Verfahren : 2015/0287(COD)
Werdegang im Plenum
Entwicklungsstadium in Bezug auf das Dokument : A8-0375/2017

Eingereichte Texte :

A8-0375/2017

Aussprachen :

PV 26/03/2019 - 4
CRE 26/03/2019 - 4

Abstimmungen :

PV 26/03/2019 - 7.12

Angenommene Texte :

P8_TA(2019)0232

BERICHT     ***I
PDF 1230kWORD 200k
27.11.2017
PE 592.444v02-00 A8-0375/2017

über den Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über bestimmte vertragsrechtliche Aspekte der Bereitstellung digitaler Inhalte

(COM(2015)0634 – C8-0394/2015 – 2015/0287(COD))

Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz

Rechtsausschuss

Berichterstatter: Evelyne Gebhardt, Axel Voss

(Gemeinsame Ausschusssitzungen – Artikel 55 der Geschäftsordnung)

ERRATA/ADDENDA
ENTWURF EINER LEGISLATIVEN ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS
 BEGRÜNDUNG
 STELLUNGNAHME des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres
 VERFAHREN DES FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSSES
 NAMENTLICHE SCHLUSSABSTIMMUNG IM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS

ENTWURF EINER LEGISLATIVEN ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS

zu dem Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über bestimmte vertragsrechtliche Aspekte der Bereitstellung digitaler Inhalte

(COM(2015)0634 – C8-0394/2015 – 2015/0287(COD))

(Ordentliches Gesetzgebungsverfahren: erste Lesung)

Das Europäische Parlament,

–  unter Hinweis auf den Vorschlag der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat (COM(2015)0634),

–  gestützt auf Artikel 294 Absatz 2 und Artikel 114 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union, auf deren Grundlage ihm der Vorschlag der Kommission unterbreitet wurde (C8‑0394/2015),

–  gestützt auf Artikel 294 Absatz 3 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union,

–  in Kenntnis der vom französischen Senat im Rahmen des Protokolls Nr. 2 über die Anwendung der Grundsätze der Subsidiarität und der Verhältnismäßigkeit vorgelegten begründeten Stellungnahme, in der geltend gemacht wird, dass der Entwurf des Gesetzgebungsakts nicht mit dem Subsidiaritätsprinzip vereinbar ist,

–  unter Hinweis auf die Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses vom 27. April 2016(1),

–  gestützt auf Artikel 59 seiner Geschäftsordnung,

–  unter Hinweis auf die gemeinsamen Beratungen des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz sowie des Rechtsausschusses gemäß Artikel 55 der Geschäftsordnung,

–  unter Hinweis auf den Bericht des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz und des Rechtsausschusses sowie die Stellungnahme des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (A8‑0375/2017),

1.  legt den folgenden Standpunkt in erster Lesung fest;

2.  fordert die Kommission auf, es erneut zu befassen, falls sie ihren Vorschlag ersetzt, entscheidend ändert oder beabsichtigt, ihn entscheidend zu ändern;

3.  beauftragt seinen Präsidenten, den Standpunkt des Parlaments dem Rat und der Kommission sowie den nationalen Parlamenten zu übermitteln.

Änderungsantrag    1

Vorschlag für eine Richtlinie

Titel 1

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Vorschlag für eine

Vorschlag für eine

RICHTLINIE DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES

RICHTLINIE DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES

über bestimmte vertragsrechtliche Aspekte der Bereitstellung digitaler Inhalte

über bestimmte vertragsrechtliche Aspekte der Bereitstellung digitaler Inhalte und Dienstleistungen

(Text von Bedeutung für den EWR)

(Text von Bedeutung für den EWR)

Änderungsantrag    2

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 1

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(1)  Das Wachstumspotenzial des elektronischen Handels ist noch nicht voll ausgeschöpft. Die Strategie für einen digitalen Binnenmarkt für Europa29 zielt ganzheitlich auf die Beseitigung der größten Hindernisse für die Entwicklung des grenzüberschreitenden elektronischen Handels in der Union ab, um dieses Potenzial freizusetzen. Zur Ankurbelung der digitalen Wirtschaft der Union und des Wachstums insgesamt müssen Verbraucher einen besseren Zugang zu digitalen Inhalten erhalten und Unternehmen digitale Inhalte leichter bereitstellen können.

(1)  Das Wachstumspotenzial des elektronischen Handels in der Union ist noch nicht voll erschlossen. Die Strategie für einen digitalen Binnenmarkt für Europa29 zielt ganzheitlich auf die Beseitigung der größten Hindernisse für die Entwicklung des grenzüberschreitenden elektronischen Handels in der Union ab, um dieses Potenzial freizusetzen. Zur Ankurbelung der digitalen Wirtschaft der Union und des Wachstums insgesamt müssen Verbraucher einen besseren Zugang zu digitalen Inhalten erhalten und Unternehmen digitale Inhalte leichter bereitstellen können.

__________________

__________________

29 COM(2015) 192 final.

29 COM(2015)0192.

Änderungsantrag     3

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 1 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

(1a)  In Artikel 169 Absatz 1 und Artikel 169 Absatz 2 Buchstabe a des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) ist vorgesehen, dass die Union durch die Maßnahmen, die sie nach Artikel 114 AEUV erlässt, einen Beitrag zur Verwirklichung eines hohen Verbraucherschutzniveaus leistet.

Änderungsantrag     4

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 1 b (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

(1b)  In Artikel 38 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (im Folgenden „die Charta“) ist vorgesehen, dass die Politiken der Union ein hohes Verbraucherschutzniveau sicherstellen, und in Artikel 47 der Charta heißt es, dass jede Person, deren durch das Recht der Union garantierte Rechte verletzt wurden, das Recht hat, einen wirksamen Rechtsbehelf einzulegen. In Artikel 16 der Charta wird die unternehmerische Freiheit nach dem Gemeinschaftsrecht und den innerstaatlichen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten anerkannt.

Änderungsantrag    5

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 2

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(2)  Soll ein echter digitaler Binnenmarkt erreicht werden, müssen bestimmte Aspekte von Verträgen über die Bereitstellung digitaler Inhalte harmonisiert werden, wobei ein hohes Verbraucherschutzniveau grundlegende Voraussetzung ist.

(2)  Soll ein echter digitaler Binnenmarkt erreicht werden, so sollten bestimmte Aspekte von Verträgen über die Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen harmonisiert werden, mit einem hohen Verbraucherschutzniveau als grundlegender Voraussetzung, damit für mehr Rechtssicherheit und geringere Transaktionskosten gesorgt wird.

Änderungsantrag    6

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 3

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(3)  Unterschiede zwischen zwingenden nationalen Verbrauchervertragsvorschriften sowie das Fehlen klarer vertragsrechtlicher Vorschriften gehören zu den wichtigsten Hindernissen für eine umfassendere Bereitstellung von digitalen Inhalten, da es hierfür auf Unionsebene nur sehr wenige spezifische Regelungen gibt. Den Unternehmen entstehen zusätzliche Kosten, die auf Unterschiede zwischen zwingenden nationalen Verbrauchervertragsvorschriften und auf die Rechtsunsicherheit beim grenzüberschreitenden Verkauf von digitalen Inhalten zurückzuführen sind. Zudem tragen Unternehmen die Kosten für die Anpassung ihrer Verträge an bestimmte zwingende Vorschriften für die Bereitstellung digitaler Inhalte, die in mehreren Mitgliedstaaten bereits bestehen und die sich von ihrem Anwendungsbereich und Inhalt her unterscheiden. In den Mitgliedstaaten, in denen es bisher noch keine spezifischen Vorschriften für die Bereitstellung digitaler Inhalte gibt, müssen Unternehmer, die Produkte grenzüberschreitend verkaufen wollen, Unsicherheiten in Kauf nehmen, da sie oft weder wissen, welche Vorschriften für digitale Inhalte in dem Mitgliedstaat gelten, in den die Ausfuhr erfolgen soll, noch den Inhalt dieser Vorschriften kennen und auch nicht wissen, ob diese Vorschriften zwingend sind.

(4)  Unternehmen und insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) tragen die Kosten für die Anpassung ihrer Verträge an bestimmte zwingende Vorschriften für die Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen, die in mehreren Mitgliedstaaten bereits bestehen und die sich von ihrem Anwendungsbereich und Inhalt her unterscheiden. In den Mitgliedstaaten, in denen es bisher noch keine spezifischen Vorschriften für die Bereitstellung digitaler Inhalte oder digitaler Dienstleistungen gibt, müssen Unternehmer, die Produkte grenzüberschreitend verkaufen wollen, Unsicherheiten in Kauf nehmen, da sie oft weder wissen, welche Vorschriften für digitale Inhalte oder digitale Dienstleistungen in dem Mitgliedstaat gelten, in den die Ausfuhr erfolgen soll, noch den Inhalt dieser Vorschriften kennen und auch nicht wissen, ob diese Vorschriften zwingend sind.

Begründung

Die Reihenfolge der Erwägungen 3 und 4 wird umgekehrt.

Änderungsantrag    7

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 4

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(4)  Verbraucher sind verunsichert, wenn sie in anderen Mitgliedstaaten einkaufen, vor allem bei Online-Käufen. Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass sie sich nicht im Klaren über ihre wichtigsten vertraglichen Rechte sind und dass es keinen klaren vertragsrechtlichen Rahmen für digitale Inhalte gibt. Viele Nutzer digitaler Inhalte haben Probleme mit der Qualität digitaler Inhalte oder den Zugang zu solchen Inhalten. Sie erhalten beispielsweise falsche oder fehlerhafte digitale Inhalte oder sind nicht in der Lage, auf die betreffenden digitalen Inhalte zuzugreifen. Dies führt dazu, dass Verbrauchern finanzielle und sonstige Nachteile entstehen.

(3)  Verbraucher sind bisweilen verunsichert, wenn sie in anderen Mitgliedstaaten einkaufen, vor allem bei Online-Käufen. Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass sie sich nicht im Klaren über ihre wichtigsten vertraglichen Rechte sind und dass es keinen klaren vertragsrechtlichen Rahmen für digitale Inhalte oder Dienstleistungen gibt. Viele Verbraucher haben Probleme mit der Qualität digitaler Inhalte oder digitaler Dienstleistungen oder dem Zugang zu solchen Inhalten oder Dienstleistungen. Sie erhalten beispielsweise falsche oder fehlerhafte digitale Inhalte oder Dienstleistungen oder sind nicht in der Lage, auf die betreffenden digitalen Inhalte oder Dienstleistungen zuzugreifen. Dies führt dazu, dass Verbrauchern finanzielle und sonstige Nachteile entstehen.

Begründung

Die Reihenfolge der Erwägungen 3 und 4 wird umgekehrt.

Änderungsantrag    8

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 5

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(5)  Zur Behebung dieser Probleme bedarf es vollständig harmonisierter Vorschriften für die Bereitstellung digitaler Inhalte, auf die sich Unternehmen und Verbraucher verlassen können und in denen unionsweit geltende vertragliche Rechte festgelegt werden, die für diese Art von Geschäften wesentlich sind.

(5)  Zur Behebung dieser Probleme bedarf es vollständig harmonisierter Vorschriften in Bezug auf einige für die Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienste wesentliche rechtliche Fragen, auf die sich Unternehmen und Verbraucher verlassen können. In diesen Vorschriften sollten unionsweit geltende vertragliche Rechte festgelegt werden, und zugleich sollte es den Mitgliedstaaten möglich sein, innerstaatliche Rechtsvorschriften in Bezug auf bestimmte andere Gesichtspunkte beizubehalten. Diesbezüglich soll mit dieser Richtlinie für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen einem hohen Verbraucherschutzniveau und der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen bei gleichzeitiger Wahrung des Subsidiaritätsprinzips gesorgt werden.

Änderungsantrag    9

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 6

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(6)  Vollständig harmonisierte Verbrauchervertragsvorschriften in allen Mitgliedstaaten würden es den Unternehmen erleichtern, digitale Inhalte grenzüberschreitend anzubieten. Unternehmen könnten für den Online-Verkauf oder sonstigen Fernabsatz in andere Mitgliedstaaten auf einen soliden vertragsrechtlichen Rahmen zurückgreifen. Mit EU-weit vollständig harmonisierten Vorschriften für digitale Inhalte würde die Komplexität beseitigt, deren Ursache die unterschiedlichen nationalen Vorschriften sind, die gegenwärtig für Verträge über die Bereitstellung digitaler Inhalte gelten. Außerdem würde dadurch eine Rechtsfragmentierung verhindert, die durch neue nationale Regelungen speziell für digitale Inhalte entstehen würde.

(6)  Harmonisierte Verbrauchervertragsvorschriften in allen Mitgliedstaaten würden es den Unternehmen erleichtern, digitale Inhalte grenzüberschreitend anzubieten. Unternehmen könnten für den Online-Verkauf oder sonstigen Fernabsatz in andere Mitgliedstaaten auf einen soliden vertragsrechtlichen Rahmen zurückgreifen. Außerdem würde dadurch eine Rechtsfragmentierung verhindert, die durch neue nationale Regelungen speziell für digitale Inhalte und Dienstleistungen entstehen würde.

Änderungsantrag    10

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 7

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(7)  Die Verbraucher würden von vollständig harmonisierten Rechten für digitale Inhalte und einem hohen Schutzniveau profitieren. Sie hätten klare Rechte, wenn sie von einem beliebigen Ort in der EU digitale Inhalte erhalten oder auf diese zugreifen. Sie würden sich beim Erwerb digitaler Inhalte sicherer fühlen. Zudem würden sich hierdurch die gegenwärtigen Nachteile für die Verbraucher verringern, da es klare Rechte gäbe, auf deren Grundlage sie Probleme, die sich bei digitalen Inhalten stellen, bewältigen könnten.

(7)  Die Verbraucher sollten von vollständig harmonisierten Rechten für digitale Inhalte und Dienstleistungen und einem hohen Schutzniveau profitieren. Sie sollten eindeutige, obligatorische Rechte haben, wenn sie von einem beliebigen Ort in der Union digitale Inhalte oder Dienstleistungen erhalten oder auf diese zugreifen. Sie sollten sich beim Erwerb digitaler Inhalte oder Dienstleistungen sicherer fühlen. Zudem sollten sich hierdurch die gegenwärtigen Nachteile für die Verbraucher verringern, da es klare Rechte gäbe, auf deren Grundlage sie Probleme, die sich bei digitalen Inhalten oder Dienstleistungen stellen, bewältigen könnten.

Änderungsantrag    11

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 7 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

(7a)  Diese Richtlinie sollte auch für Verträge gelten, die teilweise für gewerbliche und teilweise für nichtgewerbliche Zwecke einer Person abgeschlossen werden (Verträge mit doppeltem Zweck) und bei denen der gewerbliche Zweck im Gesamtzusammenhang des Vertrags so marginal ist, dass die betreffende Person auch als Verbraucher betrachtet werden sollte.

Änderungsantrag    12

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 8

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(8)  Durch diese Richtlinie soll eine Reihe grundlegender, bislang noch nicht auf Unionsebene geregelter Vorschriften vollständig harmonisiert werden, darunter Vorschriften über die Vertragsmäßigkeit der digitalen Inhalte, über Abhilfen, die den Verbrauchern bei nicht vertragsgemäßen digitalen Inhalten zustehen, und über die Art und Weise, wie Mängeln abgeholfen werden kann. Sie sollte außerdem bestimmte Aspekte bezüglich des Rechts auf Beendigung langfristiger Verträge sowie bezüglich der Änderung der digitalen Inhalte harmonisieren.

(8)  Durch diese Richtlinie sollen bestimmte grundlegende, noch nicht auf der Ebene der Union oder der Mitgliedstaaten geregelte Vorschriften vollständig harmonisiert werden, darunter Vorschriften über die Vertragsmäßigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen, über Abhilfen, die den Verbrauchern bei nicht vertragsgemäßen digitalen Inhalten oder Dienstleistungen zustehen, und über die Art und Weise, wie Mängeln abgeholfen werden kann. Durch sie sollten außerdem bestimmte Aspekte bezüglich des Rechts auf Beendigung langfristiger Verträge sowie bezüglich der Änderung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen harmonisiert werden.

Änderungsantrag    13

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 9

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(9)  Durch eine vollständige Harmonisierung aller in den Anwendungsbereich dieser Richtlinie fallenden Anforderungen wird ausgeschlossen, dass die Mitgliedstaaten weitere formale und materielle Anforderungen vorschreiben, beispielsweise einen verbindlichen Zeitraum, in dem Vertragswidrigkeiten offenbar werden müssen, eine Verpflichtung des Verbrauchers, den Anbieter innerhalb eines bestimmten Zeitraums über eine Vertragswidrigkeit zu informieren, oder eine Verpflichtung des Verbrauchers, für die Nutzung des digitalen Inhalts bis zur Beendigung des Vertrags wegen Vertragswidrigkeit zu zahlen.

(9)  Durch die vollständige Harmonisierung der in den Anwendungsbereich dieser Richtlinie fallenden Anforderungen wird ausgeschlossen, dass die Mitgliedstaaten weitere formale und materielle Anforderungen vorschreiben, beispielsweise Bestimmungen über die Beweislastumkehr, die ein anderes als das in dieser Richtlinie vorgesehene Ergebnis bewirken, oder eine Verpflichtung des Verbrauchers, den Unternehmer innerhalb eines bestimmten Zeitraums über eine Vertragswidrigkeit zu informieren.

Änderungsantrag    14

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 10

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(10)  Diese Richtlinie sollte nationale Rechtsvorschriften unberührt lassen, soweit die betreffenden Fragen nicht durch diese Richtlinie geregelt sind. Hierzu gehören beispielsweise nationale Vorschriften über Pflichten des Verbrauchers gegenüber dem Anbieter von digitalen Inhalten, über die Form, das Zustandekommen oder die Gültigkeit von Verträgen oder über die Rechtmäßigkeit des Inhalts. Den Mitgliedstaaten sollte es auch nach wie vor frei stehen, die Bedingungen für die Ausübung von Rechten wie des Rechts auf Schadensersatz im Einzelnen zu regeln, soweit sie nicht von der Richtlinie erfasst sind, oder Vorschriften einzuführen, die die Folgen einer Beendigung des Vertrags regeln und zusätzlich zu den Rückabwicklungsbestimmungen dieser Richtlinie gelten.

(10)  Diese Richtlinie sollte nationale Rechtsvorschriften unberührt lassen, soweit die entsprechenden Fragen nicht durch diese Richtlinie geregelt sind. Hierzu gehören beispielsweise nationale Vorschriften über Pflichten des Verbrauchers gegenüber dem Anbieter von digitalen Inhalten, über die Form, das Zustandekommen oder die Gültigkeit von Verträgen oder über die Rechtmäßigkeit des Inhalts. Den Mitgliedstaaten sollte es auch nach wie vor freistehen, die Bedingungen für die Ausübung von Rechten wie des Rechts auf Schadensersatz im Einzelnen zu regeln, soweit sie nicht von der Richtlinie erfasst sind, oder Vorschriften einzuführen, die die Folgen einer Beendigung des Vertrags regeln und zusätzlich zu den Rückabwicklungsbestimmungen dieser Richtlinie gelten. Die Mitgliedstaaten sollten innerstaatliche Bestimmungen über Abhilfemaßnahmen für sogenannte verdeckte Mängel beibehalten oder einführen können. Ferner sollten sie innerstaatliche Bestimmungen über das Recht auf kurzfristige Ablehnung beibehalten können, soweit diese in ihren jeweiligen Rechtsordnungen, zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Richtlinie vorgesehen sind.

Änderungsantrag    15

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 10 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

(10a)  Diese Richtlinie sollte innerstaatliche Rechtsvorschriften unberührt lassen, durch die geregelt wird, unter welchen Voraussetzungen ein Vertrag über die Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen als verbunden mit oder ergänzend zu einem anderen Vertrag betrachtet wird, den der Verbraucher mit dem Anbieter oder einem anderen Unternehmen geschlossen hat, und welche Auswirkungen dies auf die beiden Verträge oder auf die in beiden Verträgen vorgesehenen Regressmodalitäten hat. Darüber hinaus sollten die Mitgliedstaaten selbst festlegen können, wie solche Verträge anzusehen sind, z. B. als Kauf-, Dienstleistungs- oder Mietverträge bzw. als Verträge sui generis.

Änderungsantrag    16

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 10 b (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

(10b)  Bietet der Unternehmer jedoch unbeschadet des Europäischen Kodex für die elektronische Kommunikation1a im Rahmen eines Vertrags oder eines Bündels von Verträgen digitale Inhalte oder Dienstleistungen in Verbindung mit anderen Dienstleistungen oder Waren wie interpersonellen Kommunikationsdiensten und -waren an und sind die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen nicht in den Waren vorinstalliert, sollte diese Richtlinie nur für den Vertragsbestandteil gelten, der die digitalen Inhalte oder digitalen Dienstleistungen betrifft. Für die sonstigen Bestandteile sollte das anwendbare Recht maßgebend sein.

 

_______________

 

1a Richtlinie .../... des Europäischen Parlaments und des Rates vom ... zur Festlegung des Europäischen Kodex für die elektronische Kommunikation (ABl. L xx, [Datum], S. x-x).

Begründung

Erwägung 10b (neu) ersetzt Erwägung 20 im Vorschlag der Kommission (s. Änderungsantrag 27).

Änderungsantrag    17

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 11

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(11)  Die Richtlinie sollte die Probleme angehen, die bei den verschiedenen Kategorien von digitalen Inhalten und ihrer Bereitstellung auftreten. Der in dieser Richtlinie verwendete Begriff „digitale Inhalte“ sollte weiter gefasst sein als in der Richtlinie 2011/83/EU des Europäischen Parlaments und des Rates30, um den rasanten technologischen Entwicklungen Rechnung zu tragen und sicherzustellen, dass dieser Begriff nicht schon bald überholt ist. Insbesondere sollte er Dienstleistungen umfassen, die die Erstellung, Verarbeitung oder Speicherung der Daten ermöglichen. Obgleich es zahlreiche Möglichkeiten für die Bereitstellung digitaler Inhalte gibt wie beispielsweise die Übermittlung auf einem dauerhaften Datenträger, das Herunterladen auf Geräte des Verbrauchers, Streaming oder die Ermöglichung des Zugangs zu Speicherkapazitäten für digitale Inhalte oder zur Nutzung von sozialen Medien, sollte diese Richtlinie unabhängig von der Art des für die Datenübermittlung verwendeten Datenträgers für alle digitalen Inhalte gelten. Eine Differenzierung zwischen verschiedenen Kategorien in diesem sich technologisch schnell wandelnden Markt ist nicht wünschenswert, da sich eine Diskriminierung von Anbietern kaum vermeiden ließe. Es sollten gleiche Wettbewerbsbedingungen für Anbieter von verschiedenen Kategorien von digitalen Inhalten sichergestellt werden. Diese Richtlinie sollte jedoch nicht für digitale Inhalte gelten, die derart in einer Ware integriert sind, dass sie fester Bestandteil der Ware sind und ihre Funktionen den Hauptfunktionen der Ware untergeordnet sind.

(11)  Mit dieser Richtlinie sollten die Probleme angegangen werden, die bei den verschiedenen Kategorien von digitalen Inhalten oder Dienstleistungen und deren Bereitstellung auftreten. Zur Wahrung der Konsistenz mit dem Besitzstand sollte der Begriff „digitale Inhalte“ dem in der Richtlinie 2011/83/EU des Europäischen Parlaments und des Rates30 verwendeten entsprechen und beispielsweise Text-, Video- und Audioinhalte, Anwendungen, digitale Spiele und alle übrigen Arten von Software umfassen. Um mit den rasanten technologischen Entwicklungen Schritt zu halten und diese Richtlinie zukunftsfähig zu machen, sollte der Begriff zudem Dienstleistungen umfassen, die die Erstellung, Verarbeitung oder Speicherung der Daten ermöglichen, und Dienstleistungen, die die den Austausch von Daten in digitaler Form ermöglichen, einschließlich nummernunabhängiger interpersoneller Kommunikationsdienste, sofern sie nicht im Rahmen des Europäischen Kodex für die elektronische Kommunikation geregelt werden. Obgleich es zahlreiche Möglichkeiten für die Bereitstellung digitaler Inhalte oder digitaler Dienstleistungen gibt wie beispielsweise die Übermittlung auf einer CD bzw. DVD oder einem ähnlichen Datenträger, das Herunterladen auf Geräte des Verbrauchers, Streaming oder die Ermöglichung des Zugangs zu Speicherkapazitäten für digitale Dienstleistungen oder zur Nutzung von sozialen Medien, sollte diese Richtlinie unabhängig von der Art des für die Datenübermittlung verwendeten Datenträgers für alle digitalen Inhalte oder digitalen Dienstleistungen gelten. Eine Differenzierung zwischen verschiedenen Kategorien in diesem sich technologisch schnell wandelnden Markt ist nicht wünschenswert, da sich eine Diskriminierung von Unternehmern kaum verhindern ließe. Es sollten gleiche Wettbewerbsbedingungen für Unternehmer von verschiedenen Kategorien von digitalen Inhalten oder Dienstleistungen sichergestellt werden.

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30 ABl. L 304 vom 22.11.2011, S. 64.

30 Richtlinie 2011/83/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2011 über die Rechte der Verbraucher, zur Abänderung der Richtlinie 93/13/EWG des Rates und der Richtlinie 1999/44/EG des Europäischen Parlaments und des Rates sowie zur Aufhebung der Richtlinie 85/577/EWG des Rates und der Richtlinie 97/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates (ABl. L 304 vom 22.11.2011, S. 64)

Änderungsantrag    18

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 12

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(12)  Um im Zusammenhang mit Anforderungen an die Vertragsmäßigkeit und an Abhilfen, die Verbrauchern aufgrund von Vertragswidrigkeit zustehen, den Erwartungen der Verbraucher zu entsprechen und einen klaren und einfachen Rechtsrahmen für Anbieter, die digitale Inhalte auf einem dauerhaften Datenträger anbieten, sicherzustellen, sollte diese Richtlinie für Waren wie DVDs und CDs gelten, wenn diese Waren ausschließlich der Übermittlung der digitalen Inhalte dienen. Diese Richtlinie sollte unabhängig davon, ob der Verkauf im Fernabsatz oder persönlich erfolgt, für digitale Inhalte auf einem dauerhaften Datenträger gelten, um eine Fragmentierung nach verschiedenen Vertriebswegen zu vermeiden. Die Richtlinie 2011/83/EU sollte weiterhin auf diese Waren Anwendung finden, unter anderem auf Pflichten im Zusammenhang mit der Lieferung von Waren, auf Abhilfen, sofern die Lieferung nicht erfolgt, und auf die Art des Vertrags, nach dem diese Waren bereitgestellt werden. Die Richtlinie lässt ferner das Verbreitungsrecht unberührt, das im Rahmen des Urheberrechts auf diese Waren anwendbar ist.

(12)  Um im Zusammenhang mit Anforderungen an die Vertragsmäßigkeit und an Abhilfen, die Verbrauchern aufgrund von Vertragswidrigkeit zustehen, den Erwartungen der Verbraucher zu entsprechen und einen klaren und einfachen Rechtsrahmen für Unternehmer sicherzustellen, die Waren mit integrierten digitalen Inhalten oder Dienstleistungen anbieten, sollte diese Richtlinie für digitale Inhalte oder Dienstleistungen gelten, die in Waren wie DVDs und CDs oder „intelligenten Waren“ vorinstalliert sind. In Bezug auf diese Waren sollte der Unternehmer gemäß dieser Richtlinie dem Verbraucher gegenüber nur für die Erfüllung seiner Pflichten in Bezug auf die integrierten digitalen Inhalte oder Dienstleistungen haftbar sein. Für die Haftung für die sonstigen Bestandteile dieser Waren sollte das anwendbare Recht maßgebend sein. Diese Richtlinie sollte unabhängig davon, ob die Waren, in denen digitale Inhalte oder Dienstleistungen vorinstalliert sind, im Fernabsatz oder persönlich geliefert werden, für integrierte digitale Inhalte gelten, um eine Fragmentierung nach verschiedenen Vertriebswegen zu verhindern. Die Richtlinie 2011/83/EU sollte weiterhin auf diese Waren Anwendung finden, unter anderem auf die Pflichten im Zusammenhang mit der Lieferung von Waren, auf Abhilfen, sofern die Lieferung nicht erfolgt, und auf die Art des Vertrags, nach dem diese Waren bereitgestellt werden. Die Bestimmungen dieser Richtlinie über die Bereitstellung und die nicht erfolgte Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen gelten daher nicht für integrierte digitale Inhalte oder Dienstleistungen. Diese Richtlinie lässt ferner das Verbreitungsrecht unberührt, das im Rahmen des Urheberrechts auf diese Waren anwendbar ist.

Änderungsantrag    19

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 13

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(13)  In der digitalen Wirtschaft haben Informationen über Einzelpersonen für Marktteilnehmer immer mehr einen mit Geld vergleichbaren Wert. Digitale Inhalte werden häufig nicht gegen Zahlung eines Preises bereitgestellt, sondern gegen Erbringung einer anderen Leistung als Geld, d. h. durch Gewährung von Zugang zu personenbezogenen oder sonstigen Daten. Diese besonderen Geschäftsmodelle treten in verschiedenen Formen in einem erheblichen Teil des Marktes auf. Die Einführung einer Differenzierung nach Art der Gegenleistung würde zu einer diskriminierenden Unterscheidung zwischen verschiedenen Geschäftsmodellen führen und Unternehmen einen ungerechtfertigten Anreiz bieten, digitale Inhalte vermehrt gegen Daten anzubieten. Es sollten gleiche Wettbewerbsbedingungen sichergestellt werden. Zudem können mangelhafte Leistungsmerkmale von digitalen Inhalten, die gegen eine andere Leistung als Geld bereitgestellt wurden, den wirtschaftlichen Interessen der Verbraucher zuwiderlaufen. Daher sollte die Anwendbarkeit der Bestimmungen dieser Richtlinie nicht davon abhängen, ob ein Preis für die betreffenden digitalen Inhalte gezahlt wird.

(13)  In der digitalen Wirtschaft haben Informationen über Einzelpersonen für Marktteilnehmer immer mehr einen mit Geld vergleichbaren Wert. Digitale Inhalte und Dienstleistungen werden häufig nicht gegen Zahlung eines Preises bereitgestellt, sondern gegen Daten, d. h. durch Gewährung von Zugang zu personenbezogenen oder sonstigen Daten. Diese besonderen Geschäftsmodelle treten in verschiedenen Formen in einem erheblichen Teil des Marktes auf. Die Einführung einer Differenzierung nach Art der Gegenleistung würde zu einer diskriminierenden Unterscheidung zwischen verschiedenen Geschäftsmodellen führen, was Unternehmen einen ungerechtfertigten Anreiz bietet, digitale Inhalte oder Dienstleistungen vermehrt gegen Daten anzubieten. Zudem können mangelhafte Leistungsmerkmale von digitalen Inhalten oder Dienstleistungen, die im Gegenzug für die Zugänglichmachung von Daten bereitgestellt wurden, den wirtschaftlichen Interessen der Verbraucher zuwiderlaufen. Um gleiche Wettbewerbsbedingungen sicherzustellen, sollte die Anwendbarkeit der Bestimmungen dieser Richtlinie nicht davon abhängen, ob ein Preis für die betreffenden digitalen Inhalte oder Dienstleistungen gezahlt wird.

Änderungsantrag    20

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 13

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(13)  In der digitalen Wirtschaft haben Informationen über Einzelpersonen für Marktteilnehmer immer mehr einen mit Geld vergleichbaren Wert. Digitale Inhalte werden häufig nicht gegen Zahlung eines Preises bereitgestellt, sondern gegen Erbringung einer anderen Leistung als Geld, d. h. durch Gewährung von Zugang zu personenbezogenen oder sonstigen Daten. Diese besonderen Geschäftsmodelle treten in verschiedenen Formen in einem erheblichen Teil des Marktes auf. Die Einführung einer Differenzierung nach Art der Gegenleistung würde zu einer diskriminierenden Unterscheidung zwischen verschiedenen Geschäftsmodellen führen und Unternehmen einen ungerechtfertigten Anreiz bieten, digitale Inhalte vermehrt gegen Daten anzubieten. Es sollten gleiche Wettbewerbsbedingungen sichergestellt werden. Zudem können mangelhafte Leistungsmerkmale von digitalen Inhalten, die gegen eine andere Leistung als Geld bereitgestellt wurden, den wirtschaftlichen Interessen der Verbraucher zuwiderlaufen. Daher sollte die Anwendbarkeit der Bestimmungen dieser Richtlinie nicht davon abhängen, ob ein Preis für die betreffenden digitalen Inhalte gezahlt wird.

(13)  In der digitalen Wirtschaft sehen Marktteilnehmer Informationen über Einzelpersonen immer mehr als einen Wert an. Es sind besondere Geschäftsmodelle entstanden, in deren Rahmen Unternehmer digitale Inhalte oder Dienstleistungen bereitstellen und vom Verbraucher verlangt wird, personenbezogene Daten bereitzustellen oder zugänglich zu machen. Diese besonderen Geschäftsmodelle treten bereits in verschiedenen Formen in einem erheblichen Teil des Marktes auf. Diese Richtlinie dient nicht der Entscheidung darüber, ob solche Verträge zugelassen werden sollten. Zudem ist es gemäß der Richtlinie Gegenstand des innerstaatlichen Rechts, die Gültigkeit von Verträgen über die Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen im Gegenzug für die Bereitstellung von personenbezogenen Daten oder den Zugang zu diesen zu regeln. Es sollte keineswegs der Eindruck erweckt werden, dass mit dieser Richtlinie die Praxis der Monetarisierung personenbezogener Daten legitimiert wird oder Anreize dafür gesetzt werden, da personenbezogene Daten nicht preislich ausgedrückt und daher nicht als Ware angesehen werden können. Die Einführung einer Differenzierung nach monetären und nichtmonetären Transaktionen in den Bestimmungen würde jedoch Unternehmen einen ungerechtfertigten Anreiz bieten, die Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen gegen personenbezogene Daten zu bevorzugen. Zudem können mangelhafte Leistungsmerkmale von digitalen Inhalten oder Dienstleistungen, die unentgeltlich bereitgestellt werden, den wirtschaftlichen Interessen der Verbraucher zuwiderlaufen. Damit gleiche Wettbewerbsbedingungen und ein hohes Verbraucherschutzniveau sichergestellt werden, sollte die Anwendbarkeit der Bestimmungen dieser Richtlinie nicht davon abhängen, ob ein Preis für die betreffenden digitalen Inhalte oder Dienstleistungen gezahlt wird.

Änderungsantrag    21

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 14

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(14)  Im Hinblick auf digitale Inhalte, die nicht gegen Zahlung eines Preises, sondern gegen eine andere Leistung als Geld bereitgestellt werden, sollte diese Richtlinie nur für Verträge gelten, in deren Rahmen der Anbieter vom Verbraucher Daten wie Name, E-Mail-Adresse oder Fotos verlangt und der Verbraucher dem Anbieter diese Daten beispielsweise im Wege einer individuellen Registrierung oder auf der Grundlage eines Vertrags, der den Zugang zu Fotos des Verbrauchers gestattet, aktiv zur Verfügung stellt. Die Richtlinie sollte nicht in Fällen gelten, in denen der Anbieter Daten verlangt, die er für die vertragsgemäße Funktionsweise digitaler Inhalte benötigt, beispielsweise Angaben zum geografischen Standort, die für das ordnungsgemäße Funktionieren einer mobilen Anwendung erforderlich sind. Ebenso wenig sollte die Richtlinie gelten in Fällen, in denen die Datenerhebung ausschließlich der Erfüllung rechtlicher Anforderungen dient, beispielsweise wenn die Registrierung des Verbrauchers zu Sicherheits- und Identifizierungszwecken gesetzlich vorgeschrieben ist. Diese Richtlinie sollte auch nicht in Fällen gelten, in denen der Anbieter Informationen einschließlich personenbezogener Daten wie z. B. die IP-Adresse oder sonstige automatisch generierte Informationen wie durch Cookies gesammelte und übermittelte Informationen erhebt, ohne dass der Verbraucher diese aktiv bereitstellt, wobei das Akzeptieren von Cookies durch den Verbraucher nicht als aktives Bereitstellen von Informationen zählt. Ebenso wenig sollte sie in Fällen gelten, in denen der Verbraucher ausschließlich zwecks Erlangung des Zugangs zu digitalen Inhalten Werbung ausgesetzt ist.

(14)  Im Hinblick auf digitale Inhalte und Dienstleistungen, die nicht gegen Zahlung eines Preises, sondern im Gegenzug für personenbezogene Daten bereitgestellt werden, sollte diese Richtlinie sowohl für Verträge gelten, in deren Rahmen der Unternehmer vom Verbraucher personenbezogene Daten anfordert, die der Verbraucher auch bereitstellt, als auch für solche, in deren Rahmen der Unternehmer personenbezogene Daten erhebt. Dies bezöge sich z. B. auf den Namen, die E-Mail-Adresse oder Fotos, die der Verbraucher dem Unternehmer beispielsweise im Wege einer individuellen Registrierung oder auf der Grundlage eines Vertrags, der den Zugang zu Fotos des Verbrauchers gestattet, direkt oder indirekt zur Verfügung stellt, oder personenbezogene Daten wie die IP-Adresse, die der Unternehmer erhebt. Diese Richtlinie sollte nicht in Fällen gelten, in denen der Unternehmer personenbezogene Daten ausschließlich zu dem Zweck erhebt, die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen bereitzustellen, in vertragsgemäßem Zustand zu erhalten oder zu verbessern. Ebenso wenig sollte die Richtlinie in Fällen gelten, in denen die Datenerhebung ausschließlich der Erfüllung rechtlicher Anforderungen dient, beispielsweise wenn die Registrierung des Verbrauchers zu Sicherheits- und Identifizierungszwecken gesetzlich vorgeschrieben ist. Ebenso wenig sollte sie in Fällen gelten, in denen der Verbraucher ausschließlich zwecks Erlangung des Zugangs zu digitalen Inhalten oder Dienstleistungen Werbung ausgesetzt ist.

Änderungsantrag    22

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 15

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(15)  Von einem Verbraucher generierte Inhalte sollten genauso behandelt werden wie alle anderen digitalen Inhalte wie etwa Musik- und Videodateien, Bilder, Spiele oder Anwendungen, die der Verbraucher während der Laufzeit des Vertrags bereitstellt oder speichert. Von Verbrauchern erzeugte Inhalte umfassen ein weites Spektrum von Beispielen, darunter digitale Bilder, Video- und Audiodateien, Blogs, Diskussionsforen, textbasierte Formen der Zusammenarbeit, Posts, Chats, Tweets, Protokolle, Podcasting, auf mobilen Geräten und in virtuellen Umgebungen im Internet erstellte Inhalte, Kundenbewertungen und Sammlungen von Links zu Online-Inhalten.

(15)  Sofern in dieser Richtlinie nichts anderes vorgesehen ist, sollten von einem Verbraucher generierte Inhalte genauso behandelt werden wie alle anderen digitalen Inhalte oder Dienstleistungen, etwa Musik- und Videodateien, Bilder, Spiele oder Anwendungen, die der Verbraucher während der Laufzeit des Vertrags bereitstellt oder speichert. Von Verbrauchern erzeugte Inhalte umfassen ein weites Spektrum von Beispielen, darunter digitale Bilder, Video- und Audiodateien, Blogs, Diskussionsforen, textbasierte Formen der Zusammenarbeit, Posts, Chats, Tweets, Protokolle, Podcasting, auf mobilen Geräten und in virtuellen Umgebungen im Internet erstellte Inhalte, Kundenbewertungen und Sammlungen von Links zu Online-Inhalten.

Änderungsantrag     23

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 15 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

(15a)  Anbieter von Videodateien, Bildern, Software-Anwendungen und sonstigen digitalen Inhalten sollten die Sicherheit der von ihnen bereitgestellten digitalen Inhalte garantieren und den Verbrauchern ein hohes Maß an Schutz vor Schadsoftware bieten.

Änderungsantrag    24

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 16

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(16)  Damit gewährleistet ist, dass Verbraucher einheitliche Rechte haben und die Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen gleich sind, sollten allen Verbrauchern dieselben Abhilfen für vertragswidrige digitale Inhalte zustehen, wobei es keine Rolle spielt, wie diese Inhalte entwickelt wurden. Daher sollte die Richtlinie für Verträge für die Entwicklung maßgeschneiderter digitaler Inhalte gemäß den Anforderungen des Verbrauchers gelten, auch für maßgeschneiderte Software. Diese Richtlinie sollte überdies für die Bereitstellung von Dateien für die visuelle Modellierung im Rahmen des 3D-Drucks gelten. Waren, die unter Verwendung der 3D-Druck-Technologie hergestellt wurden, oder an diesen Waren verursachter Schaden sollten jedoch nicht unter diese Richtlinie fallen.

(16)  Damit gewährleistet ist, dass Verbraucher einheitliche Rechte haben und die Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen gleich sind, sollten allen Verbrauchern dieselben Abhilfen für vertragswidrige digitale Inhalte oder Dienstleistungen zustehen, wobei es keine Rolle spielt, wie diese Inhalte oder Dienstleistungen entwickelt wurden. Daher sollte diese Richtlinie für Verträge für die Entwicklung maßgeschneiderter digitaler Inhalte oder Dienstleistungen gemäß den Anforderungen des Verbrauchers gelten, auch für maßgeschneiderte Software. Diese Richtlinie sollte überdies für die Bereitstellung von Dateien für die visuelle Modellierung im Rahmen des 3D-Drucks gelten. Waren, die unter Verwendung der 3D-Druck-Technologie hergestellt wurden, oder an diesen Waren verursachter Schaden sollten jedoch nicht unter diese Richtlinie fallen.

Änderungsantrag    25

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 17

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(17)  Digitale Inhalte sind äußerst relevant im Rahmen des Internets der Dinge. Es ist jedoch angezeigt, auf besondere Fragen der Haftung im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge, unter anderem auf die Haftung für Daten und für Verträge betreffend die Interaktion von Maschinen getrennt einzugehen.

(17)  Diese Richtlinie sollte für Geräte gelten, die mit dem Internet der Dinge verbunden sind („Geräte für das Internet der Dinge“). Es ist jedoch angezeigt, auf besondere Fragen der Haftung im Zusammenhang mit Verträgen betreffend die Interaktion von Maschinen getrennt einzugehen.

Änderungsantrag    26

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 18

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(18)  Verträge können allgemeine Geschäftsbedingungen des Anbieters enthalten, denen der Verbraucher zustimmen muss. In Bezug auf einige digitale Inhalte beschreiben Anbieter die Dienstleistung und die messbaren Dienstleistungsziele häufig in einer Leistungsvereinbarung. Diese Leistungsvereinbarungen sind im Allgemeinen dem Hauptvertrag angehängt und bilden einen wichtigen Bestandteil der vertraglichen Beziehungen zwischen dem Anbieter und dem Verbraucher. Sie sollten daher unter die Vertragsdefinition dieser Richtlinie fallen und den darin festgelegten Merkmalen entsprechen.

(18)  Verträge können allgemeine Geschäftsbedingungen des Unternehmers enthalten, denen der Verbraucher zustimmen muss. In Bezug auf digitale Dienstleistungen beschreiben Unternehmer die Dienstleistung und die messbaren Dienstleistungsziele häufig in einer Leistungsvereinbarung. Diese Leistungsvereinbarungen sind im Allgemeinen dem Hauptvertrag angehängt und bilden einen wichtigen Bestandteil der vertraglichen Beziehungen zwischen dem Unternehmer und dem Verbraucher. Sie sollten daher unter diese Richtlinie fallen und den darin festgelegten Merkmalen entsprechen.

Änderungsantrag    27

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 19

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(19)  Diese Richtlinie sollte nur für Dienstleistungen gelten, deren Hauptgegenstand die Bereitstellung digitaler Inhalte ist. Daher sollte die Richtlinie keine Anwendung auf Dienstleistungen finden, die vom Anbieter persönlich erbracht werden und bei denen die digitalen Mittel nur zu Zwecken des Zugangs oder der Bereitstellung verwendet werden, wie etwa Übersetzungs- oder sonstige Fachberatungsleistungen, sofern lediglich deren Ergebnis mithilfe digitaler Mittel an den Verbraucher geliefert wird.

(19)  Diese Richtlinie sollte nur für Dienstleistungen gelten, deren Hauptgegenstand die Bereitstellung digitaler Dienstleistungen ist. Daher sollte die Richtlinie keine Anwendung auf Dienstleistungen finden, die vom Unternehmer persönlich erbracht werden und bei denen die digitalen Mittel nur zu Zwecken des Zugangs oder der Bereitstellung verwendet werden, wie etwa Übersetzungs- oder sonstige Fachberatungsleistungen, sofern lediglich deren Ergebnis mithilfe digitaler Mittel an den Verbraucher geliefert wird.

Änderungsantrag    28

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 20

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(20)  Bietet der Anbieter im Rahmen eines Vertrags oder eines Bündels von Verträgen digitale Inhalte in Verbindung mit anderen Dienstleistungen oder Waren beispielsweise im Bereich Telekommunikation an, die nicht ausschließlich der Übermittlung digitaler Inhalte dienen, sollte diese Richtlinie nur für den Vertragsbestandteil gelten, der die digitalen Inhalte betrifft. Für die sonstigen Bestandteile sollte das anwendbare Recht maßgebend sein.

entfällt

Begründung

Erwägung 20 wird in geänderter Fassung zur neuen Erwägung 10b.

Änderungsantrag    29

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 21

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(21)  Diese Richtlinie sollte nicht die Aspekte der Bereitstellung digitaler Inhalte behandeln, die das Urheberrecht und sonstige Rechte des geistigen Eigentums betreffen. Daher sollte sie etwaige Rechte und Pflichten im Rahmen des Urheberrechts und sonstiger Rechte des geistigen Eigentums unberührt lassen.

(21)  Diese Richtlinie sollte nicht die Aspekte der Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen behandeln, die das Urheberrecht und sonstige Rechte des geistigen Eigentums betreffen. Daher sollte sie etwaige Rechte und Pflichten im Rahmen des Urheberrechts und sonstiger Rechte des geistigen Eigentums unberührt lassen.

Änderungsantrag    30

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 22

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(22)  Der Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten ist Gegenstand der Richtlinie 95/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates31 und der Richtlinie 2002/58/EG des Europäischen Parlaments und des Rates32, die im Zusammenhang mit Verträgen für die Bereitstellung digitaler Inhalte uneingeschränkt anwendbar sind. Diese Richtlinien bilden bereits einen Rechtsrahmen für personenbezogene Daten in der Union. Dieser Rechtsrahmen sollte bei der Umsetzung und Anwendung dieser Richtlinie uneingeschränkt beachtet werden.

(22)  Zu den in den Anwendungsbereich dieser Richtlinie fallenden Tätigkeiten zählt die Verarbeitung personenbezogener Daten. Diese Richtlinie lässt die für die Verarbeitung personenbezogener Daten geltenden Unionsvorschriften unberührt, insbesondere die Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates31a und die Richtlinie 2002/58/EG des Europäischen Parlaments und des Rates32, die gemeinsam für die Verarbeitung personenbezogener Daten gelten, die in den Mitgliedstaaten unter der Aufsicht der zuständigen einzelstaatlichen Behörden und insbesondere unter der Aufsicht der von den Mitgliedstaaten benannten unabhängigen öffentlichen Stellen erfolgt. Diese Rechtsakte bilden bereits einen unionsweiten Rechtsrahmen für personenbezogene Daten und sind im Zusammenhang mit Verträgen über die Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen uneingeschränkt anwendbar. Dieser Rechtsrahmen sollte bei der Umsetzung und Anwendung dieser Richtlinie uneingeschränkt beachtet werden.

__________________

__________________

31 ABl. L 281 vom 23.11.1995, S. 31-50) [durch die Datenschutz-Grundverordnung zu ersetzen, sobald sie verabschiedet ist].

 

 

31a Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG (Datenschutz-Grundverordnung) (ABl. L 119 vom 4.5.2016, S. 1).

32 ABl.L 201 vom 31.7.2002, S. 37-47.

32 Richtlinie 2002/58/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Juli 2002 über die Verarbeitung personenbezogener Daten und den Schutz der Privatsphäre in der elektronischen Kommunikation (Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation) (ABl. L 201 vom 31.7.2002, S. 37).

Änderungsantrag    31

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 22 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

(22a)  In den Anwendungsbereich dieser Richtlinie fallen auch Anwendungen für das Internet der Dinge, mit denen häufig kontextsensitiv auf die Bedürfnisse und Wünsche der Nutzer eingegangen wird, wobei Informationen über die Alltagsgewohnheiten und Tagesabläufe der Nutzer erfasst werden und die Geräte für die Nutzer unsichtbar und von ihnen unbemerkt agieren. Die Verbraucher haben vor Unterzeichnung des Vertrags unter Umständen zumindest die Datenschutzerklärung ihres Geräts für das Internet der Dinge durchgelesen, doch diese Datenschutzerklärungen sind nicht immer verständlich. Zudem sind Geräte für das Internet der Dinge häufig so gestaltet, dass sie kaum oder gar nicht verschlüsselt sind und es ihnen an anderen Sicherheitsmerkmalen mangelt. Üblicherweise sind sie in erheblichem Maße auf Drahtloskommunikationsprotokolle angewiesen, für die es keine verbindlichen Technik- und Sicherheitsnormen gibt. Die Verbraucher sind im Allgemeinen für die Sicherheit im Internet der Dinge nicht sensibilisiert, weshalb in Haushaltsgeräten häufig Standardkennwörter verwandt werden, die nie geändert und regelmäßig beeinträchtigt werden. Im Einklang mit den Grundprinzipien der Verordnung (EU) 2016/679 ist in dieser Richtlinie vorgesehen, dass zivilrechtliche Haftung besteht, wenn bei der Gestaltung von Geräten für das Internet der Dinge dem Datenschutz nicht Rechnung getragen wird, und dass Vertragsbestimmungen, durch die ein Recht verletzt wird, das dem Verbraucher als betroffener Person gemäß Verordnung (EU) 2016/679 gewährt wurde, nicht bindend sind.

Änderungsantrag    32

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 23

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(23)  Digitale Inhalte können die Verbraucher auf verschiedene Weise erreichen. Es ist angezeigt, einfache und klare Vorschriften in Bezug auf die Art und Weise und den Zeitpunkt der Erfüllung der wichtigsten Vertragspflicht des Anbieters, d. h. der Bereitstellung digitaler Inhalte für den Kunden, festzulegen. In der Erwägung, dass der Anbieter grundsätzlich nicht für Handlungen oder Unterlassungen eines Internetanbieters oder einer elektronischen Plattform, die der Verbraucher für den Empfang digitaler Inhalte gewählt hat, haftbar ist, sollte es mit Blick auf die Vertragserfüllung ausreichen, dass der Anbieter die digitalen Inhalte diesem Dritten bereitstellt. Im Hinblick auf den Zeitpunkt der Bereitstellung sollten die digitalen Inhalte in Übereinstimmung mit den marktüblichen Praktiken und technischen Möglichkeiten sofort bereitgestellt werden, sofern die Parteien keine andere Vereinbarung über sonstige Bereitstellungsmodelle treffen.

(23)  Digitale Inhalte oder Dienstleistungen können die Verbraucher auf verschiedene Weise erreichen oder ihnen zugänglich gemacht werden. Es ist angezeigt, einfache und klare Vorschriften in Bezug auf die Art und Weise und den Zeitpunkt der Erfüllung der wichtigsten Vertragspflicht des Unternehmers, d. h. der Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen für den Kunden, festzulegen. In der Erwägung, dass der Unternehmer grundsätzlich nicht für Handlungen oder Unterlassungen eines Internetanbieters oder einer elektronischen Plattform, die der Verbraucher für den Empfang digitaler Inhalte oder Dienstleistungen gewählt hat, haftbar ist, sollte es mit Blick auf die Vertragserfüllung ausreichen, dass der Unternehmer die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen diesem Dritten oder einem anderen, vom Verbraucher benannten Dritten bereitstellt. Im Hinblick auf den Zeitpunkt der Bereitstellung sollten die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen in Übereinstimmung mit den marktüblichen Gepflogenheiten und technischen Möglichkeiten nach Vertragsschluss unverzüglich bereitgestellt werden, sofern die Parteien keine andere Vereinbarung über sonstige Bereitstellungsmodelle treffen.

Änderungsantrag    33

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 24

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(24)  Zur Förderung der Innovation im digitalen Binnenmarkt und um die technologischen Entwicklungen erfassen zu können, die sich im schnellen Wandel der Merkmale digitaler Inhalte widerspiegeln, ist es gerechtfertigt, von digitalen Inhalten in erster Linie zu verlangen, dass sie dem entsprechen, was vertraglich vereinbart wurde.

entfällt

Änderungsantrag    34

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 25

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(25)  In den Fällen, in denen der Vertrag keine hinreichend klaren und umfassenden Vorgaben zur Feststellung der Vertragsmäßigkeit der digitalen Inhalte enthält, muss durch die Festlegung objektiver Konformitätskriterien sichergestellt werden, dass den Verbrauchern ihre Rechte nicht vorenthalten werden. In solchen Fällen sollte die Vertragsmäßigkeit anhand des Zwecks, für den digitale Inhalte derselben Art gewöhnlich genutzt werden, beurteilt werden.

(25)  Um Klarheit zu schaffen in Bezug darauf, was ein Verbraucher von bestimmten digitalen Inhalten oder Dienstleistungen erwarten kann und wann ein Unternehmer für die unterlassene Bereitstellung haftbar wäre, sind harmonisierte Vorschriften zur Festlegung des Begriffs der Vertragsmäßigkeit unverzichtbar. Bei kombinierter Anwendung von subjektiven und objektiven Kriterien dürften die legitimen Interessen beider Parteien eines Vertrags gewahrt bleiben. Der Vertrag sollte hinreichend klare und umfassende Vorgaben zur Feststellung der Vertragsmäßigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen enthalten. Ebenso muss durch die Festlegung objektiver Konformitätskriterien sichergestellt werden, dass den Verbrauchern ihre Rechte nicht vorenthalten werden. Die Vertragsmäßigkeit sollte anhand der Qualität und Leistung, die von digitalen Inhalten oder Dienstleistungen derselben Art gewöhnlich zu erwarten ist, beurteilt werden, wobei das, was billigerweise vom Verbraucher erwartet werden kann, die Art der Inhalte oder Dienstleistungen und – soweit zutreffend – die öffentlichen Erklärungen, die vom Unternehmer, vom Hersteller oder von dessen Vertreter bzw. in deren Namen über die besonderen Merkmale der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen insbesondere in der Werbung oder auf dem Etikett abgegeben wurden, zu berücksichtigen sind. Die Erwartungen der Verbraucher sind je nach Art und Nutzung der digitalen Inhalte und Dienstleistungen überaus unterschiedlich und sollten daher objektiv bestimmt werden.

Änderungsantrag    35

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 25 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

(25a)  In Bezug auf die Anforderungen an die Vertragsmäßigkeit sollte zwar der Grundsatz der Vertragsfreiheit gelten, doch um die Umgehung der Haftung bei Vertragswidrigkeit zu verhindern und ein hohes Verbraucherschutzniveau sicherzustellen, sollte eine die Verbraucherinteressen beeinträchtigende Vertragsklausel, die von den zwingenden Vorschriften betreffend die Anforderungen an die Kriterien für die Vertragsmäßigkeit und die unsachgemäße Integration der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen abweicht, nur dann zulässig sein, wenn der Verbraucher bei Vertragsschluss eigens davon in Kenntnis gesetzt wurde und dem ausdrücklich zugestimmt hat.

Änderungsantrag    36

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 26

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(26)  Digitale Inhalte müssen naturgemäß mit sonstiger digitaler Ausrüstung interagieren, um ordnungsgemäß zu funktionieren, so dass Interoperabilität eines der Konformitätskriterien sein sollte. Diese Interaktion betrifft insbesondere Hardware-Faktoren wie Prozessorgeschwindigkeit und Merkmale von Grafikkarten sowie Software-Faktoren wie eine bestimmte Version des Betriebssystems oder eines Multimedia-Players. Der Begriff des Funktionsumfangs sollte sich darauf beziehen, wie digitale Inhalte verwendet werden können. Er sollte sich auch auf das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein von technischen Beschränkungen wie den Schutz mittels digitaler Rechteverwaltung oder Regionalcodierung beziehen.

(26)  Digitale Inhalte und Dienstleistungen müssen naturgemäß mit sonstiger digitaler Ausrüstung interagieren, um ordnungsgemäß zu funktionieren, weshalb Interoperabilität eines der Konformitätskriterien sein sollte. Als Interoperabilität sollte die Fähigkeit digitaler Inhalte oder Dienstleistungen aufgefasst werden, im Rahmen ihres gesamten Funktionsumfangs mit einer konkreten digitalen Umgebung zu interagieren. Als Funktionsumfang sind die möglichen Verwendungsarten digitaler Inhalte oder Dienstleistungen zu verstehen, doch er sollte auch so verstanden werden, dass er das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein von technischen Beschränkungen wie den Schutz mittels digitaler Rechteverwaltung oder Regionalcodierung umfasst. Der Verbraucher sollte im Vorfeld über die genehmigten Arten der Nutzung der digitalen Inhalte, z. B. über Privatkopien, informiert werden. Bezieht sich der Vertrag auf urheberrechtlich geschützte Werke, erstreckt sich die Vertragsmäßigkeit auf die Einhaltung aller Urheberrechtsvorschriften. Vertragsklauseln, mit denen die rechtmäßige Inanspruchnahme im Urheberrecht vorgesehener Ausnahmen oder Beschränkungen konkret verhindert wird, sollten als Vertragswidrigkeit gelten. Die Bedingungen, unter denen Ausnahmen oder Beschränkungen in Anspruch genommen werden können, sollten auch künftig in den Unionsvorschriften für das Urheberrecht und die verwandten Schutzrechte festgelegt werden, die durch diese Richtlinie nicht geändert werden.

Änderungsantrag    37

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 27

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(27)  Datengestützte Dienste und Technologien bieten zwar große Vorteile, schaffen aber auch einige Anfälligkeiten. Der Strategie für einen digitalen Binnenmarkt zufolge ist ein hohes Maß an Netz- und Informationssicherheit in der gesamten Europäischen Union von entscheidender Bedeutung, um die Wahrung von Grundrechten wie des Rechts auf Schutz der Privatsphäre und personenbezogener Daten zu gewährleisten, allgemein für mehr Vertrauen bei den Nutzern zu sorgen und ihr Vertrauen in die digitale Wirtschaft zu stärken. Aufgrund der Ausbreitung von Software entwickeln sich Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Sicherheit und Anpassungsfähigkeit in Bezug auf neue Bedürfnisse ebenfalls zu einem vorrangigen Anliegen. Daher ist es von zunehmender Bedeutung, dass diese datengestützten Dienste und Technologien in dem ihrer Rolle und Funktion entsprechenden Maß eine Gewähr für die genannten Eigenschaften bieten. Insbesondere entwickelt sich Qualität in puncto Sicherheit und Zuverlässigkeit zu einem wichtigen Anliegen für innovative Verbunddienstleistungen, die auf das ordnungsgemäße Zusammenspiel unterschiedlicher Systeme in verschiedenen Bereichen angewiesen sind.

(27)  Datengestützte Dienste und Technologien bieten zwar große Vorteile, schaffen aber auch einige Anfälligkeiten. Ein hohes Maß an Netz- und Informationssicherheit ist in der gesamten Europäischen Union von entscheidender Bedeutung, um die Wahrung von Grundrechten wie des Rechts auf Schutz der Privatsphäre und personenbezogener Daten zu gewährleisten, allgemein für mehr Vertrauen bei den Nutzern zu sorgen und ihr Vertrauen in die digitale Wirtschaft zu stärken. Aufgrund der Ausbreitung von Software entwickeln sich Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Sicherheit und Anpassungsfähigkeit in Bezug auf neue Bedürfnisse ebenfalls zu einem vorrangigen Anliegen. Daher ist es von zunehmender Bedeutung, dass diese datengestützten Dienste und Technologien in dem ihrer Rolle und Funktion entsprechenden Maß eine Gewähr für die genannten Eigenschaften bieten. Insbesondere entwickelt sich Qualität in puncto Sicherheit und Zuverlässigkeit zu einem wichtigen Anliegen für innovative Verbunddienstleistungen, die auf das ordnungsgemäße Zusammenspiel unterschiedlicher Systeme in verschiedenen Bereichen angewiesen sind. In diesem Zusammenhang ist hervorzuheben, dass Aktualisierungen, z. B. Sicherheitsaktualisierungen, für die wirksame Sicherung der Betriebssoftware intelligenter Waren notwendig sind, etwa bei Smartphones, bei denen der Nutzer so rasch wie möglich die vom Unternehmer bereitgestellte aktuellste Version installieren muss, um vor der Nutzung durch böswillig handelnde Personen geschützt zu sein.

Änderungsantrag    38

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 28

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(28)  Bei der Anwendung dieser Richtlinie sollten die Anbieter unter anderem in Bezug auf das allgemein gebräuchliche Datenformat für die Abfrage der vom Nutzer erzeugten Inhalte oder sonstiger vom Verbraucher bereitgestellter Inhalte auf Standards, offene technische Spezifikationen, bewährte Verfahren und Verhaltenskodizes zurückgreifen, die auf internationaler Ebene, auf europäischer Ebene oder auf Ebene eines Industriezweigs festgelegt wurden. In diesem Zusammenhang könnte die Kommission prüfen, ob sie die Entwicklung internationaler und europäischer Normen sowie die Erstellung eines Verhaltenskodex durch Berufsverbände und sonstige repräsentative Organisationen fördert, die die einheitliche Anwendung der Richtlinie unterstützen könnten.

(28)  Bei der Anwendung dieser Richtlinie sollten die Unternehmer unter anderem in Bezug auf das allgemein gebräuchliche Datenformat für die Abfrage der vom Nutzer erzeugten Inhalte oder sonstiger vom Verbraucher bereitgestellter Inhalte und in Bezug auf die Sicherheit von Informationssystemen und digitalen Umgebungen auf Standards, offene technische Spezifikationen, bewährte Verfahren und Verhaltenskodizes zurückgreifen, die auf internationaler Ebene, auf europäischer Ebene oder auf der Ebene eines Industriezweigs festgelegt wurden. In diesem Zusammenhang kann die Kommission die Entwicklung internationaler und europäischer Normen ebenso verlangen wie die Erstellung eines Verhaltenskodex durch Berufsverbände und sonstige repräsentative Organisationen, die die einheitliche Anwendung der Richtlinie unterstützen könnten.

Änderungsantrag    39

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 28 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

(28a)  Während eines angemessenen Zeitraums sollte der Unternehmer dem Verbraucher Aktualisierungen, z. B. Sicherheitsaktualisierungen, bereitstellen, damit die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen in vertragsgemäßem Zustand sind. Es sollte den Verbrauchern freistehen, diese Aktualisierungen zu installieren. So kann sich der Verbraucher entscheiden, die ihm bereitgestellten Aktualisierungen nicht zu installieren, wenn dies die Nachrüstung seines Betriebssystems erforderlich machen würde. In einem solchen Fall – wenn sich der Verbraucher entscheidet, die Aktualisierungen nicht zu installieren – kann der Verbraucher jedoch nicht billigerweise erwarten, dass die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen nach wie vor in vertragsgemäßem Zustand sind, es sei denn, der Unternehmer stimmt ausdrücklich einer anders lautenden Vereinbarung zu. Der Verbraucher sollte darüber unterrichtet werden, dass seine Entscheidung, erforderliche Aktualisierungen, z. B. Sicherheitsaktualisierungen, nicht zu installieren, bei der Bewertung der Verantwortung des Unternehmers für den Erhalt der Vertragsmäßigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen in Betracht gezogen wird.

Änderungsantrag    40

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 29

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(29)  Viele Arten digitaler Inhalte werden über einen bestimmten Zeitraum bereitgestellt. So greifen Verbraucher beispielsweise über einen bestimmten Zeitraum auf Cloud-Dienste zu. Daher ist dafür Sorge zu tragen, dass die Vertragsmäßigkeit der digitalen Inhalte während der Vertragslaufzeit gewahrt ist. Da digitale Inhalte häufig insbesondere durch Aktualisierungen verbessert werden, sollte außerdem die dem Verbraucher bereitgestellte Version digitaler Inhalte die aktuellste Version sein, die zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses verfügbar war.

(29)  Viele Arten digitaler Inhalte oder Dienstleistungen, wie der Zugriff auf Cloud-Dienste, werden über einen bestimmten Zeitraum bereitgestellt. Daher muss dafür Sorge getragen werden, dass die Vertragsmäßigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen während der Vertragslaufzeit gewahrt ist. Erhebliche, anhaltende und wiederholte Unterbrechungen der Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen, für die der Anbieter verantwortlich ist, sollten als Vertragswidrigkeiten behandelt werden. Da digitale Inhalte und Dienstleistungen häufig insbesondere durch Aktualisierungen verbessert werden, sollte außerdem die dem Verbraucher bereitgestellte Version digitaler Inhalte oder Dienstleistungen die aktuellste Version sein, die zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses verfügbar war, es sei denn, die Vertragsparteien vereinbaren ausdrücklich, dass eine ältere Version installiert wird, um z. B. die Interoperabilität mit der digitalen Umgebung des Verbrauchers sicherzustellen.

Änderungsantrag    41

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 30

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(30)  Digitale Inhalte müssen sachgemäß in die Hard- und Softwareumgebung des Verbrauchers integriert werden, damit sie ordnungsgemäß funktionieren. Ist eine Vertragswidrigkeit auf eine unsachgemäße Integration zurückzuführen, sollte sie als Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte selbst gelten, sofern die digitalen Inhalte vom Anbieter selbst oder unter seiner Kontrolle oder aber vom Verbraucher anhand der auf die Integration bezogenen Anweisungen des Anbieters integriert wurden und die unsachgemäße Integration auf Mängeln in diesen Integrationsanweisungen beruht. In solchen Fällen ist die Vertragswidrigkeit dem Anbieter zuzurechnen.

(30)  Digitale Inhalte oder Dienstleistungen müssen sachgemäß in die digitale Umgebung des Verbrauchers integriert werden, damit sie ordnungsgemäß funktionieren. Ist eine Vertragswidrigkeit auf eine unsachgemäße Integration zurückzuführen, sollte sie als Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen selbst gelten, sofern die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen vom Unternehmer selbst oder unter seiner Kontrolle oder aber vom Verbraucher anhand der auf die Integration bezogenen Anweisungen des Unternehmers integriert wurden und die unsachgemäße Integration auf Mängeln in diesen Integrationsanweisungen beruht. In solchen Fällen ist die Vertragswidrigkeit dem Unternehmer zuzurechnen.

Änderungsantrag    42

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 31

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(31)  Die Vertragsmäßigkeit sollte die Abwesenheit von Sach- und Rechtsmängeln umfassen. Dritte könnten den Verbraucher wirksam an der vertragsgemäßen Nutzung digitaler Inhalte oder einiger Merkmale davon hindern, wenn Rechte dieser Dritten verletzt wurden und der Dritte den Anbieter rechtmäßig zwingt, die Verletzung dieser Rechte abzustellen und die betreffenden digitalen Inhalte nicht mehr bereitzustellen. Rechtsmängel sind besonders erheblich für digitale Inhalte, die naturgemäß Rechten des geistigen Eigentums unterliegen. Der Anbieter sollte deshalb verpflichtet sein sicherzustellen, dass die digitalen Inhalte frei von Rechten Dritter wie etwa Urheberrechten sind, die den Verbraucher an der vertragsgemäßen Nutzung der digitalen Inhalte hindern könnten.

(31)  Die Vertragsmäßigkeit sollte die Abwesenheit von Sach- und Rechtsmängeln umfassen. Dritte könnten den Verbraucher wirksam an der vertragsgemäßen Nutzung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen oder einiger Merkmale davon hindern, wenn Rechte dieser Dritten verletzt wurden und der Dritte den Unternehmer rechtmäßig zwingt, die Verletzung dieser Rechte abzustellen und die betreffenden digitalen Inhalte oder Dienstleistungen nicht mehr bereitzustellen. Rechtsmängel sind besonders erheblich für digitale Inhalte oder Dienstleistungen, die naturgemäß Rechten des geistigen Eigentums unterliegen. Der Unternehmer sollte deshalb verpflichtet sein, sicherzustellen, dass die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen frei von Beschränkungen sind, die sich aus Rechten Dritter ergeben, wie etwa Urheberrechtsansprüchen, die den Verbraucher an der vertragsgemäßen Nutzung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen hindern könnten.

Änderungsantrag     43

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 31 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

(31a)  Damit keine den Verbraucherschutz betreffenden Gesetzeslücken in Bezug auf Verträge über die Bereitstellung digitaler Inhalte und Dienstleistungen entstehen, sollten die Bedingungen für verbindliche gewerbliche Garantien und insbesondere für vorvertragliche Informationen, Werbung und Garantieerklärungen festgelegt werden.

Änderungsantrag    44

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 32

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(32)  Aufgrund des besonderen Charakters hochkomplexer digitaler Inhalte und des Umstands, dass der Anbieter über bessere Fachkenntnisse verfügt und Zugang zu Know-how, technischen Informationen und High-Tech-Unterstützung hat, kann der Anbieter besser als der Verbraucher beurteilen, warum digitale Inhalte vertragswidrig sind. Der Anbieter kann auch besser beurteilen, ob die Vertragswidrigkeit auf die Unvereinbarkeit der digitalen Umgebung des Verbrauchers mit den technischen Anforderungen an die digitalen Inhalte zurückzuführen ist. Daher sollte es im Falle einer Streitigkeit dem Anbieter obliegen, die Vertragsmäßigkeit der digitalen Inhalte nachzuweisen, es sei denn, der Anbieter weist nach, dass die digitale Umgebung des Verbrauchers nicht mit den digitalen Inhalten vereinbar ist. Nur in dem Fall, dass der Anbieter nachweist, dass die digitale Umgebung des Verbrauchers nicht mit der Interoperabilität und sonstigen technischen Anforderungen vereinbar ist, sollte die Beweislast für die Vertragswidrigkeit digitaler Inhalte beim Verbraucher liegen.

(32)  Aufgrund des besonderen Charakters hochkomplexer digitaler Inhalte und Dienstleistungen und des Umstands, dass der Unternehmer über bessere Fachkenntnisse verfügt und Zugang zu Know-how, technischen Informationen und High-Tech-Unterstützung hat, kann der Unternehmer besser als der Verbraucher beurteilen, warum digitale Inhalte oder Dienstleistungen vertragswidrig sind. Der Unternehmer kann auch besser beurteilen, ob die Vertragswidrigkeit auf die Unvereinbarkeit der digitalen Umgebung des Verbrauchers mit den technischen Anforderungen an die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen zurückzuführen ist. Daher sollte es im Falle einer Streitigkeit dem Unternehmer obliegen, die Vertragsmäßigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen nachzuweisen, es sei denn, der Unternehmer weist nach, dass die digitale Umgebung des Verbrauchers nicht mit den digitalen Inhalten oder Dienstleistungen vereinbar ist. Nur in dem Fall, dass der Unternehmer nachweist, dass die digitale Umgebung des Verbrauchers nicht mit der Interoperabilität und sonstigen technischen Anforderungen vereinbar ist, sollte die Beweislast für die Vertragswidrigkeit digitaler Inhalte oder Dienstleistungen beim Verbraucher liegen. Der Zeitraum, in dem der Unternehmer die Beweislast für die Vertragswidrigkeit trägt, sollte zwei Jahre ab dem Zeitpunkt der Bereitstellung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen betragen. Bei digitalen Inhalten oder Dienstleistungen, die in Waren integriert sind, sollte diese Frist auf ein Jahr verkürzt werden. Bei langfristigen Verträgen über die Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen sollte die Beweislast während der gesamten Vertragslaufzeit beim Anbieter liegen.

Änderungsantrag    45

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 33

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(33)  Unbeschadet der Grundrechte auf Schutz der Privatsphäre, einschließlich der Vertraulichkeit der Kommunikation, und auf Schutz der personenbezogenen Daten des Verbrauchers sollte der Verbraucher mit dem Anbieter zusammenarbeiten, um dem Anbieter zu ermöglichen, unter Verwendung der die Privatsphäre am wenigsten beeinträchtigenden Mittel, die den beiden Parteien unter den gegebenen Umständen zur Verfügung stehen, die digitale Umgebung des Verbrauchers zu prüfen. Dies kann beispielsweise erfolgen, indem dem Anbieter automatisch erzeugte Berichte über Zwischenfälle oder Details der Internetverbindung des Verbrauchers übermittelt werden. Nur in begründeten Ausnahmefällen, in denen alle anderen Mittel ausgeschöpft wurden, kann dies auch erfolgen, indem der Anbieter virtuellen Zugang zur digitalen Umgebung des Verbrauchers erhält. Arbeitet der Verbraucher jedoch nicht mit dem Anbieter zusammen, sollte die Beweislast für die Vertragswidrigkeit digitaler Inhalte beim Verbraucher liegen.

(33)  Unbeschadet der Grundrechte auf Schutz der Privatsphäre, einschließlich der Vertraulichkeit der Kommunikation, und auf Schutz der personenbezogenen Daten des Verbrauchers sollte der Verbraucher mit dem Unternehmer zusammenarbeiten, um dem Unternehmer zu ermöglichen, unter Verwendung der die Privatsphäre am wenigsten beeinträchtigenden Mittel, die den beiden Parteien unter den gegebenen Umständen zur Verfügung stehen, die digitale Umgebung des Verbrauchers zu prüfen, um festzustellen, ob die Vertragswidrigkeit zum Zeitpunkt der Bereitstellung der digitalen Inhalte bestand. Dies kann beispielsweise erfolgen, indem dem Unternehmer automatisch erzeugte Berichte über Zwischenfälle oder Details der Internetverbindung des Verbrauchers übermittelt werden. Nur in begründeten Ausnahmefällen, in denen alle anderen Mittel ausgeschöpft wurden, kann dies auch erfolgen, indem der Unternehmer virtuellen Zugang zur digitalen Umgebung des Verbrauchers erhält. Arbeitet der Verbraucher jedoch nicht mit dem Unternehmer zusammen, sollte die Beweislast für die Vertragswidrigkeit digitaler Inhalte oder Dienstleistungen beim Verbraucher liegen, sofern der Verbraucher über diese Folge mangelnder Bereitschaft zur Zusammenarbeit unterrichtet wurde.

Änderungsantrag    46

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 34

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(34)  Der Anbieter sollte dem Verbraucher für die Vertragswidrigkeit und für die unterlassene Bereitstellung der digitalen Inhalte haften. Da digitale Inhalte unter Umständen im Laufe eines Zeitraums bereitgestellt werden, ist es gerechtfertigt, dass der Anbieter zudem für jede Vertragswidrigkeit haften sollte, die während dieses Zeitraums eintritt.

(34)  Der Unternehmer sollte dem Verbraucher für die unterlassene Bereitstellung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen sowie für jede Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen haften, wenn diese Vertragswidrigkeit innerhalb von zwei Jahren nach dem Zeitpunkt der Bereitstellung offenbar wird. Da digitale Inhalte oder Dienstleistungen unter Umständen im Laufe eines Zeitraums bereitgestellt werden, ist es gerechtfertigt, dass der Unternehmer zudem für jede Vertragswidrigkeit haften sollte, die während dieses Zeitraums eintritt. In Bezug auf integrierte digitale Inhalte oder Dienstleistungen sollte eine ähnliche Garantieregelung gelten wie diejenige, die für herkömmliche Waren gilt. Um das Vertrauen der Verbraucher zu stärken und den grenzüberschreitenden Verkauf online wie offline anzukurbeln, sollten weitere Fortschritte bei der Harmonisierung des Verbraucherrechts erzielt werden. Die gesetzliche Mindestgarantiefrist von zwei Jahren gemäß der Richtlinie 1999/44/EG des Europäischen Parlaments und des Rates1a sollte eine vollständig harmonisierte Norm werden. Damit jedoch der Verbraucherschutz in bestimmten Mitgliedstaaten nicht geschmälert wird, sollten diejenigen Mitgliedstaaten, die bis zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Richtlinie bereits eine längere Garantiefrist oder andere Garantiefristenregelungen eingeführt haben, diese beibehalten dürfen.

 

____________

 

1a Richtlinie 1999/44/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Mai 1999 zu bestimmten Aspekten des Verbrauchsgüterkaufs und der Garantien für Verbrauchsgüter (ABl. L 171 vom 7.7.1999, S. 12).

Änderungsantrag    47

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 35

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(35)  Stellt der Anbieter dem Verbraucher die digitalen Inhalte nicht vertragsgemäß bereit, so begründet dies eine schwerwiegende Verletzung der Hauptvertragspflicht des Anbieters, die es dem Verbraucher ermöglichen sollte, den Vertrag mit sofortiger Wirkung zu beenden. Hat es der Anbieter ursprünglich nicht versäumt, die digitalen Inhalte bereitzustellen, sollten Unterbrechungen der Bereitstellung, aufgrund deren die digitalen Inhalte dem Verbraucher kurzzeitig nicht verfügbar oder zugänglich sind, nicht als unterlassene Bereitstellung, sondern als Vertragswidrigkeit gelten. Insbesondere sollte die Anforderung der ordnungsgemäßen Kontinuität der digitalen Inhalte mehr umfassen als geringfügige kurzfristige Unterbrechungen der Bereitstellung.

(35)  Stellt der Unternehmer dem Verbraucher die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen nicht vertragsgemäß bereit, sollte der Verbraucher den Anbieter zur Bereitstellung auffordern. Werden die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen nicht unverzüglich bereitgestellt, so sollte es dem Verbraucher möglich sein, den Vertrag mit sofortiger Wirkung zu beenden, es sei denn, die Parteien vereinbaren ausdrücklich eine zusätzliche Frist für die Bereitstellung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen. Hat es der Unternehmer ursprünglich nicht versäumt, die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen bereitzustellen, sollten Unterbrechungen der Bereitstellung, aufgrund deren die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen dem Verbraucher kurzzeitig nicht verfügbar oder zugänglich sind, nicht als unterlassene Bereitstellung, sondern als Vertragswidrigkeit gelten. Insbesondere sollte die Anforderung der ordnungsgemäßen Kontinuität der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen mehr umfassen als geringfügige kurzfristige Unterbrechungen der Bereitstellung.

Änderungsantrag    48

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 36

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(36)  Bei Vertragswidrigkeit sollten Verbraucher in einem ersten Schritt Anspruch auf unentgeltliche Herstellung des vertragsgemäßen Zustands der digitalen Inhalte haben. Je nach den technischen Merkmalen der digitalen Inhalte kann der Anbieter entscheiden, wie er den vertragsgemäßen Zustand der digitalen Inhalte herstellt, beispielsweise indem er aktualisierte Versionen übermittelt oder den Verbraucher auffordert, auf eine neue Kopie der digitalen Inhalte zuzugreifen. Angesichts der Vielfalt digitaler Inhalte ist es nicht angemessen, feste Fristen für die Wahrnehmung der Rechte oder die Erfüllung der Pflichten im Zusammenhang mit diesen digitalen Inhalten festzulegen. Feste Fristen könnten dieser Vielfalt nicht gerecht werden und je nach Fall zu kurz oder zu lang ausfallen. Daher ist ein Verweis auf angemessene Fristen sinnvoller. Der vertragsgemäße Zustand der digitalen Inhalte sollte innerhalb einer angemessenen Frist und kostenfrei hergestellt werden. Insbesondere sollten dem Verbraucher keine Kosten im Zusammenhang mit der Entwicklung einer aktualisierten Version der digitalen Inhalte entstehen.

(36)  Bei Vertragswidrigkeit sollten Verbraucher in einem ersten Schritt Anspruch auf unentgeltliche Herstellung des vertragsgemäßen Zustands der digitalen Inhalte oder digitalen Dienstleistung haben. Je nach den technischen Merkmalen der digitalen Inhalte oder digitalen Dienstleistung sollte der Unternehmer entscheiden, wie er den vertragsgemäßen Zustand der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen herstellt, beispielsweise indem er aktualisierte Versionen übermittelt oder den Verbraucher auffordert, auf eine neue Kopie der digitalen Inhalte zuzugreifen. Damit dem Verbraucher keine erheblichen Unannehmlichkeiten entstehen, sollte der Unternehmer nicht berechtigt sein, die Berichtigung desselben Fehlers mehr als einmal zu versuchen. Angesichts der Vielfalt digitaler Inhalte und Dienstleistungen ist es nicht angemessen, feste Fristen für die Wahrnehmung der Rechte oder die Erfüllung der Pflichten im Zusammenhang mit diesen digitalen Inhalten oder Dienstleistungen festzulegen. Feste Fristen könnten dieser Vielfalt nicht gerecht werden und je nach Fall zu kurz oder zu lang ausfallen. Daher ist ein Verweis auf angemessene Fristen sinnvoller. Die angemessene Frist für die Herstellung des vertragsgemäßen Zustands der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen sollte objektiv bestimmt werden, wobei der Art der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen und der Art der Vertragswidrigkeit Rechnung zu tragen ist. Der vertragsgemäße Zustand der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen sollte kostenfrei hergestellt werden. Insbesondere sollten dem Verbraucher keine Kosten im Zusammenhang mit der Entwicklung einer aktualisierten Version der digitalen Inhalte entstehen.

Änderungsantrag    49

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 37

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(37)  In einem zweiten Schritt sollte der Verbraucher Anspruch auf Minderung des Preises oder Beendigung des Vertrags haben. Das Recht des Verbrauchers auf Beendigung des Vertrags sollte auf die Fälle beschränkt sein, in denen beispielsweise die Herstellung des vertragsgemäßen Zustands der digitalen Inhalte nicht möglich ist und die Vertragswidrigkeit die wesentlichen Leistungsmerkmale der digitalen Inhalte beeinträchtigt. Beendet der Verbraucher den Vertrag, sollte der Anbieter dem Verbraucher den gezahlten Preis erstatten. Wurden die digitalen Inhalte nicht gegen Zahlung eines Preises bereitgestellt, sondern gegen den Zugang zu Daten, die vom Verbraucher bereitgestellt wurden, sollte es der Anbieter nach Beendigung des Vertrags unterlassen, diese Daten zu nutzen, sie an Dritte zu übermitteln oder Dritten Zugang dazu zu gewähren. Besteht die Gegenleistung in der Bereitstellung personenbezogener Daten, so bedeutet die genannte Verpflichtung zur Unterlassung der Nutzung der Daten, dass der Anbieter sämtliche Maßnahmen ergreifen sollte, um den Datenschutzbestimmungen genüge zu leisten und die Daten zu löschen oder so zu anonymisieren, dass der Verbraucher durch keinerlei Mittel identifiziert werden kann, die vom Anbieter oder einer anderen Person aller Voraussicht nach genutzt werden. Unbeschadet der Pflichten des für die Datenverarbeitung Verantwortlichen gemäß der Richtlinie 95/46/EG sollte der Anbieter nicht verpflichtet sein, weitere Maßnahmen in Bezug auf Daten zu ergreifen, die der Anbieter während der Laufzeit des Vertrags über die Bereitstellung digitaler Inhalte rechtmäßig Dritten bereitgestellt hat.

(37)  In einem zweiten Schritt sollte der Verbraucher Anspruch auf Minderung des Preises oder Beendigung des Vertrags haben. Das Recht des Verbrauchers auf Beendigung des Vertrags sollte auf die Fälle beschränkt sein, in denen beispielsweise die Herstellung des vertragsgemäßen Zustands der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen nicht möglich ist und die Vertragswidrigkeit die wesentlichen Leistungsmerkmale der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen beeinträchtigt. Werden Verträge mithilfe digitaler Mittel geschlossen, so sollte der Unternehmer dem Verbraucher einfache digitale Mittel zur Vertragsbeendigung bereitstellen, z. B. ein Online-Formular. Beendet der Verbraucher den Vertrag, sollte der Unternehmer dem Verbraucher den gezahlten Preis erstatten.

Änderungsantrag    50

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 38

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(38)  Nach Beendigung des Vertrags sollte es der Anbieter zudem unterlassen, die vom Verbraucher erzeugten Inhalte zu nutzen. Wurden bestimmte Inhalte jedoch von mehr als einem Verbraucher erzeugt, ist der Anbieter berechtigt, die vom Verbraucher erzeugten Inhalte weiter zu nutzen, wenn sie von den anderen Verbrauchern genutzt werden.

(38)  Nach Beendigung des Vertrags sollte es der Unternehmer unterlassen, die vom Verbraucher erzeugten Inhalte zu nutzen. Wenn jedoch die nutzergenerierten Inhalte außerhalb des Ökosystems keinen Nutzwert haben oder ausschließlich mit der Aktivität des Verbrauchers zusammenhängen oder vom Unternehmer mit anderen Daten aggregiert wurden und nur mit unverhältnismäßigem Aufwand disaggregiert werden können, ist der Unternehmer berechtigt, die vom Verbraucher erzeugten Inhalte weiter zu nutzen. Dies ist auch der Fall, wenn bestimmte Inhalte von mehr als einem Verbraucher erzeugt wurden und von anderen Verbrauchern weiterhin genutzt werden können. Dies umfasst von einem Verbraucher individuell zu einem kooperativen Projekt beigetragene Inhalte, die von anderen Verbrauchern weiterhin genutzt werden. Diese individuell beigetragenen Inhalte sollten auch nach Beendigung des Vertrags vom Unternehmer unter den Bedingungen weitergenutzt werden können, unter denen sie ursprünglich vom Verbraucher bereitgestellt wurden.

Änderungsantrag    51

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 39

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(39)  Um sicherzustellen, dass der Verbraucher im Hinblick auf das Recht zur Beendigung des Vertrags wirksamen Schutz genießt, sollte der Anbieter dem Verbraucher die Wiedererlangung aller Daten ermöglichen, die vom Verbraucher hochgeladen wurden, die der Verbraucher unter Nutzung der digitalen Inhalte hergestellt hat oder die im Zuge der Nutzung der digitalen Inhalte durch den Verbraucher erzeugt wurden. Diese Verpflichtung sollte sich auch auf Daten erstrecken, die der Anbieter im Rahmen des Vertrags über die Bereitstellung digitaler Inhalte speichern muss, sowie auf Daten, die der Anbieter im Zusammenhang mit dem Vertrag tatsächlich gespeichert hat.

entfällt

Änderungsantrag    52

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 40

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(40)  Stellt der Anbieter dem Verbraucher nach Beendigung des Vertrags wegen Vertragswidrigkeit die technischen Mittel zur Wiedererlangung der Daten bereit, sollte der Verbraucher das Recht haben, die Daten kostenfrei wiederzuerlangen, beispielsweise ohne Kosten für die Verwendung eines gebräuchlichen Datenformats; dies gilt nicht für Kosten wie Internetverbindungskosten, die durch die digitale Umgebung des Verbrauchers bedingt sind, da diese Kosten nicht spezifisch mit der Wiedererlangung der Daten zusammenhängen.

(40)  Nach Beendigung des Vertrags wegen Vertragswidrigkeit sollte der Unternehmer dem Verbraucher sämtliche vom Verbraucher generierten Inhalte bereitstellen, die keine personenbezogenen Daten sind, es sei denn, diese Inhalte haben außerhalb des Kontextes der von dem Unternehmer bereitgestellten digitalen Inhalte oder Dienstleistungen keinen Nutzwert, sie hängen ausschließlich mit der Nutzung der vom Unternehmer bereitgestellten digitalen Inhalte oder Dienstleistungen durch den Verbraucher zusammen oder wurden vom Unternehmer mit anderen Daten aggregiert und können nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand disaggregiert werden. Der Verbraucher sollte das Recht haben, die Inhalte kostenfrei und in einem allgemein gebräuchlichen und maschinenlesbaren Format wiederzuerlangen.

Änderungsantrag    53

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 41

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(41)  Wurde der Vertrag beendet, sollte der Verbraucher nicht verpflichtet sein, für die Nutzung vertragswidriger digitaler Inhalte zu zahlen, da dem Verbraucher hierdurch der wirksame Schutz entzogen würde.

(41)  Wurde der Vertrag beendet, sollte der Verbraucher nicht verpflichtet sein, für die Nutzung vertragswidriger digitaler Inhalte oder Dienstleistungen zu zahlen, da dem Verbraucher hierdurch der wirksame Schutz entzogen würde.

Änderungsantrag    54

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 42

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(42)  In notwendiger Abwägung der legitimen Interessen von Verbrauchern und Anbietern sollte der Verbraucher in dem Fall, dass die gegen Zahlung eines Preises über einen bestimmten Zeitraum bereitgestellten digitalen Inhalte das Recht auf Beendigung des Vertrags begründen, nur den Teil des Vertrags beenden können, der dem Zeitraum entspricht, in dem die digitalen Inhalte vertragswidrig waren. Werden digitale Inhalte jedoch gegen eine andere Leistung als Geld bereitgestellt, ist eine teilweise Beendigung nicht praktikabel, da es unmöglich ist, eine andere Leistung als Geld proportional zuzuordnen.

(42)  In notwendiger Abwägung der legitimen Interessen von Verbrauchern und Unternehmern sollte der Verbraucher in dem Fall, dass die gegen Zahlung eines Preises über einen bestimmten Zeitraum bereitgestellten digitalen Inhalte oder Dienstleistungen das Recht auf Beendigung des Vertrags begründen, nur den Teil des Vertrags beenden können, der dem Zeitraum entspricht, in dem die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen vertragswidrig waren.

Änderungsantrag    55

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 43

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(43)  Digitale Inhalte unterliegen naturgemäß nicht der Abnutzung und werden häufig eher über einen bestimmten Zeitraum als einmalig bereitgestellt. Daher ist es gerechtfertigt, keinen Zeitraum festzulegen, in dem der Anbieter für Vertragswidrigkeiten haftbar gemacht werden sollte, die zum Zeitpunkt der Bereitstellung der digitalen Inhalte bestanden. Folglich sollten die Mitgliedstaaten keinen entsprechenden Zeitraum beibehalten oder einführen. Den Mitgliedstaaten sollte es freistehen, auf nationale Verjährungsvorschriften zurückzugreifen, um für Rechtssicherheit in Bezug auf Ansprüche aufgrund vertragswidriger digitaler Inhalte zu sorgen.

entfällt

Änderungsantrag    56

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 44

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(44)  Der Grundsatz der Haftung des Anbieters für Schäden ist ein wesentlicher Bestandteil der Verträge über die Bereitstellung digitaler Inhalte. Um das Vertrauen der Verbraucher in digitale Inhalte zu steigern, sollte dieser Grundsatz daher auf Unionsebene geregelt werden, damit sichergestellt ist, dass den Verbrauchern keine Nachteile entstehen, wenn ihre Hardware oder Software durch vertragswidrige digitale Inhalte geschädigt wird. Daher sollten die Verbraucher Anspruch auf Schadensersatz für Schädigungen ihrer digitalen Umgebung haben, die auf eine Vertragswidrigkeit oder eine unterlassene Bereitstellung digitaler Inhalte zurückzuführen sind. Es sollte jedoch den Mitgliedstaaten obliegen, die detaillierten Bedingungen für die Wahrnehmung des Rechts auf Schadensersatz festzulegen. Dabei sollten sie berücksichtigen, dass Preisnachlässe für eine zukünftige Bereitstellung digitaler Inhalte insbesondere dann, wenn sie vom Anbieter als ausschließliche Entschädigung für Verluste angeboten werden, den Verbraucher nicht zwangsläufig so weit wie möglich in die Lage versetzen, in der er sich befunden hätte, wenn die digitalen Inhalte ordnungs- und vertragsgemäß bereitgestellt worden wären.

(44)  Der Grundsatz der Haftung des Unternehmers für Schäden ist ein wesentlicher Bestandteil der Verträge über die Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen. Daher sollte der Verbraucher Anspruch auf Entschädigung für die Nachteile haben, die auf eine Vertragswidrigkeit oder eine unterlassene Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen zurückzuführen sind. Wenn jedoch die Existenz eines solchen Schadensersatzanspruchs in allen Mitgliedstaaten sichergestellt wird, sollte er nicht auf Unionsebene, sondern im innerstaatlichen Recht geregelt werden.

Änderungsantrag    57

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 45

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(45)  Aus technischen oder sonstigen Gründen könnte der Anbieter gezwungen sein, Merkmale der über einen bestimmten Zeitraum bereitgestellten digitalen Inhalte zu ändern. Diese Änderungen sind häufig vorteilhaft für den Verbraucher, da sie die digitalen Inhalte verbessern. Daher können die Vertragsparteien entsprechende Klauseln in den Vertrag aufnehmen, die es dem Anbieter ermöglichen, Änderungen vorzunehmen. Wirken sich derartige Änderungen jedoch negativ auf die Art und Weise aus, wie der Verbraucher Nutzen aus den wesentlichen Leistungsmerkmalen der digitalen Inhalte zieht, können sie das vertragliche Gegenseitigkeitsverhältnis oder die Art der vertraglich geschuldeten Erfüllung derart beeinträchtigen, dass der Verbraucher den betreffenden Vertrag unter Umständen nicht geschlossen hätte. Diese Änderungen sollten daher bestimmten Bedingungen unterliegen.

(45)  Der Unternehmer sollte unter bestimmten Umständen wesentliche Leistungsmerkmale der über einen bestimmten Zeitraum bereitgestellten digitalen Inhalte oder Dienstleistungen, beispielsweise ihre Zugänglichkeit und Kontinuität, ändern können, soweit im Vertrag ein triftiger Grund für eine solche Änderung angegeben wird. Solche triftigen Gründe sollten Fälle einschließen, in denen die Änderung erforderlich ist, um die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen an eine neue technische Umgebung oder an eine erhöhte Nutzerzahl anzupassen, oder in denen sie aus anderen wichtigen betriebstechnischen Gründen erforderlich ist. Diese Änderungen sind häufig vorteilhaft für den Verbraucher, da sie die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen verbessern. Daher können die Vertragsparteien entsprechende Klauseln in den Vertrag aufnehmen, die es dem Unternehmer ermöglichen, Änderungen vorzunehmen. Wirken sich derartige Änderungen jedoch negativ auf die Art und Weise aus, wie der Verbraucher Nutzen aus den wesentlichen Leistungsmerkmalen der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen zieht, können sie das vertragliche Gegenseitigkeitsverhältnis oder die Art der vertraglich geschuldeten Erfüllung derart beeinträchtigen, dass der Verbraucher den betreffenden Vertrag unter Umständen nicht geschlossen hätte. Um die Interessen von Verbrauchern und Unternehmen in Einklang zu bringen, sollte diese Möglichkeit für den Unternehmer mit einem Recht für den Verbraucher einhergehen, den Vertrag zu beenden, wenn sich diese Änderungen mehr als nur geringfügig negativ auf die Nutzung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen oder den Zugang zu ihnen auswirken. Das Maß, in dem sich Änderungen negativ auf die Nutzung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen durch den Verbraucher oder seinen Zugang zu ihnen auswirken, sollte in Anbetracht von Art und Zweck der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen und der Qualität, des Funktionsumfangs, der Interoperabilität und anderer wesentlicher Leistungsmerkmale, wie sie bei gleichartigen digitalen Inhalten oder Dienstleistungen üblich sind, objektiv bestimmt werden. Die Vorschriften für solche Aktualisierungen, Verbesserungen oder ähnliche Änderungen sollten jedoch nicht für Fälle gelten, in denen die Vertragsparteien beispielsweise infolge der Herausgabe einer neuen Version der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen einen neuen Vertrag über die Bereitstellung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen schließen.

Änderungsantrag    58

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 45 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

(45a)  Wirkt sich eine solche Änderung negativ auf den Zugang des Verbrauchers zu den digitalen Inhalten oder Dienstleistungen oder auf ihre Nutzung durch ihn aus, so sollte der Verbraucher das Recht haben, den Vertrag infolge einer solchen Änderung kostenfrei zu beenden. Sind die Bedingungen, unter denen die Änderung gestattet ist, nicht erfüllt, so bleiben die Rechte des Verbrauchers auf Abhilfen bei Vertragswidrigkeit unberührt. Gleichermaßen gilt, dass der Verbraucher, wenn im Anschluss an eine Änderung eine Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen auftritt, die nicht durch die Änderung verursacht wurde, weiterhin Anspruch auf die in Artikel 12 vorgesehenen Abhilfen bei Vertragswidrigkeit in Bezug auf diese digitalen Inhalte oder Dienstleistungen haben sollte.

Änderungsantrag    59

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 46

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(46)  Wettbewerb ist ein wichtiger Faktor für einen funktionierenden digitalen Binnenmarkt. Um den Wettbewerb zu fördern, sollten Verbraucher auf wettbewerbsfähige Angebote reagieren und den Anbieter wechseln können. Damit dies in der Praxis funktionieren kann, sollten sie dies tun können, ohne auf rechtliche, technische oder praktische Hindernisse wie vertragliche Bedingungen oder fehlende Mittel zur Wiedererlangung aller Daten zu stoßen, die vom Verbraucher hochgeladen wurden, die der Verbraucher unter Nutzung der digitalen Inhalte hergestellt hat oder die im Zuge der Nutzung der digitalen Inhalte durch den Verbraucher erzeugt wurden. Es ist jedoch auch wichtig, bereits getätigte Investitionen und das Vertrauen in abgeschlossene Verträge zu schützen. Daher sollte das Recht der Verbraucher auf Beendigung langfristiger Verträge an bestimmte ausgewogene Bedingungen geknüpft sein. Dies schließt nicht aus, dass Verbraucherverträge für längere Vertragslaufzeiten geschlossen werden können. Der Verbraucher sollte allerdings das Recht haben, Vertragsverhältnisse mit einer Laufzeit von insgesamt mehr als 12 Monaten zu beenden. Um zu verhindern, dass dieses Recht umgangen wird, sollte es sich auf alle Verträge erstrecken, die zu einer mehr als 12-monatigen vertraglichen Bindung des Verbrauchers führen, und zwar unabhängig davon, ob es sich um einen unbefristeten Vertrag handelt oder ob sich die Laufzeit des Vertrags automatisch oder aufgrund einer späteren Vereinbarung zwischen den Parteien verlängert.

(46)  Wettbewerb ist ein wichtiger Faktor für einen funktionierenden digitalen Binnenmarkt. Um den Wettbewerb zu fördern, sollten Verbraucher auf wettbewerbsfähige Angebote reagieren und den Unternehmer wechseln können. Damit dies in der Praxis funktionieren kann, sollten sie dies tun können, ohne auf rechtliche, technische oder praktische Hindernisse wie vertragliche Bedingungen oder fehlende Mittel zur Wiedererlangung aller Daten zu stoßen, die vom Verbraucher hochgeladen wurden, die der Verbraucher unter Nutzung der digitalen Inhalte hergestellt hat oder die im Zuge der Nutzung der digitalen Inhalte durch den Verbraucher erzeugt wurden. Es ist jedoch auch wichtig, bereits getätigte Investitionen und das Vertrauen in abgeschlossene Verträge zu schützen. Daher sollte das Recht der Verbraucher auf Beendigung langfristiger Verträge an bestimmte ausgewogene Bedingungen geknüpft sein. Dies schließt nicht aus, dass Verbraucherverträge für längere Vertragslaufzeiten geschlossen werden können. Bei vorzeitiger Vertragsbeendigung sollten sämtliche Vorteile, die aufgrund des Abschlusses eines Vertrags mit einer Laufzeit von mehr als 12 Monaten eingeräumt werden, anteilmäßig erstattet werden. Der Unternehmer sollte Informationen über die Bedingungen und Wirkungen bei vorzeitiger Beendigung eines befristeten Vertrags mit einer Laufzeit von mehr als 12 Monaten bereitstellen. Der Verbraucher sollte allerdings das Recht haben, Vertragsverhältnisse mit einer Laufzeit von insgesamt mehr als 12 Monaten zu beenden. Um zu verhindern, dass dieses Recht umgangen wird, sollte es sich auf alle Verträge erstrecken, die zu einer mehr als 12-monatigen vertraglichen Bindung des Verbrauchers führen, und zwar unabhängig davon, ob es sich um einen Vertrag mit einer festen erstmaligen Laufzeit von mehr als 12 Monaten handelt oder ob sich die Laufzeit des Vertrags automatisch oder aufgrund nachfolgender Verträge oder Verlängerungen, die zusammengenommen eine Laufzeit mehr als 12 Monate ergeben, verlängert.

Änderungsantrag    60

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 47

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(47)  Die Vertragswidrigkeit der endgültigen, dem Verbraucher bereitgestellten digitalen Inhalte ist häufig auf ein Glied innerhalb der Vertragskette vom ursprünglichen Entwurf bis hin zur endgültigen Bereitstellung zurückzuführen. Obschon der Endanbieter bei Vertragswidrigkeit gegenüber dem Verbraucher haften sollte, ist es wichtig sicherzustellen, dass der Anbieter zur Deckung dieser Haftung angemessene Rechte gegenüber verschiedenen Gliedern der Vertragskette hat. Allerdings sollten die Ermittlung der Glieder der Vertragskette, gegen die der Endanbieter Ansprüche geltend machen kann, sowie die Modalitäten und Voraussetzungen für die Geltendmachung dieser Ansprüche dem anwendbaren nationalen Recht unterliegen.

(47)  Die Vertragswidrigkeit der endgültigen, dem Verbraucher bereitgestellten digitalen Inhalte oder Dienstleistungen ist häufig auf ein Glied innerhalb der Finanztransaktionskette vom ursprünglichen Entwurf bis hin zur endgültigen Bereitstellung zurückzuführen. Obschon der Endunternehmer bei Vertragswidrigkeit gegenüber dem Verbraucher haften sollte, ist es wichtig sicherzustellen, dass der Unternehmer zur Deckung dieser Haftung angemessene Rechte gegenüber verschiedenen Gliedern der Finanztransaktionskette hat. Diese Rechte sollten strengstens auf Finanztransaktionen begrenzt werden und nicht auf Situationen ausgeweitet werden, in denen z. B. der Unternehmer eine kostenlose Software eines Dritten wiederverwendet, für die der Unternehmer nicht bezahlt hat. Allerdings sollten die Ermittlung der Glieder der Vertragskette, gegen die der Endunternehmer Ansprüche geltend machen kann, sowie die Modalitäten und Voraussetzungen für die Geltendmachung dieser Ansprüche dem anwendbaren nationalen Recht unterliegen. Die Mitgliedstaaten sollten sicherstellen, dass der Unternehmer bei der Bestimmung der Person, die er in Regress nehmen kann, der Fristen sowie der diesbezüglichen Maßnahmen und Bedingungen für die Geltendmachung der Regressansprüche angemessen durch innerstaatliches Recht geschützt ist.

Änderungsantrag     61

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 47 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

(47a)  Mit dieser Richtlinie soll weder ein Rechtsrahmen für Lizenzen für freie Software eingeführt werden, die Teil der zur Verfügung gestellten digitalen Inhalte oder Dienstleistungen ist, noch sollen mit ihr Entwicklern Verpflichtungen nur aufgrund des Umstands auferlegt werden, dass sie die Software im Rahmen einer Lizenz für freie Software öffentlich zur Verfügung gestellt haben.

Änderungsantrag    62

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 48

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(48)  Personen oder Organisationen, die nach nationalem Recht ein berechtigtes Interesse daran haben, die vertraglichen Rechte der Verbraucher zu schützen, sollten das Recht erhalten, sich an ein Gericht oder eine Verwaltungsbehörde, die über Beschwerden entscheiden oder geeignete gerichtliche Schritte einleiten kann, zu wenden.

(48)  Personen oder Organisationen, die nach nationalem Recht ein berechtigtes Interesse daran haben, die vertraglichen Rechte und die Datenschutzrechte der Verbraucher zu schützen, sollten das Recht erhalten, sich an ein Gericht oder eine Verwaltungsbehörde, die über Beschwerden entscheiden oder geeignete gerichtliche Schritte einleiten kann, zu wenden. Diese Beschwerden oder Verfahren sollten eine hinreichend abschreckende Wirkung entfalten.

Änderungsantrag    63

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 50

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(50)  Die Richtlinie 1999/44/EG des Europäischen Parlaments und des Rates35 sollte geändert werden, um ihren Anwendungsbereich in Bezug auf dauerhafte Datenträger mit digitalen Inhalten, wenn diese Datenträger ausschließlich der Übermittlung digitaler Inhalte an den Verbraucher dienen, zu präzisieren.

(50)  Die Richtlinie 1999/44/EG sollte geändert werden, um ihren Anwendungsbereich in Bezug auf integrierte digitale Inhalte und Dienstleistungen zu präzisieren.

__________________

 

35 ABl. L 171 vom 7.7.1999, S. 12.

 

Änderungsantrag     64

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 54 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

(54a)  Angesichts der Bedeutung, die die in dieser Richtlinie behandelten Sachverhalte und Rechte für den Binnenmarkt und für die Verbraucher und Bürger der Union haben, sollte diese Richtlinie Gegenstand genauer Kontrollen und Überprüfungen sein, damit sowohl die Mitgliedstaaten als auch Verbraucher-, Rechts- und Unternehmensverbände auf Unionsebene sinnvoll und eingehend konsultiert werden und eingebunden sind.

Änderungsantrag     65

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 55

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(55)  Diese Richtlinie wahrt die Grundrechte und Grundsätze, wie sie unter anderem in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union verankert sind, insbesondere in deren Artikel 16, 38 und 47 —

(55)  Diese Richtlinie wahrt die Grundrechte und Grundsätze, wie sie unter anderem in der Charta verankert sind, insbesondere in deren Artikeln 7, 8, 16, 38 und 47 —

Änderungsantrag    66

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel -1 (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

Artikel -1

 

Datenschutz

 

Die Bestimmungen über den Schutz natürlicher Personen in Bezug auf die Verarbeitung personenbezogener Daten, der insbesondere durch die bzw. im Einklang mit der Verordnung (EU) 2016/679 gewährt wird, bleiben von dieser Richtlinie unberührt.

Änderungsantrag    67

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 1 – Absatz 1

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Mit dieser Richtlinie werden bestimmte Anforderungen an Verträge über die Bereitstellung digitaler Inhalte an Verbraucher festgelegt, insbesondere die Anforderungen an die Vertragsmäßigkeit digitaler Inhalte, die Abhilfen bei nicht vertragsgemäßen digitalen Inhalten und die Art und Weise, wie Mängeln abgeholfen werden kann, sowie Bestimmungen über die Änderung und Beendigung solcher Verträge.

Ziel dieser Richtlinie ist es, durch die Verwirklichung eines hohen Maßes an Verbraucherschutz zum reibungslosen Funktionieren des Binnenmarktes beizutragen, indem bestimmte Anforderungen an Verträge über die Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen von Unternehmern an Verbraucher festgelegt werden, insbesondere Anforderungen an die Vertragsmäßigkeit von digitalen Inhalten oder Dienstleistungen, Abhilfen bei unterlassener Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen oder bei Vertragswidrigkeiten und die Art und Weise, wie Mängeln abgeholfen werden kann, sowie Bestimmungen über die Änderung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen und die Beendigung langfristiger Verträge.

Änderungsantrag    68

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 2 – Absatz 1 – Nummer 1

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

1.  „digitale Inhalte“

1.  „digitale Inhalte“ Daten, die in digitaler Form hergestellt und bereitgestellt werden;

a)   Daten, die in digitaler Form hergestellt und bereitgestellt werden, darunter Video- und Audioinhalte, Anwendungen, digitale Spiele, sonstige Software,

 

b)   Dienstleistungen, die die Erstellung, Verarbeitung oder Speicherung von Daten in digitaler Form ermöglichen, wenn diese Daten vom Verbraucher bereitgestellt werden, und

 

c)   Dienstleistungen, die die gemeinsame Nutzung der von anderen Nutzern dieser Dienstleistungen in digitaler Form bereitgestellten Daten und sonstige Interaktionen mit diesen Daten ermöglichen;

 

Änderungsantrag    69

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 2 – Absatz 1 – Nummer 1 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

1a.  „digitale Dienstleistungen“

 

a)   Dienstleistungen, die die Erstellung, Verarbeitung oder Speicherung von Daten in digitaler Form ermöglichen, wenn diese Daten vom Verbraucher hochgeladen oder erstellt werden, oder

 

b)   Dienstleistungen, die die gemeinsame Nutzung von und jede sonstige Interaktion mit Daten in digitaler Form ermöglichen, die vom Verbraucher oder anderen Nutzern der Dienstleistungen hochgeladen bzw. erstellt worden sind;

Änderungsantrag    70

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 2 – Absatz 1 – Nummer 1 b (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

1b.  „integrierte digitale Inhalte“ alle Formen digitaler Inhalte oder Dienstleistungen, die in einer Ware vorinstalliert sind;

Änderungsantrag    71

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 2 – Absatz 1 – Nummer 2

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

2.  „Integration“ die Verbindung verschiedener Komponenten einer digitalen Umgebung in einer Weise, dass diese als koordiniertes Ganzes entsprechend ihrer Zweckbestimmung agieren;

2.  „Integration“ die Verbindung und die Einbindung von digitalen Inhalten oder Dienstleistungen mit den bzw. in die verschiedenen Komponenten der digitalen Umgebung des Verbrauchers, damit die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen vertragsgemäß genutzt werden können;

Änderungsantrag    72

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 2 – Absatz 1 – Nummer 3

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

3.  „Anbieter“ jede natürliche oder juristische Person, unabhängig davon, ob letztere öffentlicher oder privater Natur ist, die für die Zwecke ihrer gewerblichen, geschäftlichen, handwerklichen oder beruflichen Tätigkeit selbst oder durch eine andere in ihrem Namen oder in ihrem Auftrag handelnde Person tätig wird;

3.  „Unternehmer“ jede natürliche oder juristische Person, unabhängig davon, ob letztere öffentlicher oder privater Natur ist, die in Bezug auf die dieser Richtlinie erfassten Verträge für die Zwecke ihrer gewerblichen, geschäftlichen, handwerklichen oder beruflichen Tätigkeit selbst oder durch eine andere in ihrem Namen oder in ihrem Auftrag handelnde Person tätig wird;

Änderungsantrag    73

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 2 – Absatz 1 – Nummer 5

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

5.  „Schadensersatz“ einen Geldbetrag, zu dem Verbraucher als Ausgleich für eine wirtschaftliche Schädigung ihrer digitalen Umgebung berechtigt sein können;

5.  „Schadensersatz“ einen Geldbetrag, zu dem Verbraucher als Ausgleich für den Nachteil berechtigt sein können, der ihnen durch die nicht erfolgte Bereitstellung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen oder durch eine Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen verursacht wurde;

Änderungsantrag    74

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 2 – Absatz 1 – Nummer 6

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

6.  „Preis“ Geld, das im Austausch für bereitgestellte digitale Inhalte geschuldet wird;

6.  „Preis“ Geld, das im Austausch für bereitgestellte digitale Inhalte oder Dienstleistungen geschuldet wird;

Änderungsantrag     75

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 2 – Absatz 1 – Nummer 7

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

7.  „Vertrag“ eine Vereinbarung, die darauf abzielt, Pflichten zu begründen oder andere rechtliche Wirkungen herbeizuführen;

entfällt

Änderungsantrag    76

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 2 – Absatz 1 – Nummer 8

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

8.  „digitale Umgebung“ Hardware, digitale Inhalte und Netzverbindungen aller Art, soweit sie der Kontrolle des Nutzers unterliegen;

8.  „digitale Umgebung“ Hardware, Software und Netzverbindungen aller Art, soweit sie der Kontrolle des Nutzers unterliegen und von dem Nutzer für den Zugang zu oder die Nutzung von digitalen Inhalten oder digitalen Dienstleistungen verwendet werden;

Änderungsantrag    77

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 2 – Absatz 1 – Nummer 9

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

9.  „Interoperabilität“ die Fähigkeit digitaler Inhalte, in Bezug auf alle Funktionalitäten mit einer konkreten digitalen Umgebung zu interagieren;

9.  „Interoperabilität“ die Fähigkeit digitaler Inhalte oder Dienstleistungen, in Bezug auf alle Funktionalitäten mit einer konkreten digitalen Umgebung zu interagieren, z. B. indem Verbraucher auf digitale Inhalte oder Dienstleistungen zugreifen können, ohne Anwendungen oder andere Technologien nutzen zu müssen, um die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen, auf die sie zugreifen möchten, zu konvertieren;

Änderungsantrag    78

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 2 – Absatz 1 – Nummer 10

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

10.  „Bereitstellung“ die Verschaffung des Zugangs zu oder die Zurverfügungstellung von digitalen Inhalten;

entfällt

Änderungsantrag    79

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 2 – Absatz 1 – Nummer 11 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

11a.  „geringfügige Vertragswidrigkeit“ eine Vertragswidrigkeit, die den Funktionsumfang, die Interoperabilität und andere wesentliche Leistungsmerkmale der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen wie deren Zugänglichkeit, Kontinuität und Sicherheit, sofern gemäß Artikel 6 und Artikel 6a Absatz 1 erforderlich, nicht beeinträchtigt.

Änderungsantrag    80

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 1

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

1.  Diese Richtlinie gilt für alle Verträge, auf deren Grundlage ein Anbieter einem Verbraucher digitale Inhalte bereitstellt oder sich hierzu verpflichtet und der Verbraucher als Gegenleistung einen Preis zahlt oder aktiv eine andere Gegenleistung als Geld in Form personenbezogener oder anderer Daten erbringt.

1.  Diese Richtlinie gilt für alle Verträge, auf deren Grundlage ein Unternehmer einem Verbraucher entweder gegen Zahlung eines Preises oder unter der Bedingung, dass der Verbraucher personenbezogene Daten bereitstellt oder der Unternehmer oder ein Dritter personenbezogene Daten erhebt, digitale Inhalte oder Dienstleistungen bereitstellt oder sich zu deren Bereitstellung verpflichtet.

Änderungsantrag    81

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 2

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

2.  Diese Richtlinie gilt für alle Verträge über die Bereitstellung von digitalen Produkten, die nach Spezifikationen des Verbrauchers entwickelt wurden.

2.  Diese Richtlinie gilt für alle Verträge über die Bereitstellung von digitalen Inhalten oder Dienstleistungen, die in Übereinstimmung mit den Spezifikationen des Verbrauchers entwickelt wurden.

Änderungsantrag    82

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 3

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

3.  Mit Ausnahme der Artikel 5 und 11 gilt diese Richtlinie für alle dauerhaften Datenträger mit digitalen Inhalten, wenn diese Datenträger ausschließlich der Übermittlung digitaler Inhalte dienen.

3.  Mit Ausnahme der Artikel 5 und 11 gilt diese Richtlinie für integrierte digitale Inhalte oder Dienstleistungen. Sofern nichts anderes vorgesehen ist, beziehen sich die Verweise auf digitale Inhalte oder Dienstleistungen in dieser Richtlinie auch auf integrierte digitale Inhalte oder Dienstleistungen. In Bezug auf Waren mit integrierten digitalen Inhalten oder Dienstleistungen ist der Unternehmer gemäß dieser Richtlinie dem Verbraucher gegenüber nur für die Erfüllung seiner Pflichten in Bezug auf die integrierten digitalen Inhalte oder Dienstleistungen haftbar. Die Bestimmungen dieser Richtlinie lassen den Schutz unberührt, der Verbrauchern aufgrund des für andere Elemente dieser Waren geltenden Unionsrechts zuteilwird.

Änderungsantrag    83

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 4

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

4.  Diese Richtlinie gilt nicht für digitale Inhalte, die gegen eine andere Leistung als Geld bereitgestellt werden, soweit der Anbieter vom Verbraucher personenbezogene Daten verlangt, deren Verarbeitung für die Erfüllung des Vertrags oder die Erfüllung rechtlicher Anforderungen unbedingt erforderlich ist, und er diese Daten nicht in einer mit diesem Zweck nicht zu vereinbarenden Weise weiterverarbeitet. Sie gilt gleichfalls nicht für alle anderen Daten, die der Anbieter vom Verbraucher verlangt, um sicherzustellen, dass die digitalen Inhalte vertragsgemäß sind oder den rechtlichen Anforderungen entsprechen; diese Daten dürfen vom Anbieter nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden.

4.  Diese Richtlinie gilt nicht für Fälle, in denen vom Verbraucher bereitgestellte oder vom Unternehmer erhobene personenbezogene Daten vom Unternehmer ausschließlich dazu genutzt werden, diese digitalen Inhalte oder Dienstleistungen bereitzustellen, in vertragsgemäßem Zustand zu erhalten oder zu verbessern oder vom Unternehmer einzuhaltende rechtliche Anforderungen zu erfüllen, und der Unternehmer diese Daten nicht für andere Zwecke verarbeitet.

Änderungsantrag    84

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 5 – Buchstabe a

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

a)  Dienstleistungen, bei denen die menschliche Intervention durch den Anbieter überwiegt und die digitale Form hauptsächlich der Übermittlung dient;

a)  Dienstleistungen, die vom Unternehmer persönlich erbracht werden und bei denen die digitalen Mittel nur zu Zwecken des Zugangs oder der Bereitstellung verwendet werden;

Änderungsantrag    85

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 5 – Buchstabe b

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

b)   elektronische Kommunikationsdienste im Sinne der Richtlinie 2002/21/EG;

b)  interpersonelle Kommunikationsdienste im Sinne des Europäischen Kodex für die elektronische Kommunikation, mit Ausnahme nummernunabhängiger interpersoneller Kommunikationsdienste, soweit diese nicht im Rahmen des Europäischen Kodex für die elektronische Kommunikation geregelt werden;

Änderungsantrag     86

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 5 – Buchstabe e a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

ea)  die Bereitstellung von digitalen Inhalten oder Dienstleistungen im Rahmen einer freien oder offenen Lizenz, soweit keine über die Einhaltung der Lizenzbedingungen hinausgehenden vertraglichen Beziehungen oder Verpflichtungen bestehen.

Änderungsantrag     87

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 5 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

5a.  Diese Richtlinie gilt nicht für die Bereitstellung elektronisch geführter öffentlicher Register und die Übermittlung von Auszügen aus solchen Registern.

Änderungsantrag    88

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 6

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

6.  Bei Verträgen, die neben der Bereitstellung digitaler Inhalte zusätzliche Elemente enthalten, gilt diese Richtlinie nur für die Pflichten und Abhilfen der Parteien als Verbraucher und Anbieter digitaler Inhalte.

6.  Bei Verträgen über die Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen, die zusätzliche vertragliche Verpflichtungen enthalten, gilt diese Richtlinie nur für die Rechte und Pflichten der Parteien in ihren jeweiligen Eigenschaften als Unternehmer und Verbraucher digitaler Inhalte oder Dienstleistungen.

Änderungsantrag    89

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 7

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

7.  Kollidiert eine Bestimmung dieser Richtlinie mit einer Bestimmung eines anderen Unionsrechtsakts, der einen bestimmten Sektor oder Gegenstand regelt, so hat die Bestimmung dieses anderen Unionsrechtsakts Vorrang vor dieser Richtlinie.

7.  Kollidiert eine Bestimmung dieser Richtlinie mit einer Bestimmung eines anderen Unionsrechtsakts, der einen bestimmten Sektor oder Gegenstand regelt, so ist die Bestimmung dieses anderen Unionsrechtsakts maßgeblich und gilt für diesen bestimmten Sektor oder Gegenstand.

Änderungsantrag    90

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 8

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

8.  Der Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten bleibt von dieser Richtlinie unberührt.

entfällt

Änderungsantrag    91

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 9

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

9.  Diese Richtlinie lässt das allgemeine nationale Vertragsrecht wie die Bestimmungen über das Zustandekommen, die Wirksamkeit oder die Wirkungen eines Vertrags, soweit diese Aspekte in dieser Richtlinie nicht geregelt werden, unberührt.

9.  Diese Richtlinie lässt das allgemeine nationale Vertragsrecht wie die Bestimmungen über das Zustandekommen, die Wirksamkeit oder die Wirkungen eines Vertrags, einschließlich der Wirkungen der Vertragsbeendigung, soweit diese Aspekte in dieser Richtlinie nicht geregelt werden, unberührt. Diese Richtlinie berührt nicht die innerstaatlichen Bestimmungen über Abhilfemaßnahmen für sogenannte verdeckte Mängel oder das Recht auf kurzfristige Ablehnung. Die Mitgliedstaaten dürfen innerstaatliche Bestimmungen über Abhilfemaßnahmen für sogenannte verdeckte Mängel beibehalten oder einführen. Ferner dürfen sie innerstaatliche Bestimmungen über das Recht auf kurzfristige Ablehnung, soweit diese in ihren jeweiligen Rechtsordnungen vorgesehen sind, zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Richtlinie beibehalten.

Änderungsantrag     92

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 9 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

9a.  Gilt im Zusammenhang mit der Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen, die in den Anwendungsbereich dieser Richtlinie fällt, das Recht eines anderen Mitgliedstaates als desjenigen, in dem der Verbraucher seinen ständigen Wohnsitz hat, so setzt der Unternehmer den Verbraucher vor Vertragsschluss davon entsprechend in Kenntnis.

Änderungsantrag     93

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 9 b (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

9b. Diese Richtlinie berührt nicht die Vorschriften über geistiges Eigentum und in Bezug auf das Urheberrecht insbesondere nicht die in Richtlinie 2001/29/EG vorgesehenen Rechten und Pflichten.

Änderungsantrag    94

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 4 – Absatz 1

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Die Mitgliedstaaten dürfen keine von den Bestimmungen dieser Richtlinie abweichenden Vorschriften aufrechterhalten oder einführen; dies gilt auch für strengere oder weniger strenge Vorschriften zur Gewährleistung eines anderen Verbraucherschutzniveaus.

Sofern in dieser Richtlinie nichts anderes vorgesehen ist, erhalten die Mitgliedstaaten weder von den Bestimmungen dieser Richtlinie abweichende innerstaatliche Rechtsvorschriften aufrecht noch führen sie solche ein; dies gilt auch für strengere oder weniger strenge Rechtsvorschriften zur Gewährleistung eines anderen Verbraucherschutzniveaus.

Änderungsantrag     95

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 4 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

Artikel 4a

 

Informationspflichten

 

Bevor der Verbraucher durch einen Vertrag über die Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen gebunden ist, stellt der Unternehmer dem Verbraucher die nach Artikel 6 und 8 der Richtlinie 2011/83/EU erforderlichen Informationen in eindeutiger und verständlicher Form bereit.

Änderungsantrag    96

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 5

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Artikel 5

Artikel 5

Bereitstellung der digitalen Inhalte

Bereitstellung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen

1.  Zur Erfüllung des Vertrags über die Bereitstellung digitaler Inhalte stellt der Anbieter die digitalen Inhalte bereit für

1.  Der Unternehmer stellt die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen bereit, indem er sie folgenden Personen verfügbar oder zugänglich macht:

a)  den Verbraucher oder

a)  dem Verbraucher,

b)  einen vom Verbraucher für den Empfang der digitalen Inhalte bestimmten Dritten, der eine physische oder virtuelle Plattform betreibt, über die die digitalen Inhalte dem Verbraucher zur Verfügung gestellt werden oder dem Verbraucher Zugang zu den digitalen Inhalten verschafft wird.

b)  einem vom Verbraucher für den Empfang der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen bestimmten Dritten, der eine physische oder virtuelle Plattform betreibt, über die die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen dem Verbraucher zur Verfügung gestellt werden oder dem Verbraucher Zugang zu den digitalen Inhalten oder Dienstleistungen verschafft wird, oder

 

ba)  einer anderen vom Verbraucher benannten Partei.

2.  Der Anbieter stellt die digitalen Inhalte sofort nach Vertragsschluss bereit, sofern die Parteien nichts anderes vereinbart haben. Die Bereitstellung gilt als erfolgt, sobald die digitalen Inhalte dem Verbraucher oder dem von ihm bestimmten Dritten, falls Absatz 1 Buchstabe b Anwendung findet, bereitgestellt worden sind, je nachdem, wem die Inhalte zuerst bereitgestellt wurden.

2.  Sofern die Parteien nichts anderes vereinbart haben, stellt der Unternehmer die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen nach Vertragsschluss unverzüglich bereit. Die Verpflichtung des Unternehmers zur Bereitstellung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen gilt als erfüllt, sobald die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen dem Verbraucher oder dem von ihm bestimmten Dritten, falls Absatz 1 Buchstabe b oder ba Anwendung findet, verfügbar oder zugänglich gemacht worden sind, je nachdem, was zutrifft.

Änderungsantrag    97

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 5 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

Artikel 5a

 

Vertragsmäßigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen

 

Um vertragsgemäß zu sein, müssen die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen den Anforderungen der Artikel 6, 6a, 7 und 8 genügen.

Änderungsantrag    98

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 6

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Artikel 6

Artikel 6

Vertragsmäßigkeit der digitalen Inhalte

Subjektive Anforderungen an die Vertragsmäßigkeit

1.  Die digitalen Inhalte sind vertragsgemäß, wenn sie, soweit dies relevant ist,

1.  Die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen sind vertragsgemäß, wenn sie, soweit dies relevant ist,

a)  hinsichtlich der Quantität, Qualität, Dauer und Version, des Funktionsumfangs, der Interoperabilität und sonstiger Leistungsmerkmale wie Zugänglichkeit, Kontinuität und Sicherheit den Anforderungen entsprechen, die sich aus dem Vertrag oder den vorvertraglichen Informationspflichten, die Bestandteil des Vertrags sind, ergeben;

a)  hinsichtlich der Quantität, Qualität, Beschreibung, Dauer und Version, des Funktionsumfangs, der Interoperabilität und sonstiger Leistungsmerkmale wie Zugänglichkeit, Kontinuität und Sicherheit den Anforderungen entsprechen, die sich aus dem Vertrag und den vorvertraglichen Informationen, die fester Bestandteil des Vertrags sind, ergeben,

b)  sich für einen bestimmten vom Verbraucher angestrebten Zweck eignen, den der Verbraucher dem Anbieter bei Vertragsschluss zur Kenntnis gebracht hat und dem der Anbieter zugestimmt hat;

b)  sich für einen bestimmten vom Verbraucher angestrebten Zweck eignen, den der Verbraucher dem Unternehmer spätestens bei Vertragsschluss zur Kenntnis gebracht hat und dem der Unternehmer zugestimmt hat,

 

ba)  der vom Unternehmer bereitgestellten Testversion oder Voranzeige der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen entsprechen, es sei denn, der Unterschied zwischen den bereitgestellten digitalen Inhalten oder Dienstleistungen und der Testversion oder Voranzeige wurde dem Verbraucher bereits vor Vertragsabschluss zur Kenntnis gebracht,

c)  den Anforderungen des Vertrags entsprechend mit Anleitungen und Kundendienst bereitgestellt werden und

c)  den Anforderungen des Vertrags und der vorvertraglichen Informationen, die fester Bestandteil des Vertrags sind, entsprechend mit sämtlichem Zubehör, Anleitungen – beispielsweise zur Installation – und Kundendienst bereitgestellt werden und

d)  den Anforderungen des Vertrags entsprechend aktualisiert werden.

d)  den Anforderungen des Vertrags und der vorvertraglichen Informationen, die fester Bestandteil des Vertrags sind, entsprechend aktualisiert werden.

2.   Die digitalen Inhalte müssen, sofern relevant und soweit der Vertrag nicht klar und umfassend die Anforderungen an diese Inhalte gemäß Absatz 1 bestimmt, für die Zwecke geeignet sein, für die digitale Inhalte der gleichen Art gewöhnlich genutzt werden, einschließlich in Bezug auf ihren Funktionsumfang, ihre Interoperabilität und andere Leistungsmerkmale wie Zugänglichkeit, Kontinuität und Sicherheit; dabei ist zu berücksichtigen,

 

a)   ob die digitalen Inhalte gegen Zahlung eines Preises oder gegen eine andere Leistung als Geld bereitgestellt werden,

 

b)   ob es, sofern relevant, internationale technische Normen gibt oder in Ermangelung solcher Normen anwendbare Verhaltenskodizes und bewährte Verfahren der Wirtschaft und

 

c)   ob der Anbieter oder eine andere Person in seinem Auftrag im Vorfeld des Vertragsschlusses eine diesbezügliche öffentliche Erklärung abgegeben hat, es sei denn, der Anbieter weist nach, dass

 

i)   er die betreffende Erklärung nicht kannte und vernünftigerweise nicht kennen konnte,

 

ii)   die betreffende Erklärung zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses berichtigt war,

 

iii)   die Entscheidung, die digitalen Inhalte zu erwerben, nicht durch die Erklärung beeinflusst worden sein konnte.

 

3.   Digitale Inhalte, die dem Vertrag zufolge im Laufe eines Zeitraums bereitzustellen sind, müssen während dieses Zeitraums den vertraglichen Anforderungen entsprechen.

 

4.   Sofern nicht anders vereinbart, müssen die digitalen Inhalte der neuesten zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses verfügbaren Version entsprechen.

 

5.   Um den Anforderungen des Vertrags zu entsprechen, müssen die digitalen Inhalte überdies den Anforderungen der Artikel 7 und 8 genügen.

 

Änderungsantrag    99

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 6 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

Artikel 6a

 

Objektive Anforderungen an die Vertragsmäßigkeit

 

1.   Die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen müssen, soweit dies relevant ist,

 

a)   Eigenschaften und Leistungsmerkmale aufweisen, zu denen Funktionsumfang, Interoperabilität, Zugänglichkeit, Kontinuität und Sicherheit zählen, die bei gleichartigen digitalen Inhalten oder Dienstleistungen üblich sind und die der Verbraucher aufgrund der Art der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen billigerweise erwarten kann, und, sofern relevant, internationalen technischen oder europäischen Normen oder, in Ermangelung solcher technischer Normen, anwendbaren Verhaltenskodizes und bewährten Verfahren der Wirtschaft, z. B. in Bezug auf Informationssysteme und digitale Umgebungen, entsprechen,

 

b)   öffentlichen Erklärungen, die von dem Unternehmer, dem Hersteller oder seinem Vertreter oder in deren Namen insbesondere in der Werbung oder auf Etiketten abgegeben werden, entsprechen, es sei denn, der Unternehmer kann nachweisen, dass

 

i)   er die betreffende Erklärung zu den Besonderheiten der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen nicht kannte und nach billigem Ermessen nicht kennen konnte,

 

ii)   die betreffende Erklärung zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses in der gleichen oder einer vergleichbaren Weise berichtigt war, in der sie abgegeben wurde, oder

 

iii)   die Entscheidung, die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen zu erwerben, nicht durch die Erklärung beeinflusst worden sein konnte.

 

2.   Bei Verträgen, denen zufolge die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen über einen bestimmten Zeitraum bereitzustellen sind, müssen die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen während des gesamten Zeitraums den vertraglichen Anforderungen entsprechen. Vorübergehende Unterbrechungen der Bereitstellung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen, für die der Anbieter verantwortlich ist, sind als Vertragswidrigkeiten zu behandeln, sofern es sich um erhebliche, anhaltende und wiederholte Unterbrechungen handelt.

 

3.   Soweit nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart wird, müssen digitale Inhalte oder Dienstleistungen den neuesten zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses verfügbaren Versionen der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen entsprechen.

 

4.   Der Unternehmer stellt sicher, dass dem Verbraucher während eines angemessenen Zeitraums Aktualisierungen, z. B. Sicherheitsaktualisierungen, der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen, die für den Erhalt ihrer Vertragsmäßigkeit erforderlich sind, bereitgestellt werden und er darüber informiert wird. Versäumt es der Verbraucher, diese Aktualisierungen innerhalb eines angemessenen Zeitraums zu installieren, so hat dies keine Auswirkungen auf die Vertragsmäßigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen. Entscheidet sich der Verbraucher, seine gegenwärtige Version der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen beizubehalten, und ist die neue Version für den Erhalt der Vertragsmäßigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen nicht erforderlich, so muss diese gegenwärtige Version für einen angemessenen Zeitraum verfügbar oder zugänglich bleiben.

 

5.   Um vertragsmäßig zu sein, müssen die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen überdies den Anforderungen der Artikel 7 und 8 dieser Richtlinie sowie erforderlichenfalls der Verordnung (EU) 2016/679 genügen.

Änderungsantrag    100

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 7

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Artikel 7

Artikel 7

Integration der digitalen Inhalte

Integration der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen

Werden digitale Inhalte unsachgemäß in die digitale Umgebung des Verbrauchers integriert, ist jede hierdurch verursachte Vertragswidrigkeit als Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte anzusehen, wenn

Werden digitale Inhalte oder Dienstleistungen unsachgemäß in die digitale Umgebung des Verbrauchers integriert, ist jede hierdurch verursachte Vertragswidrigkeit als Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen anzusehen, wenn

a)  die digitalen Inhalte vom Anbieter oder unter seiner Verantwortung integriert wurden oder

a)  die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen vom Unternehmer oder unter dessen Verantwortung integriert wurden oder

b)  die digitalen Inhalte vom Verbraucher zu integrieren waren und die unsachgemäße Integration auf eine mangelhafte Anleitung, sofern diese nach Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe c bereitgestellt wurde oder nach Artikel 6 Absatz 2 bereitzustellen war, zurückzuführen ist.

b)  die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen vom Verbraucher zu integrieren waren und die unsachgemäße Integration auf eine mangelhafte Anleitung, sofern diese nach Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe c bereitgestellt wurde oder nach Artikel 6a bereitzustellen war, zurückzuführen ist.

Änderungsantrag    101

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 8

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Artikel 8

Artikel 8

Rechte Dritter

Rechte Dritter

1.  Damit die digitalen Inhalte vertragsgemäß genutzt werden können, müssen sie zu dem Zeitpunkt ihrer Bereitstellung für den Verbraucher frei von Rechten Dritter – einschließlich frei von Rechten an geistigem Eigentum – sein.

1.  Die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen müssen frei von Einschränkungen aufgrund von Rechten Dritter – einschließlich frei von Rechten an geistigem Eigentum – sein, die den Verbraucher an ihrer vertragsgemäßen Nutzung hindern könnten.

2.  Werden die digitalen Inhalte im Laufe eines Zeitraums bereitgestellt, muss der Anbieter dafür sorgen, dass die dem Verbraucher in diesem Zeitraum bereitgestellten digitalen Inhalte frei von Rechten Dritter – einschließlich frei von Rechten an geistigem Eigentum – sind, damit diese Inhalte vertragsgemäß genutzt werden können.

2.  Werden die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen im Laufe eines Zeitraums bereitgestellt, muss der Unternehmer dafür sorgen, dass die dem Verbraucher in diesem Zeitraum bereitgestellten digitalen Inhalte oder Dienstleistungen frei Einschränkungen aufgrund von Rechten Dritter – einschließlich von Rechten an geistigem Eigentum – sind, die den Verbraucher daran hindern könnten, diese digitalen Inhalte oder Dienstleistungen vertragsgemäß zu nutzen.

Änderungsantrag    102

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 8 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

Artikel 8a

 

Jede Vertragsklausel, die die Wirkungen der Artikel 6a, 7 und 8 zum Nachteil des Verbrauchers ausschließt, davon abweicht oder deren Wirkungen abändert, ist nur dann gültig, wenn dem Verbraucher der besondere Umstand der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses bekannt war und er diesen besonderen Umstand bei Vertragsschluss ausdrücklich akzeptiert hat.

Änderungsantrag     103

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 8 b (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

Artikel 8b

 

Gewerbliche Garantien

 

1.   Jede gewerbliche Garantie ist für den Garantiegeber zu den Bedingungen verbindlich, die festgelegt sind in

 

a)   vorvertraglichen Informationen des Unternehmers, einschließlich vorvertraglicher Erklärungen, die fester Bestandteil des Vertrags sind,

 

b)   der bei oder vor Abschluss des Vertrags verfügbaren Werbung und

 

c)   der Garantieerklärung.

 

2.   Die Garantieerklärung muss in schriftlicher Form oder auf einem dauerhaften Datenträger in klarer und verständlicher Sprache zur Verfügung gestellt werden. Sie muss Folgendes enthalten:

 

a)   einen eindeutigen Hinweis auf die gesetzlichen Rechte des Verbrauchers nach Maßgabe dieser Richtlinie und auf den Umstand, dass diese Rechte von der gewerblichen Garantie nicht berührt werden, sowie

 

b)   die Bestimmungen der gewerblichen Garantie, die über die gesetzlichen Rechte des Verbrauchers hinausgehen, Informationen über die Geltungsdauer, Übertragbarkeit, den räumlichen Geltungsbereich und etwaige Gebühren, die dem Verbraucher unter Umständen für die Inanspruchnahme der gewerblichen Garantie entstehen, Name und Anschrift des Garantiegebers und der Person, die in Anspruch zu nehmen ist, falls diese nicht mit dem Garantiegeber identisch ist, sowie das diesbezügliche Verfahren.

Änderungsantrag    104

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 9

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Artikel 9

Artikel 10

Beweislast

Beweislast

1.  Die Beweislast für die Vertragsmäßigkeit der digitalen Inhalte zu dem Zeitpunkt oder in dem Zeitraum nach Artikel 10 trägt der Anbieter.

1.  Die Beweislast für das Bestehen einer Vertragswidrigkeit zu dem in Artikel 9 genannten Zeitpunkt trägt der Unternehmer, sofern die Vertragswidrigkeit innerhalb folgender Zeiträume offenbar wird:

 

a)  innerhalb von zwei Jahren nach dem Zeitpunkt der Bereitstellung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen,

 

b)  innerhalb eines Jahres nach dem Zeitpunkt der Lieferung der integrierten digitalen Inhalte oder Dienstleistungen,

 

c)  innerhalb der Vertragslaufzeit, sofern in dem Vertrag die fortlaufende Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen oder die Lieferung integrierter digitaler Inhalte oder Dienstleistungen über einen bestimmten Zeitraum vorgesehen ist.

2.  Absatz 1 findet keine Anwendung, wenn der Anbieter nachweist, dass die digitale Umgebung des Verbrauchers in Bezug auf die Interoperabilität und andere technische Anforderungen der digitalen Inhalte nicht kompatibel ist, und wenn er den Verbraucher vor Vertragsschluss von diesen Anforderungen in Kenntnis gesetzt hat.

2.  Absatz 1 findet keine Anwendung, wenn der Unternehmer nachweist, dass die digitale Umgebung des Verbrauchers in Bezug auf die Interoperabilität und andere technische Anforderungen der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen nicht kompatibel ist, und wenn er den Verbraucher vor Vertragsschluss in eindeutiger und verständlicher Weise von diesen Anforderungen in Kenntnis gesetzt hat.

3.  Der Verbraucher arbeitet mit dem Anbieter zusammen, soweit dies für die Feststellung der digitalen Umgebung des Verbrauchers notwendig und möglich ist. Die Pflicht zur Zusammenarbeit ist auf die technisch verfügbaren Mittel beschränkt, die für den Verbraucher den geringsten Eingriff darstellen. Kommt der Verbraucher seiner Pflicht zur Zusammenarbeit nicht nach, trägt er die Beweislast für die Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte.

3.  Der Verbraucher arbeitet mit dem Unternehmer zusammen, soweit dies für die Prüfung der digitalen Umgebung des Verbrauchers notwendig und möglich ist, damit festgestellt werden kann, ob die Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen zum Zeitpunkt der Bereitstellung bereits vorlag. Die Pflicht zur Zusammenarbeit ist auf die technisch verfügbaren Mittel beschränkt, die für den Verbraucher den geringsten Eingriff darstellen. Nur in hinreichend begründeten Ausnahmefällen, in denen keine anderen Mittel zur Verfügung stehen, gestattet der Verbraucher dem Unternehmer auf dessen Ersuchen Zugriff zu seiner digitalen Umgebung. Kommt der Verbraucher seiner Pflicht zur Zusammenarbeit nicht nach und hat der Unternehmer den Verbraucher vor Vertragsschluss in eindeutiger und verständlicher Weise von dieser Anforderung in Kenntnis gesetzt, so trägt der Verbraucher die Beweislast für die Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen.

(Artikel 9 des Vorschlags der Kommission wird gemäß dem Änderungsantrag des Parlaments zu Artikel 10.)

Änderungsantrag    105

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 10

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Artikel 10

Artikel 9

Haftung des Anbieters

Haftung des Unternehmers

Der Anbieter haftet dem Verbraucher für

1.   Der Unternehmer haftet dem Verbraucher für

a)  jede nicht erfolgte Bereitstellung der digitalen Inhalte,

a)  jede nicht erfolgte Bereitstellung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen gemäß Artikel 5,

b)  jede Vertragswidrigkeit, die zum Zeitpunkt der Bereitstellung der digitalen Inhalte besteht, und

b)  jede Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen,

 

i)  die zum Zeitpunkt der Bereitstellung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen besteht und die innerhalb von zwei Jahren ab der Bereitstellung eintritt, sofern der Vertrag eine einmalige Bereitstellung oder eine Reihe einzelner Bereitstellungen vorsieht, oder

 

ii)  die im Laufe des in dem Vertrag genannten Zeitraums offenbar wird, sofern der Vertrag vorsieht, dass die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen über einen bestimmten Zeitraum bereitzustellen sind, und

c)  jede Vertragswidrigkeit, die im Laufe eines Zeitraums eintritt, wenn die digitalen Inhalte dem Vertrag zufolge in diesem Zeitraum bereitzustellen sind.

c)  jede Vertragswidrigkeit integrierter digitaler Inhalte oder Dienstleistungen, die zum Zeitpunkt der Lieferung der Waren besteht, in die die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen integriert sind, und die innerhalb von zwei Jahren ab dem Zeitpunkt der Lieferung offenbar wird.

 

1a.   In Bezug auf Absatz 1 Buchstabe c können die Mitgliedstaaten strengere innerstaatliche Bestimmungen beibehalten, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Richtlinie bereits in Kraft sind.

(Artikel 10 des Vorschlags der Kommission wird gemäß dem Änderungsantrag des Parlaments zu Artikel 9.)

Änderungsantrag    106

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 11

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Artikel 11

Artikel 11

Abhilfe bei nicht erfolgter Bereitstellung

Abhilfe bei nicht erfolgter Bereitstellung

Hat der Anbieter die digitalen Inhalte nicht gemäß Artikel 5 bereitgestellt, ist der Verbraucher nach Artikel 13 zur sofortigen Beendigung des Vertrags berechtigt.

1.  Hat der Unternehmer die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen nicht gemäß Artikel 5 bereitgestellt, so fordert der Verbraucher den Anbieter auf, die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen bereitzustellen. Versäumt es der Unternehmer, die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen unverzüglich oder innerhalb einer ausdrücklich zwischen den Vertragsparteien vereinbarten zusätzlichen Frist bereitzustellen, so ist der Verbraucher zur Beendigung des Vertrags berechtigt.

 

1a.  Absatz 1 gilt nicht,

 

a)  wenn sich der Unternehmer geweigert hat, die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen bereitzustellen, oder

 

b)  wenn die Bereitstellung innerhalb der vereinbarten Frist unter Berücksichtigung aller den Vertragsabschluss begleitenden Umstände unverzichtbar ist oder wenn der Verbraucher dem Unternehmer vor Vertragsschluss mitteilt, dass die Bereitstellung bis zu einem bestimmten Datum oder an einem bestimmten Tag unverzichtbar ist.

 

Versäumt es der Unternehmer in solchen Fällen, die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen zum maßgebenden Zeitpunkt gemäß Artikel 5 Absatz 2 bereitzustellen, ist der Verbraucher zur sofortigen Beendigung des Vertrags berechtigt.

 

1b.   Beendet der Verbraucher den Vertrag, finden Artikel 13, 13a, 13b und 13c entsprechend Anwendung.

Änderungsantrag    107

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 12

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Artikel 12

Artikel 12

Abhilfen bei Vertragswidrigkeit

Abhilfen bei Vertragswidrigkeit

 

-1.  Bei Vertragswidrigkeit hat der Verbraucher Anspruch darauf, entsprechend den in diesem Artikel genannten Bedingungen entweder die Herstellung des vertragsgemäßen Zustands der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen zu verlangen oder eine angemessene Minderung des Preises zu erhalten oder den Vertrag zu beenden.

1.  Bei Vertragswidrigkeit hat der Verbraucher Anspruch auf unentgeltliche Herstellung des vertragsgemäßen Zustands der digitalen Inhalte, es sei denn, dies ist unmöglich, unverhältnismäßig oder rechtswidrig.

1.  In diesem Fall hat der Verbraucher Anspruch auf unentgeltliche Herstellung des vertragsgemäßen Zustands der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen, es sei denn, dies ist unmöglich, unverhältnismäßig oder rechtswidrig.

Die Herstellung des vertragsgemäßen Zustands der digitalen Inhalte gilt als unverhältnismäßig, wenn die dem Anbieter dadurch auferlegten Kosten unangemessen wären. Bei der Feststellung, ob die Kosten unangemessen wären, ist Folgendes zu berücksichtigen:

Die Herstellung des vertragsgemäßen Zustands der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen gilt insbesondere dann als unverhältnismäßig, wenn die dem Unternehmer auferlegten Kosten unangemessen wären. Bei der Feststellung, ob die Kosten unangemessen wären, ist Folgendes zu berücksichtigen:

a)  der Wert, den die digitalen Inhalte hätten, wenn sie in vertragsgemäßem Zustand wären und

a)  der Wert, den die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen hätten, wenn sie in vertragsgemäßem Zustand wären, und

b)  die Bedeutung der Vertragswidrigkeit für die Erreichung des Zwecks, für den digitale Inhalte derselben Art gewöhnlich genutzt werden.

b)  die Bedeutung der Vertragswidrigkeit für die Erreichung des Zwecks, für den digitale Inhalte oder Dienstleistungen derselben Art gewöhnlich genutzt werden.

2.  Der Anbieter hat den vertragsgemäßen Zustand der digitalen Inhalte gemäß Absatz 1 innerhalb einer angemessenen Frist, nachdem er vom Verbraucher von der Vertragswidrigkeit in Kenntnis gesetzt wurde, und ohne erhebliche Unannehmlichkeiten für den Verbraucher herzustellen, wobei die Art der digitalen Inhalte und der Zweck, für den der Verbraucher diese digitalen Inhalte benötigt, zu berücksichtigen sind.

2.  Der Unternehmer hat den vertragsgemäßen Zustand der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen gemäß Absatz 1 innerhalb einer angemessenen Frist, nachdem er vom Verbraucher von der Vertragswidrigkeit in Kenntnis gesetzt wurde, unentgeltlich und ohne erhebliche Unannehmlichkeiten für den Verbraucher herzustellen, wobei die Art der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen und der Zweck, für den der Verbraucher diese digitalen Inhalte oder Dienstleistungen benötigt, zu berücksichtigen sind.

 

Der Verbraucher ist berechtigt, die Zahlung des Preises, soweit er noch nicht beglichen ist, oder, wenn die Vertragswidrigkeit geringfügig ist, eines angemessenen Teils des noch nicht beglichenen Preises zurückzuhalten, bis der Anbieter den vertragsgemäßen Zustand der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen hergestellt hat.

3.  Der Verbraucher hat Anspruch entweder auf eine anteilmäßige Minderung des Preises nach Maßgabe des Absatzes 4, wenn die digitalen Inhalte gegen Zahlung eines Preises bereitgestellt werden, oder auf Beendigung des Vertrags nach Absatz 5 und Artikel 13, wenn

3.  Der Verbraucher hat entweder Anspruch auf eine anteilmäßige Minderung des Preises nach Maßgabe des Absatzes 4, wenn die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen gegen Zahlung eines Preises bereitgestellt werden, oder er darf den Vertrag nach Absatz 5 und den Artikeln 13, 13a, 13b und 13c beenden, wenn

a)  die Herstellung des vertragsgemäßen Zustands der digitalen Inhalte unmöglich, unverhältnismäßig oder rechtswidrig ist,

a)  die Herstellung des vertragsgemäßen Zustands der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen gemäß Absatz 1 unmöglich, unverhältnismäßig oder rechtswidrig ist,

b)  der Anbieter den vertragsgemäßen Zustand nicht innerhalb der in Absatz 2 genannten Frist hergestellt hat,

b)  der Unternehmer den vertragsgemäßen Zustand der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen nicht gemäß Absatz 2 hergestellt hat,

 

ba)  eine Vertragswidrigkeit auftritt, obwohl sich der Unternehmer bemüht, den vertragsgemäßen Zustand der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen herzustellen, oder

c)  die Herstellung des vertragsgemäßen Zustands der digitalen Inhalte für den Verbraucher erhebliche Unannehmlichkeiten mit sich bringen würde, oder

 

d)  der Anbieter erklärt hat oder dies klar aus den Umständen zu erkennen ist, dass er den vertragsgemäßen Zustand der digitalen Inhalte nicht herstellen wird.

d)  der Unternehmer erklärt hat oder dies klar aus den Umständen zu erkennen ist, dass er den vertragsgemäßen Zustand der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen nicht innerhalb einer angemessenen Frist bzw. nicht ohne erhebliche Unannehmlichkeiten für den Verbraucher herstellen wird.

4.  Die Preisminderung bemisst sich nach dem Verhältnis, in dem der verminderte Wert der vom Verbraucher entgegengenommenen digitalen Inhalte zu dem Wert steht, den vertragsgemäße digitale Inhalte gehabt hätten.

4.  Der Verbraucher übt sein Recht auf angemessene Preisminderung durch eine Erklärung aus, in der er dem Unternehmer unmissverständlich seinen Entschluss mitteilt. Die Preisminderung bemisst sich nach dem Verhältnis, in dem der verminderte Wert der vom Verbraucher entgegengenommenen digitalen Inhalte oder Dienstleistungen zu dem Wert steht, den die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen gehabt hätten, wenn sie vertragsgemäß gewesen wären.

 

Wenn die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen gemäß dem Vertrag gegen Zahlung eines Preises über einen Zeitraum bereitzustellen sind und diese digitalen Inhalte oder Dienstleistungen über einen bestimmten Zeitraum vertragswidrig waren, gilt die Preisminderung für den Zeitraum der Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen.

5.  Der Verbraucher kann den Vertrag nur beenden, wenn die Vertragswidrigkeit den Funktionsumfang, die Interoperabilität und andere wesentliche Leistungsmerkmale der digitalen Inhalte wie deren Zugänglichkeit, Kontinuität und Sicherheit, sofern gemäß Artikel 6 Absätze 1 und 2 erforderlich, beeinträchtigt. Der Anbieter trägt die Beweislast dafür, dass die Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte deren Funktionsumfang, Interoperabilität und andere wesentliche Leistungsmerkmale nicht beeinträchtigt.

5.  Der Verbraucher kann den Vertrag nur beenden, wenn die Vertragswidrigkeit nicht geringfügig ist. Der Unternehmer trägt die Beweislast dafür, dass die Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen deren Funktionsumfang, Interoperabilität und andere wesentliche Leistungsmerkmale nicht beeinträchtigt.

 

5a.  Der Verbraucher hat keinen Anspruch auf Abhilfe, soweit er selbst zur Vertragswidrigkeit oder deren Auswirkungen beigetragen hat.

Änderungsantrag     108

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 12 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

Artikel 12a

 

Abhilfen bei Sicherheitsmängeln

 

Bei Sicherheitsmängeln hat der Verbraucher Anspruch auf unentgeltliche Herstellung des vertragsgemäßen Zustands der digitalen Inhalts oder Dienstes.

Änderungsantrag    109

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 13

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Artikel 13

Artikel 13

Beendigung des Vertrags

Ausübung des Rechts auf Vertragsbeendigung

1.  Der Verbraucher übt sein Recht auf Vertragsbeendigung durch eine auf beliebige Weise abgegebene Mitteilung an den Anbieter aus.

Der Verbraucher übt sein Recht auf Vertragsbeendigung durch eine Erklärung aus, in der er dem Unternehmer unmissverständlich seinen Entschluss mitteilt, den Vertrag zu beenden. Werden Verträge mithilfe digitaler Mittel geschlossen, so stellt der Unternehmer dem Verbraucher einfache digitale Mittel zur Vertragsbeendigung bereit. Die Beendigung des Vertrags wird 14 Tage nach Eingang der Mitteilung oder zu einem späteren, vom Verbraucher angegebenen Zeitpunkt wirksam.

2.   Beendet der Verbraucher den Vertrag,

 

a)  hat der Anbieter dem Verbraucher den gezahlten Preis unverzüglich, spätestens aber innerhalb von vierzehn Tagen nach Eingang der Mitteilung, zu erstatten;

 

b)  hat der Anbieter alle Maßnahmen zu ergreifen, die erwartet werden können, um die Nutzung einer anderen Gegenleistung als Geld zu unterlassen, die der Verbraucher im Austausch für die digitalen Inhalte erbracht hat, sowie die Nutzung aller sonstigen Daten, die der Anbieter in Verbindung mit der Bereitstellung der digitalen Inhalte gesammelt hat, einschließlich der vom Verbraucher bereitgestellten Inhalte mit Ausnahme der Inhalte, die der Verbraucher gemeinsam mit anderen erzeugt hat, die die Inhalte weiterhin nutzen;

 

c)  hat der Anbieter dem Verbraucher die technischen Mittel zur Verfügung zu stellen, mit denen der Verbraucher die von ihm bereitgestellten Inhalte und sonstige Daten wiedererlangen kann, die durch seine Nutzung der digitalen Inhalte hergestellt oder erzeugt worden sind, soweit der Anbieter diese Daten gespeichert hat. Der Verbraucher ist berechtigt, die Inhalte unentgeltlich, ohne erhebliche Unannehmlichkeiten, innerhalb einer angemessenen Frist und in einem allgemein gebräuchlichen Datenformat wiederzuerlangen;

 

d)  hat der Verbraucher, sofern die digitalen Inhalte nicht auf einem dauerhaften Datenträger bereitgestellt wurden, die Nutzung der digitalen Inhalte und deren Zurverfügungstellung an Dritte zu unterlassen, insbesondere indem er die digitalen Inhalte löscht oder auf andere Weise unlesbar macht;

 

e)  hat der Verbraucher, sofern die digitalen Inhalte auf einem dauerhaften Datenträger bereitgestellt wurden,

 

i)  auf Aufforderung des Anbieters und auf dessen Kosten den dauerhaften Datenträger unverzüglich, spätestens aber innerhalb von vierzehn Tagen nach Eingang der Aufforderung, an den Anbieter zurückzusenden und

 

ii)  jede verwendbare Kopie der digitalen Inhalte zu löschen, unlesbar zu machen und ihre Nutzung oder Zurverfügungstellung an Dritte zu unterlassen.

 

3.  Nach Beendigung des Vertrags kann der Anbieter jede weitere Nutzung der digitalen Inhalte durch den Verbraucher unterbinden, insbesondere indem er unbeschadet des Absatzes 2 Buchstabe c den Zugang des Verbrauchers zu den Inhalten oder das Nutzerkonto des Verbrauchers sperrt.

 

4.  Der Verbraucher ist für die Nutzung der digitalen Inhalte vor Beendigung des Vertrags nicht zahlungspflichtig.

 

5.  Wurden die digitalen Inhalte gegen Zahlung eines Preises im Laufe des im Vertrag vorgesehenen Zeitraums bereitgestellt, kann der Verbraucher den Vertrag nur in Bezug auf den Zeitraum beenden, in dem die digitalen Inhalte nicht in einem vertragsgemäßen Zustand waren.

 

6.  Beendet der Verbraucher einen Teil des Vertrags nach Maßgabe des Absatzes 5, findet Absatz 2 mit Ausnahme des Buchstaben b in Bezug auf den Zeitraum Anwendung, in dem die digitalen Inhalte in vertragsgemäßem Zustand waren. Der Anbieter hat dem Verbraucher den Teil des gezahlten Preises zu erstatten, der dem Zeitraum entspricht, in dem die digitalen Inhalte nicht in vertragsgemäßem Zustand waren.

 

Änderungsantrag    110

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 13 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

Artikel 13a

 

Pflichten des Unternehmers im Beendigungsfall

 

1.  Im Fall der Beendigung des Vertrags hat der Unternehmer dem Verbraucher alle gemäß dem Vertrag gezahlten Beträge zurückzuerstatten.

 

Ist in dem Vertrag die Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen gegen Zahlung eines Preises und über einen bestimmten Zeitraum vorgesehen und beendet der Verbraucher einen Teil eines solchen Vertrags gemäß Artikel 12 Absatz 5, erstattet der Unternehmer dem Verbraucher den Anteil des gezahlten Preises, der dem Zeitraum entspricht, in dem die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen nicht in vertragsgemäßem Zustand waren, sowie erforderlichenfalls den Anteil des Preises, den der Verbraucher im Voraus für den verbleibenden Zeitraum des Vertrags – wenn dieser nicht beendet worden wäre – gezahlt hat.

 

2.  In Bezug auf personenbezogene Daten des Verbrauchers hat der Unternehmer die gemäß der Verordnung (EU) 2016/679 geltenden Verpflichtungen einzuhalten.

 

3.  Der Unternehmer unternimmt alle von ihm zu erwartenden Anstrengungen, um die Nutzung nutzergenerierter Inhalte zu unterlassen, die keine personenbezogenen Daten sind und die der Verbraucher bei der Nutzung der vom Unternehmer bereitgestellten digitalen Inhalte oder Dienstleistungen bereitgestellt oder erstellt hat, mit Ausnahme von

 

a)  Inhalten, deren Nutzung nicht ohne unverhältnismäßigen und unvertretbaren Aufwand unterlassen werden kann, da sie außerhalb des Kontextes der von dem Unternehmer bereitgestellten digitalen Inhalte oder Dienstleistungen keinen Nutzwert haben,

 

b)  Inhalten, deren Nutzung nicht ohne unverhältnismäßigen und unvertretbaren Aufwand unterlassen werden kann, da sie ausschließlich mit der Nutzung der von dem Unternehmer bereitgestellten digitalen Inhalte oder Dienstleistungen durch den Verbraucher zusammenhängen,

 

c)  Inhalten, die vom Verbraucher gemeinsam mit anderen erzeugt wurden, sofern andere Nutzer die Inhalte weiterhin nutzen können,

 

d)  Inhalten, die vom Unternehmer mit anderen Daten aggregiert wurden und nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand disaggregiert werden können.

 

4.  Auf Aufforderung des Verbrauchers stellt der Unternehmer dem Verbraucher alle digitalen Inhalte – sofern es sich dabei nicht um personenbezogene Daten handelt – zur Verfügung, die vom Verbraucher unter Nutzung der vom Unternehmer bereitgestellten digitalen Inhalte oder Dienstleistungen bereitgestellt oder erstellt wurden. Der Verbraucher ist berechtigt, die Inhalte unentgeltlich, ohne erhebliche Unannehmlichkeiten, innerhalb einer angemessenen Frist und in einem allgemein gebräuchlichen und maschinenlesbaren Format wiederzuerlangen.

 

Die Verpflichtung zur Bereitstellung dieser nutzergenerierten Inhalte gilt nicht, wenn die nutzergenerierten Inhalte

 

a)  nicht ohne unverhältnismäßigen und unvertretbaren Aufwand bereitgestellt werden können, da sie außerhalb des Kontextes der von dem Unternehmer bereitgestellten digitalen Inhalte oder Dienstleistungen keinen Nutzwert haben,

 

b)  nicht ohne unverhältnismäßigen und unvertretbaren Aufwand bereitgestellt werden können, da sie ausschließlich mit der Nutzung des von dem Unternehmer bereitgestellten digitalen Inhalte oder Dienstleistungen durch den Verbraucher zusammenhängen,

 

c)   vom Unternehmer mit anderen Daten aggregiert wurden und nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand disaggregiert werden können.

 

5.  Nach Beendigung des Vertrags kann der Unternehmer jede weitere Nutzung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen durch den Verbraucher unterbinden, insbesondere indem er unbeschadet des Absatzes 4 den Zugang des Verbrauchers zu den digitalen Inhalten oder Dienstleistungen oder das Nutzerkonto des Verbrauchers sperrt.

Änderungsantrag    111

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 13 b (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

Artikel 13b

 

Pflichten des Verbrauchers im Beendigungsfall

 

1.  Nach Beendigung des Vertrags unterlässt der Verbraucher die Nutzung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen und deren Zurverfügungstellung an Dritte, indem er beispielsweise die digitalen Inhalte oder jede verwendbare Kopie löscht oder die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen auf andere Weise unlesbar macht.

 

2.  Sind digitale Inhalte oder Dienstleistungen in Waren integriert, so sendet der Verbraucher die Ware, in die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen integriert sind, auf Kosten des Unternehmers unverzüglich und in jedem Fall spätestens 14 Tage nach dem Eingang der Aufforderung durch den Unternehmer an diesen zurück. Beschließt der Unternehmer, die Rückgabe der Ware zu fordern, in die die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen integriert sind, so muss diese Aufforderung innerhalb von 14 Tagen ab dem Tag erfolgen, an dem der Anbieter über den Entschluss des Verbrauchers, den Vertrag zu beenden, in Kenntnis gesetzt wurde.

 

3.  Der Verbraucher ist für die Nutzung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen vor Beendigung des Vertrags in dem Zeitraum, in dem die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen nicht in vertragsgemäßem Zustand waren, nicht zahlungspflichtig.

Änderungsantrag    112

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 13 c (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

Artikel 13c

 

Fristen und Mittel für die Erstattung durch den Unternehmer

 

1.  Jede Erstattung, die der Unternehmer dem Verbraucher gemäß Artikel 12 Absatz 4 oder gemäß Artikel 13a Absatz 1 aufgrund einer Preisminderung oder der Beendigung des Vertrags zu leisten hat, muss unverzüglich und in jedem Fall innerhalb von 14 Tagen ab dem Tag, an dem der Unternehmer mit einem der in Artikel 12 und 13 genannten Mittel über den Entschluss des Verbrauchers, sein Recht auf eine Preisminderung oder auf Beendigung des Vertrags in Anspruch zu nehmen, in Kenntnis gesetzt wurde, erfolgen.

 

2.  Der Unternehmer nimmt die Erstattung unter Verwendung der gleichen Zahlungsmittel vor, die der Verbraucher zur Zahlung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen verwendet hat, es sei denn, der Verbraucher stimmt ausdrücklich einer anderslautenden Vereinbarung zu.

 

3.  Der Unternehmer berechnet dem Verbraucher für die Erstattung keine Gebühr.

Änderungsantrag    113

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 14

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Artikel 14

Artikel 14

Recht auf Schadensersatz

Recht auf Schadensersatz

1.  Der Anbieter haftet dem Verbraucher für jede wirtschaftliche Schädigung der digitalen Umgebung des Verbrauchers, die durch die Nichteinhaltung des Vertrags oder die nicht erfolgte Bereitstellung der digitalen Inhalte verursacht wurde. Der Schadensersatz hat den Verbraucher so weit wie möglich in die Lage zu versetzen, in der er sich befunden hätte, wenn die digitalen Inhalte ordnungs- und vertragsgemäß bereitgestellt worden wären.

Die Mitgliedstaaten sorgen dafür, dass der Verbraucher Anspruch auf eine Entschädigung für den Nachteil hat, der durch die nicht erfolgte Bereitstellung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen oder durch eine Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen verursacht wurde.

  Die Mitgliedstaaten legen die Einzelheiten bezüglich der Ausübung des Rechts auf Schadensersatz fest.

 

Änderungsantrag    114

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 15

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Artikel 15

Artikel 15

Änderung der digitalen Inhalte

Änderung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen

1.  Änderungen des Funktionsumfangs, der Interoperabilität und anderer wesentlicher Leistungsmerkmale wie Zugänglichkeit, Kontinuität und Sicherheit der digitalen Inhalte, die dem Vertrag zufolge im Laufe eines im Vertrag vorgesehenen Zeitraums bereitzustellen sind, können, soweit sie den Zugang des Verbrauchers zu den digitalen Inhalten oder deren Nutzung beeinträchtigen, vom Anbieter nur vorgenommen werden, wenn

1.  Über das zur Erhaltung der Vertragsmäßigkeit der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen gemäß Artikel 6a erforderliche Maß hinausgehende Änderungen des Funktionsumfangs, der Interoperabilität und anderer wesentlicher Leistungsmerkmale der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen, die dem Vertrag zufolge im Laufe eines im Vertrag vorgesehenen Zeitraums bereitzustellen oder zugänglich zu machen sind, können vom Unternehmer nur vorgenommen werden, wenn

a)  diese Möglichkeit im Vertrag vorgesehen ist,

a)  im Vertrag eine solche Änderung gestattet ist und ein triftiger Grund dafür angegeben wird,

 

aa)  eine solche Änderung nach billigem Ermessen vom Verbraucher erwartet werden kann,

 

ab)  die Änderung für den Verbraucher nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden ist und

b)  der Verbraucher innerhalb einer angemessenen Frist im Wege einer ausdrücklichen Mitteilung mittels eines dauerhaften Datenträgers von der Änderung benachrichtigt wurde,

b)  der Unternehmer den Verbraucher innerhalb einer angemessenen Frist in eindeutiger und verständlicher Weise und mittels eines dauerhaften Datenträgers von der Änderung und soweit erforderlich von seinem Recht auf Beendigung des Vertrags unter den Bedingungen nach Absatz 1 benachrichtigt,

c)  der Verbraucher innerhalb von mindestens 30 Tagen nach Eingang der Mitteilung den Vertrag beenden darf, ohne dass ihm hierdurch Kosten entstehen, und

 

d)  dem Verbraucher bei einer Beendigung des Vertrags nach Buchstabe c die technischen Mittel zur Verfügung gestellt werden, damit er alle von ihm bereitgestellten Inhalte gemäß Artikel 13 Absatz 2 Buchstabe c wiedererlangen kann.

 

 

1a.  Der Verbraucher ist berechtigt, den Vertrag zu beenden, falls durch die Änderung sein Zugang zu den digitalen Inhalten oder Dienstleistungen oder seine Nutzung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen beeinträchtigt wird, es sei denn, diese Beeinträchtigung ist nur geringfügig. In diesem Fall ist der Verbraucher berechtigt, den Vertrag innerhalb von 30 Tagen nach Eingang der Benachrichtigung oder nach dem Zeitpunkt kostenlos zu beenden, zu dem die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen vom Unternehmer geändert werden, je nachdem, welcher Zeitpunkt der spätere ist.

2.  Beendet der Verbraucher den Vertrag auf der Grundlage dieses Artikels, gilt, sofern relevant, Folgendes:

2.  Beendet der Verbraucher den Vertrag auf der Grundlage von Absatz 1a dieses Artikels, so gelten die Artikel 13, 13a und 13b entsprechend.

a)  Der Anbieter hat dem Verbraucher den Teil des gezahlten Preises zu erstatten, der dem Zeitraum nach Änderung der digitalen Inhalte entspricht.

 

b)  Der Anbieter hat die Nutzung einer anderen Gegenleistung als Geld zu unterlassen, die der Verbraucher im Austausch für die digitalen Inhalte erbracht hat, sowie die Nutzung aller sonstigen Daten, die der Anbieter in Verbindung mit der Bereitstellung der digitalen Inhalte gesammelt hat, einschließlich der vom Verbraucher bereitgestellten Inhalte.

 

Änderungsantrag    115

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 16

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Artikel 16

Artikel 16

Recht auf Beendigung langfristiger Verträge

Recht auf Beendigung langfristiger Verträge

1.  Sollen die digitalen Inhalte dem Vertrag zufolge unbefristet bereitgestellt werden oder beträgt die erstmalige Laufzeit des Vertrags oder betragen dessen Verlängerungen zusammengenommen mehr als 12 Monate, ist der Verbraucher berechtigt, den Vertrag jederzeit nach Ablauf des ersten 12-Monats-Zeitraums zu beenden.

1.  Sollen die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen dem Vertrag zufolge für eine feste erstmalige Laufzeit von mehr als 12 Monaten bereitgestellt werden oder beträgt die Laufzeit nachfolgender Verträge oder Verlängerungen zusammengenommen mehr als 12 Monate ab dem Zeitpunkt des Abschlusses des ursprünglichen Vertrags, ist der Verbraucher berechtigt, den Vertrag jederzeit nach Ablauf des ersten 12-Monats-Zeitraums zu beenden, ohne dass ihm zusätzliche Kosten entstehen.

 

1a.  Beendet der Verbraucher einen befristeten Vertrag, wobei die Laufzeit des Vertrags oder von dessen Verlängerungen zusammengenommen mehr als 12 Monate beträgt, so hat der Unternehmer das Recht auf angemessene Entschädigung für die Vorteile, die er dem Verbraucher aufgrund der Vertragslaufzeit von mehr als 12 Monaten eingeräumt hat.

 

Bevor ein Verbraucher durch einen Vertrag oder ein entsprechendes Vertragsangebot gebunden ist, stellt der Unternehmer dem Verbraucher eindeutige und verständliche Informationen bereit, und zwar über die Bedingungen für die Beendigung eines Vertrags mit einer Laufzeit von mehr als 12 Monaten, sofern sich diese Informationen nicht bereits aus dem Zusammenhang ersichtlich sind, und über die Wirkungen, die eine vorzeitige Beendigung nach sich zieht, sofern dem Verbraucher aufgrund der Laufzeit des Vertrags ein Vorteil gewährt wurde.

2.  Der Verbraucher übt sein Recht auf Vertragsbeendigung durch eine auf beliebige Weise abgegebene Mitteilung an den Anbieter aus. Die Beendigung des Vertrags wird 14 Tage nach Eingang der Mitteilung wirksam.

2.  Der Verbraucher übt sein Recht auf Vertragsbeendigung durch eine Erklärung aus, in der er dem Unternehmer unmissverständlich seinen Entschluss mitteilt, den Vertrag zu beenden. Die Beendigung des Vertrags wird 14 Tage nach Eingang der Mitteilung oder zu einem späteren, vom Verbraucher angegebenen Zeitpunkt wirksam.

3.  Wurden die digitalen Inhalte gegen Zahlung eines Preises bereitgestellt, bleibt der Verbraucher für den Teil des Preises zahlungspflichtig, für den digitale Inhalte bis zum Eintritt der Wirksamkeit der Vertragsbeendigung bereitgestellt wurden.

3.  Wurden die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen gegen Zahlung eines Preises bereitgestellt, so bleibt der Verbraucher für den Teil des Preises zahlungspflichtig, für den die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen bis zum Eintritt der Wirksamkeit der Vertragsbeendigung bereitgestellt wurden.

4.  Beendet der Verbraucher den Vertrag auf der Grundlage dieses Artikels, gilt Folgendes:

4.  Beendet der Verbraucher den Vertrag auf der Grundlage dieses Artikels, so kommt der Unternehmer in Bezug auf den Schutz personenbezogener Daten den nach der Verordnung (EU) 2016/679 und der Richtlinie 2002/58/EG geltenden Verpflichtungen nach.

a)  Der Anbieter hat alle Maßnahmen zu ergreifen, die erwartet werden können, um die Nutzung einer anderen Gegenleistung als Geld zu unterlassen, die der Verbraucher im Austausch für die digitalen Inhalte erbracht hat, sowie die Nutzung aller sonstigen Daten, die der Anbieter in Verbindung mit der Bereitstellung der digitalen Inhalte gesammelt hat, einschließlich der vom Verbraucher bereitgestellten Inhalte.

 

b)  Der Anbieter hat dem Verbraucher die technischen Mittel zur Verfügung zu stellen, mit denen der Verbraucher die von ihm selbst bereitgestellten Inhalte und sonstige Daten wiedererlangen kann, die durch seine Nutzung der digitalen Inhalte hergestellt oder erzeugt worden sind, soweit der Anbieter diese Daten gespeichert hat. Der Verbraucher ist berechtigt, die Inhalte ohne erhebliche Unannehmlichkeiten, innerhalb einer angemessenen Frist und in einem allgemein gebräuchlichen Datenformat wiederzuerlangen.

 

c)  Der Verbraucher löscht gegebenenfalls jede verwendbare Kopie der digitalen Inhalte, macht sie unlesbar oder unterlässt ihre Nutzung einschließlich ihrer Zurverfügungstellung an Dritte.

4a.  Der Verbraucher löscht erforderlichenfalls jede verwendbare Kopie der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen, macht sie unlesbar oder unterlässt ihre Nutzung einschließlich ihrer Zurverfügungstellung an Dritte.

5.  Nach Beendigung des Vertrags kann der Anbieter jede weitere Nutzung der digitalen Inhalte durch den Verbraucher unterbinden, insbesondere indem er unbeschadet des Absatzes 4 Buchstabe b den Zugang des Verbrauchers zu den Inhalten oder das Nutzerkonto des Verbrauchers sperrt.

5.  Nach Beendigung des Vertrags kann der Unternehmer jede weitere Nutzung der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen durch den Verbraucher unterbinden, insbesondere indem er den Zugang des Verbrauchers zu den Inhalten oder Dienstleistungen oder das Nutzerkonto des Verbrauchers sperrt.

Änderungsantrag    116

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 17 – Absatz 1

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Haftet der Anbieter dem Verbraucher für die nicht erfolgte oder die nicht vertragsgemäße Bereitstellung digitaler Inhalte infolge eines Handelns oder Unterlassens einer Person im Vorfeld des Vertragsschlusses, ist der Anbieter berechtigt, den oder die innerhalb der Vertragskette Haftenden in Regress zu nehmen. Welche Person der Anbieter in Regress nehmen kann, sowie die diesbezüglichen Maßnahmen und Bedingungen für die Geltendmachung der Regressansprüche bestimmt das nationale Recht.

Haftet der Unternehmer dem Verbraucher für die nicht erfolgte oder die nicht vertragsgemäße Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen infolge eines Handelns oder Unterlassens einer Person im Vorfeld des Vertragsschlusses, ist der Unternehmer berechtigt, den oder die innerhalb der Finanztransaktionskette Haftenden in Regress zu nehmen. Welche Person der Unternehmer in Regress nehmen kann, sowie die diesbezüglichen Maßnahmen und Bedingungen für die Geltendmachung der Regressansprüche, bestimmt das nationale Recht.

Änderungsantrag    117

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 18 – Überschrift

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Rechtsdurchsetzung

Rechtsdurchsetzung und Information

Änderungsantrag    118

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 18 – Absatz 1

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

1.  Die Mitgliedstaaten sorgen dafür, dass angemessene und wirksame Mittel vorhanden sind, mit denen die Einhaltung dieser Richtlinie sichergestellt wird.

1.  Die Mitgliedstaaten sorgen dafür, dass angemessene und abschreckende Mittel vorhanden sind, mit denen die Einhaltung dieser Richtlinie sichergestellt wird, wobei insbesondere berücksichtigt wird, dass die Verbraucher über ihre Rechte unterrichtet werden müssen und ihnen die Durchsetzung ihrer Rechte in der Praxis ermöglicht werden muss.

Änderungsantrag    119

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 18 – Absatz 2 – Buchstabe c a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

ca)  Einrichtungen, Organisationen oder Vereinigungen ohne Gewinnerzielungsabsicht im Sinne des Artikels 80 der Verordnung (EU) 2016/679, die im Bereich des Schutzes der Rechte von betroffenen Personen in Bezug auf den Schutz ihrer personenbezogenen Daten tätig sind.

Änderungsantrag  120

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 20 – Überschrift

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Änderungen der Richtlinie 1999/44/EG, der Verordnung (EG) Nr. 2006/2004 und der Richtlinie 2009/22/EG

Änderungen der Richtlinie 1993/13/EWG, der Richtlinie 1999/44/EG, der Verordnung (EG) Nr. 2006/2004 und der Richtlinie 2009/22/EG

Änderungsantrag    121

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 20 – Nummer -1 (neu)

Richtlinie 93/13/EWG

Anhang – Nummer 1

 

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

-1.  Dem Anhang der Richtlinie 93/13/EWG werden unter Nummer 1 folgende Buchstaben angefügt:

 

qa)  der Gewerbetreibende die Interoperabilität digitaler Inhalte oder Dienstleistungen mit der Hardware und anderen digitalen Inhalten oder Dienstleistungen ungerechtfertigt einschränken kann;

 

qb)  dem Verbraucher auferlegt wird, einen zusätzlichen Vertrag für die Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen oder einen Vertrag über Hardware mit dem Gewerbetreibenden oder einem Dritten abzuschließen;

 

qc)  die Rechte der betroffenen Person gemäß der Verordnung (EU) 2016/679 zum Schutz personenbezogener Daten von Verbrauchern durch vertragliche Mittel umgangen werden;

 

qd)  es dem Gewerbetreibenden gestattet wird, die Verwendbarkeit der digitalen Inhalte einzuschränken, wenn der Verbraucher offline ist, sofern dies für die Bereitstellung der digitalen Inhalte nicht unbedingt notwendig ist;

 

qe)  die gemäß Richtlinie 2001/29/EG, Richtlinie 96/9/EG, Richtlinie 2009/24/EG oder Richtlinie 2012/28/EG zugelassene Nutzung digitaler Inhalte beschränkt wird;“

Änderungsantrag    122

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 20 – Nummer 1

Richtlinie 1999/44/EG

Artikel 1 – Absatz 2 – Buchstabe b

 

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

„b)   Verbrauchsgüter bewegliche körperliche Gegenstände, mit Ausnahme von

„b)   Verbrauchsgüter bewegliche körperliche Gegenstände, mit Ausnahme von

–   Gütern, die aufgrund von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen oder anderen gerichtlichen Maßnahmen verkauft werden,

–   Gütern, die aufgrund von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen oder anderen gerichtlichen Maßnahmen verkauft werden,

–  Wasser und Gas, es sei denn, sie werden in einem begrenzten Volumen oder in einer bestimmten Menge zum Verkauf angeboten,

–  Wasser und Gas, es sei denn, sie werden in einem begrenzten Volumen oder in einer bestimmten Menge zum Verkauf angeboten,

–  Strom,

–  Strom,

–  dauerhaften Datenträgern mit digitalen Inhalten, wenn diese Datenträger ausschließlich der Übermittlung digitaler Inhalte an den Verbraucher im Sinne der Richtlinie (EU) N/XXX39 dienen.“

–  integrierten digitalen Inhalten oder Dienstleistungen gemäß der Richtlinie (EU) N/XXX39.“

______________

______________

39 Richtlinie (EU) N/XXX des Europäischen Parlaments und des Rates vom ... über vertragsrechtliche Aspekte bei der Bereitstellung digitaler Inhalte (ABl. L...).

39 Richtlinie (EU) N/XXX des Europäischen Parlaments und des Rates vom ... über bestimmte vertragsrechtliche Aspekte der Bereitstellung digitaler Inhalte und Dienstleistungen (ABl. L ...).

Änderungsantrag    123

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 20 – Nummer 2

Verordnung (EG) Nr. 2006/2004

Anhang – Nummer 21

 

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

21.   Richtlinie (EU) N/XXX des Europäischen Parlaments und des Rates vom ... über vertragsrechtliche Aspekte der Bereitstellung digitaler Inhalte (ABl. L...).

21a.   Richtlinie (EU) N/XXX des Europäischen Parlaments und des Rates vom ... über bestimmte vertragsrechtliche Aspekte der Bereitstellung digitaler Inhalte und Dienstleistungen (ABl. L ...).

Änderungsantrag    124

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 20 – Nummer 3

Richtlinie 2009/22/EG

Anhang I – Nummer 16

 

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

16.  Richtlinie (EU) N/XXX des Europäischen Parlaments und des Rates vom ... über vertragsrechtliche Aspekte der Bereitstellung digitaler Inhalte (ABl. L...).

15a.  Richtlinie (EU) N/XXX des Europäischen Parlaments und des Rates vom ... über bestimmte vertragsrechtliche Aspekte der Bereitstellung digitaler Inhalte und Dienstleistungen (ABl. L ...)

Änderungsantrag    125

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 22 – Absatz 1

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

Die Kommission überprüft diese Richtlinie spätestens [fünf Jahre nach ihrem Inkrafttreten] und legt dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Bericht dazu vor. In dem Bericht ist unter anderem zu prüfen, ob es einer Harmonisierung der Vorschriften für Verträge über die Bereitstellung digitaler Inhalte gegen Erbringung einer nicht von dieser Richtlinie erfassten Gegenleistung bedarf, insbesondere einer Gegenleistung in Form von Werbung oder indirekt erhobener Daten.

Die Kommission überprüft diese Richtlinie spätestens [fünf Jahre nach dem Tag ihres Inkrafttretens] und legt dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss einen Bericht dazu vor. Im Rahmen der Überprüfung werden auch die Mitgliedstaaten sowie Verbraucherverbände, justizielle Organisationen und Unternehmensverbände auf Unionsebene konsultiert. In dem Bericht ist unter anderem zu prüfen, ob in Bezug auf die Anwendung der Verordnung (EU) 2016/679 Wechselwirkungen gegeben sind, ob die Bestimmungen dieser Richtlinie und der genannten Verordnung einheitlich angewandt werden und ob es einer Harmonisierung der Vorschriften für Verträge über die Bereitstellung digitaler Inhalte oder Dienstleistungen gegen eine nicht von dieser Richtlinie erfasste Gegenleistung in Form der Erhebung personenbezogener Daten durch den Unternehmer bedarf, insbesondere einer Gegenleistung in Form von Werbung.

(1)

ABl. C 264 vom 20.7.2016, S. 57.


BEGRÜNDUNG

I. Einleitung

Nach der Verwerfung des Vorschlags für ein Gemeinsames Europäisches Kaufrecht hat die Kommission einen erneuten Versuch unternommen, unternehmer- und verbraucherfreundliche Lösungen für Binnenmarktprobleme zu finden, die durch abweichende oder nicht vorhandene nationale Vertragsvorschriften entstehen. Dazu hat sie zwei Vorschläge zu digitalen Verträgen vorgelegt: einen Vorschlag für eine Richtlinie über bestimmte vertragsrechtliche Aspekte des Online-Warenhandels und anderer Formen des Fernabsatzes von Waren und diesen Vorschlag für eine Richtlinie über bestimmte vertragsrechtliche Aspekte der Bereitstellung digitaler Inhalte. Der Vorschlag der Kommission zu Vertragsvorschriften für die Bereitstellung digitaler Inhalte bietet erstmals die Möglichkeit, einen Aspekt anzugehen, der sich in der Gesetzgebung einiger Mitgliedstaaten erst im Entwicklungsstadium befindet und noch nicht auf EU-Ebene harmonisiert wurde, nämlich Abhilfen für Verbraucher bei Vertragswidrigkeit bereitgestellter digitaler Inhalte.

Nach der Präsentation eines gemeinsamen Arbeitsdokuments im Juli 2016 präsentieren die Ko-Berichterstatter in diesem Entwurf ihre gemeinsamen Änderungsanträge zu dem Vorschlag der Kommission. Insgesamt befürworten die Ko-Berichterstatter den Ansatz der Kommission, sich auf bestimmte vertragsrechtliche Aspekte der Bereitstellung digitaler Inhalte, etwa Vertragsmäßigkeit und Abhilfen, zu konzentrieren und sich auf Verträge zwischen Unternehmen und Verbrauchern zu beschränken.

In dem Berichtsentwurf werden einige der Aspekte präsentiert, bei denen die Ko-Berichterstatter noch Diskussionsbedarf sehen. Die Ko-Berichterstatter behalten sich jedoch das Recht vor, mit weiteren Änderungsanträgen und Vorschlägen auf Themen zurückzukommen, die noch nicht im Bericht enthalten sind. In dieser Begründung werden die wichtigsten Änderungen erläutert, die im Berichtsentwurf in Form von Änderungsanträgen vorgeschlagen werden, sowie der Grundgedanke, der dahintersteht.

II. Wichtigste Aspekte des Berichtentwurfs

1. Klärung des Textentwurfs und Kohärenz mit dem Besitzstand

Die Ko-Berichterstatter stimmen mit der Kommission darin überein, dass die Richtlinie nicht nur digitale Inhalte, wie in der Richtlinie über Verbraucherrechte definiert, sondern auch Dienstleistungen umfassen sollte, etwa Cloud-Speicherung oder Datei-Hosting, soziale Medien, Instant-Messaging-Dienste und Websites oder Plattformen zur gemeinsamen Nutzung von Video- oder Audioinhalten. Dies würde die Richtlinie im Hinblick auf den technischen Fortschritt zukunftsfähig machen. Zugunsten einer konsistenteren Verwendung des Begriffs „digitale Inhalte“ gemäß der Richtlinie über Verbraucherrechte halten die Ko-Berichterstatter es jedoch für besser, die Definition von digitalen Inhalten nicht auf entsprechende Dienstleistungen auszuweiten, sondern eine Kategorie der „digitalen Dienstleistungen“ zu schaffen, um eine klare Unterscheidung zwischen digitalen Inhalten – Daten, die in digitaler Form hergestellt und bereitgestellt werden – und digitalen Dienstleistungen zu ermöglichen. Die Ko-Berichterstatter weisen darauf hin, dass dadurch nicht die Freiheit der Mitgliedstaaten beeinträchtigt werden sollte, über die Form der Verträge selbst zu bestimmen, d. h. ob Verträge über die Bereitstellung digitaler Inhalte als Kaufverträge, Dienstleistungsverträge, Mietverträge oder Verträge sui generis anzusehen sind.

2. Anwendungsbereich

Die Ko-Berichterstatter sind der Auffassung, dass der Vorschlag der Kommission, in Waren wie z. B. intelligente Produkte integrierte digitale Inhalte aus dem Anwendungsbereich der Richtlinie auszuschließen, es erschweren würde, zwischen dem Geltungsbereich dieses Vorschlags und dem des Vorschlags einer Richtlinie über bestimmte vertragsrechtliche Aspekte des Online-Warenhandels und anderer Formen des Fernabsatzes von Waren zu unterscheiden. Es gäbe dann für digitale Inhalte unterschiedliche Vorschriften, je nachdem, ob die digitalen Inhalte in eine Ware integriert sind oder separat bereitgestellt werden – eine Unterscheidung, die nicht immer einfach ist, z. B. bei Smartphones mit vorinstallierten Anwendungen gegenüber solchen mit Anwendungen, die vom Verbraucher selbst installiert werden. Verbraucher und Unternehmen könnten bei fehlerhaften oder aus anderen Gründen vertragswidrigen Produkten nur schwer feststellen, welche Vorschrift gilt (handelt es sich um materielle Waren oder um digitale Inhalte?). Nach Prüfung unterschiedlicher Ansätze sind die Ko-Berichterstatter der Ansicht, dass die Richtlinie auch für integrierte digitale Inhalte und Dienstleistungen gelten sollte, wobei in Bezug auf Waren mit integrierten digitalen Inhalten oder Dienstleistungen der Unternehmer gemäß dieser Richtlinie dem Verbraucher gegenüber nur für die Erfüllung seiner Pflichten in Bezug auf die integrierten digitalen Inhalte oder Dienstleistungen haftbar ist. Die Bedeutung, die Produkte für das Internet der Dinge in naher Zukunft haben werden, kann nicht hoch genug angesetzt werden, und intelligente Waren werden entsprechend den Markt beherrschen. Verbrauchern, die diese Produkte erwerben, werden durch diese Richtlinie Rechte eingeräumt, z. B. Aktualisierungen, Interoperabilität, ein sicheres digitales Umfeld und das Recht auf Wiederherstellung ihrer Daten nach Beendigung des Vertrags.

Damit die möglichen Auswirkungen von Abgrenzungsproblemen zwischen den Anwendungsbereichen der beiden Vorschläge für digitale Verträge noch geringer werden, haben sich die Ko-Berichterstatter mit dem Berichterstatter des Vorschlags zum Absatz von Waren geeinigt, um zu versuchen, die Konformitätskriterien beider rechtlichen Regelungen so weit wie möglich anzugleichen.

3. Daten als Gegenleistung und Datenschutzaspekte

In dem Vorschlag der Kommission werden Gegenleistungen erwähnt, die nicht in der Bezahlung eines Preises bestehen, und es ist vorgesehen, dass Unternehmer bei nicht erfolgter Bereitstellung der digitalen Inhalte oder digitalen Dienstleistungen oder bei Vertragswidrigkeiten verpflichtet sind, Abhilfe zu schaffen, auch dann, wenn die Gegenleistung in der Bereitstellung von Daten besteht.

Die Ko-Berichterstatter stimmen dem Konzept von Daten als Gegenleistung nur widerwillig zu. Diese Richtlinie sollte keineswegs dazu beitragen, dass die bereits zu beobachtende Kommerzialisierung oder Monetarisierung personenbezogener Daten weiter verschärft wird. Daher fallen in ihren Anwendungsbereich auch Situationen, in denen der Unternehmer digitale Inhalte oder Dienstleistungen gegen Zahlung eines Preises oder im Gegenzug für Rechte zur Nutzung der personenbezogenen Daten des Verbrauchers bereitstellt.

Der Berichtsentwurf geht auch darin über den Kommissionsvorschlag hinaus, dass er den Geltungsbereich auf Daten ausdehnt, die vom Unternehmer erfasst werden, und ihn nicht auf aktiv von den Verbrauchern bereitgestellte Daten einschränkt. So soll die Entstehung von Schlupflöchern verhindert werden. Bezüglich des Vorschlags, Verträge aus dem Anwendungsbereich der Richtlinie auszuschließen, nach denen die Verarbeitung von Daten durch den Anbieter unbedingt erforderlich ist, um den Vertrag oder rechtliche Anforderungen zu erfüllen, befürworten auch die Ko-Berichterstatter eine Einschränkung: Die Richtlinie soll nicht gelten, wenn personenbezogene Daten oder sonstige vom Verbraucher bereitgestellte Daten vom Anbieter ausschließlich dazu genutzt werden, die digitalen Inhalte oder Dienstleistungen bereitzustellen oder vom Anbieter einzuhaltende rechtliche Anforderungen zu erfüllen, und der Anbieter die personenbezogenen Daten oder sonstigen Daten nicht für andere Zwecke verarbeitet.

Beim Thema Datenschutz sind die Ko-Berichterstatter der Überzeugung, dass die Richtlinie mit der Datenschutz-Grundverordnung vereinbar sein sollte, und stellen daher klar, dass die Richtlinie diese Verordnung unberührt lässt. Darüber hinaus muss ihrer Auffassung nach sichergestellt sein, dass eine Vertragsbedingung, die im Zusammenhang mit dem Abschluss oder der Erfüllung des Vertrags die Verarbeitung personenbezogener Daten betrifft und sich für den Verbraucher als betroffene Person (gemäß Datenschutz-Grundverordnung) nachteilig auswirkt, für den Verbraucher nicht bindend ist.

4. Bereitstellung der digitalen Inhalte oder digitalen Dienstleistungen

Die Ko-Berichterstatter präzisieren die wesentlichen Elemente der Bereitstellung, einschließlich der Definition und des Zeitpunkts der Bereitstellung, unter Berücksichtigung der Änderungen des Anwendungsbereichs der Richtlinie. Dementsprechend muss die Bereitstellung durch den Unternehmer unverzüglich nach Vertragsschluss erfolgen.

5. Vertragsmäßigkeit

Bezüglich der Konformitätsanforderungen sind die Ko-Berichterstatter entgegen der Auffassung der Kommission der Meinung, dass Vertragsmäßigkeit nicht zuallererst nach dem Wortlaut des Vertrags beurteilt werden sollte, und schlagen vor, die Vertragsmäßigkeit nach bestimmten objektiven und subjektiven Kriterien zu bewerten. Sie sind jedoch der Ansicht, dass es den Parteien möglich sein sollte, unter bestimmten Bedingungen, z. B. bei ausdrücklicher Zustimmung des Verbrauchers, zu vereinbaren, die Auswirkungen der objektiven Voraussetzungen zum Nachteil des Verbrauchers auszuschließen, davon abzuweichen oder diese Auswirkungen abzuändern.

6. Änderung der digitalen Inhalte

Eine der wichtigsten von den Ko-Berichterstattern vorgenommenen Änderungen betrifft die Bereitstellung von digitalen Inhalten oder Dienstleistungen über einen Zeitraum hinweg. Hier sollte der Anbieter grundsätzlich den Funktionsumfang, die Interoperabilität und andere wesentliche Leistungsmerkmale der digitalen Inhalte oder Dienstleistungen nicht so weit ändern dürfen, dass die Änderungen den Zugang des Verbrauchers zu den digitalen Dienstleistungen oder deren Nutzung beeinträchtigen. In dem Berichtsentwurf werden jedoch die Ausnahmen von dieser Vorschrift beibehalten, und er enthält einige zusätzliche Garantien zugunsten des Verbrauchers.

7. Verweis auf innerstaatliches Recht

Die Ko-Berichterstatter sind der Meinung, dass die Richtlinie nationales Recht unberührt lassen sollte, wenn es darum geht, unter welchen Voraussetzungen ein Vertrag als verbunden mit oder ergänzend zu einem anderen Vertrag betrachtet wird, und welche Auswirkungen dies auf die beiden Verträge oder auf die in beiden Verträgen vorgesehenen Regressmodalitäten hat.

III. Fazit

Die Ko-Berichterstatter schlagen einige Änderungen an dem Vorschlag der Kommission vor. Diese sollen die Ausgangsbasis für weitere Überlegungen und Änderungen im Zuge des Rechtsetzungsprozesses im Parlament bilden.


STELLUNGNAHME des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (21.11.2016)

für den Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz und den Rechtsausschuss

zu dem Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über bestimmte vertragsrechtliche Aspekte der Bereitstellung digitaler Inhalte

(COM(2015)0634 – C8-0394/2015 – 2015/0287(COD))

Verfasserin der Stellungnahme: Marju Lauristin

KURZE BEGRÜNDUNG

Die digitale Revolution hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesellschaft. Aufgrund der wachsenden Abhängigkeit von IT‑Produkten und Dienstleistungen wird es immer wichtiger, für die Wahrung der Rechte des Einzelnen in der digitalen Welt zu sorgen. Gegenwärtig sind die Rechte von Verbrauchern im Internet nicht in dem Maße geschützt, wie es in der Offline‑Welt der Fall ist, obwohl Millionen Verbraucher in der EU täglich auf digitale Inhalte im weitesten Sinne – z. B. Videostreams, Apps, Spiele, Cloud‑Dienste oder soziale Netzwerke – zugreifen, diese erwerben oder nutzen. Dadurch wird das Vertrauen der Verbraucher verringert und der Datenschutz im Internet gefährdet, da bei mangelhaften oder ungesicherten digitalen Produkten und Dienstleistungen kein angemessener Schutz für die Vielzahl personenbezogener Daten besteht, die im Internet verfügbar sind.

Die Verfasserin der Stellungnahme zielt darauf ab, das Vertrauen der Verbraucher und den Datenschutz im Internet durch die Sicherung eines angemessenen Schutzes im Zusammenhang mit dem Erwerb digitaler Inhalte zu stärken. Der Anwendungsbereich und die Definition digitaler Inhalte müssen noch genauer bestimmt werden, damit die Rechte aller Verbraucher – einschließlich der Verbraucher, die weniger technologieaffin oder mit der Online‑Umgebung technisch weniger vertraut sind – tatsächlich gewahrt werden. Die Online‑Welt – und infolgedessen die Nutzung digitaler Inhalte – ist heutzutage weit mehr als ein Mittel, um bestimmte Aufgaben auszuführen. Private Fotos, Adressbücher und medizinische Daten befinden sich in der Regel in der Cloud. Zahlreiche vertrauliche Gespräche finden online statt und werden häufig online gespeichert. Bei ihren Online‑Aktivitäten hinterlassen die Nutzer so viele digitale Spuren, dass Unternehmen in der Lage sind, ein überraschend persönliches Porträt von ihnen zu erstellen. Damit wird deutlich, dass der Schutz personenbezogener Daten im Internet noch dringender erforderlich ist als in der Offline‑Welt. Dieser Vorschlag, bei dem der Schwerpunkt auf der Beziehung zwischen Anbietern und Nutzern digitaler Inhalte liegt, ist daher untrennbar mit der Frage des Schutzes personenbezogener Daten im Internet verbunden. Daher sollte unbedingt dafür gesorgt werden, dass diese Richtlinie mit den allgemeinen Bestimmungen der Datenschutz‑Grundverordnung (Verordnung (EU) 2016/679) im Einklang steht, damit das Grundrecht der Bürger auf Privatsphäre durchgängig gesichert ist und das Vertrauen der Verbraucher in die Bereitstellung sicherer und gesicherter digitaler Inhalte gestärkt wird.

Die Verfasserin der Stellungnahme möchte den Vorschlag in Bezug auf die folgenden Punkte noch weiter stärken und deutlicher gestalten. Bei diesen Punkten muss berücksichtigt werden, dass mit diesem Vorschlag eine vollständige Harmonisierung erreicht werden soll, in deren Rahmen es den Mitgliedstaaten untersagt ist, einzelstaatliche Vorschriften, die hinsichtlich des Verbraucherschutzes über die Richtlinie hinausgehen, aufrechtzuerhalten oder einzuführen.

•  Aktive Bereitstellung personenbezogener Daten durch den Verbraucher: Der Vorschlag bezieht sich lediglich auf Verträge, in deren Rahmen der Verbraucher entweder zahlt oder personenbezogene Daten gegen eine Leistung „aktiv zur Verfügung stellt“. Dies scheint eine zu starke Einschränkung darzustellen, da die personenbezogenen Verbraucherdaten – z. B. die Standortdaten, persönlichen Kontakte oder die Liste früherer Einkäufe – heutzutage häufig in Form einer Gegenleistung genutzt werden, auch wenn sich die Verbraucher dessen nicht bewusst sind. Diese Einschränkung könnte für die Anbieter zudem einen falschen Anreiz – den Verzicht auf das Einholen des Einverständnisses der Verbraucher – schaffen. Aus diesem Grund könnte es ratsam sein, diese Bestimmung so zu erweitern, dass alle Verträge über die Bereitstellung digitaler Inhalte, in deren Rahmen personenbezogene Verbraucherdaten genutzt werden, darunter fallen.

•  Eine Definition personenbezogener Daten auf der Grundlage der Verordnung (EU) 2016/679 muss hinzugefügt werden, um für eine klare Unterscheidung zwischen personenbezogenen Daten und anderen im Text genannten Daten zu sorgen.

•  Vertragsmäßigkeit digitaler Inhalte: Nach dem Vorschlag sollten digitale Inhalte vertragsgemäß sein, und objektivere Kriterien – wie technische Standards oder Verhaltenskodizes für die Branche – könnten lediglich zur Prüfung der Vertragsmäßigkeit herangezogen werden, wenn keine vertraglichen Anforderungen bestehen. Es stellt sich jedoch die Frage, ob der Verbraucher angesichts der Komplexität der Produkte im Bereich digitale Inhalte tatsächlich in der Lage ist, die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Vertrags vollständig zu erfassen und eine bewusste Entscheidung zu treffen. Daher könnte es ratsam sein, häufiger objektive und subjektive Kriterien – wie technische Standards oder berechtigte Erwartungen – mit Blick auf die Prüfung der Vertragsmäßigkeit heranzuziehen.

•  Schadenshaftung des Anbieters: Nach dem Vorschlag ist die Haftung des Anbieters ausschließlich auf Schäden an der Hardware und Software des Verbrauchers beschränkt. In bestimmten Fällen können dem Verbraucher jedoch unabhängig von Schädigungen seiner digitalen Umgebung – z. B. wenn Hacker aufgrund eines Software-Fehlers auf den Computer eines Verbrauchers zugreifen und in Besitz des Kennworts für dessen Bankkonto gelangen können – erhebliche wirtschaftliche oder immaterielle Schäden entstehen. Aus diesem Grund könnte es ratsam sein, die Schadenshaftung zu erweitern, damit alle Schäden, die dem Verbraucher entstehen, erfasst werden. Darüber hinaus könnte es von Interesse sein, den Mitgliedstaaten bei der Festlegung der einzelnen haftungsrechtlichen Bestimmungen die Möglichkeit einzuräumen, eine Unterscheidung zwischen den Anbietern zu treffen, die alles Erdenkliche unternommen haben, um Schäden vorzubeugen (z. B. durch die Einhaltung eines bestimmter IT‑Sicherheitsniveaus oder von Standards), und denjenigen, die keine entsprechenden Vorkehrungen getroffen haben (die z. B. die ihnen im Zusammenhang mit ihren Produkten/Dienstleistungen bekannten oder gemeldeten Sicherheitsprobleme nicht behoben haben), um das Bewusstsein der Anbieter in Bezug auf die Haftung und deren Umfang zu schärfen.

•  Beendigung des Vertrags: Aus dem Vorschlag sollte eindeutig hervorgehen, welche Daten dem Verbraucher nach Beendigung des Vertrags zurückzugeben sind und beim Anbieter gelöscht werden müssen.

ÄNDERUNGSANTRÄGE

Der Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres ersucht die federführenden Ausschüsse, nämlich den Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz und den Rechtsausschuss, folgende Änderungsanträge zu berücksichtigen:

Änderungsantrag    1

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 2

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(2)  Soll ein echter digitaler Binnenmarkt erreicht werden, müssen bestimmte Aspekte von Verträgen über die Bereitstellung digitaler Inhalte harmonisiert werden, wobei ein hohes Verbraucherschutzniveau grundlegende Voraussetzung ist.

(2)  Soll ein echter digitaler Binnenmarkt erreicht werden, müssen bestimmte Aspekte von Verträgen über die Bereitstellung digitaler Inhalte harmonisiert werden, wobei ein hohes Verbraucherschutzniveau und ein besserer Zugang grundlegende Voraussetzungen sind.

Änderungsantrag    2

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 7

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(7)  Die Verbraucher würden von vollständig harmonisierten Rechten für digitale Inhalte und einem hohen Schutzniveau profitieren. Sie hätten klare Rechte, wenn sie von einem beliebigen Ort in der EU digitale Inhalte erhalten oder auf diese zugreifen. Sie würden sich beim Erwerb digitaler Inhalte sicherer fühlen. Zudem würden sich hierdurch die gegenwärtigen Nachteile für die Verbraucher verringern, da es klare Rechte gäbe, auf deren Grundlage sie Probleme, die sich bei digitalen Inhalten stellen, bewältigen könnten.

(7)  Die Verbraucher würden von vollständig harmonisierten Rechten für digitale Inhalte und einem hohen Schutzniveau profitieren. Sie hätten klare Rechte, wenn sie von einem beliebigen Ort in der EU digitale Inhalte erhalten oder auf diese zugreifen. Sie würden sich beim Erwerb digitaler Inhalte sicherer fühlen. Zudem würden sich hierdurch die gegenwärtigen Nachteile für die Verbraucher verringern, da es klare Rechte gäbe, auf deren Grundlage sie Probleme, die sich bei digitalen Inhalten und beim Zugang zu diesen Inhalten stellen, bewältigen könnten.

Änderungsantrag    3

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 11

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(11)  Die Richtlinie sollte die Probleme angehen, die bei den verschiedenen Kategorien von digitalen Inhalten und ihrer Bereitstellung auftreten. Der in dieser Richtlinie verwendete Begriff „digitale Inhalte“ sollte weiter gefasst sein als in der Richtlinie 2011/83/EU des Europäischen Parlaments und des Rates1, um den rasanten technologischen Entwicklungen Rechnung zu tragen und sicherzustellen, dass dieser Begriff nicht schon bald überholt ist. Insbesondere sollte er Dienstleistungen umfassen, die die Erstellung, Verarbeitung oder Speicherung der Daten ermöglichen. Obgleich es zahlreiche Möglichkeiten für die Bereitstellung digitaler Inhalte gibt wie beispielsweise die Übermittlung auf einem dauerhaften Datenträger, das Herunterladen auf Geräte des Verbrauchers, Streaming oder die Ermöglichung des Zugangs zu Speicherkapazitäten für digitale Inhalte oder zur Nutzung von sozialen Medien, sollte diese Richtlinie unabhängig von der Art des für die Datenübermittlung verwendeten Datenträgers für alle digitalen Inhalte gelten. Eine Differenzierung zwischen verschiedenen Kategorien in diesem sich technologisch schnell wandelnden Markt ist nicht wünschenswert, da sich eine Diskriminierung von Anbietern kaum vermeiden ließe. Es sollten gleiche Wettbewerbsbedingungen für Anbieter von verschiedenen Kategorien von digitalen Inhalten sichergestellt werden. Diese Richtlinie sollte jedoch nicht für digitale Inhalte gelten, die derart in einer Ware integriert sind, dass sie fester Bestandteil der Ware sind und ihre Funktionen den Hauptfunktionen der Ware untergeordnet sind.

(11)  Mit dieser Richtlinie sollten die Probleme angegangen werden, die bei den verschiedenen Kategorien von digitalen Inhalten und ihrer Bereitstellung auftreten. Der in dieser Richtlinie verwendete Begriff „digitale Inhalte“ sollte weiter gefasst sein als in der Richtlinie 2011/83/EU des Europäischen Parlaments und des Rates1, um den rasanten technologischen Entwicklungen Rechnung zu tragen und sicherzustellen, dass dieser Begriff nicht schon bald überholt ist. Insbesondere sollte er Dienstleistungen umfassen, die die Erstellung, Verarbeitung oder Speicherung der Daten ermöglichen. Obgleich es zahlreiche Möglichkeiten für die Bereitstellung digitaler Inhalte gibt wie beispielsweise die Übermittlung auf einem dauerhaften Datenträger, das Herunterladen auf Geräte des Verbrauchers, Streaming oder die Ermöglichung des Zugangs zu Speicherkapazitäten für digitale Inhalte oder zur Nutzung von sozialen Medien, sollte diese Richtlinie unabhängig von der Art des für die Datenübermittlung verwendeten Datenträgers für alle digitalen Inhalte gelten. Eine Differenzierung zwischen verschiedenen Kategorien in diesem sich technologisch schnell wandelnden Markt ist nicht wünschenswert, da sich eine Diskriminierung von Anbietern kaum vermeiden ließe. Es sollten gleiche Wettbewerbsbedingungen für Anbieter von verschiedenen Kategorien von digitalen Inhalten sichergestellt werden.

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1 ABl. L 304 vom 22.11.2011, S. 64.

1 ABl. L 304 vom 22.11.2011, S. 64.

Begründung

Da das Internet der Dinge durch die Nutzung „intelligenter Geräte“ aller Arten mit integrierter Software in naher Zukunft wachsen dürfte, muss klargestellt werden, unter welche Bestimmungen diese „intelligenten Geräte“ und die integrierte Software fallen. In Zukunft wird es wahrscheinlich schwieriger werden, eindeutig festzulegen, ob der digitale Inhalt oder das materielle Gut den Hauptbestandteil des Produkts bilden. Daher erscheint die gewählte Ausnahme wenig praxistauglich, und ein gesonderter Vorschlag der Kommission in dieser Frage wäre vorzuziehen.

Änderungsantrag    4

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 14

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(14)  Im Hinblick auf digitale Inhalte, die nicht gegen Zahlung eines Preises, sondern gegen eine andere Leistung als Geld bereitgestellt werden, sollte diese Richtlinie nur für Verträge gelten, in deren Rahmen der Anbieter vom Verbraucher Daten wie Name, EMail-Adresse oder Fotos verlangt und der Verbraucher dem Anbieter diese Daten beispielsweise im Wege einer individuellen Registrierung oder auf der Grundlage eines Vertrags, der den Zugang zu Fotos des Verbrauchers gestattet, aktiv zur Verfügung stellt. Die Richtlinie sollte nicht in Fällen gelten, in denen der Anbieter Daten verlangt, die er für die vertragsgemäße Funktionsweise digitaler Inhalte benötigt, beispielsweise Angaben zum geografischen Standort, die für das ordnungsgemäße Funktionieren einer mobilen Anwendung erforderlich sind. Ebenso wenig sollte die Richtlinie gelten in Fällen, in denen die Datenerhebung ausschließlich der Erfüllung rechtlicher Anforderungen dient, beispielsweise wenn die Registrierung des Verbrauchers zu Sicherheits- und Identifizierungszwecken gesetzlich vorgeschrieben ist. Diese Richtlinie sollte auch nicht in Fällen gelten, in denen der Anbieter Informationen einschließlich personenbezogener Daten wie z. B. die IPAdresse oder sonstige automatisch generierte Informationen wie durch Cookies gesammelte und übermittelte Informationen erhebt, ohne dass der Verbraucher diese aktiv bereitstellt, wobei das Akzeptieren von Cookies durch den Verbraucher nicht als aktives Bereitstellen von Informationen zählt. Ebenso wenig sollte sie in Fällen gelten, in denen der Verbraucher ausschließlich zwecks Erlangung des Zugangs zu digitalen Inhalten Werbung ausgesetzt ist.

(14)  Im Hinblick auf digitale Inhalte, die nicht gegen Zahlung eines Preises, sondern gegen eine andere Leistung als Geld bereitgestellt werden, sollte diese Richtlinie zudem für Verträge gelten, in deren Rahmen der Verbraucher personenbezogene oder andere Daten zur Verfügung stellt, die vom Anbieter direkt oder indirekt genutzt werden könnten. Dies sollte auch für Verträge gelten, in deren Rahmen der Verbraucher dem Anbieter den Zugang zu seinen personenbezogenen Daten sowie deren Verarbeitung gestattet. Die Richtlinie sollte nicht in Fällen gelten, in denen der Anbieter Daten verlangt, die er ausschließlich für die vertragsgemäße Funktionsweise, auch Softwareaktualisierungen, digitaler Inhalte verwendet, beispielsweise Angaben zum geografischen Standort, die für das ordnungsgemäße Funktionieren einer mobilen Anwendung erforderlich sind. Ebenso wenig sollte die Richtlinie in Fällen gelten, in denen die Datenerhebung ausschließlich der Erfüllung rechtlicher Anforderungen dient, beispielsweise wenn die Registrierung des Verbrauchers zu Sicherheits- und Identifizierungszwecken gesetzlich vorgeschrieben ist.

Änderungsantrag    5

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 17

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(17)  Digitale Inhalte sind äußerst relevant im Rahmen des Internets der Dinge. Es ist jedoch angezeigt, auf besondere Fragen der Haftung im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge, unter anderem auf die Haftung für Daten und für Verträge betreffend die Interaktion von Maschinen getrennt einzugehen.

entfällt

Änderungsantrag    6

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 18

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(18)  Verträge können allgemeine Geschäftsbedingungen des Anbieters enthalten, denen der Verbraucher zustimmen muss. In Bezug auf einige digitale Inhalte beschreiben Anbieter die Dienstleistung und die messbaren Dienstleistungsziele häufig in einer Leistungsvereinbarung. Diese Leistungsvereinbarungen sind im Allgemeinen dem Hauptvertrag angehängt und bilden einen wichtigen Bestandteil der vertraglichen Beziehungen zwischen dem Anbieter und dem Verbraucher. Sie sollten daher unter die Vertragsdefinition dieser Richtlinie fallen und den darin festgelegten Merkmalen entsprechen.

(18)  Verträge können allgemeine Geschäftsbedingungen des Anbieters enthalten, denen der Verbraucher zustimmen muss. In Bezug auf einige digitale Inhalte beschreiben Anbieter die Dienstleistung und die messbaren Dienstleistungsziele häufig in einer Leistungsvereinbarung. Diese Leistungsvereinbarungen sind im Allgemeinen dem Hauptvertrag angehängt und bilden einen wichtigen Bestandteil der vertraglichen Beziehungen zwischen dem Anbieter und dem Verbraucher. Sie sollten daher unter die Vertragsdefinition dieser Richtlinie fallen und den darin festgelegten Merkmalen entsprechen. In Fällen, in denen die Einwilligung für die Verarbeitung personenbezogener Daten anstelle von Geld als Gegenleistung erbracht wird, sollte der Vertrag gemäß der Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates1 Informationen über die Datenverarbeitung enthalten, die jedoch deutlich von anderen Vertragselementen zu unterscheiden sind. Darüber hinaus sollten leicht verständliche Bildsymbole die wesentlichen Aspekte der Verarbeitung personenbezogener Daten veranschaulichen.

 

___________________

 

1 Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG (DatenschutzGrundverordnung) (ABl. L 119 vom 4.5.2016, S. 1).

Änderungsantrag    7

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 22

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(22)  Der Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten ist Gegenstand der Richtlinie 95/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates1 und der Richtlinie 2002/58/EG des Europäischen Parlaments und des Rates2, die im Zusammenhang mit Verträgen für die Bereitstellung digitaler Inhalte uneingeschränkt anwendbar sind. Diese Richtlinien bilden bereits einen Rechtsrahmen für personenbezogene Daten in der Union. Dieser Rechtsrahmen sollte bei der Umsetzung und Anwendung dieser Richtlinie uneingeschränkt beachtet werden.

(22)  Die Ausübung von Tätigkeiten, die in den Anwendungsbereich dieser Richtlinie fallen, umfasst die Verarbeitung personenbezogener Daten. Diese Richtlinie lässt die in der Union für die Verarbeitung personenbezogener Daten geltenden Rechtsvorschriften unberührt, insbesondere die Verordnung (EU) 2016/679 und die Richtlinie 2002/58/EG des Europäischen Parlaments und des Rates2, die für die Verarbeitung personenbezogener Daten gelten, die in den Mitgliedstaaten unter der Aufsicht der zuständigen einzelstaatlichen Behörden erfolgt, insbesondere unter der Aufsicht der von den Mitgliedstaaten benannten unabhängigen öffentlichen Behörden. Diese Rechtsakte bilden bereits einen Rechtsrahmen für personenbezogene Daten in der Union und gelten im Zusammenhang mit Verträgen über die Bereitstellung digitaler Inhalte uneingeschränkt. Dieser Rechtsrahmen sollte bei der Umsetzung und Anwendung dieser Richtlinie uneingeschränkt beachtet werden.

__________

__________

1. ABl. L 281 vom 23.11.1995, S. 31-50) [durch die DatenschutzGrundverordnung zu ersetzen, sobald sie verabschiedet ist].

 

2 ABl. L 201 vom 31.7.2002, S. 37-47.

2 ABl. L 201 vom 31.7.2002, S. 37–47.

Begründung

Bei der Bereitstellung digitaler Inhalte muss die Verarbeitung personenbezogener Daten uneingeschränkt mit den EU‑Datenschutzvorschriften im Einklang stehen, unter anderem mit der neuen horizontalen Datenschutz‑Grundverordnung.

Änderungsantrag    8

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 25

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(25)  In den Fällen, in denen der Vertrag keine hinreichend klaren und umfassenden Vorgaben zur Feststellung der Vertragsmäßigkeit der digitalen Inhalte enthält, muss durch die Festlegung objektiver Konformitätskriterien sichergestellt werden, dass den Verbrauchern ihre Rechte nicht vorenthalten werden. In solchen Fällen sollte die Vertragsmäßigkeit anhand des Zwecks, für den digitale Inhalte derselben Art gewöhnlich genutzt werden, beurteilt werden.

(25)  In den Fällen, in denen der Vertrag keine hinreichend klaren und umfassenden, an die Verbraucherzielgruppe angepassten Vorgaben zur Feststellung der Vertragsmäßigkeit der digitalen Inhalte enthält, muss durch die Festlegung von Konformitätskriterien sichergestellt werden, dass die Verbraucher ihre Rechte hinreichend erfassen und sie ihnen nicht vorenthalten werden. In solchen Fällen sollte die Vertragsmäßigkeit anhand des Zwecks, für den digitale Inhalte derselben Art gewöhnlich genutzt werden, anhand der verfügbaren technischen Standards und der vernünftigen Erwartungen der Verbraucher beurteilt werden.

Änderungsantrag    9

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 27

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(27)  Datengestützte Dienste und Technologien bieten zwar große Vorteile, schaffen aber auch einige Anfälligkeiten. Der Strategie für einen digitalen Binnenmarkt zufolge ist ein hohes Maß an Netz- und Informationssicherheit in der gesamten Europäischen Union von entscheidender Bedeutung, um die Wahrung von Grundrechten wie des Rechts auf Schutz der Privatsphäre und personenbezogener Daten zu gewährleisten, allgemein für mehr Vertrauen bei den Nutzern zu sorgen und ihr Vertrauen in die digitale Wirtschaft zu stärken. Aufgrund der Ausbreitung von Software entwickeln sich Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Sicherheit und Anpassungsfähigkeit in Bezug auf neue Bedürfnisse ebenfalls zu einem vorrangigen Anliegen. Daher ist es von zunehmender Bedeutung, dass diese datengestützten Dienste und Technologien in dem ihrer Rolle und Funktion entsprechenden Maß eine Gewähr für die genannten Eigenschaften bieten. Insbesondere entwickelt sich Qualität in puncto Sicherheit und Zuverlässigkeit zu einem wichtigen Anliegen für innovative Verbunddienstleistungen, die auf das ordnungsgemäße Zusammenspiel unterschiedlicher Systeme in verschiedenen Bereichen angewiesen sind.

(27)  Datengestützte Dienste und Technologien bieten zwar große Vorteile, schaffen aber auch einige Anfälligkeiten. Der Strategie für einen digitalen Binnenmarkt zufolge ist ein hohes Maß an Netz- und Informationssicherheit in der gesamten Europäischen Union von entscheidender Bedeutung, um die Wahrung von Grundrechten wie des Rechts auf Datenschutz im Internet und auf Schutz personenbezogener Daten zu gewährleisten, allgemein für mehr Vertrauen bei den Nutzern zu sorgen und ihr Vertrauen in die digitale Wirtschaft zu stärken. Aufgrund der Ausbreitung von Software entwickeln sich Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Sicherheit und Anpassungsfähigkeit in Bezug auf neue Bedürfnisse ebenfalls zu einem vorrangigen Anliegen. Daher ist es von zunehmender Bedeutung, dass diese datengestützten Dienste und Technologien weitestgehend eine Gewähr für die genannten Eigenschaften bieten. Insbesondere entwickelt sich Qualität in puncto Sicherheit und Zuverlässigkeit zu einem wichtigen Anliegen für innovative Verbunddienstleistungen, die auf das ordnungsgemäße Zusammenspiel unterschiedlicher Systeme in verschiedenen Bereichen angewiesen sind.

Änderungsantrag    10

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 37

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(37)  In einem zweiten Schritt sollte der Verbraucher Anspruch auf Minderung des Preises oder Beendigung des Vertrags haben. Das Recht des Verbrauchers auf Beendigung des Vertrags sollte auf die Fälle beschränkt sein, in denen beispielsweise die Herstellung des vertragsgemäßen Zustands der digitalen Inhalte nicht möglich ist und die Vertragswidrigkeit die wesentlichen Leistungsmerkmale der digitalen Inhalte beeinträchtigt. Beendet der Verbraucher den Vertrag, sollte der Anbieter dem Verbraucher den gezahlten Preis erstatten. Wurden die digitalen Inhalte nicht gegen Zahlung eines Preises bereitgestellt, sondern gegen den Zugang zu Daten, die vom Verbraucher bereitgestellt wurden, sollte es der Anbieter nach Beendigung des Vertrags unterlassen, diese Daten zu nutzen, sie an Dritte zu übermitteln oder Dritten Zugang dazu zu gewähren. Besteht die Gegenleistung in der Bereitstellung personenbezogener Daten, so bedeutet die genannte Verpflichtung zur Unterlassung der Nutzung der Daten, dass der Anbieter sämtliche Maßnahmen ergreifen sollte, um den Datenschutzbestimmungen genüge zu leisten und die Daten zu löschen oder so zu anonymisieren, dass der Verbraucher durch keinerlei Mittel identifiziert werden kann, die vom Anbieter oder einer anderen Person aller Voraussicht nach genutzt werden. Unbeschadet der Pflichten des für die Datenverarbeitung Verantwortlichen gemäß der Richtlinie 95/46/EG sollte der Anbieter nicht verpflichtet sein, weitere Maßnahmen in Bezug auf Daten zu ergreifen, die der Anbieter während der Laufzeit des Vertrags über die Bereitstellung digitaler Inhalte rechtmäßig Dritten bereitgestellt hat.

(37)  In einem zweiten Schritt sollte der Verbraucher Anspruch auf Minderung des Preises oder Beendigung des Vertrags haben. Das Recht des Verbrauchers auf Beendigung des Vertrags sollte auf die Fälle beschränkt sein, in denen beispielsweise die Herstellung des vertragsgemäßen Zustands der digitalen Inhalte nicht möglich ist und die Vertragswidrigkeit die wesentlichen Leistungsmerkmale der digitalen Inhalte beeinträchtigt. Beendet der Verbraucher den Vertrag, sollte der Anbieter dem Verbraucher den gezahlten Preis erstatten. Wurden die digitalen Inhalte nicht gegen Zahlung eines Preises bereitgestellt, sondern gegen den Zugang zu Daten, die vom Verbraucher als Gegenleistung für die zur Verfügung gestellten digitalen Inhalte bereitgestellt wurden, oder zu Daten, die vom Verbraucher während der Vertragslaufzeit erstellt wurden, sollte es der Anbieter nach Beendigung des Vertrags unterlassen, diese Daten zu nutzen, sie an Dritte zu übermitteln oder Dritten Zugang dazu zu gewähren. Besteht die Gegenleistung in der Bereitstellung personenbezogener Daten, so bedeutet die genannte Verpflichtung zur Unterlassung der Nutzung der Daten, dass der Anbieter sämtliche Maßnahmen ergreifen sollte, um den Datenschutzbestimmungen genüge zu leisten und die Daten zu löschen oder so zu anonymisieren, dass der Verbraucher durch keinerlei Mittel identifiziert werden kann, die vom Anbieter oder einer anderen Person aller Voraussicht nach genutzt werden. Wendet der Anbieter Verfahren zum Schutz personenbezogener Daten wie z. B. die Pseudonymisierung im Sinne der Verordnung (EU) 2016/679 lediglich auf Ersuchen des Verbrauchers an, sollte der Anbieter von der Nutzung dieser Daten absehen. Unbeschadet der Pflichten des für die Datenverarbeitung Verantwortlichen gemäß der Verordnung (EU) 2016/679 sollte der Anbieter nicht verpflichtet sein, weitere Maßnahmen in Bezug auf Daten zu ergreifen, die der Anbieter während der Laufzeit des Vertrags über die Bereitstellung digitaler Inhalte rechtmäßig Dritten bereitgestellt hat.

Änderungsantrag    11

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 38

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(38)  Nach Beendigung des Vertrags sollte es der Anbieter zudem unterlassen, die vom Verbraucher erzeugten Inhalte zu nutzen. Wurden bestimmte Inhalte jedoch von mehr als einem Verbraucher erzeugt, ist der Anbieter berechtigt, die vom Verbraucher erzeugten Inhalte weiter zu nutzen, wenn sie von den anderen Verbrauchern genutzt werden.

(38)  Nach Beendigung des Vertrags sollte es der Anbieter zudem unterlassen, die vom Verbraucher erstellten Inhalte zu nutzen. Wurden bestimmte Inhalte jedoch von mehr als einem Verbraucher erstellt, ist der Anbieter berechtigt, die vom Verbraucher erstellten Inhalte weiter zu nutzen, wenn sie von den anderen Verbrauchern genutzt werden.

Änderungsantrag    12

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 39

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(39)  Um sicherzustellen, dass der Verbraucher im Hinblick auf das Recht zur Beendigung des Vertrags wirksamen Schutz genießt, sollte der Anbieter dem Verbraucher die Wiedererlangung aller Daten ermöglichen, die vom Verbraucher hochgeladen wurden, die der Verbraucher unter Nutzung der digitalen Inhalte hergestellt hat oder die im Zuge der Nutzung der digitalen Inhalte durch den Verbraucher erzeugt wurden. Diese Verpflichtung sollte sich auch auf Daten erstrecken, die der Anbieter im Rahmen des Vertrags über die Bereitstellung digitaler Inhalte speichern muss, sowie auf Daten, die der Anbieter im Zusammenhang mit dem Vertrag tatsächlich gespeichert hat.

(39)  Damit der Verbraucher im Hinblick auf das Recht zur Beendigung des Vertrags wirksamen Schutz genießt, sollte der Anbieter dem Verbraucher auf dessen Ersuchen die Wiedererlangung aller Daten ermöglichen, die vom Verbraucher hochgeladen wurden oder die der Verbraucher unter Nutzung der digitalen Inhalte erstellt hat. Diese Verpflichtung sollte sich auch auf Daten erstrecken, die der Anbieter im Rahmen des Vertrags über die Bereitstellung digitaler Inhalte speichern muss, sowie auf Daten, die der Anbieter im Zusammenhang mit dem Vertrag tatsächlich gespeichert hat.

Änderungsantrag    13

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 44

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(44)  Der Grundsatz der Haftung des Anbieters für Schäden ist ein wesentlicher Bestandteil der Verträge über die Bereitstellung digitaler Inhalte. Um das Vertrauen der Verbraucher in digitale Inhalte zu steigern, sollte dieser Grundsatz daher auf Unionsebene geregelt werden, damit sichergestellt ist, dass den Verbrauchern keine Nachteile entstehen, wenn ihre Hardware oder Software durch vertragswidrige digitale Inhalte geschädigt wird. Daher sollten die Verbraucher Anspruch auf Schadensersatz für Schädigungen ihrer digitalen Umgebung haben, die auf eine Vertragswidrigkeit oder eine unterlassene Bereitstellung digitaler Inhalte zurückzuführen sind. Es sollte jedoch den Mitgliedstaaten obliegen, die detaillierten Bedingungen für die Wahrnehmung des Rechts auf Schadensersatz festzulegen. Dabei sollten sie berücksichtigen, dass Preisnachlässe für eine zukünftige Bereitstellung digitaler Inhalte insbesondere dann, wenn sie vom Anbieter als ausschließliche Entschädigung für Verluste angeboten werden, den Verbraucher nicht zwangsläufig so weit wie möglich in die Lage versetzen, in der er sich befunden hätte, wenn die digitalen Inhalte ordnungs- und vertragsgemäß bereitgestellt worden wären.

(44)  Der Grundsatz der Schadenshaftung des Anbieters ist ein wesentlicher Bestandteil der Verträge über die Bereitstellung digitaler Inhalte. Um das Vertrauen der Verbraucher in digitale Inhalte zu steigern, sollte dieser Grundsatz daher auf Unionsebene geregelt werden, damit sichergestellt ist, dass den Verbrauchern keine Nachteile entstehen, wenn ihnen durch vertragswidrige digitale Inhalte Schäden entstehen. Daher sollten die Verbraucher Anspruch auf Schadenersatz für ihnen entstandene Schäden haben, die auf eine Vertragswidrigkeit oder eine unterlassene Bereitstellung digitaler Inhalte zurückzuführen sind. Es sollte jedoch den Mitgliedstaaten obliegen, die detaillierten Bedingungen für die Wahrnehmung des Rechts auf Schadenersatz festzulegen. Dabei sollten sie berücksichtigen, dass Preisnachlässe für eine zukünftige Bereitstellung digitaler Inhalte insbesondere dann, wenn sie vom Anbieter als ausschließliche Entschädigung für Verluste angeboten werden, den Verbraucher nicht zwangsläufig so weit wie möglich in die Lage versetzen, in der er sich befunden hätte, wenn die digitalen Inhalte ordnungs- und vertragsgemäß bereitgestellt worden wären. Die Mitgliedstaaten sollten bei der Festlegung der diesbezüglichen Vorschriften die Möglichkeit haben, einen geringeren oder höheren Schadenshaftungsumfang vorzusehen, um eine Unterscheidung zwischen den Anbietern zu treffen, die alles Erdenkliche unternommen haben, um Schäden vorzubeugen (z. B. durch die Einhaltung von Kodizes bewährter Verfahren der Branche, bestimmter Sicherheitsniveaus oder internationaler Standards), und denjenigen, die in diesem Zusammenhang nachlässig gehandelt haben.

Begründung

Nach dem Vorschlag ist die Haftung des Anbieters auf infolge der Schädigung der Hardware und Software des Verbrauchers entstandene wirtschaftliche Schäden beschränkt. Dies stellt eine zu starke Einschränkung dar, da dem Verbraucher in bestimmten Fällen unabhängig von Schädigungen seiner digitalen Umgebung erhebliche wirtschaftliche oder immaterielle Schäden entstehen können. Um das Bewusstsein der Anbieter in Bezug auf die Haftung und deren Umfang zu schärfen, sollten die Mitgliedstaaten darüber hinaus die Möglichkeit haben, bei der Festlegung der einzelnen haftungsrechtlichen Bestimmungen eine Unterscheidung zwischen den Anbietern zu treffen, die alles Erdenkliche unternommen haben, um Schäden vorzubeugen, und denjenigen, die dies unterlassen haben.

Änderungsantrag    14

Vorschlag für eine Richtlinie

Erwägung 55

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

(55)  Diese Richtlinie wahrt die Grundrechte und Grundsätze, wie sie unter anderem in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union verankert sind, insbesondere in deren Artikel 16, 38 und 47 —

(55)  Diese Richtlinie wahrt die Grundrechte und Grundsätze, wie sie unter anderem in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union verankert sind, insbesondere in deren Artikel 7, 8, 16, 38 und 47 —

Änderungsantrag    15

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 2 – Nummer 1 – Buchstabe a

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

a)  Daten, die in digitaler Form hergestellt und bereitgestellt werden, darunter Video- und Audioinhalte, Anwendungen, digitale Spiele, sonstige Software,

(Betrifft nicht die deutsche Fassung.)  

Änderungsantrag    16

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 2 – Nummer 1 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

1a.   „personenbezogene Daten“ personenbezogene Daten im Sinne von Artikel 4 Nummer 1 der Verordnung (EU) 2016/679;

Änderungsantrag    17

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 2 – Nummer 5

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

5.  „Schadensersatz“ einen Geldbetrag, zu dem Verbraucher als Ausgleich für eine wirtschaftliche Schädigung ihrer digitalen Umgebung berechtigt sein können;

5.  „Schadenersatz“ einen Geldbetrag, zu dem Verbraucher als Ausgleich für einen materiellen oder immateriellen Schaden berechtigt sein können;

Begründung

Nach dem Vorschlag ist die Haftung des Anbieters auf infolge der Schädigung der Hardware und Software des Verbrauchers entstandene wirtschaftliche Schäden beschränkt. Dies stellt eine zu starke Einschränkung dar, da dem Verbraucher in bestimmten Fällen unabhängig von Schädigungen seiner digitalen Umgebung erhebliche wirtschaftliche oder immaterielle Schäden entstehen könnten, wenn z. B. Hacker aufgrund eines Softwarefehlers auf den Computer eines Verbrauchers zugreifen und sich dessen Identität zum Zweck des Identitätsbetrugs zu eigen machen können. Eine ähnliche Bestimmung wurde zudem in die neue Datenschutz‑Grundverordnung aufgenommen.

Änderungsantrag    18

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 1

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

1.  Diese Richtlinie gilt für alle Verträge, auf deren Grundlage ein Anbieter einem Verbraucher digitale Inhalte bereitstellt oder sich hierzu verpflichtet und der Verbraucher als Gegenleistung einen Preis zahlt oder aktiv eine andere Gegenleistung als Geld in Form personenbezogener oder anderer Daten erbringt.

1.  Diese Richtlinie gilt für alle Verträge, auf deren Grundlage ein Anbieter einem Verbraucher digitale Inhalte oder einen digitalen Dienst bereitstellt oder sich hierzu verpflichtet und der Verbraucher als Gegenleistung einen Preis zahlt oder stattdessen seine personenbezogenen oder andere Daten zur Verfügung stellt, sofern dies mit der Verordnung (EU) 2016/679 vereinbar ist. Im Vertrag wird ausdrücklich darauf hingewiesen, welche personenbezogenen Daten im Austausch für die bereitgestellten Inhalte zur Verfügung gestellt werden müssen.

Änderungsantrag    19

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 4

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

4.  Diese Richtlinie gilt nicht für digitale Inhalte, die gegen eine andere Leistung als Geld bereitgestellt werden, soweit der Anbieter vom Verbraucher personenbezogene Daten verlangt, deren Verarbeitung für die Erfüllung des Vertrags oder die Erfüllung rechtlicher Anforderungen unbedingt erforderlich ist, und er diese Daten nicht in einer mit diesem Zweck nicht zu vereinbarenden Weise weiterverarbeitet. Sie gilt gleichfalls nicht für alle anderen Daten, die der Anbieter vom Verbraucher verlangt, um sicherzustellen, dass die digitalen Inhalte vertragsgemäß sind oder den rechtlichen Anforderungen entsprechen; diese Daten dürfen vom Anbieter nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden.

4.  Diese Richtlinie gilt nicht in Fällen, in denen personenbezogene oder andere Daten, die vom Verbraucher zur Verfügung gestellt werden, vom Anbieter ausschließlich für die Bereitstellung der digitalen Inhalte oder die Erfüllung rechtlicher Anforderungen verwendet werden und in denen der Anbieter diese Daten nicht zu einem anderen Zweck verarbeitet.

Änderungsantrag    20

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 7

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

7.  Kollidiert eine Bestimmung dieser Richtlinie mit einer Bestimmung eines anderen Unionsrechtsakts, der einen bestimmten Sektor oder Gegenstand regelt, so hat die Bestimmung dieses anderen Unionsrechtsakts Vorrang vor dieser Richtlinie.

7.  Kollidiert eine Bestimmung dieser Richtlinie mit einer Bestimmung eines anderen Unionsrechtsakts, so hat die Bestimmung dieses anderen Unionsrechtsakts Vorrang vor dieser Richtlinie.

Änderungsantrag    21

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 8

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

8.  Der Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten bleibt von dieser Richtlinie unberührt.

8.  Der Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten gemäß der Verordnung (EU) 2016/679 und der Richtlinie 2002/58/EG darf durch keine Bestimmung in dieser Richtlinie oder in einem Rechtsakt zu deren Umsetzung in nationales Recht verringert oder beeinträchtigt werden.

Änderungsantrag    22

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 3 – Absatz 9 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

9a.  Gilt im Zusammenhang mit der Bereitstellung digitaler Inhalte innerhalb des Anwendungsbereichs dieser Richtlinie das Recht eines anderen Mitgliedstaates als dem, in dem der Verbraucher seinen ständigen Wohnsitz hat, setzt der Anbieter den Verbraucher vor Vertragsschluss davon entsprechend in Kenntnis.

Änderungsantrag    23

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 5 – Absatz 2

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

2.  Der Anbieter stellt die digitalen Inhalte sofort nach Vertragsschluss bereit, sofern die Parteien nichts anderes vereinbart haben. Die Bereitstellung gilt als erfolgt, sobald die digitalen Inhalte dem Verbraucher oder dem von ihm bestimmten Dritten, falls Absatz 1 Buchstabe b Anwendung findet, bereitgestellt worden sind, je nachdem, wem die Inhalte zuerst bereitgestellt wurden.

2.  Der Anbieter stellt die digitalen Inhalte sofort nach Vertragsschluss und unbeschadet Artikel 16 Buchstabe m der Richtlinie 2011/83/EU bereit, sofern die Parteien nichts anderes vereinbart haben. Die Bereitstellung gilt als erfolgt, sobald die digitalen Inhalte dem Verbraucher oder dem von ihm bestimmten Dritten, falls Absatz 1 Buchstabe b Anwendung findet, bereitgestellt worden sind, je nachdem, wem die Inhalte zuerst bereitgestellt wurden.

Änderungsantrag    24

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 6 – Absatz 1 – Einleitung

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

1.  Die digitalen Inhalte sind vertragsgemäß, wenn sie, soweit dies relevant ist,

1.  Der Vertrag enthält sämtliche für die Konformitätsbewertung der digitalen Inhalte maßgeblichen Merkmale und alle gemäß der Verordnung (EU) 2016/679 für die Verarbeitung personenbezogener Daten wichtigen Informationen. Die digitalen Inhalte sind vertragsgemäß, wenn sie, soweit dies relevant ist,

Änderungsantrag    25

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 6 – Absatz 1 – Buchstabe d

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

d)  den Anforderungen des Vertrags entsprechend aktualisiert werden.

d)  den Anforderungen des Vertrags entsprechend oder sofern für die Wahrung der Eigenschaften gemäß Buchstaben a und b, insbesondere Kontinuität und Sicherheit, erforderlich, aktualisiert werden.

Änderungsantrag    26

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 6 – Absatz 2 – Einleitung

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

2.  Die digitalen Inhalte müssen, sofern relevant und soweit der Vertrag nicht klar und umfassend die Anforderungen an diese Inhalte gemäß Absatz 1 bestimmt, für die Zwecke geeignet sein, für die digitale Inhalte der gleichen Art gewöhnlich genutzt werden, einschließlich in Bezug auf ihren Funktionsumfang, ihre Interoperabilität und andere Leistungsmerkmale wie Zugänglichkeit, Kontinuität und Sicherheit; dabei ist zu berücksichtigen,

2.  Neben der Einhaltung der im Vertrag vorgesehenen Konformitätsanforderungen gemäß Absatz 1 müssen die digitalen Inhalte für die Zwecke geeignet sein, für die digitale Inhalte der gleichen Art gewöhnlich genutzt werden, und die Eigenschaften haben, die der Verbraucher vernünftigerweise erwarten kann, einschließlich in Bezug auf ihren Funktionsumfang, ihre Interoperabilität und andere Leistungsmerkmale wie Zugänglichkeit, Kontinuität und Sicherheit; dabei ist zu berücksichtigen,

Änderungsantrag    27

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 6 – Absatz 2 – Buchstabe a

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

a)  ob die digitalen Inhalte gegen Zahlung eines Preises oder gegen eine andere Leistung als Geld bereitgestellt werden,

a)  ob die digitalen Inhalte gegen Zahlung eines Preises oder gegen eine andere Leistung als Geld in Form personenbezogener oder anderer Daten gemäß Artikel 3 Absatz 1 bereitgestellt werden,

Änderungsantrag    28

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 6 – Absatz 2 – Buchstabe a a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

aa)  berechtigte Erwartungen der Verbraucher;

Begründung

Nach dem Vorschlag müssen digitale Inhalte vertragsgemäß sein, und objektivere Kriterien – wie technische Standards oder Verhaltenskodizes – könnten lediglich zur Prüfung der Vertragsmäßigkeit herangezogen werden, wenn keine vertraglichen Anforderungen bestehen. Produkte im Bereich digitale Inhalte sind jedoch häufig von solcher Komplexität, dass vom Verbraucher nicht erwartet werden kann, die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Vertrags vollständig zu erfassen und eine bewusste Entscheidung zu treffen. Daher wäre es ratsam, zur Prüfung der Vertragsmäßigkeit häufiger Kriterien wie technische Standards oder berechtigte Erwartungen heranzuziehen.

Änderungsantrag    29

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 6 – Absatz 2 – Buchstabe b

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

b)  ob es, sofern relevant, internationale technische Normen gibt oder in Ermangelung solcher Normen anwendbare Verhaltenskodizes und bewährte Verfahren der Wirtschaft und

b)  ob es internationale technische Normen gibt oder in Ermangelung solcher Normen anwendbare Verhaltenskodizes und bewährte Verfahren der Wirtschaft und

Änderungsantrag    30

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 6 – Absatz 2 – Buchstabe b a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

ba)  ob es bereits bewährte Verfahren in Bezug auf die Sicherheit von Informationssystemen und digitalen Umgebungen gibt;

Änderungsantrag    31

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 6 – Absatz 3

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

3.  Digitale Inhalte, die dem Vertrag zufolge im Laufe eines Zeitraums bereitzustellen sind, müssen während dieses Zeitraums den vertraglichen Anforderungen entsprechen.

3.  Digitale Inhalte – auch Sicherheitsaktualisierungen, die, sofern erforderlich, vom Anbieter zur Verfügung zu stellen sind –, die dem Vertrag zufolge im Laufe eines Zeitraums bereitzustellen sind, müssen während dieses Zeitraums den vertraglichen Anforderungen entsprechen.

Änderungsantrag    32

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 6 – Absatz 5 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

5a.  Um den Anforderungen des Vertrags zu entsprechen, müssen bei digitalen Inhalten oder Diensten die Grundsätze „Datenschutz durch Technikgestaltung“ und „Datenschutz durch datenschutzfreundliche Voreinstellungen“ gemäß Artikel 25 der Verordnung (EU) 2016/679 eingehalten werden.

Änderungsantrag    33

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 9 – Absatz 3

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

3.  Der Verbraucher arbeitet mit dem Anbieter zusammen, soweit dies für die Feststellung der digitalen Umgebung des Verbrauchers notwendig und möglich ist. Die Pflicht zur Zusammenarbeit ist auf die technisch verfügbaren Mittel beschränkt, die für den Verbraucher den geringsten Eingriff darstellen. Kommt der Verbraucher seiner Pflicht zur Zusammenarbeit nicht nach, trägt er die Beweislast für die Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte.

3.  Der Verbraucher arbeitet mit dem Anbieter zusammen, soweit dies für die Feststellung der digitalen Umgebung des Verbrauchers notwendig und möglich ist. Die Pflicht zur Zusammenarbeit ist auf die technisch verfügbaren Mittel beschränkt, die für den Verbraucher den geringsten Eingriff darstellen. Kommt der Verbraucher seiner Pflicht zur Zusammenarbeit nicht nach, trägt er die Beweislast für die Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte. Verlangt der Anbieter Zugang zu vertraulichen oder personenbezogenen Informationen und persönlichen Mitteilungen, ist der Verbraucher nicht verpflichtet, dieser Forderung nachzukommen.

Änderungsantrag    34

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 10 – Buchstabe b

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

b)  jede Vertragswidrigkeit, die zum Zeitpunkt der Bereitstellung der digitalen Inhalte besteht, und

b)  jede Vertragswidrigkeit, die zum Zeitpunkt der Bereitstellung der digitalen Inhalte besteht,

Änderungsantrag    35

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 10 – Buchstabe b a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

ba)  jeden Sicherheitsmangel, der dem Anbieter bekannt war oder von dem gemäß den bewährten Verfahren in Bezug auf die Sicherheit von Informationssystemen und digitalen Umgebungen vernünftigerweise zu erwarten gewesen wäre, dass er dem Anbieter bekannt ist, und

Änderungsantrag    36

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 12 – Absatz 2

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

2.  Der Anbieter hat den vertragsgemäßen Zustand der digitalen Inhalte gemäß Absatz 1 innerhalb einer angemessenen Frist, nachdem er vom Verbraucher von der Vertragswidrigkeit in Kenntnis gesetzt wurde, und ohne erhebliche Unannehmlichkeiten für den Verbraucher herzustellen, wobei die Art der digitalen Inhalte und der Zweck, für den der Verbraucher diese digitalen Inhalte benötigt, zu berücksichtigen sind.

2.  Der Anbieter hat den vertragsgemäßen Zustand der digitalen Inhalte gemäß Absatz 1 unverzüglich, nachdem er vom Verbraucher von der Vertragswidrigkeit in Kenntnis gesetzt wurde, und ohne erhebliche Unannehmlichkeiten für den Verbraucher herzustellen, wobei die Art der digitalen Inhalte und der Zweck, für den der Verbraucher diese digitalen Inhalte benötigt, zu berücksichtigen sind.

Änderungsantrag    37

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 12 – Absatz 5

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

5.  Der Verbraucher kann den Vertrag nur beenden, wenn die Vertragswidrigkeit den Funktionsumfang, die Interoperabilität und andere wesentliche Leistungsmerkmale der digitalen Inhalte wie deren Zugänglichkeit, Kontinuität und Sicherheit, sofern gemäß Artikel 6 Absätze 1 und 2 erforderlich, beeinträchtigt. Der Anbieter trägt die Beweislast dafür, dass die Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte deren Funktionsumfang, Interoperabilität und andere wesentliche Leistungsmerkmale nicht beeinträchtigt.

5.  Unbeschadet anderer Rechtsgrundlagen für die Beendigung des Vertrags kann der Verbraucher den Vertrag beenden, wenn die Vertragswidrigkeit den Funktionsumfang, die Interoperabilität und andere wesentliche Leistungsmerkmale der digitalen Inhalte wie deren Zugänglichkeit, Kontinuität und Sicherheit, sofern gemäß Artikel 6 Absätze 1 und 2 erforderlich, beeinträchtigt. Der Anbieter trägt die Beweislast dafür, dass die Vertragswidrigkeit der digitalen Inhalte deren Funktionsumfang, Interoperabilität und andere wesentliche Leistungsmerkmale nicht beeinträchtigt.

Änderungsantrag    38

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 13 – Absatz 2 – Buchstabe b

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

b)  hat der Anbieter alle Maßnahmen zu ergreifen, die erwartet werden können, um die Nutzung einer anderen Gegenleistung als Geld zu unterlassen, die der Verbraucher im Austausch für die digitalen Inhalte erbracht hat, sowie die Nutzung aller sonstigen Daten, die der Anbieter in Verbindung mit der Bereitstellung der digitalen Inhalte gesammelt hat, einschließlich der vom Verbraucher bereitgestellten Inhalte mit Ausnahme der Inhalte, die der Verbraucher gemeinsam mit anderen erzeugt hat, die die Inhalte weiterhin nutzen;

b)  hat der Anbieter die Nutzung personenbezogener oder anderer Daten zu unterlassen, die der Verbraucher im Austausch für die digitalen Inhalte anstelle einer anderen Gegenleistung als Geld zur Verfügung gestellt hat, sowie die Nutzung aller sonstigen Daten, die der Anbieter in Verbindung mit der Bereitstellung der digitalen Inhalte gesammelt hat, einschließlich der vom Verbraucher bereitgestellten Inhalte mit Ausnahme der Inhalte, die der Verbraucher gemeinsam mit anderen erstellt hat, die die Inhalte weiterhin nutzen; hat der Anbieter es zu unterlassen, personenbezogene Daten zu dem alleinigen Zweck zu verarbeiten, nicht personenbezogene Daten und Inhalte mit dem Verbraucher in Verbindung bringen zu können, damit der Verbraucher sie gemäß Buchstabe c wiedererlangen kann; ist der Anbieter zur Einhaltung der gemäß der Verordnung (EU) 2016/679 geltenden Vorschriften verpflichtet;

Änderungsantrag    39

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 13 – Absatz 2 – Buchstabe c

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

c)  hat der Anbieter dem Verbraucher die technischen Mittel zur Verfügung zu stellen, mit denen der Verbraucher die von ihm bereitgestellten Inhalte und sonstige Daten wiedererlangen kann, die durch seine Nutzung der digitalen Inhalte hergestellt oder erzeugt worden sind, soweit der Anbieter diese Daten gespeichert hat. Der Verbraucher ist berechtigt, die Inhalte unentgeltlich, ohne erhebliche Unannehmlichkeiten, innerhalb einer angemessenen Frist und in einem allgemein gebräuchlichen Datenformat wiederzuerlangen;

c)  hat der Anbieter dem Verbraucher auf dessen Ersuchen die technischen Mittel zur Verfügung zu stellen, mit denen der Verbraucher die von ihm bereitgestellten Inhalte und sonstige Daten wiedererlangen kann, die durch seine Nutzung der digitalen Inhalte hergestellt worden sind, soweit der Anbieter diese Daten gespeichert hat; ist der Verbraucher berechtigt, die Inhalte unentgeltlich, ohne Unannehmlichkeiten, innerhalb einer angemessenen Frist und in einem strukturierten, allgemein gebräuchlichen und maschinenlesbaren Datenformat wiederzuerlangen und diese Inhalte einem anderen Anbieter zu übermitteln, ohne daran von dem ursprünglichen Anbieter gehindert zu werden;

Änderungsantrag    40

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 14 – Absatz 1

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

1.  Der Anbieter haftet dem Verbraucher für jede wirtschaftliche Schädigung der digitalen Umgebung des Verbrauchers, die durch die Nichteinhaltung des Vertrags oder die nicht erfolgte Bereitstellung der digitalen Inhalte verursacht wurde. Der Schadensersatz hat den Verbraucher so weit wie möglich in die Lage zu versetzen, in der er sich befunden hätte, wenn die digitalen Inhalte ordnungs- und vertragsgemäß bereitgestellt worden wären.

1.  Der Anbieter haftet gegenüber dem Verbraucher für jeden durch eine Vertragswidrigkeit oder die nicht erfolgte Bereitstellung der digitalen Inhalte entstandenen wirtschaftlichen Schaden. Der Schadenersatz hat den Verbraucher so weit wie möglich in die Lage zu versetzen, in der er sich befunden hätte, wenn die digitalen Inhalte ordnungs- und vertragsgemäß bereitgestellt worden wären.

Änderungsantrag    41

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 14 – Absatz 2

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

2.  Die Mitgliedstaaten legen die Einzelheiten bezüglich der Ausübung des Rechts auf Schadensersatz fest.

2.  Die Mitgliedstaaten legen die Einzelheiten bezüglich der Ausübung des Rechts auf Schadenersatz fest. Bei der Festlegung dieser Vorschriften können die Mitgliedstaaten auf der Grundlage objektiver Kriterien – wie z. B. bewährter Verfahren in Bezug auf die Sicherheit oder des Stands der Technik – für die Bewertung der Anstrengungen der Anbieter mit Blick auf die Vermeidung der Vertragswidrigkeit digitaler Inhalte und des Schadenseintritts einen geringeren oder höheren Schadenshaftungsumfang vorsehen.

Änderungsantrag    42

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 15 – Absatz 1 – Einleitung

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

1.  Änderungen des Funktionsumfangs, der Interoperabilität und anderer wesentlicher Leistungsmerkmale wie Zugänglichkeit, Kontinuität und Sicherheit der digitalen Inhalte, die dem Vertrag zufolge im Laufe eines im Vertrag vorgesehenen Zeitraums bereitzustellen sind, können, soweit sie den Zugang des Verbrauchers zu den digitalen Inhalten oder deren Nutzung beeinträchtigen, vom Anbieter nur vorgenommen werden, wenn

1.  Änderungen des Funktionsumfangs, der Interoperabilität und anderer wesentlicher Leistungsmerkmale wie Zugänglichkeit und Kontinuität der digitalen Inhalte, die dem Vertrag zufolge im Laufe eines im Vertrag vorgesehenen Zeitraums bereitzustellen sind, können vom Anbieter nur vorgenommen werden, wenn

Änderungsantrag    43

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 15 – Absatz 1 – Buchstabe a a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

aa)  eine solche Änderung für die Sicherheit der Inhalte gemäß den bewährten Verfahren erforderlich ist;

Änderungsantrag    44

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 15 – Absatz 1 – Buchstabe b

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

b)  der Verbraucher innerhalb einer angemessenen Frist im Wege einer ausdrücklichen Mitteilung mittels eines dauerhaften Datenträgers von der Änderung benachrichtigt wurde,

b)  der Verbraucher innerhalb einer angemessenen Frist im Wege einer ausdrücklichen Mitteilung von der Änderung benachrichtigt wurde,

Änderungsantrag    45

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 15 – Absatz 1 – Buchstabe d

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

d)  dem Verbraucher bei einer Beendigung des Vertrags nach Buchstabe c die technischen Mittel zur Verfügung gestellt werden, damit er alle von ihm bereitgestellten Inhalte gemäß Artikel 13 Absatz 2 Buchstabe c wiedererlangen kann.

d)  dem Verbraucher bei einer Beendigung des Vertrags nach Buchstabe c die technischen Mittel zur Verfügung gestellt werden, damit er alle von ihm bereitgestellten Inhalte gemäß Artikel 13 Absatz 2 Buchstabe c oder Artikel 16 Absatz 4 Buchstabe b wiedererlangen kann.

Änderungsantrag    46

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 16 – Absatz 4 – Buchstabe a

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

a)  Der Anbieter hat alle Maßnahmen zu ergreifen, die erwartet werden können, um die Nutzung einer anderen Gegenleistung als Geld zu unterlassen, die der Verbraucher im Austausch für die digitalen Inhalte erbracht hat, sowie die Nutzung aller sonstigen Daten, die der Anbieter in Verbindung mit der Bereitstellung der digitalen Inhalte gesammelt hat, einschließlich der vom Verbraucher bereitgestellten Inhalte.

a)  Der Anbieter hat die Nutzung personenbezogener oder anderer Daten zu unterlassen, die der Verbraucher im Austausch für die digitalen Inhalte anstelle einer anderen Gegenleistung als Geld zur Verfügung gestellt hat sowie die Nutzung aller sonstigen Daten, die der Verbraucher in Verbindung mit der Nutzung der digitalen Inhalte erbracht hat, einschließlich der vom Verbraucher bereitgestellten Inhalte mit Ausnahme der Inhalte, die der Verbraucher gemeinsam mit anderen erzeugt hat, die die Inhalte weiterhin nutzen. Der Anbieter hat es zu unterlassen, personenbezogene Daten zu dem alleinigen Zweck zu verarbeiten, nicht personenbezogene Daten und Inhalte mit dem Verbraucher in Verbindung bringen zu können, damit der Verbraucher sie gemäß Buchstabe b wiedererlangen kann. Der Anbieter ist zur Einhaltung der gemäß der Verordnung (EU) 2016/679 geltenden Vorschriften verpflichtet.

Änderungsantrag    47

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 16 – Absatz 4 – Buchstabe b

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

b)  Der Anbieter hat dem Verbraucher die technischen Mittel zur Verfügung zu stellen, mit denen der Verbraucher die von ihm selbst bereitgestellten Inhalte und sonstige Daten wiedererlangen kann, die durch seine Nutzung der digitalen Inhalte hergestellt oder erzeugt worden sind, soweit der Anbieter diese Daten gespeichert hat. Der Verbraucher ist berechtigt, die Inhalte ohne erhebliche Unannehmlichkeiten, innerhalb einer angemessenen Frist und in einem allgemein gebräuchlichen Datenformat wiederzuerlangen.

b) Der Anbieter hat dem Verbraucher auf dessen Ersuchen die technischen Mittel zur Verfügung zu stellen, mit denen der Verbraucher die von ihm zur Verfügung gestellten Inhalte und alle Daten wiedererlangen kann, die durch seine Nutzung der digitalen Inhalte hergestellt worden sind, soweit der Anbieter diese Daten gespeichert hat. Der Verbraucher ist berechtigt, die Inhalte und Daten ohne erhebliche Unannehmlichkeiten, innerhalb einer angemessenen Frist und in einem strukturierten, allgemein gebräuchlichen und maschinenlesbaren Datenformat wiederzuerlangen und diese Inhalte und Daten einem anderen Anbieter zu übermitteln, ohne daran von dem ursprünglichen Anbieter gehindert zu werden.

Änderungsantrag    48

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 18 – Absatz 1

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

1.  Die Mitgliedstaaten sorgen dafür, dass angemessene und wirksame Mittel vorhanden sind, mit denen die Einhaltung dieser Richtlinie sichergestellt wird.

1.  Die Mitgliedstaaten sorgen dafür, dass wirksame und abschreckende Mittel vorhanden sind, mit denen die Einhaltung dieser Richtlinie sichergestellt wird.

Begründung

Die neuen Verbraucherrechte werden sich nur dann konkret durchsetzen lassen, wenn die Mitgliedstaaten tatsächlich wirksame und abschreckende Sanktionen einführen, zumal die Anbieter digitaler Inhalte durch einen aggressiven Ausbau ihrer Marktanteile zulasten der Verbraucherrechte erhebliche wirtschaftliche Vorteile erlangen könnten.

Änderungsantrag    49

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 18 – Absatz 2 – Buchstabe c a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

ca)  Organisationen, die im Bereich des Schutzes der Rechte und Freiheiten von betroffenen Personen in Bezug auf den Schutz ihrer personenbezogenen Daten tätig sind.

Begründung

auf der Grundlage von Artikel 80 der Datenschutz‑Grundverordnung

Änderungsantrag    50

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 19 a (neu)

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

 

Artikel 19a

 

Datenschutz

 

Die Verarbeitung personenbezogener Daten im Zusammenhang mit Tätigkeiten, die gemäß dieser Richtlinie ausgeführt werden, erfolgt unter Einhaltung der Vorschriften der Verordnung (EU) 2016/679 und der Richtlinie 2002/58/EG.

Änderungsantrag    51

Vorschlag für eine Richtlinie

Artikel 22 – Absatz 1

Vorschlag der Kommission

Geänderter Text

1.  Die Kommission überprüft diese Richtlinie spätestens [fünf Jahre nach ihrem Inkrafttreten] und legt dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Bericht dazu vor. In dem Bericht ist unter anderem zu prüfen, ob es einer Harmonisierung der Vorschriften für Verträge über die Bereitstellung digitaler Inhalte gegen Erbringung einer nicht von dieser Richtlinie erfassten Gegenleistung bedarf, insbesondere einer Gegenleistung in Form von Werbung oder indirekt erhobener Daten.

1.  Die Kommission überprüft diese Richtlinie spätestens [drei Jahre nach ihrem Inkrafttreten] und legt dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Bericht dazu vor. In dem Bericht ist unter anderem zu prüfen, ob in Bezug auf die Verordnung (EU) 2016/679 Wechselwirkungen gegeben sind, ob die Bestimmungen dieser Richtlinie und der genannten Verordnung einheitlich angewandt werden und ob es einer Harmonisierung der Vorschriften für Verträge über die Bereitstellung digitaler Inhalte gegen Erbringung einer nicht von dieser Richtlinie erfassten Gegenleistung bedarf, insbesondere einer Gegenleistung in Form von Werbung oder indirekt erhobener Daten.

VERFAHREN DES MITBERATENDEN AUSSCHUSSES

Titel

Verträge über die Bereitstellung digitaler Inhalte

Bezugsdokumente – Verfahrensnummer

COM(2015)0634 – C8-0394/2015 – 2015/0287(COD)

Federführende Ausschüsse

Datum der Bekanntgabe im Plenum

IMCO

21.1.2016

JURI

21.1.2016

 

 

Stellungnahme von

Datum der Bekanntgabe im Plenum

LIBE

21.1.2016

Verfasser(in) der Stellungnahme

Datum der Benennung

Marju Lauristin

16.3.2016

Artikel 55 – Gemeinsame Ausschuss¬sitzungen

Datum der Bekanntgabe im Plenum

28.4.2016

Prüfung im Ausschuss

12.7.2016

8.11.2016

 

 

Datum der Annahme

8.11.2016

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

41

4

2

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

Martina Anderson, Gerard Batten, Malin Björk, Michał Boni, Caterina Chinnici, Rachida Dati, Agustín Díaz de Mera García Consuegra, Cornelia Ernst, Tanja Fajon, Mariya Gabriel, Kinga Gál, Ana Gomes, Nathalie Griesbeck, Jussi Halla-aho, Sophia in ‘t Veld, Barbara Kudrycka, Marju Lauristin, Juan Fernando López Aguilar, Roberta Metsola, Claude Moraes, Péter Niedermüller, Judith Sargentini, Birgit Sippel, Csaba Sógor, Helga Stevens, Bodil Valero, Udo Voigt, Beatrix von Storch, Josef Weidenholzer, Cecilia Wikström, Kristina Winberg, Tomáš Zdechovský

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Kostas Chrysogonos, Carlos Coelho, Anna Maria Corazza Bildt, Pál Csáky, Miriam Dalli, Daniel Dalton, Teresa Jiménez-Becerril Barrio, Ska Keller, Miltiadis Kyrkos, Jeroen Lenaers, Ulrike Lunacek, Andrejs Mamikins

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellv. (Art. 200 Abs. 2)

Vilija Blinkevičiūtė, Agnieszka Kozłowska-Rajewicz, Maria Noichl


VERFAHREN DES FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSSES

Titel

Verträge über die Bereitstellung digitaler Inhalte

Bezugsdokumente - Verfahrensnummer

COM(2015)0634 – C8-0394/2015 – 2015/0287(COD)

Datum der Übermittlung an das EP

9.12.2015

 

 

 

Federführende Ausschüsse

       Datum der Bekanntgabe im Plenum

IMCO

21.1.2016

JURI

21.1.2016

 

 

Mitberatende Ausschüsse

       Datum der Bekanntgabe im Plenum

ITRE

21.1.2016

CULT

21.1.2016

LIBE

21.1.2016

 

Nicht abgegebene Stellungnahme(n)

       Datum des Beschlusses

ITRE

28.1.2016

CULT

25.1.2016

 

 

Berichterstatter

       Datum der Benennung

Evelyne Gebhardt

14.4.2016

Axel Voss

14.4.2016

 

 

Artikel 55 – Gemeinsames Ausschuss¬verfahren

       Datum der Bekanntgabe im Plenum

       

       

28.4.2016

Prüfung im Ausschuss

14.7.2016

29.11.2016

22.3.2017

 

Datum der Annahme

21.11.2017

 

 

 

Ergebnis der Schlussabstimmung

+:

–:

0:

55

4

2

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Mitglieder

John Stuart Agnew, Max Andersson, Pascal Arimont, Joëlle Bergeron, Marie-Christine Boutonnet, Jean-Marie Cavada, Dita Charanzová, Kostas Chrysogonos, Carlos Coelho, Sergio Gaetano Cofferati, Lara Comi, Anna Maria Corazza Bildt, Daniel Dalton, Nicola Danti, Dennis de Jong, Mady Delvaux, Pascal Durand, Laura Ferrara, Evelyne Gebhardt, Lidia Joanna Geringer de Oedenberg, Maria Grapini, Sergio Gutiérrez Prieto, Liisa Jaakonsaari, Philippe Juvin, Sylvia-Yvonne Kaufmann, Gilles Lebreton, Antonio López-Istúriz White, António Marinho e Pinto, Jiří Maštálka, Eva Maydell, Marlene Mizzi, Nosheena Mobarik, Emil Radev, Julia Reda, Evelyn Regner, Virginie Rozière, Christel Schaldemose, Andreas Schwab, Olga Sehnalová, Jasenko Selimovic, Ivan Štefanec, Catherine Stihler, Pavel Svoboda, József Szájer, Mylène Troszczynski, Mihai Ţurcanu, Anneleen Van Bossuyt, Axel Voss, Francis Zammit Dimech, Marco Zullo, Tadeusz Zwiefka

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellvertreter

Lucy Anderson, Heidi Hautala, Kaja Kallas, Angelika Niebler, Ulrike Trebesius, Josef Weidenholzer, Rainer Wieland

Zum Zeitpunkt der Schlussabstimmung anwesende Stellv. (Art. 200 Abs. 2)

Zbigniew Kuźmiuk, Bolesław G. Piecha, Michaela Šojdrová

Datum der Einreichung

27.11.2017


NAMENTLICHE SCHLUSSABSTIMMUNG IM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS

55

+

ALDE

 

ECR

EFDD

GUE/NGL

PPE

 

 

S&D

 

 

Verts/ALE

Jean-Marie Cavada, Dita Charanzová, Kaja Kallas, António Marinho e Pinto, Jasenko Selimovic

Daniel Dalton, Zbigniew Kuźmiuk, Nosheena Mobarik, Bolesław G. Piecha, Ulrike Trebesius, Anneleen Van Bossuyt

Joëlle Bergeron

Kostas Chrysogonos, Jiří Maštálka, Dennis de Jong

Pascal Arimont, Carlos Coelho, Lara Comi, Anna Maria Corazza Bildt, Philippe Juvin, Antonio López-Istúriz White, Eva Maydell, Angelika Niebler, Emil Radev, Andreas Schwab, Michaela Šojdrová, Ivan Štefanec, Pavel Svoboda, József Szájer, Mihai Ţurcanu, Axel Voss, Rainer Wieland, Francis Zammit Dimech, Tadeusz Zwiefka

Lucy Anderson, Sergio Gaetano Cofferati, Nicola Danti, Mady Delvaux, Evelyne Gebhardt, Lidia Joanna Geringer de Oedenberg, Maria Grapini, Sergio Gutiérrez Prieto, Liisa Jaakonsaari, Sylvia-Yvonne Kaufmann, Marlene Mizzi, Evelyn Regner, Virginie Rozière, Christel Schaldemose, Olga Sehnalová, Catherine Stihler, Josef Weidenholzer

Max Andersson, Pascal Durand, Heidi Hautala, Julia Reda

4

-

EFDD

ENF

John Stuart Agnew

Marie-Christine Boutonnet, Gilles Lebreton, Mylène Troszczynski

2

0

EFDD

Laura Ferrara, Marco Zullo

Erklärung der benutzten Zeichen:

+  :  dafür

-  :  dagegen

0  :  Enthaltung

Rechtlicher Hinweis