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Plenardebatten
Donnerstag, 27. Oktober 2016 - Straßburg Überprüfte Ausgabe

Umstellung zwischen Sommer- und Winterzeit (Aussprache)
MPphoto
 

  Herbert Reul, im Namen der PPE-Fraktion. – Herr Präsident, Herr Kommissar, liebe Kollegen! Es tut mir leid: Das sind nun keine Antworten auf eine der drei Fragen, die wir gestellt haben. Das finde ich nicht fair. Wir machen das jetzt seit Monaten, seit ewigen Zeiten. Wir stellen Fragen, es gibt nie Antworten. Was Sie ausgeführt haben – nun sind Sie auch nicht der zuständige Kommissar und müssen hier eine Rolle ausfüllen, für die Sie gar keine Verantwortung tragen, aber die Antwort ist immer dieselbe: Wir wollen ein harmonisiertes Verfahren.

Ich kenne keinen Menschen, der das nicht will. Wir wollen auch alle ein gleiches Verfahren in allen europäischen Staaten. Das kann nicht unterschiedlich sein. Aber wir möchten, dass endlich mal jemand untersucht, ob die Vorwürfe – die wir ja kennen und zu denen es Untersuchungen gibt –, ob die zweimal im Jahr vorgenommene Umstellung von Zeit Nachteile hat oder nicht. Dafür gibt es nun eine Fülle von Beweisstücken. Ich verstehe auch nicht, warum die Kommission das einfach nicht zur Kenntnis nimmt oder negiert, oder aber, wenn sie der Meinung ist, das wäre falsch, dann müsste sie mal eigene Untersuchungen auf den Tisch des Hauses legen.

Wir haben mit Schlafforschern geredet, wir haben mit Verkehrsunternehmen geredet, wir haben mit Vertretern der Landwirtschaft geredet, und wir wissen, dass diese Zeitumstellung zweimal im Jahr sehr wohl eine Auswirkung auf die Gesundheit der Menschen hat, und zwar eine negative – nicht auf alle, aber auf mehrere. Ich finde, wenn viele Menschen – egal, wie viele – negative Auswirkungen spüren, dann gibt es doch gar keinen Grund, das zweimal im Jahr zu machen, weil es auch keinen Vorteil davon gibt.

Damals ist das eingeführt worden, weil alle geglaubt haben, wir würden damit eine Energieeinsparung stattfinden lassen. Mittlerweile ist klar: Es wird keine Energie gespart. Das ist glasklar. Wenn keine Energie eingespart wird, warum zweimal im Jahr die Menschen mit einer solchen Umstellung nerven? Es bedeutet Kosten, es bedeutet gesundheitliche Belastungen. Ich erwarte von einer Kommission, die ihre Aufgabe ernst nimmt und die sonst bei jeder Kleinigkeit, wenn gesundheitliche Schäden auch nur am Horizont zu erkennen sind, aktiv wird und sich kümmert, dass sie das auch tut.

Wir haben mittlerweile sogar in mehreren Mitgliedstaaten Untersuchungen. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es einen ausführlichen Bericht, in der Tschechischen Republik gibt es Berichte, in mehreren nationalen Parlamenten fangen die Menschen an, sich darum zu kümmern, es gibt Petitionen ohne Ende in hohen Prozentzahlen. Die Menschen erwarten, dass man sich um diese Sorgen kümmert. Es wäre das Einfachste – wenn eine Maßnahme wie das zweimalige Umstellen von Zeit keinen Nutzen bringt, sondern nur Schaden, zumindest für einen größeren Teil von Menschen –, dass dann auch die Konsequenz gezogen wird und man sagt: Dann lassen wir das einfach.

Wir erwarten doch gar nicht von Ihnen, dass Sie irgendwo große Taten vollbringen, sondern der Normalzustand soll bitte wieder hergestellt werden: dass man von diesem Umstellen von Zeit einfach absieht. Es sei denn, Sie liefern den Beweis, dass es keinen Schaden, keine Nachteile hat, sondern dass alles gut ist. Bisher hat das keiner geliefert.

Ihre Antworten, die die Kommission liefert, sind immer dieselben: Wir wollen den Binnenmarkt nicht gefährden, es sollen harmonisierte Zustände zwischen den Mitgliedstaaten sein. Damit sind wir alle einverstanden. Deswegen kann doch nicht ein Staat abschaffen und ein anderer einführen, sondern es muss überall gleich gemacht werden. Können Sie sich der Sache bitte endlich mal ernsthaft annehmen?

 
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