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Plenardebatten
Montag, 3. Oktober 2016 - Straßburg Überprüfte Ausgabe

Globale Ziele und Zusagen der EU in Bezug auf Ernährung und Ernährungssicherheit weltweit (Aussprache)
MPphoto
 

  Maria Heubuch, im Namen der Verts/ALE-Fraktion. – Frau Präsidentin, Herr Kommissar! Wir alle wissen es und haben es jetzt mehrfach gehört, dass trotz all unserer Bemühungen nach wie vor mehr als 800 Millionen Menschen unterernährt sind und hungern. Weitere Menschen haben richtige Mangelernährung, das heißt, Mineralstoffe, wie zum Beispiel Eisen, Jod und Zink sind in ihrer Nahrung nicht ausreichend vorhanden, was wirklich zu großen Gesundheitsproblemen führt – insbesondere bei Kindern. Und es sterben mehr Kinder an den Folgen von Hunger als an Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen.

Trotz dieser katastrophalen Situationen gibt es zu wenig entwicklungspolitische Intervention, ist der Finanzbedarf nur zu einem Bruchteil gedeckt. Die Zusage der Kommission, hier 3,5 Mrd. EUR in Ernährung zu investieren, kann ich an der Stelle wirklich nur begrüßen. Aber wir wissen auch, dass das nicht ausreicht, um das Nachhaltigkeitsziel 2, den Hunger bis 2030 zu beenden, zu erreichen. Daher fordert das Parlament eine weitere Milliarde. Doch es zählt nicht nur das Geld, es zählt nicht nur wie viel Geld kommt, es zählt auch, wie es ausgegeben wird – entscheidend sind die Maßnahmen, die wir mit diesem Geld in die Hand nehmen.

Denn es reicht nicht nur, ausreichend Kalorien zur Verfügung zu stellen, sondern wir brauchen eine vielfältige, gesunde Nahrung, und das bedeutet am Ende: Wir müssen die Nahrung dort produzieren, wo sie auch gebraucht wird. 60 Prozent der Bäuerinnen, Bauern und Fischer dieser Welt müssen hungern. Und 20 weitere Prozent der Hungernden sind Landarbeiter. Daher ist eigentlich das Groteske an dieser Situation –etwas, was mich wirklich sehr bewegt –, dass die Menschen, die eigentlich Nahrung produzieren selbst nicht ausreichend ernährt sind. Sie brauchen Zugang zu Wasser, Land, Werkzeugen, zu angepasstem Saatgut. Und das muss Vorrang haben, Vorrang vor den industriellen Interessen in diesen Regionen. Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass die Menschen, die in diesen Regionen, wo Nahrungsmittel produziert werden, leben, auch heute Abend wieder hungernd ins Bett gehen müssen – und das mus als Skandal von uns wahrgenommen werden.

 
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