Verfahren : 2016/0360A(COD)
Werdegang im Plenum
Entwicklungsstadium in Bezug auf das Dokument : A8-0242/2018

Eingereichte Texte :

A8-0242/2018

Aussprachen :

PV 15/04/2019 - 17
CRE 15/04/2019 - 17

Abstimmungen :

PV 16/04/2019 - 8.11
Erklärungen zur Abstimmung

Angenommene Texte :

P8_TA(2019)0369

BERICHT     ***I
PDF 2982kWORD 3942k
28.6.2018
PE 613.409v04-00 A8-0242/2018

über den Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 in Bezug auf die Verschuldungsquote, die strukturelle Liquiditätsquote, Anforderungen an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten, das Gegenparteiausfallrisiko, das Marktrisiko, Risikopositionen gegenüber zentralen Gegenparteien, Risikopositionen gegenüber Organismen für gemeinsame Anlagen, Großkredite, Melde- und Offenlegungspflichten und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 648/2012

(COM(2016)0850 – C8-0480/2016 – 2016/0360A(COD))

Ausschuss für Wirtschaft und Währung

Berichterstatter: Peter Simon

ENTWURF EINER LEGISLATIVEN ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS
 VERFAHREN DES FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSSES
 NAMENTLICHE SCHLUSSABSTIMMUNG IM FEDERFÜHRENDEN AUSSCHUSS

ENTWURF EINER LEGISLATIVEN ENTSCHLIESSUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS

zu dem Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 in Bezug auf die Verschuldungsquote, die strukturelle Liquiditätsquote, Anforderungen an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten, das Gegenparteiausfallrisiko, das Marktrisiko, Risikopositionen gegenüber zentralen Gegenparteien, Risikopositionen gegenüber Organismen für gemeinsame Anlagen, Großkredite, Melde- und Offenlegungspflichten und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 648/2012

(COM(2016)0850 – C8-0480/2016 – 2016/0360A(COD))

(Ordentliches Gesetzgebungsverfahren: erste Lesung)

Das Europäische Parlament,

–  unter Hinweis auf den Vorschlag der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat (COM(2016)0850),

–  gestützt auf Artikel 294 Absatz 2 und Artikel 114 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union, auf deren Grundlage ihm der Vorschlag der Kommission unterbreitet wurde (C8-0480/2016),

-  gestützt auf Artikel 294 Absatz 3 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union,

–  unter Hinweis auf die vom schwedischen Parlament im Rahmen des Protokolls Nr. 2 über die Anwendung der Grundsätze der Subsidiarität und der Verhältnismäßigkeit vorgelegte begründete Stellungnahme, in der geltend gemacht wird, dass der Entwurf eines Gesetzgebungsakts nicht mit dem Subsidiaritätsprinzip vereinbar ist,

–  unter Hinweis auf die Stellungnahme der Europäischen Zentralbank vom 8. November 2017(1),

–  unter Hinweis auf die Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses vom 30. März 2017(2),

–  unter Hinweis auf den Beschluss der Konferenz der Präsidenten vom 18. Mai 2017 zur Genehmigung der Aufspaltung des Vorschlags der Kommission und der Ausarbeitung von zwei separaten Legislativberichten durch den Ausschuss für Wirtschaft und Währung auf dieser Grundlage,  

–  gestützt auf Artikel 59 seiner Geschäftsordnung,

–  unter Hinweis auf den Bericht des Ausschusses für Wirtschaft und Währung (A8‑0242/2018),

1.  legt den folgenden Standpunkt in erster Lesung fest;

2.  fordert die Kommission auf, es erneut zu befassen, falls sie ihren Vorschlag ersetzt, entscheidend ändert oder beabsichtigt, ihn entscheidend zu ändern;

3.  beauftragt seinen Präsidenten, den Standpunkt des Parlaments dem Rat und der Kommission sowie den nationalen Parlamenten zu übermitteln.

Änderungsantrag    1

ABÄNDERUNGEN DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS(3)*

am Vorschlag der Kommission

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2016/0360 (COD)

Vorschlag für eine

VERORDNUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES

zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 in Bezug auf die Verschuldungsquote, die strukturelle Liquiditätsquote, Anforderungen an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten, das Gegenparteiausfallrisiko, das Marktrisiko, Risikopositionen gegenüber zentralen Gegenparteien, Risikopositionen gegenüber Organismen für gemeinsame Anlagen, Großkredite, Melde- und Offenlegungspflichten und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 648/2012

(Text von Bedeutung für den EWR)

DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION —

gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, insbesondere auf Artikel 114,

auf Vorschlag der Europäischen Kommission,

nach Zuleitung des Entwurfs des Gesetzgebungsakts an die nationalen Parlamente,

nach Stellungnahme der Europäischen Zentralbank(4),

nach Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses(5),

gemäß dem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren,

in Erwägung nachstehender Gründe:

(1)  Im Zuge der Finanzkrise, die 2007-2008 ihren Anfang nahm, hat die Union eine grundlegende Reform der Finanzdienstleistungsregulierung durchgeführt, mit der die Widerstandsfähigkeit der im Finanzsektor tätigen Institute gestärkt werden soll. Die Reform stützte sich weitgehend auf international vereinbarte Standards. Zu den zahlreichen Maßnahmen des Reformpakets zählten die Annahme der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates(6) und der Richtlinie 2013/36/EU des Europäischen Parlaments und des Rates(7), mit denen strengere Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen eingeführt wurden.

(2)  Auch wenn die Reform das Finanzsystem stabiler und widerstandsfähiger gegen vielerlei mögliche künftige Schocks und Krisen gemacht hat, wurden damit doch nicht alle festgestellten Probleme angegangen. Ein wichtiger Grund hierfür war, dass die internationalen Standardsetzungsgremien wie der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (Basler Ausschuss) und der Rat für Finanzstabilität (FSB) ihre Arbeiten zu international vereinbarten Lösungen für diese Probleme zum damaligen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen hatten. Inzwischen sind die Arbeiten zu wichtigen zusätzlichen Reformen abgeschlossen, sodass die noch ungelösten Probleme angegangen werden sollten.

(3)  In ihrer Mitteilung vom 24. November 2015 hat die Kommission anerkannt, dass eine weitere Risikominderung erforderlich ist, und sich dazu verpflichtet, einen Gesetzgebungsvorschlag vorzulegen, der sich auf international vereinbarte Standards stützt. Die Notwendigkeit, weitere konkrete legislative Maßnahmen zur Risikominderung im Finanzsektor zu ergreifen, wurde auch vom Rat in seinen Schlussfolgerungen vom 17. Juni 2016 und vom Europäischen Parlament in seiner Entschließung vom 10. März 2016 anerkannt(8).

(4)  Die Risikominderungsmaßnahmen sollten nicht nur die Widerstandsfähigkeit des europäischen Bankensystems und das Vertrauen der Märkte in dieses System weiter stärken, sondern auch die Grundlage für weitere Fortschritte bei der Vollendung der Bankenunion bilden. Darüber hinaus sollten diese Maßnahmen vor dem Hintergrund der übergeordneten Herausforderungen für die Wirtschaft der Union betrachtet werden, insbesondere der Notwendigkeit, in Zeiten unsicherer wirtschaftlicher Aussichten Wachstum und Beschäftigung zu fördern. In diesem Zusammenhang sind verschiedene wichtige politische Initiativen wie die Investitionsoffensive für Europa und die Kapitalmarktunion auf den Weg gebracht worden, um die Wirtschaft der Union zu stärken. Daher ist es wichtig, dass sämtliche Risikominderungsmaßnahmen reibungslos sowohl mit den genannten politischen Initiativen als auch mit den umfassenderen kürzlich durchgeführten Reformen im Finanzsektor ineinandergreifen.

(5)  Die Bestimmungen der vorliegenden Änderungsverordnung sollten international vereinbarten Standards gleichwertig sein und sicherstellen, dass die Richtlinie 2013/36/EG und diese Verordnung weiterhin dem Basel-III-Rahmen gleichwertig sind. Damit die Gesamtsolidität des Aufsichtsrahmens nicht beeinträchtigt wird, sollten die gezielten Anpassungen, die den unionsspezifischen Besonderheiten und allgemeineren politischen Erwägungen Rechnung tragen, in ihrem Umfang oder ihrer Dauer begrenzt sein.

(6)  Darüber hinaus sollten die bestehenden Risikominderungsmaßnahmen sowie insbesondere die Berichts- und Offenlegungspflichten verbessert werden um sicherzustellen, dass sie auf verhältnismäßigere Weise angewendet werden können und insbesondere kleinere und weniger komplexe Institute nicht durch übermäßigen Erfüllungsaufwand belasten.

(6a)  Für gezielte Erleichterungen hinsichtlich der Anwendung des Prinzips der Verhältnismäßigkeit ist eine exakte Definition für kleine und nicht komplexe Institute notwendig. Um eine angemessene Einordnung und Definition für kleine und nicht komplexe Institute vorzunehmen bzw. festzulegen und die Risiken solcher Institute adäquat zu bestimmen, ist es auch notwendig, dass Größe und Risikoprofil eines kleinen und nicht komplexen Instituts in Relation zur Gesamtgröße der Volkswirtschaft, in welcher das Institut überwiegend tätig ist, betrachtet werden. Ein einheitlicher absoluter Schwellenwert allein trägt diesen Anforderungen nicht Rechnung. Deshalb ist es geboten, dass zuständige Aufsichtsbehörden durch Einbeziehung einer relativen Komponente, die sich an der Wirtschaftsleistung eines Mitgliedstaats bemisst, Ermessensspielräume ausnutzen können, um den Schwellenwert mit nationalen Begebenheiten in Einklang zu bringen und gegebenenfalls nach unten anzupassen. Da die Größe eines Instituts alleine nicht maßgeblich für das Risikoprofil eines Instituts ist, ist es auch notwendig, durch zusätzliche qualitative Kriterien sicherzustellen, dass ein Institut nur als kleines und nicht komplexes Institut zu betrachten ist und von passgenauen Regeln für mehr Proportionalität profitieren kann, wenn es alle einschlägigen Kriterien erfüllt.

(7)  Verschuldungsquoten tragen zur Wahrung der Finanzstabilität bei, indem sie als Letztsicherung bei risikobasierten Eigenkapitalanforderungen dienen und der Entstehung einer übermäßigen Verschuldung bei Konjunkturaufschwüngen einen Riegel vorschieben. Daher sollte eine Anforderung an die Verschuldungsquote eingeführt werden, die die derzeitigen Vorschriften zur Meldung und Offenlegung der Verschuldungsquote ergänzt.

(8)  Um die Kreditvergabe der Institute an Unternehmen und private Haushalte nicht unnötig einzuschränken und ungerechtfertigte Beeinträchtigungen der Marktliquidität zu vermeiden, sollte die Anforderung an die Verschuldungsquote so angesetzt werden, dass sie als glaubwürdige Letztsicherung für das Risiko einer übermäßigen Verschuldung dient, ohne das Wirtschaftswachstum zu bremsen.

(9)  Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) kam in ihrem Bericht an die Kommission(9) zu dem Schluss, dass eine Verschuldungsquote für das harte Kernkapital von 3 % für alle Arten von Kreditinstituten eine zuverlässige Letztsicherungsfunktion bieten würde. Auch auf internationaler Ebene wurde im Rahmen des Basler Ausschusses eine Anforderung an die Verschuldungsquote in Höhe von 3 % vereinbart. Daher sollte die Anforderung an die Verschuldungsquote bei 3 % festgelegt werden.

(10)  Bestimmte Geschäftsmodelle und Geschäftsfelder würden allerdings durch eine Anforderung an die Verschuldungsquote von 3 % stärker beeinträchtigt als andere. So würden insbesondere die Kreditvergabe durch öffentliche Entwicklungsbanken sowie staatlich garantierte Ausfuhrkredite unverhältnismäßig belastet. Folglich sollte die Verschuldungsquote für diese Arten von Risikopositionen angepasst werden. Deshalb sollten eindeutige Kriterien festgelegt werden, anhand deren sich der öffentliche Auftrag dieser Kreditinstitute ermitteln lässt und mit denen Aspekte erfasst werden, wie etwa die Errichtung der Institute, die Art der von ihnen auszuübenden Tätigkeiten, ihre Ziele, die durch öffentliche Stellen getroffenen Sicherungsvorkehrungen und die Begrenzung des Einlagengeschäfts. Die Form und die Modalitäten der Errichtung der Bank sollten jedoch im Ermessensspielraum auf der Ebene des Zentralstaats bzw. der regionalen oder lokalen Gebietskörperschaft des betreffenden Mitgliedstaats verbleiben und können in der Errichtung eines neuen Kreditinstituts oder im Erwerb oder in der Übernahme – auch durch Zugeständnisse und im Rahmen von Abwicklungsverfahren – eines bereits bestehenden Unternehmens durch diese Körperschaften bestehen.

(11)  Eine Verschuldungsquote sollte außerdem nicht der Erbringung zentraler Clearingdienstleistungen durch Institute für Kunden im Wege stehen. Daher sollten die Ersteinschüsse für zentral geclearte Derivatgeschäfte, die Institute bar von ihren Kunden erhalten und an zentrale Gegenparteien (ZGP) weiterreichen, bei der Risikopositionsmessgröße für die Verschuldungsquote unberücksichtigt bleiben.

(12)  Der Basler Ausschuss hat den internationalen Standard zur Verschuldungsquote überarbeitet, um weitere bestimmte Aspekte der Ausgestaltung dieser Quote zu präzisieren. Die Verordnung (EU) Nr. 575/2013 sollte an den überarbeiteten Standard angepasst werden, um die Gleichheit der internationalen Wettbewerbsbedingungen für außerhalb der Union tätige EU-Institute zu verbessern und sicherzustellen, dass die Verschuldungsquote die risikobasierten Eigenmittelanforderungen weiterhin wirksam ergänzt.

(13)  Für Institute, welche aufgrund ihrer Größe, Verflechtung, Komplexität, fehlenden Ersetzbarkeit oder globalen Relevanz als global systemrelevante Institute (G-SRI) bezeichnet werden, sollte ein Aufschlag auf die Verschuldungsquote erfolgen, da G-SRIs in einer finanziellen Notlage das gesamte Finanzsystem dauerhaft schwächen und dies eine erneute Kreditknappheit in der Union verursachen könnte. Aufgrund dieser Gefahr für das Finanzsystem und die Finanzierung der Realwirtschaft entsteht durch die erwartete staatliche Rettung eine implizite Garantie für G-SRIs. Dies kann dafür sorgen, dass G-SRIs ihre Marktdisziplin verringern und zu viel Risiko in Kauf nehmen, was wiederum die Notlage eines G-SRI in der Zukunft umso wahrscheinlicher macht. Um diesen negativen Externalitäten wirksam entgegenzuwirken, sollte die europäische Gesetzgebung bereits existierenden strengeren Verschuldungsquoten in anderen Jurisdiktionen Rechnung tragen. Unter Berücksichtigung der abschließenden Ergebnisse der Kalibrierungsarbeiten des Basler Ausschusses zur Verschuldungsquote sollte die Verschuldungsquote für G-SRIs deshalb zusätzlich zum Mindestschwellenwert von 3 % um 50 % der risikogewichteten Anforderungen an die Absorptionsfähigkeit einer G-SRI bei höheren Verlusten angehoben werden.

(14)  Am 9. November 2015 veröffentlichte der FSB das Term Sheet über die Gesamtverlustabsorptionsfähigkeit („Total Loss-Absorbing Capacity (TLAC) Standard“), das auf dem G20-Gipfel in der Türkei im November 2015 gebilligt wurde. Nach dem TLAC-Standard müssen global systemrelevante Banken (G-SIB) ausreichend hochgradig verlustabsorptionsfähige (bail-in-fähige) Verbindlichkeiten halten, um im Abwicklungsfall eine reibungslose und schnelle Verlustabsorption und Rekapitalisierung zu gewährleisten. In ihrer Mitteilung vom 24. November 2015 hat die Kommission angekündigt, bis Ende 2016 einen Gesetzgebungsvorschlag vorzulegen, der es ermöglicht, den TLAC-Standard, wie international vereinbart, bis 2019 umzusetzen.

(15)  Bei der Umsetzung des TLAC-Standards in der Union muss den bestehenden Mindestanforderungen an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten (MREL), die in der Richtlinie 2014/59/EU des Europäischen Parlaments und des Rates(10) festgelegt sind, Rechnung getragen werden. Da TLAC und MREL dasselbe Ziel – die Gewährleistung einer ausreichenden Verlustabsorptionsfähigkeit von Instituten – verfolgen, ergänzen die beiden Anforderungen einander in einem gemeinsamen Rahmen. Operativ sollte das harmonisierte Mindestniveau des TLAC-Standards anhand einer neuen Anforderung für Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten in die Verordnung (EU) Nr. 575/2013 eingeführt werden, während der firmenspezifische Aufschlag für global systemrelevante Institute (G-SRI) und die firmenspezifische Anforderung für Nicht-G-SRI durch gezielte Änderungen an der Richtlinie 2014/59/EU und der Verordnung (EU) Nr. 806/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates(11) eingeführt werden sollten. Die einschlägigen Bestimmungen zur Aufnahme des TLAC-Standards in diese Verordnung sind in Zusammenhang mit den Bestimmungen der vorgenannten Vorschriften und der Richtlinie 2013/36/EU zu sehen.

(16)  Im Einklang mit dem TLAC-Standard, der nur G-SIB abdeckt, sollte die mit dieser Verordnung eingeführte Mindestanforderung im Hinblick auf einen ausreichenden Betrag an Eigenmitteln und hochgradig verlustabsorptionsfähigen Verbindlichkeiten lediglich auf G-SRI Anwendung finden. Ebenso wie die ergänzenden Anpassungen und Anforderungen der Richtlinie 2014/59/EU sollten die mit dieser Verordnung eingeführten Vorschriften für die berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten jedoch auf alle Institute anwendbar sein.

(17)  Nach Maßgabe des TLAC-Standards sollte die Anforderung an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten für Abwicklungseinheiten gelten, die entweder selbst G-SRI oder Teil einer als G-SRI eingestuften Gruppe sind. Die Anforderung an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten sollte entweder auf Einzelbasis oder auf konsolidierter Basis Anwendung finden, je nachdem, ob es sich bei solchen Abwicklungseinheiten um unabhängige Institute ohne Tochterunternehmen oder um Mutterunternehmen handelt.

(18)  Die Richtlinie 2014/59/EU sieht vor, dass Abwicklungsinstrumente nicht nur für Institute, sondern auch für Finanzholdinggesellschaften und gemischte Finanzholdinggesellschaften verwendet werden können. Mutterfinanzholdinggesellschaften und gemischte Mutterfinanzholdinggesellschaften sollten daher genau wie Mutterinstitute über eine ausreichende Verlustabsorptionskapazität verfügen.

(19)  Um die Wirksamkeit der Anforderung an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten zu gewährleisten, ist es unabdingbar, dass die zur Einhaltung dieser Anforderung gehaltenen Instrumente eine hohe Verlustabsorptionsfähigkeit aufweisen. Bei Verbindlichkeiten, die von dem Bail-in-Instrument nach der Richtlinie 2014/59/EU ausgenommen sind, ist dies nicht der Fall, und auch bei anderen Verbindlichkeiten, die zwar grundsätzlich bail-in-fähig sind, könnte sich ein Bail-in in der Praxis als schwierig erweisen. Aus diesem Grund sollten derartige Verbindlichkeiten bei der Anforderung an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten nicht berücksichtigt werden können. Kapitalinstrumente sowie nachrangige Verbindlichkeiten weisen hingegen eine hohe Verlustabsorptionskapazität auf. Auch sollte das Verlustabsorptionspotenzial von Verbindlichkeiten, die bestimmten ausgenommenen Verbindlichkeiten gleichrangig sind, bis zu einem gewissen Umfang im Einklang mit dem TLAC-Standard anerkannt werden.

(19a)  Bei der Umsetzung des TLAC-Standards in Unionsrecht muss sichergestellt werden, dass Institute schnellstmöglich die festgelegten Anforderungen für Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten erfüllen, um im Abwicklungsfall eine reibungslose Verlustabsorption und Rekapitalisierung zu gewährleisten. In diesem Sinne ist es notwendig, eine Besitzstandklausel für Schuldinstrumente, die gewisse Kriterien erfüllen, einzuführen. Deshalb sollten bei Verbindlichkeiten, die vor ... [Datum des Inkrafttretens dieser Verordnung] herausgegeben wurden, bestimmte Eignungkriterien nicht herangezogen werden. Solch eine Besitzstandsklausel sollte sowohl für Verbindlichkeiten des nachrangigen Teils der TLAC-Anforderungen und des nachrangigen Teils der MREL-Anforderungen gemäß der Richtlinie 2014/59/EU, als auch für den nicht-nachrangigen Teil der TLAC-Anforderungen und den nicht-nachrangigen Teil der MREL-Anforderungen gemäß der Richtlinie 2014/59/EU gelten.

(20)  Um eine Doppelzählung von Verbindlichkeiten für die Zwecke der Anforderung an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten zu vermeiden, sollten Vorschriften eingeführt werden, in denen der Abzug von Positionen in berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten geregelt wird und die dem entsprechenden bereits in der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 ausgearbeiteten Ansatz für den Abzug im Zusammenhang mit Kapitalinstrumenten Rechnung tragen. Nach diesem Ansatz sollten Positionen in Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten zunächst von den berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten und – soweit keine ausreichenden Verbindlichkeiten vorhanden sind – von Ergänzungskapitalinstrumenten abgezogen werden.

(21)  Der TLAC-Standard enthält für die Berücksichtigungsfähigkeit von Verbindlichkeiten einige Kriterien, die strenger sind als die geltenden Kriterien für die Berücksichtigungsfähigkeit von Kapitalinstrumenten. Um Kohärenz zu gewährleisten, sollten die Kriterien für die Berücksichtigungsfähigkeit von Kapitalinstrumenten im Hinblick auf die über Zweckgesellschaften begebenen Instrumente, die ab 1. Januar 2022 nicht mehr berücksichtigungsfähig sind, angepasst werden.

(22)  Seit der Annahme der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 wurde der internationale Standard über die aufsichtliche Behandlung der Risikopositionen von Instituten gegenüber ZGP geändert, um Risikopositionen von Instituten gegenüber qualifizierten ZGP besser zu stellen. Zu den nennenswerten Neuerungen dieses Standards zählte die Verwendung einer einheitlichen Methode zur Bestimmung der Eigenmittelanforderung für durch Beiträge zu Ausfallfonds entstandene Risikopositionen, eine explizite Obergrenze für die auf Risikopositionen gegenüber qualifizierten ZGP angewandten Eigenmittelanforderungen insgesamt sowie ein Ansatz mit höherer Risikosensitivität für die Erfassung des Werts von Derivaten bei der Berechnung der hypothetischen Mittel einer qualifizierten ZGP. Gleichzeitig blieb die Behandlung von Risikopositionen gegenüber nicht-qualifizierten ZGP unverändert. Da mit den überarbeiteten internationalen Standards eine Behandlung eingeführt wurde, die dem Umfeld des zentralen Clearings besser angepasst ist, sollte das Unionsrecht geändert werden, um diese Standards zu berücksichtigen.

(23)  Um zu gewährleisten, dass die Institute ihre Risikopositionen in Form von Anteilen an Organismen für gemeinsame Anlagen (OGA) angemessen verwalten, sollten die Vorschriften für die Behandlung dieser Risikopositionen risikosensitiv sein und hinsichtlich der zugrunde liegenden Risikopositionen von OGA für mehr Transparenz sorgen. Der Basler Ausschuss hat daher einen überarbeiteten Standard angenommen, in dem eine klare Hierarchie der Ansätze für die Berechnung der risikogewichteten Positionsbeträge für diese Risikopositionen festgelegt ist. Diese Hierarchie spiegelt den Grad der Transparenz hinsichtlich der zugrunde liegenden Risikopositionen wider. Die Verordnung (EU) Nr. 575/2013 sollte diesen international vereinbarten Regeln angepasst werden.

(24)  Für die Berechnung des Risikopositionswerts von Derivatgeschäften im Rahmen der Regelung für das Gegenparteiausfallrisiko sind in der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 derzeit drei verschiedene standardisierte Ansätze vorgesehen, die den Instituten zur Wahl stehen – die Standardmethode („SM“), die Marktbewertungsmethode („MtMM“) und die Ursprungsrisikomethode („OEM“).

(25)  Bei diesen standardisierten Ansätzen werden jedoch die risikomindernden Eigenschaften von Sicherheiten in den Risikopositionen nicht angemessen anerkannt. Die Kalibrierungen sind veraltet und tragen nicht der hohen Volatilität Rechnung, die während der Finanzkrise zu beobachten war. Auch die positiven Auswirkungen von Netting werden nicht in angemessener Weise berücksichtigt. Um diese Unzulänglichkeiten anzugehen, hat der Basler Ausschuss beschlossen, die SM und die MtMM durch einen neuen standardisierten Ansatz für die Berechnung des Risikopositionswerts von Derivatgeschäften, den sogenannten Standardansatz für das Gegenparteiausfallrisiko („SA-CCR“), zu ersetzen. Da mit den überarbeiteten internationalen Standards ein neuer standardisierter Ansatz eingeführt wurde, der dem Umfeld des zentralen Clearings besser angepasst ist, sollte das Unionsrecht geändert werden, um diese Standards zu berücksichtigen.

(26)  Der SA-CCR weist eine höhere Risikosensitivität als die SM und die MtMM auf und dürfte daher dafür sorgen, dass die Eigenmittelanforderungen die mit den Derivatgeschäften der Institute verbundenen Risiken besser widerspiegeln. Gleichzeitig ist die Umsetzung des SA-CCR für die Institute komplexer. Für einige Institute, die derzeit die MtMM verwenden, könnte sich die Umsetzung des SA-CCR als zu komplex und aufwendig erweisen. Für ▌Institute und Institute, die Teil einer konsolidierten Gruppe sind, mit mittelgroßem Derivatgeschäft sollte ein vereinfachter SA-CCR eingeführt werden. Da ein solcher vereinfachter Ansatz weniger risikosensitiv sein wird als der SA-CCR, sollte er angemessen kalibriert sein, damit gewährleistet ist, dass der Risikopositionswert von Derivatgeschäften nicht unterschätzt wird.

(27)  Aktuell nutzen Institute mehrheitlich die MtMM – durch den SA-CCR ersetzt – um den Risikopositionswert ihrer Derivate zu berechnen. Die Kalibrierung der MtMM entstammt jedoch den in Basel I beschlossenen Regelungen, beruht auf den Marktkonditionen Ende der 1980er Jahre und ist nicht präzise genug, um das Risiko von Derivatgeschäften adäquat einzufangen. Für Institute mit Derivatpositionen in ▌geringem Umfang, die derzeit die MtMM oder die OEM nutzen, könnte sowohl die Umsetzung des SA-CCR als auch die Umsetzung des vereinfachten SA-CCR zu komplex sein. Daher sollte diesen Instituten alternativ die Nutzung der OEM vorbehalten sein, allerdings in überarbeiteter Form▌. Diese überarbeitete Form der OEM sollte für Institute und Institute, welche Teil einer konsolidierten Gruppe sind, mit geringem Derivatgeschäft eine adäquate Alternative zur MtMM darstellen, ohne die Unzulänglichkeiten dieser veralteten Methode zu enthalten.

(28)  Um den Instituten bei der Wahl der zulässigen Ansätze Orientierung zu bieten, sollten klare Kriterien eingeführt werden. Diese Kriterien sollten sich auf den Umfang des Derivatgeschäfts eines Instituts stützen, der ein Indikator dafür ist, wie komplex die Anforderungen an ein Institut hinsichtlich der Berechnung des Positionswerts sein dürfen.

(29)  Während der Finanzkrise sind bei einigen in der Union ansässigen Instituten wesentliche Handelsbuchverluste aufgelaufen. Bei manchen dieser Institute erwies sich die Höhe der Kapitalanforderungen, um diese Verluste aufzufangen, als unzureichend, was zur Folge hatte, dass diese Institute außerordentliche finanzielle Unterstützung aus öffentlichen Mitteln beanspruchten. Diese Beobachtungen führten dazu, dass der Basler Ausschuss einige Schwachstellen in der aufsichtlichen Behandlung von Handelsbuchpositionen, etwa im Zusammenhang mit den Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken, beseitigt hat.

(30)  Im Jahr 2009 wurden auf internationaler Ebene erste Reformen endgültig festgelegt und mit der Richtlinie 2010/76/EU des Europäischen Parlaments und des Rates(12) in Unionsrecht umgesetzt.

(31)  Mit der Reform von 2009 wurden jedoch nicht die strukturellen Schwachstellen der Standards für die Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken angegangen. Die unklare Abgrenzung zwischen Handels- und Anlagebuch gab Gelegenheit zur Aufsichtsarbitrage, während die mangelnde Risikosensitivität der Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken dazu führte, dass nicht sämtliche für die Institute bestehenden Risiken erfasst werden konnten.

(32)  Daher leitete der Basler Ausschuss die grundlegende Überarbeitung der Handelsbuchvorschriften (FRTB) ein, um diese Schwachstellen zu beseitigen. Die Arbeiten wurden im Januar 2016 abgeschlossen. Die FRTB-Standards verbessern die Risikosensitivität des Marktrisikorahmens, indem die Eigenmittelanforderungen auf eine Höhe festgesetzt werden, die den Risiken der Handelsbuchpositionen angemessener ist, und sehen eine präzisere Abgrenzung zwischen Handels- und Anlagebuch vor.

(33)  Bei der Umsetzung der FRTB-Standards in der Union muss gewährleistet sein, dass die Finanzmärkte in der Union weiterhin gut funktionieren. Jüngste Folgenabschätzungen für die FRTB-Standards zeigen, dass die Umsetzung der FRTB-Standards zu einem steilen Anstieg der Gesamteigenmittelanforderung für Marktrisiken führen dürfte. Um einen plötzlichen Einbruch der Handelsaktivitäten in der Union zu vermeiden, sollte daher ein Übergangszeitraum vorgesehen werden, damit die Institute die Gesamthöhe der Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken berücksichtigen können, die die Umsetzung der FRTB-Standards in der Union nach sich zieht. Dieser Übergangszeitraum muss sicherstellen, dass die Baseler Vorgaben graduell eingeführt werden, um Unsicherheiten bei den Instituten über zukünftige Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken zu verringern. Ein geeigneter Übergangszeitraum muss einerseits sicherstellen, dass die Umsetzung der FRTB-Standards nicht zu einem abrupten Anstieg der Gesamteigenmittelanforderungen für Marktrisiken führt, andererseits ebenfalls sicherstellen, dass die Übergangsperiode nicht zu niedrigeren Eigenmittelmittelanforderungen für Marktrisiken im Vergleich zum Status quo führen kann. Besondere Aufmerksamkeit sollte auch den Besonderheiten des europäischen Handels und den Anpassungen der Eigenmittelanforderungen für Staatsanleihen, gedeckte Schuldverschreibungen sowie einfache, transparente und standardisierte Verbriefungen zukommen.

(34)  Auch für Institute mit begrenzten Handelsbuchtätigkeiten sollte eine proportionale Behandlung von Marktrisiken gelten, damit mehr Institute mit Handelstätigkeiten von geringem Umfang den Kreditrisikorahmen für Anlagebuchpositionen, wie in einer überarbeiteten Fassung der Ausnahme für Handelsbuchtätigkeiten von geringem Umfang festgelegt, anwenden können. Darüber hinaus sollte es Instituten mit Handelsbuchtätigkeiten mittleren Umfangs gestattet sein, einen vereinfachten Standardansatz zur Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken im Einklang mit dem derzeit verwendeten Ansatz gemäß der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 anzuwenden. Diese gelockerten Anforderungen sollten auch für Institute gelten, die Teil einer konsolidierten Gruppe sind, sofern sie die oben genannten Anforderungen als eigenständige Institute erfüllen.

(35)  Um die Verlustabsorptionskapazität der Institute zu verbessern und die Einhaltung der internationalen Standards zu erleichtern, sollte der Rahmen für Großkredite gestärkt werden. Zu diesem Zweck sollte Kapital höherer Qualität als Kapitalbasis für die Berechnung der Obergrenze für Großkredite verwendet werden, und die Risikopositionen in Kreditderivaten sollten anhand des SA-CCR berechnet werden. Darüber hinaus sollte die Obergrenze für Risikopositionen, die G-SIB möglicherweise gegenüber anderen G-SIB halten, herabgesetzt werden, um systemische Risiken im Zusammenhang mit den zwischen großen Instituten bestehenden Verbindungen zu senken und die Auswirkungen zu verringern, die der Ausfall von Gegenparteien, bei denen es sich um G-SIB handelt, auf die Finanzstabilität haben könnte.

(36)  Die Liquiditätsdeckungsquote (LCR) stellt zwar sicher, dass die Kreditinstitute und systemrelevanten Wertpapierfirmen kurzfristig schwerwiegendem Stress standhalten, gewährleistet jedoch nicht, dass diese Kreditinstitute und Wertpapierfirmen längerfristig eine stabile Refinanzierungsstruktur aufweisen. Folglich sollte auf EU-Ebene eine detaillierte verbindliche Anforderung der stabilen Refinanzierung ausgearbeitet werden, die zu jedem Zeitpunkt einzuhalten ist, um übermäßige Laufzeitinkongruenzen zwischen Aktiva und Passiva sowie eine übermäßige Abhängigkeit von kurzfristigen Refinanzierungen am Interbankenmarkt zu vermeiden.

(37)  Im Einklang mit den Standards des Basler Ausschusses für die stabile Refinanzierung sollten daher Vorschriften erlassen werden, um die Anforderung der stabilen Refinanzierung als Verhältnis zwischen dem Betrag der verfügbaren stabilen Refinanzierung eines Instituts und dem Betrag der erforderlichen stabilen Refinanzierung über einen Einjahreshorizont festzulegen. Dieses Verhältnis wird als die verbindliche strukturelle Liquiditätsquote („NSFR“) bezeichnet. Der Betrag der verfügbaren stabilen Refinanzierung sollte durch Multiplikation der Passiva und des aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals des Instituts mit geeigneten Faktoren berechnet werden, die deren Grad an Zuverlässigkeit über den Einjahreshorizont der NSFR widerspiegeln. Der Betrag der erforderlichen stabilen Refinanzierung sollte durch Multiplikation der Aktiva und außerbilanziellen Posten des Instituts mit geeigneten Faktoren berechnet werden, die deren Liquiditätseigenschaften und Restlaufzeiten über den Einjahreshorizont der NSFR widerspiegeln.

(38)  Die NSFR sollte als Prozentsatz ausgedrückt und ihre Mindesthöhe bei 100 % festgesetzt werden; diese Mindesthöhe zeigt an, dass ein Institut über eine ausreichend stabile Refinanzierung verfügt, um seinen Finanzierungsbedarf sowohl unter normalen als auch unter Stressbedingungen während eines Einjahreszeitraums abdecken zu können. Fällt die NSFR unter 100 %, sollte das Institut die spezifischen Anforderungen nach Artikel 414 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 erfüllen, um seine NSFR zeitnah wieder auf die Mindesthöhe anzuheben. Eine Nichteinhaltung sollte nicht automatisch aufsichtsrechtliche Maßnahmen auslösen, sondern die zuständigen Behörden sollten die Gründe für die Nichteinhaltung der NSFR bewerten, bevor potenzielle aufsichtsrechtliche Maßnahmen festgelegt werden.

(39)  Im Einklang mit den Empfehlungen der EBA in ihrem nach Artikel 510 Absätze 1 und 2 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 erstellten Bericht vom 15. Dezember 2015 sollten die Vorschriften für die Berechnung der NSFR eng auf die Standards des Basler Ausschusses, einschließlich der Entwicklungen der Standards hinsichtlich der Behandlung von Derivatgeschäften, abgestimmt werden. Allerdings müssen bestimmte europäische Besonderheiten berücksichtigt werden, um sicherzustellen, dass die NSFR nicht die Finanzierung der europäischen Realwirtschaft beeinträchtigt; dies rechtfertigt, dass bei der Festlegung der europäischen NSFR einige Anpassungen an der in den Basler Standards vorgesehenen NSFR vorgenommen werden. Diese Anpassungen an den europäischen Kontext werden im NSFR-Bericht der EBA empfohlen und betreffen in erster Linie spezifische Behandlungen für i) Weitergabemodelle (Pass-Through-Modelle) im Allgemeinen und Emissionen gedeckter Schuldverschreibungen im Besonderen; ii) Handelsfinanzierungstätigkeiten; iii) zentralisierte regulierte Spareinlagen; iv) garantierte Darlehen für Wohnimmobilien; und v) Kreditgenossenschaften. Diese vorgeschlagenen spezifischen Behandlungen spiegeln weitgehend die Vorzugsbehandlung wider, die diesen Tätigkeiten im Rahmen der europäischen LCR, aber nicht bei der Basler LCR, gewährt wird. Da die NSFR die LCR ergänzt, sollten die beiden Quoten übereinstimmend definiert und kalibriert sein. Dies betrifft insbesondere die Faktoren für die erforderliche stabile Refinanzierung, die zur Berechnung der NSFR auf die liquiden Aktiva hoher Qualität im Rahmen der LCR anzuwenden sind und die die Definitionen und Abschläge im Zusammenhang mit der europäischen LCR widerspiegeln sollen, unabhängig davon, ob die für die LCR-Berechnung festgelegten allgemeinen und operativen Anforderungen erfüllt sind, die für den Einjahreshorizont der NSRF-Berechnung nicht angemessen sind.

(40)  Abgesehen von den europäischen Besonderheiten könnte die stringente Behandlung von Derivatgeschäften im Rahmen der vom Basler Ausschuss festgelegten NSFR wesentliche Auswirkungen auf das Derivatgeschäft der Institute und folglich auch auf die europäischen Finanzmärkte und den Zugang von Endnutzern zu bestimmten Tätigkeiten haben. Derivatgeschäfte und verschiedene damit zusammenhängende Geschäfte, darunter Clearingtätigkeiten, könnten in ungerechtfertigter oder unverhältnismäßiger Weise beeinträchtigt werden, wenn die NSRF im Sinne des Basler Ausschusses ohne umfassende quantitative Folgenabschätzung und öffentliche Konsultation eingeführt würde. Die zusätzliche Anforderung, eine stabile Refinanzierung von 20 % für die Brutto-Derivatverbindlichkeiten zu halten, gilt weithin als wenig ausgereift, da hierbei die zusätzlichen Finanzierungsrisiken im Zusammenhang mit dem potenziellen Anstieg der Derivatverbindlichkeiten über einen Einjahreshorizont überschätzt werden. Es erscheint daher sinnvoll, sich für eine alternative Maßnahme mit höherer Risikosensitivität zu entscheiden, damit die europäischen Finanzmärkte weiterhin gut funktionieren und den Instituten und Endnutzern, einschließlich Unternehmen, Instrumente zur Risikoabsicherung zur Verfügung stehen, sodass ihre Finanzierung im Einklang mit den Zielen der Kapitalmarktunion sichergestellt ist. Für Derivatgeschäfte ohne Sicherheitsleistungen überarbeitete der Basler Ausschuss kürzlich die Bestimmungen aus dem Jahr 2014 zur Behandlung von Derivatgeschäften im Rahmen der NSFR. Dabei wurde der Tatsache Rechnung getragen, dass der geltende Standard für die Ermittlung des Refinanzierungsbedarfs ungeeignet und dass die erforderliche stabile Refinanzierung („RSF“) von 20 % zu konservativ war. Der Basler Ausschuss kam überein, dass die Staaten im nationalen Ermessen den Wert dieses Faktors bis auf 5 % senken dürfen.

(41)  Die vom Basler Ausschuss vorgesehene asymmetrische Behandlung von kurzfristiger Refinanzierung, etwa in Form von Pensionsgeschäften (ohne anerkannte stabile Refinanzierung), und kurzfristiger Kreditvergabe, etwa in Form von umgekehrten Pensionsgeschäften (für die eine gewisse stabile Refinanzierung erforderlich ist – 10 % bei Absicherung durch liquide Aktiva hoher Qualität der Stufe 1 (HQLA) nach Maßgabe der LCR und 15 % für andere Geschäfte), im Zusammenhang mit Finanzkunden soll umfassenden, durch kurzfristige Finanzierungen bedingten Verbindungen zwischen Finanzkunden entgegenwirken, da diese zur Entstehung von Verflechtungen zwischen Finanzkunden beitragen und bei einem Ausfall erschweren, dass ein bestimmtes Institut ohne Ansteckungsgefahr für das übrige Finanzsystem abgewickelt werden kann. Die Asymmetrie ist jedoch übermäßig konservativ kalibriert und kann die Liquidität der in der Regel als Sicherheiten für kurzfristige Geschäfte genutzten Wertpapiere, insbesondere Staatsanleihen, beeinträchtigen, da die Institute voraussichtlich den Umfang ihrer Geschäfte auf Märkten für Pensionsgeschäfte verringern werden. Darüber hinaus könnte die Kalibrierung Market-Making-Tätigkeiten unterminieren, da die Märkte für Pensionsgeschäfte die Verwaltung der notwendigen Bestände erleichtern, was im Widerspruch zu den Zielen der Kapitalmarktunion stünde. Des Weiteren würde es schwieriger, die betreffenden Wertpapiere rasch zu einem guten Kurs in Bargeld umzuwandeln, wodurch die Wirksamkeit der LCR gefährdet würde, die einen Puffer aus liquiden Vermögenswerten schaffen soll, der im Falle einer angespannten Liquiditätslage leicht in Bargeld umgewandelt werden kann. Schließlich könnte durch die Kalibrierung dieser Asymmetrie die Liquidität der Interbanken-Refinanzierungsmärkte, insbesondere für Liquiditätsmanagement-Zwecke, beeinträchtigt werden, da sich dadurch die kurzfristige gegenseitige Kreditgewährung unter Banken verteuert. Die asymmetrische Behandlung sollte beibehalten werden, doch die RSF-Faktoren sollten (von 10 % bzw. 15 %) auf 5 % bzw. 10 % gesenkt werden.

(42)  Neben der Neukalibrierung des Basler RSF-Faktors, der auf durch Staatsanleihen besicherte kurzfristige umgekehrte Pensionsgeschäfte mit Finanzkundensind anwendbar ist (RSF-Faktor von 5 % anstelle von 10 %), haben sich einige weitere Anpassungen als notwendig erwiesen, um sicherzustellen, dass die Einführung der NSFR die Liquidität der Staatsanleihenmärkte nicht beeinträchtigt. Der Basler RSF-Faktor von 5 %, der auf HQLA der Stufe 1, einschließlich Staatsanleihen, anwendbar ist, bedeutet, dass die Institute ungeachtet der geplanten Haltedauer der betreffenden Staatsanleihen einen derartigen Prozentanteil an ohne Weiteres verfügbaren, langfristigen unbesicherten Finanzierungsmitteln halten müssten. Dies könnte für die Institute möglicherweise ein weiterer Anreiz sein, Bargeld bei der Zentralbank zu hinterlegen, statt als Primärhändler tätig zu werden und für Liquidität auf den Staatsanleihenmärkten zu sorgen. Darüber hinaus wäre dies nicht mit der LCR kohärent, in deren Rahmen selbst bei einer äußerst angespannten Liquiditätslage die vollständige Liquidität dieser Vermögenswerte anerkannt wird (Abschlag von 0 %). Der RSF-Faktor für HQLA der Stufe 1 im Sinne der für die EU-LCR, mit Ausnahme gedeckter Schuldverschreibungen äußerst hoher Qualität, sollte daher von 5 % auf 0 % verringert werden.

(43)  Ferner sollten sämtliche HQLA der Stufe 1 im Sinne der EU-LCR, mit Ausnahme gedeckter Schuldverschreibungen äußerst hoher Qualität, die bei Derivatkontrakten als Nachschüsse entgegengenommen werden, derivative Aktiva ausgleichen können, während nach dem Basler Standard lediglich Barmittel, die die Bedingungen der Rahmenregelung für die Verschuldungsquote erfüllen, für den Ausgleich derivativer Aktiva anerkannt werden. Diese umfassendere Anerkennung von als Nachschüsse erhaltenen Vermögenswerten wird zur Liquidität der Staatsanleihenmärkte beitragen, eine Benachteiligung von Endnutzern, die hohe Mengen an Staatsanleihen, aber wenig Bargeld halten (etwa Pensionsfonds), verhindern und dafür sorgen, dass im Hinblick auf die Bargeldnachfrage auf den Repomärkten kein zusätzlicher Druck entsteht.

(44)  Die NSFR sollte für die Institute sowohl auf Einzel- als auch auf konsolidierter Basis gelten, es sei denn, die zuständigen Behörden gewähren auf Einzelbasis eine Ausnahme von der Anwendung der NSFR. Dadurch verdoppelt sich der Anwendungsbereich der LCR, die durch die NSFR ergänzt wird. Wurde keine Ausnahme von der Anwendung der NSFR auf Einzelbasis gewährt, sollten Geschäfte zwischen zwei Instituten, die derselben Gruppe oder demselben institutsbezogenen Sicherungssystem angehören, grundsätzlich symmetrische Faktoren für die verfügbare und die erforderliche stabile Refinanzierung erhalten, damit die Refinanzierungsmöglichkeiten im Binnenmarkt nicht geschmälert werden und das wirksame Liquiditätsmanagement europäischer Gruppen, in denen die Liquidität zentral gesteuert wird, nicht beeinträchtigt wird. Eine derartige präferenzielle symmetrische Behandlung sollte lediglich gruppeninternen Geschäften, bei denen sämtliche erforderlichen Vorkehrungen vorhanden sind – wobei zusätzliche Kriterien für grenzüberschreitende Geschäfte gelten – und nur mit vorheriger Zustimmung der beteiligten zuständigen Behörden gewährt werden, da nicht davon ausgegangen werden kann, dass Institute, die Schwierigkeiten haben, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, stets Refinanzierungsunterstützung von anderen Unternehmen derselben Gruppe oder innerhalb desselben institutsbezogenen Sicherungssystems erhalten.

(44a)  Ebenso sollte für kleine und nicht komplexe Institute die Möglichkeit geschaffen werden, eine vereinfachte Version der NSFR anzuwenden. Eine vereinfachte Version der NSFR sollte aufgrund ihrer geringeren Granularität die Erhebung einer geringeren Anzahl an Datenpunkten erfordern, was zum einen zwar die Komplexität der Berechnung für kleine und nicht komplexe Institute im Sinne der Verhältnismäßigkeit reduziert, zum anderen aber durch eine strengere Kalibrierung sicherstellt, dass kleine und nicht komplexe Institute dennoch über eine ausreichend stabile Refinanzierung verfügen.

(45)  Bei der Konsolidierung von Tochterunternehmen in Drittländern sollten die in den jeweiligen Ländern anwendbaren Anforderungen der stabilen Refinanzierung gebührend berücksichtigt werden. Dementsprechend sollten die Konsolidierungsbestimmungen in der Union keine günstigere Behandlung für die verfügbare und die erforderliche stabile Refinanzierung in Tochterunternehmen in Drittländern vorsehen als die nationale Gesetzgebung der betreffenden Drittländer.

(46)  Gemäß Artikel 508 Absatz 3 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 erstellt die Kommission einen Bericht über eine angemessene Regelung für die Beaufsichtigung von Wertpapierfirmen und unterbreitet gegebenenfalls einen Gesetzgebungsvorschlag. Bis zum Inkrafttreten der betreffenden Bestimmung sollten Wertpapierfirmen, bei denen es sich nicht um systemrelevante Wertpapierfirmen handelt, weiterhin dem nationalen Recht der Mitgliedstaaten in Bezug auf die Anforderung der stabilen Refinanzierung unterliegen. Wertpapierfirmen, die nicht systemrelevant sind, sollten jedoch auf konsolidierter Basis der in der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 festgelegten NSFR unterliegen, wenn sie Teil von Bankengruppen sind, damit eine angemessene Berechnung der NSFR auf konsolidierter Ebene ermöglicht wird.

(47)  Zur Gewährleistung einer angemessenen Überwachung möglicher Währungsinkongruenzen sollten die Institute verpflichtet sein, den für sie zuständigen Behörden die verbindliche detaillierte NSFR für sämtliche Positionen in der Meldewährung und gesondert für auf die einzelnen signifikanten Währungen lautenden Positionen zu melden. Die NSFR sollte den Instituten keine doppelten oder sonstigen Meldepflichten verursachen, die nicht mit den geltenden Vorschriften in Einklang stehen, und den Instituten sollte ausreichend Zeit eingeräumt werden, um sich auf das Inkrafttreten der neuen Meldepflichten vorzubereiten.

(48)  Da ein wichtiger Grundsatz eines soliden Bankensystems darin besteht, den Markt mit aussagekräftigen und vergleichbaren Informationen über die gemeinsamen zentralen Risikoparameter der Institute zu versorgen, ist es von wesentlicher Bedeutung, Informationsasymmetrien so weit wie möglich zu verringern und die Vergleichbarkeit der Risikoprofile von Kreditinstituten innerhalb von Rechtsräumen und über Rechtsräume hinweg zu erleichtern. Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat im Januar 2015 die überarbeiteten Standards für die Offenlegung (Säule 3) veröffentlicht, um die Vergleichbarkeit, Qualität und Kohärenz der aufsichtsrechtlichen Offenlegungen für den Markt zu verbessern. Daher ist es angebracht, die bestehenden Offenlegungspflichten zu ändern, um diese neuen internationalen Standards einzuführen.

(49)  Laut den Rückmeldungen auf die Sondierung der Kommission zum EU-Regelungsrahmen für Finanzdienstleistungen werden die geltenden Offenlegungspflichten als unverhältnismäßig und als Belastung für kleinere Institute betrachtet. Unbeschadet der stärkeren Anpassung der Offenlegung an internationale Standards sollten kleinere und weniger komplexe Institute Informationen seltener und weniger detailliert offenlegen müssen als große Institute, damit sie bürokratisch entlastet werden.

(50)  Finanzinstitute sollten eine geschlechtsneutrale Vergütungspolitik nach dem Grundsatz in Artikel 157 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union anwenden. Was die Offenlegungen der Vergütung anbelangt, sollten einige Aspekte klargestellt werden. Die Anforderungen an die Offenlegung der Vergütung in dieser Verordnung sollten mit den Zielen der Vergütungsregeln vereinbar sein, und zwar die Festlegung und Beibehaltung einer Vergütungspolitik und -praxis, die mit einem wirksamen Risikomanagement zu vereinbaren ist, für alle Kategorien von Mitarbeitern, deren berufliche Tätigkeit sich wesentlich auf das Risikoprofil von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen auswirkt. Darüber hinaus sollten Institute, die von bestimmten Vergütungsbestimmungen ausgenommen sind, Informationen über diese Ausnahme offenlegen müssen.

(52)  Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind wegen ihrer grundlegenden Bedeutung für die Schaffung von wirtschaftlichem Wachstum und Arbeitsplätzen einer der Stützpfeiler der Wirtschaft der Union. Angesichts der Tatsache, dass von KMU ein geringeres systemisches Risiko ausgeht als von größeren Unternehmen, sollten die Eigenkapitalanforderungen für Risikopositionen gegenüber KMU geringer sein als für Risikopositionen gegenüber Großunternehmen, damit eine optimale Bankenfinanzierung für KMU sichergestellt werden kann. Derzeit unterliegen Risikopositionen gegenüber KMU von bis zu 1,5 Mio. EUR einer Verringerung des risikogewichteten Positionsbetrags um 23,81 %. Der Schwellenwert sollte auf 3,0 Mio. EUR angehoben werden. Die Verringerung der Kapitalanforderungen auf Risikopositionen gegenüber KMU mit einem über dem Schwellenwert von 3,0 Mio. EUR liegenden Umfang sollte ausgeweitet werden, wobei für den über dem Schwellenwert liegenden Teil eine Verringerung des risikogewichteten Positionsbetrags um 15 % gelten sollte;

(53)  Infrastrukturinvestitionen sind von wesentlicher Bedeutung, um Europas Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und Arbeitsplätze zu schaffen. Die Konjunkturerholung und das künftige Wirtschaftswachstum in der Union hängen stark von der Verfügbarkeit von Kapital für strategische Investitionen in Infrastruktur von europäischer Bedeutung ab, insbesondere in Breitband- und Energienetze sowie Transportinfrastruktur und Infrastruktur für Elektro-Mobilität, vor allem in Industriezentren, in Bildung, Forschung und Innovation sowie in erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Die Investitionsoffensive für Europa zielt darauf ab, zusätzliche Finanzierungsmittel für tragfähige Infrastrukturprojekte zu mobilisieren, u. a. indem zusätzliche private Finanzierungsquellen erschlossen werden. Für einige potenzielle Investoren liegt das Hauptproblem darin, dass es vermeintlich an tragfähigen Projekten mangelt und die Kapazitäten für eine angemessene Risikobewertung aufgrund der diesen Projekten innewohnenden Komplexität begrenzt sind.

(54)  Um private und öffentliche Investitionen in Infrastrukturprojekte zu fördern, ist es daher unabdingbar, ein Regelungsumfeld zu schaffen, das die Förderung von Infrastrukturprojekten hoher Qualität ermöglicht und die Risiken für Investoren verringert. Insbesondere sollten die Eigenkapitalanforderungen für Risikopositionen aus Infrastrukturprojekten gesenkt werden, sofern die Projekte verschiedene Kriterien erfüllen, die ihr Risikoprofil absenken und die Planbarkeit der Cashflows verbessern können. Die Kommission sollte die Bestimmung bis ... [drei Jahre nach Inkrafttreten dieser Verordnung] überprüfen, um Folgendes zu bewerten: a) ihre Auswirkung auf den Umfang der Infrastrukturinvestitionen ▌und b) ihre Angemessenheit aus aufsichtlicher Sicht. Die Kommission sollte außerdem prüfen, ob der Anwendungsbereich auf Infrastrukturinvestitionen von Unternehmen ausgedehnt werden sollte.

(55)  Nach Artikel 508 Absatz 3 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates2 erstellt die Kommission einen Bericht an das Europäische Parlament und den Rat über eine angemessene Regelung für die Beaufsichtigung von Wertpapierfirmen und von Firmen im Sinne des Artikels 4 Absatz 1 Nummer 2 Buchstaben b und c der Verordnung und unterbreitet gegebenenfalls im Anschluss einen Gesetzgebungsvorschlag. Mit diesem Gesetzgebungsvorschlag könnten neue Anforderungen für diese Firmen eingeführt werden. Um Verhältnismäßigkeit zu gewährleisten und unnötige sowie mehrfache regulatorische Änderungen zu vermeiden, sollten nicht systemrelevante Wertpapierfirmen daher von der Einhaltung der neuen Bestimmungen zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 ausgenommen sein. Wertpapierfirmen, die dasselbe systemische Risiko wie Kreditinstitute bergen, sollten jedoch denselben Anforderungen unterliegen wie Kreditinstitute.

(55a)  Entsprechend der Empfehlung von EBA, ESMA und EZB sollten Finanzmarktinfrastrukturen in Form zentraler Gegenparteien und zentraler Wertpapierverwahrstellen wegen ihres besonderen Geschäftsmodells von der Verschuldungsquote, der Mindestanforderungen an Eigenmittel und der strukturellen Liquiditätsquote befreit sein. Diese Institute benötigen eine Bankzulassung, nur damit sie Zugang zu Über-Nacht-Zentralbankfazilitäten erhalten und ihre Aufgabe als Schlüsselinstrumente zum Erreichen wichtiger politischer und regulatorischer Ziele des Finanzsektors wahrnehmen können. Die Kommission sollte in diesem Zusammenhang für die Einhaltung der Empfehlungen von EBA, ESMA und EZB sorgen, indem sie einschlägige Ausnahmen gewährt.

(56)  Mit Blick auf die infolge der Verstärkung des aufsichtsrechtlichen Rahmens und der Schaffung der Bankenunion nun strengere Gruppenaufsicht ist es wünschenswert, dass die Institute die Vorteile des Binnenmarkts noch stärker nutzen, auch um ein effizientes Kapital- und Liquiditätsmanagement innerhalb der gesamten Gruppe sicherzustellen. Daher sollten für grenzüberschreitend tätige Gruppen Tochterunternehmen oder Mutterunternehmen auf Einzelebene von der Anwendung der Anforderungen ausgenommen werden können, sofern angemessene Vorkehrungen bestehen, die sicherstellen, dass den ausgenommenen Einheiten ausreichend Kapital und ausreichende Liquidität zur Verfügung stehen. Sind sämtliche Voraussetzungen erfüllt, obliegt es der zuständigen Behörde, zu entscheiden, ob derartige Ausnahmen gewährt werden. Die Entscheidungen der zuständigen Behörden sollten hinreichend begründet werden.

(56a)  Gemäß der Überarbeitung des Handelsbuchs (FRTB), die der Basler Ausschuss zur Einführung des auf wirklichen Preiskriterien basierten Bewertungsrahmens für die Modellierbarkeit der Risikofaktoren vorgeschlagen hat, sollten Banken die Möglichkeit haben, ihren für einen Risikofaktor erforderlichen Schwellenwert anhand von zuverlässigen Preisdaten, welche die Marktrealität abbilden, zu bewerten. Transaktionsdaten, die nur von der Bank stammen, sind für eine zuverlässige Risikobewertung nicht ausreichend. Diese Verordnung sollte Banken die Möglichkeit geben, Datenaggregatoren zu verwenden, die möglicherweise von Drittparteien stammen, damit sie ein Instrument haben, das die wirklichen Preise mehrerer Märkte zusammenführt und findet, die Risikobewertung der Bank erweitert und die Zuverlässigkeit der für die Modellierung der Risikofaktorschwelle verwendeten Daten erhöht.

(57)  Um den Instituten die Einhaltung der in dieser Verordnung und in der Richtlinie 36/2013/EU festgelegten Bestimmungen sowie der zu deren Umsetzung erlassenen technischen Regulierungsstandards, technischen Durchführungsstandards, Leitlinien und Meldebögen zu erleichtern, sollte die EBA ein IT-Instrument entwickeln, mit dem die Institute je nach Größe und Geschäftsmodell durch die entsprechenden einschlägigen Bestimmungen, Standards und Meldebögen hindurchgeführt werden.

(58)  Für eine bessere Vergleichbarkeit der Offenlegung sollte die EBA das Mandat erhalten, standardisierte Bögen für die Offenlegung zu auszuarbeiten, die sämtliche wesentlichen Offenlegungspflichten der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates abdecken. Bei der Ausarbeitung dieser Standards sollte die EBA der Größe und Komplexität der Institute sowie der Art und dem Umfang der mit ihren Tätigkeiten verbundenen Risiken Rechnung tragen.

(59)  Damit sichergestellt ist, dass einige spezifische technische Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 angemessen festgelegt und mögliche Entwicklungen auf internationaler Ebene berücksichtigt werden, sollte der Kommission die Befugnis übertragen werden, gemäß Artikel 290 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union Rechtsakte zu erlassen, um die Liste der Produkte und Dienstleistungen aufzustellen, deren Aktiva und Verbindlichkeiten als interdependent betrachtet werden können, und um festzulegen, wie Derivate, besicherte Kreditvergaben, Kapitalmarkttransaktionen sowie mit Finanzkunden geschlossene unbesicherte Transaktionen mit einer Restlaufzeit von weniger als sechs Monaten bei der Berechnung der NSFR zu behandeln sind.

(60)  Die Kommission sollte im Wege delegierter Rechtsakte gemäß Artikel 290 AEUV und gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 von der EBA ausgearbeitete Entwürfe technischer Regulierungsstandards erlassen, die die Eigenmittelanforderungen für das Marktrisiko bei Positionen des Anlagebuchs, Instrumente mit Restrisiken, „Jump-to-Default“-Berechnungen, die Erlaubnis zur Verwendung interner Modelle für Marktrisiken, Rückvergleiche anhand interner Modelle, die Zuordnung von Gewinnen und Verlusten, nicht modellierbare Risikofaktoren und das Ausfallrisiko in einem auf internen Modellen beruhenden Ansatz für das Marktrisikoregeln. Von besonderer Bedeutung ist, dass die Kommission im Zuge ihrer Vorbereitungsarbeit angemessene Konsultationen, auch auf der Ebene von Sachverständigen, durchführt. Die Kommission und die EBA sollten sicherstellen, dass diese Standards und Anforderungen von allen betroffenen Instituten auf eine Weise angewandt werden können, die der Art, dem Umfang und der Komplexität dieser Institute und ihrer Tätigkeiten angemessen ist.

(61)  Für die Zwecke der Anwendung der Großkreditbestimmungen sollte die Kommission durch die Annahme von Rechtsakten nach Artikel 290 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union spezifizieren, unter welchen Umständen die Bedingungen für das Vorliegen einer Gruppe verbundener Kunden erfüllt sind und wie der Wert der Risikopositionen aus den in Anhang II genannten Geschäften und aus Kreditderivaten zu berechnen ist, die nicht direkt mit einem Kunden eingegangen wurden, sondern einem von diesem Kunden begebenen Kredit- oder Beteiligungsinstrument zugrunde liegen, sowie die Fälle und Fristen, in denen die zuständigen Behörden eine Überschreitung der Obergrenze für Risikopositionen erlauben können. Die Kommission sollte außerdem technische Regulierungsstandards erlassen, um das Format und die Häufigkeit der Meldungen im Zusammenhang mit Großkrediten sowie die Kriterien zur Ermittlung von Schattenbanken, auf die sich die Meldepflichten für Großkredite beziehen, zu präzisieren.

(61a)  Staatsanleihen spielen eine entscheidende Rolle, indem sie Anlegern hochwertige, liquide Vermögenswerte und Staaten sichere Finanzierungsquellen bieten. Allerdings haben Finanzinstitute in einigen Mitgliedstaaten in zu hohem Maße in Anleihen investiert, die von ihrer eigenen Regierung ausgegeben wurden, was zu einer übermäßig starken Bevorzugung des Heimatmarktes („Home Bias“) geführt hat. Eines der wichtigsten Ziele der Bankenunion besteht darin, das Risikogeflecht zwischen Banken und Staat aufzulösen. Der Regulierungsrahmen der Union für die aufsichtliche Behandlung der Risikopositionen von Banken gegenüber Staaten sollte weiterhin mit dem internationalen Standard im Einklang stehen, und die Banken sollten nicht nachlassen, sich um eine größere Vielfalt in den Staatsanleihen-Portfolios zu bemühen.

(62)  Was das Gegenparteiausfallrisiko anbelangt, sollte der Kommission die Befugnis übertragen werden, gemäß Artikel 290 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union Rechtsakte zur Festlegung von Aspekten im Zusammenhang mit den wesentlichen Risikofaktoren von Geschäften, dem Aufsichtsdelta und dem Aufschlag für die Kategorie „Warenpositionsrisiko“ zu erlassen.

(63)  Vor der Annahme von Rechtsakten gemäß Artikel 290 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union ist es besonders wichtig, dass die Kommission während ihrer vorbereitenden Arbeiten angemessene Konsultationen, auch auf Sachverständigenebene, durchführt, und dass diese Konsultationen im Einklang mit den in der Interinstitutionellen Vereinbarung vom 13. April 2016 festgelegten Grundsätzen stehen. Um insbesondere für eine gleichberechtigte Beteiligung an der Vorbereitung delegierter Rechtsakte zu sorgen, erhalten das Europäische Parlament und der Rat alle Dokumente zur gleichen Zeit wie die Sachverständigen der Mitgliedstaaten, und ihre Sachverständigen haben systematisch Zugang zu den Sitzungen der Sachverständigengruppen der Kommission, die mit der Vorbereitung der delegierten Rechtsakte befasst sind.

(64)  Damit auf laufende Entwicklungen im Zusammenhang mit Offenlegungsstandards auf internationaler und auf Unionsebene wirksamer reagiert werden kann, sollte die Kommission das Mandat haben, die in der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 niedergelegten Offenlegungspflichten durch einen delegierten Rechtsakt zu ändern.

(65)  Die EBA sollte darüber Bericht erstatten, inwiefern die Verhältnismäßigkeit des Unionspakets zu den aufsichtlichen Meldepflichten in punkto Anwendungsbereich, Detailtiefe oder Meldeintervalle verbessert werden könnte und zumindest konkrete Empfehlungen abgeben, wie die durchschnittlichen Befolgungskosten für kleine Institute durch angepasste reduzierte Anforderungen im Idealfall um 20 % oder mehr und mindestens 10 % reduziert werden können.

(65a)  Zudem sollte die EBA innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten dieser Verordnung und unter Einbeziehung der übrigen zuständigen Behörden, insbesondere der EZB, einen umfassenden Bericht über eine notwendige Überarbeitung des Berichtswesens verfassen, welcher die Grundlage für einen Gesetzgebungsvorschlag durch die Europäische Kommission bilden sollte. Ziel dieses Berichts sollte die Erstellung eines integrierten und einheitlichen Systems für Berichtspflichten bezüglich statistischer und aufsichtsrechtlicher Daten für alle in der Union ansässigen Institute sein. Ein solches System sollte unter anderem einheitliche Definitionen und Standards für die zu erhebende Daten verwenden, einen zuverlässigen und permanenten Informationsaustausch zwischen den zuständigen Behörden garantieren sowie eine zentrale Stelle für statistische und aufsichtsrelevante Daten etablieren, die Datenanfragen und erhobene Daten verwaltet, bündelt und verteilt. Ziel ist es, durch eine solche Zentralisierung und Vereinheitlichung der Datenerhebung und -abfrage die mehrfache Abfrage ähnlicher oder identischer Daten durch verschiedene Behörden zu verhindern und damit den administrativen und finanziellen Aufwand sowohl für die zuständigen Behörden als auch für die Institute erheblich zu verringern.

(66)  Für die Zwecke der Anwendung der Eigenmittelanforderungen auf Risikopositionen in Form von Anteilen an OGA sollte die Kommission durch die Annahme eines technischen Regulierungsstandards präzisieren, wie die Institute den risikogewichteten Positionsbetrag nach dem mandatsbasierten Ansatz zu berechnen haben, wenn einer der für diese Berechnung erforderlichen Bestandteile nicht verfügbar ist.

(67)  Da die Ziele dieser Verordnung, nämlich die Stärkung und Optimierung der bereits bestehenden Unionsvorschriften zur Gewährleistung einheitlicher Aufsichtsanforderungen für Kreditinstitute und Wertpapierfirmen in der gesamten Union auf Ebene der Mitgliedstaaten nicht ausreichend verwirklicht werden können, sondern vielmehr wegen ihres Umfangs und ihrer Wirkungen auf Unionsebene besser zu verwirklichen sind, kann die Union im Einklang mit dem in Artikel 5 des Vertrags über die Europäische Union verankerten Subsidiaritätsprinzip tätig werden. Entsprechend dem in demselben Artikel genannten Grundsatz der Verhältnismäßigkeit geht diese Verordnung nicht über das für die Erreichung dieser Ziele erforderliche Maß hinaus. Diese Verordnung sollten Institute nicht dazu verpflichten, Informationen zur Verfügung zu stellen, die auf anderen Rechnungslegungsrahmen basieren als auf denen, die gemäß anderen Rechtsakten der Union und nationalen Rechtsakten für sie anwendbar sind.

(67a)  Die Vollendung der Bankenunion ist ein wichtiger Schritt in Richtung auf die Schaffung gut funktionierender grenzübergreifender Märkte und zur Sicherstellung, dass Bankkunden von positiven Wirkungen profitieren können, die sich aus einem harmonisierten und integrierten europäischen Bankenmarkt ergeben, der gleiche Wettbewerbsbedingungen für europäische Banken bietet. Bei der Vollendung der Bankenunion wurden bedeutende Fortschritte erzielt, aber einige Hindernisse – wie etwa der Bereich der Optionen und Ermessensspielräume – bestehen noch. Die Harmonisierung der Vorschriften ist im Bereich der großen grenzübergreifenden, gruppeninternen Kredite besonders schwierig, da der einheitliche Aufsichtsmechanismus in diesem Bereich über keine ausschließliche Zuständigkeit verfügt. Außerdem unterliegen grenzübergreifende Tätigkeiten innerhalb der Bankenunion in vollem Umfang der Methodik, die vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht angewandt wird, was es für eine in einem Land des Euro-Währungsgebiets angesiedelte Bank weniger attraktiv macht, ihre Tätigkeit auf ein anderes Land im Euro-Währungsgebiet außerhalb des Heimatsmarktes auszuweiten. Folglich sollte die Kommission nach enger Abstimmung mit der EZB, dem ESRB und der EBA den derzeitigen Rahmen überarbeiten, wobei ein ausgewogener und aufsichtsrechtlich solider Ansatz zu Herkunfts- und Aufnahmeländern beizubehalten ist und die potentiellen Vorteile und Risiken für Mitgliedstaaten und Regionen zu berücksichtigen sind.

(68)  Angesichts der Änderungen in Bezug auf die Behandlung von Risikopositionen gegenüber qualifizierten ZGP, insbesondere die Behandlung der Beiträge von Instituten zu den Ausfallfonds qualifizierter ZGP, sollten die einschlägigen Vorschriften der Verordnung (EU) Nr. 648/2012, die durch die Verordnung (EU) Nr. 575/2013 in die genannte Verordnung eingeführt wurden und die Berechnung des hypothetischen Kapitals von ZGP regeln, welches von den Instituten sodann zur Berechnung ihrer Eigenmittelanforderungen verwendet wird, ebenfalls geändert werden.

(69)  Die Anwendung bestimmter Vorschriften zu neuen Anforderungen an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten zur Umsetzung des TLAC-Standards sollten ab 1. Januar 2019, wie auf internationaler Ebene vereinbart, in Kraft treten.

(70)  Die Verordnung (EU) Nr. 575/2013 sollte daher entsprechend geändert werden –

HABEN FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:

Artikel 1

Die Verordnung (EU) Nr. 575/2013 wird wie folgt geändert:

1.  Artikel 1 erhält folgende Fassung:

„Artikel 1Anwendungsbereich

Diese Verordnung legt einheitliche Regeln für allgemeine Aufsichtsanforderungen fest, die im Rahmen der Richtlinie 2013/36/EU beaufsichtigte Institute, Finanzholdinggesellschaften und gemischte Finanzholdinggesellschaften in folgenden Punkten erfüllen müssen:

a)  Eigenmittelanforderungen im Hinblick auf vollständig quantifizierbare, einheitliche und standardisierte Komponenten von Kredit-, Markt-, operationellem und Abwicklungsrisiko;

b)  Vorschriften zur Begrenzung von Großkrediten:

c)  Liquiditätsanforderungen im Hinblick auf vollständig quantifizierbare, einheitliche und standardisierte Komponenten des Liquiditätsrisikos;

d)  Meldepflichten hinsichtlich der Buchstaben a, b und c sowie hinsichtlich der Verschuldung,

e)  Offenlegungspflichten.

Diese Verordnung legt einheitliche Regeln hinsichtlich der Anforderungen an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten fest, die Abwicklungseinheiten, bei denen es sich um global systemrelevante Institute (G-SRI) handelt oder die Teil von G-SRI sind, sowie bedeutende Tochterunternehmen von Nicht-EU-G-SRI erfüllen müssen.

Diese Verordnung gilt nicht für die Bekanntmachungspflichten der zuständigen Behörden im Bereich der Aufsichtsvorschriften und der Beaufsichtigung von Instituten gemäß der Richtlinie 2013/36/EU.“.

(2)  Artikel 2 erhält folgende Fassung:

„Artikel 2Aufsichtsbefugnisse

1.  Um die Einhaltung der Bestimmungen dieser Verordnung zu gewährleisten, werden die zuständigen Behörden mit den in der Richtlinie 2013/36/EU und in dieser Verordnung genannten Befugnissen ausgestattet und wenden die darin beschriebenen Verfahren an.

2.  Um die Einhaltung der Bestimmungen dieser Verordnung zu gewährleisten, werden die Abwicklungsbehörden mit den in der Richtlinie 2014/59/EU und in dieser Verordnung genannten Befugnissen ausgestattet und wenden die darin beschriebenen Verfahren an.

3.  Um die Einhaltung der Anforderungen an die Eigenmittel und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten zu gewährleisten, arbeiten die zuständigen Behörden und die Abwicklungsbehörden zusammen.

4.  Um sicherzustellen, dass der Ausschuss für die einheitliche Abwicklung, wie in Artikel 42 der Verordnung (EU) Nr. 806/2014 festgelegt, und die EZB ihre jeweiligen Zuständigkeiten erfüllen, gewährleisten sie einen regelmäßigen und zuverlässigen Informationsaustausch untereinander und gewähren sich gegenseitig Zugang zu den jeweiligen Datenbanken.“.

(3)  Artikel 4 wird wie folgt geändert:

a)  Absatz 1 Nummer 7 erhält folgende Fassung:

„7.  „Organismus für gemeinsame Anlagen“ und „OGA“ einen Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW) im Sinne des Artikels 1 Nummer 2 der Richtlinie 2009/65/EG des Europäischen Parlaments und des Rates(13) oder einen AIF im Sinne des Artikels 4 Absatz 1 Buchstabe a der Richtlinie 2011/61/EU des Europäischen Parlaments und des Rates(14);“;

b)  Absatz 1 Nummer 20 erhält folgende Fassung:

„20. „Finanzholdinggesellschaft“ ein Finanzinstitut, das keine gemischte Finanzholdinggesellschaft ist und dessen Tochterunternehmen ausschließlich oder hauptsächlich Institute oder Finanzinstitute sind.

Die Tochterunternehmen eines Finanzinstituts sind dann hauptsächlich Institute oder Finanzinstitute, wenn mindestens eines dieser Tochterunternehmen ein Institut ist und wenn über 50 % des Eigenkapitals, der konsolidierten Bilanzsumme, der Einkünfte, des Personals oder eines anderen von der zuständigen Behörde als relevant erachteten Indikators Tochterunternehmen zuzuordnen sind, bei denen es sich um Institute oder Finanzinstitute handelt;“;

c)  Absatz 1 Nummer 26 erhält folgende Fassung:

„26. „Finanzinstitut“ ein Unternehmen, das kein Institut und keine reine Industrieholdinggesellschaft ist und dessen Haupttätigkeit darin besteht, Beteiligungen zu erwerben oder eines oder mehrere der in Anhang I Nummern 2 bis 12 und 15 der Richtlinie 2013/36/EU genannten Geschäfte zu betreiben; diese Definition schließt Finanzholdinggesellschaften, gemischte Finanzholdinggesellschaften, Zahlungsinstitute im Sinne der Richtlinie 2007/64/EG des Europäischen Parlaments und des Rates(15) und Vermögensverwaltungsgesellschaften ein, jedoch nicht Versicherungsholdinggesellschaften oder gemischte Versicherungsholdinggesellschaften gemäß der Definition in Artikel 212 Absatz 1 Buchstabe f beziehungsweise Buchstabe g der Richtlinie 2009/138/EG;“;

ca)  Absatz 1 Nummer 27 Buchstabe e erhält folgende Fassung:

„e) ein Drittland-Versicherungsunternehmen (außerhalb der EU),‟

cb)  Absatz 1 Nummer 27 Buchstabe g erhält folgende Fassung:

„g) ein Drittland-Rückversicherungsunternehmen (außerhalb der EU),‟

cc)  Dem Absatz 1 Nummer 27 wird nach Buchstabe l folgender Unterabsatz angefügt:

  „Für die Zwecke dieser Verordnung gelten die in den oben genannten Buchstaben d, f und h aufgeführten Unternehmen unter einer der folgenden Voraussetzungen als Unternehmen der Finanzbranche:

  a) die Aktien dieser Unternehmen sind nicht an einem geregelten europäischen Markt notiert;

  b) die Unternehmen wenden bei ihrer Tätigkeit kein Versicherungsgeschäftsmodell mit niedrigem finanziellem Risiko an;

  c) das Institut hält mehr als 15 % der Stimmrechte oder des Kapitals einer solchen Unternehmens.

  Unbeschadet des Vorstehenden sind die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten berechtigt, diese Unternehmen als Unternehmen der Finanzbranche einzustufen, wenn sie von dem Niveau der Risikokontrollen und Finanzanalyseverfahren, die von dem Institut speziell zur Überwachung der Beteiligung an dem Unternehmen oder der Holdinggesellschaft eingeführt wurden, nicht überzeugt sind.‟

d)  Dem Absatz 1 Nummer 39 wird folgender Unterabsatz angefügt:

„Zwei oder mehr natürliche oder juristische Personen, die die unter Buchstabe a oder b genannten Bedingungen aufgrund ihrer direkten Risikoposition gegenüber derselben ZGP zu Zwecken von Clearingtätigkeiten erfüllen, werden nicht als Gruppe betrachtet, die eine Gruppe verbundener Kunden bildet.“;

da)  Folgende Nummer 39a wird eingefügt:

  „„nahe stehende Unternehmen und Personen“ natürliche Personen oder nahe Familienangehörige dieser Personen oder juristische Personen, die dem Leitungsorgan eines Instituts nahe stehen;“

e)  In Absatz 1 Nummer 71 Buchstabe b erhält der einleitende Satz folgende Fassung:

„b) für die Zwecke des Artikels 97 die Summe folgender Komponenten:“;

f)  Absatz 1 Nummer 72 Buchstabe a erhält folgende Fassung:

„a) sie ist ein geregelter Markt oder ein Markt eines Drittlands, der gemäß dem Verfahren nach Artikel 25 Absatz 4 Buchstabe a der Richtlinie 2014/65/EU als einem geregelten Markt gleichwertig angesehen wird;“;

g)  Absatz 1 Nummer 86 erhält folgende Fassung:

„86. „Handelsbuch“ alle Positionen in Finanzinstrumenten und Waren, die ein Institut entweder mit Handelsabsicht oder zur Absicherung anderer mit Handelsabsicht gehaltener Positionen oder von Positionen nach Artikel 104 Absatz 2, ausgenommen Positionen im Sinne von Artikel 104 Absatz 3, hält;“;

h)  Absatz 1 Nummer 91 erhält folgende Fassung:

„91. „Handelsrisikoposition“ eine aus Geschäften im Sinne des Artikels 301 Absatz 1 Buchstaben a, b und c sowie aus der Einschussforderung herrührende aktuelle Risikoposition, einschließlich eines einem Clearingmitglied zustehenden und noch nicht eingegangenen Nachschusses, und jede potenzielle künftige Risikoposition eines Clearingmitglieds oder eines Kunden gegenüber einer ZGP;“;

i)  Absatz 1 Nummer 96 erhält folgende Fassung:

„96. „internes Sicherungsgeschäft“ eine Position, die die Risikobestandteile zwischen einer Position im Handelsbuch oder einer Gruppe von Positionen im Handelsbuch und einer oder mehreren Positionen im Anlagebuch oder zwischen zwei Handelsabteilungen im Wesentlichen ausgleicht;“.

ia)  Absatz 1 Nummer 127 Buchstabe a erhält folgende Fassung:

„a)  die Institute gehören demselben institutsbezogenen Sicherungssystem im Sinne des Artikels 113 Absatz 7 an oder sind im Rahmen eines Netzes einer Zentralorganisation ständig zugeordnet,“.

j)  In Absatz 1 werden die folgenden Nummern angefügt:

129. „Abwicklungsbehörde“ eine Abwicklungsbehörde im Sinne des Artikels 2 Absatz 1 Nummer 18 der Richtlinie 2014/59/EU;

130. „Abwicklungseinheit“ eine Abwicklungseinheit im Sinne des Artikels 2 Absatz 1 Nummer 83a der Richtlinie 2014/59/EU;

131. „Abwicklungsgruppe“ eine Abwicklungsgruppe im Sinne des Artikels 2 Absatz 1 Nummer 83b der Richtlinie 2014/59/EU;

132. „global systemrelevantes Institut (G-SRI)“ ein G-SRI, das im Einklang mit Artikel 131 Absätze 1 und 2 der Richtlinie 2013/36/EU ermittelt wurde;

133. „global systemrelevantes Nicht-EU-Institut (Nicht-EU-G-SRI)“ global systemrelevante Bankengruppen oder Banken (G-SIB), bei denen es sich nicht um G-SRI handelt und die in der vom Rat für Finanzstabilität veröffentlichten und regelmäßig aktualisierten Liste aufgeführt sind;

134. „bedeutendes Tochterunternehmen“ ein Tochterunternehmen, das auf Einzelbasis oder konsolidierter Basis eine der folgenden Bedingungen erfüllt:

a)  das Tochterunternehmen hält mehr als 5 % der konsolidierten risikogewichteten Aktiva seines ursprünglichen Mutterunternehmens;

b)  das Tochterunternehmen generiert mehr als 5 % der betrieblichen Erträge seines ursprünglichen Mutterunternehmens;

c)  die Gesamtrisikopositionsmessgröße für die Verschuldungsquote des Tochterunternehmens übersteigt 5 % der konsolidierten Risikopositionsmessgröße für die Verschuldungsquote seines ursprünglichen Mutterunternehmens;

135. „G-SRI-Einheit“ eine Einheit mit Rechtspersönlichkeit, bei der es sich um ein G-SRI handelt oder die Teil eines G-SRI oder eines Nicht-EU-G-SRI ist;

136. „Bail-in-Instrument“ ein Bail-in-Instrument im Sinne des Artikels 2 Absatz 1 Nummer 57 der Richtlinie 2014/59/EU;

137. „Gruppe“ eine Gruppe von Unternehmen, von denen mindestens eines ein Institut ist und die aus einem Mutterunternehmen und seinen Tochterunternehmen oder die aus Unternehmen besteht, die untereinander durch eine Beziehung im Sinne von Artikel 22 der Richtlinie 2013/34/EU des Europäischen Parlaments und des Rates(16) verbunden sind;

138. „Wertpapierfinanzierungsgeschäft“ und „SFT“ ein Pensionsgeschäft, ein Wertpapier- oder Warenverleih- oder -leihgeschäft oder ein Lombardgeschäft;

139. „systemrelevante Wertpapierfirma“ eine Wertpapierfirma, die als G-SRI oder A-SRI im Einklang mit Artikel 131 Absatz 1, 2 oder 3 der Richtlinie 2013/36/EU eingestuft wurde;

140. „Ersteinschuss“ jede Sicherheit, bei der es sich nicht um einen Nachschuss handelt und die von einer Einheit entgegengenommen oder geleistet wird, um aktuelle und potenzielle künftige Risiken eines Geschäfts oder eines Portfolios von Geschäften in dem Zeitraum zu decken, der zur Verwertung dieser Geschäfte notwendig ist, oder um deren Marktrisiken infolge eines Ausfalls der Gegenpartei des Geschäfts oder des Portfolios von Geschäften neu abzusichern;

141. „Marktrisiko“ das aus Marktpreisbewegungen erwachsende Verlustrisiko;

142. „Wechselkursrisiko“ das aus Wechselkursbewegungen erwachsende Verlustrisiko;

143. „Warenpositionsrisiko“ das aus Warenpreisbewegungen erwachsende Verlustrisiko;

144. „Handelsabteilung“ eine genau definierte Gruppe von Händlern, die von einem Institut für die gemeinsame Verwaltung eines Portfolios von Handelsbuchpositionen im Einklang mit einer genau festgelegten und kohärenten Geschäftsstrategie eingerichtet wurde und innerhalb derselben Risikomanagmentstruktur agiert;

144a. „kleines und nicht komplexes Institut“ ein Institut, das alle der folgenden Bedingungen erfüllt, sofern es kein großes Institut im Sinne von Nummer 144b ist:

a)  der Gesamtwert seiner Vermögenswerte ist auf Einzelbasis oder gegebenenfalls auf konsolidierter Basis gemäß dieser Verordnung und der Richtlinie 2013/36/EU während des Vierjahreszeitraums, der dem laufenden jährlichen Offenlegungszeitraum unmittelbar vorangeht, im Durchschnitt kleiner oder gleich dem Schwellenwert von 5 Mrd. EUR;

b)  das Institut unterliegt keinen Anforderungen oder unterliegt vereinfachten Anforderungen in Bezug auf die Sanierungs- und Abwicklungsplanung im Einklang mit Artikel 4 der Richtlinie 2014/59/EU;

c)  seine Handelsbuchtätigkeiten werden als von geringem Umfang im Sinne des Artikels 94 eingestuft;

d)  der Gesamtwert der Derivatpositionen ist kleiner oder gleich 2 % der gesamten bilanziellen und außerbilanziellen Vermögenswerte, wobei bei der Berechnung der Derivatpositionen nur die Derivate einzubeziehen sind, die als Positionen, die mit Handelsabsicht gehalten werden, gelten;

e)  das Institut verwendet keine internen Modelle zur Berechnung seiner Eigenmittelanforderungen;

f)  das Institut hat sich nicht gegen eine Qualifizierung als kleines und nicht komplexes Institut bei der zuständigen Behörde ausgesprochen;

g)  die zuständige Behörde hat nicht entschieden, dass aufgrund einer Analyse der Größe, Verflechtung, Komplexität oder des Risikoprofils, das Institut nicht als kleines und nicht komplexes Institut zu betrachten ist.

Abweichend von Buchstabe a und unter der Voraussetzung, dass die zuständige Aufsichtsbehörde dies für notwendig erachtet, liegt es im Ermessen der zuständigen Aufsichtsbehörde, den Schwellenwert von 5 Mrd. EUR bis auf 1,5 Mrd. EUR oder 1 % des Bruttoinlandsprodukts des Mitgliedstaates, in welchem das Institut niedergelassen ist, abzusenken, sofern der Betrag, der 1 % des Bruttoinlandsprodukts des betroffenen Mitgliedstaates entspricht, kleiner als 1,5 Mrd. EUR.

Abweichend von Buchstabe e kann die zuständige Behörde die begrenzte Verwendung interner Modelle für die Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Tochtergesellschaften unter Verwendung der auf Gruppenebene entwickelten internen Modelle zulassen, sofern die Gruppe den Offenlegungsanforderungen nach Artikel 433a oder Artikel 433b auf konsolidierter Ebene unterliegt;

144b. „großes Institut‟ ein Institut, das eine der folgenden Bedingungen erfüllt:

a)  das Institut wurde im Einklang mit Artikel 131 Absätze 1 und 2 der Richtlinie 2013/36/EU als global systemrelevantes Institut („G-SRI‟) ermittelt;

b)  das Institut wurde im Einklang mit Artikel 131 Absätze 1 und 3 der Richtlinie 2013/36/EU als anderes systemrelevantes Institut („A-SRI‟) ermittelt;

c)  das Institut zählt in dem Mitgliedstaat, in dem es niedergelassen ist, nach dem Gesamtwert der Vermögenswerte zu den drei größten Instituten;

d)  der Gesamtwert der Vermögenswerte des Instituts auf Basis der konsolidierten Gesamtlage ist größer oder gleich 30 Mrd. EUR;

e)  das Verhältnis seiner Gesamtvermögenswerte zum BIP des Mitgliedstaats, in dem es niedergelassen ist, ist während des Vierjahreszeitraums, der dem laufenden jährlichen Offenlegungszeitraum unmittelbar vorangeht, im Durchschnitt größer oder gleich 20 %;

144c. „großes Tochterunternehmen“ ein Tochterunternehmen, das zu den großen Instituten zählt;

144d. „nicht börsennotiertes Institut“ ein Institut, das keine Wertpapiere emittiert hat, die zum Handel an einem geregelten Markt eines Mitgliedstaats im Sinne des Artikels 4 Absatz 1 Nummer 21 der Richtlinie 2014/65/EU zugelassen sind;

144e. „Zentralverwahrer‟ einen Zentralverwahrer im Sinne des Artikels 2 Absatz 1 Nummer 1 der Verordnung (EU) Nr. 909/2014, der nach Artikel 16 jener Verordnung zugelassen ist;

144f. „zentralverwahrende Bank‟ ein in Artikel 54 Absatz 2 Buchstabe b der Verordnung (EU) Nr. 909/2014 aufgeführtes Kreditinstitut, das bankartige Nebendienstleistungen erbringt, wie in Abschnitt C des Anhangs zur Verordnung (EU) Nr. 909/2014 dargelegt;

144g. „Kreditinstitut der Finanzmarktinfrastruktur“ oder „FMI-Kreditinstitut“ eine gemäß Artikel 14 der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 zugelassene ZGP oder ein Zentralverwahrer, der auch als Kreditinstitut oder zentralverwahrende Bank zugelassen ist;

144h. „Veräußerungen in großem Umfang‟ die Veräußerungen eines Instituts, die es im Rahmen eines mehrjährigen Programms mit der Zielsetzung durchgeführt hat, die Anzahl notleidender Risikopositionen in seiner Bilanz erheblich zu reduzieren, worüber das Institut seine zuständige Behörde im Voraus unterrichtet hat. Sie umfassen mindestens 15 % aller verzeichneten Ausfälle im Sinne des Artikels 181 Absatz 1 Buchstabe a während der Programmlaufzeit.‟.

k)  Folgender Absatz 4 wird angefügt:

„(4) Die EBA arbeitet einen Entwurf technischer Regulierungsstandards aus, um zu präzisieren, unter welchen Umständen die in Nummer 39 Unterabsatz 1 Buchstabe a bzw. b festgelegten Bedingungen erfüllt sind.

Die EBA übermittelt der Kommission diesen Entwurf technischer Regulierungsstandards spätestens [ein Jahr nach Inkrafttreten der Verordnung].

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Unterabsatz 1 genannten technischen Regulierungsstandards gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.“.

(4)  Artikel 6 wird wie folgt geändert:

a)  Absatz 1 erhält folgende Fassung:

„Die Institute halten die in den Teilen 2 bis 5, 7 und 8 festgelegten Anforderungen auf Einzelbasis ein.“.

b)  Folgender Absatz 1a wird eingefügt:

„(1a)   Abweichend von Absatz 1 erfüllen lediglich die als Abwicklungseinheiten eingestuften Institute, bei denen es sich außerdem um G-SRI handelt oder die Teil eines G-SRI sind und die keine Tochterunternehmen haben, die in Artikel 92a festgelegte Anforderung auf Einzelbasis.

Lediglich bedeutende Tochterunternehmen eines Nicht-EU-G-SRI, die keine Tochterunternehmen eines EU-Mutterinstituts sind, bei denen es sich nicht um Abwicklungseinheiten handelt und die keine Tochterunternehmen haben, halten Artikel 92b auf Einzelbasis ein.“.

ba)  Absatz 4 erhält folgende Fassung:

„(4) Kreditinstitute und Wertpapierfirmen, die für die Erbringung der in Anhang I Abschnitt A Nummern 3 und 6 der Richtlinie 2004/39/EG genannten Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten zugelassen sind, müssen die Anforderungen des Teils 6 auf Einzelbasis einhalten. FMI-Kreditinstitute, die keine Fristentransformation in erheblichem Umfang durchführen, sind nicht verpflichtet, die Pflichten nach Artikel 413 Absatz 1 auf Einzelbasis zu erfüllen. Bis der Bericht der Kommission nach Artikel 508 Absatz 3 vorliegt, können die zuständigen Behörden Wertpapierfirmen von der Einhaltung der Anforderungen nach Teil 6 befreien, wobei sie die Art, den Umfang und die Komplexität der Geschäfte dieser Firmen berücksichtigen.“

bb)  Absatz 5 erhält folgende Fassung:

„(5) Institute – mit Ausnahme von Wertpapierfirmen im Sinne der Artikel 95 Absatz 1 und 96 Absatz 1 und Instituten, für die die zuständigen Behörden die Ausnahmen gemäß Artikel 7 Absätze 1 oder 3 haben – müssen die Anforderungen des Teils auf Einzelbasis einhalten. FMI-Kreditinstitute sind nicht verpflichtet, die Pflichten nach Teil 7 auf Einzelbasis zu erfüllen.

(5)  Artikel 7 Absätze 1 und 2 erhalten folgende Fassung:

„(1) Die zuständigen Behörden können Tochterunternehmen von der Anwendung des Artikels 6 Absatz 1 ausnehmen, wenn sowohl das Tochterunternehmen als auch das Mutterunternehmen ihren Hauptsitz im selben Mitgliedstaat haben und das Tochterunternehmen in die konsolidierte Beaufsichtigung des Mutterunternehmens einbezogen ist, bei dem es sich um ein Institut, eine Finanzholdinggesellschaft oder eine gemischte Finanzholdinggesellschaft handelt, und alle nachstehenden Bedingungen erfüllt sind, sodass eine angemessene Verteilung der Eigenmittel zwischen dem Mutterunternehmen und den Tochterunternehmen gewährleistet ist:

a)  ein wesentliches tatsächliches oder rechtliches Hindernis für die unverzügliche Übertragung von Eigenmitteln oder Rückzahlung von Verbindlichkeiten durch das Mutterunternehmen an das Tochterunternehmen ist weder vorhanden noch abzusehen;

b)  entweder das Mutterunternehmen erfüllt in Bezug auf die umsichtige Führung des Tochterunternehmens die Anforderungen der zuständigen Behörde und hat mit deren Genehmigung erklärt, dass es für die von seinem Tochterunternehmen eingegangenen Verpflichtungen garantiert, oder die durch das Tochterunternehmen verursachten Risiken können vernachlässigt werden;

c)  die Risikobewertungs-, -mess- und -kontrollverfahren des Mutterunternehmens erstrecken sich auch auf das Tochterunternehmen;

d)  das Mutterunternehmen hält mehr als 50 % der mit den Anteilen oder Aktien des Tochterunternehmens verbundenen Stimmrechte oder ist zur Bestellung oder Abberufung der Mehrheit der Mitglieder des Leitungsorgans des Tochterunternehmens berechtigt.

(2) Die zuständige Behörde kann nach Konsultation der konsolidierenden Aufsichtsbehörde ein Tochterunternehmen von der Anwendung des Artikels 6 Absatz 1 ausnehmen, wenn sich der Hauptsitz des Tochterunternehmens in einem anderen Mitgliedstaat als der Hauptsitz des Mutterurunternehmens befindet und das Tochterunternehmen in die konsolidierte Beaufsichtigung des Mutterunternehmens einbezogen ist, bei dem es sich um ein Institut, eine Finanzholdinggesellschaft oder eine gemischte Finanzholdinggesellschaft handelt, sofern alle nachstehenden Bedingungen erfüllt sind:

a)  die in Absatz 1 Buchstaben a bis c festgelegten Bedingungen;

aa)  der Betrag der von der Ausnahme betroffenen Eigenmittelanforderung übersteigt nicht 25 % der Mindesteigenmittelanforderung;

ab)  das Mutterunternehmen hält 100% der mit den Anteilen oder Aktien des Tochterunternehmens verbundenen Stimmrechte oder ist zur Bestellung oder Abberufung der Mehrheit der Mitglieder des Leitungsorgans des Tochterunternehmens berechtigt;

b)  das Institut gewährt seinem Tochterunternehmen eine Garantie, die jederzeit die nachstehenden Bedingungen erfüllt:

i)  die Garantie wird für einen Betrag bereitgestellt, der mindestens dem Betrag der Eigenmittelanforderung entspricht, von der das Tochterunternehmen ausgenommen wird;

ii)  die Garantie wird in Anspruch genommen, wenn das Tochterunternehmen seine Schulden oder sonstigen Verbindlichkeiten bei Fälligkeit nicht begleichen kann oder im Hinblick auf das Tochterunternehmen eine Feststellung nach Artikel 59 Absatz 3 der Richtlinie 2014/59/EU vorgenommen wurde, je nachdem, welches Ereignis früher eintritt;

iii)  mindestens 50 % des Garantiebetrags sind durch eine Finanzsicherheit gemäß der Definition in Artikel 2 Absatz 1 Buchstabe a der Richtlinie 2002/47/EG des Europäischen Parlaments und des Rates(17) vollständig besichert;

iv)  sofern die für das Tochterunternehmen zuständige Behörde nichts anderes bestimmt hat, unterliegen die Garantie und die Finanzsicherheit den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem sich der Hauptsitz des Tochterunternehmens befindet;

v)  die Sicherheit, die die Garantie absichert, ist eine anerkennungsfähige Sicherheit im Sinne des Artikels 197, die nach Anwendung angemessen konservativer Sicherheitsabschläge ausreicht, um den unter Ziffer iii genannten Betrag in voller Höhe zu decken;

vi)  die Sicherheit, die die Garantie absichert, ist unbelastet und wird nicht als Sicherheit für andere Garantien verwendet;

vii)  es bestehen keine rechtlichen, regulatorischen oder operationellen Hindernisse, die der Übertragung der Sicherheit vom Mutterunternehmen auf das einschlägige Tochterunternehmen im Wege stehen.

(2a)  Absatz 2 findet auf ein Tochterunternehmen keine Anwendung, das den Schwellenwert für die Einstufung als bedeutend gemäß Artikel 6 Absatz 4 der Verordnung (EU) Nr. 1024/2013 überschreitet.

(2b)  Die EBA hat in Zusammenarbeit mit allen zuständigen Behörden

a)  die Möglichkeit der Anhebung des in Absatz 2 Buchstabe b genannten Schwellenwerts zu prüfen und

b)  die Auswirkungen der Ausnahmen von der Anwendung der Aufsichtsanforderungen auf Einzelbasis gemäß Absatz 2 zu ermitteln.

Diese Bewertung umfasst unter anderem

a)  mögliche Anpassungen mit Hinblick auf die vertraglichen und rechtlichen Bedingungen, die die bestehenden Regelungen verbessern könnten,

b)  mögliche aktuelle oder zukünftige rechtliche, regulatorische oder praktische Hindernisse bezüglich der Aktivierung der Garantie und der Übertragung der Sicherheit vom Institut, welches die Garantie für das Institut oder die Gruppe von Instituten gewährt, für welche die Ausnahme gilt und die von der Garantie und den möglichen Abhilfemaßnahmen profitieren,

c)  die Behandlung von Großkrediten, welche als Garantie in Form von gruppeninternen Krediten bereitgestellt werden und welche nicht bereits von den bestehenden aufsichtsrechtlichen Regeln gemäß Artikel 400 Absatz 2 Buchstabe c oder Artikel 493 Absatz 3 Buchstabe c ausgenommen sind.

Die EBA meldet der Kommission ihre Ergebnisse spätestens am ... [ein Jahr nach der Anwendung dieser Verordnung]. [Steht nicht im Zusammenhang mit dem neuen Änderungsantrag, in dem vorgesehen ist, dass Artikel 7 Absatz 2 erst drei Jahre nach Inkrafttreten dieser Verordnung anwendbar würde.]

Basierend auf den Ergebnissen dieses Berichts kann die EBA entweder Entwürfe technischer Regulierungsstandards ausarbeiten oder der Kommission die Vorlage eines oder mehrerer Gesetzgebungsvorschläge empfehlen. Die Entwürfe der technischen Regulierungsstandards präzisieren die in Artikel 7 Absatz 2 genannten Anforderungen, insbesondere die Bedingungen und Garantien, auf Grund derer die zuständige Behörde eine Ausnahme gewähren kann.

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, diese Verordnung durch Erlass von delegierten Rechtsakten gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu ergänzen. Die Kommission kann alternativ bis zum ... [drei Jahre nach Inkrafttreten des Berichts] die technischen Regulierungsstandards ändern oder, falls notwendig, einen oder mehrere Gesetzgebungsvorschläge für die Umsetzung der Empfehlungen der EBA vorlegen.“.

(6)  Artikel 8 erhält folgende Fassung:

„Artikel 8Ausnahmen von der Anwendung der Liquiditätsanforderungen auf Einzelbasis

1.  Die zuständigen Behörden können ein Institut und alle oder einige seiner Tochterunternehmen, deren Hauptsitz sich im selben Mitgliedstaat befindet wie der Hauptsitz des Instituts, vollständig oder teilweise von der Anwendung des Teils 6 ausnehmen und diese als zusammengefasste Liquiditätsuntergruppe beaufsichtigen, sofern sämtliche der folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

a)  Teil 6 wird von dem Mutterinstitut auf konsolidierter Basis bzw. von einem Tochterunternehmen auf teilkonsolidierter Basis eingehalten;

b)  die Liquiditätspositionen aller gemäß diesem Absatz ausgenommenen Institute innerhalb der Liquiditätsuntergruppe werden von dem Mutterinstitut auf konsolidierter Basis oder dem Tochterinstitut auf teilkonsolidierter Basis kontinuierlich überwacht, und das Mutter- bzw. Tochterinstitut gewährleistet ein ausreichend hohes Liquiditätsniveau aller betroffenen Institute;

c)  die Institute innerhalb der Liquiditätsuntergruppe haben Verträge abgeschlossen, die nach Überzeugung der zuständigen Behörden einen freien Fluss finanzieller Mittel zwischen ihnen gewährleisten, sodass sie ihren individuellen und gemeinsamen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen können;

d)  ein wesentliches tatsächliches oder rechtliches Hindernis für die Erfüllung der Verträge nach Buchstabe c ist weder vorhanden noch abzusehen.

2.  Die zuständigen Behörden können ein Institut und alle oder einige seiner Tochterunternehmen, deren Hauptsitz sich in einem anderen Mitgliedstaat befindet als der Hauptsitz des Instituts, erst nach Anwendung des Verfahrens nach Artikel 21 vollständig oder teilweise von der Anwendung des Teils 6 ausnehmen und diese als zusammengefasste Liquiditätsuntergruppe beaufsichtigen, wobei lediglich diejenigen Institute ausgenommen werden können, deren zuständige Behörden in Bezug auf folgende Elemente derselben Auffassung sind:

a)  ihre Beurteilung der Einhaltung der Anforderungen des Absatzes 1;

b)  ihre Beurteilung der Einhaltung der Anforderungen des Artikels 86 der Richtlinie 2013/36/EU hinsichtlich der Organisation und der Behandlung des Liquiditätsrisikos innerhalb der zusammengefassten Liquiditätsuntergruppe;

c)  die Verteilung der Beträge, Belegenheit und des Eigentums an den erforderlichen liquiden Aktiva, die in der zusammengefassten Liquiditätsuntergruppe gehalten werden müssen;

d)  die Festlegung der Mindestbeträge an liquiden Aktiva, die von der Anwendung des Teils 6 ausgenommene Institute halten müssen;

e)  die Notwendigkeit strengerer Parameter als in Teil 6 vorgesehen;

f)  den unbeschränkten Austausch lückenloser Informationen zwischen den zuständigen Behörden;

g)  das umfassende Verständnis der Auswirkungen einer solchen Befreiung.

3.  Eine Behörde, die für die Beaufsichtigung eines Instituts und aller oder einiger seiner Tochterunternehmen, deren Hauptsitze sich in einem anderen Mitgliedstaat als der Hauptsitz des Instituts befinden, auf Einzelbasis zuständig ist, kann dieses Institut und alle oder einige seiner Tochterunternehmen vollständig oder teilweise von der Anwendung des Teils 6 ausnehmen und als zusammengefasste Liquiditätsuntergruppe beaufsichtigen, sofern sämtliche der folgenden Bedingungen erfüllt sind:

a)  die Bedingungen nach Absatz 1 und Absatz 2 Buchstabe b,

b)  dem Institut oder der Gruppe von Instituten mit Hauptsitz in einem anderen Mitgliedstaat wird von dem Mutterinstitut auf konsolidierter Basis oder dem Tochterinstitut auf teilkonsolidierter Basis eine Garantie gewährt, die sämtliche folgenden Bedingungen erfüllt:

i)  die Garantie wird für einen Betrag bereitgestellt, der mindestens dem Betrag der Netto-Liquiditätsabflüsse entspricht, der von der Garantie substituiert und im Einklang mit der Delegierten Verordnung (EU) 2015/61 der Kommission(18) auf Einzelbasis für das Institut oder auf teilkonsolidierter Basis für die Gruppe von Instituten, das bzw. die unter die Ausnahme fällt und dem bzw. der die Garantie zugutekommt, berechnet wird, wobei jedwede Vorzugsbehandlung unberücksichtigt bleibt;

ii)  die Garantie wird in Anspruch genommen, wenn das Institut oder die Gruppe von Instituten, das bzw. die unter die Ausnahme fällt und dem bzw. der die Garantie zugutekommt, seine bzw. ihre Schulden oder sonstige Verbindlichkeiten bei Fälligkeit nicht begleichen kann oder im Hinblick auf das Institut oder die Gruppe von Instituten, das bzw. die unter die Ausnahme fällt, eine Feststellung nach Artikel 59 Absatz 3 der Richtlinie 2014/59/EU vorgenommen wurde, je nachdem, welches Ereignis früher eintritt;

iii)  die Garantie ist durch eine Finanzsicherheit gemäß der Definition in Artikel 2 Absatz 1 Buchstabe a der Richtlinie 2002/47/EG vollständig besichert;

iv)  die Garantie und die Finanzsicherheit unterliegen den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem sich der Hauptsitz des Instituts oder der Gruppe von Instituten befindet, das bzw. die unter die Ausnahme fällt und dem bzw. der die Garantie zugutekommt, sofern die für diese Institute zuständige Behörde nichts anderes bestimmt hat;

v)  die Sicherheiten, die die Garantie absichern, sind als liquide Aktiva hoher Qualität im Sinne der Artikel 10 bis 13 und des Artikels 15 der Delegierten Verordnung (EU) 2015/61 der Kommission anerkennungsfähig und decken nach Anwendung der Abschläge im Sinne von Titel II Kapitel 2 der genannten Verordnung mindestens 50 % des Betrags der im Einklang mit der Verordnung auf Einzelbasis für das Institut oder auf teilkonsolidierter Basis für die Gruppe von Instituten, das bzw. die unter die Ausnahme fällt und dem bzw. der die Garantie zugutekommt, berechneten Netto-Liquiditätsabflüsse ab, wobei jedwede Vorzugsbehandlung unberücksichtigt bleibt;

vi)  die Sicherheit, die die Garantie absichert, ist unbelastet und wird nicht als Sicherheit für andere Geschäfte verwendet;

vii)  der Übertragung der Sicherheit von dem Institut, das die Garantie gewährt, auf das Institut oder die Gruppe von Instituten, das bzw. die unter die Ausnahme fällt und dem bzw. der die Garantie zugutekommt, stehen keine vorhandenen oder absehbaren rechtlichen, regulatorischen oder praktischen Hindernisse entgegen.

4.  Die zuständigen Behörden können außerdem die Absätze 1, 2 und 3 auf ein oder einige Tochterunternehmen einer Finanzholdinggesellschaft oder gemischten Finanzholdinggesellschaft anwenden und die Finanzholdinggesellschaft oder gemischte Finanzholdinggesellschaft und die Tochterunternehmen, die unter die Ausnahme fallen, oder lediglich die Tochterunternehmen, die unter die Ausnahme fallen, als zusammengefasste Liquiditätsuntergruppe beaufsichtigen. Verweise in den Absätzen 1, 2 und 3 auf das Mutterinstitut sind so zu verstehen, dass sie sich auch auf die Finanzholdinggesellschaft oder gemischte Finanzholdinggesellschaft beziehen.

5.  Die zuständigen Behörden können die Absätze 1, 2 und 3 auch auf Institute anwenden, die demselben institutsbezogenen Sicherungssystem im Sinne des Artikels 113 Absatz 7 angehören, sofern diese Institute alle Voraussetzungen jenes Artikels erfüllen, sowie auf andere Institute, die in einer Beziehung im Sinne des Artikels 113 Absatz 6 zueinander stehen, sofern diese Institute alle darin genannten Voraussetzungen erfüllen. Die zuständigen Behörden bestimmen in diesem Fall eines der unter die Ausnahme fallenden Institute, das Teil 6 auf Basis der konsolidierten Lage aller Institute der zusammengefassten Liquiditätsuntergruppe erfüllen muss.

6.  Wurde eine Ausnahmegenehmigung nach den Absätzen 1 bis 5 erteilt, können die zuständigen Behörden auch Artikel 86 der Richtlinie 2013/36/EU ganz oder teilweise auf Ebene der zusammengefassten Liquiditätsuntergruppe anwenden und auf Einzelbasis von der Anwendung des Artikels 86 der Richtlinie 2013/36/EU oder Teilen davon absehen.

Wurde eine Ausnahmegenehmigung nach den Absätzen 1 bis 5 erteilt, wenden die zuständigen Behörden im Hinblick auf die Elemente von Teil 6, für die die Ausnahme gilt, die Meldepflichten nach Artikel 415 dieser Verordnung auf Ebene der zusammengefassten Liquiditätsuntergruppe an und sehen von der Anwendung des Artikels 415 auf Einzelbasis ab.

7.  Wird Instituten, denen auf Einzelbasis früher eine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde, keine Ausnahme nach den Absätzen 1 bis 5 mehr gewährt, berücksichtigen die zuständigen Behörden den Zeitraum, den diese Institute für die Vorbereitung auf die Anwendung von Teil 6 oder von Teilen davon benötigen, und sehen einen angemessenen Übergangszeitraum vor der Anwendung dieser Bestimmungen auf diese Institute vor.“.

(6a)  Folgender Artikel 8a wird eingefügt:

„Artikel 8a

1. Am 31. März jedes Jahres teilen die zuständigen Behörden der EBA diejenigen Fälle mit, in denen sie Ausnahmen von der Anwendung der Aufsichtsanforderungen auf Einzelbasis gemäß Artikel 7 und Ausnahmen von der Anwendung der Liquiditätsanforderungen auf Einzelbasis gemäß Artikel 8 gewährt haben und stellen dabei folgende Informationen bereit:

a) Name und / oder Rechtsträgerkennung des Tochterunternehmens und des Mutterinstituts, welche von der Ausnahme profitieren;

b) der Mitgliedsstaat, in dem das Tochterunternehmen und das Mutterinstitut angesiedelt sind;

c) die Rechtsgrundlage, aufgrund derer die Ausnahme gewährt wurde, und das Datum, an dem die Ausnahme gewährt wurde;

d) die aufsichtsrechtliche Ausnahme im Detail, welche gewährt wurde, und die Begründung hierfür.

2. Die EBA überwacht die Nutzung und Erteilung der Ausnahmen innerhalb der Union und erstattet der Kommission hierüber alljährlich bis zum 1. September Bericht. Die EBA erarbeitet ein einheitliches Format zur Meldung der gewährten Ausnahmen und der detaillierten Informationen.

3. Die Kommission berichtet dem Europäischen Parlament und dem Rat über die Gewährung von Ausnahmen von Aufsichts- und Liquiditätsanforderungen durch zuständige Behörden, insbesondere in grenzüberschreitenden Fällen.“.

(7)  Artikel 11 erhält folgende Fassung:

„Artikel 11Allgemeine Behandlung

1.  Für die Zwecke der Anwendung der Anforderungen dieser Verordnung auf konsolidierter Basis beziehen sich die Bezeichnungen „Institute“, „Mutterinstitute in einem Mitgliedstaat“, „EU-Mutterinstitut“ und „Mutterunternehmen“ gegebenenfalls auch auf im Einklang mit Artikel 21a der Richtlinie 2013/36/EU zugelassene Finanzholdinggesellschaften und gemischte Finanzholdinggesellschaften.

2.  Mutterinstitute in einem Mitgliedstaat erfüllen die in den Teilen 2 bis 4 und 7 festgelegten Pflichten in dem in Artikel 18 vorgesehenen Umfang und der dort vorgesehenen Weise auf Basis der konsolidierten Lage. Die Mutter- und ihre Tochterunternehmen, soweit sie unter diese Verordnung fallen, errichten eine angemessene Organisationsstruktur und geeignete interne Kontrollmechanismen, um sicherzustellen, dass die für die Konsolidierung erforderlichen Daten ordnungsgemäß verarbeitet und weitergeleitet werden. Sie stellen insbesondere sicher, dass die nicht unter diese Verordnung fallenden Tochterunternehmen Regelungen, Verfahren und Mechanismen schaffen, die eine ordnungsgemäße Konsolidierung gewährleisten.

3.  Abweichend von Absatz 2 erfüllen lediglich die als Abwicklungseinheiten eingestuften Mutterinstitute, bei denen es sich um G-SRI handelt oder die Teil von G-SRI oder von Nicht-EU-G-SRI sind, Artikel 92a in dem in Artikel 18 vorgesehenen Umfang und der dort vorgesehenen Weise auf konsolidierter Basis.

Lediglich EU-Mutterinstitute, bei denen es sich um bedeutende Tochterunternehmen von Nicht-EU-G-SRI und nicht um Abwicklungseinheiten handelt, erfüllen Artikel 92b in dem in Artikel 18 vorgesehenen Umfang und der dort vorgesehenen Weise auf konsolidierter Basis.

4.  EU-Mutterinstitute erfüllen Teil 6 auf Basis ihrer konsolidierten Lage, sofern die Gruppe ein oder mehrere Kreditinstitute oder für die Erbringung der in Anhang I Abschnitt A Nummern 3 und 6 der Richtlinie 2004/39/EG genannten Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten zugelassene Wertpapierfirmen umfasst. Bis der in Artikel 508 Absatz 2 dieser Verordnung genannte Bericht der Kommission vorliegt und wenn der Gruppe ausschließlich Wertpapierfirmen angehören, können die zuständigen Behörden die EU-Mutterinstitute von der Einhaltung von Teil 6 auf konsolidierter Basis befreien, wobei sie die Art, den Umfang und die Komplexität der Geschäfte der Wertpapierfirmen berücksichtigen.

Wurde eine Ausnahme nach Artikel 8 Absätze 1 bis 5 gewährt, erfüllen die Institute und gegebenenfalls die Finanzholdinggesellschaften oder gemischten Finanzholdinggesellschaften, die Teil einer Liquiditätsuntergruppe sind, Teil 6 auf konsolidierter Basis oder auf teilkonsolidierter Basis der Liquiditätsuntergruppe.

5.  Findet Artikel 10 Anwendung, so muss die dort genannte Zentralorganisation die Anforderungen nach den Teilen 2 bis 8 auf Basis der konsolidierten Gesamtlage der Zentralorganisation und der ihr angeschlossenen Institute einhalten.

6.  Zusätzlich zu den Anforderungen der Absätze 1 bis 4 und ungeachtet anderer Bestimmungen dieser Verordnung und der Richtlinie 2013/36/EU können die zuständigen Behörden verlangen, dass die Institute die Anforderungen der Teile 2 bis 4 und 6 bis 8 und des Titels VII der Richtlinie 2013/36/EU auf teilkonsolidierter Basis einhalten, wenn dies zu Aufsichtszwecken aufgrund der Besonderheiten des Risikos oder der Kapitalstruktur eines Instituts oder wenn Mitgliedstaaten nationale Rechtsvorschriften erlassen, die die strukturelle Trennung von Tätigkeiten innerhalb einer Bankengruppe vorschreiben, gerechtfertigt ist.

Die Anwendung des Ansatzes nach Unterabsatz 1 darf die wirksame Aufsicht auf konsolidierter Basis nicht berühren und keine unverhältnismäßig nachteiligen Auswirkungen auf das Finanzsystem anderer Mitgliedstaaten insgesamt oder auf Teile davon oder das Finanzsystem in der Union insgesamt haben noch ein Hindernis für das Funktionieren des Binnenmarktes bilden oder schaffen.

6a.  Die zuständigen Behörden können von der Anwendung der Absätze 1 und 3 dieses Artikels auf ein Mutterinstitut absehen, wenn dieses Institut zu einer Gruppe von genossenschaftlichen Kreditinstituten gehört, die ständig einer Zentralorganisation zugeordnet sind, die die Anforderungen des Artikels 113 Absatz 6 erfüllt, und wenn alle in Artikel 7 Absatz 3 oder Artikel 8 Absatz 1 genannten Bedingungen erfüllt sind.“.

(8)  Artikel 12 erhält folgende Fassung:

„Artikel 12Konsolidierte Berechnung für G-SRI mit mehreren Abwicklungseinheiten

Handelt es sich bei mehr als einer der G-SRI-Einheiten, die derselben G-SRI angehören, um Abwicklungseinheiten, berechnet das EU-Mutterinstitut dieses G-SRI den Betrag der Eigenmittel und der berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten nach Artikel 92a Absatz 1 Buchstabe a. Diese Berechnung erfolgt auf Basis der konsolidierten Lage des EU-Mutterinstituts so, als sei es die einzige Abwicklungseinheit des G-SRI.

Ist der im Einklang mit Unterabsatz 1 berechnete Betrag niedriger als die Summe der Beträge der Eigenmittel und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten nach Artikel 92a Absatz 1 Buchstabe a aller zu dem G-SRI gehörenden Abwicklungseinheiten, so gehen die Abwicklungsbehörden im Einklang mit Artikel 45d Absatz 3 und Artikel 45h Absatz 2 der Richtlinie 2014/59/EU vor.

Ist der im Einklang mit Unterabsatz 1 berechnete Betrag höher als die Summe der Beträge der Eigenmittel und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten nach Artikel 92a Absatz 1 Buchstabe a aller zu dem G-SRI gehörenden Abwicklungseinheiten, so können die Abwicklungsbehörden im Einklang mit Artikel 45d Absatz 3 und Artikel 45h Absatz 2 der Richtlinie 2014/59/EU vorgehen.“.

(9)  Artikel 13 erhält folgende Fassung:

„Artikel 13Anwendung der Offenlegungspflichten auf konsolidierter Basis

1.  EU-Mutterinstitute müssen Teil 8 auf Basis der konsolidierten Lage erfüllen.

Große Tochterunternehmen von EU-Mutterinstituten legen die in den Artikeln 437, 438, 440, 442, 450, 451, 451a, 451d und 453 spezifizierten Informationen auf Einzelbasis oder gegebenenfalls im Einklang mit dieser Verordnung und der Richtlinie 2013/36/EU auf teilkonsolidierter Basis offen.

2.  Als Abwicklungseinheiten eingestufte Institute, bei denen es sich um G-SRI handelt oder die Teil eines G-SRI sind, erfüllen Teil 8 auf der Basis ihrer konsolidierten Finanzlage.

3.  Absatz 1 Unterabsatz 1 findet keine Anwendung auf EU-Mutterinstitute, EU-Mutterfinanzholdinggesellschaften, gemischte EU-Mutterfinanzholdinggesellschaften oder Abwicklungseinheiten, wenn von einem Mutterunternehmen mit Sitz in einem Drittland bereits gleichwertige Angaben auf konsolidierter Basis veröffentlicht werden.

Absatz 1 Unterabsatz 2 findet Anwendung auf Tochterunternehmen von Mutterunternehmen mit Sitz in einem Drittland, wenn diese Tochterunternehmen als große Tochterunternehmen gelten.

4.  Findet Artikel 10 Anwendung, so muss die Zentralorganisation im Sinne jenes Artikels Teil 8 auf Basis der konsolidierten Lage der Zentralorganisation erfüllen. Auf die Zentralorganisation findet Artikel 18 Absatz 1 Anwendung, die angeschlossenen Institute werden als Tochterunternehmen der Zentralorganisation behandelt.“.

(9a)  Artikel 14 erhält folgende Fassung:

„Artikel 14

Anwendung der Anforderungen nach Artikel 5 der Verordnung (EU) Nr. 2017/2402 auf konsolidierter Basis

1.  Mutterunternehmen und ihre Tochterunternehmen, soweit sie unter diese Verordnung fallen, müssen die Pflichten des Artikels 5 der Verordnung (EU) Nr. 2017/2402 auf konsolidierter oder teilkonsolidierter Basis erfüllen um sicherzustellen, dass die von ihnen aufgrund jener Bestimmungen eingeführten Regelungen, Verfahren und Mechanismen kohärent und gut aufeinander abgestimmt sind und alle für die Aufsicht relevanten Daten und Informationen vorgelegt werden können. Sie stellen insbesondere sicher, dass nicht unter diese Verordnung fallende Tochterunternehmen Regelungen, Verfahren und Mechanismen schaffen, die die Einhaltung dieser Bestimmungen gewährleisten.

2.  Institute setzen bei der Anwendung von Artikel 92 auf konsolidierter oder teilkonsolidierter Basis ein zusätzliches Risikogewicht gemäß Artikel 270a an, wenn auf Ebene eines in einem Drittland niedergelassenen und in die Konsolidierung gemäß Artikel 18 einbezogenen Unternehmens gegen die Anforderungen des Artikels 5 der Verordnung (EU) Nr. 2017/2402 verstoßen wird und es sich im Hinblick auf das Gesamtrisikoprofil der Gruppe dabei um einen wesentlichen Verstoß handelt.“.

(10)  Artikel 18 erhält folgende Fassung:

„Artikel 18Methoden der aufsichtlichen Konsolidierung

1.  Institute, Finanzholdinggesellschaften und gemischte Finanzholdinggesellschaften, die den in Abschnitt 1 dieses Kapitels genannten Anforderungen auf Basis ihrer konsolidierten Lage unterliegen, nehmen eine Vollkonsolidierung aller Institute und Finanzinstitute vor, die ihre Tochterunternehmen sind. Die Absätze 3 bis 7 dieses Artikels finden keine Anwendung, sofern Teil 6 auf Basis der konsolidierten Lage eines Instituts, einer Finanzholdinggesellschaft oder einer gemischten Finanzholdinggesellschaft oder bei einer Liquiditätsuntergruppe gemäß den Artikeln 8 und 10 auf teilkonsolidierten Basis angewandt wird.

Institute, die den in Artikel 92a oder 92b genannten Anforderungen auf Basis ihrer konsolidierten Lage unterliegen, nehmen eine Vollkonsolidierung aller Institute und Finanzinstitute vor, bei denen es sich um ihre Tochterunternehmen in den einschlägigen Abwicklungsgruppen handelt.

2.  Ist nach Artikel 111 der Richtlinie 2013/36/EU die Beaufsichtigung auf konsolidierter Basis vorgeschrieben, so werden Anbieter von Nebendienstleistungen in den Fällen und gemäß den Methoden, die in diesem Artikel festgelegt sind, in die Konsolidierung einbezogen.

3.  Sind Unternehmen untereinander durch eine Beziehung im Sinne des Artikels 22 Absatz 7 der Richtlinie 2013/34/EU verbunden, so bestimmen die zuständigen Behörden, in welcher Form die Konsolidierung erfolgt.

4.  Die konsolidierende Aufsichtsbehörde verlangt eine anteilmäßige Konsolidierung entsprechend dem Kapitalanteil von Beteiligungen an Instituten und Finanzinstituten, die von einem in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen gemeinsam mit einem oder mehreren nicht in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen geleitet werden, wenn die Haftung der betreffenden Unternehmen auf ihren Kapitalanteil beschränkt ist.

5.  In anderen als den in den Absätzen 1 und 4 genannten Fällen von Beteiligungen oder sonstigen Kapitalbeziehungen entscheiden die zuständigen Behörden, ob und in welcher Form die Konsolidierung zu erfolgen hat. Sie können insbesondere die Anwendung der Äquivalenzmethode gestatten oder vorschreiben. Die Anwendung dieser Methode bedeutet jedoch nicht, dass die betreffenden Unternehmen in die Beaufsichtigung auf konsolidierter Basis einbezogen werden.

6.  Die zuständigen Behörden bestimmen, ob und in welcher Form die Konsolidierung vorzunehmen ist, wenn

  ein Institut nach Auffassung der zuständigen Behörden einen signifikanten Einfluss auf ein oder mehrere Institute oder Finanzinstitute ausübt, ohne jedoch eine Beteiligung an diesen Instituten zu halten oder andere Kapitalbeziehungen zu diesen Instituten zu haben, und

  zwei oder mehr Institute oder Finanzinstitute einer einheitlichen Leitung unterstehen, ohne dass diese vertraglich oder satzungsmäßig festgelegt ist.

Die zuständigen Behörden können insbesondere die Anwendung der in Artikel 22 Absätze 7 bis 9 der Richtlinie 2013/34/EU beschriebenen Methode gestatten oder vorschreiben. Die Anwendung dieser Methode bedeutet jedoch nicht, dass die betreffenden Unternehmen in die Beaufsichtigung auf konsolidierter Basis einbezogen werden.

7.  Die EBA arbeitet einen Entwurf technischer Regulierungsstandards zur Festlegung der Bedingungen für eine Konsolidierung in den in den Absätzen 2 bis 6 beschriebenen Fällen aus.

Die EBA übermittelt der Kommission diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards spätestens am 31. Dezember 2016.

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Unterabsatz 1 genannten technischen Regulierungsstandards gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.“.

(11)  Artikel 22 erhält folgende Fassung:

„Artikel 22Teilkonsolidierung von Unternehmen in Drittländern

1.  Tochterunternehmen wenden die Anforderungen der Artikel 89 bis 91, des Teils 3 und des Teils 4 auf teilkonsolidierter Basis an, wenn die betreffenden Institute ein Institut oder ein Finanzinstitut als Tochterunternehmen in einem Drittland haben oder eine Beteiligung an einem solchen Unternehmen halten.

2.  Abweichend von Absatz 1 dürfen Tochterinstitute die in den Artikeln 89 bis 91 und den Teilen 3 und 4 festgelegten Anforderungen nicht auf teilkonsolidierter Basis anwenden, wenn die Summe der Aktiva des Tochterinstituts in dem Drittland weniger als 10 % der Summe der Aktiva und außerbilanziellen Posten des Tochterinstituts ausmacht.“.

(12)  Die Überschrift von Teil 2 erhält folgende Fassung:

„EIGENMITTEL UND BERÜCKSICHTIGUNGSFÄHIGE VERBINDLICHKEITEN“.

(12a)  In Artikel 26 wird folgender Absatz eingefügt:

„(3a) Sofern die neu auszugebenden Instrumente des harten Kernkapitals in dem Sinne identisch zu solchen Instrumenten sind, welche die zuständige Behörde bereits genehmigt hat, dass sie sich hinsichtlich der in Artikel 28 oder gegebenenfalls Artikel 29 festgelegten Kriterien nicht unterscheiden, steht es dem Institut frei, abweichend von Absatz 3 die zuständige Behörde lediglich über seine Absicht, neue Instrumente des harten Kernkapitals herauszugeben, in Kenntnis zu setzen.

Zudem lässt das Institut der zuständigen Behörde alle Informationen zukommen, welche die zuständige Behörde benötigt, um zu bewerten, ob die Instrumente von ihr genehmigt wurden.“

(12b)  In Artikel 28 Absatz 3 wird folgender Unterabsatz angefügt:

„Die Bedingung nach Absatz 1 Buchstabe h Ziffer v gilt auch dann als erfüllt, wenn das Institut der Verpflichtung unterliegt, Zahlungen an einige oder alle Inhaber der Instrumente zu leisten, sofern das Institut die Möglichkeit hat, einen unverhältnismäßig hohen Abfluss bei den Eigenmitteln zu vermeiden, indem es, insbesondere durch Zuweisung von Gewinnen an den Fonds für allgemeine Bankrisiken oder zu den einbehaltenen Gewinnen, sein hartes Kernkapital stärkt, bevor es Zahlungen an seine Inhaber leistet.“

(13)  Artikel 33 Absatz 1 Buchstabe c erhält folgende Fassung:

„c) Gewinne und Verluste aus zum Zeitwert bilanzierten Derivatverbindlichkeiten des Instituts, die aus Veränderungen seines eigenen Kreditrisikos resultieren.“.

(14)  Artikel 36 wird wie folgt geändert:

a)  Absatz 1 Buchstabe b erhält folgende Fassung:

„b)  immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Software;

Für die Zwecke dieses Artikels arbeitet die EBA einen Entwurf technischer Regulierungsstandards aus, in denen der Begriff „Software“ definiert wird. Durch diese Definition wird eine aufsichtsrechtlich solide Bestimmung der Umstände sichergestellt, unter denen der Nichtabzug von Software von den Posten des harten Kernkapitals aus einer aufsichtsrechtlichen Perspektive gerechtfertigt wäre, wobei Folgendes zu berücksichtigen ist:

i.  die Entwicklung des Bankensektors in einem sogar noch stärker digitalen Umfeld sowie die Möglichkeiten und Bedrohungen, mit denen es Banken in der Ära der Digitalisierung zu tun haben;

ii.  die internationalen Unterschiede bei der aufsichtsrechtlichen Behandlung von Investitionen in Software, wenn Software nicht vom Kapital in Abzug gebracht wird (z. B. behandelt als materieller Vermögenswert);

iii.  die Vielfalt des Finanzsektors in der Union, einschließlich nicht geregelter Unternehmen, wie etwa FinTechs.

Die EBA übermittelt diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards spätestens [sechs Monate nach Inkrafttreten dieser Verordnung] der Kommission.

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Buchstabe b genannten technischen Regulierungsstandards gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.“

b)  Buchstabe j erhält folgende Fassung:

„j) den Betrag der gemäß Artikel 56 von den Posten des zusätzlichen Kernkapitals in Abzug zu bringenden Posten, der die Posten des zusätzlichen Kernkapitals des Instituts überschreitet,“.

(15)  Artikel 37 wird wie folgt geändert:

a)  Buchstabe b erhält folgende Fassung:

„b) der in Abzug zu bringende Betrag umfasst den in den Wertansätzen der wesentlichen Beteiligungen des Instituts enthaltenen Geschäfts- oder Firmenwert. Die Institute dürfen einen negativen Geschäfts- oder Firmenwert nicht zu ihrem harten Kernkapital wieder hinzufügen.“.

b)  Folgender Buchstabe c wird angefügt:

„c) der in Abzug zu bringende Betrag wird um den Betrag der bilanziellen Neubewertung der immateriellen Vermögenswerte der Tochterunternehmen verringert, der sich aus der Konsolidierung von Tochterunternehmen ergibt, die anderen Personen als den in die Konsolidierung nach Teil 1 Titel II Kapitel 2 einbezogenen Unternehmen zuzurechnen sind.“.

(16)  In Artikel 39 Absatz 2 Unterabsatz 1 erhält der einleitende Satz folgende Fassung:

„Nicht von der künftigen Rentabilität abhängige latente Steueransprüche beschränken sich auf latente Steueransprüche, die aus temporären Differenzen resultieren, die vor [Tag der Annahme der Änderungsverordnung durch das Kollegium] entstanden sind, wobei alle folgenden Bedingungen erfüllt sein müssen:“.

(17)  Artikel 45 Buchstabe a Ziffer i erhält folgende Fassung:

„i) der Fälligkeitstermin der Verkaufsposition entspricht entweder dem Fälligkeitstermin der Kaufposition oder fällt auf einen Zeitpunkt nach diesem Termin, oder die Restlaufzeit der Kaufposition beträgt mindestens 365 Tage;“.

(18)  Artikel 49 wird wie folgt geändert:

a)  Absatz 1 erhält folgende Fassung:

„(1) Wenn die zuständigen Behörden für die Zwecke der Berechnung der Eigenmittel auf Einzel-, teilkonsolidierter oder konsolidierter Basis Instituten vorschreiben oder gestatten, die in Anhang I der Richtlinie 2002/87/EG beschriebenen Methoden 1, 2 oder 3 anzuwenden, dürfen die Institute die Positionen in Eigenmittelinstrumenten eines Unternehmens der Finanzbranche, an dem das Mutterinstitut, die Mutterfinanzholdinggesellschaft oder gemischte Mutterfinanzholdinggesellschaft oder das Institut eine wesentliche Beteiligung hält, nicht in Abzug bringen, sofern die nachstehend unter den Buchstaben a bis e genannten Bedingungen erfüllt sind:

a) das Unternehmen der Finanzbranche ist ein Versicherungsunternehmen, ein Rückversicherungsunternehmen oder eine Versicherungsholdinggesellschaft;

b) das Versicherungsunternehmen, Rückversicherungsunternehmen oder die Versicherungsholdinggesellschaft

i)  ist in die gleiche zusätzliche Beaufsichtigung gemäß der Richtlinie 2002/87/EG einbezogen wie das Mutterinstitut, die Mutterfinanzholdinggesellschaft oder gemischte Mutterfinanzholdinggesellschaft oder das Institut, das bzw. die die Beteiligung hält; oder

ii)  wird von dem Institut nach der Equity-Methode konsolidiert und die zuständigen Behörden sind vom Niveau der Risikokontrollen und Finanzanalyseverfahren, die von dem Institut speziell zur Überwachung der Beteiligung an dem Unternehmen oder der Holdinggesellschaft eingeführt wurden, überzeugt;

c) die zuständigen Behörden überzeugen sich kontinuierlich davon, dass das integrierte Management, das Risikomanagement und die interne Kontrolle hinsichtlich der gemäß Methode 1, 2 oder 3 in den Konsolidierungskreis einbezogenen Unternehmen in angemessenem Umfang gegeben sind;

d) die Positionen in dem betreffenden Unternehmen gehören

i) dem Mutterkreditinstitut,

ii) der Mutterfinanzholdinggesellschaft,

iii) der gemischten Mutterfinanzholdinggesellschaft,

iv) dem Institut oder

v) einem Tochterunternehmen eines der unter den Ziffern i bis iv genannten Unternehmen, die in die Konsolidierung nach Teil 1 Titel II Kapitel 2 einbezogen ist.

Die gewählte Methode ist auf Dauer einheitlich anzuwenden.“

1a. Nach dem 31. Dezember 2022 und abweichend von Absatz 1 können die zuständigen Behörden, wenn sie für die Zwecke der Berechnung der Eigenmittel auf Einzel-, teilkonsolidierter oder konsolidierter Basis Instituten vorschreiben oder gestatten, die in Anhang I der Richtlinie 2002/87/EG beschriebenen Methoden 1, 2 oder 3 anzuwenden, Instituten auch gestatten, die Positionen in Eigenmittelinstrumenten eines Unternehmens der Finanzbranche, an dem das Mutterinstitut, die Mutterfinanzholdinggesellschaft oder gemischte Mutterfinanzholdinggesellschaft oder das Institut eine wesentliche Beteiligung hält, nicht in Abzug zu bringen, sofern die nachstehend unter den Buchstaben a bis c genannten Bedingungen erfüllt sind:

a) das Unternehmen der Finanzbranche ist ein Versicherungsunternehmen, ein Rückversicherungsunternehmen oder eine Versicherungsholdinggesellschaft;

b) das Versicherungsunternehmen, Rückversicherungsunternehmen oder die Versicherungsholdinggesellschaft ist in die gleiche zusätzliche Beaufsichtigung gemäß der Richtlinie 2002/87/EG einbezogen wie das Mutterinstitut, die Mutterfinanzholdinggesellschaft oder gemischte Mutterfinanzholdinggesellschaft oder das Institut, das bzw. die die Beteiligung hält;

c) das Institut hat vorab eine entsprechende Erlaubnis der zuständigen Behörden erhalten;

d) die zuständigen Behörden überzeugen sich vor der Erteilung der Erlaubnis nach Buchstabe c und danach kontinuierlich davon, dass das integrierte Management, das Risikomanagement und die interne Kontrolle hinsichtlich der gemäß Methode 1, 2 oder 3 in den Konsolidierungskreis einbezogenen Unternehmen in angemessenem Umfang gegeben sind;

e) die Positionen in dem betreffenden Unternehmen gehören

i) dem Mutterkreditinstitut,

ii) der Mutterfinanzholdinggesellschaft,

iii) der gemischten Mutterfinanzholdinggesellschaft,

iv) dem Institut oder

v) einem Tochterunternehmen eines der unter den Ziffern i bis iv genannten Unternehmen, die in die Konsolidierung nach Teil 1 Titel II Kapitel 2 einbezogen ist.

Die gewählte Methode ist auf Dauer einheitlich anzuwenden.“

b)  In Artikel 49 wird am Ende von Absatz 2 folgender Unterabsatz angefügt:

„Dieser Absatz findet keine Anwendung bei der Berechnung von Eigenmitteln für die Zwecke der Anforderungen der Artikel 92a und 92b.“.

(19)  Artikel 52 Absatz 1 wird wie folgt geändert:

a)  Buchstabe a erhält folgende Fassung:

„a) die Instrumente werden unmittelbar von einem Institut begeben und sind voll eingezahlt“.

aa)  Buchstabe l Ziffer i erhält folgende Fassung:

„i) sie werden aus ausschüttungsfähigen Posten oder aus gemäß einzelstaatlichem Recht gebildeten Rücklagen ausgezahlt,“.

b)  Buchstabe p erhält folgende Fassung:

„p) wenn der Emittent in einem Drittstaat ansässig ist und gemäß Artikel 12 der Richtlinie 2014/59/EU zu einem Teil einer Abwicklungsgruppe erklärt wurde, deren Abwicklungseinheit in der Union ansässig ist, oder wenn er in einem Mitgliedstaat ansässig ist, muss laut den für die Instrumente geltenden Rechtsvorschriften oder Vertragsbestimmungen ▌auf Beschluss der Abwicklungsbehörde, von ihrer Befugnis gemäß Artikel 59 der Richtlinie 2014/59/EU Gebrauch zu machen, der Kapitalbetrag der Instrumente dauerhaft herabgeschrieben werden oder die Instrumente müssen in Instrumente des harten Kernkapitals umgewandelt werden;

wenn der Emittent in einem Drittstaat ansässig ist und nicht gemäß Artikel 12 der Richtlinie 2014/59/EU zu einem Teil einer Abwicklungsgruppe erklärt wurde, deren Abwicklungseinheit in der Union ansässig ist, muss laut den für die Instrumente geltenden Rechtsvorschriften oder Vertragsbestimmungen auf Beschluss der entsprechenden Behörde des Drittstaats der Kapitalbetrag der Instrumente dauerhaft herabgeschrieben werden oder die Instrumente müssen in Instrumente des harten Kernkapitals umgewandelt werden;“.

(c)  In Absatz 1 werden folgende Buchstaben q und r angefügt:

„q) wenn der Emittent in einem Mitgliedstaat ansässig ist oder wenn er in einem Drittstaat ansässig ist und gemäß Artikel 12 der Richtlinie 2014/59/EU zu einem Teil einer Abwicklungsgruppe erklärt wurde, deren Abwicklungseinheit in der Union ansässig ist, dürfen die Instrumente ▌nur dann gemäß den Rechtsvorschriften eines Drittlands begeben werden oder anderweitig solchen Rechtsvorschriften unterliegen, wenn nach diesen Vorschriften die Ausübung der Herabschreibungs- oder Umwandlungsbefugnisse gemäß Artikel 59 der Richtlinie 2014/59/EU auf der Grundlage gesetzlicher Bestimmungen oder rechtlich durchsetzbarer Vertragsbestimmungen, in denen Abwicklungs- oder andere Herabschreibungs- oder Umwandlungsmaßnahmen anerkannt sind, wirksam und durchsetzbar ist;

(r) die Instrumente unterliegen keinen Aufrechnungsvereinbarungen oder Nettingrechten, die deren Verlustabsorptionsfähigkeit beeinträchtigen würden.“.

(19a)  In Artikel 54 Absatz 1 wird folgender Buchstabe angefügt:

  „da) wurden die Instrumente des zusätzlichen Kernkapitals von einem Tochterunternehmen mit Sitz in einem Drittland ausgegeben, so wird das in Buchstabe a genannte Auslöseereignis mit einem Wert von mindestens 5,125 % nach dem Recht eines Drittlandes oder Vertragsbestimmungen für die Finanzierungsinstrumente berechnet, vorausgesetzt, die zuständige Behörde ist nach Konsultation der EBA davon überzeugt, dass diese Vorschriften den Anforderungen dieses Artikels mindestens gleichwertig sind.“.

(20)  Artikel 56 Buchstabe e erhält folgende Fassung:

„e) den Betrag der gemäß Artikel 66 von den Posten des Ergänzungskapitals in Abzug zu bringenden Posten, der die Posten des Ergänzungskapitals des Instituts überschreitet;“.

(21)  Artikel 59 Buchstabe a Ziffer i erhält folgende Fassung:

„i) der Fälligkeitstermin der Verkaufsposition entspricht dem Fälligkeitstermin der Kaufposition oder fällt auf einen Zeitpunkt nach diesem Termin, oder die Restlaufzeit der Kaufposition beträgt mindestens 365 Tage;“.

(22)  Artikel 62 Buchstabe a erhält folgende Fassung:

„a) Kapitalinstrumenten und nachrangigen Darlehen, die die Voraussetzungen des Artikels 63 erfüllen, und zwar in dem in Artikel 64 festgelegten Umfang;“.

(23)  Artikel 63 wird wie folgt geändert:

a)  Buchstabe a erhält folgende Fassung:

„a) die Instrumente oder nachrangigen Darlehen werden unmittelbar von einem Institut begeben bzw. aufgenommen und sind voll eingezahlt;“.

b)  Buchstabe d erhält folgende Fassung:

„d) Ansprüche auf den Kapitalbetrag der Instrumente oder der nachrangigen Darlehen sind laut den für die Instrumente bzw. das nachrangige Darlehen geltenden Bestimmungen etwaigen Ansprüchen aus Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten gegenüber nachrangig;“.

c)  Buchstabe n erhält folgende Fassung:

„n) wenn der Emittent in einem Drittstaat ansässig ist und gemäß Artikel 12 der Richtlinie 2014/59/EU zu einem Teil einer Abwicklungsgruppe erklärt wurde, deren Abwicklungseinheit in der Union ansässig ist, oder wenn er in einem Mitgliedstaat ansässig ist, muss laut den für die Instrumente geltenden Rechtsvorschriften oder Vertragsbestimmungen ▌auf Beschluss der Abwicklungsbehörde, von ihrer Befugnis gemäß Artikel 59 der Richtlinie 2014/59/EU Gebrauch zu machen, der Kapitalbetrag der Instrumente dauerhaft herabgeschrieben werden oder die Instrumente müssen in Instrumente des harten Kernkapitals umgewandelt werden;

wenn der Emittent in einem Drittstaat ansässig ist und nicht gemäß Artikel 12 der Richtlinie 2014/59/EU zu einem Teil einer Abwicklungsgruppe erklärt wurde, deren Abwicklungseinheit in der Union ansässig ist, muss laut den für die Instrumente geltenden Rechtsvorschriften oder Vertragsbestimmungen auf Beschluss der entsprechenden Behörde des Drittstaats der Kapitalbetrag der Instrumente dauerhaft herabgeschrieben werden oder die Instrumente müssen in Instrumente des harten Kernkapitals umgewandelt werden;“.

d)  Die folgenden Buchstaben o und p werden angefügt:

„o) wenn der Emittent in einem Mitgliedstaat ansässig ist oder wenn er in einem Drittstaat ansässig ist und gemäß Artikel 12 der Richtlinie 2014/59/EU zu einem Teil einer Abwicklungsgruppe erklärt wurde, deren Abwicklungseinheit in der Union ansässig ist, dürfen die Instrumente ▌nur dann gemäß den Rechtsvorschriften eines Drittlands begeben werden oder anderweitig solchen Rechtsvorschriften unterliegen, wenn nach diesen Vorschriften die Ausübung der Herabschreibungs- oder Umwandlungsbefugnisse gemäß Artikel 59 der Richtlinie 2014/59/EU auf der Grundlage gesetzlicher Bestimmungen oder rechtlich durchsetzbarer Vertragsbestimmungen, in denen Abwicklungs- oder andere Herabschreibungs- oder Umwandlungsmaßnahmen anerkannt sind, wirksam und durchsetzbar ist;

p) die Instrumente unterliegen keinen Aufrechnungsvereinbarungen oder Nettingrechten, die deren Verlustabsorptionsfähigkeit beeinträchtigen würden.“.

(24)  Artikel 64 erhält folgende Fassung:

„Artikel 64Amortisierung von Instrumenten des Ergänzungskapitals

1.  Ergänzungskapitalinstrumente mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren gelten in voller Höhe als Posten des Ergänzungskapitals.

2.  In welchem Umfang Ergänzungskapitalinstrumente während der letzten fünf Jahre ihrer Laufzeit als Posten des Ergänzungskapitals gelten, wird durch Multiplikation des Ergebnisses aus der Berechnung nach Buchstabe a mit dem unter Buchstabe b genannten Betrag wie folgt ermittelt:

a)  Buchwert der Instrumente oder nachrangigen Darlehen am ersten Tag der letzten Fünfjahresperiode der vertraglichen Laufzeit, geteilt durch die Anzahl der Kalendertage in dieser Periode;

b)  Zahl der verbleibenden Kalendertage der vertraglichen Laufzeit der Instrumente oder nachrangigen Darlehen.“.

(25)  In Artikel 66 wird folgender Buchstabe e angefügt:

„e) der Betrag der gemäß Artikel 72e von den Posten der berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten in Abzug zu bringenden Posten, der die Posten der berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten des Instituts überschreitet.“.

(26)  Artikel 69 Buchstabe a Ziffer i erhält folgende Fassung:

„i) der Fälligkeitstermin der Verkaufsposition entspricht dem Fälligkeitstermin der Kaufposition oder fällt auf einen Zeitpunkt nach diesem Termin, oder die Restlaufzeit der Kaufposition beträgt mindestens 365 Tage;“.

(27)  Nach Artikel 72 wird folgendes Kapitel 5a eingefügt:

„KAPITEL 5aBerücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten

Abschnitt 1Posten und Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten

Artikel 72aPosten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten

1.  Sofern die Posten der berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten nicht in eine der in Absatz 2 genannten Kategorien der ausgenommenen Verbindlichkeiten fallen, umfassen sie Folgendes:

a)  Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten, wenn die in Artikel 72b festgelegten Bedingungen erfüllt sind, sofern sie Instrumente nicht als Posten des harten Kernkapitals, des zusätzlichen Kernkapitals und des Ergänzungskapitals gelten;

b)  Ergänzungskapitalinstrumente mit einer Restlaufzeit von mindestens einem Jahr, sofern sie nicht als Ergänzungskapitalposten nach Artikel 64 gelten.

2.  Abweichend von Absatz 1 gelten folgende Verbindlichkeiten nicht als Posten der berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten:

a)  gedeckte Einlagen;

b)  Sichteinlagen und kurzfristige Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von weniger als einem Jahr;

c)  der Teil erstattungsfähiger Einlagen von natürlichen Personen, Kleinstunternehmen und kleinen und mittleren Unternehmen, der die in Artikel 6 der Richtlinie 2014/49/EU festgelegte Deckungssumme überschreitet;

d)  Einlagen, die als erstattungsfähige Einlagen von natürlichen Personen, Kleinstunternehmen und kleinen und mittleren Unternehmen gelten würden, wenn sie nicht auf Zweigstellen von Instituten mit Sitz in der Union zurückgehen würden, die sich außerhalb der Union befinden;

e)  besicherte Verbindlichkeiten einschließlich gedeckter Schuldverschreibungen und Verbindlichkeiten in Form von Finanzinstrumenten, die zu Absicherungszwecken verwendet werden, die einen festen Bestandteil des Deckungsstocks bilden und die nach nationalem Recht ähnlich wie gedeckte Schuldverschreibungen besichert sind, sofern sämtliche besicherten Vermögenswerte im Zusammenhang mit einem Deckungsstock für gedeckte Schuldverschreibungen weiterhin unberührt bleiben, getrennt behandelt werden und mit ausreichenden Mitteln ausgestattet sind, unter Ausschluss jeglichen Teils einer mit Sicherheiten unterlegten Verbindlichkeit oder einer Verbindlichkeit, für die eine Sicherheit gestellt wurde, die den Wert der Vermögenswerte, des als Sicherheit gestellten Pfands, des Zurückbehaltungsrechts oder der Sicherheit, gegen die sie besichert ist, übersteigt;

f)  etwaige Verbindlichkeiten aus der wahrgenommenen Verwaltung von Kundenvermögen oder Kundengeldern, darunter Kundenvermögen oder Kundengelder, die im Namen von Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren hinterlegt wurden, sofern der jeweilige Kunde durch das anwendbare Insolvenzrecht geschützt ist;

g)  etwaige Verbindlichkeiten aus einem Treuhandverhältnis zwischen der Abwicklungseinheit oder einem seiner Tochterunternehmen (als Treuhänder) und einer anderen Person (als Begünstigtem), sofern der Begünstigte durch das anwendbare Insolvenz- oder Zivilrecht geschützt ist;

h)  Verbindlichkeiten gegenüber Instituten mit einer ursprünglichen Laufzeit von weniger als sieben Tagen, ausgenommen Verbindlichkeiten gegenüber Einheiten, die Teil derselben Gruppe sind;

i)  Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von weniger als sieben Tagen gegenüber Systemen oder Betreibern von Systemen, die gemäß der Richtlinie 98/26/EG benannt wurden, oder gegenüber deren Teilnehmern, und die auf der Teilnahme aus einem solchen System resultieren;

j)  Verbindlichkeiten gegenüber

i)  Beschäftigten aufgrund ausstehender Lohnforderungen, Rentenleistungen oder anderer fester Vergütungen, ausgenommen variable Vergütungsbestandteile, die nicht tarifvertraglich geregelt sind und die variable Komponente von Vergütungen von Trägern eines erheblichen Risikos nach Artikel 92 Absatz 2 der Richtlinie 2013/36/EU;

ii)  Geschäfts- oder Handelsgläubigern, wenn die Verbindlichkeit aufgrund von Lieferungen und Dienstleistungen für das Institut oder das Mutterunternehmen entsteht, die für den alltäglichen Geschäftsbetrieb des Instituts oder des Mutterunternehmens von wesentlicher Bedeutung sind, einschließlich IT-Diensten, Versorgungsdiensten sowie Anmietung, Bewirtschaftung und Instandhaltung von Gebäuden, und wenn der Gläubiger nicht selbst ein Institut ist;

iii)  Steuer- und Sozialversicherungsbehörden, sofern es sich nach dem anwendbaren Recht um vorrangige Verbindlichkeiten handelt;

iv)  Einlagensicherungssystemen, wenn die Verbindlichkeit aus fälligen Beiträgen nach der Richtlinie 2014/49/EU entsteht;

k)  aus Derivaten entstehende Verbindlichkeiten;

l)  aus Schuldinstrumenten mit eingebetteten Derivaten entstehende Verbindlichkeiten;

la)  Verbindlichkeiten, die gegenüber vorrangigen unbesicherten Gläubigern gemäß dem einschlägigen einzelstaatlichen Insolvenzrecht bevorzugt werden.

Für die Zwecke von Buchstabe l schließen eingebettete Derivate keine Instrumente ein, deren Bestimmungen eine vorzeitige Tilgungsoption für den Emittenten oder den Halter dieses Instruments beinhalten.

Im Sinne von Buchstabe l gelten Schuldinstrumente mit variabler Verzinsung, die sich aus einem Referenzsatz wie dem Euribor oder dem Libor ergibt, nur aufgrund dieses Merkmals nicht als Schuldinstrumente mit eingebetteten Derivaten.

Artikel 72bInstrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten

1.  Verbindlichkeiten gelten als Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten, sofern sie die in diesem Artikel festgelegten Bedingungen erfüllen, und zwar lediglich in dem in diesem Artikel genannten Umfang.

2.  Verbindlichkeiten gelten als Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten, sofern alle der folgenden Bedingungen erfüllt sind:

a)  die Verbindlichkeiten werden unmittelbar von einem Institut begeben bzw. aufgenommen und sind voll eingezahlt;

b)  die Verbindlichkeiten wurden nicht gekauft von

i)  dem Institut oder einer Einheit derselben Abwicklungsgruppe;

ii)  einem Unternehmen, an dem das Institut eine direkte oder indirekte Beteiligung in Form des direkten Haltens oder durch Kontrolle von mindestens 20 % der Stimmrechte oder des Kapitals jenes Unternehmens hält;

iii)   Kleinanlegern im Sinne des Artikel 4 Absatz 1 Nummer 11 der Richtlinie 2014/65/EU, es sei denn, beide der folgenden Bedingungen sind erfüllt:

a) sie investieren einen Gesamtbetrag, der 10 % ihres Portfolios von Finanzinstrumenten nicht übersteigt, und

b) der investierte Betrag beläuft sich auf mindestens 10 000 EUR;

c)  der Kauf der Verbindlichkeiten wird weder direkt noch indirekt durch die Abwicklungseinheit finanziert;

d)  Ansprüche auf den Kapitalbetrag der Verbindlichkeiten sind laut den für die Instrumente geltenden Bestimmungen den Ansprüchen aus den nach Artikel 72a Absatz 2 ausgenommenen Verbindlichkeiten in voller Höhe nachrangig. Diese Anforderung in Bezug auf die Nachrangigkeit gilt in jeder der folgenden Situationen als erfüllt:

i)  in den für die Verbindlichkeiten geltenden Vertragsbestimmungen ist spezifiziert, dass im Falle eines regulären Insolvenzverfahrens gemäß Artikel 2 Absatz 1 Nummer 47 der Richtlinie 2014/59/EU Ansprüche auf den Kapitalbetrag der Instrumente den Ansprüchen aus den nach Artikel 72a Absatz 2 ausgenommenen Verbindlichkeiten nachrangig sind;

ii)  in den für die Verbindlichkeiten geltenden Rechtsvorschriften ist spezifiziert, dass im Falle eines regulären Insolvenzverfahrens gemäß Artikel 2 Absatz 1 Nummer 47 der Richtlinie 2014/59/EU Ansprüche auf den Kapitalbetrag der Instrumente den Ansprüchen aus den nach Artikel 72a Absatz 2 ausgenommenen Verbindlichkeiten nachrangig sind;

iii) die Instrumente werden von einer Abwicklungseinheit begeben, deren Bilanz keine ausgenommenen Verbindlichkeiten im Sinne des Artikels 72a Absatz 2 enthält, die Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten gleichrangig oder nachrangig sind;

f)  die Verbindlichkeiten sind nicht durch eines der folgenden Unternehmen besichert oder Gegenstand einer von ihnen gestellten Garantie oder einer anderen Regelung, die den Ansprüchen einen höheren Rang verleiht:

i)  das Institut oder seine Tochterunternehmen;

ii)  das Mutterunternehmen des Instituts oder dessen Tochterunternehmen;

iii)  ein Unternehmen mit engen Verbindungen zu den unter den Ziffern i und ii genannten Unternehmen;

g)  die Verbindlichkeiten unterliegen keinen Aufrechnungsvereinbarungen oder Nettingrechten, die deren Verlustabsorptionsfähigkeit bei der Abwicklung beeinträchtigen würden;

h)  die für die Verbindlichkeiten geltenden Bestimmungen enthalten keinen Anreiz für das Institut zur Kündigung, Tilgung, zum Rückkauf vor der Fälligkeit bzw. zur vorzeitigen Rückzahlung ihres Kapitalbetrags mit Ausnahme der in Artikel 72c Absatz 2a genannten Situation;

i)  vorbehaltlich des Artikels 72c Absatz 2 sind die Verbindlichkeiten nicht von den Inhabern der Instrumente vor Fälligkeit rückzahlbar;

j)  enthalten die Verbindlichkeiten eine oder mehrere Optionen zur Kündigung bzw. vorzeitigen Rückzahlung, so können diese nur nach Ermessen des Emittenten ausgeübt werden;

k)  vorbehaltlich Artikel 72c Absätze 2 und 2a können die Verbindlichkeiten ▌nur dann gekündigt, getilgt, zurückgekauft oder vorzeitig zurückgezahlt werden, wenn die Anforderungen der Artikel 77 und 78 erfüllt sind;

m)  die für die Verbindlichkeiten geltenden Bestimmungen verleihen dem Inhaber nicht das Recht, die planmäßige künftige Auszahlung von Zinsen oder Kapitalbetrag zu beschleunigen, außer im Falle der Insolvenz oder Liquidation der Abwicklungseinheit;

n)  die Höhe der auf die Verbindlichkeiten fälligen Zins- bzw. Dividendenzahlungen wird nicht aufgrund der Bonität der Abwicklungseinheit oder ihres Mutterunternehmens angepasst;

o)  laut den für die Verbindlichkeiten geltenden Rechtsvorschriften oder Vertragsbestimmungen muss, wenn die Abwicklungsbehörde von ihren Herabschreibungs- oder Umwandlungsbefugnissen im Einklang mit Artikel 48 der Richtlinie 2014/59/EU Gebrauch macht, der Kapitalbetrag der Verbindlichkeiten dauerhaft herabgeschrieben werden oder die Verbindlichkeiten müssen in Instrumente des harten Kernkapitals umgewandelt werden.

Wenn einige der in Artikel 72a Absatz 2 genannten ausgenommenen Verbindlichkeiten gemäß einzelstaatlichem Insolvenzrecht den gewöhnlichen unbesicherten Forderungen nachrangig sind, unter anderem da sie von einem Gläubiger gehalten werden, der ein besonderes Verhältnis zu dem Schuldner hat, da er ein Anteilseigner war oder ist, da er in einem Kontrollverhältnis oder Konzernverhältnis war oder ist, da er Mitglied eines Verwaltungsorgans war oder ist oder mit einer der oben genannten Personen verwandt war oder ist, ist die Nachrangigkeit für die Zwecke von Buchstabe d nicht unter Bezugnahme auf Forderungen, die aus solchen ausgenommenen Verbindlichkeiten entstehen, zu beurteilen.

3.  Darüber hinaus kann die Abwicklungsbehörde erlauben, dass die Verbindlichkeiten nach Absatz 2 bis zu einem aggregierten Betrag, der 3,5 % des im Einklang mit Artikel 92 Absätze 3 und 4 berechneten Gesamtrisikobetrags nicht übersteigt, als Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten gelten, sofern

a)  sämtliche Bedingungen des Absatzes 2, ausgenommen die Bedingung nach Buchstabe d, erfüllt sind;

b)  die Verbindlichkeiten den am niedrigsten eingestuften ausgenommenen Verbindlichkeiten nach Artikel 72a Absatz 2 gleichrangig sind, mit Ausnahme der ausgenommenen Verbindlichkeiten, die gemäß einzelstaatlichem Insolvenzrecht, auf das im letzten Unterabsatz von Absatz 2 verwiesen wird, den gewöhnlichen unbesicherten Forderungen nachrangig sind; und

c)  die Abwicklungsbehörde sicherstellt, dass die Fähigkeit zum Ausschluss oder zum teilweisen Ausschluss von Verbindlichkeiten vom Bail-in nicht zu einem wesentlichen Risiko für eine erfolgreiche rechtliche Anfechtung oder berechtigte Entschädigungsansprüche führen würde.

Eine Abwicklungsbehörde erlaubt einem Institut, berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten in die Verbindlichkeiten gemäß Unterabsatz 1 einzubeziehen.

4.  Erlaubt eine Abwicklungsbehörde einem Institut, einen Beschluss zur Berücksichtigung von Verbindlichkeiten gemäß Absatz 3 Unterabsatz 2 zu fassen, gelten zusätzlich zu den Verbindlichkeiten nach Absatz 2 weitere Verbindlichkeiten als Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten, sofern

a)  der Beschluss des Instituts, keine Verbindlichkeiten in die Posten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten nach Absatz 3 Unterabsatz 1 einzubeziehen, im Einklang mit Absatz 5 wirksam ist;

b)  sämtliche Bedingungen des Absatzes 2, ausgenommen die Bedingung nach Buchstabe d des genannten Absatzes, erfüllt sind;

c)  die Verbindlichkeiten den am niedrigsten eingestuften ausgenommenen Verbindlichkeiten nach Artikel 72a Absatz 2 gleichrangig oder höherrangig sind, mit Ausnahme der ausgenommenen Verbindlichkeiten, die gemäß einzelstaatlichem Insolvenzrecht, auf das im letzten Unterabsatz von Absatz 2 verwiesen wird, den gewöhnlichen unbesicherten Forderungen nachrangig sind;

d)  der Betrag der ausgenommenen Verbindlichkeiten nach Artikel 72a Absatz 2, die diesen Verbindlichkeiten bei einer Insolvenz gleichrangig oder nachrangig sind, in der Bilanz des Instituts 5 % des Betrags der Eigenmittel und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten des Instituts nicht überschreitet;

e)  die Einbeziehung dieser Verbindlichkeiten in die Posten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten die Abwicklungsfähigkeit des Instituts – wie von der Abwicklungsbehörde nach der Bewertung der in Artikel 45b Absatz 3 Buchstaben b und c der Richtlinie 2014/59/EU genannten Elemente bestätigt – nicht wesentlich beeinträchtigt.

5.  Eine Abwicklungsbehörde kann einem Institut erlauben, die in Absatz 3 oder Absatz 4 genannte Ausnahme anzuwenden. Ein Institut darf nicht beschließen, sowohl Verbindlichkeiten, auf die in Absatz 3 Bezug genommen wird, als auch Verbindlichkeiten, auf die in Absatz 4 Bezug genommen wird, in die Posten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten einzubeziehen.

Der Beschluss wird im Jahresbericht veröffentlicht und wird sechs Monate nach der Veröffentlichung wirksam. Der Beschluss gilt für mindestens ein Jahr.

6.  Bei der Überprüfung, ob die Bedingungen dieses Artikels erfüllt sind, konsultiert die Abwicklungsbehörde die zuständige Behörde.

Artikel 72cAmortisierung von Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten

1.  Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mindestens einem Jahr gelten in voller Höhe als Posten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten.

Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr gelten nicht als Posten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten.

2.  Umfasst ein Instrument berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten Rückzahlungsoption für den Inhaber, die vor der ursprünglich festgelegten Laufzeit des Instruments ausübbar ist, endet für die Zwecke von Absatz 1 die Laufzeit des Instruments zum frühestmöglichen Zeitpunkt, zu dem der Inhaber die Rückzahlungsoption ausüben und die Tilgung oder Rückzahlung des Instruments fordern kann.

2a.  Enthält ein Instrument berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten einen Anreiz für die Kündigung, Tilgung, Rückzahlung oder den Rückkauf des Instruments vor der ursprünglich festgelegten Laufzeit des Instruments durch den Emittenten, endet für die Zwecke von Absatz 1 die Laufzeit des Instruments zum frühestmöglichen Zeitpunkt, zu dem die Option zur Tilgung durch den Emittenten wahrgenommen und die Tilgung oder Rückzahlung des Instruments gefordert werden kann.

Artikel 72dFolgen der Nichterfüllung der Bedingungen für die Berücksichtigungsfähigkeit

Sind hinsichtlich eines Instruments berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten die Bedingungen des Artikels 72b nicht länger erfüllt, so gelten die Verbindlichkeiten sofort nicht mehr als Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten.

Verbindlichkeiten nach Artikel 72b Absatz 2 können weiter zu den Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten gerechnet werden, solange sie nach Artikel 72b Absatz 3 oder Artikel 72b Absatz 4 als Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten gelten.

Abschnitt 2Abzüge von Posten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten

Artikel 72eAbzüge von Posten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten

1.  Institute, die gemäß Artikel 131 der Richtlinie 2013/36 ermittelt wurden, ziehen von den Posten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten Folgendes ab:

a)  direkte, indirekte und synthetische Positionen des Instituts in eigenen Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten, einschließlich eigener Verbindlichkeiten, zu deren Kauf das Institut aufgrund bestehender vertraglicher Verpflichtungen verpflichtet sein könnte;

b)  direkte, indirekte und synthetische Positionen des Instituts in Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten von G-SRI-Einheiten, mit denen das Institut Überkreuzbeteiligungen hält, die nach Ansicht der zuständigen Behörde dem Ziel dienen, die Verlustabsorptions- und Rekapitalisierungsfähigkeit der Abwicklungseinheit künstlich zu erhöhen;

c)  den gemäß Artikel 72i ermittelten Betrag der direkten, indirekten und synthetischen Positionen in Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten von G-SRI-Einheiten, an denen das Institut keine wesentliche Beteiligung hält;

d)  direkte, indirekte und synthetische Positionen des Instituts in Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten von G-SRI-Einheiten, an denen das Institut eine wesentliche Beteiligung hält, ausgenommen mit einer Übernahmegarantie versehene Positionen, die das Institut seit weniger als fünf Arbeitstagen hält.

2.  Für die Zwecke dieses Abschnitts werden sämtliche Instrumente, die Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten gleichrangig sind, als Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten behandelt, ausgenommen Instrumente, die als berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten gemäß Artikel 72b Absätze 3 und 4 anerkannten Instrumenten gleichrangig sind.

3.  Für die Zwecke dieses Abschnitts können die Institute den Betrag der Positionen in Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten nach Artikel 72b Absatz 3 wie folgt berechnen:

dabei gilt:

h  = Betrag der Positionen in Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten nach Artikel 72b Absatz 3,

I  = Index, in dem das emittierende Institut aufgeführt ist,

Hi  = Gesamtbetrag der Positionen in berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten des emittierenden Instituts i nach Artikel 72b Absatz 3,

li  = Betrag der von dem emittierenden Institut innerhalb der in Artikel 72b Absatz 3 festgelegten Grenzen in die Posten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten einbezogenen Verbindlichkeiten gemäß den letzten Offenlegungen des emittierenden Instituts,

Li  = Gesamtbetrag der ausstehenden Verbindlichkeiten des emittierenden Instituts i nach Artikel 72b Absatz 3 gemäß den letzten Offenlegungen des Emittenten.

4.  Hält ein EU-Mutterinstitut oder ein Mutterinstitut in einem Mitgliedstaat, das Artikel 92a unterliegt, direkte, indirekte oder synthetische Positionen in Eigenmittelinstrumenten oder Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten eines oder mehrerer Tochterunternehmen, die nicht zur selben Abwicklungsgruppe wie das Mutterinstitut gehören, kann die Abwicklungsbehörde dieses Mutterinstituts im Einvernehmen mit den Abwicklungsbehörden etwaiger betroffener Tochterunternehmen dem Mutterinstitut erlauben, von Absatz 1 Buchstabe c, Absatz 1 Buchstabe d und Absatz 2 abzuweichen, indem ein geringerer als der von der Abwicklungsbehörde des Herkunftsmitgliedstaats festgelegte Betrag in Abzug gebracht wird. Dieser geringere Betrag muss mindestens so hoch sein, wie der wie folgt berechnete Betrag m:

Dabei gilt:

I  = Index, in dem das Tochterunternehmen aufgeführt ist,

Oi   = Betrag der von dem Tochterunternehmen i begebenen Eigenmittelinstrumente, der von dem Mutterinstitut in den konsolidierten Eigenmitteln erfasst wird,

Pi   = Betrag der von dem Tochterunternehmen i begebenen und von dem Mutterinstitut gehaltenen Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten,

rRG   = auf die einschlägige Abwicklungsgruppe gemäß Artikel 92a Absatz 1 Buchstabe a und Artikel 45d der Richtlinie 2014/59/EU anwendbare Quote;

Ri   = gemäß Artikel 93 Absätze 3 und 4 berechnete Gesamtrisikobetrag der G-SRI-Einheit i.

Darf ein Mutterinstitut gemäß Unterabsatz 1 den geringeren Betrag in Abzug bringen, so zieht das Tochterunternehmen die Differenz zwischen demnach Absatz 1 Buchstabe c, Absatz 1 Buchstabe d und Absatz 2 berechneten Betrag und diesem geringeren Betrag von dem betreffenden Bestandteil der Eigenmittel und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten ab.

Artikel 72fAbzug von Positionen in eigenen Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten

Für die Zwecke des Artikels 72e Absatz 1 Buchstabe a berechnen die Institute die Positionen auf der Grundlage der Bruttokaufpositionen, wobei folgende Ausnahmen gelten:

a)  Institute dürfen den Betrag von Positionen auf der Grundlage der Nettokaufposition berechnen, sofern die beiden nachstehenden Bedingungen erfüllt sind:

i)  die Kauf- und Verkaufspositionen resultieren aus der gleichen zugrunde liegenden Risikoposition und die Verkaufspositionen unterliegen keinem Gegenparteiausfallrisiko,

ii)  die Kauf- und die Verkaufsposition werden entweder beide im Handelsbuch oder beide im Anlagebuch gehalten;

b)  die Institute ermitteln den für direkte, indirekte und synthetische Positionen in Indexpapieren in Abzug zu bringenden Betrag durch Berechnung der zugrunde liegenden Risikoposition aus eigenen Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten in den entsprechenden Indizes;

c)  die Institute dürfen Bruttokaufpositionen in eigenen Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten, die aus Positionen in Indexpapieren resultieren, gegen Verkaufspositionen in eigenen Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten, die aus Verkaufspositionen in zugrunde liegenden Indizes resultieren, aufrechnen, auch wenn für diese Verkaufspositionen ein Gegenparteiausfallrisiko besteht, sofern die beiden nachstehenden Bedingungen erfüllt sind:

i)  die Kauf- und Verkaufspositionen beziehen sich auf dieselben zugrunde liegenden Indizes,

ii)  die Kauf- und die Verkaufsposition werden entweder beide im Handelsbuch oder beide im Anlagebuch gehalten.

Artikel 72gAbzugsbasis für Posten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten

Für die Zwecke von Artikel 72e Absatz 1 Buchstaben b, c und d bringen die Institute die Bruttokaufpositionen vorbehaltlich der in den Artikeln 72h bis 72i festgelegten Ausnahmen in Abzug.

Artikel 72hAbzug von Positionen in berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten von anderen G-SRI-Einheiten

Institute, die nicht die Ausnahme nach Artikel 72j in Anspruch nehmen, nehmen die Abzüge nach Artikel 72e Absatz 1 Buchstaben c und d nach folgenden Regeln vor:

a)  sie dürfen direkte, indirekte und synthetische Positionen in Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten auf der Grundlage der Nettokaufposition in derselben zugrunde liegenden Risikoposition berechnen, sofern die beiden nachstehenden Bedingungen erfüllt sind:

i)  die Fälligkeit der Verkaufspositionen entspricht der Fälligkeit der Kaufpositionen oder die Verkaufspositionen haben eine Restlaufzeit von mindestens einem Jahr,

ii)  die Kauf- und die Verkaufsposition werden entweder beide im Handelsbuch oder beide im Anlagebuch gehalten;

b)  sie ermitteln den für direkte, indirekte und synthetische Positionen in Indexpapieren in Abzug zu bringenden Betrag durch Berechnung der zugrunde liegenden Risikopositionen gegenüber den Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten in den entsprechenden Indizes.

Artikel 72iAbzug von berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten, wenn das Institut keine wesentliche Beteiligung an einem G-SRI hält

1.  Die Institute berechnen für die Zwecke von Artikel 72e Absatz 1 Buchstabe c den in Abzug zu bringenden Betrag durch Multiplikation des unter Buchstabe a genannten Betrags mit dem aus der Berechnung gemäß Buchstabe b abgeleiteten Faktor:

a)  Gesamtbetrag, um den die direkten, indirekten und synthetischen Positionen des Instituts in den Instrumenten des harten Kernkapitals, des zusätzlichen Kernkapitals und des Ergänzungskapitals von Unternehmen der Finanzbranche sowie in Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten von G-SRI-Einheiten, an denen das Institut keine wesentliche Beteiligung hält, 10 % der Posten des harten Kernkapitals des Instituts nach Anwendung folgender Bestimmungen überschreiten:

i)  Artikel 32 bis 35,

ii)  Artikel 36 Absatz 1 Buchstaben a bis g, Buchstabe k Ziffern ii bis v und Buchstabe l, mit Ausnahme des in Abzug zu bringenden Betrags für von der künftigen Rentabilität abhängige latente Steueransprüche, die aus temporären Differenzen resultieren,

iii)  Artikel 44 und 45;

b)  Quotient aus dem Betrag der direkten, indirekten und synthetischen Positionen des Instituts in Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten von G-SRI-Einheiten, an denen das Institut keine wesentliche Beteiligung hält, und dem Gesamtbetrag der direkten, indirekten und synthetischen Positionen des Instituts in den Instrumenten des harten Kernkapitals, des zusätzlichen Kernkapitals, des Ergänzungskapitals jener Unternehmen der Finanzbranche sowie in den Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten von G-SRI-Einheiten, an denen die Abwicklungsbehörde keine wesentliche Beteiligung hält.

2.  Die Institute berücksichtigen bei den Beträgen nach Absatz 1 Buchstabe a und der Berechnung des Faktors nach Absatz 1 Buchstabe b keine mit Übernahmegarantie versehenen Positionen, die sie seit höchstens fünf Arbeitstagen halten.

3.  Der gemäß Absatz 1 in Abzug zu bringende Betrag wird auf alle gehaltenen Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten einer G-SRI-Einheit, die von dem Institut gehalten werden, aufgeteilt. Die Institute ermitteln den gemäß Absatz 1 in Abzug zu bringenden Betrag jeden Instruments der berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten durch Multiplikation des Betrags nach Buchstabe a mit dem Anteil nach Buchstabe b:

a)  Betrag der gemäß Absatz 1 in Abzug zu bringenden Positionen,

b)  auf jedes von dem Institut gehaltene Instrument der berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten entfallender Anteil am Gesamtbetrag der direkten, indirekten und synthetischen Positionen des Instituts in den Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten von G-SRI-Einheiten, an denen das Institut keine wesentliche Beteiligung hält.

4.  Der Betrag der Positionen nach Artikel 72e Absatz 1 Buchstabe c, der nach Anwendung des Absatzes 1 Buchstabe a Ziffern i, ii und iii höchstens 10 % der Posten des harten Kernkapitals des Instituts entspricht, wird nicht in Abzug gebracht und unterliegt den anwendbaren Risikogewichten im Einklang mit Teil 3 Titel II Kapitel 2 beziehungsweise Kapitel 3 und gegebenenfalls den Anforderungen des Teils 3 Titel IV.

5.  Die Institute ermitteln den Betrag jeden Instruments der berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten, der gemäß Absatz 4 ein Risikogewicht erhält, durch Multiplikation des für eine Risikogewichtung nach Absatz 4 erforderlichen Betrags der Positionen mit dem aus der Berechnung nach Absatz 3 Buchstabe b resultierenden Anteil.

Artikel 72jAusnahme von Abzügen von Posten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten für Positionen des Handelsbuchs

1.  Die Institute können beschließen, einen bestimmten Teil ihrer direkten, indirekten und synthetischen Positionen in Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten, der aggregiert und gemessen an den Bruttokaufpositionen nach Anwendung der Artikel 32 bis 36 höchstens 5 % der Posten des harten Kernkapitals des Instituts entspricht, nicht in Abzug zu bringen, sofern sämtliche der folgenden Bedingungen erfüllt sind:

a)  es handelt sich um im Handelsbuch enthaltene Positionen;

b)  die Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten werden höchstens 30 Geschäftstage gehalten.

2.  Der Betrag der gemäß Absatz 1 nicht in Abzug gebrachten Posten unterliegt den Eigenmittelanforderungen für Posten im Handelsbuch.

3.  Falls bei Abzügen von Positionen im Einklang mit Absatz 1 die in diesem Absatz festgelegten Bedingungen nicht länger erfüllt sind, werden die Positionen im Einklang mit Artikel 72g ohne Anwendung der in den Artikeln 72h und 72i festgelegten Ausnahmeregelungen in Abzug gebracht.

Abschnitt 3Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten

Artikel 72kBerücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten

Die berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten eines Instituts bestehen aus den Posten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten des Instituts nach den Abzügen gemäß Artikel 72e.

Artikel 72lEigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten

Die Eigenmittel und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten eines Instituts ergeben sich aus der Summe seiner Eigenmittel und seiner berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten.“.

(28)  In Teil 2 Titel I erhält die Überschrift von Kapitel 6 folgende Fassung:

„Allgemeine Anforderungen an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten“

(29)  Artikel 73 wird wie folgt geändert:

a)  Die Überschrift erhält folgende Fassung:

„Ausschüttungen auf Instrumente“;

b)  die Absätze 1, 2, 3 und 4 erhalten folgende Fassung:

„(1) Kapitalinstrumente und Verbindlichkeiten, bei denen ein Institut allein entscheiden kann, ob es Ausschüttungen in einer anderen Form als Bargeld oder Eigenmittelinstrumente vornimmt, gelten nicht als Instrumente des harten Kernkapitals, des zusätzlichen Kernkapitals oder des Ergänzungskapitals oder Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten, es sei denn, das Institut hat vorab die Erlaubnis der zuständigen Behörde erhalten.

(2) Die zuständigen Behörden geben die Erlaubnis gemäß Absatz 1 nur, wenn sie der Ansicht sind, dass alle folgenden Bedingungen erfüllt sind:

a)  Die Fähigkeit des Instituts, Zahlungen im Rahmen des Instruments zu streichen, wird durch die Ermessensbefugnis gemäß Absatz 1 oder durch die Form, in der die Ausschüttungen erfolgen können, nicht beeinträchtigt;

b)  die Fähigkeit des Instruments oder der Verbindlichkeit, Verluste zu absorbieren, wird durch die Ermessensbefugnis gemäß Absatz 1 oder durch die Form, in der die Ausschüttungen erfolgen können, nicht beeinträchtigt;

c)  die Qualität des Kapitalinstruments oder der Verbindlichkeit wird durch die Ermessensbefugnis gemäß Absatz 1 oder durch die Form, in der die Ausschüttungen erfolgen können, in keiner anderen Weise verringert.

Die zuständige Behörde konsultiert die Abwicklungsbehörde hinsichtlich der Erfüllung dieser Bedingungen durch ein Institut, bevor die Erlaubnis nach Absatz 1 gewährt wird.

(3) Kapitalinstrumente und Verbindlichkeiten, bei denen eine andere juristische Person als das begebende Institut entscheiden oder fordern kann, dass Ausschüttungen auf diese Instrumente oder Verbindlichkeiten in einer anderen Form als Bargeld oder Eigenmittelinstrumente zu erfolgen haben, gelten nicht als Instrumente des harten Kernkapitals, des zusätzlichen Kernkapitals, des Ergänzungskapitals oder Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten.

(4) Die Institute können einen breiten Marktindex als eine der Grundlagen für die Bestimmung der Höhe der Ausschüttungen aus Instrumenten des zusätzlichen Kernkapitals, des Ergänzungskapitals und der Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten heranziehen.“;

c)  Absatz 6 erhält folgende Fassung:

„(6) Die Institute melden und veröffentlichen die breiten Marktindizes, auf die sich ihre Eigenmittelinstrumente und Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten stützen."

(30)  In Artikel 75 erhält der einleitende Satz folgende Fassung:

„Die Laufzeitanforderungen für Verkaufspositionen gemäß Artikel 45 Buchstabe a, Artikel 59 Buchstabe a, Artikel 69 Buchstabe a und Artikel 72h Buchstabe a werden in Bezug auf solche Positionen als erfüllt betrachtet, sofern sämtliche folgenden Bedingungen erfüllt sind:“.

(31)  Artikel 76 Absätze 1, 2 und 3 erhalten folgende Fassung:

„(1) Für die Zwecke von Artikel 42 Buchstabe a, Artikel 45 Buchstabe a, Artikel 57 Buchstabe a, Artikel 59 Buchstabe a, Artikel 67 Buchstabe a, Artikel 69 Buchstabe a und Artikel 72h Buchstabe a dürfen Institute den Betrag einer Kaufposition in einem Kapitalinstrument um den Anteil eines Indexes verringern, der aus derselben abgesicherten zugrunde liegenden Risikoposition besteht, sofern sämtliche der folgenden Bedingungen erfüllt sind:

a)  Die abgesicherte Kaufposition und die zur Absicherung dieser Kaufposition verwendete Verkaufsposition in einem Index werden entweder beide im Handelsbuch oder beide im Anlagebuch gehalten;

b)  die Positionen nach Buchstabe a werden in der Bilanz des Instituts mit dem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen.

(2) Ein Institut darf vorbehaltlich der vorherigen Erlaubnis der zuständigen Behörde eine konservative Schätzung seiner zugrunde liegenden Risikoposition aus in Indizes enthaltenen Instrumenten als Alternative zur Berechnung der Risikopositionen aus den unter einen oder mehrere der folgenden Punkte fallenden Posten vornehmen:

a)  in Indizes enthaltene eigene Instrumente des harten Kernkapitals, des zusätzlichen Kernkapitals, des Ergänzungskapitals und Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten;

b)  in Indizes enthaltene Instrumente des harten Kernkapitals, des zusätzlichen Kernkapitals und des Ergänzungskapitals von Unternehmen der Finanzbranche;

c)  in Indizes enthaltene Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten von Instituten.

(3) Die zuständigen Behörden geben diese Erlaubnis nach Absatz 2 nur dann, wenn das Institut ihnen hinreichend nachgewiesen hat, dass die Überwachung seiner zugrunde liegenden Risikopositionen aus den in einem oder mehreren Buchstaben von Absatz 2 genannten Posten mit hohem betrieblichem Aufwand verbunden wäre.“.

(32)  Artikel 77 erhält folgende Fassung:

„Artikel 77Bedingungen für die Verringerung von Eigenmitteln und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten

1. Ein Institut holt für folgende Handlungen zuvor die Erlaubnis der zuständigen Behörde ein:

a)  Verringerung, Rückzahlung oder Rückkauf von Instrumenten des harten Kernkapitals, die das Institut begeben hat, in einer gemäß dem nationalen Recht zulässigen Weise;

b)  Kündigung, Tilgung, Rückzahlung oder Rückkauf von Instrumenten des zusätzlichen Kernkapitals, des Ergänzungskapitals oder von Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten vor ihrer vertraglichen Fälligkeit.

1a.  Ein Institut holt für folgende Handlungen zuvor die Erlaubnis der Abwicklungsbehörde ein:

a)  Kündigung, Rückzahlung bzw. Tilgung oder Rückkauf von nicht in Absatz 1 erwähnten Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten vor ihrer vertraglichen Fälligkeit;

b)  Kündigung, Rückzahlung bzw. Tilgung oder Rückkauf von Instrumenten mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr, die zuvor als Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten galten und die nicht in Absatz 1 erwähnt wurden, bei denen das einzelne Institut oder die Abwicklungsgruppe, deren Institut ein Tochterunternehmen auf konsolidierter Basis ist, die Mindestanforderungen für Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten nicht erfüllt.

1b.  Die zuständigen Behörden können die Anforderung einer Voraberlaubnis aus Artikel 1 durch eine Anzeigepflicht ersetzen, wenn die Senkung des harten Kernkapitals, des zusätzlichen Kernkapitals und des Ergänzungskapitals keine wesentlichen Auswirkungen hat.

1c.  Weisen Institute der zuständigen Behörde ausreichende Vorkehrungen hinsichtlich ihrer Fähigkeit nach, mit Eigenmitteln, die den in den Anforderungen dieser Verordnung und der Richtlinie 2013/36/EU festgelegten Betrag hinreichend übersteigen, tätig zu sein, können die Institute eine der Maßnahmen nach Absatz 1 ergreifen, sofern

a)  diese Maßnahmen nicht zu einer Senkung der Eigenmittel führen, was zu einer Situation führen würde, in der die Eigenmittel des Instituts die in dieser Verordnung und in der Richtlinie 2013/36/EU festgelegten Anforderungen sowie eine zusätzliche Marge von 2,5 % des Gesamtrisikobetrags gemäß Artikel 92 Absatz 3 dieser Verordnung unterschreiten;

b)  das Institut die zuständige Behörde über seine Absicht, eine der Maßnahmen nach Absatz 1 zu ergreifen, informiert und alle Informationen übermittelt, die notwendig sind, um zu beurteilen, ob die Bedingungen nach Unterabsatz 1 dieses Absatzes erfüllt sind.

Weisen Institute der Abwicklungsbehörde ausreichende Vorkehrungen hinsichtlich ihrer Fähigkeit nach, mit Eigenmitteln und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten, die den in den Anforderungen dieser Verordnung, der Richtlinie 2013/36/EU und der Richtlinie 2014/59/EU festgelegten Betrag hinreichend übersteigen, tätig zu sein, so können die Institute eine der Maßnahmen nach Absatz 1 ergreifen, sofern

a)  diese Maßnahmen nicht zu einer Senkung der Eigenmittel und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten führen, was zu einer Situation führen würde, in der die Eigenmittel und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten des Instituts die in dieser Verordnung und in der Richtlinie 2013/36/EU festgelegten Anforderungen sowie eine zusätzliche Marge von 2,5 % des Gesamtrisikobetrags gemäß Artikel 92 Absatz 3 dieser Verordnung unterschreiten;

b)  das Institut die zuständige und die Abwicklungsbehörde über seine Absicht, eine der Maßnahmen nach Absatz 1 zu ergreifen, informiert und alle Informationen übermittelt, die notwendig sind, um zu beurteilen, ob die Bedingungen nach Unterabsatz 1 dieses Absatzes erfüllt sind.“.

(33)  Artikel 78 erhält folgende Fassung:

„Artikel 78Erlaubnis der Aufsichtsbehörden zur Verringerung von Eigenmitteln und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten

1.  Die zuständige Behörde erteilt einem Institut die Erlaubnis zur Verringerung, zum Rückkauf, zur Kündigung oder Rückzahlung bzw. Tilgung von Instrumenten des harten Kernkapitals, des zusätzlichen Kernkapitals, des Ergänzungskapitals oder von Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten, wenn

a)  das Institut die in Artikel 77 genannten Instrumente vor oder gleichzeitig mit der in Artikel 77 genannten Handlung durch Eigenmittelinstrumente oder Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten zumindest gleicher Qualität zu Bedingungen ersetzt, die im Hinblick auf die Ertragsmöglichkeiten des Instituts nachhaltig sind;

b)  das Institut der zuständigen Behörde hinreichend nachgewiesen hat, dass seine Eigenmittel und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten nach der betreffenden Handlung die Anforderungen nach dieser Verordnung, der Richtlinie 2013/36/EU und der Richtlinie 2014/59/EU um eine Spanne übertreffen, die die zuständige Behörde für erforderlich hält.

Bevor die zuständige Behörde diese Erlaubnis gewährt, konsultiert sie die Abwicklungsbehörde.

Trifft ein Institut ausreichende Vorkehrungen hinsichtlich seiner Fähigkeit, mit Eigenmitteln, die den in den Anforderungen dieser Verordnung, der Richtlinie 2013/36/EU und der Richtlinie 2014/59/EU festgelegten Betrag übersteigen, tätig zu sein, so kann die Abwicklungsbehörde nach Rücksprache mit der zuständigen Behörde dem Institut vorab eine allgemeine Erlaubnis erteilen, Kündigungen, Tilgungen, Rückzahlungen oder Rückkäufe von Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten vorzunehmen, die Kriterien unterliegen, um sicherzustellen, dass sämtliche derartigen künftigen Vorgänge im Einklang mit den in diesem Absatz unter den Buchstaben a und b festgelegten Bedingungen vonstattengehen. Diese allgemeine vorherige Erlaubnis wird für einen bestimmten Zeitraum gewährt, der auf ein Jahr begrenzt ist und danach verlängert werden kann. Die allgemeine vorherige Erlaubnis wird lediglich für einen bestimmten vorab festgelegten Betrag gewährt, der von der Abwicklungsbehörde bestimmt wird. Die Abwicklungsbehörden unterrichten die zuständigen Behörden über jedwede erteilte allgemeine vorherige Erlaubnis.

Trifft ein Institut ausreichende Vorkehrungen hinsichtlich seiner Fähigkeit, mit Eigenmitteln, die den in den Anforderungen dieser Verordnung, der Richtlinie 2013/36/EU und der Richtlinie 2014/59/EU festgelegten Betrag übersteigen, tätig zu sein, so kann die zuständige Behörde nach Rücksprache mit der Abwicklungsbehörde diesem Institut eine allgemeine vorherige Erlaubnis erteilen, Kündigungen, Tilgungen, Rückzahlungen oder Rückkäufe von Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten vorzunehmen, die Kriterien unterliegt, um sicherzustellen, dass sämtliche derartige künftigen Vorgänge im Einklang mit den in diesem Absatz unter den Buchstaben a und b festgelegten Bedingungen vonstattengehen. Diese allgemeine vorherige Erlaubnis wird für einen bestimmten Zeitraum gewährt, der auf ein Jahr begrenzt ist und danach verlängert werden kann. Die allgemeine vorherige Erlaubnis wird für einen bestimmten vorab festgelegten Betrag gewährt, der von der zuständigen Behörde bestimmt wird. Bei Instrumenten des harten Kernkapitals ist dieser vorab festgelegte Betrag auf höchstens 3 % der einschlägigen Ausgabe beschränkt und darf 10 % des Betrags, um den das harte Kernkapital die Summe aus dem gemäß dieser Verordnung, der Richtlinie 2013/36/EU und der Richtlinie 2014/59/EU vorzuhaltenden harten Kernkapital übersteigt, nicht um eine Spanne übertreffen, die die zuständige Behörde für erforderlich hält. Bei Instrumenten des zusätzlichen Kernkapitals oder Ergänzungskapitalinstrumenten ist dieser vorab festgelegte Betrag auf höchstens 10 % der einschlägigen Ausgabe beschränkt und darf 3 % des Gesamtbetrags der Umlaufinstrumente des zusätzlichen Eigenkapitals oder des Ergänzungskapitals, falls anwendbar, nicht überschreiten. Bei Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten wird der vorab festgelegte Betrag von der Abwicklungsbehörde nach Rücksprache mit der zuständigen Behörde bestimmt.

Die zuständigen Behörden entziehen einem Institut die allgemeine vorherige Erlaubnis, wenn es die für die Zwecke der Erlaubnis maßgeblichen Kriterien nicht mehr erfüllt.

2.  Bei der Bewertung der Nachhaltigkeit der Ersatzinstrumente im Hinblick auf die Ertragsmöglichkeiten des Instituts gemäß Absatz 1 Buchstabe a berücksichtigen die zuständigen Behörden das Ausmaß, in dem diese Ersatz-Kapitalinstrumente und Verbindlichkeiten kostspieliger für das Institut wären als die Instrumente, die sie ersetzen würden.

3.  Nimmt ein Institut eine in Artikel 77 Buchstabe a genannte Handlung vor und ist die Verweigerung der Rückzahlung der in Artikel 27 genannten Instrumente des harten Kernkapitals nach nationalem Recht verboten, kann die zuständige Behörde eine Befreiung von den in Absatz 1 festgelegten Bedingungen unter der Voraussetzung gewähren, dass sie vom Institut eine angemessene Beschränkung der Rückzahlung solcher Instrumente verlangt.

4.  Die zuständigen Behörden können einem Institut die Kündigung, Tilgung, Rückzahlung oder den Rückkauf von Instrumenten des zusätzlichen Kernkapitals oder des Ergänzungskapitals innerhalb von fünf Jahren nach dem Zeitpunkt ihrer Ausgabe gestatten, wenn die Bedingungen nach Absatz 1 erfüllt sind sowie eine der folgenden Bedingungen zutrifft:

a)  die aufsichtsrechtliche Einstufung der betreffenden Instrumente ändert sich, was wahrscheinlich zu ihrem Ausschluss aus den Eigenmitteln oder ihrer Neueinstufung als Eigenmittel geringerer Qualität führen würde, und die beiden folgenden Bedingungen sind erfüllt:

i)  die zuständige Behörde hält es für ausreichend sicher, dass eine solche Änderung stattfindet;

ii)  das Institut weist der zuständigen Behörde hinreichend nach, dass zum Zeitpunkt der Emission der Instrumente die aufsichtsrechtliche Neueinstufung nicht vorherzusehen war;

b)  die geltende steuerliche Behandlung der betreffenden Instrumente ändert sich, und das Institut weist der zuständigen Behörde hinreichend nach, dass diese wesentlich ist und zum Zeitpunkt der Emission der Instrumente nicht vorherzusehen war;

c)  die Instrumente fallen unter den Bestandsschutz nach Artikel 484 CRR;

d)  das Institut ersetzt die in Artikel 77 genannten Instrumente vor oder gleichzeitig mit der in Artikel 77 genannten Handlung durch Eigenmittelinstrumente oder Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten zumindest gleicher Qualität zu Bedingungen, die im Hinblick auf die Ertragsmöglichkeiten des Instituts nachhaltig sind, und die zuständige Behörde hat die Handlung auf der Grundlage genehmigt, dass sie aus aufsichtlicher Sicht sinnvoll und durch außergewöhnliche Umstände gerechtfertigt wäre;

e)  die Instrumente des zusätzlichen Kernkapitals oder die Ergänzungskapitalinstrumente werden für Market-Making-Zwecke zurückgekauft.

Bevor die zuständige Behörde die Erlaubnis erteilt, konsultiert sie die Abwicklungsbehörde zu diesen Bedingungen.

5.  Die EBA arbeitet Entwürfe technischer Regulierungsstandards aus, in denen Folgendes präzisiert wird:

a)  die Bedeutung des Ausdrucks „im Hinblick auf die Ertragsmöglichkeiten des Instituts nachhaltig“;

b)  die angemessene Beschränkung der Rückzahlung im Sinne des Absatzes 3;

c)  die Verfahrensanforderungen, einschließlich der Fristen und Modalitäten für die vorherige Erteilung der Genehmigung durch die zuständigen Behörden für eine Handlung nach Artikel 77, und die Datenanforderungen für den Antrag eines Instituts auf Erlaubnis der zuständigen Behörde zur Vornahme einer in Artikel 77 genannten Handlung, einschließlich des Verfahrens, das im Falle des Rückkaufs der an Genossen ausgegebenen Anteile anzuwenden ist, und der Fristen für die Bearbeitung eines solchen Antrags;

d)  die in Absatz 4 genannten außergewöhnlichen Umstände;

e)  die Bedeutung des Begriffs „Market-Making“ nach Absatz 4.

Die EBA übermittelt der Kommission diesen Entwurf technischer Regulierungsstandards spätestens [drei Monate nach Inkrafttreten].

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Unterabsatz 1 genannten technischen Regulierungsstandards gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.“.

(34)  Artikel 79 wird wie folgt geändert:

a)  Die Überschrift erhält folgende Fassung:

„Befristete Ausnahme vom Abzug von den Eigenmitteln und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten“.

b)  Absatz 1 erhält folgende Fassung:

„(1) Hält ein Institut Kapitalinstrumente oder Verbindlichkeiten oder hat es nachrangige Darlehen gewährt, die befristet als Instrumente des harten Kernkapitals, des zusätzlichen Kernkapitals oder des Ergänzungskapitals eines Unternehmens der Finanzbranche oder als Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten eines Instituts gelten, und dienen diese Positionen nach Ansicht der zuständigen Behörde dem Zweck einer finanziellen Stützungsaktion zur Sanierung und Rettung jenes Unternehmens oder Instituts, so kann sie eine befristete Ausnahme von den ansonsten für jene Instrumente geltenden Abzugsbestimmungen gewähren.“.

(35)  Artikel 80 wird wie folgt geändert:

a)  Die Überschrift erhält folgende Fassung:

„Kontinuierliche Prüfung der Qualität der Eigenmittel und der berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten“.

b)  Absatz 1 erhält folgende Fassung:

„(1) Die EBA überwacht die Qualität von Eigenmittelinstrumenten und Instrumenten berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten, die Institute in der gesamten Union begeben, und unterrichtet die Kommission unverzüglich, wenn es signifikante Belege dafür gibt, dass jene Instrumente die einschlägigen in dieser Verordnung festgelegten Kriterien für die Anerkennungsfähigkeit nicht erfüllen.

Die zuständigen Behörden übermitteln der EBA auf deren Ersuchen unverzüglich alle Angaben zu neu begebenen Kapitalinstrumenten oder neuen Arten von Verbindlichkeiten, die diese für erforderlich hält, um die Qualität der von Instituten in der gesamten Union begebenen Eigenmittelinstrumente und Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten zu überwachen.“.

c)  In Absatz 3 erhält der einleitende Satz folgende Fassung:

„(3) Die EBA berät die Kommission zu technischen Aspekten jeglicher bedeutsamer Veränderungen, die ihrer Ansicht nach an der Definition von Eigenmitteln und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten in folgenden Fällen vorgenommen werden sollten:“.

(36)  Artikel 81 Absatz 1 erhält folgende Fassung:

„(1) Minderheitsbeteiligungen umfassen die Summe der Posten des harten Kernkapitals eines Tochterunternehmens, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

a)  Das Tochterunternehmen ist entweder

i)  ein Institut;

ii)  ein Unternehmen, das gemäß den anwendbaren nationalen Rechtsvorschriften den Anforderungen dieser Verordnung und der Richtlinie 2013/36/EU unterliegt; oder

iii)  eine zwischengeschaltete Finanzholdinggesellschaft in einem Drittland, die genauso strengen Aufsichtsanforderungen unterliegt wie sie für Kreditinstitute dieses Drittlands gelten, und bezüglich derer die Kommission gemäß Artikel 107 Absatz 4 beschlossen hat, dass diese Aufsichtsanforderungen den in dieser Verordnung enthaltenen Vorschriften mindestens gleichwertig sind;

b)  das Tochterunternehmen ist vollständig in die Konsolidierung nach Teil 1 Titel II Kapitel 2 einbezogen;

c)  das im einleitenden Teil dieses Absatzes genannte harte Kernkapital ist im Eigentum anderer Personen als der in die Konsolidierung nach Teil 1 Titel II Kapitel 2 einbezogenen Unternehmen.“.

(37)  Artikel 82 erhält folgende Fassung:

„Artikel 82Qualifiziertes zusätzliches Kernkapital, Kernkapital, Ergänzungskapital und qualifizierte Eigenmittel

Qualifiziertes zusätzliches Kernkapital, Kernkapital, Ergänzungskapital und qualifizierte Eigenmittel umfassen die Minderheitsbeteiligungen und die Instrumente des zusätzlichen Kernkapitals bzw. des Ergänzungskapitals, zuzüglich der verbundenen einbehaltenen Gewinne und des Agios, eines Tochterunternehmens, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

a)  Das Tochterunternehmen ist entweder

i)  ein Institut;

ii)  ein Unternehmen, das gemäß den anwendbaren nationalen Rechtsvorschriften den Anforderungen dieser Verordnung und der Richtlinie 2013/36/EU unterliegt; oder

iii)  eine zwischengeschaltete Finanzholdinggesellschaft in einem Drittland, die genauso strengen Aufsichtsanforderungen unterliegt wie sie für Kreditinstitute dieses Drittlands gelten, und bezüglich derer die Kommission gemäß Artikel 107 Absatz 4 beschlossen hat, dass diese Aufsichtsanforderungen den in dieser Verordnung enthaltenen Vorschriften mindestens gleichwertig sind;

b)  das Tochterunternehmen ist vollständig in die Konsolidierung nach Teil 1 Titel II Kapitel 2 einbezogen;

c)  die betreffenden Instrumente sind Eigentum anderer Personen als der in die Konsolidierung nach Teil 1 Titel II Kapitel 2 einbezogenen Unternehmen.“.

(38)  In Artikel 83 Absatz 1 erhält der einleitende Satz folgende Fassung:

„(1) Von einer Zweckgesellschaft begebene Instrumente des zusätzlichen Kernkapitals und des Ergänzungskapitals und das verbundene Agio zählen nur dann bis zum 31. Dezember 2021 zum qualifizierten zusätzlichen Kernkapital, Kernkapital, Ergänzungskapital bzw. den qualifizierten Eigenmitteln, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:“.

(38a)  In Artikel 85 wird folgender Absatz angefügt:

„(4) Wenn Kreditinstitute, die in einem Verbund einer Zentralorganisation ständig zugeordnet sind, und Institute, die einem institutsbezogenen Sicherungssystem unter den Bedingungen des Artikels 113 Absatz 7 angeschlossen sind, einen Haftungsverbund eingerichtet haben, dass sicherstellt, dass einer Übertragung von Eigenmitteln von der Gegenpartei auf das Kreditinstitut über die aufsichtsrechtlichen Anforderungen hinaus keine vorhandenen oder absehbaren wesentlichen, tatsächlichen oder rechtlichen Hindernisse entgegenstehen, werden diese Institute von den Bestimmungen dieses Artikels bezüglich Abzügen befreit und dürfen Minderheitsbeteiligungen innerhalb des Haftungsverbunds vollständig anrechnen.“

(38b)  In Artikel 87 wird folgender Absatz angefügt:

„(4) Wenn Kreditinstitute, die in einem Verbund einer Zentralorganisation ständig zugeordnet sind, und Institute, die einem institutsbezogenen Sicherungssystem unter den Bedingungen des Artikels 113 Absatz 7 angeschlossen sind, einen Haftungsverbund eingerichtet haben, dass sicherstellt, dass einer Übertragung von Eigenmitteln von der Gegenpartei auf das Kreditinstitut über die aufsichtsrechtlichen Anforderungen hinaus keine vorhandenen oder absehbaren wesentlichen, tatsächlichen oder rechtlichen Hindernisse entgegenstehen, werden diese Institute von den Bestimmungen dieses Artikels bezüglich Abzügen befreit und dürfen Minderheitsbeteiligungen innerhalb des Haftungsverbunds vollständig anrechnen.“

(39)  Artikel 92 wird wie folgt geändert:

a)  In Absatz 1 werden die folgenden Buchstaben angefügt:

„d)  eine Verschuldungsquote von 3 %;

da)  abweichend von Buchstabe d fügt jede G-SRI 50 % des nach Artikel 131 Absatz 4 der Richtlinie 2013/36/EU berechneten G-SRI-Puffers der Höchstverschuldungsquote von 3 % hinzu.“.

b)  In Absatz 3 erhalten die Buchstaben b, c und d folgende Fassung:

„b)  die Eigenmittelanforderungen für die Handelsbuchtätigkeit des Instituts für

i)  die gemäß Titel IV dieses Teils ermittelten Marktrisiken;

ii)  die gemäß Teil 4 ermittelten Großkredite oberhalb der Obergrenzen gemäß Artikel 395 bis 401, soweit dem Institut eine Überschreitung jener Obergrenzen gestattet ist;

c)  die gemäß Titel IV dieses Teils ermittelten Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken für sämtliche Geschäftstätigkeiten, die Fremdwährungs- oder Warenpositionsrisiken bergen;

d)  die gemäß Titel V mit Ausnahme des Artikels 379 für das Abwicklungsrisiko ermittelten Eigenmittelanforderungen.“.

(40)  Die folgenden Artikel 92a und 92b werden eingefügt :

„Artikel 92aAnforderungen an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten für G-SRI

1.  Unbeschadet der Artikel 93 und 94 und der in Absatz 2 dieses Artikels genannten Ausnahmeregelungen müssen als Abwicklungseinheiten eingestufte Institute, bei denen es sich um G-SRI oder Teile eines G-SRI handelt, zu jedem Zeitpunkt die folgenden Anforderungen an die Eigenmittel und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten erfüllen:

a)  eine risikobasierte Quote von 18 %, die den Eigenmitteln und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten des Instituts, ausgedrückt als Prozentsatz an dem im Einklang mit Artikel 92 Absätze 3 und 4 berechneten Gesamtrisikobetrag, entspricht;

b)  eine nicht risikobasierte Quote von 6,75 %, die die Eigenmittel und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten des Instituts darstellt, ausgedrückt als Prozentsatz der Gesamtrisikopositionsmessgröße nach Artikel 429 Absatz 4.

2.  Die in Absatz 1 festgelegte Anforderung findet in folgenden Zeiträumen keine Anwendung:

a)  für einen Zeitraum von drei Jahren ab dem Tag, an dem das Institut oder die Gruppe, der das Institut angehört, als G-SRI eingestuft wurde;

b)  für einen Zeitraum von zwei Jahren ab dem Tag, an dem die Abwicklungsbehörde das Bail-in-Instrument im Einklang mit der Richtlinie 2014/59/EU angewandt hat;

c)  für einen Zeitraum von zwei Jahren ab dem Tag, an dem die Abwicklungseinheit eine alternative Maßnahmen der Privatwirtschaft nach Artikel 32 Absatz 1 Buchstabe b der Richtlinie 2014/59/EU eingeführt hat, durch die Kapitalinstrumente und andere Verbindlichkeiten herabgeschrieben oder in hartes Kernkapital umgewandelt worden sind, um die Abwicklungseinheit ohne Anwendung von Abwicklungsinstrumenten zu rekapitalisieren.

3.  Übersteigt der Gesamtbetrag, der aus der Anwendung der Anforderungen nach Absatz 1 Buchstabe a auf jede Abwicklungseinheit derselben G-SRI resultiert, die im Einklang mit Artikel 12 berechnete Anforderung an die Eigenmittel und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten, so darf die Abwicklungsbehörde des EU-Mutterinstituts nach Rücksprache mit den anderen einschlägigen Abwicklungsbehörden im Einklang mit Artikel 45d Absatz 3 oder Artikel 45h Absatz 1 der Richtlinie 2014/59/EU vorgehen.

Artikel 92bAnforderungen an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten für Nicht-EU-G-SRI

1. Institute, bei denen es sich um bedeutende Tochterunternehmen von Nicht-EU-G-SRI handelt und die keine Abwicklungseinheiten sind, erfüllen zu jedem Zeitpunkt eine Anforderung an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten, die 75 % bis 90 % der in Artikel 92a festgelegten Anforderungen an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten entspricht.

Für die Zwecke der Einhaltung von Absatz 1 werden Instrumente des zusätzlichen Kernkapitals, Ergänzungskapitalinstrumente und Instrumente berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten nur dann berücksichtigt, wenn sie von dem Mutterunternehmen des Instituts in einem Drittland gehalten werden.

2. Die Anforderung an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten in dem Bereich nach Absatz 1 wird von der Abwicklungsbehörde des Aufnahmelands der bedeutenden Tochtergesellschaft in Abstimmung mit der Herkunftslandbehörde der Abwicklungsgruppe unter Berücksichtigung der Abwicklungsstrategie der Gruppe und der Folgen für die finanzielle Stabilität festgelegt.“.

(41)  Artikel 94 erhält folgende Fassung:

„Artikel 94Ausnahme für Handelsbuchtätigkeiten von geringem Umfang

1.  Abweichend von Artikel 92b Absatz 3 Buchstabe b dürfen Institute die Eigenmittelanforderung für ihre Handelsbuchtätigkeit gemäß Absatz 2 berechnen, sofern der Umfang der bilanz- und außerbilanzmäßigen Handelsbuchtätigkeit des Instituts auf der Grundlage einer monatlichen Bewertung, die unter Heranziehung der zum letzten Tag des Monats verzeichneten Daten erfolgt, die beiden folgenden Schwellenwerte nicht überschreitet:

a)  5 % der gesamten Vermögenswerte des Instituts;

b)  50 Mio. EUR.

2.  Sind die in Absatz 1 festgelegten Bedingungen erfüllt, können die Institute die Eigenmittelanforderung für ihre Handelsbuchtätigkeit wie folgt berechnen:

a)  in Bezug auf die in Anhang II unter Nummer 1 aufgelisteten Verträge, Verträge im Zusammenhang mit Vermögenswerten, die in Anhang II Nummer 3 genannt werden, sowie Kreditderivate dürfen die Institute die betreffenden Positionen von der Eigenmittelanforderung nach Artikel 92 Absatz 3 Buchstabe b ausnehmen;

b)  in Bezug auf andere als die unter Buchstabe a genannten Handelsbuchpositionen dürfen die Institute die Eigenmittelanforderung nach Artikel 92 Absatz 3 Buchstabe b durch die im Einklang mit Artikel 92 Absatz 3 Buchstabe a berechnete Eigenmittelanforderung ersetzen.

3.  Für die Zwecke von Absatz 1 berechnen die Institute den Umfang ihrer bilanz- und außerbilanzmäßigen Handelsbuchtätigkeit zu einem bestimmten Datum im Einklang mit den folgenden Anforderungen:

a)  alle gemäß Artikel 104 im Handelsbuch gehaltenen Positionen werden in der Berechnung berücksichtigt, mit Ausnahme von

(i)  Derivaten von Wechselkurs- und Warenpositionen, die als internes Sicherungsgeschäft zur Absicherung von nicht im Handelsbuch gehaltenen Risikopositionen in Verbindung mit Wechselkursen oder Waren anerkannt sind;

(ii)  Kreditderivaten, die als internes Sicherungsgeschäft zur Absicherung von nicht im Handelsbuch gehaltenen Risikopositionen oder zur Absicherung des Gegenparteiausfallrisikos anerkannt sind;

b)  alle Positionen werden zum Marktpreis zu diesem bestimmten Datum bewertet; lässt sich der Marktpreis einer Position zu diesem bestimmten Datum nicht ermitteln, so verwenden die Institute den aktuellsten Marktpreis für diese Position.

c)  der absolute Wert von Kaufpositionen und der absolute Wert von Verkaufspositionen werden zusammenaddiert.

3a.  Wenn beide Bedingungen nach Artikel 94 Absatz 1 dieser Verordnung unabhängig von den Verpflichtungen nach den Artikeln 74 und 83 von Richtlinie 2013/36/EU erfüllt sind, finden die Bestimmungen der Artikel 102, 103, 104b und Artikel 105 Absatz 3 von Teil 3, Titel I, Kapitel 3 dieser Verordnung keine Anwendung.

4.  Die Institute unterrichten die zuständigen Behörden, wenn sie die Eigenmittelanforderungen für ihre Handelsbuchtätigkeit gemäß Absatz 2 berechnen oder nicht mehr berechnen.

5.  Ein Institut, das die Bedingungen gemäß Absatz 1 nicht mehr erfüllt, teilt dies der zuständigen Behörde sofort mit.

6.  In folgenden Fällen stellt ein Institut die Bestimmung der Eigenmittelanforderungen für seine Handelsbuchtätigkeit nach Absatz 2 innerhalb von drei Monaten ein:

a)  Das Institut erfüllt während drei aufeinanderfolgender Monate keine der Bedingungen von Absatz 1;

b)  wenn das Institut nicht jede der Bedingungen des Absatzes 1 in den letzten zwölf Monaten mehr als sechs Monate lang erfüllt hat.

7.  Berechnet ein Institut die Eigenmittelanforderungen für seine Handelsbuchtätigkeit nicht mehr nach diesem Artikel, so darf es die Eigenmittelanforderungen für seine Handelsbuchtätigkeit erst dann wieder nach diesem Artikel berechnen, wenn es gegenüber der zuständigen Behörde nachweist, dass alle Bedingungen von Absatz 1 während eines gesamten Jahres ununterbrochen erfüllt worden sind.

8.  Die Institute gehen keine Handelsbuchpositionen zu dem ausschließlichen Zweck der Einhaltung der in Absatz 1 genannten Bedingungen während der monatlichen Bewertung ein.“.

(42)  Artikel 99 erhält folgende Fassung:

„Artikel 99Meldung über Eigenmittelanforderungen und Finanzinformationen

1.  Die Institute melden den für sie zuständigen Behörden die Verpflichtungen nach Artikel 92 gemäß diesem Artikel.

  Die Abwicklungseinheiten legen den für sie zuständigen Behörden zumindest halbjährlich Meldungen über die Verpflichtungen nach Artikel 92a und Artikel 92b vor.

2.  Zusätzlich zu den Meldungen nach Absatz 1 im Zusammenhang mit Eigenmitteln meldet das Institut seinen zuständigen Behörden Finanzinformationen, sofern das Institut

a)  Artikel 4 der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 unterliegt;

b)  ein Kreditinstitut ist, das seine konsolidierten Abschlüsse im Einklang mit den internationalen Rechnungslegungsstandards nach Maßgabe von Artikel 5 Buchstabe b der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 anwendet.

3.  Die zuständigen Behörden können von Kreditinstituten, die ihre Eigenmittel auf konsolidierter Basis im Einklang mit internationalen Rechnungslegungsstandards nach Maßgabe von Artikel 24 Absatz 2 dieser Verordnung bestimmen, verlangen, dass sie Finanzinformationen gemäß diesem Artikel vorlegen.

4.  Die nach Maßgabe des Absatzes 1 erforderlichen Meldungen werden von kleinen und nicht komplexen Instituten halbjährlich oder häufiger vorgenommen. Die nach Maßgabe der Absätze 2 und 3 erforderlichen Meldungen werden von kleinen und nicht komplexen Instituten jährlich vorgenommen.

Von allen anderen Instituten werden die nach Maßgabe der Absätze 1 bis 3 erforderlichen Meldungen vorbehaltlich des Absatzes 6 ▌halbjährlich oder häufiger vorgenommen.

5.  Die Meldung von Finanzinformationen nach den Absätzen 2 und 3 umfasst lediglich Informationen, die erforderlich sind, um einen umfassenden Überblick über das Risikoprofil des Instituts und die von den Instituten für den Finanzsektor oder die Realwirtschaft ausgehenden Systemrisiken im Sinne der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu vermitteln.

6.  Die EBA arbeitet einen Entwurf technischer Durchführungsstandards aus, um einheitliche Meldeformate, -intervalle und -termine, Begriffsbestimmungen sowie IT-Lösungen für die in Artikel 100 Absätze 1 bis 3 genannten Meldungen zu spezifizieren.

Die in diesem Artikel festgelegten Meldepflichten finden auf Institute unter Berücksichtigung ihrer Größe, der Komplexität und der Art ihrer Tätigkeiten sowie der mit den Tätigkeiten verbundenen Risiken in einer entsprechenden Weise Anwendung.

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die technischen Durchführungsstandards nach Unterabsatz 1 gemäß Artikel 15 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

7.  Die EBA bewertet die finanziellen Auswirkungen der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 680/2014 der Kommission(19) auf die Institute mit Blick auf die Befolgungskosten und erstattet der Kommission über ihre Ergebnisse bis zum [31. Dezember 2019] Bericht. In diesem Bericht wird insbesondere geprüft, ob die Meldepflichten in hinreichend verhältnismäßiger Weise angewandt worden sind. Dies wird bei kleinen und nicht-komplexen Instituten besonders geprüft.

Für diese Zwecke umfasst der Bericht Folgendes:

a)  die Einordnung von Instituten nach ihrer Größe, der Komplexität und der Art ihrer Tätigkeiten sowie der mit den Tätigkeiten verbundenen Risiken in Kategorien. Der Bericht sieht insbesondere eine Kategorie für kleine und nicht komplexe Institute vor▌;

b)  die Messung des Meldeaufwands für die einzelnen Kategorien von Instituten während des relevanten Zeitraums, in dem sie die in der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 680/2014 festgelegten Meldepflichten erfüllen müssen, wobei folgende Grundsätze berücksichtigt werden:

i)  der Meldeaufwand wird als das Verhältnis von Befolgungskosten zum Nettoertrag der Institute während des relevanten Zeitraums gemessen;

ii)  die Befolgungskosten umfassen sämtliche Ausgaben, die unmittelbar oder mittelbar mit der Durchführung und dem laufenden Betrieb von Meldesystemen verbunden sind, einschließlich Ausgaben für Personal, IT-Systeme, Rechtsberatungsdienstleistungen, Dienstleistungen im Rechnungswesen, Dienstleistungen bei der Abschlussprüfung und Beratungsdienstleistungen;

iii)  der relevante Zeitraum entspricht jedem Jahreszeitraum, in dem bei den Instituten Befolgungskosten für die Vorbereitung der Umsetzung der in der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 680/2014 festgelegten Meldepflichten und für den weiteren laufenden Betrieb der Meldesysteme aufgelaufen sind;

c)  eine Bewertung, ob und inwieweit die Befolgungskosten neu gegründete Institute wesentlich am Markteintritt gehindert haben;

ca)  eine Bewertung des Mehrwertes und der Notwendigkeit der erhobenen und gemeldeten Daten für aufsichtsrechtliche Zwecke;

d)  eine Bewertung der Auswirkungen der Befolgungskosten nach Buchstabe b Ziffer ii auf die einzelnen Kategorien von Instituten hinsichtlich der Opportunitätskosten; und

e)  Empfehlungen für Änderungen der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 680/2014, um unter Berücksichtigung der Ziele dieser Verordnung und der Richtlinie 2013/36/EU gegebenenfalls den Meldeaufwand für die Institute oder spezifischen Kategorien von Instituten zu verringern und die Häufigkeit der nach den Artikeln 100, 394 und 430 erforderlichen Meldungen zu verringern. Zusätzlich wird in dem Bericht geprüft, ob Ausnahmen von den Meldepflichten nach Artikel 100 gewährt werden können, wenn die Belastung von Vermögenswerten unterhalb eines bestimmten Schwellenwerts liegt und wenn die Bank als kleines und nicht komplexes Institut betrachtet wird. Der Bericht enthält mindestens Empfehlungen dazu, wie der Umfang und die Detailtiefe der Meldepflichten für kleine und nicht komplexe Institute ▌verringert werden können, sodass die erwarteten durchschnittlichen Befolgungskosten für kleine und nicht komplexe Institute im Idealfall um 20 % oder mehr und mindestens 10 % nach vollständig erfolgter Anwendung der reduzierten Meldepflichten sinken.

Basierend auf den Ergebnissen dieses Berichts der EBA ändert die Kommission bis zum ... [31. Dezember 2020] die entsprechenden technischen Regulierungsstandards und legt, falls notwendig, einen oder mehrere Gesetzgebungsvorschläge für die Umsetzung dieser Empfehlungen vor.

8.  Für die Zwecke von Absatz 7 Buchstabe d bezeichnet der Ausdruck „Opportunitätskosten“ den Wert der Erlöse, die den Instituten entgangen sind, da aufgrund der Befolgungskosten Dienstleistungen für Kunden nicht erbracht wurden.

9.  Die zuständigen Behörden konsultieren die EBA hinsichtlich der Frage, ob andere als die in den Absätzen 2 und 3 genannten Institute Finanzinformationen auf konsolidierter Basis im Einklang mit Absatz 2 melden sollen, sofern sämtliche der folgenden Bedingungen erfüllt sind:

a)  die einschlägigen Institute erstatten noch nicht auf konsolidierter Basis Meldung;

b)  die einschlägigen Institute unterliegen einem Rechnungslegungsrahmen im Einklang mit der Richtlinie 86/635/EWG;

c)  die Rechnungslegung gilt als erforderlich, um einen umfassenden Überblick über das Risikoprofil der Tätigkeiten dieser Institute und über die von diesen für den Finanzsektor oder die Realwirtschaft ausgehenden Systemrisiken im Sinne der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu geben.

Die EBA arbeitet einen Entwurf technischer Durchführungsstandards aus, in denen die Formate präzisiert werden, die die Institute nach Unterabsatz 1 für die dort festgelegten Zwecke verwenden sollen.

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die technischen Durchführungsstandards nach Unterabsatz 2 gemäß Artikel 15 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

10.  Werden Informationen, die nach Ansicht einer zuständigen Behörde für die Zwecke des Absatzes 5 benötigt werden, von den technischen Durchführungsstandards nach Absatz 6 nicht erfasst, teilt sie der EBA und dem ESRB mit, welche zusätzlichen Informationen ihrer Ansicht nach in die technischen Durchführungsstandards nach diesem Absatz aufzunehmen sind.

11.  Die zuständigen Behörden dürfen eine Ausnahme von der Anforderung zur Meldung von Datenelementen, die in den in diesem Artikel und in den Artikeln 100, 101, 394, 415 und 430 genannten Durchführungsstandards spezifiziert werden, gewähren, die Meldehäufigkeit verringern und dem Institut die Meldung in einem anderen Melderahmen gestatten, wenn mindestens einer der folgenden Punkte zutrifft:

a)  diese Datenelemente der zuständigen Behörde bereits auf andere Weise als in den genannten Durchführungsstandards vorgesehen zur Verfügung stehen, auch dann, wenn diese Informationen den zuständigen Behörden in anderer Form oder mit anderer Detailtiefe zur Verfügung stehen; die zuständige Behörde kann die in diesem Absatz genannte Ausnahme nur dann gewähren, wenn durch solche alternative Methoden erhaltenen, zusammengestellten oder aggregierten Daten identisch mit jenen Datenpunkten sind, die ansonsten gemäß der jeweiligen Durchführungsstandards gemeldet werden müssten;

b)  innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens vor Fälligkeit der zu meldenden Daten die Datenpunkte oder Formate nicht gemäß der Änderungen dieser Verordnung aktualisiert wurden;

Zuständige Behörden, Abwicklungsbehörden, benannte Behörden und relevante Behörden tauschen, wenn möglich, Daten aus, um Ausnahmen von den Meldepflichten zu gewähren.“.

(43)  Artikel 100 erhält folgende Fassung:

„Artikel 100Meldepflichten bei einer Belastung von Vermögenswerten

1.  Institute melden den für sie zuständigen Behörden die Höhe der Belastung ihrer Vermögenswerte.

2.  Die Meldung nach Absatz 1 enthält eine Aufschlüsselung nach Art der Belastung der Vermögenswerte, etwa durch Rückkaufsvereinbarungen, Wertpapierverleihgeschäfte, verbriefte Risikopositionen oder gedeckten Schuldverschreibungen als Sicherheit beigefügte Darlehen.“.

(43a)  Folgender Artikel wird eingefügt:

„Artikel 101a

Schaffung eines einheitlichen und integrierten Systems zur Datenerhebung und Sammlung statistischer und aufsichtsrechtlicher Daten

Die EBA entwickelt ein einheitliches und integriertes System zur Erhebung und Sammlung statistischer und aufsichtsrechtlicher Daten und erstattet der Kommission über ihre Ergebnisse spätestens am ... [31. Dezember 2019] Bericht. Der Bericht, an dem alle zuständigen Behörden und die Behörden, die für Einlagensicherungssysteme zuständig sind, statistische Behörden sowie alle relevanten Behörden, insbesondere die EZB und ihre frühere Arbeit zu Erhebungen statistischer Daten, beteiligt sind und bei dem die frühere Arbeit berücksichtigt wird, die hinsichtlich eines europäischen Berichtsrahmens durchgeführt wurde, gründet sich auf eine Kosten-/Nutzen-Gesamtanalyse, die unter anderem die Einrichtung einer zentralen Sammelstelle betrifft und mindestens Folgendes enthält:

a)  die Erstellung einer Übersicht über Anzahl und Umfang der durch die zuständigen Behörden in ihrem Zuständigkeitsbereich erhobenen Daten sowie über deren Herkunft und Granularität;

b)  die Überprüfung der Fertigstellung eines einheitlichen Wörterbuchs der zu erhebenden Daten, um die Konvergenz der Berichtsanforderungen, sowohl der regulären Meldepflichten als auch der ad hoc durch die zuständigen Behörden von den Instituten abgefragten Informationen, zu erhöhen und überflüssige Abfragen zu vermeiden;

c)  eine Einschätzung – unter Beachtung der Geschäftstätigkeiten eines kleinen und nicht komplexen Instituts – der geltenden Datenpunkte, die nicht notwendig sind, um die Einhaltung aufsichtsrechtlicher Anforderungen oder die finanzielle Situation eines Instituts zu bewerten, und der Frage, welche Datenpunkte zusammengelegt werden könnten;

d)  einen Zeitplan für ein integriertes einheitliches Meldesystem mit einer zentralen Sammelstelle, die

i) ein zentrales Datenregister mit allen erhobenen statistischen und aufsichtsrechtlichen Daten in der erforderlichen Granularität und Meldefrequenz für die jeweiligen Institute unterhält und in den erforderlichen Intervallen aktualisiert;

ii) als Anlaufstelle für die zuständigen Behörden dient, indem sie alle Datenanfragen der zuständigen Behörden entgegennimmt, bearbeitet und bündelt, die Anfrage mit bereits erhobenen Meldedaten abgleicht und den zuständigen Behörden zeitnah Zugang zu den angefragten Informationen gewährt;

iii) als alleinige Anlaufstelle für die überwachten Institute dient, die statistischen und aufsichtsrechtlichen Datenanfragen der zuständigen Behörden an die Institute weiterleitet und die abgefragten Daten in das zentrale Datenregister einträgt;

iv) eine koordinierende Rolle für einen Austausch von Informationen und Daten zwischen den zuständigen Behörden innehat;

v) adhoc Anfragen der zuständigen Behörden nur dann an die überwachten Institute weiterreicht, nachdem die Anfrage mit bestehenden Anfragen und dem in Unterpunkt b genannten einheitlichen Wörterbuch abgeglichen wurde, um Duplikationen zu vermeiden;

vi) ausreichend mit organisatorischen, finanziellen und personellen Strukturen und Ressourcen ausgestattet ist, um ihr Mandat erfüllen zu können;

vii) bewährte Verfahren und Prozesse der übrigen zuständigen Behörden berücksichtigt und in ein einheitliches System überführt;

viii) gewährleistet, dass neu eingeführte Meldepflichten nicht früher als zwei Jahre nach ihrer Veröffentlichung gelten und dass endgültige Meldevorlagen spätestens ein Jahr vor ihrem Geltungszeitpunkt zur Verfügung gestellt werden.

Bis zum ... [ein Jahr nach Vorlage des Berichts] legt die Kommission gegebenenfalls und unter Berücksichtigung des in diesem Artikel genannten Berichts dem Europäischen Parlament und dem Rat einen oder mehrere Gesetzgebungsvorschläge zur Einrichtung eines standardisierten und integrierten Meldesystems für Meldepflichten vor.“.

(44)  In Artikel 101 Absatz 1 erhält der einleitende Satz folgende Fassung:

„(1)   Institute melden für jeden nationalen Immobilienmarkt, an dem sie finanziell engagiert sind, den für sie zuständigen Behörden halbjährlich folgende aggregierte Daten:“.

(45)  Artikel 101 Absätze 4 und 5 erhalten folgende Fassung:

„(4)   Die EBA arbeitet einen Entwurf technischer Durchführungsstandards aus, um einheitliche Meldeformate, Begriffsbestimmungen, Meldeintervalle und -termine der aggregierten Daten nach Absatz 1 sowie IT-Lösungen zu spezifizieren.

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die technischen Durchführungsstandards nach Unterabsatz 1 gemäß Artikel 15 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

5.   Abweichend von Absatz 1 melden kleine Institute nach Artikel 430a die in Absatz 1 genannten Angaben einmal jährlich.“.

(46)  Artikel 102 wird wie folgt geändert:

a)  Die Absätze 2, 3 und 4 erhalten folgende Fassung:

„(2) Die Handelsabsicht wird anhand der Strategien, Regeln und Verfahren nachgewiesen, die vom Institut aufgestellt wurden, um die Position oder das Portfolio im Sinne der Artikel 103 und 104 zu führen.

(3) Institute führen Systeme und Kontrollen ein, die der Führung ihres Handelsbuchs im Sinne des Artikels 103 dienen, und erhalten diese aufrecht.

(4) Handelsbuchpositionen werden den von dem Institut gemäß Artikel 104b eingerichteten Handelsabteilungen zugeordnet, es sei denn, auf das Institut kann die Behandlung nach Artikel 94 angewandt werden oder dem Institut wurde eine Ausnahme nach Artikel 104b Absatz 3 gewährt.“.

Folgende Absätze 5 und 6 werden angefügt:

„(5) Handelsbuchpositionen unterliegen den in Artikel 105 festgelegten Anforderungen für eine vorsichtige Bewertung.

(6) Die Institute behandeln interne Sicherungsgeschäfte gemäß Artikel 106.“.

(47)  Artikel 103 wird wie folgt geändert:

a)  Absatz 1 erhält folgende Fassung:

„(1) Die Institute verfügen über eindeutig festgelegte Regeln und Verfahren für die Gesamtführung ihres Handelsbuchs. Diese Regeln und Verfahren betreffen zumindest Folgendes:

a)  welche Tätigkeiten das Institut im Hinblick auf die Eigenmittelanforderungen als Handelstätigkeiten und als Bestandteil des Handelsbuchs betrachtet;

b)  das Ausmaß, in dem eine Position täglich zum Marktwert bewertet werden kann („marked-to-market“), mit Bezug auf einen aktiven, aus Käufer- und Verkäufersicht hinreichend liquiden Markt;

c)  im Fall von Positionen, die zu Modellpreisen bewertet werden („marked-to-model“), das Ausmaß, in dem das Institut

i)  alle wesentlichen Risiken der Position ermitteln kann,

ii)  alle wesentlichen Risiken der Position durch Instrumente absichern kann, für die ein aktiver, aus Käufer- und Verkäufersicht hinreichend liquider Markt besteht,

iii)  verlässliche Schätzungen für die wichtigsten Annahmen und Parameter, die im Modell Verwendung finden, ableiten kann;

d)  das Ausmaß, in dem das Institut in der Lage und verpflichtet ist, Bewertungen für die Position zu liefern, die extern einheitlich validiert werden können;

e)  das Ausmaß, in dem rechtliche Beschränkungen oder andere operative Anforderungen die Fähigkeit des Instituts behindern würden, kurzfristig eine Veräußerung oder Absicherung der Position vorzunehmen;

f)  das Ausmaß, in dem das Institut in der Lage und verpflichtet ist, die Risiken der Positionen aktiv innerhalb seiner Handelstätigkeiten zu steuern;

g)  das Ausmaß, in dem das Institut Risiken oder Positionen zwischen dem Anlagebuch und dem Handelsbuch übertragen kann, und die Kriterien für solche Übertragungen nach Artikel 104a.“.

b)  In Absatz 2 erhält der einleitende Teil folgende Fassung:

„(2) Das Institut erfüllt bei der Führung von Positionen bzw. Portfolios von Positionen im Handelsbuch alle folgenden Anforderungen:“.

c)  Absatz 2 Buchstabe a erhält folgende Fassung:

„a)  Das Institut verfolgt für die Position oder die Portfolios im Handelsbuch eine klar dokumentierte Handelsstrategie, die von der Geschäftsleitung genehmigt ist und die erwartete Haltedauer beinhaltet;“;

d)  In Absatz 2 Buchstabe b wird der einleitende Teil wie folgt geändert:

„b)  das Institut verfügt über eindeutig definierte Regeln und Verfahren für die aktive Steuerung von Positionen oder Portfolios im Handelsbuch. Diese enthalten Folgendes:“.

e)  Absatz 2 Buchstabe b Ziffer i wird wie folgt geändert:

„i) welche Positionen oder Portfolios von den einzelnen Handelsabteilungen oder gegebenenfalls von benannten Händlern eingegangen werden dürfen,“.

(48)  Artikel 104 erhält folgende Fassung:

„Artikel 104Einbeziehung in das Handelsbuch

1.  Institute haben entsprechend den Anforderungen des Artikels 102, der Definition des Handelsbuchs in Artikel 4 Absatz 1 Nummer 86 und den Bestimmungen dieses Artikels unter Berücksichtigung der eigenen Risikomanagement-Fähigkeiten und -Praxis klar definierte Grundsätze und Verfahren zur Ermittlung der Positionen, die für die Berechnung ihrer Eigenmittelanforderungen dem Handelsbuch zuzurechnen sind. Die Institute dokumentieren die Einhaltung dieser Regeln und Verfahren vollständig, unterziehen sie mindestens jährlich einer internen Überprüfung und stellen den zuständigen Behörden die Ergebnisse dieser Überprüfung zur Verfügung.

2.  Positionen in den folgenden Instrumenten werden im Handelsbuch gehalten:

a)  Instrumente, die die Kriterien für die Einbeziehung in das Korrelationshandelsportfolio nach den Absätzen 7 bis 9 erfüllen;

b)  Finanzinstrumente, die von einer im Einklang mit Artikel 104b eingerichteten Handelsabteilung geführt werden;

c)  Finanzinstrumente, aus denen eine Netto-Verkaufsposition in Aktien oder Schuldtiteln entsteht;

d)  Instrumente, die aus Übernahmeverpflichtungen entstehen;

e)  Instrumente, die als bilanziertes Umlaufvermögen oder Handelspassiva geführt werden;

f)  Instrumente, die aus Market-Making-Tätigkeiten entstehen;

g)  Organismen für gemeinsame Anlagen, sofern sie die in Absatz 10 dieses Artikels spezifizierten Bedingungen erfüllen;

h)  börsennotierte Aktien;

i)  handelsbezogene Wertpapierfinanzierungsgeschäfte;

j)  Optionen, einschließlich abgetrennter (bifurcated) eingebetteter Derivate von Instrumenten im Anlagebuch, die mit Kredit- oder Aktienrisiken verbunden sind.

Für die Zwecke von Buchstabe c hält ein Institut eine Netto-Verkaufsposition in Aktien, wenn ein sinkender Aktienkurs gewinnbringend für das Institut ist. Entsprechend hält ein Institut eine Netto-Verkaufsposition in Schuldtiteln, wenn ein Anstieg eines Kreditspreads oder eine Verschlechterung der Bonität eines Emittenten oder einer Emittentengruppe gewinnbringend für das Institut ist.

3.  Positionen in den folgenden Instrumenten werden nicht im Handelsbuch gehalten:

a)  für die Verbriefung (Warehousing) bestimmte Instrumente;

b)  Immobilienvermögen;

c)  Kunden- und KMU-Kredite;

d)  nicht in Absatz 2 Buchstabe g genannte sonstige Organismen für gemeinsame Anlagen, bei denen das Institut nicht täglich den Durchschauansatz auf den Fonds anwenden kann oder wenn das Institut nicht täglich die Realpreise für seine Eigenkapitalinvestition in den Fonds erhalten kann;

e)  Derivatkontrakte mit zugrunde liegenden Instrumenten nach den Buchstaben a bis d;

f)  für den Zweck der Absicherung eines bestimmten Risikos einer Position in einem Instrument nach den Buchstaben a bis e gehaltene Instrumente.

4.  Unbeschadet des Absatzes 2 darf ein Institut eine Position in einem Instrument nach Absatz 2 Buchstaben e bis i nicht im Handelsbuch halten, wenn das Institut gegenüber den zuständigen Behörden nachweisen kann, dass die Position ohne Handelsabsicht gehalten wird und keine mit Handelsabsicht gehaltenen Positionen absichert.

5.  Die zuständigen Behörden können von einem Institut Nachweise fordern, die belegen, dass eine in Absatz 3 nicht genannte Position im Handelsbuch gehalten wird. Liegen keine geeigneten Nachweise vor, können die zuständigen Behörden das Institut auffordern, diese Position wieder auf das Anlagebuch zu übertragen, sofern es sich nicht um eine Position im Sinne von Absatz 2 Buchstaben a bis d handelt.

6.  Die zuständigen Behörden können von einem Institut Nachweise fordern, die belegen, dass eine in Absatz 2 Buchstaben a bis d nicht genannte Position im Anlagebuch gehalten wird. Liegen keine geeigneten Nachweise vor, können die zuständigen Behörden das Institut auffordern, diese Position wieder auf das Handelsbuch zu übertragen, sofern es sich nicht um eine Position im Sinne von Absatz 3 handelt.

7.  Im Korrelationshandelsportfolio werden Verbriefungspositionen und n-ter-Ausfall-Kreditderivate gehalten, die sämtliche nachstehenden Kriterien erfüllen:

a)  Bei den Positionen handelt es sich weder um Wiederverbriefungspositionen, Optionen auf Verbriefungstranchen noch um sonstige Derivate auf Verbriefungspositionen, bei denen keine anteiligen Ansprüche auf die Erträge aus einer Verbriefungstranche bestehen;

b)  alle zugrunde liegenden Instrumente sind

i)  auf einen einzelnen Referenzschuldner oder Vermögenswert bezogene Instrumente, einschließlich Einzeladressen-Kreditderivate, für die ein aus Käufer- und Verkäufersicht hinreichend liquider Markt besteht, oder

ii)  herkömmlich gehandelte Indizes auf die Instrumenten nach Ziffer i.

Ein aus Käufer- und Verkäufersicht hinreichend liquider Markt wird als vorhanden angenommen, wenn unabhängige ernsthafte Kauf- und Verkaufsangebote existieren, sodass ein mit den letzten Verkaufspreisen oder gegenwärtigen konkurrenzfähigen ernsthaften Kauf- und Verkaufsquotierungen angemessen in Verbindung stehender Preis innerhalb eines Tages bestimmt werden kann und zu diesem Preis innerhalb relativ kurzer Zeit ein Geschäft im Einklang mit den Handelsusancen abgewickelt werden kann.

8.  Positionen mit einem der folgenden zugrunde liegenden Instrumente werden nicht in das Korrelationshandelsportfolio aufgenommen:

a)  zugrunde liegende Instrumente aus Risikopositionsklassen nach Artikel 112 Buchstabe h oder i;

b)  eine Risikoposition gegenüber einer Zweckgesellschaft, die direkt oder indirekt durch eine Position besichert ist, die im Einklang mit Absatz 6 selbst nicht für die Aufnahme in das Korrelationshandelsportfolio in Betracht käme.

9.  Die Institute dürfen in ihr Korrelationshandelsportfolio Positionen aufnehmen, die weder Verbriefungspositionen noch n-ter-Ausfall-Kreditderivate sind, jedoch andere Positionen dieses Portfolios absichern, sofern für das Instrument oder die ihm zugrunde liegenden Instrumente ein aus Käufer- und Verkäufersicht hinreichend liquider Markt im Sinne von Absatz 7 letzter Unterabsatz besteht.

10.  Das Institut hält eine Position in einem Organismus für gemeinsame Anlagen im Handelsbuch, sofern sie mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllt:

a)  das Institut ist in der Lage, täglich den Durchschauansatz auf den Organismus für gemeinsame Anlagen anzuwenden;

b)  das Institut ist in der Lage, täglich Preise für den Organismus für gemeinsame Anlagen zu erhalten.“.

(49)  Die folgenden Artikel 104a und 104b werden eingefügt:

„Artikel 104aNeuklassifizierung einer Position

1.  Die Institute verfügen über klar definierte Grundsätze, um festzustellen, welche außergewöhnlichen Umstände für die Zwecke der Bestimmung ihrer Eigenmittelanforderungen zur Zufriedenheit der zuständigen Behörde die Neuklassifizierung einer Handelsbuchposition als Anlagebuchposition oder im umgekehrten Fall einer Anlagebuchposition als Handelsbuchposition rechtfertigen. Die Institute überprüfen diese Grundsätze mindestens einmal jährlich.

Eine Neuklassifizierung von Instrumenten ist nur unter außergewöhnlichen Umständen zulässig. Dazu gehören die Neustrukturierung einer Bank, die zur endgültigen Schließung der Handelsabteilung führt, sodass die Beendigung einer Geschäftstätigkeit in Verbindung mit dem Instrument oder dem Portfolio bzw. eine Änderung der Rechnungslegungsstandards, die die Bewertung von Positionen zum Zeitwert anhand von Gewinn und Verlust ermöglicht, erforderlich ist. Marktereignisse, Änderungen bei der Liquidität eines Finanzinstruments oder eine Änderung der Handelsabsicht allein sind keine gültigen Gründe für die Neuzuweisung eines Instruments zu einem anderen Buch. Eine Neuklassifizierung unterliegt den Absätzen 2 bis 5 und stellt sicher, dass die Anforderungen nach Artikel 104 eingehalten werden. Eine Neuklassifizierung von Instrumenten mit dem Ziel der regulatorischen Arbitrage ist unzulässig.

2.  Abgesehen von Neuklassifizierungen nach Artikel 104 erteilen die zuständigen Behörden ▌ die Erlaubnis zur Neuklassifizierung einer Handelsbuchposition als Anlagebuchposition oder im umgekehrten Fall einer Anlagebuchposition als Handelsbuchposition für die Zwecke der Bestimmung ihrer Eigenmittelanforderungen nur dann, wenn das Institut den zuständigen Behörden schriftliche Nachweise übermittelt hat, die belegen, dass ihre Entscheidung zur Neuklassifizierung dieser Position auf einen außergewöhnlichen Umstand zurückzuführen ist und im Einklang mit den von dem Institut nach Maßgabe von Absatz 1 festgelegten Grundsätzen steht. Zu diesem Zweck bringt das Institut ausreichende Nachweise dafür bei, dass die Position nicht mehr die Bedingungen erfüllt, um nach Artikel 104 als Handelsbuch- bzw. Anlagebuchposition klassifiziert zu werden.

Die Entscheidung nach Unterabsatz 1 wird vom Leitungsorgan des Instituts genehmigt.

3.  Haben die zuständigen Behörden ihre Erlaubnis im Einklang mit Absatz 2 erteilt, so muss das Institut

a)  zum nächsten Meldestichtag die Information offenlegen, dass ihre Position neuklassifiziert wurde;

b)  unbeschadet der Behandlung gemäß Absatz 4 ab dem nächsten Meldestichtag die Eigenmittelanforderung für die neuklassifizierte Position gemäß Artikel 92 festlegen.

4.  Hat zum nächsten Meldestichtag die Nettoveränderung des Betrags der Eigenmittelanforderungen des Instituts infolge der Neuklassifizierung der Position eine Nettoverringerung der Eigenmittelanforderungen zur Folge, hält das Institut zusätzliche Eigenmittel in der dieser Nettoveränderung entsprechenden Höhe vor und legt den Betrag dieser zusätzlichen Eigenmittel offen. Der Betrag dieser zusätzlichen Eigenmittel bleibt bis zur Fälligkeit der Position konstant, es sei denn, die zuständigen Behörden erlauben dem Institut, diesen Betrag zu einem früheren Zeitpunkt abzubauen.

5.  Die Neuklassifizierung einer Position gemäß diesem Artikel ist unwiderruflich, es sei denn, sie unterliegt den Bestimmungen nach Artikel 104.

Artikel 104bAnforderungen an Handelsabteilungen

1.  Die Institute richten Handelsabteilungen ein und ordnen jede ihrer Handelsbuchpositionen den einzelnen Handelsabteilungen zu. Handelsbuchpositionen werden nur dann derselben Handelsabteilung zugeordnet, wenn sie der vereinbarten Geschäftsstrategie der Handelsabteilung entsprechen und stetig gemäß Absatz 2 verwaltet und überwacht werden.

2.  Die Handelsabteilungen der Institute genügen zu jedem Zeitpunkt sämtlichen folgenden Anforderungen:

a)  jede Handelsabteilung verfolgt eine klare und eindeutige Geschäftsstrategie und verfügt über eine ihrer Geschäftsstrategie angemessene Risikomanagementstruktur;

b)  jede Handelsabteilung verfügt über eine klare Organisationsstruktur; die Positionen einer bestimmten Handelsabteilung werden von benannten Händlern innerhalb des Instituts verwaltet; jeder Händler nimmt bestimmte Funktionen der Handelsabteilung wahr; jeder Händler wird nur einer Handelsabteilung zugeordnet; in jeder Handelsabteilung nimmt ein Händler eine leitende Rolle bei der Überwachung der Tätigkeiten und der anderen Händler der Handelsabteilung wahr;

c)  innerhalb jeder Handelsabteilung werden im Einklang mit der Geschäftsstrategie der Handelsabteilung Positionslimits festgesetzt;

d)  Berichte über die Tätigkeiten, die Rentabilität, das Risikomanagement und die rechtlichen Anforderungen an die Handelsabteilung werden mindestens wöchentlich erstellt und dem Leitungsorgan des Instituts regelmäßig übermittelt;

e)  für jede Handelsabteilung gibt es einen klaren jährlichen Geschäftsplan, der eine genau festgelegte Vergütungspolitik umfasst, die auf soliden Kriterien für die Erfolgsmessung gründet.

2a.  Abweichend von Buchstabe b kann die zuständige Behörde zulassen, dass Händler mehr als einer Handelsabteilung zugewiesen werden, wenn das Institut über die Struktur eines kooperativen oder institutsbezogenen Sicherungssystems verfügt und zur Zufriedenheit der zuständigen Behörde nachweist, dass sein zentralisiertes Marktrisikomanagement wirksam ist.

3.  Die Institute unterrichten die zuständigen Behörden darüber, in welcher Form sie Absatz 2 genügen. Die zuständigen Behörden können von einem Institut verlangen, dass es die Struktur oder die Organisation seiner Handelsabteilungen ändert, um die Anforderungen dieses Artikels zu erfüllen.

4.  Abweichend von Absatz 1 dürfen Institute, die die in Artikel 325 Absatz 1 Buchstaben a und c festgelegten Ansätze zur Bestimmung der Eigenmittelanforderungen für das Marktrisiko verwenden, beantragen, von einem Teil oder sämtlichen der in diesem Artikel festgelegten Anforderungen ausgenommen zu werden. Die zuständigen Behörden können die Ausnahme gewähren, sofern das Institut nachweist, dass

a)  die Nichteinhaltung von Absatz 2 die Fähigkeit des Instituts, die Marktrisiken seiner Handelsbuchpositionen wirksam zu steuern und zu überwachen, nicht wesentlich beeinträchtigen würde;

b)  das Institut die allgemeinen Anforderungen an die Verwaltung des Handelsbuchs nach Artikel 103 erfüllt.“.

(50)  Artikel 105 wird wie folgt geändert:

a)  Absatz 1 erhält folgende Fassung:

„(1)   Alle zeitwertbilanzierten Handelsbuchpositionen und Anlagebuchpositionen unterliegen den in diesem Artikel festgelegten Standards für eine vorsichtige Bewertung. Die Institute stellen insbesondere sicher, dass mit der vorsichtigen Bewertung ihrer Handelsbuchpositionen ein angemessener Grad an Sicherheit erzielt wird, der dem dynamischen Charakter der zeitwertbilanzierten Handelsbuchpositionen und Anlagebuchpositionen, den Anforderungen der aufsichtlichen Solidität sowie der Funktionsweise und dem Zweck der Eigenmittelanforderungen im Hinblick auf die zeitwertbilanzierten Handelsbuchpositionen und Anlagebuchpositionen Rechnung trägt.“.

b)  Die Absätze 3 und 4 erhalten folgende Fassung:

„(3)   Die Institute bewerten die zeitwertbilanzierten Handelsbuchpositionen zumindest einmal täglich neu. Wertänderungen dieser Positionen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung des Instituts ausgewiesen.

4.   Die Institute bewerten ihre zeitwertbilanzierten Handelsbuchpositionen und Anlagebuchpositionen wann immer möglich zu Marktpreisen, auch bei der Anwendung der einschlägigen Eigenmittelvorschriften auf diese Positionen.“.

c)  Die Absätze 3 und 4 erhalten folgende Fassung:

„(6)   Wenn eine Bewertung zu Marktpreisen nicht möglich ist, nehmen die Institute eine vorsichtige Bewertung ihrer Positionen und Portfolios zu Modellpreisen vor, auch bei der Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Positionen im Handelsbuch und für zeitwertbilanzierte Anlagebuchpositionen.“.

d)  In Absatz 7 erhält der letzte Unterabsatz folgende Fassung:

Für die Zwecke von Buchstabe d wird das Modell unabhängig von den Handelsabteilungen entwickelt bzw. abgenommen und einer unabhängigen Prüfung unterzogen, einschließlich einer Bewertung der mathematischen Grundlagen, der Annahmen und der Softwareimplementierung.“.

e)  Absatz 11 Buchstabe a erhält folgende Fassung:

„a)  die zusätzliche Zeit, die notwendig wäre, um die Position oder die Positionsrisiken über die Liquiditätshorizonte hinaus abzusichern, die den Risikofaktoren der Position gemäß Artikel 325be zugewiesen worden sind;“.

(51)  Artikel 106 wird wie folgt geändert:

a)  Die Absätze 2 und 3 erhalten folgende Fassung:

„(2)   Die Anforderungen nach Absatz 1 lassen die Anforderungen unberührt, die für abgesicherte Position im Anlagebuch bzw. im Handelsbuch gelten.

3.   Wenn ein Institut ein Kreditrisiko des Anlagebuchs oder ein Gegenparteirisiko absichert, indem es ein in seinem Handelsbuch verbuchtes Kreditderivat verwendet, gilt diese Kreditderivatposition für die Zwecke der Berechnung der risikogewichteten Positionsbeträge nach Artikel 92 Absatz 3 Buchstabe a als internes Sicherungsgeschäft zur Absicherung gegen das Kreditrisiko des Anlagebuchs oder das Gegenparteirisiko, sofern das Institut ein anderes Kreditderivatgeschäft mit einem anerkannten dritten Sicherungsgeber eingeht, das die Anforderungen für eine Absicherung ohne Sicherheitsleistung im Anlagebuch erfüllt und das Marktrisiko des internen Sicherungsgeschäfts vollständig ausgleicht.

Sowohl ein gemäß Unterabsatz 1 anerkanntes internes Sicherungsgeschäft als auch das mit dem Dritten eingegangene Kreditderivatgeschäft wird zu Zwecken der Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken in das Handelsbuch einbezogen.“.

b)  Folgende Absätze 4, 5 und 6 werden angefügt:

„(4)   Wenn ein Institut ein Beteiligungsrisiko des Anlagebuchs absichert, indem es ein in seinem Handelsbuch verbuchtes Aktienderivat verwendet, gilt diese Aktienderivatposition für die Zwecke der Berechnung der risikogewichteten Positionsbeträge nach Artikel 92 Absatz 3 Buchstabe a als internes Sicherungsgeschäft zur Absicherung gegen das Aktienrisiko des Anlagebuchs , sofern das Institut ein anderes Aktienderivatgeschäft mit einem anerkannten dritten Sicherungsgeber eingeht, das die Anforderungen für eine Absicherung ohne Sicherheitsleistung im Anlagebuch erfüllt und das Marktrisiko des internen Sicherungsgeschäfts vollständig ausgleicht.

Sowohl ein gemäß Unterabsatz 1 anerkanntes internes Sicherungsgeschäft als auch das mit dem Dritten eingegangene Aktienderivatgeschäft wird zum Zweck der Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken in das Handelsbuch einbezogen.

5. Wenn ein Institut ein Zinsrisiko des Anlagebuchs absichert, indem es eine in seinem Handelsbuch verbuchte Zinsrisikoposition verwendet, gilt diese Position für die Zwecke der Bewertung der Zinsrisiken aus Positionen im Anlagebuch im Einklang mit den Artikeln 84 und 98 der Richtlinie 2013/36/EU als internes Sicherungsgeschäft, sofern die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

a)  die Position wurde einer im Einklang mit Artikel 104b eingerichteten Handelsabteilung mit einer Handelsstrategie zugeordnet, die ausschließlich darauf abzielt, das Marktrisiko von internen Sicherungsgeschäften im Zusammenhang mit dem Zinsrisiko zu steuern und zu verringern. Zu diesem Zweck darf diese Handelsabteilung andere Zinsrisikopositionen mit Dritten oder anderen Handelsabteilungen des Instituts eingehen, sofern diese anderen Handelsabteilungen das Marktrisiko dieser anderen Zinsrisikopositionen vollständig ausgleichen, indem sie entgegengesetzte Zinsrisikopositionen mit Dritten eingehen;

b)  das Institut hat vollständig dokumentiert, wie die Position die aus den Positionen des Anlagebuchs entstehenden Zinsrisiken für die Zwecke der in Artikel 84 und 98 der Richtlinie 2013/36/EU festgelegten Anforderungen verringert.

6. Die Eigenmittelanforderungen für die Marktrisiken sämtlicher Positionen, die der Handelsabteilung im Sinne von Absatz 3 Buchstabe a zugeordnet wurden oder die sie eingegangen ist, werden eigenständig als getrenntes Portfolio berechnet und ergänzen die Eigenmittelanforderungen für die anderen Handelsbuchpositionen.“.

(52)  Artikel 107 Absatz 3 erhält folgende Fassung:

„(3) Für die Zwecke dieser Verordnung werden Risikopositionen gegenüber einer Drittland-Wertpapierfirma, einem Drittland-Kreditinstitut und einer Drittland-Börse nur dann wie Risikopositionen gegenüber einem Institut behandelt, wenn die aufsichtlichen und rechtlichen Anforderungen des Drittlandes an das betreffende Unternehmen jenen der Union zumindest gleichwertig sind.“.

(52a)  Artikel 117 Absatz 2 erhält folgende Fassung:

„(2)  Risikopositionen gegenüber den folgenden multilateralen Entwicklungsbanken wird ein Risikogewicht von 0 % zugewiesen:

a)  Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung,

b)  Internationale Finanz-Corporation,

c)  Interamerikanische Entwicklungsbank,

d)  Asiatische Entwicklungsbank,

e)  Afrikanische Entwicklungsbank,

f)  Entwicklungsbank des Europarates,

g)  Nordische Investitionsbank,

h)  Karibische Entwicklungsbank,

i)  Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung,

j)  Europäische Investitionsbank,

k)  Europäischer Investitionsfonds,

l)  Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur,

m)  Internationale Finanzierungsfazilität für Impfungen,

n)  Islamische Entwicklungsbank,

na)  Internationale Entwicklungsorganisation.

Für die Zwecke dieses Absatzes ist die Kommission befugt, delegierte Rechtsakte gemäß Artikel 10 bis 14 von Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen, um unter Berücksichtigung vorhandener aufsichtsrechtlicher Beurteilungen der Gleichwertigkeit festzustellen, ob multilaterale Entwicklungsbanken, die noch nicht in der Liste dieses Absatzes aufgeführt sind, die Voraussetzungen dafür erfüllen, dass ihnen das Risikogewicht 0 % zugewiesen wird.“

(52b)  In Artikel 123 wird folgender Unterabsatz 3a eingefügt:

„Risikopositionen auf Darlehen, die durch Gehalts- oder Pensionszahlungen besichert sind und garantiert sind durch

i)  eine Pflichtversicherung, welche die Risiken des Todes, der Arbeitsunfähigkeit oder der Arbeitslosigkeit des Kreditnehmers abdeckt,

ii)  direkte Rückzahlungen durch den Arbeitgeber oder die Pensionskasse durch direkten Einbehalt vom Gehalt oder von der Pensionszahlung des Schuldners und

iii)  eine monatliche Ratenzahlung, die nicht höher als 35 % des monatlichen Nettogehalts oder der Netto-Pensionszahlung ist,

wird ein Risikogewicht von 35 % zugewiesen.“

(52c)  Artikel 124 erhält folgende Fassung:

  „(1)  Risikopositionen oder Teilen einer Risikoposition, die durch Grundpfandrechte auf Immobilien vollständig besichert sind — ausgenommen Teile der Risikoposition, die einer anderen Risikopositionsklasse zugeordnet sind —, wird ein Risikogewicht von 100 % zugewiesen, wenn die Bedingungen der Artikel 125 oder 126 nicht erfüllt sind. Dem über den Beleihungswert der Immobilie hinausgehenden Teil der Risikoposition wird das Risikogewicht für unbesicherte Risikopositionen gegenüber der beteiligten Gegenpartei zugewiesen.

Der Teil einer Risikoposition, der als durch eine Immobilie vollständig besichert behandelt wird, übersteigt nicht den als Sicherheit hinterlegten Betrag des Marktwerts bzw. im Fall der Mitgliedstaaten, deren Rechts- und Verwaltungsvorschriften strenge Vorgaben für die Bemessung des Beleihungswerts setzen, den Beleihungswert der betreffenden Immobilie.

2.  Auf der Grundlage der nach Artikel 101 erhobenen Daten und aller anderen maßgeblichen Indikatoren bewerten die zuständigen Behörden regelmäßig, mindestens jedoch einmal jährlich oder auf Anfrage der benannten Behörde nach Artikel 458 Absatz 1, ob das Risikogewicht von 30 % für durch Grundpfandrechte auf Wohnimmobilien besicherte Risikopositionen nach Artikel 125 und das Risikogewicht von 50 % für durch Gewerbeimmobilien besicherte Risikopositionen nach Artikel 126 für Immobilien in ihrem Land sich in angemessener Weise auf Folgendes stützen:

a)  die Verlusterfahrungswerte für durch Immobilien besicherte Risikopositionen,

b)  zukunftsorientierte Immobilienmarktentwicklungen.

Die zuständigen Behörden teilen den benannten Behörden das Ergebnis ihrer Prüfung mit.

3.  Kommt eine zuständige Behörde aufgrund der in Absatz 2 dieses Artikels genannten Bewertung zu dem Schluss, dass die Risikogewichte nach Artikel 125 Absatz 2 oder Artikel 126 Absatz 2 nicht den tatsächlichen Risiken von Positionen entsprechen, die durch im Mitgliedstaat der zuständigen Behörde belegene Grundpfandrechte auf Wohnimmobilien oder Gewerbeimmobilien vollständig besichert sind, erhöht sie die für diese Risikopositionen geltenden Risikogewichte oder wendet strengere Kriterien an als nach Artikel 125 Absatz 2 oder Artikel 126 Absatz 2 vorgesehen.

Die benannte Behörde kann die zuständige Behörde ersuchen, eine Bewertung nach Absatz 2 dieses Artikels vorzunehmen. Die benannte Behörde kann ein höheres Risikogewicht ansetzen oder strengere Kriterien einführen als in Artikel 125 Absatz 2 und Artikel 126 Absatz 2 vorgesehen sind, sofern alle der folgenden Bedingungen erfüllt sind:

a)  sie hat die zuständige Behörde und den ESRB in Bezug auf die Änderungen konsultiert;

b)  sie ist der Auffassung, dass die Nichtumsetzung der Änderungen die gegenwärtige oder künftige Finanzstabilität in ihrem Mitgliedstaat erheblich beeinträchtigen würde. Die zuständigen Behörden halten Rücksprache mit der EBA und unterrichten die benannte Behörde über Anpassungen der Risikogewichte und der angewandten Kriterien.

Die zuständigen und benannten Behörden melden der EBA und dem ESRB alle Anpassungen der Risikogewichte und angewandten Kriterien gemäß diesem Absatz.

Die EBA und der ESRB veröffentlichen die von den Behörden angesetzten Risikogewichte und Kriterien für Risikopositionen nach den Artikeln 125, 126 und 199 Absatz 1 Buchstabe a.

4.  Für die Zwecke des Absatzes 3 können die zuständigen und benannten Behörden die Risikogewichte innerhalb der folgenden Spannen ansetzen:

a)  zwischen 30 % und 150 % der durch Grundpfandrechte auf Wohnimmobilien besicherten Risikopositionen;

b)  zwischen 50 % und 150 % der durch Grundpfandrechte auf Gewerbeimmobilien besicherten Risikopositionen.

4a.  Setzen die zuständige oder benannte Behörde höhere Risikogewichte an oder wenden sie strengere Kriterien nach Absatz 3 an, bleibt den Instituten ein sechsmonatiger Übergangszeitraum, bis das neue Risikogewicht angewandt wird. Die Institute wenden die höheren Risikogewichte oder strengeren Kriterien auf alle entsprechenden Risikopositionen an, die durch Grundpfandrechte auf in diesem Mitgliedstaat belegene Gewerbe- oder Wohnimmobilien besichert sind.

4b.  Die EBA arbeitet in Zusammenarbeit mit dem ESRB Entwürfe technischer Regulierungsstandards aus, mit denen die strengen Kriterien für die Bemessung des Beleihungswerts nach Absatz 1 sowie die Bedingungen, die die zuständigen Behörden nach Absatz 2 bei der Festlegung höherer Risikogewichte berücksichtigen sollen, präzisiert werden.

Die EBA übermittelt der Kommission diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards bis zum 31. Dezember 2019.

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Unterabsatz 1 genannten technischen Regulierungsstandards gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

5.  Die Institute eines Mitgliedstaats wenden die Risikogewichte und Kriterien an, die von den zuständigen Behörden eines anderen Mitgliedstaats für die Risikopositionen festgelegt wurden, die durch Grundpfandrechte auf in diesem anderen Mitgliedstaat belegene Gewerbeimmobilien und Wohnimmobilien besichert sind.“

(52d)  Artikel 125 erhält folgende Fassung:

„Artikel 125

Durch Wohnimmobilien vollständig besicherte Risikopositionen

1.   Soweit die zuständigen Behörden nicht gemäß Artikel 124 Absatz 2 anders entschieden haben, werden durch Grundpfandrechte auf Wohnimmobilien vollständig besicherte Risikopositionen wie folgt behandelt:

a)   Risikopositionen oder Teile einer Risikoposition, die durch Grundpfandrechte auf Wohnimmobilien vollständig besichert sind, welche vom Eigentümer bzw. im Falle einer privaten Beteiligungsgesellschaft vom begünstigten Eigentümer gegenwärtig oder künftig selbst genutzt oder vermietet werden, wird ein Risikogewicht von 30 % zugewiesen;

b)   Risikopositionen gegenüber einem Leasingnehmer in Immobilien-Leasing-Geschäften mit Wohnimmobilien, bei denen ein Institut der Leasinggeber ist und der Leasingnehmer eine Kaufoption hat, wird ein Risikogewicht von 35 % zugewiesen, sofern die Risikoposition des Instituts durch sein Eigentum an der Immobilie vollständig besichert ist.

2.   Die Institute betrachten eine Risikoposition oder einen Teil einer Risikoposition nur dann als vollständig besichert im Sinne von Absatz 1, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

a)   Der Wert der Immobilie hängt nicht wesentlich von der Bonität des Schuldners ab. Bei der Bestimmung der Wesentlichkeit einer solchen Abhängigkeit können die Institute Fälle ausklammern, in denen rein makroökonomische Faktoren sowohl den Wert der Immobilie als auch die Leistungsfähigkeit des Schuldners beeinträchtigen;

b)   das Risiko des Schuldners hängt nicht wesentlich von der Wertentwicklung der zugrunde liegenden Immobilie oder des Projekts ab, sondern von der Fähigkeit des Schuldners, seine Schulden aus anderen Quellen zurückzuzahlen, so dass auch die Rückzahlung der Fazilität nicht wesentlich von Zahlungsströmen abhängt, die durch die als Sicherheit gestellte Immobilie generiert werden. Für diese anderen Quellen legen die Institute im Rahmen ihrer Kreditpolitik Höchstwerte für das Verhältnis zwischen Darlehenshöhe und Einkommen fest und verlangen bei der Kreditvergabe einen geeigneten Einkommensnachweis;

c)  die Anforderungen des Artikels 208 und die Bewertungsgrundsätze nach Artikel 224 Absatz 1 werden eingehalten;

d)  sofern nach Artikel 124 Absatz 2 nichts anderes bestimmt ist, übersteigt der Teil des Darlehens, dem ein Risikogewicht von 30 % zugewiesen wird, in den Mitgliedstaaten, die in ihren Rechts- und Verwaltungsvorschriften strenge Vorgaben für die Bemessung des Beleihungswerts festgelegt haben, nicht 75 % des Marktwerts der betreffenden Immobilie bzw. 75 % des Beleihungswerts der betreffenden Immobilie;

3.  Bei Risikopositionen, die durch Grundpfandrechte auf in einem Mitgliedstaat belegene Wohnimmobilien vollständig besichert sind, dürfen Institute von Absatz 2 Buchstabe b abweichen, wenn die zuständige Behörde dieses Mitgliedstaats Nachweise dafür veröffentlicht hat, dass es im Gebiet dieses Mitgliedstaats einen gut entwickelten, seit langem etablierten Wohnimmobilienmarkt gibt, dessen Verlustraten folgende Obergrenzen nicht überschreiten:

a)  die Verluste aus Darlehensgeschäften, die – sofern in Artikel 124 Absatz 2 nichts anderes bestimmt ist – bis zu 80 % des Marktwerts oder 80 % des Beleihungswerts durch Wohnimmobilien besichert sind, gehen in keinem Jahr über 0,3 % der ausstehenden, durch Wohnimmobilien besicherten Darlehen hinaus;

b)  die Gesamtverluste aus Darlehensgeschäften, die durch Wohnimmobilien besichert sind, gehen in keinem Jahr über 0,5 % der ausstehenden, durch Wohnimmobilien besicherten Darlehen hinaus.

4.   Wird eine der beiden Voraussetzungen unter Absatz 3 in einem Jahr nicht erfüllt, so kann Absatz 3 nicht mehr angewandt werden und gilt die Voraussetzung unter Absatz 2 Buchstabe b, bis die Voraussetzungen unter Absatz 3 in einem der Folgejahre erfüllt sind.“

(53)  In Artikel 128 erhalten die Absätze 1 und 2 folgende Fassung:

„(1) Die Institute weisen Positionen, die mit besonders hohen Risiken verbunden sind, ein Risikogewicht von 150 % zu.

2. Für die Zwecke dieses Artikels behandeln die Institute die spekulative Immobilienfinanzierung als mit besonders hohen Risiken verbundene Risikopositionen.“.

(54)  Artikel 132 erhält folgende Fassung:

„Artikel 132Eigenmittelanforderungen für Risikopositionen in Form von Anteilen an OGA

1.  Die Institute berechnen den risikogewichteten Positionsbetrag ihrer Risikopositionen in Form von Anteilen an OGA durch Multiplikation der nach den in Absatz 2 Unterabsatz 1 beschriebenen Ansätzen berechneten risikogewichteten Positionsbeträge der Risikopositionen eines OGA mit dem Prozentsatz der von dem betreffenden Institut gehaltenen Anteile.

2.  Sind die Bedingungen nach Absatz 3 erfüllt, dürfen die Institute den Durchschauansatz gemäß Artikel 132a Absatz 1 oder den mandatsbasierten Ansatz gemäß Artikel 132a Absatz 2 anwenden.

Vorbehaltlich des Artikels 132b Absatz 2 weisen Institute, die weder den Durchschauansatz noch den mandatsbasierten Ansatz verwenden, ihren Positionen in Form von Anteilen an OGA ein Risikogewicht von 1250 % („Ausweichkonzept“) zu.

Die Institute können die risikogewichteten Positionsbeträge ihrer Risikopositionen in Form von Anteilen an OGA durch eine Kombination von in diesem Absatz genannten Ansätzen berechnen, sofern die Bedingungen für die Verwendung dieser Ansätze erfüllt sind.

3.  Die Institute dürfen den risikogewichteten Positionsbetrag von Risikopositionen eines OGA im Einklang mit den in Artikel 132a genannten Ansätzen bestimmen, sofern sämtliche der folgenden Bedingungen erfüllt sind:

a)  bei dem OGA handelt es sich um

i)  einen Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW) gemäß der Richtlinie 2009/65/EG;

ii)  einen EU-AIF, der von einem nach Artikel 3 Absatz 3 der Richtlinie 2011/61/EU registrierten EU-AIFM verwaltet wird;

iii)  einen AIF, der von einem nach Artikel 6 der Richtlinie 2011/61/EU zugelassenen EU-AIFM verwaltet wird;

iv)  einen AIF, der von einem nach Artikel 37 der Richtlinie 2011/61/EU zugelassenen Nicht-EU-AIFM verwaltet wird;

v)  einen Nicht-EU-AIF, der von einem Nicht-EU-AIFM verwaltet und nach Artikel 42 der Richtlinie 2011/61/EU vertrieben wird;

b)  der Prospekt oder die gleichwertigen Unterlagen des OGA enthalten folgende Angaben:

i)  die Kategorien der Vermögenswerte, in die der OGA investieren darf;

ii)  die relativen Grenzen und die Methodik zur Berechnung etwaiger Anlagehöchstgrenzen;

c)  die Berichterstattung des OGA an das Institut erfüllt die folgenden Anforderungen:

i)  über die Geschäftstätigkeit des OGA wird mindestens so häufig Bericht erstattet wie über die des Instituts;

ii)  die Detailtiefe der Finanzinformationen reicht aus, um dem Institut zu ermöglichen, den risikogewichteten Positionsbetrag des OGA nach dem von dem Institut gewählten Ansatz zu berechnen;

iii)  wendet das Institut den Durchschauansatz an, werden die Informationen über die zugrunde liegenden Positionen durch einen unabhängigen Dritten geprüft.

4.  Institute, die über keine ausreichenden Daten und Informationen zur Berechnung des risikogewichteten Positionsbetrags der Risikopositionen eines OGA gemäß den in Artikel 132a festgelegten Ansätzen verfügen, können sich auf die Berechnungen von Dritten stützen, sofern alle folgenden Bedingungen erfüllt sind:

a)  Der betreffende Dritte ist

i)  die Verwahrstelle bzw. das verwahrende Finanzinstitut des OGA, sofern der OGA ausschließlich in Wertpapiere investiert und sämtliche Wertpapiere bei dieser Verwahrstelle bzw. diesem verwahrenden Finanzinstitut hinterlegt;

ii)  im Fall von OGA, die nicht unter Ziffer i fallen, die OGA-Verwaltungsgesellschaft, sofern diese die in Absatz 3 Buchstabe a festgelegte Bedingung erfüllt;

b)  der Dritte führt die Berechnung gemäß den Ansätzen nach Artikel 132a Absätze 1, 2 bzw. 3 durch;

c)  ein externer Prüfer hat die Richtigkeit der Berechnung des Dritten bestätigt.

Institute, die sich auf die Berechnungen Dritter stützen, multiplizieren den aus diesen Berechnungen resultierenden risikogewichteten Positionsbetrag der Risikopositionen eines OGA mit dem Faktor 1,2, sofern die Institute nicht über die notwendigen Daten oder Informationen verfügen, um die Berechnungen zu replizieren.

5.  Wendet ein Institut für den Zweck der Berechnung des risikogewichteten Positionsbetrags der Risikopositionen eines OGA („OGA der Stufe 1“) die in Artikel 132a genannten Ansätze an, und handelt es sich bei einem der zugrunde liegenden Risikopositionen des OGA der Stufe 1 um eine Risikoposition in Form von Anteilen an einem anderen OGA („OGA der Stufe 2“), darf der risikogewichtete Positionsbetrag der Risikopositionen des OGA der Stufe 2 unter Verwendung eines der drei in Absatz 2 beschriebenen Ansätze berechnet werden. Das Institut darf den Durchschauansatz zur Berechnung der risikogewichteten Positionsbeträge der Risikopositionen von OGA in Stufe 3 und darüber verwenden, wenn es diesen Ansatz für die Berechnung auf der vorangegangenen Stufe verwendet hat. In jedem anderen Szenario verwendet es das Ausweichkonzept.

6.  Für den nach dem Durchschauansatz und dem mandatsbasierten Ansatz berechneten risikogewichteten Positionsbetrag der Risikopositionen eines OGA besteht eine Obergrenze, die dem nach dem Ausweichkonzept berechneten risikogewichteten Betrag der Risikopositionen dieses OGA entspricht.

7.  Abweichend von Absatz 1 können die Institute, die den Transparenzansatz nach Artikel 132a Absatz 1 anwenden, den risikogewichteten Positionsbetrag ihrer Risikopositionen in Form von Anteilen an OGA durch Multiplikation der nach Artikel 111 berechneten Risikopositionswerte dieser Risikopositionen mit einem nach der Formel gemäß Artikel 132c berechneten Risikogewicht (RWi*) berechnen, sofern die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

a)  die Institute bilanzieren den Wert ihrer Anteilsbestände an OGA zu den Anschaffungskosten, wogegen sie bei Anwendung des Transparenzansatzes den Wert der zugrunde liegenden Vermögenswerte des OGA zum Zeitwert bilanzieren würden;

b)  eine Änderung des Marktwerts der Anteile, für die die Institute den Wert zu den Anschaffungskosten bilanzieren, ändert weder den Betrag der Eigenmittel dieser Institute noch den mit diesen Beständen verbundenen Risikopositionswert.“

8.  Auf außerbilanzielle Mindestwertzusagen, die eine Verpflichtung zum Ausgleich einer Investition in Anteile eines oder mehrerer OGA darstellen, wenn der Marktwert der zugrunde liegenden Risikoposition des oder der OGA unter einen bestimmten Faktor sinkt, wird ein Umrechnungsfaktor von 20 % angewandt, um den Risikopositionswert zu bestimmen, wenn

i)  der aktuelle Marktwert der zugrunde liegenden Risikoposition des OGA den Gegenwartswert des Schwellenwertes erreicht oder überschreitet und

ii)  wenn das Institut oder ein anderes Unternehmen, das in den gleichen Konsolidierungskreis einbezogen ist, die Zusammensetzung der zu Grunde liegenden Risikopositionen des OGA im Hinblick auf die Beschränkung des Potenzials für eine weitere Verringerung der Überschreitung beeinflussen kann, oder soweit das Institut seine Garantie der Anwendung von Leitlinien durch den OGA bzw. die OGA untergeordnet hat, die dieselbe Wirkung der Beschränkung des Potenzials für eine weitere Verringerung der Überschreitung haben.“.

(55)  Folgender Artikel 132a wird eingefügt:

„Artikel 132aAnsätze für die Berechnung der risikogewichteten Positionsbeträge von OGA

1.  Sind die Bedingungen von Artikel 132 Absatz 3 erfüllt und verfügt das Institut über ausreichende Informationen über die einzelnen zugrunde liegende Risikopositionen des OGA, berechnet das Institut die risikogewichteten Positionsbeträge des OGA mittels Durchschau auf diese Risikopositionen und nimmt die Risikogewichtung aller zugrunde liegenden Risikopositionen des OGA so vor, als würden sie direkt von diesem Institut gehalten.

2.  Sind die Bedingungen des Artikels 132 Absatz 3 erfüllt, dürfen Institute, die über keine ausreichenden Informationen über die einzelnen zugrunde liegenden Risikopositionen eines OGA verfügen, um den Durschauansatz zu verwenden, den risikogewichteten Positionsbetrag dieser Risikopositionen gemäß den im Mandat des OGA festgelegten Höchstgrenzen und den einschlägigen Rechtsvorschriften berechnen.

Für die Zwecke von Unterabsatz 1 führen die Institute die Berechnungen unter der Annahme durch, dass der OGA zunächst bis zur laut seinem Mandat oder den einschlägigen Rechtsvorschriften zulässigen Höchstgrenze in Risikopositionsklassen mit der höchsten Eigenmittelanforderung Risikopositionen eingeht und in der Folge Risikopositionen in absteigender Reihenfolge eingeht, bis die maximale gesamte Höchstgrenze für Risikopositionen erreicht ist.

Die Institute führen die in Unterabsatz 1 genannte Berechnung nach den in diesem Kapitel, in Kapitel 5 dieses Titels und in den Abschnitten 3, 4 oder 5 von Kapitel 6 dieses Titels festgelegten Methoden durch.

Bei der Berechnung sollten die Institute davon ausgehen, dass ein OGA gegebenenfalls die Verschuldung bis zur gemäß seinem Mandat oder den einschlägigen Rechtsvorschriften zulässigen Höchstgrenze ausschöpft.

3.  Abweichend von Artikel 92 Absatz 3 Buchstabe d können Institute, die den risikogewichteten Positionsbetrag der Risikopositionen des OGA gemäß den Absätzen 1 oder 2 berechnen, anstelle der Eigenmittelanforderungen für das Risiko einer Anpassung der Kreditbewertung bei Derivaten des betreffenden OGA einen Betrag in Höhe von 50 % des Risikopositionswerts dieser Risikopositionen, berechnet gemäß Kapitel 6 Abschnitt 3, 4 bzw. 5, anwenden.

Abweichend von Unterabsatz 1 kann ein Institut von der Berechnung der Eigenmittelanforderungen für das Risiko einer Anpassung der Kreditbewertung Derivatepositionen ausnehmen, die dieser Anforderung nicht unterworfen wären, wenn sie direkt vom Institut gehalten würden.

4.  Die EBA arbeitet einen Entwurf technischer Regulierungsstandards aus, um zu präzisieren, wie Institute den in Absatz 2 genannten risikogewichteten Positionsbetrag berechnen, wenn einer der für die Berechnung notwendigen Bestandteile nicht verfügbar ist.

Die EBA übermittelt der Kommission diesen Entwurf technischer Regulierungsstandards spätestens [neun Monate nach Inkrafttreten].

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die technischen Regulierungsstandards nach Unterabsatz 1 gemäß Artikel 15 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.“.

(56)  Folgender Artikel 132b wird eingefügt:

„Artikel 132bAusnahmen von den Ansätzen zur Berechnung der risikogewichteten Positionsbeträge von OGA

1.  Die Institute nehmen von den Berechnungen nach Artikel 132 hartes Kernkapital, zusätzliches Kernkapital und Instrumente des Ergänzungskapitals, die ein OGA hält und die gemäß Artikel 36 Absatz 1, Artikel 56 bzw. Artikel 66 abzuziehen sind, aus.

2.  Die Institute können von den Berechnungen nach Artikel 132 Risikopositionen in Form von Anteilen an OGA im Sinne von Artikel 150 Absatz 1 Buchstaben g und h ausnehmen und diese stattdessen gemäß Artikel 133 behandeln.“.

(56a)  Folgender Artikel 132c wird eingefügt:

„Artikel 132cBehandlung außerbilanzieller Risikopositionen in OGA

Die Institute berechnen den risikogewichteten Positionsbetrag für ihre außerbilanziellen Posten mit der Möglichkeit, diese in Risikopositionen in Form von Anteilen an OGA durch Multiplikation der nach Artikel 111 berechneten Risikopositionswerte dieser Risikopositionen mit dem folgenden Risikogewicht (RWi*) umzurechnen:

a)  für alle Risikopositionen, für die Institute einen der Ansätze nach Artikel 132a verwenden:

 

dabei gilt:

i = der Index, in dem der OGA aufgeführt ist:

RW= der nach Artikel 132a berechnete Betrag;

= der Risikopositionswert der Risikopositionen von OGA i;

= der Buchwert der Vermögenswerte von OGA i;

 

b)  für alle anderen Risikopositionen ”.

(57)  Artikel 152 erhält folgende Fassung:

„Artikel 152Behandlung von Risikopositionen in Form von Anteilen an OGA

1.  Die Institute berechnen die risikogewichteten Positionsbeträge ihrer Risikopositionen in Form von Anteilen an OGA durch Multiplikation der nach den in diesem Artikel beschriebenen Ansätzen berechneten risikogewichteten Positionsbeträge des OGA mit dem Prozentsatz der vom betreffenden Institut gehaltenen Anteile.

2.  Sind die Bedingungen von Artikel 132 Absatz 3 erfüllt und verfügt das Institut über ausreichende Informationen über die einzelnen zugrunde liegenden Risikopositionen des OGA, so berechnet das Institut die risikogewichteten Positionsbeträge des OGA mittels Durchschau auf diese zugrunde liegenden Risikopositionen und nimmt die Risikogewichtung aller zugrunde liegenden Risikopositionen des OGA so vor, als würden sie direkt vom Institut gehalten.

3.  Abweichend von Artikel 92 Absatz 3 Buchstabe d können Institute, die die risikogewichteten Positionsbeträge des OGA gemäß den Absätzen 1 oder 2 berechnen, anstelle der Eigenmittelanforderungen für das Risiko einer Anpassung der Kreditbewertung bei Derivaten des betreffenden OGA einen Betrag in Höhe von 50 % des Risikopositionswerts dieser Risikopositionen, berechnet gemäß Kapitel 6 Abschnitt 3, 4 bzw. 5, anwenden.

Abweichend von Unterabsatz 1 kann ein Institut von der Berechnung der Eigenmittelanforderungen für das Risiko einer Anpassung der Kreditbewertung Derivatepositionen ausnehmen, die dieser Anforderung nicht unterworfen wären, wenn sie direkt vom Institut gehalten würden.

4.  Institute, die den Durchschauansatz gemäß den Absätzen 2 und 3 anwenden und die Bedingungen für eine dauerhafte teilweise Verwendung gemäß Artikel 150 erfüllen oder die die Voraussetzungen für die Anwendung der in diesem Kapitel beschriebenen Methoden für alle oder einen Teil der zugrunde liegenden Risikopositionen des OGA nicht erfüllen, berechnen die risikogewichteten Positionsbeträge und erwarteten Verlustbeträge nach den folgenden Grundsätzen:

a)  Im Fall von Risikopositionen der Klasse „Beteiligungsrisikopositionen“ gemäß Artikel 147 Absatz 2 Buchstabe e wenden die Institute den einfachen Risikogewichtungsansatz nach Artikel 155 Absatz 2 an;

b)  im Fall von Risikopositionen der Risikopositionsklasse „Verbriefungspositionen“ wenden die Institute den ratingbasierten Ansatz nach Artikel 261 an;

c)  im Fall aller anderen zugrunde liegenden Risikopositionen wenden die Institute den Standardansatz nach Kapitel 2 an.

Ist das Institut nicht in der Lage, für die Zwecke von Unterabsatz 1 Buchstabe a zwischen Positionen von privatem Beteiligungskapital und börsengehandelten sowie sonstigen Beteiligungspositionen zu unterscheiden, behandelt es die betreffenden Risikopositionen als sonstige Beteiligungspositionen.

5.  Wenn die Bedingungen des Artikels 132 Absatz 3 erfüllt sind, dürfen Institute, die über keine ausreichenden Informationen über die einzelnen zugrunde liegenden Risikopositionen eines OGA verfügen, den risikogewichteten Positionsbetrag für diese Risikopositionen gemäß dem mandatsbasierten Ansatz nach Artikel 132a Absatz 2 berechnen. Im Falle von Risikopositionen gemäß Absatz 4 Buchstaben a, b und c wenden die Institute jedoch die dort beschriebenen Ansätze an.

6.  Vorbehaltlich Artikel 132b Absatz 2 wenden Institute, die nicht den Durchschauansatz gemäß den Absätzen 2 und 3 oder den mandatsorientierten Ansatz gemäß Absatz 5 anwenden, das in Artikel 132 Absatz 2 genannte Ausweichkonzept an.

7.  Institute, die über keine ausreichenden Daten oder Informationen zur Berechnung des risikogewichteten Positionsbetrags eines OGA gemäß den Ansätzen nach den Absätzen 2, 3, 4 und 5 verfügen, können sich auf die Berechnungen von Dritten stützen, sofern alle folgenden Bedingungen erfüllt sind:

a)  Der betreffende Dritte ist

i)  die Verwahrstelle bzw. das verwahrende Finanzinstitut des OGA, sofern der OGA ausschließlich in Wertpapiere investiert und sämtliche Wertpapiere bei dieser Verwahrstelle bzw. diesem verwahrenden Finanzinstitut hinterlegt;

ii)  im Fall von OGA, die nicht unter Ziffer i fallen, die OGA-Verwaltungsgesellschaft, sofern diese die in Artikel 132 Absatz 3 Buchstabe a festgelegten Kriterien erfüllt;

b)  im Fall von anderen Risikopositionen als den in Absatz 4 Buchstaben a, b und c genannten Risikopositionen führt der Dritte die Berechnung gemäß dem Ansatz nach Artikel 132a Absatz 1 durch;

c)  im Fall der in Absatz 4 Buchstaben a, b und c genannten Risikopositionen führt der Dritte die Berechnung gemäß den dort beschriebenen Ansätzen durch;

d)  ein externer Prüfer hat die Richtigkeit der Berechnung des Dritten bestätigt.

Institute, die sich auf die Berechnungen Dritter stützen, multiplizieren die aus diesen Berechnungen resultierenden risikogewichteten Positionsbeträge der Risikopositionen eines OGA mit dem Faktor 1,2, sofern sie nicht über die notwendigen Daten oder Informationen verfügen, um die Berechnung zu replizieren.

8.  Für die Zwecke dieses Artikels finden die Bestimmungen von Artikel 132 Absätze 5 und 6 und Artikel 132b Anwendung.“.

(57a)  Artikel 164 Absätze 5, 6 und 7 erhalten folgende Fassung:

„(5)  Auf der Grundlage der nach Artikel 101 erhobenen Daten und aller anderen maßgeblichen Indikatoren sowie unter Berücksichtigung zukunftsorientierter Immobilienmarktentwicklungen bewerten die zuständigen Behörden regelmäßig, mindestens jedoch jährlich oder auf Anfrage der benannten Behörde nach Artikel 458 Absatz 1, ob die LGD-Mindestwerte nach Absatz 4 und die durch Immobilien besicherten LGD-Werte von Risikopositionen gegenüber Unternehmen für Risikopositionen angemessen sind, die durch in ihrem Hoheitsgebiet belegene Wohnimmobilien oder Gewerbeimmobilien besichert sind.

Die zuständigen Behörden teilen den benannten Behörden das Ergebnis ihrer Prüfung mit.

Kommt eine zuständige Behörde auf der Grundlage der Bewertung nach Unterabsatz 1 zu dem Schluss, dass die LGD-Mindestwerte nach Absatz 4 oder die durch Immobilien besicherten LGD-Werte von Risikopositionen gegenüber Unternehmen nicht angemessen sind, setzt sie höhere LGD-Mindestwerte für die betreffenden Risikopositionen in ihrem Hoheitsgebiet an. Gleichermaßen können in einem Teil oder Teilen ihres Hoheitsgebiets höhere Mindestwerte für Risikopositionen durch ein oder mehrere Immobiliensegmente angewandt werden.

Die benannte Behörde kann die zuständige Behörde ersuchen, eine Bewertung nach Absatz 2 dieses Artikels vorzunehmen. Die benannte Behörde kann höhere LGD-Mindestwerte festlegen, wenn alle nachfolgenden Bedingungen erfüllt sind:

a)  sie hat die zuständige Behörde und den ESRB in Bezug auf die Änderungen konsultiert;

b)  sie ist der Auffassung, dass die Nichtumsetzung der Änderungen die gegenwärtige oder künftige Finanzstabilität in ihrem Mitgliedstaat erheblich beeinträchtigen würde.

Die zuständigen Behörden zeigen jede Änderung der LGD-Mindestwerte, die sie gemäß Unterabsatz 2 vornehmen, der EBA und der benannten Behörde an, und die EBA veröffentlicht daraufhin diese LGD-Werte.

Die benannten Behörden zeigen jede Änderung der LGD-Mindestwerte, die sie gemäß Unterabsatz 2 vornehmen, dem ESRB an, der diese LGD-Werte daraufhin veröffentlicht.

(6)  Die EBA arbeitet gemeinsam mit dem ESRB technische Regulierungsstandards zur Festlegung der Bedingungen aus, denen die zuständigen Behörden bei der Bewertung der Angemessenheit der LGD-Werte nach Absatz 5 Rechnung tragen müssen.

Die EBA übermittelt der Kommission diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards bis zum 31. Dezember 2019.

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Unterabsatz 1 genannten technischen Regulierungsstandards gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

(7)  Die Institute eines Mitgliedstaats wenden die höheren LGD-Mindestwerte, die von den Behörden eines anderen Mitgliedstaats gemäß Absatz 5 festgelegt wurden, auf alle ihre entsprechenden in diesem Mitgliedstaat belegenen Risikopositionen an.“

(57b)  In Artikel 181 Absatz 1 wird nach Buchstabe a folgender Buchstabe eingefügt:

„aa) Ergänzend zu Buchstabe a dieses Absatzes kann ein Institut im Fall von Veräußerungen im großen Umfang seine LGD-Schätzungen anpassen, indem es die Auswirkungen solcher Veräußerungen auf LGD-Schätzungen teilweise oder gänzlich kompensiert. Entscheidet sich ein Institut dazu, eine solche Anpassung vorzunehmen, informiert das Institut die zuständige Behörde über den Umfang, die Zusammensetzung und den Zeitpunkt der Veräußerungen. Falls die zuständige Behörde zu dem Schluss kommt, dass eine Anpassung im Sinne dieses Absatzes nicht eine Veräußerung im großen Umfang ist, entscheidet sie innerhalb von maximal 30 Tagen nach der erfolgten Notifizierung, dass das notifizierende Institut die Anpassung nicht vornehmen darf. In einem solchen Fall setzt die zuständige Behörde das notifizierende Institut unverzüglich über diese Entscheidung in Kenntnis.

Die Bestimmung nach Unterabsatz 1 ist im Zeitraum zwischen dem 23. November 2016 und dem ... [Datum des Inkrafttretens dieser Verordnung + 5 Jahre] anwendbar.“.

(58)  Artikel 201 Absatz 1 Buchstabe h erhält folgende Fassung:

„h) qualifizierte zentrale Gegenparteien.“.

(59)  Folgender Artikel 204a wird eingefügt:

„Artikel 204aAnerkennungsfähige Arten von Eigenkapitalderivaten

1.  Die Institute dürfen Eigenkapitalderivate, die Gesamtrendite-Swaps sind oder wirtschaftlich vergleichbare Wirkung haben, als anerkennungsfähige Kreditbesicherung nur für die Zwecke interner Sicherungsgeschäfte verwenden.

Erwirbt ein Institut eine Kreditbesicherung in Form eines Gesamtrendite-Swaps und erfasst die Nettozahlungen aus dem Swap als Nettoertrag, trägt jedoch dem den Zahlungen gegenüberstehenden Wertverlust der abgesicherten Forderung nicht durch Herabsetzung des beizulegenden Zeitwerts oder durch Erhöhung der Risikovorsorge Rechnung, so ist diese Kreditbesicherung nicht anerkennungsfähig.

2.  Tätigt ein Institut mithilfe eines Eigenkapitalderivats ein internes Sicherungsgeschäft, kann das interne Sicherungsgeschäft für die Zwecke dieses Kapitels als Kreditbesicherung nur dann anerkannt werden, wenn das auf das Handelsbuch übertragene Kreditrisiko auf einen oder mehrere Dritte übertragen wird.

Wurde ein internes Sicherungsgeschäft gemäß Unterabsatz 1 getätigt und sind die Anforderungen dieses Kapitels erfüllt, so berechnen die Institute bei Erwerb einer Absicherung ohne Sicherheitsleistung die risikogewichteten Positionsbeträge und erwarteten Verlustbeträge nach den Vorschriften der Abschnitte 4 bis 6.“.

(60)  Artikel 223 wird wie folgt geändert:

a)  In Absatz 3 erhält der letzte Unterabsatz folgende Fassung:

„Bei OTC-Derivaten berechnen Institute, die die Methode gemäß Kapitel 6 Abschnitt 6 verwenden, EVA wie folgt:

.“.

b)  In Absatz 5 erhält der letzte Unterabsatz folgende Fassung:

„Bei OTC-Derivaten tragen Institute, die die Methoden nach Kapitel 6 Abschnitte 3, 4 und 5 verwenden, den risikomindernden Auswirkungen der Sicherheit gemäß den Bestimmungen des jeweils anwendbaren Abschnitts Rechnung.“.

(60a)  Artikel 247 Absatz 3 erhält folgende Fassung:

„(3)  Abweichend von Absatz 2 müssen die in Artikel 201 Absatz 1 Buchstaben b bis h genannten anerkennungsfähigen Steller einer Absicherung ohne Sicherheitsleistung - ausgenommen qualifizierte zentrale Gegenparteien - eine Bonitätsbeurteilung einer anerkannten ECAI haben, die gemäß Artikel 136 einer Bonitätsstufe von mindestens 3 zugeordnet wird und zum Zeitpunkt der erstmaligen Anerkennung der Absicherung einer Bonitätsstufe von mindestens 2 zugeordnet wurde. Institute, die auf eine direkte Risikoposition gegenüber dem Sicherungsgeber den IRB-Ansatz anwenden dürfen, können die Anerkennungsfähigkeit anhand des ersten Satzes und ausgehend von der Äquivalenz zwischen der PD des Sicherungsgebers und der PD, die mit der in Artikel 136 angegebenen Bonitätsstufe verknüpft ist, bewerten.".

(61)  In Artikel 272 erhalten die Nummern 6 und 12 folgende Fassung:

„(6) „Hedging-Satz“ eine Gruppe von Geschäften innerhalb des gleichen Netting-Satzes, bei denen zur Bestimmung des potenziellen künftigen Risikopositionswerts gemäß den Methoden nach den Abschnitten 3 oder 4 ein gänzlicher oder teilweiser Ausgleich erlaubt ist;

(12) „aktueller Marktwert“ oder „CMV“ für die Zwecke der Abschnitte 3 bis 5 den Nettomarktwert aller in einem Netting-Satz enthaltenen Geschäfte, ohne Berücksichtigung gehaltener oder gestellter Sicherheiten, wobei zur Berechnung des CMV positive und negative Marktwerte gegeneinander aufgerechnet werden;“.

(62)  In Artikel 272 werden die folgenden Nummern 7a und 12a eingefügt:

„(7a) „asymmetrische Nachschussvereinbarung“ eine Nachschussvereinbarung, wonach ein Institut Nachschusszahlungen (variation margins) an eine Gegenpartei leisten muss, aber keinen Anspruch auf Erhalt einer Nachschusszahlung von dieser Gegenpartei hat oder umgekehrt;“.

„(12a) „unabhängiger Netto-Sicherheitenbetrag“ oder „NICA“ die Summe des volatilitätsangepassten Werts der in Bezug auf den Netting-Satz erhaltenen bzw. gestellten Nettosicherheiten außer Nachschusszahlungen (variation margins);“.

(63)  Artikel 273 wird wie folgt geändert:

a)  Absatz 1 erhält folgende Fassung:

„(1)  Die Institute berechnen den Risikopositionswert der in Anhang II genannten Geschäfte nach einer der in den Abschnitten 3 bis 6 dargelegten Methoden im Einklang mit diesem Artikel.

Ein Institut, das die Bedingungen gemäß Artikel 273a Absatz 2 nicht erfüllt, darf nicht nach der in Abschnitt 4 beschriebenen Methode verfahren. Ein Institut, das die Bedingungen gemäß Artikel 273a Absatz 3 nicht erfüllt, darf nicht nach der in Abschnitt 5 beschriebenen Methode verfahren.

Ein Institut darf zur Bestimmung des Risikopositionswerts der in Anhang II Nummer 3 genannten Geschäfte nicht auf die in Abschnitt 5 beschriebene Methode zurückgreifen.

Institute dürfen innerhalb einer Gruppe dauerhaft eine Kombination der Methoden nach den Abschnitten 3 bis 6 anwenden. Ein einzelnes Institut darf eine Kombination der Methoden nach den Abschnitten 3 bis 6 nicht dauerhaft anwenden.“

b)  Die Absätze 6, 7, 8 und 9 erhalten folgende Fassung:

„(6) Nach allen in den Abschnitten 3 bis 6 beschriebenen Methoden ist der Risikopositionswert für eine bestimmte Gegenpartei gleich der Summe der Risikopositionswerte, die für jeden mit dieser Gegenpartei bestehenden Netting-Satz berechnet werden.

Wenn eine Nachschussvereinbarung für mehrere Netting-Sätze mit dieser Gegenpartei gilt und das Institut zur Berechnung des Risikopositionswerts dieser Netting-Sätze eine der Methoden nach Abschnitt 3 und Abschnitt 6 verwendet, wird der Risikopositionswert abweichend vom Unterabsatz 1 gemäß dem betreffenden Abschnitt berechnet.

Für eine bestimmte Gegenpartei ist der nach diesem Kapitel berechnete Risikopositionswert für einen aus den in Anhang II genannten OTC-Derivaten bestehenden Netting-Satz gleich Null oder gleich der Differenz zwischen der Summe der Risikopositionswerte aller mit dieser Gegenpartei bestehenden Netting-Sätze und der Summe der CVA für diese Gegenpartei, die von dem Institut bereits als Abschreibung erfasst wurden, wenn dieser Wert höher ist. Bei der Berechnung der kreditrisikobezogenen Bewertungsanpassungen werden etwaige ausgleichende bereits gemäß Artikel 33 Absatz 1 Buchstabe c von den Eigenmitteln ausgeschlossene Anpassungen der Wertstellung von Belastungen, die dem eigenen Kreditrisiko der Firma zugerechnet werden, nicht berücksichtigt.

7. Bei der Berechnung des Risikopositionswerts gemäß den Methoden nach den Abschnitten 3 bis 5 können Institute zwei OTC-Derivatkontrakte derselben Nettingvereinbarung, die sich völlig ausgleichen, wie einen einzigen Kontrakt mit einem Nominalwert von Null behandeln.

Zwei OTC-Derivatkontrakte gleichen sich für die Zwecke von Unterabsatz 1 völlig aus, wenn sie alle folgenden Bedingungen erfüllen:

a)  sie haben entgegengesetzte Risikopositionen;

b)  sie haben mit Ausnahme des Handelsdatums identische Merkmale;

c)  ihre Zahlungsströme gleichen sich in vollem Umfang aus.

8. Bei Risikopositionen, die sich aus Geschäften mit langer Abwicklungsfrist ergeben, berechnen die Institute den Risikopositionswert nach einer der in den Abschnitten 3 bis 6 beschriebenen Methoden, unabhängig davon, nach welcher Methode sie bei OTC-Derivatgeschäften und Pensionsgeschäften, Wertpapier- oder Warenverleih- oder ‑leihgeschäften und Lombardgeschäften verfahren. Institute, die nach dem in Kapitel 3 beschriebenen Ansatz verfahren, können bei der Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Geschäfte mit langer Abwicklungsfrist unabhängig von der Wesentlichkeit dieser Positionen dauerhaft die Risikogewichte des in Kapitel 2 beschriebenen Ansatzes ansetzen.

9. Bei den Methoden nach den Abschnitten 3 bis 6 verfahren Institute bei Geschäften, bei denen ein spezielles Korrelationsrisiko festgestellt wurde, nach Artikel 291.“.

(64)  Die folgenden Artikel 273a und 273b werden eingefügt :

„Artikel 273aBedingungen für die Verwendung vereinfachter Methoden zur Berechnung des Risikopositionswerts

1.  Institute dürfen den Risikopositionswert von Derivatepositionen nach der in Abschnitt 4 beschriebenen Methode berechnen, sofern der Umfang ihrer bilanziellen und außerbilanziellen Geschäfte mit Derivaten auf der Grundlage einer monatlichen Bewertung die folgenden Schwellenwerte nicht überschreitet:

a)  10 % der gesamten Vermögenswerte des Instituts,

b)  300 Millionen EUR.

2.  Institute dürfen den Risikopositionswert von Derivatepositionen nach der in Abschnitt 5 beschriebenen Methode berechnen, sofern der Umfang ihrer bilanziellen und außerbilanziellen Geschäfte mit Derivaten auf der Grundlage einer monatlichen Bewertung die folgenden Schwellenwerte nicht überschreitet:

a)  5 % der gesamten Vermögenswerte des Instituts,

b)  100 Millionen EUR.

3.  Für die Zwecke der Absätze 1 und 2 berechnen die Institute den Umfang ihrer bilanziellen und außerbilanziellen Geschäfte mit Derivaten zu einem bestimmten Datum gemäß folgenden Anforderungen:

a)  Derivatepositionen werden zum Marktpreis an diesem Datum bewertet. Lässt sich der Marktwert einer Position zu diesem bestimmten Datum nicht ermitteln, verwenden die Institute den zu diesem Datum beizulegenden Zeitwert für diese Position. Lässt sich der Zeitwert oder Marktwert einer Position zu einem bestimmten Datum nicht ermitteln, verwenden die Institute für diese Position den aktuellsten Marktpreis;

b)  der absolute Wert von Kaufpositionen und der absolute Wert von Verkaufspositionen werden zusammenaddiert;

ba)  alle Derivatepositionen werden einbezogen, außer Kreditderivaten, die als internes Sicherungsgeschäft gegen Kreditrisiken im Anlagebuch anerkannt sind.

4.  Die Institute benachrichtigen die zuständigen Behörden über die Methoden nach den Abschnitten 4 und 5, die sie zur Berechnung des Risikopositionswerts ihrer Derivatepositionen anwenden bzw. nicht mehr anwenden.

5.  Die Institute tätigen keine Derivatgeschäfte zu dem alleinigen Zweck der Einhaltung der in den Absätzen 1 und 2 genannten Bedingungen während der monatlichen Bewertung.

Artikel 273bNichteinhaltung der Bedingungen für die Verwendung vereinfachter Methoden zur Berechnung des Risikopositionswerts

1.  Ein Institut, das die Bedingungen gemäß Artikel 273a Absatz 1 oder 2 nicht mehr erfüllt, teilt dies der zuständigen Behörde unverzüglich mit.

2.  Institute stellen die Anwendung von Artikel 273a Absatz 1 oder 2 innerhalb von drei Monaten ein, sobald eines der folgenden Ereignisse eingetreten ist:

a)  Das Institut erfüllt während drei aufeinanderfolgender Monate nicht alle Bedingungen von Artikel 273a Absatz 1 oder 2;

b)  das Institut erfüllte im Verlauf der vergangenen zwölf Monate während mehr als sechs Monaten nicht alle Bedingungen von Artikel 273a Absatz 1 oder 2.

3.  Wendet ein Institut Artikel 273a Absatz 1 oder 2 nicht mehr an, so darf es den Risikopositionswert seiner Derivatepositionen nur dann gemäß den Methoden nach Abschnitt 4 bzw. 5 bestimmen, wenn es gegenüber der zuständigen Behörde nachweist, dass alle Bedingungen von Artikel 273a Absatz 1 oder 2 während eines gesamten Jahres ohne Unterbrechung erfüllt wurden.“.

(65)  Teil 3 Titel II Kapitel 6 Abschnitt 3 erhält folgende Fassung:

„Abschnitt 3Standardansatz für das Gegenparteiausfallrisiko

Artikel 274

Risikopositionswert

1.  Institute dürfen für alle Geschäfte, die unter eine vertragliche Nettingvereinbarung fallen, einen einzigen Risikopositionswert auf Ebene des Netting-Satzes berechnen, wenn alle folgenden Bedingungen erfüllt sind:

a)  Die Nettingvereinbarung gehört zu einer der in Artikel 295 genannten Arten vertraglicher Nettingvereinbarungen;

b)  die Nettingvereinbarung wurde von zuständigen Behörden gemäß Artikel 296 anerkannt;

c)  das Institut erfüllt in Bezug auf die Nettingvereinbarung die in Artikel 297 festgelegten Verpflichtungen.

Wird eine dieser Bedingungen nicht erfüllt, so behandelt das Institut jedes Geschäft wie einen eigenen Netting-Satz.

2.  Die Institute berechnen den Risikopositionswert („exposure value“) eines Netting-Satzes gemäß dem Standardansatz für das Gegenparteiausfallrisiko wie folgt:

Dabei gilt:

RC   =   gemäß Artikel 275 berechnete Wiederbeschaffungskosten;

PFE   =   gemäß Artikel 278 berechnete potenzielle künftige Risikoposition,

α   =   1,4.

3.  Der Risikopositionswert eines Netting-Satzes, der einer vertraglichen Nachschussvereinbarung unterliegt, darf nicht höher sein als der Risikopositionswert desselben Netting-Satzes, der keiner Form von Nachschussvereinbarung unterliegt.

4.  Wenn für denselben Netting-Satz mehrere Nachschussvereinbarungen gelten, so ordnen die Institute jede Nachschussvereinbarung der Gruppe von Geschäften des Netting-Satzes zu, für den diese Nachschussvereinbarung vertraglich gilt, und berechnen für jedes dieser gruppierten Geschäfte einen getrennten Risikopositionswert.

5.  Institute können den Risikopositionswert eines Netting-Satzes mit Null ansetzen, wenn dieser alle der folgenden Bedingungen erfüllt:

a)  Der Netting-Satz besteht ausschließlich aus verkauften Optionen;

b)  der aktuelle Marktwert des Netting-Satzes ist zu jedem Zeitpunkt negativ;

c)  das Institut hat die Prämien aller Optionen des Netting-Satzes im Voraus zur Garantie der Ausführung der Verträge erhalten;

d)  der Netting-Satz unterliegt keiner Nachschussvereinbarung.

6.  Für die Zwecke der Berechnung des Risikopositionswerts des Netting-Satzes gemäß diesem Abschnitt ersetzen die Institute in einem Netting-Satz Geschäfte, bei denen es sich um eine lineare Kombination gekaufter oder verkaufter Kauf- oder Verkaufsoptionen handelt, durch alle Optionen, die die als einzelnes Geschäft betrachtete lineare Kombination ausmachen.

Artikel 275

Wiederbeschaffungskosten

1.  Die Institute berechnen die Wiederbeschaffungskosten (replacement cost – „RC“) für Netting-Sätze, die keiner Nachschussvereinbarung unterliegen, nach folgender Formel:

2.  Die Institute berechnen die Wiederbeschaffungskosten für einzelne Netting-Sätze, die einer Nachschussvereinbarung unterliegen, nach folgender Formel:

 

Dabei gilt:

VM    =   der volatilitätsangepasste Wert der zur Abschwächung von Schwankungen des CMV des Netting-Satzes regelmäßig erhaltenen bzw. gestellten Netto-Nachschusszahlung;  

TH    =   die im Rahmen der Nachschussvereinbarung für den Netting-Satz geltende Nachschuss-Schwelle, bei deren Unterschreitung das Institut keine Sicherheiten fordern kann;

MTA    =  der im Rahmen der Nachschussvereinbarung für den Netting-Satz geltende Mindesttransferbetrag.

3.  Die Institute berechnen die Wiederbeschaffungskosten für mehrere Netting-Sätze, die einer Nachschussvereinbarung unterliegen, nach folgender Formel:

Dabei gilt:

i  =   der Index der Netting-Sätze, die der einzigen Nachschussvereinbarung unterliegen;

CMVi  =   der CMV des Netting-Satzes „i“;

VMMA   =   die Summe des volatilitätsangepassten Werts der zur Abschwächung von Schwankungen des CMV in Bezug auf mehrere Netting-Sätze regelmäßig erhaltenen bzw. gestellten Sicherheiten;

NICAMA  =   die Summe des volatilitätsangepassten Werts der in Bezug auf mehrere Netting-Sätze regelmäßig erhaltenen bzw. gestellten Sicherheiten außer VMMA.

Für die Zwecke von Unterabsatz 1 kann NICAMA, je nachdem, für welche Ebene die Nachschussvereinbarung gilt, auf Ebene der Geschäfte, auf Ebene des Netting-Satzes oder auf Ebene aller Netting-Sätze, für die die Nachschussvereinbarung gilt, berechnet werden.

Artikel 276

Anerkennung und Behandlung von Sicherheiten

1.  Für die Zwecke dieses Abschnitts berechnen die Institute den Sicherheitenbetrag für VM, VMMA, NICA und NICAMA unter Einhaltung aller folgenden Anforderungen:

a)  Werden alle Geschäfte eines Netting-Satzes im Handelsbuch geführt, so werden nur Sicherheiten, die nach Artikel 299 infrage kommen, anerkannt;

b)  wird zumindest ein Geschäft eines Netting-Satzes im Anlagebuch geführt, so werden nur Sicherheiten, die nach Artikel 197 infrage kommen, anerkannt;

c)  von einer Gegenpartei erhaltene Sicherheiten werden mit positivem Vorzeichen und an eine Gegenpartei gestellte Sicherheiten mit negativem Vorzeichen anerkannt;

d)  der volatilitätsangepasste Wert erhaltener oder gestellter Sicherheiten jeglicher Art wird gemäß Artikel 223 berechnet. Die Institute verwenden für die Zwecke dieser Berechnung nicht die Methode nach Artikel 225;

e)  ein und dieselbe Sicherheit fließt nicht in die Berechnung von VM und gleichzeitig in die Berechnung von NICA ein;

f)  ein und dieselbe Sicherheit fließt nicht in die Berechnung von VMMA und gleichzeitig in die Berechnung von NICAMA ein;

g)  der Gegenpartei gestellte Sicherheiten, die von den Vermögenswerten der Gegenpartei getrennt werden und bei Ausfall oder Insolvenz der betreffenden Gegenpartei infolge dieser Trennung insolvenzgeschützt sind, werden bei der Berechnung von NICA und NICAMA nicht anerkannt.

2.  Bei der Berechnung des volatilitätsangepassten Werts von gemäß Absatz 1 Buchstabe d gestellten Sicherheiten ersetzen die Institute die Formel in Artikel 223 Absatz 2 durch folgende Formel:

3.  Für die Zwecke von Absatz 1 Buchstabe d wenden die Institute als Verwertungszeitraum für die Berechnung des volatilitätsangepassten Werts erhaltener oder gestellter Sicherheiten einen der folgenden Zeithorizonte an:

a)  Für die Netting-Sätze gemäß Artikel 276 Absatz 1 beträgt der Zeithorizont ein Jahr;

b)  für die Netting-Sätze gemäß Artikel 276 Absätze 2 und 3 ist der Zeithorizont die gemäß Artikel 279d Absatz 1 Buchstabe b ermittelte Nachschuss-Risikoperiode.

Artikel 277

Zuordnung von Geschäften zu Risikokategorien

1.  Zur Ermittlung der potenziellen künftigen Risikoposition des Netting-Satzes gemäß Artikel 278 ordnen die Institute jedes Geschäft eines Netting-Satzes einer der folgenden sechs Risikokategorien zu:

a)  Zinsrisiko;

b)  Wechselkursrisiko;

c)  Kreditrisiko;

d)  Beteiligungsrisiko;

e)  Warenpositionsrisiko;

f)  sonstige Risiken.

2.  Die Institute nehmen die Zuordnung gemäß Absatz 1 auf der Grundlage der primären Risikofaktoren der Geschäfte vor. Bei anderen als den in Absatz 3 genannten Geschäften gelten die primären Risikofaktoren als einziger wesentlicher Risikofaktor einer Derivatposition.

3.  Ab [Datum des Anwendungsbeginns dieser Verordnung] ist bei dem Handelsbuch zugewiesenen Derivatgeschäften, für die ein Institut zur Berechnung der Eigenmittelanforderungen für das Marktrisiko die in Kapitel 1a oder 1b beschriebenen Ansätze verwendet, der primäre Risikofaktor der Risikofaktor mit der höchsten absoluten Sensitivität unter allen für dieses Geschäft gemäß Titel IV Kapitel 1b berechneten Sensitivitäten.

4.  Ungeachtet der Absätze 1 und 2 erfüllen die Institute bei der Zuordnung von Geschäften zu den in Absatz 1 aufgeführten Risikokategorien folgende Anforderungen:

a)  Ist der primäre Risikofaktor eines Geschäfts eine Inflationsvariable, ordnen die Institute das Geschäft der Kategorie „Zinsrisiko“ zu;

b)  ist der primäre Risikofaktor eines Geschäfts eine Variable für klimatische Bedingungen, ordnen die Institute das Geschäft der Kategorie „Warenpositionsrisiko“ zu.

5.  Abweichend von Absatz 2 ordnen die Institute Derivatgeschäfte mit mehr als einem wesentlichen Risikofaktor mehr als einer Risikokategorie zu. Gehören alle wesentlichen Risikofaktoren eines solchen Geschäfts zur gleichen Risikokategorie, so müssen die Institute dieses Geschäft dieser Kategorie lediglich einmalig auf der Grundlage des wesentlichsten Risikofaktors zuordnen. Gehören die wesentlichen Risikofaktoren eines solchen Geschäfts zu verschiedenen Risikokategorien, so ordnen die Institute dieses Geschäft einmalig jeder Risikokategorie, für die das Geschäft zumindest einen wesentlichen Risikofaktor hat, zu und stützen sich dabei auf den wesentlichsten Risikofaktor der betreffenden Risikokategorie.

6.  Die EBA arbeitet Entwürfe technischer Regulierungsstandards aus, in denen Folgendes präzisiert wird:

a)  eine Methode zur Ermittlung des einzigen wesentlichen Risikofaktors von Geschäften, außer den in Absatz 3 genannten;

b)  eine Methode zur Ermittlung von Geschäften mit mehr als einem wesentlichen Risikofaktor und zur Ermittlung des wesentlichsten Risikofaktors für die Zwecke von Absatz 3.

Die EBA übermittelt der Kommission diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards bis zum [sechs Monate nach Inkrafttreten dieser Verordnung].

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Unterabsatz 1 genannten technischen Regulierungsstandards gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

Artikel 277aHedging-Sätze

1.  Die Institute legen für jede Risikokategorie eines Netting-Satzes entsprechende Hedging-Sätze fest und ordnen jedes Geschäft diesen Hedging-Sätzen wie folgt zu:

a)  Geschäfte der Kategorie „Zinsrisiko“ werden nur dann demselben Hedging-Satz zugeordnet, wenn ihr primärer Risikofaktor auf die gleiche Währung lautet;

b)  Geschäfte der Kategorie „Wechselkursrisiko“ werden nur dann demselben Hedging-Satz zugeordnet, wenn ihr primärer Risikofaktor das gleiche Währungspaar betrifft;

c)  alle Geschäfte der Kategorie „Kreditrisiko“ werden demselben Hedging-Satz zugeordnet;

d)  alle Geschäfte der Kategorie „Beteiligungsrisiko“ werden demselben Hedging-Satz zugeordnet;

e)  Geschäfte der Kategorie „Warenpositionsrisiko“ werden je nach primärem Risikofaktor einem der folgenden fünf Hedging-Sätze zugeordnet:

i)  Energie,

ii)  Metalle,

iii)  landwirtschaftliche Erzeugnisse,

iv)  klimatische Bedingungen,

v)  sonstige Waren;

f)  Geschäfte der Kategorie „sonstige Risiken“ werden nur dann demselben Hedging-Satz zugeordnet, wenn sie einen identischen primären Risikofaktor haben.

Für die Zwecke von Buchstabe a werden Geschäfte der Kategorie „Zinsrisiko“, deren primärer Risikofaktor eine Inflationsvariable ist, getrennten Hedging-Sätzen zugeordnet und nicht den Hedging-Sätzen für Geschäfte der Kategorie „Zinsrisiko“, deren primärer Risikofaktor nicht eine Inflationsvariable ist. Diese Geschäfte werden nur dann demselben Hedging-Satz zugeordnet, wenn ihr primärer Risikofaktor auf die gleiche Währung lautet.

2.  Abweichend von Absatz 1 legen die Institute in jeder Risikokategorie getrennte Hedging-Sätze für folgende Geschäfte fest:

a)  Geschäfte, deren primärer Risikofaktor entweder die marktbedingte Volatilität oder die realisierte Volatilität eines Risikofaktors oder die Korrelation zwischen den beiden Risikofaktoren ist;

b)  Geschäfte, deren primärer Risikofaktor die Differenz zwischen zwei Risikofaktoren derselben Risikokategorie ist, oder Geschäfte, die aus zwei auf die gleiche Währung lautenden Zahlungskomponenten bestehen und bei denen die Zahlungskomponente, die nicht den primären Risikofaktor enthält, einen Risikofaktor derselben Risikokategorie wie der primäre Risikofaktor enthält.

Für die Zwecke von Unterabsatz 1 Buchstabe a ordnen die Institute Geschäfte nur dann demselben Hedging-Satz der einschlägigen Risikokategorie zu, wenn ihre primären Risikofaktoren identisch sind.

Für die Zwecke von Unterabsatz 1 Buchstabe b ordnen die Institute Geschäfte nur dann demselben Hedging-Satz der einschlägigen Risikokategorie zu, wenn das in Buchstabe b genannte Paar der Risikofaktoren dieser Geschäfte identisch ist und die beiden Risikofaktoren dieses Paars positiv korrelieren. Ansonsten weisen die Institute Geschäfte nach Buchstabe b auf der Grundlage von nur einem der beiden in Buchstabe b genannten Risikofaktoren einem der gemäß Absatz 1 festgelegten Hedging-Sätze zu.

3.  Die Institute teilen den zuständigen Behörden auf Verlangen die Anzahl der gemäß Absatz 2 für jede Risikokategorie festgelegten Hedging-Sätze mit, einschließlich der Angabe des primären Risikofaktors bzw. des Paars von Risikofaktoren jedes dieser Hedging-Sätze und der Anzahl der Geschäfte in jedem dieser Hedging-Sätze.

Artikel 278

Potenzielle künftige Risikoposition

1.  Die Institute berechnen die potenzielle künftige Risikoposition (potential future exposure – „PFE“) eines Netting-Satzes wie folgt:

Dabei gilt:

a  =   der Index der in die Berechnung des potenziellen künftigen Risikopositionswerts des Netting-Satzes einbezogenen Risikokategorien;

AddOn(a)  =   der Aufschlag für die Risikokategorie „a“, berechnet gemäß den Artikeln 280a bis 280f;

multiplier  =   der Multiplikationsfaktor, berechnet nach der Formel gemäß Absatz 3.

Für die Zwecke dieser Berechnung berücksichtigen die Institute bei der Berechnung des potenziellen künftigen Risikopositionswerts eines Netting-Satzes den Aufschlag für eine bestimmte Risikokategorie, wenn zumindest ein Geschäft des Netting-Satzes dieser Risikokategorie zugeordnet wurde.

2.  Der potenzielle künftige Risikopositionswert von mehreren einer Nachschussvereinbarung unterliegenden Netting-Sätzen im Sinne von Artikel 275 Absatz 3 errechnet sich als Summe aller einzelnen Netting-Sätze, als wären diese nicht Gegenstand irgendeiner Vereinbarung.

3.  Für die Zwecke von Absatz 1 wird der Multiplikator wie folgt berechnet:

Dabei gilt:

Floorm  =   5 %

y     =   

z    =

NICAi   =  unabhängiger Netto-Sicherheitenbetrag, der nur für im Netting-Satz „i“ enthaltene Geschäfte berechnet wird. NICAi wird nach Maßgabe der Nachschussvereinbarung auf Ebene der Geschäfte oder auf Ebene des Netting-Satzes berechnet.

Artikel 279

Berechnung von Risikopositionen

Für die Zwecke der Berechnung der Risikokategorie-Aufschläge gemäß den Artikeln 280a bis 280f berechnen die Institute die Risikoposition jedes Geschäfts eines Netting-Satzes wie folgt:

Dabei gilt:

δ    =   das Aufsichtsdelta („supervisory delta“) des Geschäfts, berechnet gemäß der Formel nach Artikel 279a;

AdjNot  =   der angepasste Nominalbetrag des Geschäfts, berechnet gemäß der Formel nach Artikel 279b;

MF     =   der Laufzeitfaktor des Geschäfts, berechnet gemäß der Formel nach Artikel 279c.

Artikel 279a

Aufsichtsdelta

1.  Die Institute berechnen das Aufsichtsdelta (δ) wie folgt:

a)  Für Kauf- und Verkaufsoptionen, die dem Käufer das Recht geben, ein Basisinstrument zu einem bestimmten Datum in der Zukunft zu einem positiven Preis zu kaufen oder zu verkaufen, und die nicht der Kategorie „Zinsrisiko“ zugeordnet wurden, verwenden die Institute folgende Formel:

Dabei gilt:

sign  =  -1 bei Verkauf von Kaufoptionen oder Kauf von Verkaufsoptionen

    +1 bei Kauf von Kaufoptionen oder Verkauf von Verkaufsoptionen

type  =  -1 bei Verkaufsoptionen

    +1 bei Kaufoptionen

N(x)    =  die kumulative Verteilungsfunktion einer standardnormalverteilten Zufallsvariablen (d. h. die Wahrscheinlichkeit, dass eine normalverteilte Zufallsvariable mit einem Erwartungswert von null und einer Standardabweichung von eins kleiner oder gleich x ist).

P    =  der Kassa- oder Terminpreis des Basisinstruments der Option;

K    =  der Ausübungspreis der Option;

T     =  das Ablaufdatum der Option, d. h. das einzige Datum, zu dem die Option ausgeübt werden kann. Das Ablaufdatum wird in Jahren nach einschlägiger Geschäftstagekonvention ausgedrückt;

σ    =  die aufsichtliche Volatilität der Option gemäß Tabelle 1, bestimmt auf der Grundlage der Risikokategorie des Geschäfts und der Art des Basisinstruments der Option.

Tabelle 1

Risikokategorie

Basisinstrument

Aufsichtliche Volatilität

Wechselkursrisiko

Alle

15 %

Kreditrisiko

 

Einzeladressen-Instrument

100 %

Mehrfachadressen-Instrument

80 %

Beteiligungsrisiko

 

Einzeladressen-Instrument

120 %

Mehrfachadressen-Instrument

75 %

Warenpositionsrisiko

Strom

150 %

Sonstige Waren (außer Strom)

70 %

Sonstige

Alle

150 %

Institute, die den Terminkurs des Basisinstruments einer Option verwenden, stellen sicher, dass:

i) der Terminkurs mit den Merkmalen der Option vereinbar ist;

ii) der Terminkurs auf der Grundlage eines zum Zeitpunkt der Meldung geltenden, relevanten Zinssatzes berechnet wird;

iii) der Terminkurs die erwarteten Zahlungsströme des Basisinstruments vor Ablauf der Option berücksichtigt.

b)   Für Tranchen einer synthetischen Verbriefung verwenden die Institute die folgende Formel:

Dabei gilt:

sign  =

A  =   der untere Tranchierungspunkt;

D  =  der obere Tranchierungspunkt.

(c)  Für nicht unter den Buchstaben a oder b genannte Geschäfte verwenden die Institute folgendes Aufsichtsdelta:

2.  Für die Zwecke dieses Abschnitts bedeutet eine Kaufposition im primären Risikofaktor, dass sich der Marktwert des Geschäfts bei steigendem Wert des primären Risikofaktors erhöht, und eine Verkaufsposition im primären Risikofaktor, dass der Marktwert des Geschäfts bei steigendem Wert des primären Risikofaktors sinkt.

In Bezug auf die in Artikel 277 Absatz 3 genannten Geschäfte ist eine Kaufposition ein Geschäft mit positiver Sensitivität gegenüber dem primären Risikofaktor und eine Verkaufsposition ein Geschäft mit negativer Sensitivität gegenüber dem primären Risikofaktor. Für andere als die in Artikel 277 Absatz 3 genannten Geschäfte stellen die Institute fest, ob es sich bei diesen Geschäften um eine Kauf- oder Verkaufsposition im primären Risikofaktor handelt, auf der Grundlage objektiver Informationen über die Struktur bzw. den Zweck des betreffenden Geschäfts.

3.  In Bezug auf Geschäfte mit mehr als einem wesentlichen Risikofaktor stellen die Institute fest, ob es sich bei einem Geschäft um eine Kauf- oder Verkaufsposition in den einzelnen wesentlichen Risikofaktoren handelt, nach dem in Absatz 2 verwendeten Ansatz für die primären Risikofaktoren.

4.  Die EBA arbeitet Entwürfe technischer Regulierungsstandards aus, in denen Folgendes präzisiert wird:

a)  die Formel, die Institute zur Berechnung des Aufsichtsdeltas von Kauf- und Verkaufsoptionen der Kategorie „Zinsrisiko“ verwenden, unter Berücksichtigung von Marktbedingungen mit möglicherweise negativen Zinssätzen und einer für die Formel angemessenen aufsichtlichen Volatilität;

b)  die objektiven Informationen über die Struktur bzw. den Zweck eines Geschäfts, die die Institute verwenden, um festzustellen, ob es sich bei einem nicht in Artikel 277 Absatz 2 genannten Geschäft um eine Kauf- oder Verkaufsposition in seinem primären Risikofaktor handelt;

Die EBA übermittelt der Kommission diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards bis zum [sechs Monate nach Inkrafttreten dieser Verordnung].

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Unterabsatz 1 genannten technischen Regulierungsstandards gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

Artikel 279b

Angepasster Nominalwert

1.  Die Institute berechnen den angepassten Nominalwert wie folgt:

a)  Bei Geschäften der Kategorien „Zinsrisiko“ oder „Kreditrisiko“ berechnen die Institute den angepassten Nominalwert als Produkt aus dem Nominalwert des Derivatkontrakts und dem aufsichtlichen Durationsfaktor („supervisory duration factor“), der wie folgt berechnet wird:

Dabei gilt:

R   =   der aufsichtliche Diskontsatz; R = 5 %;

S  =  das Startdatum, ab dem bei einem Geschäft Zahlungen festgelegt oder geleistet werden, ausgenommen Zahlungen im Zusammenhang mit dem Austausch von Sicherheiten im Rahmen einer Nachschussvereinbarung. Wurden bei dem Geschäft bereits bei Meldedatum Zahlungen festgelegt oder geleistet, so ist das Startdatum gleich 0. Das Startdatum wird in Jahren nach einschlägiger Geschäftstagekonvention ausgedrückt.

Umfasst ein Geschäft eines oder mehrere künftige Daten, zu denen das Institut oder die Gegenpartei beschließen kann, das Geschäft vor dem vertraglichen Laufzeitende zu kündigen, entspricht das Startdatum dem frühesten der folgenden Daten:

i) dem Datum bzw. dem frühesten mehrerer künftiger Daten, zu denen das Institut oder die Gegenpartei beschließen kann, das Geschäft vor dem vertraglichen Laufzeitende zu kündigen;

ii) dem Datum, ab dem bei einem Geschäft Zahlungen festgelegt oder geleistet werden, ausgenommen Zahlungen im Zusammenhang mit dem Austausch von Sicherheiten im Rahmen einer Nachschussvereinbarung.

Wenn das Basisinstrument eines Geschäfts ein Finanzinstrument ist, aus dem zusätzlich zu den vertraglichen Verpflichtungen des Geschäfts weitere vertragliche Verpflichtungen erwachsen können, wird das Startdatum des Geschäfts ausgehend vom frühestmöglichen Datum, zu dem bei dem Basisinstrument Zahlungen festgelegt oder geleistet werden, bestimmt;

E  =   das Enddatum, zu dem zwischen dem Institut und der Gegenpartei die letzte vertraglich vereinbarte Zahlung eines Geschäfts geleistet wird. Das Enddatum wird in Jahren nach einschlägiger Geschäftstagekonvention ausgedrückt.

Wenn das Basisinstrument eines Geschäfts ein Finanzinstrument ist, aus dem zusätzlich zu den vertraglichen Verpflichtungen des Geschäfts weitere vertragliche Verpflichtungen erwachsen können, wird das Enddatum des Geschäfts ausgehend von der letzten vertraglich vereinbarten Zahlung des Basisinstruments des Geschäfts bestimmt;

b)  bei Geschäften der Kategorie „Wechselkursrisiko“ berechnen die Institute den angepassten Nominalwert wie folgt:

i)  Bei Geschäften mit einer Zahlungskomponente entspricht der angepasste Nominalwert dem Nominalwert des Derivatkontrakts;

ii)  bei Geschäften mit zwei Zahlungskomponenten, bei denen der Nominalwert einer Zahlungskomponente auf die Währung der Rechnungslegung des Instituts lautet, entspricht der angepasste Nominalwert dem Nominalwert der anderen Zahlungskomponente;

iii)  bei Geschäften mit zwei Zahlungskomponenten, bei denen der Nominalwert beider Zahlungskomponenten auf eine andere Währung als die der Rechnungslegung des Instituts lautet, entspricht der angepasste Nominalwert dem höchsten Nominalwert der beiden Zahlungskomponenten nach Umwandlung der Beträge in die Währung der Rechnungslegung des Instituts zum jeweiligen Devisenkassakurs;

c)  bei Geschäften der Kategorie „Beteiligungsrisiko“ oder „Warenpositionsrisiko“ berechnen die Institute den angepassten Nominalwert als Produkt aus dem Marktpreis eines Anteils des Basisinstruments des Geschäfts und der Anzahl der Anteile des durch das Geschäft referenzierten Basisinstruments.

  Ist ein Geschäfteder Kategorie „Beteiligungsrisiko“ oder „Warenpositionsrisiko“ im Vertrag nicht als Anzahl der Anteile des Basisinstruments, sondern als Nominalwert angegeben, so verwenden die Institute den Nominalwert als angepassten Nominalwert.

2.  Für die Zwecke der Berechnung des angepassten Nominalwerts eines Geschäfts gemäß Absatz 1 bestimmen die Institute den Nominalwert oder die Anzahl der Anteile des Basisinstruments wie folgt:

a)  Wenn der Nominalwert oder die Anzahl der Anteile des Basisinstruments eines Geschäfts nicht bis zum Ablauf von dessen Vertragslaufzeit festgelegt sind:

i)  Im Falle deterministischer Nominalwerte und einer deterministischen Anzahl der Anteile des Basisinstruments entspricht der Nominalwert dem gewichteten Durchschnitt aller deterministischen Beträge von Nominalwerten bzw. der deterministischen Anzahl der Anteile des Basisinstruments bis zum Ablauf der Vertragslaufzeit des Geschäfts, wobei als Gewicht der proportionale Anteil des Zeitraums, während dessen jeder Betrag des Nominalwerts gilt, verwendet wird;

ii)  im Falle stochastischer Nominalwerte und einer stochastischen Anzahl der Anteile des Basiswerts entspricht der Nominalwert dem Betrag, der sich aus der Bestimmung aktueller Marktwerte durch Anwendung der Formel für die Berechnung der künftigen Marktwerte ergibt;

b)  bei binären und digitalen Optionen entspricht der Nominalwert dem höchsten Wert der verschiedenen Möglichkeiten für die Auszahlung der Option bei deren Ablauf.

Unbeschadet Unterabsatz 1 bestimmen die Institute im Falle, dass eine der Auszahlungsmöglichkeiten der Option stochastischer Art ist, den Betrag des Nominalwerts gemäß der Methode nach Buchstabe a Ziffer ii;

c)  bei Kontrakten mit mehrmaligem Austausch des Nominalwerts wird dieser mit der Anzahl der laut den Kontrakten noch zu leistenden Zahlungen multipliziert;

d)  sieht der Kontrakt eine Multiplikation der Zahlungsströme oder des Basisinstruments des Kontrakts vor, passt das Institut den Nominalwert an, um den Auswirkungen der Multiplikation auf die Risikostruktur dieses Kontrakts Rechnung zu tragen.

3.  Wenn für die Berechnung des angepassten Nominalwerts gemäß diesem Artikel ein vertraglicher Nominalwert oder Marktpreis für die Anzahl der Anteile des Basisinstruments herangezogen wird, der auf eine andere Währung lautet, rechnen die Institute den angepassten Nominalwert eines Geschäfts zum jeweiligen Devisenkassakurs in die Währung ihrer Rechnungslegung um.

Artikel 279cLaufzeitfaktor

1.  Die Institute berechnen den Laufzeitfaktor („maturity factor“, MF) wie folgt:

a)  Für in Netting-Sätzen erfasste Geschäfte gemäß Artikel 275 Absatz 1 verwenden die Institute folgende Formel:

Dabei gilt:

M      =  die Restlaufzeit des Geschäfts, die dem zur Erfüllung aller vertraglichen Verpflichtungen des Geschäfts erforderlichen Zeitraum entspricht. Jegliche Optionalität eines Derivatkontrakts wird zu diesem Zweck als vertragliche Verpflichtung betrachtet. Die Restlaufzeit wird in Jahren nach einschlägiger Geschäftstagekonvention ausgedrückt.

Bei Geschäften, deren Basisinstrument ein anderer Derivatkontrakt ist, aus dem zusätzlich zu den vertraglichen Verpflichtungen des Geschäfts weitere vertragliche Verpflichtungen erwachsen können, entspricht die Restlaufzeit des Geschäfts dem zur Erfüllung aller vertraglichen Verpflichtungen des Basisinstruments erforderlichen Zeitraum.

OneBusinessYear  =  ein Jahr, ausgedrückt in Geschäftstagen nach einschlägiger Geschäftstagekonvention.

(b)  Für Geschäfte im Rahmen der in Artikel 275 Absätze 2 und 3 genannten Netting-Sätze ist der Laufzeitfaktor wie folgt definiert:

Dabei gilt:

MPOR    =   die gemäß Artikel 285 Absätze 2 bis 5 bestimmte Nachschuss-Risikoperiode des Netting-Satzes.

Bei Bestimmung der Nachschuss-Risikoperiode für Geschäfte zwischen einem Kunden und einem Clearingmitglied ersetzen Institute, die entweder als Kunde oder als Clearingmitglied auftreten, den Mindestzeitraum gemäß Artikel 285 Absatz 2 Buchstabe b durch einen Zeitraum von fünf Geschäftstagen.

2.  Für die Zwecke von Absatz 1 entspricht die Restlaufzeit der Zeit bis zur nächsten Neufestsetzung für Geschäfte, bei denen ausstehende Forderungen zu festgelegten Zahlungsterminen beglichen und die Modalitäten so neu festgesetzt werden, dass der Marktwert des Kontrakts zu diesen Zahlungsterminen Null beträgt.

Artikel 280

Aufsichtsfaktor-Koeffizient für Hedging-Sätze

Für die Zwecke der Berechnung des Aufschlags für einen Hedging-Satz gemäß den Artikeln 280a bis 280f entspricht der Aufsichtsfaktor-Koeffizient „ϵ“ folgenden Werten:

  1 für den Hedging-Satz gemäß Artikel 277a Absatz 1

ϵ =  5 für den Hedging-Satz gemäß Artikel 277a Absatz 2 Buchstabe a

  0,5 für den Hedging-Satz gemäß Artikel 277a Absatz 2 Buchstabe b

Artikel 280a

Aufschlag für die Kategorie „Zinsrisiko“

1.  Für die Zwecke von Artikel 278 berechnen die Institute den Aufschlag für die Kategorie „Zinsrisiko“ eines bestimmten Netting-Satzes wie folgt:

Dabei gilt:

j    = der Index aller gemäß Artikel 277a Absatz 1 Buchstabe a und Artikel 277a Absatz 2 für den Netting-Satz geschaffenen Zinsrisiko-Hedging-Sätze;

AddOnIRj  = der Aufschlag des Hedging-Satzes „j“ der Kategorie „Zinsrisiko“, berechnet gemäß Absatz 2.

2.  Der Aufschlag des Hedging-Satzes „j“ der Kategorie „Zinsrisiko“ wird wie folgt berechnet:

Dabei gilt:

ϵj      =  der Aufsichtsfaktor-Koeffizient für den Hedging-Satz „j“, bestimmt anhand des laut Artikel 280 anzuwendenden Werts;

SFIR       =  der Aufsichtsfaktor für die Kategorie „Zinsrisiko“ mit einem Wert von 0,5 %;

EffNotIRj  =  der effektive Nominalwert des Hedging-Satzes „j“, berechnet nach Maßgabe der Absätze 3 und 4.

3.  Für die Zwecke der Berechnung des effektiven Nominalwerts des Hedging-Satzes „j“ ordnen die Institute zunächst jedes Geschäft des Hedging-Satzes dem entsprechenden Zeitfenster laut Tabelle 2 zu. Sie stützen sich dabei auf das gemäß Artikel 279b Absatz 1 Buchstabe a ermittelte Enddatum jedes Geschäfts.

Tabelle 2

Zeitfenster

Enddatum

(in Jahren)

1

>0 und <=1

2

>1 und <=5

3

> 5

Die Institute berechnen dann den effektiven Nominalwert des Hedging-Satzes „j“ nach folgender Formel:

Dabei gilt:

l  =  der Index der Risikoposition.

Dj,k   =  der effektive Nominalwert des Zeitfensters „k“ des Hedging-Satzes „j“, berechnet wie folgt:

Artikel 280b

Aufschlag für die Kategorie „Wechselkursrisiko“

1.  Für die Zwecke von Artikel 278 wird der Aufschlag für die Kategorie „Wechselkursrisiko“ eines bestimmten Netting-Satzes wie folgt berechnet:

Dabei gilt:

j  = der Index der gemäß Artikel 277a Absatz 1 Buchstabe b und Artikel 277a Absatz 2 für den Netting-Satz geschaffenen Wechselkursrisiko-Hedging-Sätze;

AddOnFXj   =  der Aufschlag des Hedging-Satzes „j“ der Kategorie „Wechselkursrisiko“, berechnet gemäß Absatz 2.

2.  Der Aufschlag des Hedging-Satzes „j“ der Kategorie „Wechselkursrisiko“ wird wie folgt berechnet:

Dabei gilt:

ϵj    =   der Aufsichtsfaktor-Koeffizient des Hedging-Satzes „j“, berechnet gemäß Artikel 280;

SFFX    =   der Aufsichtsfaktor für die Kategorie „Wechselkursrisiko“ mit einem Wert von 4 %;

EffNotIRj  =  der effektive Nominalwert des Hedging-Satzes „j“, berechnet wie folgt:

Artikel 280c

Aufschlag für die Kategorie „Kreditrisiko“

1.  Für die Zwecke von Absatz 2 legen die Institute die einschlägigen Kreditreferenzeinheiten für Netting-Sätze wie folgt fest:

a) Festlegung einer Kreditreferenzeinheit für jeden Emittenten eines Referenzschuldtitels, der einem auf eine Einzeladresse bezogenem Geschäft der Kategorie „Kreditrisiko“ zugrunde liegt. Auf Einzeladressen bezogene Geschäfte werden nur dann der gleichen Kreditreferenzeinheit zugeordnet, wenn der zugrunde liegende Referenzschuldtitel dieser Geschäfte vom gleichen Emittenten begeben wurde;

b)  Festlegung einer Kreditreferenzeinheit für jede Gruppe von Referenzschuldtiteln oder Einzeladressen-Kreditderivaten, die einem Mehrfachadressen-Geschäft der Kategorie „Kreditrisiko“ zugrunde liegen. Mehrfachadressen-Geschäfte werden nur dann der gleichen Kreditreferenzeinheit zugeordnet, wenn die Gruppe der diesen Geschäften zugrunde liegenden Referenzschuldtitel oder Einzeladressen-Kreditderivate die gleichen Bestandteile hat.

2.  Für die Zwecke von Artikel 278 berechnen die Institute den Aufschlag für die Kategorie „Kreditrisiko“ eines bestimmten Netting-Satzes wie folgt:

Dabei gilt:

j    =   der Index aller gemäß Artikel 277a Absatz 1 Buchstabe c und Artikel 277a Absatz 2 für den Netting-Satz geschaffenen Kreditrisiko-Hedging-Sätze;

AddOnCreditj  =  der Aufschlag für die Kategorie „Kreditrisiko“ des Hedging-Satzes „j“, berechnet gemäß Artikel 2.

3.  Die Institute berechnen den Aufschlag für die Kategorie „Kreditrisiko“ des Hedging-Satzes „j“ wie folgt:

Dabei gilt:

j       =  der Index der gemäß Absatz 1 festgelegten Kreditreferenzeinheiten des Netting-Satzes;

ϵj      =   der Aufsichtsfaktor-Koeffizient des Hedging-Satzes „j“, ermittelt gemäß Artikel 280 Absatz 3;

AddOn(Entityj)   =   der Aufschlag für die Kreditreferenzeinheit „k“, ermittelt gemäß Absatz 4;

ρjCredit     =   der Korrelationsfaktor der Einheit „j“. Wird die Kreditreferenzeinheit „j“ gemäß Absatz 1 Buchstabe a festgelegt, so gilt ρjCredit = 50 %.Wird die Kreditreferenzeinheit „j“ gemäß Absatz 1 Buchstabe b festgelegt, so gilt ρjCredit = 80 %.

4.  Die Institute berechnen den Aufschlag für die Kreditreferenzeinheit „j“ wie folgt:

Dabei gilt:

EffNotCreditj   =  der effektive Nominalwert der Kreditreferenzeinheit „j“, berechnet wie folgt:

Dabei gilt:

l    =   der Index der Risikoposition.

SFj,lCredit  =   der für die Kreditreferenzeinheit „j“ anzuwendende Aufsichtsfaktor, ermittelt gemäß Absatz 5.

5.  Für die Zwecke von Absatz 4 berechnen die Institute den für die Kreditreferenzeinheit „j“ anzuwendenden Aufsichtsfaktor wie folgt:

a)  Für die gemäß Absatz 1 Buchstabe a festgelegte Kreditreferenzeinheit „j“ wird SFj,lCredit auf der Grundlage einer externen Bonitätsbeurteilung durch eine benannte ECAI des betreffenden Einzelemittenten einem der sechs Aufsichtsfaktoren nach Tabelle 3 zugeordnet. Liegt für einzelne Emittenten keine Bonitätsbeurteilung einer benannten ECAI vor, so wird wie folgt vorgegangen:

i)  Institute, die den Ansatz nach Titel II Kapitel 3 verwenden, ordnen die interne Beurteilung des Einzelemittenten einer externen Bonitätsbeurteilung zu;

ii)  Institute, die den Ansatz nach Titel II Kapitel 2 verwenden, weisen dieser Kreditreferenzeinheit SFj,lCredit = 0,54 % zu. Wendet ein Institut auf diesen Einzelemittenten jedoch das Risikogewicht von mit Gegenparteiausfallrisiko behafteten Positionen gemäß Artikel 128 an, so wird SFj,lCredit = 1,6 % zugewiesen.

b)  Für gemäß Absatz 1 Buchstabe b festgelegte Kreditreferenzeinheiten „j“ gilt Folgendes:

i)  Ist eine der Kreditreferenzeinheit „j“ zugeordnete Position „l“ ein auf einer anerkannten Börse notierender Kreditindex, so wird SFj,lCredit entsprechend der Bonität, die der Mehrheit der einzelnen Indexkomponenten entspricht, einem der beiden Aufsichtsfaktoren gemäß Tabelle 4 zugeordnet;

ii)  für eine nicht unter Ziffer i genannte, der Kreditreferenzeinheit „j“ zugeordnete Position „l“ entspricht SFj,lCredit dem gewichteten Durchschnitt der Aufsichtsfaktoren, die jedem einzelnen Bestandteil gemäß der Methode nach Buchstabe a zugeordnet werden, wobei die Gewichte entsprechend dem proportionalen Anteil der Nominalwerte der Bestandteile dieser Position festgelegt werden.

Tabelle 3

Bonitätsstufe

Aufsichtsfaktor für Einzeladressen-Geschäfte

1

0,38 %

2

0,42 %

3

0,54 %

4

1,06 %

5

1,6 %

6

6,0 %

Tabelle 4

Beherrschende Bonität

Aufsichtsfaktor für notierte Indizes

mit Investment-Grade-Rating

0,38 %

ohne Investment-Grade-Rating

1,06 %

Artikel 280d

Aufschlag für die Kategorie „Beteiligungsrisiko“

1.  Für die Zwecke von Absatz 2 legen die Institute die einschlägigen Beteiligungsreferenzeinheiten der Netting-Sätze wie folgt fest:

a)  Festlegung einer Beteiligungsreferenzeinheit für jeden Emittenten eines Referenzbeteiligungsinstruments, das einem auf eine Einzeladresse bezogenem Geschäft der Kategorie „Beteiligungsrisiko“ zugrunde liegt. Auf Einzeladressen bezogene Geschäfte werden nur dann der gleichen Beteiligungsreferenzeinheit zugeordnet, wenn das zugrunde liegende Referenzbeteiligungsinstrument dieser Geschäfte vom gleichen Emittenten begeben wird;

b)  Festlegung einer Beteiligungsreferenzeinheit für jede Gruppe von Referenzbeteiligungsinstrumenten oder Einzeladressen-Kreditderivaten, die einem Mehrfachadressen-Geschäft der Kategorie „Beteiligungsrisiko“ zugrunde liegt. Mehrfachadressen-Geschäfte werden nur dann der gleichen Beteiligungsreferenzeinheit zugeordnet, wenn die Gruppe der diesen Geschäften zugrunde liegenden Referenzbeteiligungsinstrumente bzw. Einzeladressen-Eigenkapitalderivate die gleichen Bestandteile hat.

2.  Für die Zwecke von Artikel 278 berechnen die Institute den Aufschlag für die Kategorie „Beteiligungsrisiko“ für einen bestimmten Netting-Satz wie folgt:

Dabei gilt:

j    =   der Index aller gemäß Artikel 277a Absatz 1 Buchstabe d und Artikel 277a Absatz 2 für den Netting-Satz geschaffenen Kreditrisiko-Hedging-Sätze;

AddOnEquityj   =  der Aufschlag des Hedging-Satzes „j“ der Kategorie „Kreditrisiko“, ermittelt gemäß Absatz 3.

3.  Die Institute berechnen den Aufschlag des Hedging-Satzes „j“ für die Kategorie „Beteiligungsrisiko“ wie folgt:

 

   Dabei gilt:

j   =   der Index der gemäß Absatz 1 festgelegten Beteiligungsreferenzeinheiten des Netting-Satzes;

ϵj     =  der Aufsichtsfaktor-Koeffizient des Hedging-Satzes „j“, bestimmt gemäß Artikel 280;

AddOn(Entityj) =  der Aufschlag für die Beteiligungsreferenzeinheit „j“, bestimmt gemäß Absatz 4;

ρjEquity    =  der Korrelationsfaktor der Einheit „j“. Wird die Beteiligungsreferenzeinheit „j“ gemäß Absatz 1 Buchstabe a festgelegt, so gilt ρjEquity = 50 %. Wird die Beteiligungsreferenzeinheit „j“ gemäß Absatz 1 Buchstabe b festgelegt, so gilt ρjEquity = 80 %.

4.  Die Institute berechnen den Aufschlag für die Beteiligungsreferenzeinheit „j“ wie folgt:

Dabei gilt:

SFjEquity   =   der Aufsichtsfaktor für die Beteiligungsreferenzeinheit „j“. Wird die Beteiligungsreferenzeinheit „j“ gemäß Absatz 1 Buchstabe a festgelegt, so gilt SFjEquity = 32 %; wird die Beteiligungsreferenzeinheit „j“ gemäß Absatz 1 Buchstabe b festgelegt, so gilt SFjEquity = 20 %;

EffNotEquityj  =  der effektive Nominalwert der Beteiligungsreferenzeinheit „j“, berechnet wie folgt:

Artikel 280e

Aufschlag für die Kategorie „Warenpositionsrisiko“

1.  Für die Zwecke von Artikel 278 berechnen die Institute den Aufschlag für die Kategorie „Warenpositionsrisiko“ eines bestimmten Netting-Satzes wie folgt:

j     =  der Index der gemäß Artikel 277a Absatz 1 Buchstabe e und Artikel 277a Absatz 2 für den Netting-Satz geschaffenen Warenpositionsrisiko-Hedging-Sätze;

AddOnComj   = der Aufschlag für die Kategorie „Warenpositionsrisiko“ des Hedging-Satzes „j“, bestimmt gemäß Absatz 4.

2.  Für die Zwecke der Berechnung des Aufschlags eines Hedging-Satzes für Warenpositionen eines bestimmten Netting-Satzes gemäß Absatz 4 legen die Institute für jeden Hedging-Satz entsprechende Warenreferenztypen fest. Warenderivatgeschäfte werden nur dann dem gleichen Warenreferenztyp zugeordnet, wenn das dem Geschäft zugrunde liegende Wareninstrument gleicher Art ist.

3.  Abweichend von Absatz 2 können die zuständigen Behörden Instituten mit umfangreichen und konzentrierten Warenderivatportfolios vorschreiben, bei der Festlegung der Warenreferenztypen eines Hedging-Satzes gemäß Absatz 2 ergänzend zur Art des zugrunde liegenden Wareninstruments noch weitere Merkmale zu prüfen.

Die EBA arbeitet Entwürfe technischer Regulierungsstandards aus, in denen präzisiert wird, was unter umfangreichen und konzentrierten Warenderivatportfolios im Sinne von Unterabsatz 1 zu verstehen ist.

Die EBA übermittelt der Kommission diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards spätestens [15 Monate nach Inkrafttreten dieser Verordnung].

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Unterabsatz 1 genannten technischen Regulierungsstandards gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

4.  Die Institute berechnen den Aufschlag des Hedging-Satzes „j“ für die Kategorie „Warenpositionsrisiko“ wie folgt:

Dabei gilt:

k      =  der Index der gemäß Absatz 2 festgelegten Warenreferenztypen des Netting-Satzes;

ϵj       =  der Aufsichtsfaktor-Koeffizient des Hedging-Satzes „j“, berechnet gemäß Artikel 280;

AddOn(Typejk)   =  der Aufschlag für den Warenreferenztyp „k“, berechnet gemäß Absatz 5;

ρCom      =  der Korrelationsfaktor der Kategorie „Warenpositionsrisiko“ mit einem Wert von 40 %.

5.  Die Institute berechnen den Aufschlag für den Warenreferenztyp „k“ wie folgt:

Dabei gilt:

SFkCom   =   der Aufsichtsfaktor für den Warenreferenztyp „k“.

Wenn der Warenreferenztyp „k“ Geschäften entspricht, die dem Hedging-Satz nach Artikel 277b Absatz 1 Buchstabe e Ziffer i zugeordnet sind, so gilt SFkCom = 40 %, ansonsten gilt SFkCom = 18 %;

EffNotComk  =   der effektive Nominalwert des Warenreferenztyps „k“, berechnet wie folgt:

Artikel 280f

Aufschlag für die Kategorie „sonstige Risiken“

1.  Für die Zwecke von Artikel 278 berechnen die Institute den Aufschlag für die Kategorie „sonstige Risiken“ eines bestimmten Netting-Satzes wie folgt:

Dabei gilt:

j    =   der Index der gemäß Artikel 277a Absatz 1 Buchstabe f und Artikel 277a Absatz 2 für den Netting-Satz geschaffenen Hedging-Sätze für die Kategorie „sonstige Risiken“;

AddOnOtherj   =   der Aufschlag für die Kategorie „sonstige Risiken“ des Hedging-Satzes „j“, bestimmt gemäß Absatz 2.

2.  Die Institute berechnen den Aufschlag für die Kategorie „sonstige Risiken“ des Hedging-Satzes „j“ wie folgt:

Dabei gilt:   

ϵj     =   der Aufsichtsfaktor-Koeffizient des Hedging-Satzes „j“, berechnet gemäß Artikel 280;

SFOther   =   der Aufsichtsfaktor für die Kategorie „sonstige Risiken“ mit einem Wert von 8 %;

EffNotOtherj = der effektive Nominalwert des Hedging-Satzes „j“, berechnet wie folgt:

“.

(66)  Teil 3 Titel II Kapitel 6 Abschnitt 4 erhält folgende Fassung:

„Abschnitt 4Vereinfachter Standardansatz für das Gegenparteiausfallrisiko

Artikel 281Berechnung des Risikopositionswerts

1.  Die Institute berechnen gemäß Abschnitt 3 und vorbehaltlich der Bestimmungen von Absatz 2 einen einzigen Risikopositionswert auf Ebene des Netting-Satzes.

2.  Der Risikopositionswert eines Netting-Satzes wird gemäß den folgenden Anforderungen berechnet:

a)  Die Institute wenden nicht die Behandlung gemäß Artikel 274 Absatz 6 an;

b)  abweichend von Artikel 275 Absatz 1 gehen die Institute wie folgt vor:

Für andere als die in Artikel 275 Absatz 2 genannten Netting-Sätze berechnen die Institute die Wiederbeschaffungskosten nach folgender Formel:

;

c)  abweichend von Artikel 275 Absatz 2 gehen die Institute wie folgt vor:

Für Netting-Sätze von Geschäften, die an einer anerkannten Börse gehandelt werden, Netting-Sätze von Geschäften, die zentral von einer gemäß Artikel 14 der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 zugelassenen oder gemäß Artikel 25 der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 anerkannten zentralen Gegenpartei gecleart werden, oder Netting-Sätze von Geschäften, für die gemäß Artikel 11 der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 mit der Gegenpartei bilateral Sicherheiten ausgetauscht werden, berechnen die Institute die Wiederbeschaffungskosten nach folgender Formel:

Dabei gilt:

TH  =   die im Rahmen der Nachschussvereinbarung für den Netting-Satz geltende Nachschuss-Schwelle, bei deren Unterschreitung das Institut keine Sicherheiten fordern kann;

MTA  =  der im Rahmen der Nachschussvereinbarung für den Netting-Satz geltende Mindesttransferbetrag;

d)  abweichend von Artikel 275 Absatz 3 gehen die Institute wie folgt vor:

Für Netting-Sätze, deren Nachschussvereinbarung für mehrere Netting-Sätze gilt, berechnen die Institute die Wiederbeschaffungskosten als Summe der Wiederbeschaffungskosten der einzelnen Netting-Sätze, berechnet nach Absatz 1, als wären sie nicht durch Nachschüsse unterlegt;

e)  alle Hedging-Sätze werden gemäß Artikel 277a Absatz 1 festgelegt;

f)  die Institute setzen in der Formel zur Berechnung des potenziellen künftigen Risikopositionswerts nach Artikel 278 Absatz 1 den Multiplikator auf 1 wie folgt:

;

g)  abweichend von Artikel 279a Absatz 1 gehen die Institute wie folgt vor:

Die Institute berechnen das Aufsichtsdelta für alle Geschäfte wie folgt:

;

h)  die Formel zur Berechnung des aufsichtlichen Durationsfaktors („supervisory duration factor“) nach Artikel 279b Absatz 1 Buchstabe a lautet wie folgt:

;

i)  der Laufzeitfaktor nach Artikel 279c Absatz 1 wird wie folgt berechnet:

a) für Geschäfte im Rahmen der in Artikel 275 Absatz 1 genannten Netting-Sätze gilt: MF = 1;

b) für Geschäfte im Rahmen der in Artikel 275 Absätze 2 und 3 genannten Netting-Sätze gilt: MF = 0,42;

j)  die Formel zur Berechnung des effektiven Nominalwerts des Hedging-Satzes „j“ nach Artikel 280a Absatz 3 lautet wie folgt:

k)  die Formel zur Berechnung des Aufschlags für die Kategorie „Kreditrisiko“ des Hedging-Satzes „j“ nach Artikel 280c Absatz 3 lautet wie folgt:

l)  die Formel zur Berechnung des Aufschlags für die Kategorie „Beteiligungsrisiko“ des Hedging-Satzes „j“ gemäß Artikel 280d Absatz 3 lautet wie folgt:

m)  die Formel zur Berechnung des Aufschlags für die Kategorie „Warenpositionsrisiko“ des Hedging-Satzes „j“ gemäß Artikel 280e Absatz 3 lautet wie folgt:

“.

(67)  Teil 3 Titel II Kapitel 6 Abschnitt 5 erhält folgende Fassung:

„Abschnitt 5Ursprungsrisikomethode

Artikel 282Berechnung des Risikopositionswerts

1.  Die Institute können für alle Geschäfte, die unter die gleiche vertragliche Nettingvereinbarung fallen, einen einzigen Risikopositionswert berechnen, wenn alle in Artikel 274 Absatz 1 genannten Bedingungen erfüllt sind. Andernfalls berechnen die Institute für jedes Geschäft einen eigenen Risikopositionswert und behandeln die Geschäfte dabei wie ihren eigenen Netting-Satz.

2.  Der Risikopositionswert eines Netting-Satzes oder Geschäfts ist das Produkt aus 1,4 und der Summe der laufenden Wiederbeschaffungskosten und der potenziellen künftigen Risikoposition.

3.  Die laufenden Wiederbeschaffungskosten gemäß Absatz 2 werden wie folgt ermittelt:

a)  Für Netting-Sätze von Geschäften, die an einer anerkannten Börse gehandelt werden, Netting-Sätze von Geschäften, die zentral von einer gemäß Artikel 14 der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 zugelassenen oder gemäß Artikel 25 der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 anerkannten zentralen Gegenpartei gecleart werden, oder Netting-Sätze von Geschäften, für die gemäß Artikel 11 der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 mit der Gegenpartei bilateral Sicherheiten ausgetauscht werden, berechnen die Institute die laufenden Wiederbeschaffungskosten gemäß Absatz 2 nach folgender Formel:

Dabei gilt:

TH  =   die im Rahmen der Nachschussvereinbarung für den Netting-Satz geltende Nachschuss-Schwelle, bei deren Unterschreitung das Institut keine Sicherheiten fordern kann;

MTA  =  der im Rahmen der Nachschussvereinbarung für den Netting-Satz geltende Mindesttransferbetrag;

b)  für alle anderen Netting-Sätze oder einzelne Geschäfte berechnen die Institute die laufenden Wiederbeschaffungskosten nach Absatz 2 wie folgt:

Zur Berechnung der laufenden Wiederbeschaffungskosten aktualisieren die Institute den aktuellen Marktwert mindestens einmal monatlich.

4.  Die Institute berechnen die potenzielle künftige Risikoposition gemäß Absatz 2 wie folgt:

a)  die potenzielle künftige Risikoposition eines Netting-Satzes entspricht der Summe der potenziellen künftigen Risikopositionen aller Geschäfte des Netting-Satzes, berechnet gemäß Buchstabe b;

b)  die potenzielle künftige Risikoposition eines einzigen Geschäfts entspricht seinem Nominalwert, multipliziert mit:

i)  dem Produkt aus 0,5 % und der Restlaufzeit des Geschäfts bei Derivatkontrakten in Bezug auf Zinssätze;

ia)  dem Produkt aus 6 % und der Restlaufzeit des Geschäfts bei Derivatkontrakten in Bezug auf Kreditinstrumente;

ii)  4 % bei Derivatkontrakten in Bezug auf Wechselkurse;

iii)  18 % bei Derivatkontrakten in Bezug auf Warenpositionen außer Strom;

iiia) 40 % bei Derivatkontrakten in Bezug auf Strom;

iiib) 32 % bei Derivatkontrakten in Bezug auf Beteiligungspositionen;

c)  der Nominalwert gemäß Buchstabe b wird gemäß Artikel 279b Absatz 1 Buchstaben a, b und c und Artikel 279b Absätze 2 bzw. 3 ermittelt;

d)  die potenzielle künftige Risikoposition von Netting-Sätzen gemäß Absatz 3 Buchstabe a wird mit dem Faktor 0,42 multipliziert.

Bei der Berechnung der potenziellen Risikoposition von Zinskontrakten gemäß Buchstabe b Ziffer ii können die Institute anstelle der Restlaufzeit der Verträge die Ursprungslaufzeit verwenden.“.

(68)  Artikel 283 Absatz 4 erhält folgende Fassung:

„4. Bei allen OTC-Derivatgeschäften und Geschäften mit langer Abwicklungsfrist, für die einem Institut die Anwendung der IMM gemäß Absatz 1 nicht gestattet wurde, wendet das Institut die Methoden nach Abschnitt 3 oder Abschnitt 5 an. Innerhalb einer Gruppe kann dauerhaft auf eine Kombination aus diesen Methoden zurückgegriffen werden.“.

(69)  Artikel 298 erhält folgende Fassung:

„Artikel 298

Folgen der Anerkennung der risikomindernden Effekte von vertraglichem Netting

Für die Zwecke der Abschnitte 3 bis 6 wird vertragliches Netting nach Maßgabe der dortigen Bestimmungen anerkannt.“.

(70)  Artikel 299 Absatz 2 Buchstabe a wird gestrichen.

(71)  Artikel 300 wird wie folgt geändert:

a)  Der einleitende Satz erhält folgende Fassung:

„Für die Zwecke dieses Abschnitts und des Teils 7 bezeichnet der Ausdruck“;

b)  die folgenden Nummern 5 bis 11 werden hinzugefügt:

„5. „Bargeschäfte“ Geschäfte in Barmitteln, Schuldtiteln und Beteiligungsinstrumenten sowie Fremdwährungs- und Warenkassageschäfte. Pensionsgeschäfte, Wertpapier- oder Warenverleih- oder -leihgeschäfte sind keine Bargeschäfte;

6. „indirekte Clearingvereinbarung“ eine Regelung, die die Bedingungen von Artikel 4 Absatz 3 Unterabsatz 2 der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 erfüllt;

7. „mehrstufige Kundenstruktur“ eine indirekte Clearingvereinbarung, unter der für ein Institut Clearingdienstleistungen durch ein Unternehmen erbracht werden, das selbst kein Clearingmitglied, aber Kunde eines Clearingmitglieds oder eines Kunden auf höherer Ebene ist;

8. „Kunde auf höherer Ebene“ Unternehmen, die Clearingdienstleistungen für Kunden auf niedrigerer Ebene erbringen;

9. „Kunde auf niedrigerer Ebene“ Unternehmen, die Dienstleistungen einer ZGP über einen Kunden auf höherer Ebene in Anspruch nehmen;

10. „nicht vorfinanzierte Beiträge zu einem Ausfallfonds“ Beiträge, deren Zahlung ein als Clearingmitglied auftretendes Institut einer ZGP vertraglich zugesagt hat, wenn diese die Mittel ihres Ausfallfonds verbraucht hat, um nach dem Ausfall eines oder mehrerer ihrer Clearingmitglieder die dadurch bedingten Verluste abzudecken;

11. „vollständig garantiertes Einlagenverleih- oder -leihgeschäft“ ein vollständig besichertes Geldmarktgeschäft, bei dem zwei Gegenparteien Einlagen austauschen und eine ZGP als Mittler auftritt, um die Ausführung der Zahlungsverpflichtungen der beiden Gegenparteien zu gewährleisten.“.

(72)  Artikel 301 erhält folgende Fassung:

„Artikel 301Sachlicher Geltungsbereich

1.  Dieser Abschnitt gilt für die nachstehend genannten Kontrakte und Geschäfte, solange sie bei einer ZGP ausstehend sind:

a)  die in Anhang II genannten Geschäfte sowie Kreditderivate,

b)  Wertpapierfinanzierungsgeschäfte und vollständig garantierte Einlagenverleih- oder ‑leihgeschäfte,

c)  Geschäfte mit langer Abwicklungsfrist.

Dieser Abschnitt gilt nicht für Risikopositionen, die aus der Abwicklung von Bargeschäften entstehen. Die Institute wenden auf aus diesen Geschäften entstehende Handelsrisikopositionen die Behandlung gemäß Titel V und auf Beiträge zum Ausfallfonds zur ausschließlichen Deckung dieser Geschäfte ein Risikogewicht von 0 % an. Die Institute wenden auf Beiträge zum Ausfallfonds, die ergänzend zu Bargeschäften der Deckung der in Unterabsatz 1 aufgeführten Kontrakte dienen, die Behandlung nach Artikel 307 an.

2.  Für die Zwecke dieses Abschnitts gilt Folgendes:

a)  Die Einschüsse umfassen nicht Beiträge zu einer ZGP für gemeinschaftliche Verlustbeteiligungsvereinbarungen;

b)  die Einschüsse umfassen Sicherheiten, die ein als Clearingmitglied auftretendes Institut oder ein Kunde über den von der ZGP oder dem als Clearingmitglied auftretenden Institut vorgeschriebenen Mindestbetrag hinaus hinterlegt, sofern die ZGP oder das als Clearingmitglied auftretende Institut im einschlägigen Fall das als Clearingmitglied auftretende Institut oder den Kunden daran hindern können, solche überschüssigen Sicherheiten zurückzuziehen;

c)  nutzt eine ZGP Einschüsse zur Vergemeinschaftung von Verlusten unter ihren Clearingmitgliedern, so behandeln als Clearingmitglieder auftretende Institute diese Einschüsse als Beitrag zum Ausfallfonds.“.

(73)  Artikel 302 Absatz 2 erhält folgende Fassung:

„2. Institute bewerten anhand geeigneter Szenarioanalysen und Stresstests, ob die Höhe der Eigenmittel zur Unterlegung der Risikopositionen gegenüber einer zentralen Gegenpartei, einschließlich der potenziellen künftigen oder eventuellen Kreditrisikopositionen, Risikopositionen aus Beiträgen zu Ausfallfonds und — wenn das Institut als Clearingmitglied auftritt — Risikopositionen aus vertraglichen Vereinbarungen gemäß Artikel 304 die diesen Geschäften innewohnenden Risiken angemessen widerspiegelt.“.

(74)  Artikel 303 erhält folgende Fassung:

„Artikel 303Behandlung der Risikopositionen von Clearingmitgliedern gegenüber zentralen Gegenparteien

1.  Institute, die entweder für eigene Zwecke oder als Finanzintermediär zwischen einem Kunden und einer ZGP als Clearingmitglied auftreten, berechnen die Eigenmittelanforderungen für ihre Risikopositionen gegenüber der ZGP wie folgt:

a)  Sie wenden auf ihre Handelsrisikopositionen gegenüber der ZGP die Behandlung nach Artikel 306 an;

b)  sie wenden auf ihre Beiträge zum Ausfallfonds einer ZGP die Behandlung nach Artikel 307 an.

2.  Für die Zwecke von Absatz 1 darf die Summe der Eigenmittelanforderungen eines Instituts für Risikopositionen gegenüber einer qualifizierten ZGP aufgrund von Handelsrisikopositionen und Beiträgen zum Ausfallfonds eine Obergrenze in Höhe der Summe der Eigenmittelanforderungen, die auf diese Risikopositionen angewandt würden, wenn die ZGP keine qualifizierte ZGP wäre, nicht überschreiten.“.

(75)  Artikel 304 wird wie folgt geändert:

a)  Absatz 1 erhält folgende Fassung:

„1. Ein Institut, das als Clearingmitglied und in dieser Funktion als Finanzintermediär zwischen einem Kunden und einer ZGP auftritt, berechnet die Eigenmittelanforderungen für seine ZGP-bezogenen Geschäfte mit dem Kunden gemäß den Abschnitten 1 bis 8 dieses Kapitels, gemäß Kapitel 4 Abschnitt 4 bzw. gemäß Titel VI.“;

b)  die Absätze 3, 4 und 5 erhalten folgende Fassung:

„3. Für ein Institut, das als Clearingmitglied auftritt und die Eigenmittelanforderung für seine Risikopositionen anhand der Methoden nach den Abschnitten 3 oder 6 dieses Kapitels berechnet, gilt Folgendes:

a)  Abweichend von Artikel 285 Absatz 2 kann das Institut für seine Risikopositionen gegenüber Kunden eine Nachschuss-Risikoperiode von mindestens fünf Geschäftstagen anwenden;

b)  für seine Risikopositionen gegenüber einer ZGP wendet das Institut eine Nachschuss-Risikoperiode von mindestens zehn Geschäftstagen an;

c)  abweichend von Artikel 285 Absatz 3 kann das Institut bei Netting-Sätzen, die in die Berechnung einbezogen werden und die Voraussetzung nach Buchstabe a erfüllen, die unter diesem Buchstaben genannte Frist missachten, sofern der betreffende Netting-Satz nicht die Bedingung von Buchstabe b erfüllt und keine Handelsstreitigkeiten enthält;

d)  wenn eine ZGP für ein Geschäft Nachschüsse einbehält und die Sicherheiten des Instituts nicht vor einer Insolvenz der ZGP geschützt sind, wendet das Institut eine Nachschuss-Risikoperiode an, die dem kürzeren Zeitraum von einem Jahr und der Restlaufzeit des Geschäfts entspricht, eine Untergrenze von zehn Geschäftstagen aber nicht unterschreitet.

4. Abweichend von Artikel 281 Absatz 2 Buchstabe h darf ein Institut, das als Clearingmitglied auftritt und die Eigenmittelanforderungen für seine Risikopositionen gegenüber Kunden anhand der Methode nach Abschnitt 4 berechnet, seiner Berechnung einen Laufzeitfaktor von 0,21 zugrunde legen.

5. Abweichend von Artikel 282 Absatz 4 Buchstabe d darf ein Institut, das als Clearingmitglied auftritt und die Eigenmittelanforderungen für seine Risikopositionen gegenüber Kunden anhand der Methode nach Abschnitt 5 berechnet, seiner Berechnung einen Laufzeitfaktor von 0,21 zugrunde legen.“;

c)  die folgenden Absätze 6 und 7 werden angefügt:

„6. Ein Institut, das als Clearingmitglied auftritt, darf für die Zwecke der Berechnung seiner Eigenmittelanforderungen für das CVA-Risiko im Einklang mit Titel VI die aus den Berechnungen gemäß den Absätzen 3, 4 und 5 resultierende verringerte Risikoposition bei Ausfall anwenden.

7. Ein als Clearingmitglied auftretendes Institut, das von einem Kunden Sicherheiten für ein ZGP-bezogenes Geschäft entgegennimmt und diese an die ZGP weitergibt, kann diese Sicherheiten zur Verringerung seiner Risikoposition gegenüber dem Kunden in Bezug auf das ZGP-bezogene Geschäft anerkennen.

Bei einer mehrstufigen Kundenstruktur kann die Behandlung gemäß Unterabsatz 1 auf jeder Ebene dieser Struktur angewandt werden.“.

(76)  Artikel 305 wird wie folgt geändert:

a)  Absatz 1 erhält folgende Fassung:

„1. Ist ein Institut Kunde, so berechnet es die Eigenmittelanforderungen für seine ZGP-bezogenen Geschäfte mit seinem Clearingmitglied gemäß den Abschnitten 1 bis 8 dieses Kapitels, gemäß Kapitel 4 Abschnitt 4 dieses Titels bzw. gemäß Titel VI.“;

b)  Absatz 2 Buchstabe c erhält folgende Fassung:

„c) der Kunde hat eine hinreichend gründliche rechtliche Prüfung durchgeführt, die er auf dem neuesten Stand hält und die bestätigt, dass die Regelungen, die die Erfüllung der Bedingung nach Buchstabe b sicherstellen, nach den geltenden Rechtsvorschriften der jeweiligen Rechtsordnung bzw. Rechtsordnungen rechtmäßig, gültig, verbindlich und durchsetzbar sind;“;

c)  Dem Absatz 2 wird folgender Unterabsatz angefügt:

„Ein Institut kann bei der Bewertung der Erfüllung der Bedingung nach Unterabsatz 1 Buchstabe b eindeutige Präzedenzfälle für die Übertragung von Kundenpositionen und der entsprechenden Sicherheiten an eine ZGP sowie jegliche von der Branche beabsichtigte Fortsetzung dieser Praxis berücksichtigen.“;

d)  Absätze 3 und 4 erhalten folgende Fassung:

„3. Abweichend von Absatz 2 gilt Folgendes: Ist ein Institut, das Kunde ist, nicht gegen Verlust geschützt, falls das Clearingmitglied und einer von dessen anderen Kunden gemeinsam ausfallen, und erfüllt es deshalb nicht die Bedingung nach Buchstabe a, während alle anderen Bedingungen nach Buchstabe a und nach den anderen Buchstaben dieses Absatzes erfüllt sind, so darf das Institut die Eigenmittelanforderungen für seine Handelsrisikopositionen aus ZGP-bezogenen Geschäften mit seinem Clearingmitglied nach Artikel 306 berechnen, wenn es dabei anstelle des Risikogewichts von 2 % gemäß Artikel 306 Absatz 1 Buchstabe a ein Risikogewicht von 4 % ansetzt.

4. Im Falle einer mehrstufigen Kundenstruktur kann ein Institut, das Kunde auf niedrigerer Ebene ist und die Dienstleistungen einer ZGP über einen Kunden auf höherer Ebene in Anspruch nimmt, die Behandlung nach Absatz 2 oder nach Absatz 3 nur dann anwenden, wenn die Bedingungen dieser Absätze auf allen Ebenen der Kundenstruktur erfüllt sind.“.

(77)  Artikel 306 wird wie folgt geändert:

a)  Absatz 1 Buchstabe c erhält folgende Fassung:

„c) tritt das Institut als Finanzintermediär zwischen einem Kunden und einer ZGP auf und sehen die Bedingungen des ZGP-bezogenen Geschäfts keine Verpflichtung des Instituts vor, dem Kunden bei einem Ausfall der ZGP Verluste aufgrund von Wertänderungen des betreffenden Geschäfts zu erstatten, so kann es den Risikopositionswert der Handelsrisikoposition mit der ZGP, die dem ZGP-bezogenen Geschäft entspricht, mit Null ansetzen;“;

b)  in Absatz 1 wird folgender Buchstabe d angefügt:

„d) tritt das Institut als Finanzintermediär zwischen einem Kunden und einer ZGP auf und sehen die Bedingungen des ZGP-bezogenen Geschäfts die Verpflichtung des Instituts vor, dem Kunden bei einem Ausfall der ZGP Verluste aufgrund von Wertänderungen des betreffenden Geschäfts zu erstatten, so wendet es auf die Handelsrisikoposition mit der ZGP, die dem ZGP-bezogenen Geschäft entspricht, die Behandlung nach Buchstabe a bzw. b an.“;

c)  die Absätze 2 und 3 erhalten folgende Fassung:

„2. Abweichend von Absatz 1 darf ein Institut für den Fall, dass die für eine ZGP oder ein Clearingmitglied als Sicherheit gestellten Vermögenswerte bei Insolvenz der ZGP, des Clearingmitglieds oder eines oder mehrerer Kunden des Clearingmitglieds geschützt sind, für diese Vermögenswerte einen CCR-Risikopositionswert von Null ansetzen.

3. Ein Institut berechnet die Risikopositionswerte seiner Handelsrisikopositionen gegenüber einer ZGP nach den Abschnitten 1 bis 8 dieses Kapitels bzw. nach Kapitel 4 Abschnitt 4.“.

(78)  Artikel 307 erhält folgende Fassung:

„Artikel 307Eigenmittelanforderungen für Beiträge zum Ausfallfonds einer ZGP

Ein Institut, das als Clearingmitglied auftritt, behandelt die aus seinen Beiträgen zum Ausfallfonds einer ZGP resultierenden Risikopositionen wie folgt:

a)  Es berechnet die Eigenmittelanforderung zur Unterlegung seiner vorfinanzierten Beiträge zum Ausfallfonds einer qualifizierten ZGP gemäß dem Ansatz nach Artikel 308;

b)  es berechnet die Eigenmittelanforderung zur Unterlegung seiner vorfinanzierten und nicht vorfinanzierten Beiträge zum Ausfallfonds einer nicht qualifizierten ZGP gemäß dem Ansatz nach Artikel 309;

c)  es berechnet die Eigenmittelanforderung zur Unterlegung seiner nicht vorfinanzierten Beiträge zum Ausfallfonds einer qualifizierten ZGP gemäß der Behandlung nach Artikel 310.“.

(79)  Artikel 308 wird wie folgt geändert:

a)  Die Absätze 2 und 3 erhalten folgende Fassung:

„2. Ein Institut berechnet die Eigenmittelanforderung (Ki) zur Unterlegung der aus seinem vorfinanzierten Beitrag (DFi) resultierenden Risikopositionen nach folgender Formel:

 

Dabei gilt:

i =  der Index des Clearingmitglieds;

KCCP  = das hypothetische Kapital der qualifizierten ZGP, das dem Institut von der qualifizierten ZGP gemäß Artikel 50c der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 mitgeteilt wird;

DFCM   = die Summe der vorfinanzierten Beiträge aller Clearingmitglieder der qualifizierten ZGP, die dem Institut von der qualifizierten ZGP gemäß Artikel 50c der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 mitgeteilt wird;

DFCCP  = die vorfinanzierten finanziellen Mittel der ZGP, die dem Institut von der ZGP gemäß Artikel 50c der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 mitgeteilt werden.

3. Für die Zwecke des Artikels 92 Absatz 3 berechnen die Institute die risikogewichteten Positionsbeträge für die aus ihrem vorfinanzierten Beitrag zum Ausfallfonds einer qualifizierten ZGP resultierenden Risikopositionen, indem sie die nach Absatz 2 ermittelte Eigenmittelanforderung (KCMi) mit 12,5 multiplizieren.“;

b)  die Absätze 4 und 5 werden gestrichen.

(80)  Artikel 309 erhält folgende Fassung:

„Artikel 309Eigenmittelanforderungen für vorfinanzierte Beiträge zum Ausfallfonds einer nicht qualifizierten ZGP und für nicht vorfinanzierte Beiträge zu einer nicht qualifizierten ZGP

1.  Die Institute berechnen die Eigenmittelanforderung (K) für die Risikopositionen aus ihren vorfinanzierten Beiträgen zum Ausfallfonds einer nicht qualifizierten ZGP (DF) und aus nicht vorfinanzierten Beiträgen zu einer solchen ZGP (UC) nach folgender Formel:

 

2.  Für die Zwecke des Artikels 92 Absatz 3 berechnen die Institute die risikogewichteten Positionsbeträge für die aus ihrem Beitrag zum Ausfallfonds einer nicht qualifizierten ZGP resultierenden Risikopositionen, indem sie die nach Absatz 1 ermittelte Eigenmittelanforderung (K) mit 12,5 multiplizieren.“.

(81)  Artikel 310 erhält folgende Fassung:

„Artikel 310Eigenmittelanforderungen für nicht vorfinanzierte Beiträge zum Ausfallfonds einer qualifizierten ZGP

Die Institute wenden auf ihre nicht vorfinanzierten Beiträge zum Ausfallfonds einer qualifizierten ZGP ein Risikogewicht von 0 % an.“.

(82)  Artikel 311 erhält folgende Fassung:

„Artikel 311Eigenmittelanforderungen für Risikopositionen gegenüber ZGP, die bestimmte Bedingungen nicht mehr erfüllen

1.  Die Institute wenden die Behandlung gemäß diesem Artikel an, wenn sie – nach einer öffentlichen Bekanntmachung oder durch eine Mitteilung der für eine von ihnen genutzte ZGP zuständigen Behörde oder der betreffenden ZGP selbst – davon Kenntnis erhalten, dass die ZGP die Bedingungen für ihre Zulassung bzw. Anerkennung nicht länger erfüllen wird.

2.  Ist die Bedingung nach Absatz 1 erfüllt, gehen die Institute innerhalb von drei Monaten nach Eintreten des in diesem Absatz beschriebenen Umstands oder früher, wenn die zuständige Behörden der Institute dies verlangen, hinsichtlich ihrer Risikopositionen gegenüber der betreffenden ZGP wie folgt vor:

a)  Sie behandeln ihre Handelsrisikopositionen gegenüber der betreffenden ZGP gemäß Artikel 306 Absatz 1 Buchstabe b;

b)  sie behandeln ihre vorfinanzierten Beiträge zum Ausfallfonds der betreffenden ZGP und ihre nicht vorfinanzierten Beiträge zu der betreffenden ZGP gemäß Artikel 309;

c)  sie behandeln ihre Risikopositionen gegenüber der betreffenden ZGP – außer den Risikopositionen gemäß den Buchstaben a und b – wie Risikopositionen gegenüber einem Unternehmen gemäß dem Standardansatz für das Kreditrisiko nach Kapitel 2.“.

(82a)  In Artikel 316 Absatz 1 wird folgender Unterabsatz angefügt:

„Abweichend von Unterabsatz 1 können Institute beschließen, die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung nach Artikel 27 der Richtlinie 86/635/EWG auf Finanzierungs- und Operating-Leasing für die Zwecke der Berechnung des maßgeblichen Indikators nicht anzuwenden, und können stattdessen

a) die Zinserträge aus Finanzierungs- und Operating-Leasing und die Gewinne aus geleasten Vermögenswerten in die in Tabelle 1 unter Nummer 1 genannte Kategorie aufnehmen,

b) die Zinsaufwendungen aus Finanzierungs- und Operating-Leasing, die Verluste, die Abschreibung und die Wertminderung von geleasten Vermögenswerten in die in Tabelle 1 unter Nummer 2 genannte Kategorie aufnehmen.“.

(83)  Teil 3 Titel IV Kapitel 1 erhält folgende Fassung:

„Kapitel 1Allgemeine Bestimmungen

Artikel 325Ansätze für die Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken

1.  Die Institute berechnen die Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken aller Handels- und Anlagebuchpositionen, die einem Wechselkurs- oder Warenpositionsrisiko unterliegen, nach folgenden Ansätzen:

a)  ab dem 1. Januar 2022 gemäß dem Standardansatz nach Kapitel 1a;

b)  ab dem 1. Januar 2022 gemäß dem auf einem internen Modell beruhenden Ansatz nach Kapitel 1b nur in Bezug auf der Handelsabteilung zugewiesene Positionen, für die das Institut von den zuständigen Behörden die Erlaubnis zur Verwendung dieses Ansatzes gemäß Artikel 325ba erhalten hat;

c)  nach dem 1. Januar 2022 dürfen nur Institute, die die in Artikel 325a Absatz 1 festgelegten Bedingungen erfüllen, ihre Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken anhand des vereinfachten Standardansatzes gemäß Absatz 4 ermitteln;

d)  bis zum 1. Januar 2022 gemäß dem vereinfachten, auf einem internen Modell beruhenden Ansatz nach Kapitel 5 für Risikokategorien, für die dem Institut die Erlaubnis zur Verwendung dieses Ansatzes gemäß Artikel 363 erteilt wurde. Nach dem [Datum des Geltungsbeginns dieser Verordnung] dürfen die Institute ihre Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken nicht mehr anhand des vereinfachten, auf einem internen Modell beruhenden Ansatzes nach Kapitel 5 ermitteln.

2.  Die anhand des vereinfachten Standardansatzes nach Absatz 1 Buchstabe c berechneten Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken entsprechen der Summe der folgenden jeweils anwendbaren Eigenmittelanforderungen:

a)  Eigenmittelanforderungen für Positionsrisiken gemäß Kapitel 2;

b)  Eigenmittelanforderungen für Wechselkursrisiken gemäß Kapitel 3;

c)  Eigenmittelanforderungen für Warenpositionsrisiken gemäß Kapitel 4.

3.  Die Institute können innerhalb einer Gruppe dauerhaft eine Kombination der Ansätze nach Absatz 1 Buchstaben a und b anwenden, sofern die gemäß dem Ansatz nach Buchstabe a berechneten Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken 90 % der gesamten Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken nicht überschreiten. Andernfalls verwenden die Institute für alle Positionen, die den Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken unterliegen, die Methode nach Absatz 1 Buchstabe a.

Die zuständige Behörde kann auf der Grundlage des von den Instituten für vergleichbare Abteilungen gewählten Ansatzes beschließen, festzulegen, dass Abteilungen in den Anwendungsbereich des in Absatz 1 Buchstabe b beschriebenen Ansatzes fallen.

4.  Die Institute können in Einklang mit Artikel 363 innerhalb einer Gruppe dauerhaft eine Kombination der Ansätze nach Absatz 1 Buchstaben c und d anwenden.

5.  Die Institute wenden die Ansätze nach Absatz 1 Buchstaben a und b nicht in Kombination mit dem Ansatz nach Buchstabe c an.

6.  Die Institute wenden den Ansatz nach Absatz 1 Buchstabe b nicht für Instrumente im Handelsbuch an, bei denen es sich um Verbriefungspositionen oder gemäß Artikel 104 Absätze 7 bis 9 in das Korrelationshandelsportfolio einbezogene Positionen handelt.

7.  Nach dem [Datum des Geltungsbeginns dieser Verordnung] dürfen die Institute den vereinfachten, auf einem internen Modell beruhenden Ansatz nach Kapitel 5 dieses Titels weiterhin für die Zwecke der Berechnung der Eigenmittelanforderungen für CVA-Risiken anhand der fortgeschrittenen Methode nach Artikel 383 anwenden, jedoch nicht mehr für die Zwecke der Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken.

8.  Die EBA arbeitet Entwürfe technischer Regulierungsstandards aus, in denen näher bestimmt wird, wie die Institute die Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken bezüglich einem Wechselkurs- oder Warenpositionsrisiko unterliegenden Anlagebuchpositionen gemäß den Ansätzen nach Absatz 1 Buchstaben a und b ermitteln.

Die EBA übermittelt der Kommission diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards bis zum [sechs Monate nach Inkrafttreten dieser Verordnung].

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die technischen Regulierungsstandards nach Unterabsatz 1 gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

Artikel 325aBedingungen für die Anwendung des vereinfachten Standardansatzes

1.  Institute dürfen die Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken gemäß dem Ansatz nach Artikel 325 Absatz 1 Buchstabe c berechnen, sofern der Umfang ihrer bilanziellen und außerbilanziellen Geschäfte, die Marktrisiken unterliegen, auf der Grundlage einer monatlichen Bewertung die folgenden Schwellenwerte nicht überschreitet:

a)  10 % der gesamten Vermögenswerte des Instituts,

b)  300 Mio. EUR.

Auf Ersuchen eines Instituts bei der zuständigen Behörde kann diese dem Institut auf individueller Basis erlauben, die Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken gemäß dem Ansatz nach Artikel 325 Absatz 1 Buchstabe c zu berechnen, sofern der Umfang ihrer bilanziellen und außerbilanziellen Geschäfte, die Marktrisiken unterliegen, auf der Grundlage einer monatlichen Bewertung 500 Mio. EUR nicht überschreitet.

2.  Die Institute berechnen den Umfang ihrer bilanziellen und außerbilanziellen Geschäfte, die zu einem bestimmten Datum Marktrisiken unterliegen, gemäß den folgenden Anforderungen:

a)  Es werden alle Positionen im Handelsbuch einbezogen ▌;

b)  es werden alle Positionen im Anlagebuch einbezogen, die zu Fremdwährungs- und Warenpositionsrisiken führen;

c)  alle Positionen werden zu ihrem Marktpreis zu dem betreffenden Datum bewertet, mit Ausnahme der Positionen gemäß Buchstabe b. Lässt sich der Marktwert einer Position zu einem bestimmten Datum nicht ermitteln, so verwenden die Institute den aktuellsten Marktpreis für diese Position;

d)  alle Positionen im Anlagebuch, die zu Wechselkursrisiken führen, werden als Netto-Fremdwährungsgesamtposition betrachtet und gemäß Artikel 352 bewertet;

e)  alle Positionen im Anlagebuch, die zu Warenpositionsrisiken führen, werden gemäß den Artikeln 357 bis 358 bewertet;

f)  der absolute Wert von Kaufpositionen und der absolute Wert von Verkaufspositionen werden zusammenaddiert.

3.  Die Institute, die ihre Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken nach Maßgabe dieses Artikels berechnen oder nicht mehr berechnen, unterrichten die zuständigen Behörden entsprechend.

4.  Ein Institut, das die Bedingungen gemäß Absatz 1 nicht mehr erfüllt, teilt dies der zuständigen Behörde unverzüglich mit.

5.  In folgenden Fällen stellen Institute die Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken nach Absatz 1 innerhalb von drei Monaten ein:

a)  Das Institut erfüllt während drei aufeinanderfolgender Monate keine der Bedingungen von Absatz 1;

b)  das Institut erfüllte im Verlauf der vergangenen zwölf Monate während mehr als sechs Monaten keine der Bedingungen von Absatz 1.

6.  Hat ein Institut die Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken nach Absatz 1 eingestellt, so erhält es die Erlaubnis zur Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken nach Maßgabe von Absatz 1 nur, wenn es gegenüber der zuständigen Behörde nachweist, dass alle in Absatz 1 genannten Bedingungen während eines Zeitraums von einem Jahr ununterbrochen erfüllt wurden.

7.  Die Institute gehen keine Position zu dem alleinigen Zweck der Einhaltung der in Absatz 1 genannten Bedingungen während der monatlichen Bewertung ein.

Artikel 325bAnwendung der Anforderungen auf konsolidierter Basis

1.  Vorbehaltlich des Absatzes 2 und nur für die Zwecke der Berechnung der Nettopositionen und Eigenmittelanforderungen auf konsolidierter Basis gemäß diesem Titel dürfen Institute Positionen in einem Institut oder Unternehmen verwenden, um sie gegen Positionen in einem anderen Institut oder Unternehmen aufzurechnen.

2.  Die Institute dürfen Absatz 1 nur vorbehaltlich der Genehmigung der zuständigen Behörden anwenden, die gewährt wird, sofern sämtliche der folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

a)  Die Eigenmittel innerhalb der Gruppe sind angemessen aufgeteilt;

b)  der aufsichtliche, rechtliche oder vertragliche Rahmen für die Tätigkeit der Institute ist so beschaffen, dass der gegenseitige finanzielle Beistand innerhalb der Gruppe gesichert ist.

3.  Handelt es sich um in Drittländern niedergelassene Unternehmen, sind zusätzlich zu den in Absatz 2 genannten Voraussetzungen sämtliche der folgenden Voraussetzungen zu erfüllen:

a)  Die Unternehmen wurden in einem Drittland zugelassen und entsprechen entweder der Definition für Kreditinstitute oder sind anerkannte Wertpapierfirmen eines Drittlands;

b)  die Unternehmen erfüllen auf Einzelbasis Eigenmittelanforderungen, die den in dieser Verordnung vorgeschriebenen Eigenmittelanforderungen gleichwertig sind;

c)  in den betreffenden Drittländern bestehen keine Vorschriften, durch die der Kapitaltransfer innerhalb der Gruppe erheblich beeinträchtigt werden könnte.

Artikel 325cStrukturelle Absicherungen von Wechselkursrisiken

1.  Die zuständigen Behörden können einem Institut erlauben, bestimmte Wechselkursrisikopositionen, die ein Institut bewusst eingegangen ist, um sich gegen die nachteilige Auswirkung einer Wechselkursänderung auf seine Eigenmittelquoten gemäß Artikel 92 Absatz 1 abzusichern, ▌vorbehaltlich der Genehmigung der zuständigen Behörden bei der Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken auszuschließen, sofern folgende Bedingungen erfüllt sind:

a)  Der Ausschluss überschreitet nicht den höchsten der folgenden Beträge:

i)  Betrag der auf Fremdwährungen lautenden Beteiligungen an verbundenen Unternehmen, die nicht mit dem Institut konsolidiert werden;

ii)  Betrag der auf Fremdwährungen lautenden Beteiligungen an konsolidierten Tochterunternehmen;

b)  der Ausschluss von der Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken gilt für mindestens sechs Monate;

c)  das Institut hat den zuständigen Behörden nähere Angaben zu der betreffenden Position geliefert und nachgewiesen, dass die Position eingegangen wurde, um sich teilweise oder vollständig gegen die nachteilige Auswirkung einer Wechselkursänderung auf seine Eigenmittelquoten gemäß Artikel 92 Absatz 1 abzusichern, und hat die Beträge der von der Eigenmittelanforderung für das Marktrisiko gemäß Buchstabe a ausgeschlossenen Position mitgeteilt.

2.  Ausschlüsse von Positionen aus den Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken gemäß Absatz 1 werden einheitlich angewendet und gelten für die gesamte verbleibende Laufzeit der Aktiva oder sonstigen Posten.

3.  Alle nachfolgenden Änderungen des Instituts hinsichtlich der von den Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken gemäß Absatz 1 auszuschließenden Beträge bedürfen der Genehmigung durch die zuständigen Behörden.“.

(84)  In Teil 3 Titel IV werden die folgenden Kapitel 1a und 1b eingefügt:

„Kapitel 1aStandardansatz

Abschnitt 1Allgemeine Bestimmungen

Artikel 325dAnwendungsbereich und Struktur des Standardansatzes

Die Institute berechnen die Eigenmittelanforderungen für das Marktrisiko anhand des Standardansatzes für ein Portfolio von Handelsbuch- oder Anlagebuchpositionen, die zu Fremdwährungs- und Warenpositionsrisiken führen, als Summe der folgenden drei Komponenten:

a)  die Eigenmittelanforderung gemäß der sensitivitätsgestützten Methode nach Abschnitt 2;

b)  die Eigenmittelanforderung für das Ausfallrisiko gemäß Abschnitt 5, die nur für die in diesem Abschnitt genannten Positionen im Handelsbuch gilt;

c)  die Eigenmittelanforderungen für Restrisiken gemäß Abschnitt 4, die nur für die in diesem Abschnitt genannten Positionen im Handelsbuch gelten.

Abschnitt 2Eigenmittelanforderung gemäß der sensitivitätsgestützten Methode

Artikel 325eBegriffsbestimmungen

Für die Zwecke dieses Kapitels bezeichnet der Ausdruck

1. „Risikoklasse“ eine der folgenden sieben Kategorien: i) allgemeines Zinsrisiko; ii) Kreditspreadrisiko bei Nicht-Verbriefungspositionen; iii) Kreditspreadrisiko bei Verbriefungspositionen (außerhalb des Korrelationshandelsportfolios); iv) Kreditspreadrisiko bei Verbriefungspositionen (des Korrelationshandelsportfolios); v) Beteiligungsrisiko; vi) Warenpositionsrisiko; und vii) Wechselkursrisiko;

2. „Sensitivität“ die – nach dem Bewertungsmodell des Instituts berechnete – relative Veränderung des Wertes einer Position infolge einer Veränderung des Wertes eines der relevanten Risikofaktoren der Position;

3. „Unterklasse“ eine Unterkategorie von Positionen innerhalb einer Risikoklasse mit ähnlichem Risikoprofil, der ein Risikogewicht gemäß Abschnitt 3 Unterabschnitt 1 zugewiesen wird.

Artikel 325fKomponenten der sensitivitätsgestützten Methode

1.  Die Institute berechnen die Eigenmittelanforderungen für das Marktrisiko anhand der sensitivitätsgestützten Methode durch Aggregation der drei folgenden Eigenmittelanforderungen gemäß Artikel 325i:

a)  Eigenmittelanforderungen für das Delta-Risiko zur Erfassung des Risikos von Wertänderungen eines Instruments infolge von Bewegungen seiner nicht volatilitätsbedingten Risikofaktoren unter Annahme einer linearen Preisbildungsfunktion;

b)  Eigenmittelanforderungen für das Vega-Risiko zur Erfassung des Risikos von Wertänderungen eines Instruments infolge von Bewegungen seiner volatilitätsbedingten Risikofaktoren;

c)  Eigenmittelanforderungen für das Curvature-Risiko zur Erfassung des Risikos von Wertänderungen eines Instruments infolge von Bewegungen der wichtigsten nicht volatilitätsbedingten Risikofaktoren, die nicht durch das Delta-Risiko erfasst sind.

2.  Für die Zwecke der Berechnung nach Absatz 1 gilt Folgendes:

d)  Alle Positionen von Instrumenten mit Optionalität unterliegen den Eigenmittelanforderungen gemäß Absatz 1 Buchstaben a, b und c.

e)  Alle Positionen von Instrumenten ohne Optionalität unterliegen lediglich den Eigenmittelanforderungen gemäß Absatz 1 Buchstabe a.

Für die Zwecke dieses Kapitels umfassen Instrumente mit Optionalität u. a. Kaufoptionen (Calls), Verkaufsoptionen (Puts), Optionen mit Ober- (caps) und Untergrenzen (floors), Swaptions, Barrier-Optionen und exotische Optionen. Eingebettete Optionen wie die Option zur Rückzahlung vor Fälligkeit oder verhaltensabhängige Optionen gelten für die Zwecke der Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken als eigenständige Positionen.

Für die Zwecke dieses Kapitels werden Instrumente, deren Zahlungsströme als lineare Funktion des Nominalwerts des Basiswerts geschrieben werden können, als Instrumente ohne Optionalität betrachtet.

Artikel 325gEigenmittelanforderungen für Delta- und Vega-Risiken

1.  Die Institute wenden bei der Berechnung der Eigenmittelanforderungen für die Delta- und Vega-Risiken die in Abschnitt 3 Unterabschnitt 1 beschriebenen Delta- und Vega-Risikofaktoren an.

2.  Die Institute berechnen die Eigenmittelanforderungen für die Delta- und Vega-Risiken anhand der Verfahren gemäß den Absätzen 3 bis 8.

3.  Die Sensitivität aller den Eigenmittelanforderungen für Delta- und Vega-Risiken unterliegenden Instrumente gegenüber den anwendbaren Delta- oder Vega-Risikofaktoren der betreffenden Risikoklasse wird für jede Risikoklasse anhand der entsprechenden Formeln nach Abschnitt 3 Unterabschnitt 2 berechnet. Wenn der Wert eines Instruments von mehreren Risikofaktoren abhängt, wird die Sensitivität getrennt für jeden Risikofaktor ermittelt.

4.  Die Sensitivitäten werden innerhalb jeder Risikoklasse einer Unterklasse „b“ zugeordnet.

5.  Innerhalb jeder Unterklasse „b“ werden die positiven und negativen Sensitivitäten gegenüber dem gleichen Risikofaktor zu Netto-Sensitivitäten ( für jeden Risikofaktor k innerhalb der Unterklasse aufgerechnet.

6.  Die Netto-Sensitivitäten jedes Risikofaktors () innerhalb jeder Unterklasse werden mit den gemäß Abschnitt 6 anzuwendenden Risikogewichten (RWk) multipliziert, sodass jeder Risikofaktor der betreffenden Unterklasse eine gewichtete Sensitivität (WSk) erhält, die nach folgender Formel berechnet wird:

7.  Die gewichteten Sensitivitäten gegenüber den verschiedenen Risikofaktoren innerhalb jeder Unterklasse werden gemäß nachstehender Formel zur unterklassespezifischen Sensitivität (Kb) aggregiert, wobei der Wert innerhalb der Quadratwurzelfunktion nicht niedriger als Null sein kann. Dabei werden die Korrelationen für gewichtete Sensitivitäten innerhalb der gleichen Unterklasse () gemäß Abschnitt 6 verwendet.

8.  Die unterklassespezifische Sensitivität (Kb) wird für jede Unterklasse innerhalb einer Risikoklasse gemäß den Absätzen 5 bis 7 berechnet. Nach Berechnung der unterklassespezifischen Sensitivität für alle Unterklassen werden die gewichteten Sensitivitäten aller Risikofaktoren über die einzelnen Unterklassen hinweg gemäß der nachstehenden Formel und unter Verwendung der entsprechenden Korrelationen γbc für gewichtete Sensitivitäten in verschiedenen Unterklassen gemäß Abschnitt 6 zu einer risikoklassenspezifischen Delta- oder Vega-Eigenmittelanforderung aggregiert:

Dabei gilt für alle Risikofaktoren der Unterklasse b und für alle Risikofaktoren der Unterklasse c. Ergeben diese Werte für und eine negative Gesamtsumme , berechnet das Institut die risikoklassenspezifischen Delta- oder Vega-Eigenmittelanforderungen mittels einer alternativen Spezifizierung, wobei für alle Risikofaktoren der Unterklasse b und für alle Risikofaktoren der Unterklasse c gilt.

Die risikoklassenspezifischen Delta- oder Vega-Eigenmittelanforderungen werden für die einzelnen Risikoklassen gemäß den Absätzen 1 bis 8 berechnet.

Artikel 325hEigenmittelanforderungen für das Curvature-Risiko

1.  Die Institute berechnen die Eigenmittelanforderungen für das Curvature-Risiko anhand der Verfahren gemäß den Absätzen 2 bis 6.

2.  Mittels der gemäß Artikel 325g Absatz 4 für die einzelnen Risikoklassen berechneten Sensitivitäten wird gemäß nachstehender Formel für jeden Risikofaktor (k) der betreffenden Risikoklasse eine Netto-Curvature-Risikoanforderung berechnet.

Dabei gilt:

i = der Index der Instrumente, die Curvature-Risiken in Verbindung mit dem Risikofaktor k unterliegen;

= der aktuelle Wert des Risikofaktors k;

= der Wert des Instruments i gemäß dem Bewertungsmodell des Instituts unter Zugrundelegung des aktuellen Werts des Risikofaktors k;

und = der Wert des Instruments i nach Aufwärts- bzw. Abwärtsanpassung von gemäß den entsprechenden Risikogewichten;

= das Risikogewicht für den Curvature-Risikofaktor k des Instruments i, bestimmt gemäß Abschnitt 6;

= die Delta-Sensitivität des Instruments i gegenüber dem Delta-Risikofaktor, der dem Curvature-Risikofaktor k entspricht.

3.  Die gemäß Absatz 2 berechneten Netto-Eigenmittelanforderungen für das Curvature-Risiko werden für jede Risikoklasse einer der Unterklassen (b) der betreffenden Risikoklasse zugeordnet.

4.  Alle Netto-Eigenmittelanforderungen für das Curvature-Risiko innerhalb jeder Unterklasse (b) werden gemäß nachstehender Formel und unter Verwendung der jeweiligen vorgeschriebenen Korrelationen rkl zwischen Paaren von Risikofaktoren k,l jeder Unterklasse zu den unterklassespezifischen Eigenmittelanforderungen für das Curvature-Risiko aggregiert:

  

Dabei gilt:

y = Funktion mit dem Wert 0, wenn sowohl als auch ein negatives Vorzeichen haben. In allen anderen Fällen erhält yden Wert 1.

5.  Die Netto-Eigenmittelanforderungen für das Curvature-Risiko werden über die Unterklassen jeder Risikoklasse hinweg gemäß nachstehender Formel und unter Verwendung der jeweiligen vorgeschriebenen Korrelationen γbc für Sets von Netto-Eigenmittelanforderungen für das Curvature-Risiko unterschiedlicher Unterklassen aggregiert. Dies ergibt die risikoklassespezifischen Eigenmittelanforderungen für das Curvature-Risiko.

  

Dabei gilt:

für alle Risikofaktoren der Unterklasse b und für alle Risikofaktoren der Unterklasse c;

= eine Funktion mit dem Wert 0, wenn sowohl als auch ein negatives Vorzeichen haben. In allen anderen Fällen erhält den Wert 1.

Ergeben diese Werte für und eine negative Gesamtsumme ,

so berechnet das Institut die Eigenmittelanforderung für das Curvature-Risiko unter Verwendung einer alternativen Spezifikation, wobei allen Risikofaktoren der Unterklasse b und allen Risikofaktoren der Unterklasse c entspricht.

6.  Die risikoklassenspezifischen Eigenmittelanforderungen für das Curvature-Risiko werden für jede Risikoklasse gemäß den Absätzen 2 bis 5 berechnet.

Artikel 325iAggregation der risikoklassespezifischen Eigenmittelanforderungen für Delta-, Vega und Curvature-Risiken

1.  Die Institute aggregieren die risikoklassespezifischen Eigenmittelanforderungen für Delta-, Vega und Curvature-Risiko gemäß den Absätzen 2 und 3.

2.  Das in den Artikeln 325g und 325h beschriebene Verfahren zur Berechnung der risikoklassespezifischen Eigenmittelanforderungen für Delta-, Vega und Curvature-Risiko wird für jede Risikoklasse drei Mal unter Verwendung eines jeweils unterschiedlichen Satzes von Korrelationsparametern (Korrelation zwischen Risikofaktoren innerhalb einer Unterklasse) und (Korrelation zwischen Unterklassen einer Risikoklasse) durchgeführt. Jeder dieser drei Sätze entspricht einem der folgenden Szenarien:

a)  dem Szenario „mittlere Korrelation“, bei dem die in Abschnitt 6 spezifizierten Korrelationsparameter und unverändert bleiben;

b)  dem Szenario „hohe Korrelation“, bei dem die in Abschnitt 6 spezifizierten Korrelationsparameter und mit dem Faktor 1,25 multipliziert werden, wobei und einer Obergrenze von 100 % unterliegen;

c)  dem Szenario „niedrige Korrelation“, bei dem die in Abschnitt 6 spezifizierten Korrelationen mit dem Faktor 0,75 multipliziert werden.

3.  Für jedes Szenario legt das Institut eine szenariospezifische Eigenmittelanforderung auf Portfolioebene fest. Die szenariospezifische Eigenmittelanforderung auf Portfolioebene wird als Summe der risikoklassenspezifischen Eigenmittelanforderungen für dieses Szenario berechnet.

4.  Die endgültigen Eigenmittelanforderungen des Portfolios entsprechen der höchsten gemäß Absatz 3 berechneten, szenariospezifischen Eigenmittelanforderung auf Portfolioebene.

Artikel 325jBehandlung von Indexinstrumenten und Optionen mit multiplen Basiswerten

1.  Für Indexinstrumente und Optionen mit multiplen Basiswerten, bei denen alle Komponenten des Indexes oder der Option Delta-Risikosensitivitäten mit dem gleichen Vorzeichen haben, verwenden die Institute den Transparenzansatz. Die Sensitivitäten gegenüber Risikofaktoren aus Indexinstrumenten und Optionen mit multiplen Basiswerten dürfen unbeschränkt gegen Sensitivitäten gegenüber Einzeladressen-Instrumenten aufgerechnet werden, außer bei Positionen des Korrelationshandelsportfolios.

2.  Optionen mit multiplen Basiswerten, deren Delta-Risikosensitivitäten unterschiedliche Vorzeichen haben, werden vom Delta- und Vega-Risiko ausgenommen, unterliegen aber dem Aufschlag für Restrisiken gemäß Abschnitt 4.

Artikel 325kBehandlung von Organismen für Gemeinsame Anlagen

1.  Die Institute berechnen die Eigenmittelanforderungen für das Marktrisiko von Positionen in einem Organismus für Gemeinsame Anlagen (im Folgenden „OGA“) anhand einem der folgenden Ansätze:

a)  Kann das Institut die zugrunde liegenden Investitionen des OGA oder des Indexinstruments täglich ermitteln, so kann es auf diese zugrunde liegenden Investitionen den Transparenzansatz anwenden und die Eigenmittelanforderungen für das Marktrisiko dieser Position gemäß dem Ansatz nach Artikel 325j Absatz 1 berechnen;

b)  können Preise für den OGA täglich ermittelt werden und ist dem Institution das Mandat des OGA bekannt, so behandelt das Institut die OGA-Position für die Zwecke der sensitivitätsgestützten Methode als Eigenkapitalinstrument;

c)  können Preise für den OGA täglich ermittelt werden und ist dem Institut das Mandat des OGA nicht bekannt, so behandelt das Institut die OGA-Position für die Zwecke der sensitivitätsgestützten Methode als Eigenkapitalinstrument und weist der OGA-Position in Bezug auf das Beteiligungsrisiko das Risikogewicht der Unterklasse „sonstige Sektoren“ zu.

2.  Die Institute können folgende Dritte damit beauftragen, ihre Eigenmittelanforderungen für das Marktrisiko für OGA-Positionen gemäß den in diesem Kapitel beschriebenen Methoden zu berechnen und zu melden:

a)  die Verwahrstelle des OGA, sofern der OGA ausschließlich in Wertpapiere investiert und sämtliche Wertpapiere bei dieser Verwahrstelle hinterlegt;

b)  für andere OGA die Verwaltungsgesellschaft des OGA, sofern diese die Kriterien des Artikels 132 Absatz 3 Buchstabe a erfüllt.

3.  Die EBA arbeitet Entwürfe technischer Regulierungsstandards aus, in denen im Detail spezifiziert wird, welche Risikogewichte den OGA-Positionen gemäß Absatz 1 Buchstabe b zugewiesen werden.

Die EBA übermittelt der Kommission diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards spätestens [15 Monate nach Inkrafttreten dieser Verordnung].

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die technischen Regulierungsstandards nach Unterabsatz 1 gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

Artikel 325lMit einer Übernahmegarantie versehene Positionen

1.  Die Institute können die Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken von mit einer Übernahmegarantie versehenen Positionen in Schuld- oder Eigenkapitalinstrumenten anhand des in diesem Artikel beschriebenen Verfahrens berechnen.

2.  Die Institute wenden einen der einschlägigen Multiplikationsfaktoren gemäß Tabelle 1 auf die Netto-Sensitivitäten aller mit einer Übernahmegarantie versehenen Positionen in den einzelnen Emittenten an, außer bei Übernahmepositionen, die Dritte auf der Grundlage einer förmlichen Vereinbarung gezeichnet oder mitgarantiert haben, und berechnen die Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken gemäß dem in diesem Kapitel dargelegten Ansatz auf der Grundlage der bereinigten Netto-Sensitivitäten.

Tabelle 1

Arbeitstag 0

0 %

Arbeitstag 1

10 %

Arbeitstage 2 und 3

25 %

Arbeitstag 4

50 %

Arbeitstag 5

75 %

nach Arbeitstag 5

100 %

Für die Zwecke dieses Artikels bezeichnet „Arbeitstag 0“ den Arbeitstag, an dem das Institut die uneingeschränkte Verpflichtung eingegangen ist, eine bestimmte Menge von Wertpapieren zu einem vereinbarten Preis zu übernehmen.

3.  Die Institute benachrichtigen die zuständigen Behörden über die Anwendung des in diesem Artikel festgelegten Verfahrens.

Abschnitt 3Begriffsbestimmungen von Risikofaktoren und Sensitivitäten

Unterabschnitt 1Begriffsbestimmungen von Risikofaktoren

Artikel 325mRisikofaktoren des allgemeinen Zinsrisikos

1.  Für alle Risikofaktoren des allgemeinen Zinsrisikos, einschließlich des Inflationsrisikos und des Basis-Währungsrisikos, gibt es eine Unterklasse pro Währung mit jeweils anderen Arten von Risikofaktoren.

Die für zinsreagible Instrumente geltenden Delta-Risikofaktoren des allgemeinen Zinsrisikos sind die maßgeblichen risikofreien Zinssätze pro Währung für jede der folgenden Laufzeiten: 0,25 Jahre, 0,5 Jahre, 1 Jahr, 2 Jahre, 3 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre, 15 Jahre, 20 Jahre, 30 Jahre. Die Institute weisen den spezifizierten Punkten Risikofaktoren zu, und zwar entweder per linearer Interpolation oder mittels einer Methode, die am besten mit den Bewertungsfunktionen der unabhängigen Risikokontrollstelle des Instituts zur Meldung von Marktrisiken, Gewinnen oder Verlusten an das höhere Management vereinbar ist.

2.  Die Institute bestimmen die risikofreien Renditesätze pro Währung aus den im Handelsbuch des Instituts geführten Geldmarktinstrumenten mit dem niedrigsten Kreditrisiko, wie Tagesgeldsatz-Swaps.

3.  Können die Institute den Ansatz nach Absatz 2 nicht anwenden, so basieren die risikofreien Zinssätze auf einer oder mehreren marktimplizierten Swapkurven, die das Institut zur Bewertung von Positionen am Markt verwendet, wie die Zins-Swapkurven des Interbankengeschäfts.

Gibt es keine ausreichenden Daten über marktimplizierte Swapkurven gemäß Absatz 2 und Unterabsatz 1 dieses Absatzes, so können die risikofreien Zinssätze für eine bestimmte Währung aus der am besten geeigneten Kurve für Staatsanleihen abgeleitet werden.

Verwenden Institute für öffentliche Schuldtitel die gemäß dem Verfahren nach Unterabsatz 2 dieses Absatzes abgeleiteten Risikofaktoren, so wird das betreffende öffentliche Schuldinstrument nicht von den Eigenmittelanforderungen für das Kreditspreadrisiko ausgenommen. Ist es in diesen Fällen nicht möglich, den risikofreien Zinssatz von der Komponente des Kreditspreadrisikos zu trennen, wird die Sensitivität gegenüber diesem Risikofaktor beiden Risikoklassen („allgemeines Zinsrisiko“ und „Kreditspreadrisiko“) zugeordnet.

4.  Bei Risikofaktoren des allgemeinen Zinsrisikos stellt jede Währung eine eigene Unterklasse dar. Die Institute weisen Risikofaktoren innerhalb der gleichen Unterklasse, aber mit unterschiedlichen Laufzeiten unterschiedliche Risikogewichte gemäß Abschnitt 6 zu.

Die Institute wenden auf Schuldtitel, deren Zahlungsströme funktional von Inflationsraten abhängig sind, zusätzliche Risikofaktoren des Inflationsrisikos an. Diese zusätzlichen Risikofaktoren bestehen aus einem Vektor für marktimplizierte Inflationsraten verschiedener Laufzeiten pro Währung. Der Vektor enthält für jedes Instrument so viele Komponenten, wie Inflationsraten im Bewertungsmodell des Instituts für dieses Instrument als Variablen verwendet werden.

5.  Die Institute berechnen die Sensitivität des Instruments gegenüber dem zusätzlichen Risikofaktor des Inflationsrisikos nach Absatz 4 als Veränderung des Werts des Instruments gemäß ihrem Bewertungsmodell infolge einer Verschiebung jeder Komponente des Vektors um einen Basispunkt. Jede Währung stellt eine eigene Unterklasse dar. Die Institute behandeln, ungeachtet der Anzahl der Komponenten jedes Vektors, die Inflation innerhalb jeder Unterklasse als eigenen Risikofaktor. Die Institute nehmen innerhalb der Unterklassen eine Aufrechnung der wie oben beschrieben berechneten Inflationssensitivitäten vor, um pro Unterklasse eine einzige Netto-Sensitivität zu erhalten.

6.  Schuldtitel, die Zahlungen in verschiedenen Währungen implizieren, unterliegen in Bezug auf diese Währungen auch einem Basis-Währungsrisiko. Für die Zwecke der sensitivitätsgestützten Methode wenden die Institute als Risikofaktoren das Basis-Währungsrisiko jeder Währung gegenüber dem US-Dollar oder dem Euro an. Die Institute rechnen die Basis zwischen Währungen, die sich nicht auf die Basis zu USD oder die Basis zu EUR beziehen, entweder als „Basis zu US-Dollar“ oder „Basis zu EUR“.

Die Risikofaktoren des Basis-Währungsrisikos bestehen aus je einem Vektor für eine Währungsbasis mit verschiedenen Laufzeiten pro Währung. Der Vektor enthält für jedes Instrument so viele Komponenten wie Währungsbasen, die im Bewertungsmodell des Instituts für dieses Instrument als Variablen verwendet werden. Jede Währung stellt eine eigene Unterklasse dar.

Die Institute berechnen die Sensitivität des Instruments gegenüber diesem Risikofaktor als Veränderung des gemäß ihrem Bewertungsmodell ermittelten Werts des Instruments infolge einer Verschiebung jeder Komponente des Vektors um einen Basispunkt. Jede Währung stellt eine eigene Unterklasse dar. Innerhalb jeder Unterklasse gibt es unabhängig von der Anzahl der Komponenten der einzelnen Währungsbasisvektoren zwei mögliche getrennte Risikofaktoren: Basis zu EUR und Basis zu US-Dollar. Pro Unterklasse kann es höchstens zwei Netto-Sensitivitäten geben.

7.  Die für Optionen mit zinsreagiblen Basiswerten geltenden Vega-Risikofaktoren des allgemeinen Zinsrisikos entsprechen den impliziten Volatilitäten der maßgeblichen risikofreien Zinssätze gemäß den Absätzen 2 und 3, die je nach Währung Unterklassen zugeteilt und innerhalb der Unterklasse folgenden Laufzeiten zugeordnet werden: 0,5 Jahre, 1 Jahr, 3 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre. Es gibt eine Unterklasse pro Währung.

Für Netting-Zwecke betrachten die Institute implizite Volatilitäten, die den gleichen risikofreien Zinssätzen und den gleichen Laufzeiten zugeordnet sind, als gleichen Risikofaktor.

Wenn Institute implizite Volatilitäten den Laufzeiten gemäß diesem Absatz zuordnen, so gilt Folgendes:

a)  Wenn die Laufzeit der Option auf die Laufzeit des Basiswerts abgestimmt ist, wird ein einziger Risikofaktor geprüft, der je nach der betreffenden Laufzeit zugeordnet wird;

b)  wenn die Laufzeit der Option kürzer als die Laufzeit des Basiswerts ist, werden die Risikofaktoren wie folgt betrachtet:

i)  Der erste Risikofaktor wird entsprechend der Laufzeit der Option zugeordnet;

ii)  der zweite Risikofaktor wird entsprechend der Restlaufzeit des Basiswerts der Option nach Ablaufdatum der Option zugeordnet.

8.  Die von den Instituten anzuwendenden Curvature-Risikofaktoren des allgemeinen Zinsrisikos bestehen aus einem Vektor für die im Hinblick auf eine spezifische risikofreie Ertragskurve repräsentativen risikofreien Zinssätze pro Währung. Jede Währung stellt eine eigene Unterklasse dar. Der Vektor enthält für jedes Instrument so viele Komponenten, wie unterschiedliche Laufzeiten risikofreier Zinssätze im Bewertungsmodell des Instituts für dieses Instrument als Variablen verwendet werden.

9.  Die Institute berechnen die Sensitivität des Instruments gegenüber jedem Risikofaktor, der in der Curvature-Risikoformel gemäß Artikel 325h verwendet wird. Für die Zwecke des Curvature-Risikos betrachten die Institute Vektoren unterschiedlicher Ertragskurven und mit unterschiedlicher Anzahl von Komponenten als gleichen Risikofaktor, sofern die Vektoren sich auf die gleiche Währung beziehen. Die Institute nehmen eine Aufrechnung der Sensitivitäten gegenüber dem gleichen Risikofaktor vor. Es gibt nur eine Netto-Sensitivität pro Unterklasse.

Es gibt keine Curvature-Risikoanforderung für Inflations- und Basis-Währungsrisiko.

Artikel 325nRisikofaktoren des Kreditspread-Risikos

von Nicht-Verbriefungspositionen

1.  Bei Nicht-Verbriefungsinstrumenten mit Sensitivität gegenüber dem Kreditspreadrisiko wenden die Institute als Delta-Risikofaktoren des Kreditspreadrisikos die Kreditspread-Sätze ihrer Emittenten an, die aus den betreffenden Schuldtiteln und Kreditausfallswaps abgeleitet und den folgenden Laufzeiten zugeordnet werden: 0,25 Jahre, 0,5 Jahre, 1 Jahr, 2 Jahre, 3 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre, 15 Jahre, 20 Jahre, 30 Jahre. Die Institute wenden einen Risikofaktor pro Emittent und Laufzeit an, unabhängig davon, ob die Kreditspread-Sätze des Emittenten aus Schuldtiteln oder Kreditausfallswaps abgeleitet sind. Die Unterklassen sind sektorale Unterklassen gemäß Abschnitt 6, und jede Unterklasse enthält alle dem jeweiligen Sektor zugeordneten Risikofaktoren.

2.  Bei Optionen, denen Nicht-Verbriefungspositionen mit Sensitivität gegenüber dem Kreditspreadrisiko zugrunde liegen, wenden die Institute als Vega-Risikofaktoren des Kreditspreadrisikos die impliziten Volatilitäten der gemäß Absatz 1 abgeleiteten Kreditspread-Sätze des Emittenten der Basiswerte an, die je nach Laufzeit der den Eigenmittelanforderungen unterliegenden Option folgenden Laufzeiten zugeordnet werden: 0,5 Jahre, 1 Jahr, 3 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre. Es werden die gleichen Unterklassen verwendet wie für das Delta-Kreditspreadrisiko für Nicht-Verbriefungspositionen.

3.  Bei Nicht-Verbriefungsinstrumenten wenden die Institute als Curvature-Risikofaktoren des Kreditspreadrisikos einen Vektor für im Hinblick auf eine bestimmte Kreditspread-Kurve eines Emittenten repräsentative Kreditspread-Sätze an. Der Vektor enthält für jedes Instrument so viele Komponenten, wie unterschiedliche Laufzeiten von Kreditspread-Sätzen im Bewertungsmodell des Instituts für dieses Instrument als Variablen verwendet werden. Es werden die gleichen Unterklassen verwendet wie für das Delta-Kreditspreadrisiko für Nicht-Verbriefungspositionen.

4.  Die Institute berechnen die Sensitivität des Instruments gegenüber jedem Risikofaktor, der in der Curvature-Risikoformel gemäß Artikel 325h verwendet wird. Für die Zwecke des Curvature-Risikos betrachten die Institute von einschlägigen Schuldtiteln oder Kreditausfallswaps abgeleitete Vektoren mit einer unterschiedlichen Anzahl von Komponenten als gleichen Risikofaktor, sofern die Vektoren sich auf den gleichen Emittenten beziehen.

Artikel 325oKreditspread-Risikofaktoren

von Verbriefungspositionen

1.  Die Institute wenden auf Verbriefungspositionen des Korrelationshandelsportfolios gemäß Artikel 104 Absätze 7 bis 9 die Risikofaktoren des Kreditspread-Risikos für Verbriefungspositionen des Korrelationshandelsportfolios nach Absatz 3 an.

Die Institute wenden auf nicht zum Korrelationshandelsportfolio gehörende Verbriefungspositionen gemäß Artikel 104 Absätze 7 bis 9 die Risikofaktoren des Kreditspread-Risikos für nicht zum Korrelationshandelsportfolio gehörende Verbriefungspositionen nach Absatz 5 an.

2.  Für das Kreditspreadrisiko von Verbriefungspositionen des Korrelationshandelsportfolios gelten die gleichen Unterklassen wie für das Kreditspreadrisiko von Nicht-Verbriefungspositionen gemäß Abschnitt 6.

Für das Kreditspreadrisiko von nicht zum Korrelationshandelsportfolio gehörenden Verbriefungspositionen gelten spezifische Unterklassen für die betreffende Risikoklassenkategorie gemäß Abschnitt 6.

3.  Die Institute wenden auf Verbriefungspositionen des Korrelationshandelsportfolios folgende Risikofaktoren des Kreditspread-Risikos an:

a)  Die Delta-Risikofaktoren sind alle relevanten Kreditspread-Sätze der Emittenten der zugrunde liegenden Risikopositionen der Verbriefungsposition, abgeleitet aus den betreffenden Schuldtiteln und Kreditausfallswaps, für jede der folgenden Laufzeiten: 0,5 Jahre, 1 Jahr, 3 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre.

b)  für Optionen, denen Verbriefungspositionen des Korrelationshandelsportfolios zugrunde liegen, gelten als Vega-Risikofaktoren die impliziten Volatilitäten der Kreditspreads der Emittenten der zugrunde liegenden Risikopositionen der Verbriefungsposition, die gemäß Buchstabe a abgeleitet und je nach Laufzeit der entsprechenden Eigenmittelanforderungen unterliegenden Option folgenden Laufzeiten zugeordnet werden: 0,5 Jahre, 1 Jahr, 3 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre.

c)  die Curvature-Risikofaktoren sind die einschlägigen Kreditspread-Ertragskurven der Emittenten der zugrunde liegenden Risikopositionen der Verbriefungsposition, dargestellt als Vektor von Kreditspread-Sätzen unterschiedlicher Laufzeiten, die gemäß Buchstabe a abgeleitet werden. Der Vektor enthält für jedes Instrument so viele Komponenten, wie unterschiedliche Laufzeiten von Kreditspread-Sätzen im Bewertungsmodell des Instituts für dieses Instrument als Variablen verwendet werden.

4.  Die Institute berechnen die Sensitivität der Verbriefungsposition gegenüber jedem in der Curvature-Risikoformel verwendeten Risikofaktor gemäß Artikel 325h. Für die Zwecke des Curvature-Risikos betrachten die Institute von einschlägigen Schuldtiteln oder Kreditausfallswaps abgeleitete Vektoren mit einer unterschiedlichen Anzahl von Komponenten als gleichen Risikofaktor, sofern die Vektoren sich auf den gleichen Emittenten beziehen.

5.  Die Risikofaktoren des Kreditspread-Risikos, die von den Instituten auf nicht zum Korrelationshandelsportfolio gehörende Verbriefungspositionen anzuwenden sind, beziehen sich nicht auf den Spread der zugrunde liegenden Instrumente, sondern auf den Spread der Tranche und entsprechen folgenden Risikofaktoren:

a)  Die Delta-Risikofaktoren sind die Kreditspread-Sätze der betreffenden Tranche, die je nach Laufzeit der Tranche folgenden Laufzeiten zugeordnet werden: 0,5 Jahre, 1 Jahr, 3 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre.

b)  die Vega-Risikofaktoren für Optionen, denen nicht zum Korrelationshandelsportfolio gehörende Verbriefungspositionen zugrunde liegen, sind die impliziten Volatilitäten der Kreditspreads der Tranchen, die je nach Laufzeit der Eigenmittelanforderungen unterliegenden Option jeweils folgenden Laufzeiten zugeordnet werden: 0,5 Jahre, 1 Jahr, 3 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre.

c)  die Curvature-Risikofaktoren sind dieselben wie in Buchstabe a. Auf all diese Risikofaktoren wird ein gemeinsames Risikogewicht gemäß Abschnitt 6 angewandt.

Artikel 325p

Risikofaktoren des Beteiligungsrisikos

1.  Für alle Risikofaktoren des Beteiligungsrisikos gelten die Unterklassen gemäß Abschnitt 6.

2.  Die Institute wenden als Delta-Risikofaktoren des Beteiligungsrisikos alle Eigenkapital-Kassakurse und alle Rückkauf- oder Reposätze an.

Für die Zwecke des Beteiligungsrisikos gilt eine spezifische Eigenkapital-Repokurve als ein einziger Risikofaktor, der als Vektor von Reposätzen unterschiedlicher Laufzeiten ausgedrückt wird. Der Vektor enthält für jedes Instrument so viele Komponenten, wie unterschiedliche Laufzeiten von Reposätzen im Bewertungsmodell des Instituts für dieses Instrument als Variablen verwendet werden.

Die Institute berechnen die Sensitivität des Instruments gegenüber diesem Risikofaktor als Veränderung des gemäß ihrem Bewertungsmodell ermittelten Werts des Instruments infolge einer Verschiebung jeder Komponente des Vektors um einen Basispunkt. Die Institute nehmen unabhängig von der Anzahl der Komponenten der einzelnen Vektoren eine Aufrechnung der Sensitivitäten gegenüber dem Reposatz-Risikofaktor des gleichen Eigenkapitaltitels vor.

3.  Bei Optionen, deren Basiswerte eine Sensitivität gegenüber dem Beteiligungsrisiko aufweisen, wenden die Institute als Vega-Risikofaktoren des Beteiligungsrisikos die impliziten Volatilitäten der Eigenkapital-Kassakurse an, die je nach Laufzeit der Eigenmittelanforderungen unterliegenden Optionen folgenden Laufzeiten zugeordnet werden: 0,5 Jahre, 1 Jahr, 3 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre. Es gibt keine Eigenkapitalanforderung für das Vega-Risiko von Eigenkapital-Reposätzen.

4.  Bei Optionen, deren Basiswerte eine Sensitivität gegenüber dem Beteiligungsrisiko aufweisen, wenden die Institute als Curvature-Risikofaktoren des Beteiligungsrisikos alle Eigenkapital-Kassakurse, unabhängig von der Laufzeit der entsprechenden Optionen, an. Es gibt keine Anforderung für das Curvature-Risiko von Eigenkapital-Reposätzen.

Artikel 325qRisikofaktoren des Warenpositionsrisikos

1.  Für alle Risikofaktoren des Warenpositionsrisikos gelten die sektoralen Unterklassen gemäß Abschnitt 6.

2.  Bei Instrumenten mit Sensitivität gegenüber dem Warenpositionsrisiko wenden die Institute als Delta-Risikofaktoren des Warenpositionsrisikos alle Waren-Spotpreise pro Warenart und pro Qualitätsgrad an. Die Institute betrachten zwei Rohstoffpreise der gleichen Warenart mit gleicher Laufzeit und gleicher Art der Kontraktqualität nur dann als gleichen Risikofaktor, wenn die rechtlichen Bestimmungen in Bezug auf den Lieferort identisch sind.

3.  Bei Optionen, deren Basiswerte eine Sensitivität gegenüber dem Warenpositionsrisiko aufweisen, wenden die Institute als Vega-Risikofaktoren des Warenpositionsrisikos die impliziten Volatilitäten der Rohstoffpreise pro Warenart an, die je nach Laufzeit der Eigenmittelanforderungen unterliegenden Optionen folgenden Laufzeitstufen zugeordnet werden: 0,5 Jahre, 1 Jahr, 3 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre. Die Institute betrachten Sensitivitäten gegenüber der gleichen Warenart mit der gleichen Laufzeit als einen einzigen Risikofaktor, den sie aufrechnen.

4.  Bei Optionen, deren Basiswerte eine Sensitivität gegenüber dem Warenpositionsrisiko aufweisen, wenden die Institute als Curvature-Risikofaktoren des Warenpositionsrisikos einen Satz von Rohstoffpreisen mit unterschiedlichen Laufzeiten pro Warenart an, ausgedrückt als Vektor. Der Vektor enthält für jedes Instrument so viele Komponenten wie Preise, die für diesen Rohstoff im Bewertungsmodell des Instituts für dieses Instrument als Variablen verwendet werden. Die Institute nehmen bei den Rohstoffpreisen keine Unterscheidung nach Qualität oder Lieferort vor.

Die Sensitivität des Instruments gegenüber jedem in der Curvature-Risikoformel verwendeten Risikofaktor wird gemäß Artikel 325h berechnet. Für die Zwecke des Curvature-Risikos betrachten die Institute Vektoren mit einer unterschiedlichen Anzahl von Komponenten als gleichen Risikofaktor, sofern diese Vektoren sich auf die gleiche Warenart beziehen.

Artikel 325rRisikofaktoren des Wechselkursrisikos

1.  Bei Instrumenten mit Sensitivität gegenüber dem Wechselkursrisiko wenden die Institute als Delta-Risikofaktoren des Wechselkursrisikos alle Devisenkassakurse zwischen der Währung, auf die ein Instrument lautet, und der Währung der Rechnungslegung des Instituts an. Es gibt eine Unterklasse pro Währungspaar mit einem einzigen Risikofaktor und einer einzigen Netto-Sensitivität.

2.  Bei Optionen, deren Basiswerte eine Sensitivität gegenüber dem Wechselkursrisiko aufweisen, wenden die Institute als Vega-Risikofaktoren des Wechselkursrisikos die impliziten Volatilitäten der Wechselkurse zwischen den Währungspaaren gemäß Absatz 1 an. Diese impliziten Volatilitäten der Wechselkurse werden je nach Laufzeit der Eigenmittelanforderungen unterliegenden Optionen folgenden Laufzeiten zugeordnet: 0,5 Jahre, 1 Jahr, 3 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre.

3.  Bei Optionen, deren Basiswerte eine Sensitivität gegenüber dem Wechselkursrisiko aufweisen, wenden die Institute als Curvature-Risikofaktoren des Wechselkursrisikos die Risikofaktoren nach Absatz 1 an.

4.  Die Institute sind nicht dazu verpflichtet, bei allen Delta-, Vega- und Curvature-Risikofaktoren des Wechselkursrisikos zwischen Onshore- und Offshore-Varianten einer Währung zu unterscheiden.

Unterabschnitt 2: Begriffsbestimmungen von Sensitivitäten

Artikel 325sDelta-Risikosensitivitäten

1.  Die Institute berechnen die Delta-Sensitivitäten gegenüber dem allgemeinen Zinsrisiko (general interest rate risk, GIRR) wie folgt:

a)  Die Sensitivitäten gegenüber Risikofaktoren aus risikofreien Zinssätzen werden wie folgt berechnet:

 

Dabei gilt:

= der Satz einer risikofreien Kurve k mit der Laufzeit t;

Vi (.) = die Bewertungsfunktion des Instruments i;

x, y = sonstige Variablen der Bewertungsfunktion.

b)  die Sensitivitäten gegenüber Risikofaktoren aus Inflationsrisiko und Basis-Währungsrisiko () werden wie folgt berechnet:

 

Dabei gilt:

= ein Vektor mit m Komponenten für die implizite Inflationskurve oder die Währungsbasiskurve einer bestimmten Währung j, wobei m der Anzahl der im Bewertungsmodell des Instruments i verwendeten inflations- oder währungsrelevanten Variablen entspricht;

= die Einheitsmatrix der Dimension (1 x m);

Vi (.) = die Bewertungsfunktion des Instruments i;

y, z = sonstige Variablen des Bewertungsmodells.

2.  Die Institute berechnen die Delta-Risikosensitivitäten gegenüber dem Kreditspreadrisiko für alle Verbriefungs- und Nicht-Verbriefungspositionen () wie folgt:

Dabei gilt:

= der Wert des Kreditspread-Satzes eines Emittenten j bei Fälligkeit t;

Vi (.) = die Bewertungsfunktion des Instruments i;

x, y = sonstige Variablen der Bewertungsfunktion.

3.  Die Institute berechnen die Delta-Risikosensitivitäten gegenüber dem Beteiligungsrisiko wie folgt:

a)  Die Sensitivitäten gegenüber den Risikofaktoren k (sk) aus Eigenkapital-Kassakursen werden wie folgt berechnet:

Dabei gilt:

k = ein spezifischer Eigenkapitaltitel;

EQk = der Wert des Kassakurses dieses Eigenkapitaltitels und

Vi (.) = die Bewertungsfunktion des Instruments i.

x, y = sonstige Variablen des Bewertungsmodells.

b)  die Sensitivitäten gegenüber Risikofaktoren aus Eigenkapital-Reposätzen werden wie folgt berechnet:

 

Dabei gilt:

k = der Index des Eigenkapitals;

= ein Vektor mit m Komponenten zur Darstellung der Struktur der Repo-Laufzeit für ein bestimmtes Eigenkapital k, wobei m der Anzahl der im Bewertungsmodell des Instruments i verwendeten Repo-Sätze für verschiedene Laufzeiten entspricht;

= die Einheitsmatrix der Dimension (1 x m);

Vi (.) = die Bewertungsfunktion des Instruments i;

y, z = sonstige Variablen des Bewertungsmodells des Instruments i.

4.  Die Institute berechnen die Delta-Risikosensitivitäten gegenüber dem Warenpositionsrisiko für jeden Risikofaktor k (sk) wie folgt:

Dabei gilt:

k = ein bestimmter Risikofaktor des Warenpositionsrisikos;

CTYk = der Wert des Risikofaktors k;

Vi (.) = der Marktwert des Instruments i als Funktion des Risikofaktors k.

5.  Die Institute berechnen die Delta-Risikosensitivitäten gegenüber dem Wechselkursrisiko für jeden Risikofaktor k (sk) wie folgt:

Dabei gilt:

k = ein bestimmter Risikofaktor des Wechselkursrisikos;

FXk = der Wert des Risikofaktors;

Vi (.) = der Marktwert des Instruments i als Funktion des Risikofaktors k.

Artikel 325tVega-Risikosensitivitäten

1.  Die Institute berechnen die Vega-Risikosensitivitäten einer Option gegenüber einem Risikofaktor k (sk) wie folgt:

Dabei gilt:

k = ein spezifischer Vega-Risikofaktor aus einer impliziten Volatilität;

= der als Prozentsatz auszudrückende Wert dieses Risikofaktors;

x, y = sonstige Variablen der Bewertungsfunktion.

2.  Im Falle von Risikokategorien, bei denen die Vega-Risikofaktoren zwar eine Laufzeitdimension haben, die Vorschriften für die Zuordnung der Risikofaktoren aber nicht anwendbar sind, weil die Optionen keine Laufzeit haben, ordnen die Institute diese Risikofaktoren der längsten vorgeschriebenen Laufzeit zu. Diese Optionen unterliegen dem Aufschlag für Restrisiken.

3.  Bei anderen Optionen als Strike- oder Barrier-Optionen und bei Optionen mit multiplen Strike- oder Barrier-Möglichkeiten wenden die Institute zur Bewertung der Option die intern vom Institut verwendete Zuordnung zu Strikes und Laufzeiten an. Diese Optionen unterliegen ebenfalls dem Aufschlag für Restrisiken.

4.  Die Institute berechnen kein Vega-Risiko für Verbriefungstranchen des Korrelationshandelsportfolios gemäß Artikel 104 Absätze 7 bis 9, für die es keine implizite Volatilität gibt. Die Delta- und Curvature-Risikoanforderungen werden für diese Verbriefungstranchen errechnet.

Artikel 325uAnforderungen bezüglich der Berechnung von Sensitivitäten

1.  Die Institute leiten Sensitivitäten unter Verwendung der in diesem Unterabschnitt festgelegten Formeln aus den Bewertungsmodellen der Institute ▌ab, die als Grundlage für die Meldung von Gewinnen und Verlusten an das höhere Management dienen.

Abweichend von Unterabsatz 1 können die zuständigen Behörden einem Institut, dem die Erlaubnis zur Verwendung des auf internen Modellen basierenden Ansatzes gemäß Kapitel 1b erteilt worden ist, vorschreiben, bei der Berechnung der Sensitivitäten gemäß diesem Kapitel für die Berechnung und Meldung der Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken gemäß Artikel 325ba Absatz 2 Buchstabe b die Bewertungsmodelle des Risikomessmodells des auf internen Modellen basierenden Ansatzes zu verwenden.

2.  Die Institute gehen bei der Berechnung der Delta-Sensitivitäten für Instrumente mit Optionalität von einer konstanten impliziten Volatilität aus.

3.  Die Institute gehen bei der Berechnung eines Vega-Risikos des allgemeinen Zinsrisikos oder einer Sensitivität gegenüber dem Kreditspreadrisiko davon aus, dass der Basiswert der Option in den Bewertungsmodellen, aus denen Sensitivitäten abgeleitet werden, entweder einer Lognormal- oder einer Normalverteilung folgt. Die Institute gehen bei der Berechnung einer Vega-Sensitivität gegenüber Beteiligungs-, Warenpositions- oder Wechselkursrisiko davon aus, dass der Basiswert in den Bewertungsmodellen, aus denen Sensitivitäten abgeleitet werden, entweder einer Lognormal- oder einer Normalverteilung folgt.

4.  Die Institute berechnen alle Sensitivitäten; hiervon ausgenommen sind die Sensitivitäten gegenüber Anpassungen der Kreditbewertung.

4a.  Abweichend von Absatz 1 kann ein Institut vorbehaltlich der Genehmigung der zuständigen Behörden bei der Berechnung der Eigenmittelanforderungen für eine Handelsbuchposition gemäß diesem Kapitel alternative Begriffsbestimmungen für Delta-Risikosensitivitäten verwenden, sofern das Institut alle der folgenden Bedingungen erfüllt:

  a)  Diese alternativen Begriffsbestimmungen werden für das interne Risikomanagement und zur Meldung von Gewinnen und Verlusten an das höhere Management durch eine unabhängige Abteilung „Risikoüberwachung“ innerhalb des Instituts verwendet;

  b)  das Institut weist nach, dass diese alternativen Begriffsbestimmungen besser dafür geeignet sind, die entsprechenden Sensitivitäten für die Position zu erfassen als die in diesem Unterabschnitt festgelegten Formeln, und dass sich die daraus ergebenden Sensitivitäten nicht wesentlich von diesen Formeln unterscheiden.

4b.  Abweichend von Absatz 1 kann ein Institut vorbehaltlich der Genehmigung der zuständigen Behörden bei der Berechnung der Eigenmittelanforderungen für eine Handelsbuchposition gemäß diesem Kapitel Vega-Sensitivitäten auf der Grundlage einer linearen Transformation der alternativen Begriffsbestimmungen für Sensitivitäten berechnen, sofern das Institut alle der folgenden Bedingungen erfüllt:

  a)  Diese alternativen Begriffsbestimmungen werden für das interne Risikomanagement und zur Meldung von Gewinnen und Verlusten an das höhere Management durch eine unabhängige Abteilung „Risikoüberwachung“ innerhalb des Instituts verwendet;

  b)  das Institut weist nach, dass diese alternativen Begriffsbestimmungen besser dafür geeignet sind, die Sensitivitäten für die Position zu erfassen als die in diesem Unterabschnitt festgelegten Formeln, und dass die lineare Transformation nach Unterabsatz 1 eine Vega-Risikosensitivität widerspiegelt.

Abschnitt 4Aufschlag für Restrisiken

Artikel 325vEigenmittelanforderungen für Restrisiken

1.  Neben den Eigenmittelanforderungen für das Marktrisiko gemäß Abschnitt 2 wenden die Institute gemäß diesem Artikel zusätzliche Eigenmittelanforderungen auf Instrumente an, die Restrisiken ausgesetzt sind.

2.  Instrumente sind Restrisiken ausgesetzt, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:

a)  Das Instrument nutzt einen exotischen Basiswert als Referenz.

  Instrumente mit einem exotischen Basiswert sind Handelsbuchinstrumente mit einer zugrunde liegenden Risikoposition, die nicht unter die Behandlung für das Delta-, Vega- oder Curvature-Risiko gemäß der sensitivitätsgestützten Methode nach Abschnitt 2 oder die Ausfallrisikobelastung nach Abschnitt 5 fällt.

  Exotische Basiswerte umfassen: Langlebigkeitsrisiko, Wetter, Naturkatastrophen und künftig realisierte Volatilität.

b)  Das Instrument unterliegt anderen Restrisiken.

  Instrumente, die anderen Restrisiken unterliegen, sind Instrumente, die die folgenden Kriterien erfüllen:

  (i)  Das Instrument unterliegt gemäß der sensitivitätsgestützten Methode nach Abschnitt 2 Eigenmittelanforderungen für das Vega- und Curvature-Risiko und generiert Erträge, die nicht als endliche lineare Kombination von Plain-Vanilla-Optionen mit einem einzigen zugrunde liegenden Aktienkurs, Warenkurs, Wechselkurs, Anleihekurs, Kreditausfallswapkurs oder Zinsswap repliziert werden können oder

  (ii)  das Instrument ist eine Verbriefungsposition des Korrelationshandelsportfolios gemäß Artikel 104 Absätze 7 bis 9. Absicherungen des Korrelationshandelsportfolios, die keine Verbriefungsposition darstellen, werden nicht berücksichtigt.

3.  Die Institute berechnen die zusätzlichen Eigenmittelanforderungen nach Absatz 1 als Summe der Brutto-Nominalwerte der Instrumente nach Absatz 2, multipliziert mit folgenden Risikogewichten:

a)  1,0 % im Fall von Instrumenten nach Absatz 2 Buchstabe a,

b)  0,1 % im Fall von Instrumenten nach Absatz 2 Buchstabe b.

4.  Abweichend von Absatz 1 wenden die Institute keine Eigenmittelanforderungen für Restrisiken auf Instrumente an, die eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

a)  Das Instrument ist an einer anerkannten Börse notiert;

b)  das Instrument kommt für ein zentrales Clearing gemäß der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 in Betracht;

c)  das Instrument gleicht Marktrisiken einer anderen Position des Handelsbuchs vollständig aus; in diesem Fall werden diese beiden völlig kongruenten Handelsbuchpositionen von den Eigenmittelanforderungen für Restrisiken ausgenommen.

5.  Die EBA arbeitet technische Regulierungsstandards aus, in denen im Detail spezifiziert wird, was als exotischer Basiswert zu betrachten ist und welche Instrumente für die Zwecke von Absatz 2 anderen Restrisiken ausgesetzt sind.

Die EBA übermittelt der Kommission diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards spätestens [15 Monate nach Inkrafttreten dieser Verordnung].

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die technischen Regulierungsstandards nach Unterabsatz 1 gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

Abschnitt 5Ausfallrisikobelastung

Artikel 325wBegriffsbestimmungen und allgemeine Bestimmungen

1.  Eigenmittelanforderungen für das Ausfallrisiko gelten für Schuldtitel und Eigenkapitalinstrumente, Derivate, denen solche Instrumente zugrunde liegen, und Derivate, deren Erträge oder beizulegenden Zeitwerte bei Ausfall eines anderen Schuldners als der Gegenpartei des Derivats selbst beeinträchtigt werden. Die Institute berechnen die Anforderungen für das Ausfallrisiko für jede der folgenden Arten von Instrumenten getrennt: Nicht-Verbriefungen, Verbriefungen, die nicht zum Korrelationshandelsportfolio gehören, und Verbriefungen, die zum Korrelationshandelsportfolio gehören. Die endgültigen Eigenmittelanforderungen für das Ausfallrisiko eines Instituts ergeben sich aus der Summe dieser drei Komponenten.

2.  Für die Zwecke dieses Abschnitts bezeichnet der Ausdruck

a)  „Short-Risikoposition“ eine Position, die bei Ausfall eines Emittenten oder einer Gruppe von Emittenten unabhängig von der Art des Instruments oder Geschäfts, aus dem bzw. der diese Risikoposition entsteht, zu einem Gewinn für das Institut führt;

b)  „Long-Risikoposition“ eine Position, die bei Ausfall eines Emittenten oder einer Gruppe von Emittenten unabhängig von der Art des Instruments oder Geschäfts, aus dem bzw. der diese Risikoposition entsteht, zu einem Verlust für das Institut führt;

c)  „Jump-to-Default-Bruttobetrag“ oder „JTD-Bruttobetrag“ den geschätzten Umfang des Verlusts oder Gewinns, den der Ausfall des Schuldners in einer bestimmten Risikoposition bewirken würde;

d)  „Jump-to-Default-Nettobetrag“ oder „JTD-Nettobetrag“ den geschätzten Umfang des Verlusts oder Gewinns, der einem bestimmten Institut bei Ausfall eines Schuldners nach Aufrechnung der Jump-to-Default-Bruttobeträge entstehen würde;

e)  „LGD“ die Verlustquote bei Ausfall des Schuldners in Bezug auf ein von diesem Schuldner begebenes Instrument, ausgedrückt als Anteil am Nominalwert des Instruments;

f)  „Ausfallrisikogewicht“ die in Prozent angegebene, geschätzte Ausfallwahrscheinlichkeit der einzelnen Schuldner entsprechend ihrer Bonität.

Unterabschnitt 1Ausfallrisikobelastung für Nicht-Verbriefungen

Artikel 325xJump-to-Default-Bruttobeträge

1.  Die Institute berechnen die JTD-Bruttobeträge für jede Long-Risikoposition in Schuldtiteln gemäß folgender Formel:

JTDlong = max{LGD · Vnotional + P&Llong + Adjustmentlong; 0}

Dabei gilt:

Vnotional = der Nominalwert des Instruments;

P&Llong = ein Term für die Anpassung von Gewinnen oder Verlusten, die das Institut durch Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Instruments, das die Long-Risikoposition begründet, bereits einbezogen hat. Gewinne erhalten in der Formel ein positives, Verluste ein negatives Vorzeichen;

Adjustmentlong = der Betrag, um den der Verlust des Instituts aufgrund der Struktur des Derivats im Falle eines Ausfalls im Vergleich zu einem vollständigen Verlust des zugrunde liegenden Instruments steigen oder sinken würde. Ein gestiegener Betrag erhält im Adjustmentlong-Term ein positives, ein gesunkener Betrag ein negatives Vorzeichen.

2.  Die Institute berechnen die JTD-Bruttobeträge für jede Short-Risikoposition in Schuldtiteln gemäß folgender Formel:

JTDshort = min{LGD · Vnotional + P&Lshort + Adjustmentshort; 0}

Dabei gilt:

Vnotional = der Nominalwert des Instruments, der in der Formel ein negatives Vorzeichen erhält;

P&Lshort = ein Term für die Anpassung von Gewinnen oder Verlusten, die das Institut durch Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Instruments, das die Short-Risikoposition begründet, bereits einbezogen hat. Gewinne erhalten in der Formel ein positives, Verluste ein negatives Vorzeichen;

Adjustmentshort = der Betrag, um den der Gewinn des Instituts aufgrund der Struktur des Derivats im Falle eines Ausfalls im Vergleich zu einem vollständigen Verlust des zugrunde liegenden Instruments steigen oder sinken würde. Ein gesunkener Betrag erhält im Adjustmentshort-Term ein positives, ein gestiegener Betrag ein negatives Vorzeichen.

3.  Die Institute wenden zur Berechnung gemäß den Absätzen 1 und 2 folgende LGD von Schuldtiteln an:

a)  Risikopositionen in nicht vorrangigen Schuldtiteln erhalten eine LGD von 100 %;

b)  Risikopositionen in vorrangigen Schuldtiteln erhalten eine LGD von 75 %;

c)  Risikopositionen in gedeckten Schuldverschreibungen gemäß Artikel 129 erhalten eine LGD von 25 %.

4.  Für die Zwecke der Berechnungen nach den Absätzen 1 und 2 entspricht der Nominalwert von Schuldtiteln dem Nennwert des Schuldtitels. Für die Zwecke der Berechnungen nach den Absätzen 1 und 2 entspricht der Nominalwert von Derivaten, denen eine Schuldverschreibung zugrunde liegt, dem Nennwert des zugrunde liegenden Schuldtitels.

5.  Für Risikopositionen in Eigenkapitalinstrumenten berechnen die Institute die JTD-Bruttobeträge gemäß den Absätzen 1 und 2 wie folgt:

 

Dabei gilt:

V = der beizulegende Zeitwert des Eigenkapitals oder im Falle von Eigenkapital-Derivaten der beizulegende Zeitwert des zugrunde liegenden Eigenkapitaltitels des Derivats.

6.  Die Institute weisen Eigenkapitalinstrumenten für die Zwecke der Berechnung nach Absatz 6 eine LGD von 100 % zu.

7.  Im Fall von Risikopositionen mit Ausfallrisiko in Derivaten, deren Auszahlungen bei Ausfall des Schuldners nicht im Zusammenhang mit dem Nominalwert eines spezifischen, von diesem Schuldner begebenen Instruments oder der LGD des Schuldners oder einem von diesem Schuldner begebenen Instrument stehen, verwenden die Institute alternative Methoden zur Ermittlung der JTD-Bruttobeträge, die die Definition des Brutto-JTD nach Artikel 325t Absatz 3 erfüllen.

8.  Die EBA arbeitet Entwürfe technischer Regulierungsstandards aus, in denen präzisiert wird, wie die Institute die JTD-Beträge für verschiedene Arten von Instrumenten gemäß diesem Artikel berechnen und welche alternative Methoden sie für die Zwecke der Ermittlung der JTD-Bruttobeträge nach Absatz 7 verwenden.

Die EBA übermittelt der Kommission diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards spätestens [15 Monate nach Inkrafttreten dieser Verordnung].

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die technischen Regulierungsstandards nach Unterabsatz 1 gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

Artikel 325yJump-to-Default-Nettobeträge

1.  Die Institute berechnen die Jump-to-Default-Nettobeträge durch Aufrechnung der JTD-Bruttobeträge von Short- und Long-Risikopositionen. Eine solche Aufrechnung ist nur bei Risikopositionen in demselben Schuldner möglich und wenn Short-Risikopositionen den gleichen oder einen niedrigeren Rang als Long-Risikopositionen haben.

2.  Die Aufrechnung wird je nach Laufzeiten der aufzurechnenden Risikopositionen vollständig oder teilweise vorgenommen:

a)  Eine vollständige Aufrechnung erfolgt, wenn alle Risikopositionen Laufzeiten von mindestens einem Jahr haben;

b)  eine teilweise Aufrechnung erfolgt, wenn mindestens eine der aufzurechnenden Risikopositionen eine Laufzeit von weniger als einem Jahr hat; in diesem Fall wird die Höhe des JTD-Betrags jeder Risikoposition mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr anteilmäßig zur Differenz zwischen der Laufzeit der Risikoposition und einem Jahr herabskaliert.

3.  Wenn keine Aufrechnung möglich ist, werden die JTD-Bruttobeträge bei Risikopositionen mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr mit den JTD-Nettobeträgen gleichgesetzt. JTD-Bruttobeträge mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr werden für die Zwecke der Berechnung der JTD-Nettobeträge herabskaliert.

Der Skalierungsfaktor für diese Risikopositionen ist das Verhältnis zwischen der Laufzeit der Risikoposition und einem Jahr bei einer Untergrenze von 3 Monaten.

4.  Für die Zwecke der Absätze 2 und 3 werden die Laufzeiten der Derivatkontrakte betrachtet, nicht die Laufzeiten ihrer Basiswerte. Beteiligungspositionen in Barmitteln wird nach Ermessen des Instituts eine Laufzeit von entweder einem Jahr oder von drei Monaten zugewiesen.

Artikel 325z

Berechnung der Eigenmittelanforderung für das Ausfallrisiko

1.  Die JTD-Nettobeträge werden unabhängig von der Art der Gegenpartei je nach Bonität mit den entsprechenden in Tabelle 2 spezifizierten Ausfallrisikogewichten multipliziert:

Tabelle 2

Bonitätskategorie

Ausfallrisikogewicht

Bonitätsstufe 1

0,5 %

Bonitätsstufe 2

3 %

Bonitätsstufe 3

6 %

Bonitätsstufe 4

15 %

Bonitätsstufe 5

30 %

Bonitätsstufe 6

50 %

Unbeurteilt

15 %

Ausgefallen

100 %

2.  Risikopositionen, denen gemäß dem Standardansatz für das Kreditrisiko nach Teil III Titel II Kapitel 2 ein Risikogewicht von 0 % zugewiesen würde, erhalten bezüglich der Eigenmittelanforderungen für das Ausfallrisiko ein Risikogewicht von 0 %.

3.  Der gewichtete Netto-JTD wird in folgende Unterklassen eingeteilt: Unternehmen, Staaten und Gebietskörperschaften/Kommunen.

4.  Die gewichteten JTD-Nettobeträge werden innerhalb jeder Unterklasse nach folgender Formel berechnet:

Dabei gilt:

i = der Index eines Instruments der Unterklasse b;

= die Eigenmittelanforderung für das Ausfallrisiko für die Unterklasse b;

= eine Quote zur Berücksichtigung der Vorteile von Sicherungsbeziehungen innerhalb einer Unterklasse, berechnet wie folgt:

 

Die Summe der Kauf- und Verkaufspositionen wird für die Zwecke von und für alle Positionen einer Unterklasse unabhängig von der Bonitätsstufe der betreffenden Positionen errechnet und ergibt die unterklassenspezifischen Eigenmittelanforderungen für das Ausfallrisiko.

5.  Die endgültige Eigenmittelanforderung für das Ausfallrisiko von Nicht-Verbriefungspositionen wird als einfache Summe der Eigenmittelanforderungen auf Ebene der Unterklasse berechnet.

Unterabschnitt 2Ausfallrisikobelastung für Verbriefungspositionen (ausserhalb des Korrelationshandelsportfolios)

Artikel 325aaJump-to-Default-Beträge

1.  Die Jump-to-Default-Bruttobeträge für Verbriefungspositionen sind die beizulegenden Zeitwerte der Verbriefungspositionen.

2.  Die Jump-to-Default-Nettobeträge werden durch Aufrechnung der Jump-to-Default-Bruttobeträge von Kaufpositionen und der Jump-to-Default-Bruttobeträge von Verkaufspositionen bestimmt. Eine Aufrechnung ist nur zwischen Verbriefungspositionen möglich, denen die gleichen Aktiva-Pools zugrunde liegen und die zu derselben Tranche gehören. Nicht zulässig ist die Aufrechnung zwischen Verbriefungspositionen mit unterschiedlichen zugrunde liegenden Aktiva-Pools, selbst wenn der untere und der obere Tranchierungspunkt gleich sind.

3.  Wenn durch Aufschlüsselung oder Kombination bestehender Verbriefungspositionen andere bestehende Verbriefungspositionen – abgesehen von der Laufzeit – perfekt nachgebildet werden können, so dürfen für die Zwecke der Aufrechnung anstelle der ursprünglichen Risikopositionen die Risikopositionen verwendet werden, die sich aus der Aufschlüsselung oder Kombination ergeben.

4.  Wenn durch Aufschlüsselung oder Kombination bestehender Risikopositionen in zugrunde liegenden Referenzwerten die gesamte Tranchenstruktur einer bestehenden Verbriefungsposition perfekt nachgebildet werden kann, so dürfen für die Zwecke der Aufrechnung die Risikopositionen, die sich aus der Aufschlüsselung oder Kombination ergeben, verwendet werden. Wenn zugrunde liegende Referenzwerte auf diese Weise genutzt werden, so werden sie bei der Behandlung der Ausfallrisiken von Nicht-Verbriefungspositionen nicht mehr berücksichtigt.

5.  Artikel 325y gilt sowohl für die ursprünglichen Risikopositionen als auch die replizierten Verbriefungspositionen. Die relevanten Laufzeiten sind die Laufzeiten der Verbriefungstranchen.

Artikel 325abBerechnung der Eigenmittelanforderung für das Ausfallrisiko von Verbriefungspositionen

1.  Die JTD-Nettobeträge von Verbriefungspositionen werden mit 8 % des Risikogewichts der einschlägigen Verbriefungsposition, einschließlich STS-Verbriefungen, im Anlagebuch gemäß der Rangfolge der Ansätze gemäß Titel II Kapitel 5 Abschnitt 3 multipliziert, und zwar unabhängig von der Art der Gegenpartei.

2.  Für alle Tranchen, deren Risikogewichte nach SEC-IRBA und SEC-ERBA berechnet werden, wird eine Laufzeit von einem Jahr angewendet.

3.  Die risikogewichteten JTD-Beträge der einzelnen Barverbriefungspositionen können den beizulegenden Zeitwert der Position nicht überschreiten.

4.  Die risikogewichteten JTD-Nettobeträge werden folgenden Unterklassen zugeordnet:

a)  einer gemeinsamen Unterklasse für alle Unternehmen, unabhängig von der Region;

b)  44 unterschiedlichen Unterklassen mit jeweils einer Unterklasse pro Region für jede der elf definierten Anlageklassen. Die elf Anlageklassen sind ABCP, Kfz-Darlehen und ‑Leasings, RMBS, Kreditkarten, CMBS, durch einen Anleihepool besicherte Wertpapiere (CLO), CDO-squared, Darlehen an kleine und mittlere Unternehmen, Studiendarlehen, sonstige Privat- und sonstige Großkundenkredite. Die vier Regionen sind Asien, Europa, Nordamerika und sonstige Regionen.

5.  Die Institute nehmen die Zuordnung von Verbriefungspositionen zu einer Unterklasse anhand einer marktüblichen Klassifizierung vor. Die Institute ordnen jede Verbriefungsposition nur einer der oben genannten Unterklassen zu. Verbriefungspositionen, die das Institut keiner Art oder Region zuordnen kann, werden den Kategorien „sonstige Privatkredite“, „sonstige Großkundenkredite“ bzw. „sonstige Regionen“ zugeordnet.

6.  Gewichtete JTD-Nettobeträge werden innerhalb jeder Unterklasse gemäß der Formel nach Artikel 325z Absatz 4 in gleicher Weise wie beim Ausfallrisiko von Nicht-Verbriefungspositionen zu einer Eigenmittelanforderung für das Ausfallrisiko jeder Unterklasse aggregiert.

7.  Die endgültige Eigenmittelanforderung für das Ausfallrisiko von Nicht-Verbriefungspositionen wird als einfache Summe der Eigenmittelanforderungen auf Ebene der Unterklasse berechnet.

Unterabschnitt 3Ausfallrisikobelastung für Verbriefungspositionen (des Korrelationshandelsportfolios)

Artikel 325acGeltungsbereich

1.  Für das Korrelationshandelsportfolio umfasst die Eigenkapitalanforderung das Ausfallrisiko von Verbriefungspositionen und von Absicherungen, die keine Verbriefungsposition darstellen. Diese Absicherungen werden bei den Berechnungen des Ausfallrisikos von Nicht-Verbriefungspositionen nicht berücksichtigt. Es werden keine Diversifizierungsvorteile zwischen der Ausfallrisikobelastung für Nicht-Verbriefungspositionen, Verbriefungspositionen (außerhalb des Korrelationshandelsportfolios) und Verbriefungspositionen des Korrelationshandelsportfolios gewährt.

2.  Bei gehandelten Kredit- und Eigenkapitalderivaten, die keine Verbriefungsposition darstellen, werden die JTD-Beträge für die einzelnen emittierenden Rechtsträger anhand des Transparenzansatzes bestimmt.

Artikel 325adJump-to-Default-Beträge für das Korrelationshandelsportfolio

1.  Die Jump-to-Default-Bruttobeträge für Verbriefungspositionen und Nicht-Verbriefungspositionen des Korrelationshandelsportfolios sind die beizulegenden Zeitwerte dieser Verbriefungspositionen.

2.  N-te-Ausfall-Produkte werden als tranchierte Produkte mit dem folgenden unteren und oberen Tranchierungspunkt behandelt:

a)  unterer Tranchierungspunkt = (N – 1) / Gesamtadressen,

b)  oberer Tranchierungspunkt = N / Gesamtadressen.

Dabei bezeichnet „Gesamtadressen“ die Gesamtzahl der Adressen des zugrunde liegenden Korbs oder Pools.

3.  Die Jump-to-Default-Nettobeträge werden durch Aufrechnung der Jump-to-Default-Bruttobeträge von Kauf- und Verkaufspositionen bestimmt. Eine Aufrechnung ist nur zwischen Risikopositionen möglich, die abgesehen von der Laufzeit völlig identisch sind. Eine Aufrechnung ist nur in folgenden Fällen möglich:

a)  Bei Indexprodukten ist eine Aufrechnung zwischen Laufzeiten derselben Indexfamilie, ‑reihe und ‑tranche vorbehaltlich der Spezifizierungen für Risikopositionen mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr gemäß Artikel 325y möglich. Jump-to-Default-Bruttobeträge von Kauf- und Verkaufspositionen, die perfekte Replikationen sind, können durch Aufschlüsselung in gleichwertige Einzeladressen-Risikopositionen anhand eines Bewertungsmodells aufgerechnet werden. Für die Zwecke dieses Artikels bedeutet die Aufschlüsselung anhand eines Bewertungsmodells, dass eine Einzeladressen-Komponente einer Verbriefungsposition als Differenz zwischen dem uneingeschränkten Wert der Verbriefungsposition und dem eingeschränkten Wert der Verbriefungsposition unter der Annahme einer Verlustquote von 100 % bei Ausfall der Einzeladresse bewertet wird. In solchen Fällen wird die Summe der Jump-to-Default-Bruttobeträge der durch Aufschlüsselung erhaltenen gleichwertigen Einzeladressen-Risikopositionen mit dem Jump-to-Default-Bruttobetrag der nicht aufgeschlüsselten Risikoposition gleichgesetzt;

b)  für die Zwecke der Wiederverbriefung ist eine Aufrechnung durch Aufschlüsselung gemäß Buchstabe a nicht zulässig;

c)  bei Indizes und Indextranchen ist eine Aufrechnung zwischen Laufzeiten derselben Indexfamilie, ‑reihe und ‑tranche durch Replikation und Aufschlüsselung möglich. Für die Zwecke dieses Artikels bezeichnet der Ausdruck

i)  „Replikation“ die Kombination einzelner Verbriefungsindextranchen zur Nachbildung einer anderen Tranche der gleichen Indexreihe oder einer nicht tranchierten Position in der Indexreihe;

ii)  „Aufschlüsselung“ die Replikation eines Index durch eine Verbriefungsposition, deren zugrunde liegende Risikopositionen im Pool mit den Einzeladressen-Risikopositionen, aus denen sich der Index zusammensetzt, identisch sind.

Wenn die Long- und Short-Risikopositionen abgesehen von einer Restkomponente gleichwertig sind, ist eine Aufrechnung zulässig und der Jump-to-Default-Nettobetrag spiegelt das Restrisiko wider;

d)  unterschiedliche Tranchen derselben Indexreihe, unterschiedliche Reihen desselben Index und unterschiedliche Indexfamilien dürfen nicht aufgerechnet werden.

Artikel 325aeBerechnung der Eigenmittelanforderung für das Ausfallrisiko des Korrelationshandelsportfolios

1.  JTD-Nettobeträge werden

a)  bei tranchierten Produkten mit den Ausfallrisikogewichten entsprechend ihrer Bonität gemäß Artikel 325z Absätze 1 und 2 multipliziert;

b)  bei nicht tranchierten Produkten mit den Ausfallrisikogewichten gemäß Artikel 325ab Absatz 1 multipliziert.

2.  Risikogewichtete JTD-Nettobeträge werden Unterklassen zugewiesen, die einem Index entsprechen.

3.  Die gewichteten JTD-Nettobeträge werden innerhalb jeder Unterklasse nach folgender Formel berechnet:

Dabei gilt:

i = ein Instrument der Unterklasse b;

= die Eigenmittelanforderung für das Ausfallrisiko der Unterklasse b;

ctp = die Quote zur Berücksichtigung der Vorteile von Sicherungsbeziehungen innerhalb einer Unterklasse, berechnet gemäß der WtS-Formel nach Artikel 325z Absatz 4, wobei allerdings nicht nur die Positionen der entsprechenden Unterklasse, sondern die Kauf- und Verkaufspositionen des gesamten Korrelationshandelsportfolios verwendet werden.

4.  Die Institute berechnen die Eigenmittelanforderungen für das Ausfallrisiko des Korrelationshandelsportfolios (DRCCTP) nach folgender Formel:

  

Abschnitt 6Risikogewichte und Korrelationen

Unterabschnitt 1Risikogewichte und Korrelationen für das Delta-Risiko

Artikel 325afRisikogewichte für das allgemeine Zinsrisiko

1.  Für Währungen, die nicht in die liquideste Währungsunterkategorie gemäß Artikel 325be Absatz 5 Buchstabe b aufgenommen sind, gelten folgende Risikogewichte der Risikofaktoren des risikolosen Zinssatzes:

Tabelle 3

Laufzeit

0,25 Jahre

0,5 Jahre

1 Jahr

2 Jahre

3 Jahre

Risikogewicht (%)

2,4 %

2,4 %

2,25 %

1,88 %

1,73 %

Laufzeit

5 Jahre

10 Jahre

15 Jahre

20 Jahre

30 Jahre

Risikogewicht (%)

1,5 %

1,5 %

1,5 %

1,5 %

1,5 %

2.  Ein gemeinsames Risikogewicht von 2,25 % wird für alle Risikofaktoren des Inflationsrisikos sowie des Basis-Währungsrisikos angesetzt.

3.  Für die Währungen, die in die liquideste Währungsunterkategorie gemäß Artikel 325be Absatz 7 Buchstabe b aufgenommen sind, und die Landeswährung des Instituts gelten die Risikogewichte der Risikofaktoren des risikolosen Zinssatzes gemäß Tabelle 3 dieses Artikels, geteilt durch

Artikel 325agInnerhalb der Unterklasse anwendbare Korrelationen des allgemeinen Zinsrisikos

1.  In Bezug auf Risikofaktoren des Zinsrisikos der gleichen Unterklasse mit gleicher zugeordneter Laufzeit, aber unterschiedlicher Kurvenkorrelation rkl gilt eine Korrelation von 99,90 %.

2.  In Bezug auf Risikofaktoren des Zinsrisikos der gleichen Unterklasse mit gleicher Kurve, aber unterschiedlichen Laufzeiten wird die Korrelation gemäß folgender Formel berechnet:

Dabei gilt:

(bzw. ) = die Laufzeit bezüglich des risikofreien Zinssatzes;

=

3.  In Bezug auf Risikofaktoren des Zinsrisikos der gleichen Unterklasse mit unterschiedlichen Kurven und unterschiedlichen Laufzeiten entspricht die Korrelation rkl dem Korrelationsparameter nach Absatz 2, multipliziert mit 99,90 %.

4.  In Bezug auf Risikofaktoren des risikofreien Zinssatzes und des Inflationsrisikos gilt eine Korrelation von 40 %.

5.  In Bezug auf Risikofaktoren des Basis-Währungsrisikos und andere Risikofaktoren des allgemeinen Zinsrisikos, einschließlich eines weiteren Risikofaktors des Basis-Währungsrisikos, gilt eine Korrelation von 0 %.

Artikel 325ahÜber Unterklassen hinweg anwendbare Korrelationen des allgemeinen Zinsrisikos

1. Zur Aggregation von Risikofaktoren verschiedener Unterklassen wird der Parameter γbc = 50 % angewandt.

2. Zur Aggregation von Risikofaktoren verschiedener Unterklassen nach Artikel 325aw Absatz 2a wird der Parameter γbc = 80 % angewandt.

Artikel 325aiRisikogewichte des Kreditspreadrisikos (Nicht-Verbriefungspositionen)

1.  Innerhalb jeder Unterklasse gelten für alle Laufzeiten (0,5 Jahre, 1 Jahr, 3 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre) die gleichen Risikogewichte.

Tabelle 4

Unterklasse

Bonität

Sektor

Risikogewicht(Prozentpunkte)

 

1

Alle

Zentralregierung, einschließlich Zentralbanken, eines Mitgliedstaats

0,50 %

2

Bonitätsstufen 1 bis 3

Zentralregierung, einschließlich Zentralbanken, eines Drittlandes, multilaterale Entwicklungsbanken und internationale Organisationen gemäß Artikel 117 Absatz 2 und Artikel 118

0,5 %

3

Regionale oder lokale Gebietskörperschaften und öffentliche Stellen

1,0 %

4

Unternehmen der Finanzbranche, einschließlich von der Zentralregierung, einer regionalen oder einer lokalen Gebietskörperschaft gegründeter Kreditinstitute, und Geber von Förderdarlehen

5,0 %

5

Grundstoffe, Energie, Industriegüter, Landwirtschaft, verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren, Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden

3,0 %

6

Verbrauchsgüter und Dienstleistungen, Verkehr und Lagerung, Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen

3,0 %

7

Technologie, Telekommunikation

2,0 %

8

Gesundheitswesen, Versorgungsunternehmen, berufliche und technische Tätigkeiten

1,5 %

9

Von Kreditinstituten in Mitgliedstaaten begebene gedeckte Schuldverschreibungen

1,0 %

10

Von Kreditinstituten in Drittländern begebene gedeckte Schuldverschreibungen

4,0 %

11

Bonitätsstufen 4 bis 6

Zentralregierung, einschließlich Zentralbanken, eines Drittlandes, multilaterale Entwicklungsbanken und internationale Organisationen gemäß Artikel 117 Absatz 2 und Artikel 118

3,0 %

12

Regionale oder lokale Gebietskörperschaften und öffentliche Stellen

4,0 %

13

Unternehmen der Finanzbranche, einschließlich von der Zentralregierung, einer regionalen oder einer lokalen Gebietskörperschaft gegründeter Kreditinstitute, und Geber von Förderdarlehen

12,0 %

14

Grundstoffe, Energie, Industriegüter, Landwirtschaft, verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren, Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden

7,0 %

15

Verbrauchsgüter und Dienstleistungen, Verkehr und Lagerung, Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen

8,5 %

16

Technologie, Telekommunikation

5,5 %

17

Gesundheitswesen, Versorgungsunternehmen, berufliche und technische Tätigkeiten

5,0 %

18

Sonstige Sektoren

12,0 %

2.  Die Kreditinstitute stützen sich bei der Zuordnung von Risikopositionen zu einem Sektor auf eine marktübliche Klassifikation für die Zuordnung von Emittenten zu Wirtschaftszweigen. Die Kreditinstitute ordnen jeden Emittenten jeweils nur einer der Sektor-Unterklassen der Tabelle in Absatz 1 zu. Risikopositionen in Emittenten, die das Kreditinstitut nicht auf diese Weise einem Sektor zuordnen kann, werden der Unterklasse 18 zugewiesen.

Artikel 325ajInnerhalb der Unterklasse anwendbare Korrelationen des Kreditspreadrisikos (Nicht-Verbriefungspositionen)

1.  Zwischen zwei der gleichen Unterklasse zugehörigen Sensitivitäten WSk und WSl wird der Korrelationsparameter ρkl wie folgt festgelegt:

ρkl= ρkl (name) ⋅ ρkl (tenor) ⋅ ρkl (basis)

Dabei gilt:

ρkl (name) entspricht dem Wert 1, wenn die beiden Namen der Sensitivitäten k und l identisch sind, und in allen anderen Fällen 35 %;

ρkl (tenor) entspricht dem Wert 1, wenn die beiden Scheitelpunkte der Sensitivitäten k und l identisch sind, und in allen anderen Fällen 65 %;

ρkl (basis) entspricht dem Wert 1, wenn sich die beiden Sensitivitäten auf die gleichen Kurven beziehen, und in allen anderen Fällen 99,90 %.

2.  Die oben genannten Korrelationen gelten nicht für die Unterklasse 18 gemäß Artikel 325ai Absatz 1. Die Kapitalanforderung für die Deltarisiko-Aggregationsformel innerhalb der Unterklasse 18 entspricht der Summe der absoluten Werte der gewichteten Netto-Sensitivitäten der Unterklasse 18:

  

Artikel 325akÜber Unterklassen hinweg anwendbare Korrelationen des Kreditspreadrisikos (Nicht-Verbriefungspositionen)

1.  Der Korrelationsparameter γbc für die Aggregation von Sensitivitäten zwischen verschiedenen Unterklassen wird wie folgt festgelegt:

γbc = γbc(rating) ⋅ γbc(sector)

Dabei gilt:

γbc(rating) entspricht dem Wert 1, wenn die beiden Unterklassen der gleichen Bonitätskategorie (Bonitätsstufe 1 bis 3 oder Bonitätsstufe 4 bis 6) zugehören, und in allen anderen Fällen 50 %. Für die Zwecke dieser Berechnung wird die Unterklasse 1 als der gleichen Bonitätskategorie zugehörig betrachtet wie Unterklassen der Bonitätsstufen 1 bis 3;

γbc(sector) entspricht dem Wert 1, wenn die beiden Unterklassen dem gleichen Sektor zugehören, und in anderen Fällen den folgenden Prozentsätzen:

Tabelle 5

Unterklasse

1, 2 und 11

3 und 12

4 und 13

5 und 14

6 und 15

7 und 16

8 und 17

9 und 10

1, 2 und 11

 

75 %

10 %

20 %

25 %

20 %

15 %

10 %

3 und 12

 

 

5 %

15 %

20 %

15 %

10 %

10 %

4 und 13

 

 

 

5 %

15 %

20 %

5 %

20 %

5 und 14

 

 

 

 

20 %

25 %

5 %

5 %

6 und 15

 

 

 

 

 

25 %

5 %

15 %

7 und 16

 

 

 

 

 

 

5 %

20 %

8 und 17

 

 

 

 

 

 

 

5 %

9 und 10

 

 

 

 

 

 

 

 

2.  Die Kapitalanforderung der Unterklasse 18 wird dem Gesamtkapital der Risikoklasse hinzuaddiert; es werden keine Diversifizierungs- oder Absicherungseffekte mit anderen Unterklassen anerkannt.

Artikel 325alRisikogewichte für das Kreditspreadrisiko von Verbriefungspositionen (Korrelationshandelsportfolio)

Innerhalb jeder Unterklasse gelten für alle Laufzeiten (0,5 Jahre, 1 Jahr, 3 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre) die gleichen Risikogewichte.

Tabelle 6

Unterklasse

Bonität

Sektor

Risikogewicht(%)

 

1

Alle

Zentralregierung (einschließlich Zentralbanken) der Mitgliedstaaten der Union

4 %

2

Bonitätsstufen 1 bis 3

Zentralregierung, einschließlich Zentralbanken, eines Drittlandes, multilaterale Entwicklungsbanken und internationale Organisationen gemäß Artikel 117 Absatz 2 und Artikel 118

4 %

3

Regionale oder lokale Gebietskörperschaften und öffentliche Stellen

4 %

4

Unternehmen der Finanzbranche, einschließlich von der Zentralregierung, einer regionalen oder einer lokalen Gebietskörperschaft gegründeter Kreditinstitute, und Geber von Förderdarlehen

8 %

5

Grundstoffe, Energie, Industriegüter, Landwirtschaft, verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren, Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden

5 %

6

Verbrauchsgüter und Dienstleistungen, Verkehr und Lagerung, Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen

4 %

7

Technologie, Telekommunikation

3 %

8

Gesundheitswesen, Versorgungsunternehmen, berufliche und technische Tätigkeiten

2 %

9

Von Kreditinstituten in Mitgliedstaaten der Union begebene gedeckte Schuldverschreibungen

3 %

10

Von Kreditinstituten in Drittländern begebene gedeckte Schuldverschreibungen

6 %

11

Bonitätsstufen 4 bis 6

Zentralregierung, einschließlich Zentralbanken, eines Drittlandes, multilaterale Entwicklungsbanken und internationale Organisationen gemäß Artikel 117 Absatz 2 und Artikel 118

13 %

12

Regionale oder lokale Gebietskörperschaften und öffentliche Stellen

13 %

13

Unternehmen der Finanzbranche, einschließlich von der Zentralregierung, einer regionalen oder einer lokalen Gebietskörperschaft gegründeter Kreditinstitute, und Geber von Förderdarlehen

16 %

14

Grundstoffe, Energie, Industriegüter, Landwirtschaft, verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren, Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden

10 %

15

Verbrauchsgüter und Dienstleistungen, Verkehr und Lagerung, Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen

12 %

16

Technologie, Telekommunikation

12 %

17

Gesundheitswesen, Versorgungsunternehmen, berufliche und technische Tätigkeiten

12 %

18

Sonstige Sektoren

13 %

Artikel 325amKorrelationen für das Kreditspreadrisiko von Verbriefungspositionen (Korrelationshandelsportfolio)

1.  Die Delta-Faktor-Risiko-Korrelation ρkl wird gemäß Artikel 325aj abgeleitet; für die Zwecke dieses Absatzes entspricht ρkl (basis) jedoch dem Wert 1, wenn sich die beiden Sensitivitäten auf die gleichen Kurven beziehen, und in allen anderen Fällen 99,00 %.

2.  Die Korrelation γbc wird gemäß Artikel 325ak abgeleitet.

Artikel 325anRisikogewichte für das Kreditspreadrisiko von Verbriefungspositionen (außerhalb des Korrelationshandelsportfolios)

1.  Innerhalb jeder Unterklasse gelten für alle Laufzeiten (0,5 Jahre, 1 Jahr, 3 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre) die gleichen Risikogewichte.

Tabelle 7

Unterklasse

Bonität

Sektor

Risikogewicht(%)

 

1

Vorrangig & Bonitätsstufen 1 bis 3

RMBS – Prime

0,9 %

2

RMBS – Midprime

1,5 %

3

RMBS – Subprime

2,0 %

4

CMBS

2,0 %

5

ABS – Studiendarlehen

0,8 %

6

ABS – Kreditkarten

1,2 %

7

ABS – Kfz-Darlehen

1,2 %

8

CLO (außerhalb des Korrelationshandelsportfolios)

1,4 %

9

Nicht vorrangig & Bonitätsstufen 1 bis 3

RMBS – Prime

1,125 %

10

RMBS – Midprime

1,875 %

11

RMBS – Subprime

2,5 %

12

CMBS

2,5 %

13

ABS – Studiendarlehen

1 %

14

ABS – Kreditkarten

1,5 %

15

ABS – Kfz-Darlehen

1,5 %

16

CLO (außerhalb des Korrelationshandelsportfolios)

1,75 %

17

Bonitätsstufen 4 bis 6

RMBS – Prime

1,575 %

18

RMBS – Midprime

2,625 %

19

RMBS – Subprime

3,5 %

20

CMBS

3,5 %

21

ABS – Studiendarlehen

1,4 %

22

ABS – Kreditkarten

2,1 %

23

ABS – Kfz-Darlehen

2,1 %

24

CLO (außerhalb des Korrelationshandelsportfolios)

2,45 %

25

Sonstige Sektoren

3,5 %

2.  Die Kreditinstitute stützen sich bei der Zuordnung von Risikopositionen zu einem Sektor auf eine marktübliche Klassifikation für die Zuordnung von Emittenten zu Wirtschaftszweigen. Die Kreditinstitute ordnen jede Tranche einer der Sektor-Unterklassen der Tabelle in Absatz 1 zu. Risikopositionen in einer Tranche, die das Kreditinstitut nicht auf diese Weise einem Sektor zuordnen kann, werden der Unterklasse 25 zugewiesen.

Artikel 325aoInnerhalb der Unterklasse anwendbare Korrelationen für das Kreditspreadrisiko von Verbriefungspositionen (außerhalb des Korrelationshandelsportfolios)

1.  Zwischen zwei der gleichen Unterklasse zugehörigen Sensitivitäten WSk und WSl wird der Korrelationsparameter ρkl wie folgt festgelegt:

ρkl = ρkl (tranche) ⋅ ρkl (tenor) ⋅ ρkl (basis)

Dabei gilt:

ρkl (tranche) entspricht dem Wert 1, wenn die beiden Namen der Sensitivitäten k und l der gleichen Unterklasse zugehören und sich auf die gleiche Verbriefungstranche (Überschneidung von mindestens 80 % nominal) beziehen, und in allen anderen Fällen 40 %;

ρkl (tenor) entspricht dem Wert 1, wenn die beiden Scheitelpunkte der Sensitivitäten k und l identisch sind, und in allen anderen Fällen 80 %;

ρkl (basis) entspricht dem Wert 1, wenn sich die beiden Sensitivitäten auf die gleichen Kurven beziehen, und in allen anderen Fällen 99,90 %.

2.  Die oben genannten Korrelationen gelten nicht für die Unterklasse 25. Die Kapitalanforderung der Aggregationsformel für das Deltarisiko innerhalb der Unterklasse 25 entspricht der Summe der absoluten Werte der gewichteten Netto-Sensitivitäten dieser Unterklasse:

Artikel 325apÜber Unterklassen hinweg anwendbare Korrelationen für das Kreditspreadrisiko von Verbriefungspositionen (außerhalb des Korrelationshandelsportfolios)

1.  Der Korrelationsparameter γbc für die Aggregation von Sensitivitäten zwischen verschiedenen Unterklassen wird auf 0 % festgesetzt.

2.  Die Kapitalanforderung der Unterklasse 25 wird dem Gesamtkapital der Risikoklasse hinzuaddiert; es werden keine Diversifizierungs- oder Absicherungseffekte mit anderen Unterklassen anerkannt.

Artikel 325aqRisikogewichte des Beteiligungsrisikos

1.  Die Risikogewichte für die Sensitivitäten gegenüber Eigenkapital und Eigenkapital-Reposätzen sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt:

Tabelle 8

Unterklasse

Marktkapitalisierung

Wirtschaft

Sektor

Risikogewicht Eigenkapital-Kassakurs(%)

 

Risikogewicht Eigenkapital-Reposatz(%)

 

1

Hohe Marktkapitalisierung

Aufstrebende Volkswirtschaft

Verbrauchsgüter und Dienstleistungen, Verkehr und Lagerung, Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, Gesundheitswesen, Versorgungsunternehmen

55 %

0,55 %

2

Telekommunikation, Industriegüter

60 %

0,60 %

3

Grundstoffe, Energie, Landwirtschaft, verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren, Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden

45 %

0,45 %

4

Finanzunternehmen, einschließlich staatlich geförderter Unternehmen, Grundstücks- und Wohnungswesen, Technologie

55 %

0,55 %

5

Fortschrittliche Volkswirtschaft

Verbrauchsgüter und Dienstleistungen, Verkehr und Lagerung, Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, Gesundheitswesen, Versorgungsunternehmen

30 %

0,30 %

6

Telekommunikation, Industriegüter

35 %

0,35 %

7

Grundstoffe, Energie, Landwirtschaft, verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren, Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden

40 %

0,40 %

8

Finanzunternehmen, einschließlich staatlich geförderter Unternehmen, Grundstücks- und Wohnungswesen, Technologie

50 %

0,50 %

9

Geringe Marktkapitalisierung

Aufstrebende Volkswirtschaft

Alle Sektoren der Unterklassen 1, 2, 3 und 4

70 %

0,70 %

10

Fortschrittliche Volkswirtschaft

Alle Sektoren der Unterklassen 5, 6, 7 und 8

50 %

0,50 %

11

Sonstige Sektoren

70 %

0,70 %

2.  Unter einer hohen Marktkapitalisierung ist eine Marktkapitalisierung größer oder gleich 1,75 Mrd. EUR und unter einer geringen Marktkapitalisierung ist eine Marktkapitalisierung geringer als 1,75 Mrd. EUR zu verstehen ▌.

3.  Die EBA arbeitet Entwürfe technischer Regulierungsstandards aus, in denen präzisiert wird, was für die Zwecke dieses Artikels unter aufstrebenden und fortschrittlichen Volkswirtschaften zu verstehen ist.

Die EBA übermittelt der Kommission diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards spätestens [15 Monate nach Inkrafttreten dieser Verordnung].

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Unterabsatz 1 genannten technischen Regulierungsstandards gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

4.  Die Kreditinstitute stützen sich bei der Zuordnung von Risikopositionen zu einem Sektor auf eine marktübliche Klassifikation für die Zuordnung von Emittenten zu Wirtschaftszweigen. Die Kreditinstitute ordnen jeden Emittenten einer der Unterklassen aus der Tabelle in Absatz 1 zu und ordnen jeden Emittenten der gleichen Branche dem gleichen Sektor zu. Risikopositionen in Emittenten, die das Kreditinstitut nicht auf diese Weise einem Sektor zuordnen kann, werden der Unterklasse 11 zugewiesen. In mehreren Ländern oder Sektoren tätige Emittenten werden ihrer Unterklasse auf der Grundlage der wichtigsten Region und des wichtigsten Sektors, in denen sie tätig sind, zugeordnet.

Artikel 325arInnerhalb der Unterklasse anwendbare Korrelationen für das Beteiligungsrisiko

1.  Der Delta-Faktor-Risiko-Korrelationsparameter ρkl wird zwischen zwei der gleichen Unterklasse zugehörigen Sensitivitäten WSk und WSl auf 99,90 % festgesetzt, wobei sich eine der Sensitivitäten auf den Eigenkapital-Kassakurs und die andere auf den Eigenkapital-Repo-Satz bezieht und sich beide Sensitivitäten auf die gleiche Emittenten-Adresse beziehen.

2.  In anderen Fällen als den in Absatz 1 genannten wird der Korrelationsparameter ρkl zwischen zwei der gleichen Unterklasse zugehörigen Sensitivitäten WSk und WSl gegenüber dem Eigenkapital-Kassakurs wie folgt festgelegt:

a)  15 % zwischen zwei der gleichen Unterklasse zugehörigen Sensitivitäten für hohe Marktkapitalisierung, aufstrebende Volkswirtschaften (Unterklasse 1, 2, 3 oder 4).

b)  25 % zwischen zwei der gleichen Unterklasse zugehörigen Sensitivitäten für hohe Marktkapitalisierung, fortschrittliche Volkswirtschaften (Unterklasse 5, 6, 7 oder 8);

c)  7,5 % zwischen zwei der gleichen Unterklasse zugehörigen Sensitivitäten für geringe Marktkapitalisierung, aufstrebende Volkswirtschaften (Unterklasse 9);

d)  12,5 % zwischen zwei der gleichen Unterklasse zugehörigen Sensitivitäten für geringe Marktkapitalisierung, fortschrittliche Volkswirtschaften (Unterklasse 10).

3.  Der Korrelationskoeffizient ρkl zwischen zwei der gleichen Unterklasse zugehörigen Sensitivitäten WSk und WSl gegenüber dem Eigenkapital-Reposatz wird gemäß Absatz 2 festgelegt.

4.  Bezieht sich von den beiden der gleichen Unterklasse zugehörigen Sensitivitäten WSk und WSl eine auf einen Eigenkapital-Kassakurs und die andere auf einen Eigenkapital-Reposatz und beziehen sich beide Sensitivitäten auf eine unterschiedliche Emittenten-Adresse, so entspricht der Korrelationsparameter ρkl den in Absatz 2 genannten Korrelationen, multipliziert mit 99,90 %.

5.  Die oben genannten Korrelationen gelten nicht für die Unterklasse 11. Die Kapitalanforderung der Aggregationsformel für das Deltarisiko innerhalb der Unterklasse 11 entspricht der Summe der absoluten Werte der gewichteten Netto-Sensitivitäten dieser Unterklasse:

Artikel 325asÜber Unterklassen hinweg anwendbare Korrelationen des Beteiligungsrisikos

1.  Der Korrelationsparameter γbc gilt für die Aggregation von Sensitivitäten zwischen verschiedenen Unterklassen. Bei den Unterklassen 1 bis 10 wird dieser Parameter auf 15 % festgesetzt.

2.  Die Kapitalanforderung der Unterklasse 11 wird dem Gesamtkapital der Risikoklasse hinzuaddiert; es werden keine Diversifizierungs- oder Absicherungseffekte mit anderen Unterklassen anerkannt.

Artikel 325atRisikogewichte des Warenpositionsrisikos

Die Risikogewichte für die Sensitivitäten gegenüber Warenpositionen sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt:

Tabelle 9

Unterklasse

Bezeichnung der Unterklasse

Risikogewicht(%)

 

1

Energie – feste Brennstoffe

30 %

2

Energie – flüssige Brennstoffe

35 %

3

Energie – Strom- und Emissionshandel

60 %

4

Güterbeförderung

80 %

5

Unedle Metalle

40 %

6

Gasförmige Brennstoffe

45 %

7

Edelmetalle (einschließlich Gold)

20 %

8

Körner & Ölsaaten

35 %

9

Vieh- und Milchwirtschaft

25 %

10

Weichwaren und andere Agrarerzeugnisse

35 %

11

Sonstige Waren

50 %

Artikel 325auInnerhalb der Unterklasse anwendbare Korrelationen für das Warenpositionsrisiko

1.  Für die Zwecke der Anerkennung von Korrelationen werden zwei Waren als getrennte Waren betrachtet, wenn es auf dem Markt zwei Kontrakte gibt, die sich ausschließlich im Hinblick auf die zugrunde liegende Ware, die vertragsgemäß zu liefern ist, unterscheiden.

2.  Zwischen zwei der gleichen Unterklasse zugehörigen Sensitivitäten WSk und WSl wird der Korrelationsparameter ρkl wie folgt festgelegt:

ρkl = ρkl (commodity) ⋅ ρkl (tenor) ⋅ ρkl (basis)

Dabei gilt:

ρkl (commodity) entspricht dem Wert 1, wenn die beiden Waren der Sensitivitäten k und l identisch sind, und in allen anderen Fällen den innerhalb der Unterklasse anwendbaren Korrelationen gemäß der Tabelle in Absatz 3;

ρkl (tenor) entspricht dem Wert 1, wenn die beiden Scheitelpunkte der Sensitivitäten k und l identisch sind, und in allen anderen Fällen 99 %;

ρkl (basis) entspricht dem Wert 1, wenn die beiden Sensitivitäten hinsichtlich i) der vertragsgemäßen Qualität der Ware und ii) dem Lieferort der Ware identisch sind, und in allen anderen Fällen 99,90 %.

3.  Die innerhalb der Unterklasse anwendbaren Korrelationen ρkl (commodity) sind:

Tabelle 10

Unterklasse

Bezeichnung der Unterklasse

Korrelation (ρcommodity)

1

Energie – feste Brennstoffe

55 %

2

Energie – flüssige Brennstoffe

95 %

3

Energie – Strom- und Emissionshandel

40 %

4

Güterbeförderung

80 %

5

Unedle Metalle

60 %

6

Gasförmige Brennstoffe

65 %

7

Edelmetalle (einschließlich Gold)

55 %

8

Körner & Ölsaaten

45 %

9

Vieh- und Milchwirtschaft

15 %

10

Weichwaren und andere Agrarerzeugnisse

40 %

11

Sonstige Waren

15 %

Artikel 325avÜber Unterklassen hinweg anwendbare Korrelationen des Warenpositionsrisikos

Der Korrelationsparameter γbc für die Aggregation von Sensitivitäten zwischen verschiedenen Unterklassen wird wie folgt festgesetzt:

a)  20 % innerhalb der Unterklassen 1 bis 10;

b)  0 %, wenn eine der Unterklassen die Unterklasse 11 ist.

Artikel 325awRisikogewichte des Wechselkursrisikos

1.  Ein Risikogewicht von 30 % gilt für alle Wechselkurs-Sensitivitäten.

2.  Das Risikogewicht für Risikofaktoren des Wechselkursrisikos bei Währungspaaren aus dem Euro und der Währung eines an der zweiten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion teilnehmenden Mitgliedstaats ist eines der folgenden:

a)  das Risikogewicht nach Absatz 1 dividiert durch 3;

b)  die Höchstschwankung innerhalb der zwischen dem Mitgliedstaat und der Europäischen Zentralbank offiziell vereinbarten Schwankungsbandbreite, wenn diese kleiner ist als die im Rahmen der zweiten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion (WKM II) festgelegte Schwankungsbandbreite.

3.  Das Risikogewicht für Risikofaktoren des Wechselkursrisikos der liquidesten Währungspaarunterkategorie gemäß Artikel 325be Absatz 7 Buchstabe c ist das Risikogewicht nach Absatz 1, dividiert durch

Artikel 325axKorrelationen des Wechselkursrisikos

Für die Aggregation von Wechselkurs-Sensitivitäten gilt ein einheitlicher Korrelationsparameter γbc von 60 %.

Unterabschnitt2Risikogewichte und Korrelationen für Vega- und Curvature-Risiken

Artikel 325ayRisikogewichte für Vega- und Curvature-Risiken

1.  Für Vega-Risikofaktoren gelten die Delta-Unterklassen nach Unterabschnitt 1.

2.  Das Risikogewicht für einen bestimmten Vega-Risikofaktor wird als Anteil am aktuellen Wert dieses Risikofaktors k bestimmt, der die implizite Volatilität des Basiswerts gemäß Abschnitt 3 angibt.

3.  Der in Absatz 2 genannte Anteil ist abhängig von der angenommenen Liquidität des jeweiligen Risikofaktortyps gemäß folgender Formel:

Dabei gilt:

wird auf 55 % festgesetzt;

entspricht dem aufsichtlichen Liquiditätshorizont, der bei der Bestimmung jedes Vega-Risikofaktors vorgegeben wird. wird gemäß folgender Tabelle festgesetzt:

Tabelle 11

Risikoklasse

 

GIRR

60

CSR, Nicht-Verbriefungspositionen

120

CSR, Verbriefungspositionen (Korrelationshandelsportfolio)

120

CSR, Verbriefungspositionen (außerhalb des Korrelationshandelsportfolios)

120

Eigenkapital (Standardwerte)

20

Eigenkapital (Small-Caps)

60

Warenpositionsrisiko

120

FX

40

4.  Im Hinblick auf das Curvature-Risiko werden – vorbehaltlich anderer Vorgaben in diesem Kapitel – die im Zusammenhang mit dem Delta-Risiko gemäß Unterabschnitt 1 verwendeten Unterklassen angewandt.

5.  Im Hinblick auf Risikofaktoren des Wechselkurs- und Curvature-Risikos werden die Risikogewichte des Curvature-Risikos als relative Verschiebungen entsprechend den Risikogewichten des Delta-Risikos gemäß Unterabschnitt 1 angewandt.

6.  Im Hinblick auf Risikofaktoren des allgemeinen Zinsrisikos, Kreditspreadrisikos und Warenpositionsrisikos werden die Risikogewichte des Curvature-Risikos als parallele Verschiebungen aller Scheitelpunkte jeder Kurve auf der Grundlage des höchsten in Unterabschnitt 1 für jede Risikoklasse vorgeschriebenen Delta-Risikogewichts angewandt.

Artikel 325azRisikokorrelationen für Vega- und Curvature-Risiko

7.  Im Hinblick auf Vega-Risikosensitivitäten innerhalb derselben Unterklasse der GIRR-Risikoklasse wird der Korrelationsparameter rkl wie folgt festgelegt:

  

Dabei gilt:

entspricht , wobei auf 1 % festgesetzt wird, während und die Laufzeiten der Optionen, für die die Vega-Sensitivitäten abgeleitet werden, sind, ausgedrückt in Jahren;

entspricht , wobei auf 1 % festgesetzt wird, während und die Laufzeiten der Basiswerte der Optionen, für die die Vega-Sensitivitäten abgeleitet werden, sind, abzüglich der Laufzeiten der entsprechenden Optionen, in beiden Fällen ausgedrückt in Jahren.

8.  Im Hinblick auf Vega-Risikosensitivitäten innerhalb einer Unterklasse der anderen Risikoklassen wird der Korrelationsparameter rkl wie folgt festgelegt:

Dabei gilt:

entspricht der innerhalb der Unterklasse anwendbaren Delta-Korrelation für die Unterklasse, der die Vega-Risikofaktoren k und l zugewiesen würden.

wird gemäß Absatz 1 festgelegt.

9.  In Hinblick auf über Unterklassen hinweg anwendbare Vega-Risikosensitivitäten innerhalb einer Risikoklasse (GIRR und Nicht-GIRR) wird im Zusammenhang mit dem Vega-Risiko der in Abschnitt 4 für Delta-Korrelationen jeder Risikoklasse festgelegte Korrelationsparameter für γbc, angewandt.

10.  Es wird zwischen Vega- und Delta-Risikofaktoren keine im Standardansatz anerkannte Diversifizierungs- oder Absicherungseffekte geben. Vega- und Delta-Risikoanforderungen werden mittels einfacher Summierung aggregiert.

11.  Die Korrelationen des Curvature-Risikos entsprechen dem Quadrat der entsprechenden Delta-Risikokorrelationen γbc gemäß Unterabschnitt 1.

Kapitel 1bAuf einem internen Modell beruhender Ansatz

ABSCHNITT 1ERLAUBNIS UND EIGENMITTELANFORDERUNGEN

Artikel 325baErlaubnis zur Verwendung interner Modelle

1.  Nachdem die zuständigen Behörden überprüft haben, dass die Institute die Anforderungen der Artikel 325bi bis 325bk erfüllen, erteilen sie diesen für das Portfolio sämtlicher Positionen, die auf Handelsabteilungen entfallen, die die nachstehenden Anforderungen erfüllen, die Erlaubnis, ihre Eigenmittelanforderungen anhand ihrer internen Modelle nach Artikel 325bb zu berechnen:

a)  Die Handelsabteilungen wurden gemäß Artikel 104b eingerichtet;

b)  die zuständige Behörde bewertet das Ergebnis der in Artikel 325bh festgelegten Bewertung hinsichtlich der Gewinn- und Verlustzuweisung (P&L) der Handelsabteilung innerhalb der vergangenen 12 Monate als zufriedenstellend;

c)  die Handelsabteilungen erfüllen seit 250 Geschäftstagen die in Artikel 325bg Absatz 1 genannten Rückvergleichsanforderungen;

d)  Handelsabteilungen, denen mindestens eine der Handelsbuchpositionen nach Artikel 325bm zugewiesen wurde, erfüllen in Bezug auf das interne Modell zur Erfassung von Ausfallrisiken die in Artikel 325bn festgelegten Anforderungen.

2.  Institute, denen die Erlaubnis nach Absatz 1 zur Verwendung ihrer internen Modelle erteilt wurde, melden den zuständigen Behörden für eine oder mehrere Handelsabteilungen

a)  monatlich den nach Absatz 5 für alle Positionen der Handelsabteilung berechneten wöchentlichen uneingeschränkten Shortfallerwartungswert UESt (unconstrained expected shortfall);

b)  für jede Handelsabteilung, für die diese Erlaubnis erteilt wurde, die nach Kapitel 1a dieses Titels berechneten monatlichen Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken, die so berechnet werden, als wäre dem Institut die Erlaubnis nach Absatz 1 nicht erteilt worden, wobei alle der Handelsabteilung zugewiesenen Positionen als eigenständiges Einzelportfolio betrachtet werden. Diese Berechnungen werden den zuständigen Behörden monatlich übermittelt.

ba)  die nach Kapitel 1a dieses Titels berechneten monatlichen Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken des Gesamtportfolios des Instituts, die berechnet werden, als wäre dem Institut die Erlaubnis nach Absatz 1 nicht erteilt worden. Diese Berechnungen werden den zuständigen Behörden monatlich übermittelt.

3.  Ein Institut, dem die Erlaubnis nach Absatz 1 erteilt wurde, meldet den zuständigen Behörden unverzüglich, dass eine seiner Handelsabteilungen eine der in Absatz 1 festgelegten Anforderungen nicht mehr erfüllt. Solange das Institut den zuständigen Behörden gegenüber nicht nachweist, dass die Handelsabteilung erneut alle in Absatz 1 festgelegten Anforderungen erfüllt, darf es das vorliegende Kapitel auf keine der dieser Handelsabteilung zugewiesenen Positionen mehr anwenden und berechnet zum nächsten Abschlussstichtag die Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken für alle dieser Handelsabteilung zugewiesenen Positionen gemäß dem in Kapitel 1a dargelegten Ansatz.

4.  Abweichend von Absatz 3 können die zuständigen Behörden einem Institut, dessen Handelsabteilung die in Absatz 1 Buchstaben b oder c festgelegten Anforderungen nicht mehr erfüllt, unter außergewöhnlichen Umständen erlauben, seine Eigenmittelanforderungen für die Marktrisiken dieser Handelsabteilung weiterhin anhand seiner internen Modelle zu berechnen, wenn mindestens 10 % der aggregierten Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken aus Positionen in Handelsabteilungen resultieren, die für den internen Ansatz für Marktrisiken qualifiziert sind. Diese außergewöhnlichen Umstände können beispielsweise während signifikanter grenzüberschreitender Stressperioden der Finanzmärkte entstehen oder wenn Banken einer erheblichen systemischen Verschiebung ausgesetzt sind. Wenn eine zuständige Behörde eine solche Erlaubnis erteilt, unterrichtet sie die EBA und begründet ihre Entscheidung.

5.  Für die Positionen einer Handelsabteilung, für die dem Institut keine Erlaubnis nach Absatz 1 erteilt wurde, berechnet das Institut die Eigenmittelanforderungen für das Marktrisiko gemäß Kapitel 1a dieses Titels. Für die Zwecke dieser Berechnung werden alle diese Positionen als eigenständige Einzelportfolios betrachtet.

6.  Der in Absatz 2 Buchstabe a genannte uneingeschränkte Shortfallerwartungswert (UES) einer Handelsabteilung ist der gemäß Artikel 325bc berechnete UES für alle Positionen, die auf diese Handelsabteilung entfallen und jeweils als eigenständiges Einzelportfolio betrachtet werden. Abweichend von Artikel 325bd erfüllen die Institute bei der Berechnung dieses UES für jede Handelsabteilung die folgenden Anforderungen:

a)  Bei der Berechnung des partiellen Shortfallerwartungswerts PEStFC (partial expected shortfall number) einer Handelsabteilung wird diejenige Stressphase zugrunde gelegt, die gemäß Artikel 325bd Absatz 1 Buchstabe c zum Zwecke der Bestimmung von PEStFC für sämtliche Handelsabteilungen festgelegt wurde, für die dem Institut die in Absatz 1 genannte Erlaubnis erteilt wurde;

b)  bei der Berechnung der partiellen Shortfallerwartungswerte PEStRS und PEStRC einer Handelsabteilung werden die Szenarien künftiger Schocks lediglich auf die modellierbaren Risikofaktoren derjenigen der Handelsabteilung zugewiesenen Positionen angewandt, die in der Untergruppe der modellierbaren Risikofaktoren enthalten sind, die das Institut gemäß Artikel 325bd Absatz 1 Buchstabe a ausgewählt hat, um für sämtliche Handelsabteilungen, für die dem Institut die in Absatz 1 genannte Erlaubnis erteilt wurde, den partiellen Shortfallerwartungswert PEStRS zu bestimmen.

7.  Wesentliche Änderungen bei der Verwendung der internen Modelle, deren Verwendung einem Institut gestattet wurde, die Erweiterung der Verwendung dieser gestatteten Modelle sowie wesentliche Änderungen bei der durch das Institut getroffenen Auswahl der Untergruppe der modellierbaren Risikofaktoren nach Artikel 325bd Absatz 2 erfordern eine gesonderte Erlaubnis der zuständigen Behörden.

Die Institute melden den zuständigen Behörden alle sonstigen Erweiterungen und Änderungen bei der Verwendung der internen Modelle, deren Verwendung ihnen gestattet wurde.

8.  Die EBA arbeitet Entwürfe technischer Regulierungsstandards aus, in denen Folgendes präzisiert wird:

a)  die Bedingungen für die Beurteilung von Erweiterungen und Änderungen bei der Verwendung der internen Modelle und von Änderungen bei der Untergruppe der modellierbaren Risikofaktoren nach Artikel 325bd;

b)  die Beurteilungsmethode, nach der die zuständigen Behörden prüfen, ob ein Institut die Anforderungen der Artikel 325bi bis 370 erfüllt.

Die EBA übermittelt der Kommission diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards spätestens [zwei Jahre nach Inkrafttreten dieser Verordnung].

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Unterabsatz 1 genannten technischen Regulierungsstandards gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

Artikel 325bbEigenmittelanforderungen bei der Verwendung interner Modelle

1.  Jedes Institut, das ein internes Modell verwendet, berechnet für das Portfolio sämtlicher Positionen, die auf Handelsabteilungen entfallen, für die dem Institut eine Erlaubnis nach Artikel 325ba Absatz 1 erteilt wurde, eine Eigenmittelanforderung, die der Summe entspricht aus

a)  dem höheren der folgenden Werte:

i)  Vortageswert des gemäß Artikel 325bc berechneten Shortfallerwartungswerts (ESt-1) des Instituts;

ii)  Durchschnitt der Tageswerte des gemäß Artikel 325bc berechneten Shortfallerwartungswerts der vorausgegangenen 60 Geschäftstage (ESavg) multipliziert mit dem Multiplikationsfaktor (mc) gemäß Artikel 325bg und

b)  dem höheren der folgenden Werte:

i)  Vortageswert des gemäß Abschnitt 5 dieses Titels berechneten Stressszenario-Risikomaßes (SSt-1);

ii)  Durchschnitt der Tageswerte des gemäß Abschnitt 5 dieses Titels berechneten Stressszenario-Risikomaßes der vorausgegangenen 60 Geschäftstage (SSavg).

2.  Institute, die Handelsabteilungen nach Absatz 1 zugewiesene Positionen in gehandelten Schuldtiteln und Eigenkapitalinstrumenten halten, die im internen Modell zur Erfassung von Ausfallrisiken berücksichtigt werden, erfüllen eine zusätzliche Eigenmittelanforderung, die dem höheren der folgenden Werte entspricht:

a)  letzte verfügbare gemäß Abschnitt 3 berechnete Eigenmittelanforderung für das Ausfallrisiko;

b)  Durchschnittswert des Betrags nach Buchstabe a während der vorausgegangenen zwölf Wochen.

Abschnitt 2Allgemeine Anforderungen

Artikel 325bcShortfallerwartungswert

1.  Die Institute berechnen den in Artikel 325bb Absatz 1 Buchstabe a genannten Shortfallerwartungswert ESt für jeden Tag t und jedes Portfolio von Handelsbuchpositionen wie folgt:

Dabei gilt:

i  =   der Index der Risikofaktorgruppe gemäß den fünf in der ersten Spalte von Tabelle 13 in Artikel 325be aufgeführten Risikofaktorgruppen;

UESt    =  der uneingeschränkte Shortfallerwartungswert gemäß folgender Berechnung:

UESti   =   der uneingeschränkte Shortfallerwartungswert für die Risikofaktorgruppe i gemäß folgender Berechnung:

ρ     =  der aufsichtliche Korrelationsfaktor für die Risikofaktorgruppen; ρ = 50 %;

PEStRS  =  der partielle Shortfallerwartungswert, der für alle Positionen des Portfolios gemäß Artikel 325bd Absatz 2 berechnet wird;

PEStRC   =   der partielle Shortfallerwartungswert, der für alle Positionen des Portfolios gemäß Artikel 325bd Absatz 3 berechnet wird;

PEStFC   =   der partielle Shortfallerwartungswert, der für alle Positionen des Portfolios gemäß Artikel 325bd Absatz 4 berechnet wird;

PEStRS,i   =  der partielle Shortfallerwartungswert für die Risikofaktorgruppe i, der für alle Positionen des Portfolios gemäß Artikel 325bd Absatz 2 berechnet wird;

PEStRC,i   =  der partielle Shortfallerwartungswert für die Risikofaktorgruppe i, der für alle Positionen des Portfolios gemäß Artikel 325bd Absatz 3 berechnet wird;

PEStFC,i   =   der partielle Shortfallerwartungswert für die Risikofaktorgruppe i, der für alle Positionen des Portfolios gemäß Artikel 325bd Absatz 4 berechnet wird.

2.  Bei der Bestimmung der jeweiligen in die Berechnung des Shortfallerwartungswerts nach Absatz 1 einfließenden partiellen Shortfallerwartungswerte wenden die Institute nach Artikel 325bd Szenarien künftiger Schocks jeweils nur auf die Untergruppe der modellierbaren Risikofaktoren des jeweiligen partiellen Shortfallerwartungswerts an.

3.  Wenn mindestens eine Transaktion des Portfolios mindestens einen modellierbaren Risikofaktor aufweist, der der Risikofaktorgruppe i gemäß Artikel 325be zugeordnet werden kann, so berechnet das Institut den uneingeschränkten Shortfallerwartungswert für die Risikofaktorgruppe i und setzt diesen in die in Absatz 2 angegebene Formel für den Shortfallerwartungswert ein.

Artikel 325bdBerechnung der partiellen Shortfallerwartungswerte

1.  Für die Berechnung sämtlicher in Artikel 325bc Absatz 1 genannten partiellen Shortfallerwartungswerte gehen die Institute wie folgt vor:

a)  tägliche Berechnung der partiellen Shortfallerwartungswerte

b)  einseitiges Konfidenzintervall von 97,5 %

c)  das Institut berechnet für ein bestimmtes Portfolio von Handelsbuchpositionen den partiellen Shortfallerwartungswert zum Zeitpunkt t nach folgender Formel:

j      =   der Index des Liquiditätshorizonts gemäß den fünf in der ersten Spalte von Tabelle 1 aufgeführten Liquiditätshorizonten;

LHj      =  die Dauer des Liquiditätshorizonts j in Tagen gemäß Tabelle 1;

T      =  der Basishorizont; dabei gilt T = 10 Tage;

PESt(T)   =   der partielle Shortfallerwartungswert, der sich ergibt, wenn gemäß den Absätzen 2, 3 und 4 für jeden partiellen Shortfallerwartungswert nach Artikel 325bc Absatz 2 Szenarien künftiger Schocks mit einem Zeithorizont von 10 Tagen nur auf die Untergruppe modellierbarer Risikofaktoren der Positionen des Portfolios angewandt werden;

PESt(T, j)   =   der partielle Shortfallerwartungswert, der sich ergibt, wenn gemäß den Absätzen 2, 3 und 4 für jeden partiellen Shortfallerwartungswert nach Artikel 325bc Absatz 2 Szenarien künftiger Schocks mit einem Zeithorizont von 10 Tagen nur auf die Untergruppe modellierbarer Risikofaktoren der Positionen des Portfolios angewandt werden, deren effektiver Liquiditätshorizont nach Artikel 325be Absatz 2 mindestens LHj beträgt.

Tabelle 1

Liquiditätshorizont

j

Dauer des Liquiditätshorizonts j

(in Tagen)

1

10

2

20

3

40

4

60

5

120

2.  Für die Berechnung der in Artikel 325bc Absatz 2 genannten partiellen Shortfallerwartungswerte PEStRS und PEStRS,i erfüllen die Institute neben den Anforderungen nach Absatz 1 die folgenden Anforderungen:

a)  Bei der Berechnung von PEStRS wenden die Institute die Szenarien künftiger Schocks lediglich auf die modellierbaren Risikofaktoren derjenigen Positionen des Portfolios an, die der Untergruppe der modellierbaren Risikofaktoren angehören, die das Institut im Einvernehmen mit der zuständigen Behörde in einer Weise ausgewählt hat, die sicherstellt, dass zum Zeitpunkt t auf der Grundlage der über die letzten 60 Geschäftstage gebildeten Summe die folgende Bedingung erfüllt wird:

Wenn ein Institut die im ersten Unterabsatz genannte Anforderung nicht mehr erfüllt, unterrichtet es unverzüglich die zuständigen Behörden und aktualisiert die Untergruppe der modellierbaren Risikofaktoren innerhalb von zwei Wochen, sodass die Anforderung erneut erfüllt wird. Erfüllt das Institut die Anforderung nach Ablauf von zwei Wochen nicht, so berechnet es die Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken für bestimmte Handelsabteilungen gemäß dem in Kapitel 1a dargelegten Ansatz, bis es der zuständigen Behörde gegenüber nachweisen kann, dass es die im ersten Unterabsatz genannte Anforderung erfüllt.

b)  Bei der Berechnung von PEStRS,i wenden die Institute die Szenarien künftiger Schocks lediglich auf die modellierbaren Risikofaktoren derjenigen Positionen des Portfolios an, die der Untergruppe der modellierbaren Risikofaktoren angehören, die das Institut für die Zwecke des Buchstabens a ausgewählt hat und die der Risikofaktorgruppe i gemäß Artikel 325be zugeordnet wurden.

c)  Die Szenarien künftiger Schocks, welche auf die unter den Buchstaben a und b genannten modellierbaren Risikofaktoren angewandt werden, basieren auf Daten, die anhand von historischen Daten eines ununterbrochenen Zwölfmonatszeitraums mit Finanzstress kalibriert werden, den das Institut so wählt, dass der partielle Shortfallerwartungswert PEStRS maximiert wird. Die Institute überprüfen die Auswahl dieser Stressphase mindestens monatlich und übermitteln das Ergebnis dieser Prüfung an die zuständigen Behörden.Für die Ermittlung der Stressphase legen die Institute im Einvernehmen mit den zuständigen Behörden einen Beobachtungszeitraum zugrunde, der spätestens am 1. Januar 2007 beginnt.

d)  Das Institut kalibriert die in das Modell für den partiellen Shortfallerwartungswert PEStRS,i einfließenden Daten anhand des Zwölfmonatszeitraums mit Finanzstress, den es für die Zwecke des Buchstabens c festgelegt hat.

3.  Für die Berechnung der in Artikel 325bc Absatz 2 genannten partiellen Shortfallerwartungswerte PEStRC und PEStRC,i erfüllen die Institute neben den Anforderungen nach Absatz 1 die folgenden Anforderungen:

a)  Bei der Berechnung von PEStRC wenden die Institute die Szenarien künftiger Schocks lediglich auf die modellierbaren Risikofaktoren derjenigen Positionen des Portfolios an, die der Untergruppe der modellierbaren Risikofaktoren gemäß Absatz 3 Buchstabe a angehören.

b)  Bei der Berechnung von PEStRC,i wenden die Institute die Szenarien künftiger Schocks lediglich auf die modellierbaren Risikofaktoren derjenigen Positionen des Portfolios an, die der Untergruppe der modellierbaren Risikofaktoren gemäß Absatz 3 Buchstabe b angehören.

c)  Die Szenarien künftiger Schocks, welche auf die in den Buchstaben a und b genannten modellierbaren Risikofaktoren angewandt werden, basieren auf Daten, die anhand von historischen Daten des vorausgehenden Zwölfmonatszeitraums kalibriert werden. Sie werden mindestens monatlich aktualisiert.

4.  Für die Berechnung der in Artikel 325bc Absatz 2 genannten partiellen Shortfallerwartungswerte PEStFC und PEStFC,i erfüllen die Institute neben den Anforderungen nach Absatz 1 die folgenden Anforderungen:

a)  Bei der Berechnung von PEStFC wenden die Institute die Szenarien künftiger Schocks auf sämtliche modellierbaren Risikofaktoren der Positionen des Portfolios an.

b)  Bei der Berechnung von PEStFC,i wenden die Institute die Szenarien künftiger Schocks auf sämtliche modellierbaren Risikofaktoren der Positionen des Portfolios an, die der Risikofaktorgruppe i gemäß Artikel 325be zugeordnet wurden.

c)  Die Szenarien künftiger Schocks, welche auf die in den Buchstaben a und b genannten modellierbaren Risikofaktoren angewandt werden, basieren auf Daten, die anhand von historischen Daten des vorausgehenden Zwölfmonatszeitraums kalibriert werden. Sie werden mindestens monatlich aktualisiert. Kommt es bei einer erheblichen Zahl modellierbarer Risikofaktoren eines Portfolios eines Instituts, die keiner Untergruppe der modellierbaren Risikofaktoren gemäß Absatz 2 Buchstabe a angehören, zu einem signifikanten Anstieg der Kursvolatilität, so können die zuständigen Behörden das Institut anweisen, historische Daten eines kürzeren als des vorausgehenden Zwölfmonatszeitraums zu verwenden, wobei dieser nicht kürzer als der vorausgehende Sechsmonatszeitraum sein darf. Die zuständigen Behörden melden der EBA jede Entscheidung, mit der sie ein Institut anweisen, historische Daten aus einem kürzeren als einem Zwölfmonatszeitraum zu verwenden, und begründen diese.

5.  Bei der Berechnung eines partiellen Shortfallerwartungswerts nach Artikel 325bc Absatz 2 behalten die Institute für partielle Shortfallerwartungswerte, auf deren modellierbare Risikofaktoren sie nicht gemäß den Absätzen 2, 3 oder 4 Szenarien künftiger Schocks anwenden müssen, die Werte der modellierbaren Risikofaktoren bei.

6.  Abweichend von Absatz 1 Buchstabe a kann ein Institut beschließen, die partiellen Shortfallerwartungswerte PEStRS,i, PEStRC,i und PEStFC,i wöchentlich zu berechnen.

Artikel 325beLiquiditätshorizonte

1.  Die Institute ordnen jeden Risikofaktor von Positionen, die einer Handelsabteilung zugewiesen sind, für die ihnen die in Artikel 325ba Absatz 1 genannte Erlaubnis erteilt wurde oder eine Erlaubnis beantragt wurde, einer der in Tabelle 2 aufgeführten Risikofaktorgruppen sowie einer der dort aufgeführten Risikofaktor-Untergruppen zu.

2.  Der Liquiditätshorizont eines Risikofaktors für Positionen nach Absatz 1 ist der Liquiditätshorizont der entsprechenden Risikofaktor-Untergruppe, der diese zugeordnet wurden.

3.  Abweichend von Absatz 1 kann ein Institut beschließen, für eine bestimmte Handelsabteilung anstelle des Liquiditätshorizonts der Risikofaktor-Untergruppe nach Tabelle 2 einen längeren Liquiditätshorizont nach Tabelle 1 zu verwenden. Beschließt ein Institut diese Vorgehensweise, so gilt für die Zwecke der Berechnung der partiellen Shortfallerwartungswerte gemäß Artikel 325bd Absatz 1 Buchstabe c dieser längere Liquiditätshorizont für sämtliche modellierbaren Risikofaktoren der dieser Handelsabteilung zugewiesenen Positionen, die dieser Risikofaktor-Untergruppe zugeordnet wurden.

Die Institute melden den zuständigen Behörden, für welche Handelsabteilungen und welche Risikofaktor-Untergruppen sie die in Unterabsatz 1 beschriebene Vorgehensweise beschließen.

4.  Zum Zwecke der Berechnung der partiellen Shortfallerwartungswerte gemäß Artikel 325bd Absatz 1 Buchstabe c wird der effektive Liquiditätshorizont „EffectiveLH“ jedes modellierbaren Risikofaktors einer Handelsbuchposition wie folgt ermittelt:

 

Dabei gilt:

Mat        =   die Laufzeit der Handelsbuchposition;

SubCatLH      =   der Liquiditätshorizont des gemäß Absatz 1 ermittelten modellierbaren Risikofaktors;

minj {LHj/LHj ≥ Mat}  =   der Liquiditätshorizont der Tabelle …, der als erster auf die Laufzeit der Handelsbuchposition folgt.

5.  Innerhalb der Risikofaktorgruppe „Wechselkurs“ in Tabelle 2 zählen Währungspaare aus dem Euro und der Währung eines Mitgliedstaats, der an der zweiten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion teilnimmt, zu der Untergruppe der liquidesten Währungspaare.

6.  Die Institute überprüfen die Angemessenheit der Zuordnung nach Absatz 1 mindestens monatlich.

7.  Die EBA arbeitet Entwürfe technischer Regulierungsstandards aus, in denen Folgendes präzisiert wird:

a)  das Verfahren, nach dem die Institute für die Zwecke des Absatzes 1 ihre Handelsbuchpositionen den Risikofaktorgruppen und den Risikofaktor-Untergruppen zuordnen;

b)  die Währungen, die innerhalb der Risikofaktorgruppe „Zinssatz“ in Tabelle 2 der Untergruppe der liquidesten Währungen zuzurechnen sind;

c)  die Währungspaare, die innerhalb der Risikofaktorgruppe „Wechselkurs“ in Tabelle 2 der Untergruppe der liquidesten Währungspaare zuzurechnen sind;

Die EBA übermittelt der Kommission diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards spätestens [sechs Monate nach Inkrafttreten dieser Verordnung].

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Unterabsatz 1 genannten technischen Regulierungsstandards gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

Tabelle 2

Risikofaktorgruppe

Risikofaktor-Untergruppe

Liquiditätshorizont

Dauer des Liquiditätshorizonts (in Tagen)

Zinssatz

Liquideste Währungen und Landeswährung

1

10

Sonstige Währungen (ohne die liquidesten Währungen)

2

20

Volatilität

4

60

Sonstige Arten

4

60

Kreditspread

Zentralregierung (einschließlich Zentralbanken) der Mitgliedstaaten der Union

2

20

Gedeckte Schuldverschreibungen, die von Kreditinstituten mit Sitz in einem Mitgliedstaat der Union begeben wurden („Investment Grade“)

2

20

Forderungen gegenüber Staaten („Investment Grade“)

2

20

Forderungen gegenüber Staaten („High Yield“)

3

40

Forderungen gegenüber Unternehmen („Investment Grade“)

3

40

Forderungen gegenüber Unternehmen („High Yield“)

4

60

Volatilität

5

120

Sonstige Arten

5

120

Beteiligungsrisiko

Aktiennotierung (hohe Marktkapitalisierung)

1

10

Aktiennotierung (geringe Marktkapitalisierung)

2

20

Volatilität (hohe Marktkapitalisierung)

2

20

Volatilität (geringe Marktkapitalisierung)

4

60

Sonstige Arten

4

60

Wechselkurs

Liquideste Währungspaare

1

10

Sonstige Währungspaare (ohne die liquidesten Währungspaare)

2

20

Volatilität

3

40

Sonstige Arten

3

40

Warenpositionen

Energiepreis und Kohlenstoffpreis

2

20

Edelmetallpreis und Buntmetallpreis

2

20

Sonstige Rohstoffpreise (ohne Energie, Kohlenstoff, Edelmetalle und Buntmetalle)

4

60

Volatilität der Energie- und Kohlenstoffpreise

4

60

Volatilität der Edelmetall- und Buntmetallpreise

4

60

Volatilität der sonstigen Rohstoffpreise (ohne Energie, Kohlenstoff, Edelmetalle und Buntmetalle)

5

120

Sonstige Arten

5

120

Artikel 325bfBewertung der Modellierbarkeit von Risikofaktoren

1.  Die Institute bewerten monatlich die Modellierbarkeit sämtlicher Risikofaktoren für Positionen, die einer Handelsabteilung zugewiesen sind, für die ihnen die in Artikel 325ba Absatz 1 genannte Erlaubnis erteilt wurde oder eine Erlaubnis beantragt wurde.

2.  Ein Institut betrachtet den Risikofaktor einer Handelsbuchposition als modellierbar, wenn alle nachstehend genannten Bedingungen erfüllt sind:

a)  das Institut hat in den letzten 12 Monaten mindestens 24 nachprüfbare Preise ermittelt, die den betreffenden Risikofaktor enthielten;

b)  zwischen zwei aufeinanderfolgenden Preisermittlungen nach Buchstabe a liegt nicht mehr als ein Monat;

c)  es besteht ein eindeutiger, offensichtlicher Zusammenhang zwischen jedem nach Buchstabe a ermittelten Preis und dem Wert des jeweiligen Risikofaktors, was bedeutet, dass ein nachprüfbarer Preis, der für eine Transaktion beobachtet wird, als Beobachtung für alle betreffenden Risikofaktoren berücksichtigt werden sollte.

3.  Für die Zwecke des Absatzes 2 ist ein nachprüfbarer Preis

a)  der Marktpreis einer tatsächlichen Transaktion, bei der das Institut Vertragspartei war;

b)  der Marktpreis einer tatsächlichen Transaktion zwischen Dritten, sofern deren Zeitpunkt und Preis öffentlich zugänglich sind oder von einem Dritten bereitgestellt wurden;

c)  der Preis eines von einem Dritten bereitgestellten verbindlichen Preisangebots.

4.  Für die Zwecke von Absatz 3 Buchstaben b und c können die Institute von einem Dritten bereitgestellte Preise oder verbindliche Preisangebote als nachprüfbare Preise ansehen, sofern der Dritte zusagt, den zuständigen Behörden auf Anfrage Nachweise über die Transaktionen oder die Preisangebote vorzulegen.

Als Nachweis legt der Dritte Einzelheiten zum Transaktionsbetrag (erforderlich für den Nachweis, dass der Transaktionsbetrag nicht unerheblich ist) und dem Transaktionspreis (zur Bewertung der „Echtheit“ der Transaktionen) vor.

5.  Die Institute können für die Zwecke von Absatz 2 Buchstabe a einen nachprüfbaren Preis für mehr als einen Risikofaktor verwenden.

6.  Die Institute sehen Risikofaktoren, die sich aus einer Kombination mehrerer modellierbarer Risikofaktoren ergeben, als modellierbar an.

7.  Betrachtet ein Institut einen Risikofaktor gemäß Absatz 1 als modellierbar, so kann es für die Bestimmung der auf diesen Risikofaktor anzuwendenden Szenarien künftiger Schocks, die der Berechnung des partiellen Shortfallerwartungswerts gemäß Artikel 325 zugrunde gelegt werden, andere Daten verwenden als die nachprüfbaren Preise, die es herangezogen hat, um gemäß Absatz 2 nachzuweisen, dass der Risikofaktor modellierbar ist, sofern diese Daten die in Artikel 325bd genannten Bedingungen erfüllen.

8.  Die Institute betrachten alle Risikofaktoren, die eine der in Absatz 2 genannten Bedingungen nicht erfüllen, als nicht modellierbar und berechnen die Eigenmittelanforderungen für diese Risikofaktoren gemäß Artikel 325bl.

9.  Die Institute sehen Risikofaktoren, die sich aus einer Kombination modellierbarer und nicht modellierbarer Risikofaktoren ergeben, als nicht modellierbar an.

Die Institute können modellierbare Risikofaktoren hinzufügen und nicht modellierbare Risikofaktoren durch eine Basis zwischen diesen zusätzlichen modellierbaren Risikofaktoren und diesen nicht modellierbaren Risikofaktoren ersetzen. Diese Basis wird dann als nicht modellierbarer Risikofaktor betrachtet.

10.  Abweichend von Absatz 2 können die zuständigen Behörden einem Institut gestatten, einen Risikofaktor, der sämtliche in Absatz 2 genannten Bedingungen erfüllt, für einen Zeitraum von höchstens einem Jahr als nicht modellierbar anzusehen.

Artikel 325bgRückvergleichsanforderungen und Multiplikationsfaktoren

1.  Die Handelsabteilung eines Instituts erfüllt die Rückvergleichsanforderung gemäß Artikel 325ba Absatz 1, wenn sie in den dem jeweiligen Tag unmittelbar vorausgegangenen 250 Geschäftstagen nicht mehr als die folgende Höchstanzahl von Überschreitungen gemäß Absatz 2 verzeichnen musste:

a)  12 Überschreitungen der mit einem einseitigen Konfidenzintervall von 99 % auf der Grundlage von Rückvergleichen der hypothetischen Änderungen des Portfoliowerts berechneten Maßzahl des Risikopotenzials;

b)  12 Überschreitungen der mit einem einseitigen Konfidenzintervall von 99 % auf der Grundlage von Rückvergleichen der tatsächlichen Änderungen des Portfoliowerts berechneten Maßzahl des Risikopotenzials;

c)  30 Überschreitungen der mit einem einseitigen Konfidenzintervall von 97,5 % auf der Grundlage von Rückvergleichen der hypothetischen Änderungen des Portfoliowerts berechneten Maßzahl des Risikopotenzials;

d)  30 Überschreitungen der mit einem einseitigen Konfidenzintervall von 97,5 % auf der Grundlage von Rückvergleichen der tatsächlichen Änderungen des Portfoliowerts berechneten Maßzahl des Risikopotenzials.

2.  Für die Zwecke von Absatz 1 zählen die Institute die täglichen Überschreitungen durch Rückvergleiche der hypothetischen und tatsächlichen Änderungen des Portfoliowerts, der sämtliche der Handelsabteilung zugewiesenen Positionen einschließt. Eine Überschreitung liegt vor, wenn die Eintagesänderung des Portfoliowerts die entsprechende Maßzahl des Risikopotenzials überschreitet, die mit Hilfe des internen Modells des Instituts gemäß den folgenden Anforderungen errechnet wird:

a)  Haltedauer von einem Tag;

b)  auf die Risikofaktoren der Positionen der Handelsabteilung gemäß Artikel 325bh Absatz 3, die gemäß Artikel 325bf als modellierbar anzusehen sind, werden Szenarien künftiger Schocks angewandt;

c)  die Szenarien künftiger Schocks, welche auf die modellierbaren Risikofaktoren angewandt werden, basieren auf Daten, die anhand von historischen Daten des vorausgehenden Zwölfmonatszeitraums kalibriert werden. Sie werden mindestens monatlich aktualisiert;

d)  sofern in diesem Artikel nichts anderes angegeben ist, beruht das interne Modell des Instituts auf den gleichen Modellannahmen, die auch der Berechnung des Shortfallerwartungswerts gemäß Artikel 325bb Absatz 1 Buchstabe a zugrunde liegen.

3.  Die Institute ermitteln die in Absatz 2 genannten täglichen Überschreitungen gemäß den folgenden Grundsätzen:

a)  Ein Rückvergleich der hypothetischen Änderungen des Portfoliowerts beruht auf dem Vergleich zwischen dem Tagesendwert des Portfolios und seinem Wert am Ende des darauf folgenden Tages unter der Annahme unveränderter Tagesendpositionen;

b)  ein Rückvergleich der tatsächlichen Änderungen des Portfoliowerts beruht auf dem Vergleich zwischen dem Tagesendwert des Portfolios und seinem tatsächlichen Wert am Ende des darauf folgenden Tages, ohne Gebühren, Provisionen und Nettozinserträge;

c)  eine Überschreitung liegt vor, wenn das Institut für einen Tag den Portfoliowert nicht bewerten oder die Maßzahl des Risikopotenzials gemäß Absatz 1 nicht berechnen kann.

4.  Die Institute berechnen für das Portfolio sämtlicher Positionen, die auf Handelsabteilungen entfallen, für die ihnen eine Erlaubnis nach Artikel 325ba Absatz 1 erteilt wurde, gemäß den Absätzen 5 und 6 den in Artikel 325bb genannten Multiplikationsfaktor mc. Diese Berechnung wird mindestens monatlich aktualisiert.

5.  Der Multiplikationsfaktor mc entspricht der Summe aus 1,5 und einem Aufschlag zwischen 0 und 0,5 gemäß Tabelle 3. Für das in Absatz 4 genannte Portfolio errechnet sich dieser Aufschlag aus der Zahl der Überschreitungen, die bei den Rückvergleichen der gemäß Buchstabe a berechneten Maßzahl des Risikopotenzials des Instituts während der unmittelbar vorausgegangenen 250 Geschäftstage zu verzeichnen waren, wie folgt:

a)  Eine Überschreitung liegt vor, wenn die Eintagesänderung des Portfoliowerts die entsprechende Maßzahl des Risikopotenzials überschreitet, die mit Hilfe des internen Modells des Instituts gemäß den folgenden Anforderungen errechnet wird:

i)  Haltedauer von einem Tag;

ii)  einseitiges Konfidenzintervall von 99 %;

iii)  auf die Risikofaktoren der Positionen der Handelsabteilungen gemäß Artikel 325bh Absatz 3, die gemäß Artikel 325bf als modellierbar anzusehen sind, werden Szenarien künftiger Schocks angewandt;

iv)  die Szenarien künftiger Schocks, welche auf die modellierbaren Risikofaktoren angewandt werden, basieren auf Daten, die anhand von historischen Daten des vorausgehenden Zwölfmonatszeitraums kalibriert werden. Sie werden mindestens monatlich aktualisiert;

v)  sofern in diesem Artikel nichts anderes angegeben ist, beruht das interne Modell des Instituts auf den gleichen Modellannahmen, die auch der Berechnung des Shortfallerwartungswerts gemäß Artikel 325bb Absatz 1 Buchstabe a zugrunde liegen.

b)  Die Zahl der Überschreitungen entspricht dem höheren Wert der Überschreitungen bei den hypothetischen und den tatsächlichen Änderungen des Portfoliowerts.

c)  Zur Ermittlung der Zahl der täglichen Überschreitungen wenden die Institute die in Absatz 3 genannten Bestimmungen an.

Tabelle 3

Zahl der Überschreitungen

Aufschlag

Weniger als 5

0,00

5

0,20

6

0,26

7

0,33

8

0,38

9

0,42

Mehr als 9

0,50

7.  Die zuständigen Behörden überwachen die Angemessenheit des Multiplikationsfaktors nach Absatz 4 oder die Einhaltung der Rückvergleichsanforderungen der Handelsabteilungen nach Absatz 1. Die Institute melden den zuständigen Behörden unverzüglich und in jedem Fall binnen fünf Arbeitstagen, wenn bei ihren Rückvergleichen Überschreitungen ausgewiesen werden, und begründen diese Überschreitungen.

8.  Abweichend von den Absätzen 2 und 5 können die zuständigen Behörden einem Institut gestatten, eine Überschreitung nicht zu berücksichtigen, wenn eine Eintagesänderung des Portfoliowertes, die die entsprechende, nach dem internen Modell des Instituts berechnete Maßzahl des Risikopotenzials übersteigt, auf einen nicht modellierbaren Risikofaktor zurückzuführen ist. In diesem Fall weist das Institut den zuständigen Behörden gegenüber nach, dass das gemäß Artikel 325bl berechnete Stressszenario-Risikomaß des nicht modellierbaren Risikofaktors größer ist als die positive Differenz zwischen dem Portfoliowert des Instituts und der entsprechenden Maßzahl des Risikopotenzials.

9.  Die EBA arbeitet Entwürfe technischer Regulierungsstandards aus, in denen näher festgelegt wird, welche konkreten Elemente für die Zwecke dieses Artikels in den hypothetischen und tatsächlichen Änderungen des Portfoliowerts eines Instituts zu berücksichtigen sind.

Die EBA übermittelt der Kommission diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards spätestens [sechs Monate nach Inkrafttreten dieser Verordnung].

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Unterabsatz 1 genannten technischen Regulierungsstandards gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

Artikel 325bhAnforderung hinsichtlich der Gewinn- und Verlustzuweisung

1.  Für die Zwecke von Artikel 325ba Absatz 1 gelten die Anforderungen hinsichtlich der Gewinn- und Verlustzuweisung (P&L) der Handelsabteilung eines Instituts in einem Monat als erfüllt, wenn diese Handelsabteilung den im vorliegenden Artikel genannten Anforderungen genügt.

2.  Die Anforderung hinsichtlich der Gewinn- und Verlustzuweisung stellt sicher, dass die auf dem Risikomessmodell des Instituts beruhenden theoretischen Änderungen des Portfoliowerts einer Handelsabteilung den auf dem Bewertungsmodell des Instituts beruhenden hypothetischen Änderungen des Portfoliowerts dieser Handelsabteilung ausreichend gut entsprechen.

3.  Erfüllt ein Institut die Anforderung hinsichtlich der Gewinn- und Verlustzuweisung, so werden für jede Position einer Handelsabteilung bestimmte Risikofaktoren ermittelt, anhand derer sich überprüfen lässt, ob das Institut der in Artikel 325bg genannten Rückvergleichsanforderung genügt.

4.  Die EBA arbeitet Entwürfe technischer Regulierungsstandards aus, in denen Folgendes präzisiert wird:

a)  die den internationalen aufsichtsrechtlichen Entwicklungen entsprechenden konkreten Kriterien, anhand derer für die Zwecke des Absatzes 2 sichergestellt werden kann, dass die theoretischen Änderungen des Portfoliowerts einer Handelsabteilung den hypothetischen Änderungen des Portfoliowerts dieser Handelsabteilung ausreichend gut entsprechen;

b)  die konkreten Elemente, die für die Zwecke dieses Artikels in den theoretischen und hypothetischen Änderungen des Portfoliowerts einer Handelsabteilung zu berücksichtigen sind.

Die EBA übermittelt der Kommission diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards spätestens [sechs Monate nach Inkrafttreten dieser Verordnung].

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Unterabsatz 1 genannten technischen Regulierungsstandards gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

Artikel 325biAnforderungen an die Risikomessung

1.  Sofern ein Institut zur Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken nach Artikel 325bb ein internes Risikomessmodell einsetzt, stellt es sicher, dass dieses Modell sämtlichen nachstehenden Anforderungen genügt:

a)  Das interne Risikomessmodell trägt einer ausreichenden Zahl von Risikofaktoren und mindestens den in Kapitel 1a Abschnitt 3 Unterabschnitt 1 genannten Risikofaktoren Rechnung, es sei denn, das Institut weist den zuständigen Behörden gegenüber nach, dass unberücksichtigte Risikofaktoren die Ergebnisse der in Artikel 325bh festgelegten Anforderung hinsichtlich der Gewinn- und Verlustzuweisung nicht wesentlich beeinflussen. Das Institut muss den zuständigen Behörden gegenüber rechtfertigen können, weshalb es einen Risikofaktor in seinem Bewertungsmodell, nicht aber in seinem internen Risikomessmodell berücksichtigt.

b)  Das interne Risikomessmodell erfasst die Nichtlinearitäten von Optionen und anderen Produkten sowie das Korrelationsrisiko und das Basisrisiko. Für Risikofaktoren verwendete Näherungswerte bilden die tatsächliche Wertveränderung der Position in der Vergangenheit gut ab.

c)  Das interne Risikomessmodell enthält Risikofaktoren für die Zinssätze in jeder Währung, in der das Institut zinsreagible bilanzwirksame und außerbilanzielle Positionen hält. Das Institut berechnet die Zinsstrukturkurven nach einem allgemein anerkannten Verfahren. Bei wesentlichen, mit einem Zinsänderungsrisiko behafteten Risikopositionen in den wichtigsten Währungen und Märkten ist die Zinsstrukturkurve in mindestens sechs Laufzeitsegmente unterteilt, um der unterschiedlichen Volatilität der Zinssätze für die verschiedenen Laufzeiten Rechnung zu tragen, und die Zahl der bei der Modellierung der Zinsstrukturkurve berücksichtigten Risikofaktoren ist der Art und Komplexität der Handelsstrategien des Instituts angemessen. Das Modell erfasst ferner das Risiko nicht vollkommen korrelierter Entwicklungen der verschiedenen Zinsstrukturkurven.

d)  Das interne Risikomessmodell enthält Risikofaktoren für Gold und für die einzelnen Fremdwährungen, auf die die Positionen des Instituts lauten. Für OGA werden die tatsächlichen Fremdwährungspositionen der OGA berücksichtigt. Die Institute können den Ausweis von Fremdwährungspositionen in OGA heranziehen, der vonseiten Dritter vorgenommen wurde, sofern die Korrektheit dieses Ausweises ausreichend sichergestellt ist. Fremdwährungspositionen in einem OGA, die den Instituten nicht bekannt sind, werden bei dem auf internen Modellen basierenden Ansatz nicht berücksichtigt und gemäß Kapitel 1a dieses Titels behandelt.

e)  Das interne Risikomesssystem enthält mindestens für jeden Aktienmarkt, in dem das Institut Positionen in erheblichem Umfang hält, einen gesonderten Risikofaktor. Die Differenziertheit der Modellierungsverfahren steht in einem angemessenen Verhältnis zur Wesentlichkeit der Aktienmarkttätigkeiten des Instituts. Das interne Risikomessmodell enthält mindestens für jeden Aktienmarkt, auf dem das Institut Positionen in erheblichem Umfang hält, einen gesonderten, spezifischen Risikofaktor sowie mindestens einen Risikofaktor, der systemische Veränderungen der Aktienkurse und die Abhängigkeit zwischen diesem Risikofaktor und den gesonderten, spezifischen Risikofaktoren jedes Aktienmarkts oder den Aktienkursen erfasst.

f)  Das interne Risikomessmodell enthält mindestens für jede Ware, in der das Institut Positionen in erheblichem Umfang hält, einen gesonderten Risikofaktor, es sei denn, die aggregierten Warenmarktpositionen des Instituts sind im Vergleich zu seinem Gesamthandelsvolumen gering, sodass ein gesonderter Risikofaktor pro Warenpositionsreferenztyp akzeptiert werden kann. Bestehen wesentliche Warenmarktrisiken, so erfasst das Modell das Risiko nicht vollkommen korrelierter Entwicklungen ähnlicher, aber nicht identischer Waren, das Risiko einer Änderung der Terminkurse aufgrund von Fristeninkongruenzen sowie die Verfügbarkeitsprämie zwischen Derivate- und Kassapositionen.

g)  Näherungswerte werden mit der notwendigen Vorsicht bestimmt und auch in Stressphasen nur dann verwendet, wenn die verfügbaren Daten nicht ausreichen.

h)  Bestehen bei Instrumenten mit Optionalität wesentliche Volatilitätsrisiken, so erfasst das interne Risikomessmodell die Abhängigkeit von impliziten Volatilitäten für die verschiedenen Ausübungspreise und Laufzeiten der Optionen.

2.  Die Institute können innerhalb der Risikofaktorgruppen – und für die Zwecke der Berechnung des uneingeschränkten Shortfallerwartungswerts nach Artikel 325bc Absatz 1 auch risikofaktorgruppenübergreifend – empirische Korrelationen verwenden, sofern ihr Ansatz zur Korrelationsmessung solide ist, den anwendbaren Liquiditätshorizonten Rechnung trägt und unter Sicherstellung seiner Integrität angewandt wird.

Artikel 325bjQualitative Anforderungen

1.  Jedes für die Zwecke dieses Kapitels verwendete interne Risikomessmodell beruht auf einem soliden Ansatz, wird unter Sicherstellung seiner Integrität angewandt und erfüllt sämtliche der folgenden qualitativen Anforderungen:

a)  Jedes zur Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken verwendete interne Risikomessmodell ist eng in das tägliche Risikomanagement des Instituts eingebunden und dient als Grundlage für die Meldung von Risikopositionen an die Geschäftsleitung.

b)  Die Institute verfügen über eine vom Handelsbereich unabhängige Abteilung zur Risikosteuerung und ‑überwachung, die direkt der Geschäftsleitung unterstellt ist. Diese Abteilung ist für die Gestaltung und Umsetzung der internen Risikomessmodelle zuständig. Die Abteilung führt die erste und die laufende Validierung der für die Zwecke dieses Kapitels verwendeten internen Modelle durch und ist für das gesamte Risikomanagement-System verantwortlich. Sie erstellt und analysiert täglich Berichte über die Ergebnisse des zur Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken eingesetzten internen Modells und über die Angemessenheit der im Hinblick auf die Handelsvolumenbegrenzung gebotenen Maßnahmen.

c)  Das Leitungsorgan und die Geschäftsleitung der Institute sind aktiv an der Risikosteuerung und ‑überwachung beteiligt, und die täglichen Berichte der Abteilung zur Risikosteuerung und ‑überwachung werden von einer Leitungsebene geprüft, die über hinreichende Befugnisse verfügt, um die Reduzierung von Positionen einzelner Händler und die Reduzierung des vom Institut eingegangenen Gesamtrisikos durchzusetzen.

d)  Die Institute beschäftigen eine ausreichende Zahl Mitarbeiter, die im Hinblick auf die internen Risikomessmodelle ausreichend qualifiziert sind und die Bereiche Handel, Risikosteuerung und ‑überwachung, Revision und Abwicklung gut beherrschen.

e)  Die Institute verfügen über dokumentierte Grundsätze, Verfahren und Kontrollen, die die Funktionsweise der internen Risikomessmodelle vollumfänglich gewährleisten.

f)  Jedes interne Risikomessmodell hat in der Vergangenheit nachweislich eine ausreichend präzise Risikomessung gewährleistet.

g)  Die Institute führen regelmäßig gründliche Stresstestprogramme durch, die auch umgekehrte Stresstests enthalten und alle internen Risikomessmodelle erfassen. Die Ergebnisse dieser Stresstests werden mindestens monatlich von der Geschäftsleitung überprüft und genügen den vom Leitungsorgan des Instituts festgelegten Grundsätzen und Obergrenzen. Zeigen diese Stresstests, dass die Handelstätigkeit des Instituts unter bestimmten Umständen zu übermäßigen Verluste führen kann, so trifft das Institut geeignete Maßnahmen.

h)  Die Institute weisen den zuständigen Behörden gegenüber hinreichend nach, dass sie ihre internen Risikomessmodelle entweder im Rahmen ihrer regelmäßigen Innenrevisionstätigkeit oder durch Beauftragung eines Dritten unabhängigen Prüfungen unterziehen.

Für die Zwecke von Buchstabe h ist ein Dritter ein Unternehmen, das Prüfungs- oder Beratungsdienste für Institute anbietet und dessen Mitarbeiter über ausreichende Qualifikationen im Bereich der Marktrisiken im Handelsgeschäft verfügen.

2.  Die unter Absatz 1 Buchstabe h genannte Prüfung erstreckt sich sowohl auf die Tätigkeiten der Handelsabteilungen als auch auf die Tätigkeiten der unabhängigen Abteilung zur Risikosteuerung und ‑überwachung. Die Institute prüfen mindestens jährlich ihr gesamtes Risikomanagementsystem. Bei dieser Prüfung wird Folgendes bewertet:

a)  die Angemessenheit der Dokumentation von Risikomanagementsystem und ‑verfahren und die Organisation der Abteilung zur Risikosteuerung und ­überwachung;

b)  die Einbeziehung der Risikomessungen in das tägliche Risikomanagement und die Integrität des Management-Informationssystems;

c)  die Genehmigungsverfahren des Instituts für die von den Mitarbeitern der Handels- und der Abwicklungsabteilungen verwendeten Risikobepreisungsmodelle und Bewertungssysteme;

d)  die Bandbreite der von dem Modell erfassten Risiken, die Genauigkeit und Angemessenheit des Risikomesssystems und die Validierung etwaiger wesentlicher Änderungen des internen Risikomessmodells;

e)  die Richtigkeit und Vollständigkeit der Positionsdaten, die Richtigkeit und Angemessenheit der Volatilitäts- und Korrelationsannahmen, die Richtigkeit der Bewertungs- und Risikosensitivitätsberechnungen sowie – falls nicht genügend Daten vorliegen, um die Anforderungen dieses Kapitels zu erfüllen – die Richtigkeit und Angemessenheit der Verfahren zur Ermittlung von Näherungswerten;

f)  die Verifizierungsverfahren des Instituts zur Bewertung der Einheitlichkeit, Aktualität und Zuverlässigkeit sowie der Unabhängigkeit der in seinen internen Risikomessmodellen verwendeten Datenquellen;

g)  die Verifizierungsverfahren, die das Institut zur Bewertung der Rückvergleichsanforderungen und der Anforderungen hinsichtlich der Gewinn- und Verlustzuweisung einsetzt, um die Genauigkeit des internen Risikomessmodells zu beurteilen;

h)  sofern die Prüfung gemäß Absatz 1 Buchstabe h von einem Dritten vorgenommen wird, die Verifizierung, dass das interne Validierungsverfahren nach Artikel 325bk den Zielen gerecht wird.

3.  Die Institute aktualisieren die Techniken und Verfahren, die sie für die in diesem Kapitel genannten internen Risikomessmodelle einsetzen, entsprechend der Entwicklung neuer Techniken und bewährter Verfahren, die sich in Bezug auf diese internen Risikomessmodelle herausbilden.

Artikel 325bkInterne Validierung

1.  Die Institute verfügen über Verfahren, die gewährleisten, dass ihre für die Zwecke dieses Kapitels verwendeten internen Risikomessmodelle von entsprechend qualifizierten Stellen, die von der Entwicklung unabhängig sind, angemessen validiert wurden, damit sichergestellt ist, dass sie konzeptionell solide sind und alle wesentlichen Risiken angemessen erfassen.

2.  In den folgenden Fällen nehmen die Institute die in Absatz 1 genannte Validierung vor:

a)  bei der Einführung und bei jeder wesentlichen Änderung eines internen Risikomessmodells;

b)  in regelmäßigen Zeitabständen, insbesondere jedoch nach jedem wesentlichen Strukturwandel am Markt oder jeder Änderung der Portfoliozusammensetzung, wenn dies dazu führen könnte, dass das interne Risikomessmodell nicht mehr angemessen ist.

3.  Die Validierung des internen Risikomessmodells eines Instituts beschränkt sich nicht auf die Rückvergleichsanforderungen und die Anforderungen hinsichtlich der Gewinn- und Verlustzuweisung, sondern umfasst zusätzlich mindestens Folgendes:

a)  Tests, um zu überprüfen, ob alle im internen Modell verwendeten Annahmen angemessen sind und keine Unterschätzung oder Überschätzung des Risikos zur Folge haben;

b) zusätzlich zu den vorgeschriebenen Rückvergleichen eigene Tests zur Validierung des internen Modells, die Rückvergleiche in Bezug auf die Risiken und die Struktur der Portfolios umfassen;

c)  den Einsatz hypothetischer Portfolios, um sicherzustellen, dass das interne Risikomessmodell eventuell auftretende, besondere strukturelle Merkmale, wie erhebliche Basisrisiken und das Konzentrationsrisiko oder Risiken im Zusammenhang mit der Verwendung von Näherungswerten, erfassen kann.

Artikel 325blBerechnung des Stressszenario-Risikomaßes

1.  Die Institute berechnen das Stressszenario-Risikomaß für sämtliche nicht modellierbaren Risikofaktoren der Handelsbuchpositionen eines Portfolios zum Zeitpunkt t nach folgender Formel:

Dabei gilt:

m    der Index sämtlicher nicht modellierbarer Risikofaktoren der

Portfoliopositionen, bei denen ein spezifisches Risiko besteht, das gemäß Artikel 325be Absatz 1 der Risikofaktorgruppe „Kreditspread“ zugeordnet wurde und für das das Institut gegenüber den zuständigen Behörden glaubhaft nachgewiesen hat, dass diese Risikofaktoren nicht korrelieren;

l    =  der Index sämtlicher nicht modellierbarer Risikofaktoren der Portfoliopositionen, die nicht im Index m enthalten sind;

ICSStm   =   das gemäß den Absätzen 2 und 3 ermittelte Stressszenario-Risikomaß des nicht modellierbaren Risikofaktors m;

SStl    =   das gemäß den Absätzen 2 und 3 ermittelte Stressszenario-Risikomaß des nicht modellierbaren Risikofaktors l.

2.  Das Stressszenario-Risikomaß eines bestimmten nicht modellierbaren Risikofaktors gibt den Verlust an, der für alle Handelsbuchpositionen des Portfolios, die diesen nicht modellierbaren Risikofaktor enthalten, entsteht, wenn auf diesen Risikofaktor ein extremes Szenario künftiger Schocks angewandt wird.

3.  Die Institute entwickeln für alle nicht modellierbaren Risikofaktoren geeignete extreme Szenarien künftiger Schocks, für die sie die Einwilligung der zuständigen Behörden erlangen.

4.  Die EBA arbeitet Entwürfe technischer Regulierungsstandards aus, in denen Folgendes präzisiert wird:

a)  die Vorgehensweise, nach der die Institute für nicht modellierbare Risikofaktoren geeignete extreme Szenarien künftiger Schocks entwickeln und auf diese Risikofaktoren anwenden;

b)  ein vorgeschriebenes extremes Szenario künftiger Schocks für jede in Artikel 325be in Tabelle 2 aufgeführte Risikofaktor-Untergruppe, das die Institute anwenden können, wenn sie nicht in der Lage sind, ein extremes Szenario künftiger Schocks gemäß Buchstabe a zu entwickeln, und das die Institute anwenden müssen, wenn die zuständigen Behörden das von ihnen entwickelte extreme Szenario künftiger Schocks nicht akzeptieren.

Bei der Ausarbeitung dieser Entwürfe technischer Regulierungsstandards berücksichtigt die EBA, dass die Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken für einen nicht modellierbaren Risikofaktor gemäß diesem Artikel genauso hoch sein müssen wie die Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken, die sich aus den Berechnungen nach diesem Kapitel ergeben würden, wenn der Risikofaktor modellierbar wäre.

Die EBA übermittelt der Kommission diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards spätestens [sechs Monate nach Inkrafttreten dieser Verordnung].

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Unterabsatz 1 genannten technischen Regulierungsstandards gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

ABSCHNITT 2INTERNES MODELL ZUR ERFASSUNG VON AUSFALLRISIKEN

Artikel 325bmAnwendungsbereich des internen Modells zur Erfassung von Ausfallrisiken

5.  Sämtliche Positionen, die einer Handelsabteilung zugewiesen sind, für die dem Institut die in Artikel 325ba Absatz 1 genannte Erlaubnis erteilt wurde, unterliegen einer Eigenmittelanforderung für das Ausfallrisiko, sofern sie mindestens einen Risikofaktor enthalten, der gemäß Artikel 325be Absatz 1 einer der beiden Risikofaktorgruppen „Beteiligungspositionen“ oder „Kreditspread“ zugeordnet wurde. Diese Eigenmittelanforderung, die zu den Anforderungen für Risiken, die durch die Eigenmittelanforderungen nach Artikel 325bb Absatz 1 erfasst werden, hinzukommt, wird anhand des internen Modells zur Erfassung von Ausfallrisiken des Instituts gemäß den Anforderungen des vorliegenden Abschnitts berechnet.

6.  Für jede der in Absatz 1 genannten Positionen gibt es in Bezug auf mindestens einen Risikofaktor einen Emittenten von gehandelten Schuldtiteln oder Eigenkapitalinstrumenten.

Artikel 325bnErlaubnis zur Verwendung eines internen Modells zur Erfassung von Ausfallrisiken

1.  Die zuständigen Behörden erteilen einem Institut die Erlaubnis, für alle Handelsbuchpositionen nach Artikel 325bm, die einer bestimmten Handelsabteilung zugewiesen sind, ein internes Modell zur Erfassung von Ausfallrisiken zu verwenden, um die in Artikel 325bb Absatz 2 genannten Eigenmittelanforderungen zu berechnen, sofern das interne Modell zur Erfassung von Ausfallrisiken für diese Handelsabteilung die Bestimmungen der Artikel 325bj, 325bk, 325bo, 325bp und 325bq erfüllt.

2.  Die EBA gibt spätestens [zwei Jahre nach Inkrafttreten dieser Verordnung] Leitlinien zu den Anforderungen der Artikel 325bo, 325bp und 325bq heraus.

3.  Erfüllt eine Handelsabteilung eines Instituts, der mindestens eine der Handelsbuchpositionen nach Artikel 325bm zugewiesen wurde, die Anforderungen nach Absatz 1 nicht, so werden für alle Positionen dieser Handelsabteilung die Eigenmittelanforderungen für Marktrisiken nach dem in Kapitel 1a beschriebenen Ansatz berechnet.

Artikel 325boEigenmittelanforderungen für das Ausfallrisiko bei der Verwendung eines internen Modells zur Erfassung von Ausfallrisiken

1.  Für das Portfolio sämtlicher Positionen nach Artikel 325bm berechnen die Institute die Eigenmittelanforderungen für das Ausfallrisiko anhand ihres internen Modells zur Erfassung von Ausfallrisiken in folgender Weise:

a)  Die Eigenmittelanforderungen entsprechen der Maßzahl des Risikopotenzials, die mit einem Konfidenzintervall von 99,9 % über einen Zeithorizont von einem Jahr die auf Ausfälle von Emittenten dieser Positionen zurückzuführenden potenziellen Marktwertverluste angibt.

b)  Die potenziellen Marktwertverluste gemäß Buchstabe a sind durch den Ausfall des Emittenten einer Position verursachte direkte oder indirekte Verluste des Marktwerts und sind zusätzlich zu bereits bei der laufenden Bewertung der Position berücksichtigten Verlusten anzusetzen. Als Ausfall des Emittenten einer Beteiligungsposition gilt die Tatsache, dass die Aktiennotierung des Emittenten auf null zurückgeht.

c)  Die Institute bestimmen die Ausfallkorrelationen zwischen verschiedenen Emittenten anhand einer konzeptionell soliden Methode und unter Verwendung objektiver historischer Daten zu den am Markt zu beobachtenden Kreditspreads und Aktiennotierungen über eine Zeitspanne von mindestens 10 Jahren, die die vom Institut gemäß Artikel 325bd Absatz 2 ermittelte Stressphase einschließt. Die Berechnung der Ausfallkorrelationen zwischen verschiedenen Emittenten wird über den einjährigen Zeithorizont kalibriert.

d)  Das interne Modell zur Erfassung von Ausfallrisiken basiert auf der Annahme durchgängig über ein Jahr hinweg konstanter Positionen.

2.  Die Institute berechnen die Eigenmittelanforderungen für das Ausfallrisiko anhand ihres internen Modells zur Erfassung von Ausfallrisiken gemäß Absatz 1 mindestens wöchentlich.

3.  Abweichend von Absatz 1 Buchstaben a und c kann ein Institut für die Zwecke der Berechnung des Ausfallrisikos von Beteiligungspositionen anstelle des Zeithorizonts von einem Jahr einen Zeithorizont von 60 Tagen zugrunde legen, wobei die Berechnung der Ausfallkorrelationen zwischen Aktiennotierungen und Ausfallwahrscheinlichkeiten einem Zeithorizont von 60 Tagen entsprechen und die Berechnung der Ausfallkorrelationen zwischen Aktiennotierungen und Anleihekursen mit einem Zeithorizont von einem Jahr vorgenommen werden muss.

Artikel 325bpErfassung von Absicherungen im internen Modell zur Erfassung von Ausfallrisiken

1.  Die Institute dürfen Absicherungsgeschäfte in ihrem internen Modell zur Erfassung von Ausfallrisiken berücksichtigen und Kauf- und Verkaufspositionen desselben Finanzinstruments gegeneinander aufrechnen.

2.  In ihrem internen Modell zur Erfassung von Ausfallrisiken dürfen die Institute Absicherungs- oder Diversifizierungseffekte bei Kauf- und Verkaufspositionen in Bezug auf verschiedene Instrumente oder verschiedene Wertpapiere desselben Schuldners sowie Kauf- und Verkaufspositionen gegenüber verschiedenen Emittenten nur berücksichtigen, wenn sie die Bruttokauf- und -verkaufspositionen der verschiedenen Instrumente und die Basisrisiken zwischen verschiedenen Emittenten explizit modellieren.

3.  Die Institute erfassen in ihrem internen Modell zur Erfassung von Ausfallrisiken die wesentlichen Risiken, die im Zeitraum zwischen dem Ablauf des Absicherungsgeschäfts und dem einjährigen Zeithorizont eintreten könnten, sowie das Potenzial für signifikante Basisrisiken in den Absicherungsstrategien aufgrund von Unterschieden zwischen ihren Instrumenten hinsichtlich unter anderem Produkt, Rang in der Kapitalstruktur, interner oder externer Bonitätsbeurteilung, Laufzeit, Jahrgang der originären Kreditgewährung (Vintage). Die Institute erfassen ein Absicherungsgeschäft nur, soweit es auch dann haltbar ist, wenn sich der Schuldner einem Kredit- oder sonstigen Ereignis nähert.

Artikel 325bqBesondere Anforderungen für interne Modelle zur Erfassung von Ausfallrisiken

1.  Das interne Modell zur Erfassung von Ausfallrisiken nach Artikel 325bn Absatz 1 kann den Ausfall einzelner Emittenten sowie den gleichzeitigen Ausfall mehrerer Emittenten modellieren und berücksichtigt die Auswirkungen dieser Ausfälle bei den Marktwerten der von diesem Modell abgedeckten Positionen. Zu diesem Zweck wird der Ausfall jedes einzelnen Emittenten unter Verwendung von mindestens zwei verschiedenartigen systematischen und mindestens eines spezifischen Risikofaktors modelliert.

2.  Das interne Modell zur Erfassung von Ausfallrisiken trägt der Konjunkturentwicklung Rechnung und berücksichtigt insbesondere die Abhängigkeiten zwischen Erlösquoten und systematischen Risikofaktoren nach Absatz 1.

3.  Das interne Modell zur Erfassung von Ausfallrisiken trägt den nichtlinearen Auswirkungen von Optionen und anderen Positionen mit wesentlichem nichtlinearem Verhalten in Bezug auf Preisveränderungen Rechnung. Das inhärente Modellrisiko der Bewertung und Schätzung der mit diesen Produkten verbundenen Preisrisiken wird von den Instituten ebenfalls gebührend berücksichtigt.

4.  Das interne Modell zur Erfassung von Ausfallrisiken basiert auf objektiven und aktuellen Daten.

5.  Für die Simulation von Emittentenausfällen verwenden die Institute in ihrem internen Modell zur Erfassung von Ausfallrisiken Ausfallwahrscheinlichkeitsschätzungen, die die folgenden Anforderungen erfüllen:

a)  Die Ausfallwahrscheinlichkeiten betragen mindestens 0,03 %.

b)  Sofern in diesem Abschnitt nichts anderes angegeben ist, basieren die Ausfallwahrscheinlichkeiten auf einem einjährigen Zeithorizont.

c)  Die Ausfallwahrscheinlichkeiten stützen sich – ausschließlich oder in Verbindung mit jeweiligen Marktpreisen – auf historische Ausfalldaten eines Zeitraumes von mindestens fünf Jahren; die ausschließliche Heranziehung von jeweiligen Marktpreisen ist nicht gestattet.

d)  Wurde einem Institut die Erlaubnis erteilt, die Ausfallwahrscheinlichkeiten gemäß Teil 3 Titel II Kapitel 3 Abschnitt 1 zu schätzen, so berechnet es die Ausfallwahrscheinlichkeiten anhand der in Teil 3 Titel II Kapitel 3 Abschnitt 1 dargelegten Methode.

e)  Wurde einem Institut keine Erlaubnis erteilt, die Ausfallwahrscheinlichkeiten gemäß Teil 3 Titel II Kapitel 3 Abschnitt 1 zu schätzen, so entwickelt es eine interne Methode oder verwendet externe Quellen zur Schätzung der Ausfallwahrscheinlichkeiten. In beiden Fällen erfüllen die Ausfallwahrscheinlichkeitsschätzungen die Anforderungen des vorliegenden Artikels.

6.  Für die Simulation von Emittentenausfällen verwenden die Institute in ihrem internen Modell zur Erfassung von Ausfallrisiken Schätzungen für die Verlustquote bei Ausfall, die die folgenden Anforderungen erfüllen:

a)  Die Schätzungen für die Verlustquote bei Ausfall betragen mindestens 0 %.

b)  Die Schätzungen für die Verlustquote bei Ausfall tragen dem Rang der jeweiligen Position Rechnung.

c)  Wurde einem Institut die Erlaubnis erteilt, die Verlustquote bei Ausfall gemäß Teil 3 Titel II Kapitel 3 Abschnitt 1 zu schätzen, so berechnet es die geschätzte Verlustquote bei Ausfall anhand der in Teil 3 Titel II Kapitel 3 Abschnitt 1 dargelegten Methode.

d)  Wurde einem Institut keine Erlaubnis erteilt, die Verlustquote bei Ausfall gemäß Teil 3 Titel II Kapitel 3 Abschnitt 1 zu schätzen, so entwickelt es eine interne Methode oder verwendet externe Quellen zur Schätzung der Verlustquote bei Ausfall. In beiden Fällen erfüllen die Schätzungen für die Verlustquote bei Ausfall die Anforderungen des vorliegenden Artikels.

7.   Im Rahmen der unabhängigen Prüfung und der Validierung ihrer internen Modelle, die für die Zwecke dieses Kapitels, einschließlich für die Zwecke des Risikomesssystems, verwendet werden, nehmen die Institute Folgendes vor:

a)  eine Überprüfung, ob der Modellierungsansatz für Korrelationen und Preisveränderungen für ihr Portfolio geeignet ist, auch in Bezug auf die Auswahl und Gewichtung der systematischen Risikofaktoren des Modells;

b)  verschiedene Stresstests, einschließlich Sensitivitätsanalyse und Szenarioanalyse, um die qualitative und quantitative Angemessenheit des internen Modells zur Erfassung von Ausfallrisiken, insbesondere in Bezug auf die Behandlung von Konzentrationen, zu bewerten. Diese Tests werden nicht auf in der Vergangenheit eingetretene Ereignisse beschränkt;

a)  eine angemessene quantitative Validierung einschließlich der einschlägigen internen Referenzwerte für die Modellierung.

8.  Das interne Modell zur Erfassung von Ausfallrisiken spiegelt Emittentenkonzentrationen und Konzentrationen, die innerhalb von Produktklassen und über Produktklassen hinweg unter Stressbedingungen entstehen können, angemessen wider.

9.  Das interne Modell zur Erfassung von Ausfallrisiken steht mit den internen Risikomanagement-Methoden des Instituts für die Ermittlung, Messung und Steuerung von Handelsrisiken in Einklang.

10.  Die Institute verfügen über eindeutig definierte Regeln und Verfahren für die Bestimmung der Annahmen für Ausfallkorrelationen zwischen verschiedenen Emittenten gemäß Artikel 325bo Absatz 2.

11.  Die Institute dokumentieren ihre internen Modelle, sodass die Korrelations- und anderen Modellannahmen für die zuständigen Behörden transparent sind.

12.  Die EBA arbeitet Entwürfe technischer Regulierungsstandards aus, um die Anforderungen zu präzisieren, die die interne Methode des Instituts und die externen Quellen erfüllen müssen, die für die Schätzung der Ausfallwahrscheinlichkeiten gemäß Absatz 5 Buchstabe e und der Verlustquote bei Ausfall gemäß Absatz 6 Buchstabe d herangezogen werden.

Die EBA übermittelt der Kommission diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards spätestens [15 Monate nach Inkrafttreten dieser Verordnung].

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Unterabsatz 1 genannten technischen Regulierungsstandards gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.“.

(85)  In Teil 3 Titel IV erhält die Überschrift des Kapitels 2 folgende Fassung:

„Kapitel 2Eigenmittelanforderungen für Positionsrisiken nach dem vereinfachten Standardansatz“.

(86)  In Teil 3 Titel IV erhält die Überschrift des Kapitels 3 folgende Fassung:

„Kapitel 3Eigenmittelanforderungen für das Fremdwährungsrisiko nach dem vereinfachten Standardansatz“.

(87)  In Teil 3 Titel IV erhält die Überschrift des Kapitels 4 folgende Fassung:

„Kapitel 4Eigenmittelanforderungen für Warenpositionsrisiken nach dem vereinfachten Standardansatz“.

(88)  In Teil 3 Titel IV erhält die Überschrift des Kapitels 5 folgende Fassung:

„Kapitel 5Eigenmittelanforderungen nach dem vereinfachten auf internen Modellen basierenden Ansatz“.

(89)  In Artikel 384 Absatz 1 erhält der Eingangsteil folgende Fassung:

„(1) Nimmt ein Institut keine Berechnung der Eigenmittelanforderung für das CVA-Risiko für seine Gegenparteien nach Artikel 383 vor, so berechnet es eine Portfolio-Eigenmittelanforderung für das CVA-Risiko für jede Gegenpartei anhand der folgenden Formel und berücksichtigt dabei die gemäß Artikel 386 anerkennungsfähigen CVA-Sicherungsgeschäfte:“.

(90)  In Artikel 384 Absatz 1 erhält die Begriffsbestimmung von EADitotal folgende Fassung:

„EADitotal = dem Gesamtwert der (über alle Netting-Sätze hinweg addierten) mit Gegenparteiausfallrisiko behafteten Positionen gegenüber der Gegenpartei ‚i‘ unter Berücksichtigung der Auswirkung gestellter Sicherheiten im Einklang mit der für die Berechnung der Eigenmittelanforderungen für das Gegenparteiausfallrisiko dieser Gegenpartei jeweils maßgebenden Methode nach Titel II Kapitel 6 Abschnitte 3 bis 6.“

(91)  Artikel 390 erhält folgende Fassung:

„Artikel 390Berechnung des Risikopositionswerts

1.  Die Risikopositionen gegenüber einer Gruppe verbundener Kunden werden durch Addition der Risikopositionen gegenüber den Einzelkunden dieser Gruppe ermittelt.

2.  Die Gesamtrisikopositionen gegenüber Einzelkunden werden berechnet, indem die Risikopositionen aus dem Handelsbuch und aus dem Anlagebuch addiert werden.

3.  Für Risikopositionen im Handelsbuch dürfen die Institute

a)  ihre Kauf- und Verkaufspositionen in den von einem bestimmten Kunden begebenen selben Finanzinstrumenten gegeneinander aufrechnen, wobei die Nettoposition in jedem dieser Instrumente nach den in Teil 3 Titel IV Kapitel 2 festgelegten Methoden ermittelt wird;

b)  ihre Kauf- und Verkaufspositionen in den von einem bestimmten Kunden begebenen verschiedenen Finanzinstrumenten nur dann gegeneinander aufrechnen, wenn die Verkaufsposition gegenüber der Kaufposition nachrangig ist oder die Positionen gleichrangig sind.

Für die Zwecke der Buchstaben a und b können die Wertpapiere in breit gefasste Rangkategorien eingeordnet werden, um den jeweiligen Rang von Positionen zu bestimmen.

4.  Die Institute berechnen die Risikopositionen aus den in Anhang II genannten Derivatkontrakten und aus Kreditderivaten, die direkt mit einem Kunden abgeschlossen werden, gemäß der jeweils maßgebenden Methode nach Teil 3 Titel II Kapitel 6 Abschnitt 3 bis Abschnitt 5.

Bei der Berechnung des dem Handelsbuch zugeordneten Risikopositionswerts für die in Unterabsatz 1 genannten Kontrakte müssen die Institute außerdem die in Artikel 299 festgelegten Grundsätze einhalten. Abweichend von Unterabsatz 1 dieses Absatzes können Institute mit Erlaubnis zur Verwendung der IMM im Einklang mit Artikel 283 die in Teil 3 Titel II Kapitel 6 Abschnitt 6 genannte Methode für die Berechnung des Risikopositionswerts bei Wertpapierfinanzierungsgeschäften verwenden.

5.  Die Institute addieren zu den Risikopositionen gegenüber einem Kunden die Risikopositionen aus den in Anhang II genannten Geschäften und aus Kreditderivaten, die nicht direkt mit diesem Kunden abgeschlossen wurden, jedoch einem von diesem Kunden begebenen Schuldtitel oder Eigenkapitalinstrument zugrunde liegen.

6.  Folgendes ist nicht in Risikopositionen enthalten:

a)  im Fall von Wechselkursgeschäften die Risikopositionen, die im Rahmen des üblichen Abrechnungsverfahrens im Zeitraum von zwei Arbeitstagen nach Leistung der Zahlung entstehen;

b)  im Fall von Wertpapiergeschäften die Risikopositionen, die im Rahmen des üblichen Abrechnungsverfahrens im Zeitraum der fünf Arbeitstage nach Leistung der Zahlung oder nach Lieferung der Wertpapiere – je nachdem, welches der frühere Termin ist – entstehen;

c)  im Fall der Durchführung des Zahlungsverkehrs, einschließlich der Ausführung von Zahlungsdiensten, des Clearings und der Abrechnung in jedweder Währung und des Korrespondenzbankgeschäfts oder der Erbringung von Dienstleistungen für Kunden zum Clearing, zur Abwicklung und zur Verwahrung von Finanzinstrumenten, verspätete Zahlungseingänge bei Finanzierungen sowie andere Risikopositionen im Kundengeschäft, die längstens bis zum folgenden Geschäftstag bestehen;

d)  im Fall der Durchführung des Zahlungsverkehrs, einschließlich der Ausführung von Zahlungsdiensten, des Clearings oder der Abrechnung in jedweder Währung und des Korrespondenzbankgeschäfts, Intratageskredite an Institute, die diese Dienste erbringen;

e)  Risikopositionen, die gemäß den Artikeln 36 und 56 von Posten des harten Kernkapitals oder von Posten des zusätzlichen Kernkapitals abgezogen werden, oder sonstige Abzüge von diesen Posten, die den gemäß Artikel 437 offengelegten Solvabilitätskoeffizienten verringern.

7.  Um in Bezug auf Kunden, gegenüber denen ein Institut Risikopositionen aus Geschäften im Sinne des Artikels 112 Buchstaben m und o oder aus anderen Geschäften hat, bei denen Risikopositionen aus zugrunde liegenden Vermögenswerten resultieren, die Gesamtrisikoposition gegenüber einem Kunden oder einer Gruppe verbundener Kunden zu ermitteln, bewertet das Institut seine zugrunde liegenden Risikopositionen und berücksichtigt dabei die wirtschaftliche Substanz der Struktur des Geschäfts und die dieser selbst innewohnenden Risiken, um zu entscheiden, ob die Struktur eine zusätzliche Risikoposition darstellt.

8.  Die EBA arbeitet Entwürfe technischer Regulierungsstandards aus, in denen Folgendes präzisiert wird:

a)  die anzuwendenden Kriterien und Methoden zur Ermittlung der Gesamtrisikoposition gegenüber einem Kunden oder einer Gruppe verbundener Kunden für die in Absatz 7 genannten Arten von Risikopositionen;

b)  die Voraussetzungen, unter denen die Struktur der Geschäfte nach Absatz 7 keine zusätzliche Risikoposition darstellt.

Die EBA übermittelt der Kommission diese Entwürfe technischer Regulierungsstandards spätestens am 1. Januar 2014.

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Unterabsatz 1 genannten technischen Regulierungsstandards gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.

9.  Die EBA arbeitet einen Entwurf technischer Regulierungsstandards aus, um für die Zwecke von Absatz 5 festzulegen, wie die Risikopositionen aus den in Anhang II genannten Geschäften und aus Kreditderivaten, die nicht direkt mit einem Kunden abgeschlossen werden, jedoch einem von diesem Kunden begebenen Schuldtitel oder Eigenkapitalinstrument zugrunde liegen, zwecks Einberechnung in die Risikopositionen gegenüber dem Kunden zu ermitteln sind.

Die EBA übermittelt der Kommission diesen Entwurf technischer Regulierungsstandards spätestens [9 Monate nach Inkrafttreten].

Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Unterabsatz 1 genannten technischen Regulierungsstandards gemäß den Artikeln 10 bis 14 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 zu erlassen.“.

(92)  Dem Artikel 391 wird folgender Absatz angefügt:

„Für die Zwecke von Absatz 1 kann die Kommission im Wege von Durchführungsrechtsakten einen Beschluss dazu erlassen, ob die aufsichtlichen und rechtlichen Anforderungen eines Drittlands denen der Union zumindest gleichwertig sind. Diese Durchführungsrechtsakte werden gemäß dem in Artikel 464 Absatz 2 genannten Prüfverfahren erlassen.“.

(93)  Artikel 392 erhält folgende Fassung:

„Artikel 392Begriffsbestimmung des Großkredits

Die Risikoposition eines Instituts gegenüber einem Kunden oder einer Gruppe verbundener Kunden gilt als Großkredit, wenn ihr Wert 10 % des Kernkapitals des Instituts erreicht oder überschreitet.“.

(94)  Artikel 394 erhält folgende Fassung:

„Artikel 394Meldepflichten

1.  Die Institute melden den für sie zuständigen Behörden für jeden vergebenen Großkredit, den sie halten, auch wenn diese Großkredite von der