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Parlamentarische Anfragen
PDF 199kWORD 19k
20. November 2017
E-007124-17
Anfrage zur schriftlichen Beantwortung E-007124-17
an die Kommission
Artikel 130 der Geschäftsordnung
Ignazio Corrao (EFDD) , Laura Agea (EFDD) , Daniela Aiuto (EFDD) , Tim Aker (EFDD) , Martina Anderson (GUE/NGL) , Maria Arena (S&D) , Zoltán Balczó (NI) , Nikolay Barekov (ECR) , Tiziana Beghin (EFDD) , Lynn Boylan (GUE/NGL) , Elmar Brok (PPE) , Fabio Massimo Castaldo (EFDD) , Nessa Childers (S&D) , Mark Demesmaeker (ECR) , Eleonora Evi (EFDD) , José Inácio Faria (PPE) , Laura Ferrara (EFDD) , Tania González Peñas (GUE/NGL) , Isabella Adinolfi (EFDD) , Rikke Karlsson (ECR) , Béla Kovács (NI) , Merja Kyllönen (GUE/NGL) , Marco Valli (EFDD) , António Marinho e Pinto (ALDE) , Rolandas Paksas (EFDD) , Lola Sánchez Caldentey (GUE/NGL) , Daciana Octavia Sârbu (S&D) , Michaela Šojdrová (PPE) , Barbara Spinelli (GUE/NGL) , Dario Tamburrano (EFDD) , Udo Voigt (NI) , Marco Zullo (EFDD)

 Betrifft:  Ausbeutung von Kindern durch Kinderarbeit durch Unternehmen des Kaffee‐ und des Kakaosektors
 Schriftliche Antwort 

Die EU ist der weltweit größte Importeur und Verbraucher von Kaffee und Kakao — zwei Erzeugnissen, die von mehreren zehn Millionen von in Armut lebenden Landwirten sowie von Millionen von Kindern geerntet werden. Heute zahlt die EU für Kaffee real 60 % weniger als im Jahr 1983. Die Kakaopreise, die die EU bezahlt, belaufen sich auf weniger als die Hälfte dessen, was den Landwirten das Bestreiten ihres Lebensunterhalts sichern würde.

Laut Fernando Morales-de la Cruz, dem Gründer von CAFÉ FOR CHANGE, ist die EU jene Region der Welt, die aus der Kinderarbeit und der extremen Armut im Kaffee‐ und im Kakaosektor den größten Nutzen zieht. Journalisten, unter anderem von Rai Report, haben ausführlich dokumentiert, dass von der EU finanzierte Zertifizierungen für Kaffee und Kakao, etwa „Fairtrade“ oder „UTZ“, Armut und Hunger begünstigen und unschuldigen Kindern schaden. Anscheinend erhalten diese sogenannten Zertifizierungssysteme EU-Mittel in Millionenhöhe und ermöglichen es multinationalen Konzernen, Kaffee und Kakao zu einem Preis zu erwerben, der unter den Produktionskosten liegt; die Verbraucher in der EU werden mit falschen Behauptungen in die Irre geführt.

Kann die Kommission in diesem Zusammenhang

1. angeben, welche Maßnahmen sie umgehend ergreifen wird, um der Kinderarbeit in der Versorgungskette für in der EU konsumierten Kaffee und Kakao ein Ende zu setzen und so Millionen von Kindern vor den Folgen der ausbeuterischen Handelspraktiken einflussreicher Unternehmen zu schützen?

2. Wie wird die Kommission sicherstellen, dass die Kaffee‐ und Kakaoverbraucher in der EU keine ausbeuterischen Unternehmen unterstützen?

Unterstützer(1)

(1)Diese Anfrage wird von anderen Mitgliedern als ihrem Verfasser unterstützt: Rosa D'Amato (EFDD), Agnes Jongerius (S&D).

Originalsprache der Anfrage: EN 
Rechtlicher Hinweis