ENTSCHLIESSUNGSANTRAG
PDF 142kWORD 57k
29.6.2015
PE565.707v01-00
 
B8-0729/2015

eingereicht gemäß Artikel 133 der Geschäftsordnung


zum Phänomen der Kinderbräute


Aldo Patriciello

Entwurf einer Entschließung des Europäischen Parlaments zum Phänomen der Kinderbräute  
B8-0729/2015

Das Europäische Parlament,

–       unter Hinweis auf die Charta der Grundrechte der Europäischen Union von 2000,

–       unter Hinweis auf die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) von 1950,

–       unter Hinweis auf das Übereinkommen von Istanbul von 2011,

–       unter Hinweis auf den Bericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) von 2013 über Mütter, die selbst noch im Kindesalter sind,

–       gestützt auf Artikel 133 seiner Geschäftsordnung,

A.     in der Erwägung, dass in den südlichen Ländern der Welt täglich 20 000 Mädchen, die noch keine 18 Jahre alt sind, selbst zu Müttern werden;

B.     in der Erwägung, dass jährlich zwei Millionen Mädchen unter 15 Jahren – bei insgesamt 7,3 Millionen Müttern im Jugendalter – ein Kind gebären;

C.     in der Erwägung, dass es sich bei Frühverheiratungen häufig um Zwangsheiraten handelt, da die Minderjährigen zumeist genötigt werden;

D.     in der Erwägung, dass – Schätzungen zufolge – davon ausgegangen wird, dass allein in Italien 2 000 Mädchen, die in dem Land geboren wurden, dazu gezwungen werden, in ihrem Herkunftsland zu heiraten;

E.     in der Erwägung, dass dieses Phänomen zu der weiter gefassten Problematik der geschlechtsspezifischen Diskriminierung und der Gewalt gegen Frauen gehört;

1.      fordert die Kommission auf, eine eingehendere Analyse dieses Phänomens zu fördern, sodass aktualisierte Daten erhoben werden, und sich darum zu bemühen, dieses schwerwiegende gesellschaftliche Problem in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken.

Rechtlicher Hinweis