 und ESI-Fonds näher zu analysieren, damit die speziellen Bereiche ermittelt werden können, in denen die Synergien bei der Zuweisung der Finanzhilfen verbessert werden sollten sowie eine Datenbank über bewährte Verfahren für Projekte einzurichten und Möglichkeiten für künftige Synergien anzugeben;

3.  weist erneut auf ein Pilotprojekt des EU-Haushalts – die Stufenleiter der Spitzenforschung – hin, durch das Regionen in 13 Mitgliedstaaten bei der Entwicklung und Nutzung von Synergien zwischen ESI-Fonds, Horizont 2020 und anderen Finanzierungsprogrammen der EU weiter unterstützt werden;

4.  ist der Auffassung, dass eine Forschungs- und Innovationsstrategie für intelligente Spezialisierung (RIS3) geeignet ist, um regionale Innovationsökosysteme aufzubauen, zu reformieren und zu stärken; weist darauf hin, dass die interregionale Zusammenarbeit auf der Grundlage der im Rahmen der Forschungs- und Innovationsstrategien für intelligente Spezialisierung festgelegten Prioritäten ausgebaut werden sollte, da auf diese Weise in der gesamten EU Wertschöpfungsketten geschaffen werden können; fordert die Kommission auf, die weitere Entwicklung der Wissens- und Innovationsgemeinschaften des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts (KIC des EIT) mit den RIS3 zu stärken; fordert die Kommission, die Mitgliedstaaten und die Regionen auf, ihre Bemühungen zu intensivieren, um die Qualität der Strategien für intelligente Spezialisierung sowie eine effiziente Umsetzung ihrer Strategien zu verbessern;

5.  vertritt die Auffassung, dass ESI-Fonds genutzt werden können, um Forschungs- und Innovationsinfrastrukturen und -kapazitäten aufzubauen und zu verbessern und die Mitgliedstaaten damit in die Lage versetzt werden können, Exzellenz in Forschung und Innovation zu erreichen; weist darauf hin, dass die ESI-Fonds für den Innovationstransfer, zur Förderung öffentlicher und privatwirtschaftlicher Investitionen in F&I und bei der Entwicklung von Verknüpfungen und Synergien zwischen Unternehmen, Forschungs- und Entwicklungszentren und dem Bereich der Hochschulbildung genutzt werden können; spricht den Wunsch aus, dass die ESI-Mittel genutzt werden können, um die Zentren für Kompetenz und Innovation, insbesondere diejenigen, die im europäischen Interesse sind, zu fördern;

6.  ist der Auffassung, dass wirksame Investitionen in F&I nur dann stattfinden können, wenn die Rahmenbedingungen der Mitgliedstaaten geregelt sind; weist erneut darauf hin, dass die einschlägigen Ex-ante-Konditionalitäten in der Kohäsionspolitik, zum Beispiel in Bezug auf intelligente Spezialisierung, erfüllt werden müssen, damit gewährleistet ist, dass die ESI-Mittel erhebliche Auswirkungen auf die Innovation haben; setzt sich daher für eine starke und ausgewogene Verknüpfung zwischen länderspezifischen Empfehlungen in Bereich der Strukturreformen in Bezug auf F&I und Investitionen in diesen Bereich ein;

7.  fordert die Mitgliedstaaten auf, die Bedingungen für Innovation, Forschung und Entwicklung zu verbessern, insbesondere mit dem Ziel, die kombinierten öffentlichen und privaten Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) bis zum Jahr 2020 auf 3 % des BIP zu erhöhen und den R&I-Tätigkeiten in weniger entwickelten Regionen Auftrieb zu verleihen; stellt fest, dass ein klarer Zusammenhang besteht zwischen nationalen Investitionen in F&E und der Anzahl der erfolgreichen Projektanträge im Kontext der Rahmenprogramme;

8.  ist der Auffassung, dass stärkere Anreize geboten werden müssen, um ESI-Mittel für Investitionen in F&I einzusetzen, wenn sich dies aus den länderspezifischen Empfehlungen ergibt oder wenn Mängel aufgedeckt werden; gelangt zu dem Schluss, dass sich die ESI-Mittel für Investitionen in F&I im Zeitraum 2014-2020 auf 65 Mrd. EUR belaufen; schlägt daher vor, dass die im ESI-Fonds festgelegte leistungsgebundene Reserve in den Mitgliedstaaten dafür eingesetzt wird, einen substanziellen Teil der Einnahmen aus den Strukturfonds in F&I zu investieren;

9.  begrüßt den Grundsatz und die Möglichkeiten des „Exzellenzsiegels“ als Qualitätslabel für Synergien zwischen ESI-Fonds und Horizont 2020, stellt jedoch fest, dass dies in der Praxis wegen des Mangels an Finanzierungsmitteln in den Mitgliedstaaten nur unzureichend angewandt wird; vertritt die Auffassung, dass Projekte, für die im Rahmen von Horizont 2020 ein Antrag auf Finanzhilfe gestellt wurde, die die strengen Auswahl- und Vergabekriterien erfolgreich erfüllt haben, die jedoch aufgrund finanzieller Einschränkungen nicht finanziert werden könnten, aus ESI-Mitteln finanziert werden sollten, wenn diese Mittel für diesen Zweck verfügbar sind; weist darauf hin, dass ein vergleichbarer Mechanismus auch für gemeinsame Forschungsprojekte festgelegt werden sollte;

10.  bedauert, dass die Mittel des Programms Horizont 2020 um 2,2 Mrd. EUR zurückgefahren wurden, um den EFSI zu finanzieren; vertritt die Auffassung, dass die EU international wettbewerbsfähig bleiben muss und ihr F&I-Potenzial nicht verlieren darf; unterstreicht, dass beim mehrjährigen Finanzrahmen nach 2020 im Neunten Forschungsrahmenprogramm und im Rahmen der ESI-Fonds angemessene Mittel veranschlagt werden müssen, damit die Forschung adäquat unterstützt werden kann; schlägt daher vor, die Mittel für das Neunte Rahmenprogramm auf insgesamt 100 Mrd. EUR aufzustocken und dabei mehr Mittel für das KMU-Instrument bereitzustellen, wobei dieser Betrag für die gesamte Laufzeit des Programms sichergestellt sein sollte;

11.  fordert die Kommission auf, bei der Ausarbeitung des Neunten Rahmenprogramms und der künftigen Verordnungen über die ESI-Fonds für bessere und einfachere Rahmenbedingungen zu sorgen, damit zwischen den sektorspezifischen F&I-Maßnahmen, den Strukturfonds und den F&I-Fonds die Komplementarität verbessert werden kann und Synergieeffekte gefördert werden können. weist darauf hin, dass der Schwerpunkt des Neunten Rahmenprogramms nach wie vor auf Projekte der unteren und mittleren Technologie-Reifegrade (Technology Readiness Levels, TRL) gelegt werden sollte, wohingegen Projekte der höheren Technologiereifegrade weiterhin dem Bereich der ESI-Fonds zugeordnet werden sollten;

12.  weist darauf hin, dass Vorschriften über staatliche Beihilfen für die ESI-Fonds gelten, nicht aber für Horizont 2020, obwohl mithilfe beider Instrumente vergleichbare Projekte mit vergleichbaren Zielen finanziert werden können; betont, dass dies unnötige Probleme im Zusammenhang mit der Synergie zwischen diesen Fonds verursacht; weist mit Nachdruck darauf hin, dass ein Ansatz der Gleichbehandlung in Bezug auf Verfahren, z.B. bei den Vorschriften über staatliche Beihilfen und die die Förderfähigkeit der Ausgaben für die ESI-Fonds und das Rahmenprogramm, oberstes Prinzip werden sollte; fordert die Kommission mit Nachdruck auf, eine Überarbeitung der einschlägigen Vorschriften über staatliche Beihilfen vorzulegen, insbesondere in Bezug auf Projekte im Rahmen des „Exzellenzsiegels“, und festzulegen, welche Projekte nicht länger in den Anwendungsbereich der staatlichen Beihilfen fallen.

ANGABEN ZUR ANNAHME IM MITBERATENDEN AUSSCHUSS

Datum der Annahme

21.3.2017

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

30

1

2

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Pascal Arimont, Franc Bogovič, Andrea Cozzolino, Rosa D’Amato, Krzysztof Hetman, Marc Joulaud, Constanze Krehl, Andrew Lewer, Louis-Joseph Manscour, Martina Michels, Iskra Mihaylova, Jens Nilsson, Andrey Novakov, Mirosław Piotrowski, Stanislav Polčák, Liliana Rodrigues, Fernando Ruas, Monika Smolková, Ruža Tomašić, Ramón Luis Valcárcel Siso, Matthijs van Miltenburg, Lambert van Nistelrooij, Derek Vaughan

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Andor Deli, Josu Juaristi Abaunz, Ivana Maletić, Demetris Papadakis, Tomasz Piotr Poręba, Julia Reid, Davor Škrlec, Damiano Zoffoli, Milan Zver

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellv. (Art. 200 Abs. 2)

Luigi Morgano

NAMENTLICHE SCHLUSSABSTIMMUNG IM MITBERATENDEN AUSSCHUSS

30

+

ALDE

Iskra Mihaylova, Matthijs van Miltenburg

ECR

Andrew Lewer, Mirosław Piotrowski, Tomasz Piotr Poręba, Ruža Tomašić

EFDD

Rosa D'Amato

PPE

Pascal Arimont, Franc Bogovič, Andor Deli, Krzysztof Hetman, Marc Joulaud, Ivana Maletić, Andrey Novakov, Stanislav Polčák, Fernando Ruas, Ramón Luis Valcárcel Siso, Milan Zver, Lambert van Nistelrooij

S&D

Andrea Cozzolino, Constanze Krehl, Louis-Joseph Manscour, Luigi Morgano, Jens Nilsson, Demetris Papadakis, Liliana Rodrigues, Monika Smolková, Derek Vaughan, Damiano Zoffoli

 

Davor Škrlec

1

-

EFDD Group

Julia Reid

2

0

GUE/NGL Group

Josu Juaristi Abaunz, Martina Michels

Erläuterungen:

+  :  dafür

-  :  dagegen

0  :  Enthaltung


STELLUNGNAHME des Ausschusses für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter (3.5.2017)

für den Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie

zu der Bewertung der Umsetzung des Programms Horizont 2020 im Hinblick auf seine Zwischenbewertung und den Vorschlag für das Neunte Rahmenprogramm

(2016/2147(INI))

Verfasserin der Stellungnahme: Vilija Blinkevičiūtė

VORSCHLÄGE

Der Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter ersucht den federführenden Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie, folgende Vorschläge in seinen Entschließungsantrag zu übernehmen:

–   gestützt auf Artikel 2 und Artikel 3 Absatz 3 Unterabsatz 2 des Vertrags über die Europäische Union (EUV) sowie Artikel 8 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV),

–  unter Hinweis auf Artikel 14 Absatz 1 und Artikel 16 der Verordnung (EU) Nr. 1291/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2013 über das Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 (2014–2020) und zur Aufhebung des Beschlusses Nr. 1982/2006/EG(1),

A.  in der Erwägung, dass das Programm Horizont 2020 im Einklang mit Artikel 16 der entsprechenden Verordnung die Gleichstellung der Geschlechter und die Geschlechterdimension in Forschung und Innovation als bereichsübergreifenden Aspekt in jeden der verschiedenen Teile des Arbeitsprogramms einbindet;

B.  in der Erwägung, dass Horizont 2020 drei Mainstreaming-Ziele umfasst, und zwar die Förderung der Chancengleichheit und des Geschlechtergleichgewichts in Projektteams, die Sicherstellung des Geschlechtergleichgewichts im Beschlussfassungsprozess und die Berücksichtigung der Geschlechterdimension bei den Forschungs- und Innovationsinhalten, die qualitativ sein sollte;

C.  in der Erwägung, dass sich die EU dazu verpflichtet hat, für die Gleichstellung der Geschlechter einzutreten und den Gleichstellungsaspekt in ihrem gesamten Handeln zu berücksichtigen; in der Erwägung, dass Forschung und Innovation bedeutende Faktoren für das wirtschaftliche Wachstum Europas sind und dass ein höherer Frauenanteil in der Forschung dazu beiträgt, Innovationen zu verbreiten; in der Erwägung, dass die umfassende Nutzung des Potenzials an Fähigkeiten, Wissen und Qualifikationen von Frauen dazu beitragen wird, das Wachstum anzukurbeln, neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu steigern;

D.  in der Erwägung, dass der Anteil von Frauen in den Beratungsgremien im Zeitraum 2014–2015 bei 51,9 % lag(2); in der Erwägung, dass dies der einzige Indikator für die Beteiligung von Frauen ist, bei dem das festgelegte Ziel – in diesem Fall das Ziel von 50 % – erreicht wurde; in der Erwägung, dass der Anteil von weiblichen Sachverständigen in den entsprechenden Datenbanken bei 31,1 % und der Anteil von Frauen in den Bewertungsgremien bei 36,7 % lag(3); in der Erwägung, dass mit diesen Anteilen die Ziele von jeweils 40 % nicht erreicht wurden;

E.  in der Erwägung, dass die Geschlechterdimension in den Forschungs- und Innovationsinhalten bei 36,2 % der geförderten Projekte nachweislich berücksichtigt wurde(4); in der Erwägung, dass der Anteil von Frauen, die im Zeitraum 2014–2015 an Horizont-2020-Projekten beteiligt waren, bei 38,5 % des Personals insgesamt lag, einschließlich der Bediensteten, die nicht in der Forschung tätig sind(5);

F.  in der Erwägung, dass Horizont 2020 ebenso wie alle anderen Programme der EU darauf abzielt, den Verpflichtungen im Rahmen der Strategie Europa 2020 sowie weiteren internationalen Verpflichtungen, etwa den auf der COP 21 eingegangenen Verpflichtungen oder jenen im Rahmen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, einschließlich des Ziels Nr. 5 für eine nachhaltige Entwicklung, das die Gleichstellung der Geschlechter zum Gegenstand hat, nachzukommen; in der Erwägung, dass diese Ziele nicht ohne neue Innovationen, Forschung und Entwicklung erreicht werden können; in der Erwägung, dass jedoch hervorzuheben ist, dass das Programm eine Ergänzung zu den Investitionen der Mitgliedstaaten in Forschung und Innovation darstellt;

1.  stellt fest, dass es in den letzten Jahren in Bezug auf die Gleichstellung von Frauen und Männern in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Innovation Veränderungen zum Besseren gab, weist jedoch auch auf die vertikale und horizontale Segregation, die Frauen im Hochschulbereich betrifft, und auf das Bestehen kultureller und institutioneller Hürden hin;

2.  begrüßt die Tatsache, dass mit Horizont 2020 Forschungseinrichtungen bei der Umsetzung von Plänen zur Gleichstellung der Geschlechter unterstützt werden; begrüßt ferner das gemeinsame Projekt der Kommission und des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen zur Einrichtung eines Online-Instruments für Pläne für die Geschlechtergleichstellung als ein Mittel, um bewährte Verfahren mit maßgeblichen Interessenträgern zu ermitteln und auszutauschen;

3.  betont, dass es wichtig ist, möglichst enge Beziehungen zu Wissenschaftlern im Vereinigten Königreich aufrechtzuerhalten, damit es in der Gesundheitsforschung nicht zu einer Unterbrechung der Wissenskette oder einem Verlust an Wissen kommt;

4.  begrüßt, dass ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis im Personalbestand ein Parameter der Bewertungskriterien für Horizont 2020 ist, da der Anteil von Frauen am Personal bei nur 35,8 % liegt; fordert die Kommission auf, im nächsten Rahmenprogramm das Erfordernis eines Anteils von Frauen von mindestens 40 % einzuführen; begrüßt zudem, dass die Antragsteller Schulungen und spezielle Studien zu geschlechtsspezifischen Belangen als erstattungsfähige Kosten in ihre Vorschläge aufnehmen können;

5.  begrüßt die spezifischen Indikatoren zur Überwachung der Umsetzung des Aspekts der Gleichstellung der Geschlechter in Horizont 2020, bedauert jedoch die Tatsache, dass im selben Zeitraum bei nur 36,2 % der Finanzhilfevereinbarungen die Geschlechterdimension in den Forschungs- und Innovationsinhalten berücksichtigt wurde(6); fordert die Kommission daher auf, die Durchführung einer geschlechterdifferenzierten Folgenabschätzung bei allen Zuschüssen im Rahmen des Neunten Rahmenprogramms als Ex-ante-Konditionalität anzuwenden;

6.  stellt fest, dass es derzeit keine Indikatoren gibt, um den Prozentsatz von Projekten zu messen, die sich speziell mit Fragen der Geschlechtergleichstellung und eng damit verbundenen Fragen, wie etwa Gesundheit (insbesondere der Gesundheit von Müttern und Neugeborenen), armutsbedingten und vernachlässigten Krankheiten, von denen Frauen und Kinder unverhältnismäßig stark betroffen sind, der Ernährung, der Wasserversorgung und der Abwasserentsorgung sowie dem Zugang zu Ressourcen, befassen; stellt in diesem Zusammenhang fest, dass es keine Indikatoren gibt, um den Prozentsatz von Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für solche Projekte zu messen; fordert die Kommission auf, Indikatoren zu all diesen Fragen in die künftigen jährlichen Horizont-2020-Überwachungsberichte sowie in das Neunte Rahmenprogramm aufzunehmen;

7.  begrüßt, dass in den Beratungsgremien von Horizont 2020 ein Geschlechtergleichgewicht erzielt wurde und die Beteiligung von Frauen in den Jahren 2014 und 2015 bei 52 % lag; bedauert jedoch, dass mit dem Anteil von weiblichen Sachverständigen in den entsprechenden Datenbanken und dem Anteil von Frauen in den Bewertungsgremien das Ziel eines Anteils von Frauen von 40 % nicht erreicht wurde; fordert die Kommission auf, neue Maßnahmen vorzuschlagen, um hier Abhilfe zu schaffen;

8.  begrüßt, dass eines der Ziele von „Wissenschaft mit der Gesellschaft und für die Gesellschaft“ darin besteht, die Gleichstellung der Geschlechter sowohl im Forschungsprozess als auch in den Forschungsinhalten sicherzustellen; begrüßt außerdem die Zuschussprogramme „Support to research organisations to implement gender equality plans“ (Unterstützung von Forschungsorganisationen bei der Umsetzung von Gleichstellungsplänen) und „Promoting Gender equality in H2020 and the European Research Area“ (Förderung der Gleichstellung der Geschlechter im Rahmen von Horizont 2020 und im Europäischen Forschungsraum); bedauert jedoch, dass den konkreten Zielen von Horizont 2020 keine gesonderten Haushaltslinien gewidmet sind;

9.  ist der Auffassung, dass eine weitere Überprüfung erforderlich ist, um die Ergebnisse von Horizont 2020 auf der Grundlage von zuverlässigen und vergleichbaren Indikatoren wie dem Prozentsatz von Teilnehmerinnen und Projektkoordinatorinnen im Rahmen des Programms zu bewerten und um gegebenenfalls Anpassungen der spezifischen Maßnahmen vorzuschlagen, damit bessere Ergebnisse erzielt werden;

10.  fordert die Kommission auf, die Mittel für Horizont 2020 aufzustocken, um die Anzahl von teilnehmenden Universitäten und Forschungseinrichtungen zu erhöhen, und fordert die Mitgliedstaaten auf, Forscherinnen und Wissenschaftlerinnen den Zugang zu speziellen Stipendien zu erleichtern, um die Gleichstellung in der wissenschaftlichen Laufbahn sowie die Wettbewerbsfähigkeit in der EU zu fördern;

11.  ruft die Mitgliedstaaten auf, Gender-Mainstreaming im Rahmen von Horizont 2020 sowie im Rahmen des zukünftigen Neunten Rahmenprogramms weiter zu stärken sowie den Dialog zwischen Forschungseinrichtungen, Unternehmen und den entsprechenden Sozialpartnern zu unterstützen und zu verstärken; fordert, dass Ziele für die Gleichstellung der Geschlechter in Strategien, Programmen und Projekten in allen Phasen des Forschungszyklus ausgearbeitet werden;

12.  fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, ihre Bemühungen zu verstärken, um noch bestehende strukturelle Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern in der Forschung, insbesondere in Bezug auf die Arbeitsbedingungen – etwa das Lohngefälle und diskriminierende vertragliche Vereinbarungen – sowie in Bezug auf den Frauenanteil in den Vorständen von Forschungseinrichtungen und Universitäten zu überwinden(7);

13.  betont, dass mittels des KMU-Instruments unternehmerische Tätigkeiten von Frauen gefördert werden müssen, sodass mit Blick auf intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum Frauen ermutigt werden, die Möglichkeit des Unternehmertums als Laufbahn ernsthaft in Betracht zu ziehen, indem der Zugang zu Krediten erleichtert wird und bürokratische und andere Hürden, denen sich Frauen bei einer Unternehmensgründung gegenübersehen, abgebaut werden; hebt zudem hervor, wie wichtig Programme zur Förderung von Unternehmerinnen und Frauen in der Wissenschaft sind, und fordert die EU nachdrücklich auf, diese Programme konkreter zu unterstützen, unter anderem durch positive Maßnahmen wie Vernetzungs- und Mentorenprogramme sowie die Schaffung angemessener Bedingungen und die Gewähr dafür, dass Frauen in jedem Alter die gleichen Möglichkeiten wie Männer in Bezug auf Ausbildung, berufliches Weiterkommen, Neuqualifizierung und Umschulung haben;

14.  fordert die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, mit Blick auf eine Steigerung der Attraktivität der MINT-Bereiche für Mädchen sowie auf die verstärkte Teilnahme von Frauen an Forschungsprojekten mehr Sensibilisierungs- und Informationskampagnen im Rahmen von Horizont 2020 durchzuführen; fordert die Kommission auf, die Zielgerichtetheit von Informationskampagnen zu prüfen und zu bewerten, inwieweit es damit gelingt, die Teilnahme von Frauen an Forschungsprojekten zu erhöhen;

15.  hält die Mitgliedstaaten dazu an, Maßnahmen zur Förderung des Führungspotenzials von Frauen und deren Beteiligung an der Beschlussfassung zu ergreifen und dabei auf spezifische Werkzeuge wie Mentoring, Vernetzung und Vorbilder für das berufliche Weiterkommen von Frauen zurückzugreifen;

16.  fordert die Kommission auf, in ihrem Bericht über die Zwischenbewertung von Horizont 2020 einen qualitativen Ansatz zu verfolgen und den Bericht über die Zwischenbewertung heranzuziehen, um die Teilhabe und Inklusion der Geschlechter konkret zu messen und im Rahmen der Ex-post-Bewertung von Horizont 2020 auf die entsprechenden Ergebnisse zurückzugreifen;

17.  fordert die Beibehaltung einer unabhängigen Finanzierungslinie für Projekte im Zusammenhang mit einem geschlechtsspezifischen Strukturwandel (wie GERI für 2014–2016) sowie mit anderen Themen zur Gleichstellung der Geschlechter in Forschung und Innovation;

18.  fordert, dass in den Vorschlag für das Neunte Rahmenprogramm eine solide Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter sowie messbare Zielvorgaben aufgenommen werden und dass in die für das neue Rahmenprogramm vorzuschlagende Grundverordnung weiterentwickelte und greifbarere Anforderungen in Bezug auf die Einbeziehung der Geschlechter aufgenommen werden; hält es für wichtig, die Gleichstellung der Geschlechter als ein bereichsübergreifendes Ziel sowie als einen konkreten Bereich, der für Finanzierungen infrage kommt, in jeder einzelnen Phase des Arbeitsprogramms weiterhin zu fördern.

ANGABEN ZUR ANNAHME IM MITBERATENDEN AUSSCHUSS

Datum der Annahme

25.4.2017

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

22

0

6

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Maria Arena, Beatriz Becerra Basterrechea, Viorica Dăncilă, Arne Gericke, Anna Hedh, Mary Honeyball, Teresa Jiménez-Becerril Barrio, Elisabeth Köstinger, Agnieszka Kozłowska-Rajewicz, Kostadinka Kuneva, Angelika Mlinar, Maria Noichl, Marijana Petir, Terry Reintke, Liliana Rodrigues, Michaela Šojdrová, Ernest Urtasun, Elissavet Vozemberg-Vrionidi, Jadwiga Wiśniewska, Anna Záborská, Jana Žitňanská

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Stefan Eck, Rosa Estaràs Ferragut, Mariya Gabriel, Ildikó Gáll-Pelcz, Kostadinka Kuneva, Marc Tarabella, Monika Vana

(1)

ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 104.

(2)

Horizont 2020 – Überwachungsbericht 2015: http://ec.europa.eu/research/evaluations/pdf/archive/h2020_monitoring_reports/second_h2020_annual_monitoring_report.pdf

(3)

Ebd.

(4)

„Horizon 2020 – EU framework programme for research and innovation”, Studie des Wissenschaftlichen Dienstes des Europäischen Parlaments, Februar 2017.

(5)

Ebd.

(6)

Horizont 2020 – Überwachungsbericht 2015, S. 53-217: http://ec.europa.eu/research/evaluations/pdf/archive/h2020_monitoring_reports/second_h2020_annual_monitoring_report.pdf

(7)

„She Figures 2015“: https://ec.europa.eu/research/swafs/pdf/pub_gender_equality/she_figures_2015-final.pdf#view=fit&pagemode=none


ANGABEN ZUR ANNAHME IM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS

Datum der Annahme

30.5.2017

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

50

2

5

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Bendt Bendtsen, Xabier Benito Ziluaga, José Blanco López, Reinhard Bütikofer, Jerzy Buzek, Angelo Ciocca, Edward Czesak, Jakop Dalunde, Pilar del Castillo Vera, Christian Ehler, Ashley Fox, Adam Gierek, Theresa Griffin, Hans-Olaf Henkel, Kaja Kallas, Barbara Kappel, Krišjānis Kariņš, Seán Kelly, Jaromír Kohlíček, Peter Kouroumbashev, Zdzisław Krasnodębski, Miapetra Kumpula-Natri, Janusz Lewandowski, Paloma López Bermejo, Edouard Martin, Angelika Mlinar, Nadine Morano, Dan Nica, Angelika Niebler, Morten Helveg Petersen, Miroslav Poche, Michel Reimon, Herbert Reul, Paul Rübig, Massimiliano Salini, Algirdas Saudargas, Jean-Luc Schaffhauser, Neoklis Sylikiotis, Evžen Tošenovský, Claude Turmes, Vladimir Urutchev, Kathleen Van Brempt, Henna Virkkunen, Lieve Wierinck, Anna Záborská, Flavio Zanonato, Carlos Zorrinho

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Soledad Cabezón Ruiz, Jude Kirton-Darling, Constanze Krehl, Barbara Kudrycka, Olle Ludvigsson, Florent Marcellesi, Marian-Jean Marinescu, Marisa Matias, Markus Pieper, Sofia Sakorafa, Anne Sander, Pavel Telička, Anneleen Van Bossuyt

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellv. (Art. 200 Abs. 2)

Fabio Massimo Castaldo, Nicola Danti, Gabriele Preuß


NAMENTLICHE SCHLUSSABSTIMMUNG IM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS

50

+

ALDE

Kaja Kallas, Angelika Mlinar, Morten Helveg Petersen, Pavel Telicka, Lieve Wierinck

ECR

Edward Czesak, Ashley Fox, Hans-Olaf Henkel, Evžen Tošenovský, Anneleen Van Bossuyt

GUE

Xabier Benito Ziluaga, Jaromír Kohlícek, Marisa Matias, Sofia Sakorafa

PPE

Bendt Bendtsen, Jerzy Buzek, Christian Ehler, Krišjānis Kariņš, Seán Kelly, Barbara Kudrycka, Janusz Lewandowski, Marian-Jean Marinescu, Nadine Morano, Angelika Niebler, Markus Pieper, Herbert Reul, Paul Rübig, Massimiliano Salini, Anne Sander, Algirdas Saudargas, Vladimir Urutchev, Henna Virkkunen, Anna Záborská, Pilar del Castillo Vera

S&D

José Blanco López, Soledad Cabezón Ruiz, Nicola Danti, Adam Gierek, Theresa Griffin, Jude Kirton-Darling, Peter Kouroumbashev, Constanze Krehl, Miapetra Kumpula-Natri, Olle Ludvigsson, Edouard Martin, Dan Nica, Miroslav Poche, Gabriele Preuβ, Flavio Zanonato, Carlos Zorrinho

2

-

ENF

Angelo Ciocca, Jean-Luc Schaffhauser

5

0

Verts/ALE

Reinhard Bütikofer, Jakop Dalunde, Florent Marcellesi, Michel Reimon, Claude Turmes

Erläuterungen:

+  :  dafür

-  :  dagegen

0  :  Enthaltung

Rechtlicher Hinweis