Zum Portal des Europäischen Parlaments zurückkehren

Choisissez la langue de votre document :

  • bg - български
  • es - español
  • cs - čeština
  • da - dansk
  • de - Deutsch (ausgewählt)
  • et - eesti keel
  • el - ελληνικά
  • en - English
  • fr - français
  • ga - Gaeilge
  • hr - hrvatski
  • it - italiano
  • lv - latviešu valoda
  • lt - lietuvių kalba
  • hu - magyar
  • mt - Malti
  • nl - Nederlands
  • pl - polski
  • pt - português
  • ro - română
  • sk - slovenčina
  • sl - slovenščina
  • fi - suomi
  • sv - svenska
 Index 
 Vollständiger Text 
Plenardebatten
Donnerstag, 28. März 2019 - Straßburg Überprüfte Ausgabe

„Erasmus“, das Programm der Union für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport (Aussprache)
MPphoto
 

  Petra Kammerevert, im Namen der S&D-Fraktion. – Frau Präsidentin! Mein langfristiges Ziel ist es, jedem jungen Menschen zu ermöglichen, eine Erasmus-Erfahrung zu machen, ohne dabei Abstriche in Sachen Qualität und Länge zuzulassen. Die echte Mittelverdreifachung, die das Parlament fordert, ist ein absolut notwendiger Schritt, diesem Ziel näher zu kommen. Wir akzeptieren nicht, dass das Prinzip „Masse statt Klasse” gilt, womöglich Aufenthalte verkürzt und durch virtuelle Begegnung ersetzt werden. Das wäre die Konsequenz aus dem Vorschlag der Kommission, mit einer Verdoppelung der Mittel eine Verdreifachung der Teilnehmerzahlen zu erreichen.

Durch einen stärkeren Fokus auf die berufliche Aus- und Weiterbildung, die Erwachsenenbildung und die Schulbildung ermöglichen wir mehr jungen Menschen einen besseren Zugang zum Programm. Der Studierendenaustausch bleibt das Herzstück des Programms und wird unter diesen Neuerungen nicht leiden.

Wir fordern außerdem die Rückkehr zur breiteren Nutzung von Pauschalbeträgen. Die Antragsverfahren müssen endlich einfacher und verständlicher werden. Anträge, die länger als zehn Seiten sind, müssen endlich der Geschichte angehören.

Bei allem Respekt für den Umgang mit Geld: Man beantragt hier nicht Forschungsgelder in Milliardenhöhe, sondern möchte sich im Austausch mit jungen Menschen aus anderen Ländern weiterbilden. Das muss bei Beantragung und Abrechnung endlich auch gebührend berücksichtigt werden.

Schließlich fordern wir eine ehrgeizige Inklusionsstrategie, die die diskriminierungs- und barrierefreie Teilhabe wirklich aller jungen Europäerinnen und Europäer realisieren kann. Auch die Teilnahme an einem Erasmus-Programm, an einer Erasmus-Maßnahme darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.

Mein Appell geht heute an den Rat: Geben Sie sich einen Ruck und schließen Sie sich der Forderung des Parlaments nach einer Verdreifachung der Mittel an! Man kann nicht immer über die Bedeutung von Erasmus schwadronieren und dann nicht bereit sein, den Geldbeutel zu öffnen. Schließlich geht es darum, Menschen in Europa zusammenzubringen und der Jugend Europas einen guten Weg in die Zukunft zu ebnen. Das sollte uns allemal 41 Milliarden Euro wert sein.

Noch ein Satz zum Vorwurf der Kommission, wir seien nicht bereit zu verhandeln: Die Kommission hat das Programm ein halbes Jahr zu spät vorgelegt, und der Rat ist nicht bereit, uns irgendein commitment zu geben, was das Geld angeht. Insofern folgt hier der Inhalt dem Geld und nicht umgekehrt. Und deshalb sind wir bereit, nach der Europawahl zu verhandeln, aber nicht vorher.

 
Letzte Aktualisierung: 8. Juli 2019Rechtlicher Hinweis