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Plenardebatten
Donnerstag, 16. Januar 2020 - Straßburg Vorläufige Ausgabe

Nigeria, insbesondere die jüngsten Terroranschläge
MPphoto
 

  Erik Marquardt, Verfasser. – Frau Präsidentin! Vielen Dank auch an die Kolleginnen und Kollegen, dass wir uns in doch kurzer Zeit dann auf so eine breit geeinte Entschließung einigen können. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir hier im Parlament auf diese humanitäre Notlage aufmerksam machen.

Seit Beginn des Aufstands von Boko Haram sind 36 000 Menschen getötet worden, inzwischen steht das Land hinter Afghanistan und Irak auf Platz 3 des internationalen Terrorismusindex, und allein im Nordosten des Landes wurden 2 Millionen Leute vertrieben. 7 Millionen Menschen in Nigeria sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, und ich glaube, es ist wichtig, dass wir auch sagen: Ja, in Nigeria werden Christen aufgrund ihrer Religion verfolgt.

Ich glaube aber, dass wir gut daran tun, auch in unserer Entschließung klarzumachen – und das tun wir –, dass es in Nigeria eben kein Krieg der Religionen ist. Es geht um Ressourcenverteilung, und wir machen auch deutlich, dass die Klimakrise schon heute und nicht irgendwann einmal Einfluss auf die Lebensbedingungen haben wird, dass die Klimakrise schon heute entscheidenden Einfluss auf die wirtschaftliche Stabilität und die Konflikte vor Ort hat. Terrororganisationen treffen eben dort auf fruchtbaren Boden, wo Menschen keine Perspektiven, wenig Orientierung haben.

Wir sollten uns auch klarmachen: Vielleicht können wir etwas besser dazu beitragen, vor Ort zu helfen. Ich habe das Gefühl, und ich glaube, man kann es an Zahlen deutlich machen, dass unsere Entwicklungspolitik vor Ort zu oft auch von unseren eigenen Interessen geprägt ist und nicht unbedingt nur von den Interessen der nigerianischen Bevölkerung. Deswegen ist es gut, dass wir in der Entschließung auch noch mal sagen, dass die Entwicklungszusammenarbeit vor Ort eben den Armutsbekämpfungszielen dienen soll und nicht irgendwelchen anderen Zielen.

Es mag sein, dass wir wollen, das weniger Menschen aus Nigeria fliehen, aber ich halte es für verwerflich, wenn wir so tun, als könnten wir einfach die Grenzen in Nigeria abschotten, Druck auf das Land aufbauen. The Correspondent, eine niederländische Zeitung, hat das vor Kurzem noch mal sehr ausführlich dargestellt. Ich glaube, diese Entschließung ist wichtig. Es ist auch wichtig, dass wir uns zunehmend darauf konzentrieren, wie wir denn den Menschen vor Ort helfen können, dass sie nicht mehr fliehen müssen, statt einfach nur zu verhindern, dass sie fliehen können.

 
Letzte Aktualisierung: 7. Februar 2020Rechtlicher Hinweis - Datenschutzbestimmungen