Anfragen
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30. Mai 2018
G-000005/2018

Große Anfrage zur schriftlichen Beantwortung mit Aussprache G-000005/2018

an die Kommission

Artikel 130b der Geschäftsordnung

Marijana Petir, Alojz Peterle, Anna Záborská, Franc Bogovič, Michaela Šojdrová, Ivana Maletić, Željana Zovko, Elisabetta Gardini, Lorenzo Cesa, Jan Olbrycht, Miroslav Mikolášik, Lars Adaktusson, Luigi Morgano, Arne Gericke, Alberto Cirio, Fulvio Martusciello, Tomáš Zdechovský, Mihai Ţurcanu, Massimiliano Salini, Jadwiga Wiśniewska, Laima Liucija Andrikienė, Agnieszka Kozłowska-Rajewicz, Ivica Tolić, Pavel Svoboda, Seán Kelly, Peter Liese, Karl-Heinz Florenz, Kinga Gál, Heinz K. Becker, Tunne Kelam, Bendt Bendtsen, Czesław Adam Siekierski, Norbert Erdős, Giovanni La Via, Fernando Ruas, Ivan Štefanec, Othmar Karas, Paul Rübig, Nuno Melo, Annie Schreijer-Pierik, Angelika Niebler, Patricija Šulin


  Betrifft:              Verstoß gegen die Grundrechte der Frau in Pakistan.

Am 10. April 2018 wurde die 25-jährige Christin Asma Yacoob von dem 30-jährigen Muslim Rizwan Gujjar mit Säure übergossen und in Brand gesetzt. Grund dafür war, dass sie sich geweigert hatte, zum Islam zu konvertieren und den Mann zu heiraten. Im Krankenhaus erlag sie ihren schweren Verletzungen.

Dieser Fall ist nur ein Beispiel für die Behandlung christlicher Frauen und Mädchen in Pakistan. Die EU hat im Rahmen der EU-Sonderregelung für nachhaltige Entwicklung und verantwortungsvolle Staatsführung (APS+) eine Bewertung der Lage in Pakistan[1] vorgenommen. In ihr wird die Zahl der Entführungen, Vergewaltigungen und Zwangskonvertierungen von meist noch minderjährigen Mädchen und Frauen auf rund 1 000 pro Jahr geschätzt. Die schweren Gewalttaten gegen christliche Frauen reichen von sexueller und häuslicher Gewalt, Säureangriffen, Entführungen und Belästigungen bis hin zu Mord. In der Provinz Sindh, wo sich die meisten dieser Vorfälle ereignen, hat die Provinzversammlung eine wichtige Maßnahme zur Bekämpfung dieses Problems ergriffen, indem sie ein Gesetz zum Schutz von Minderheiten verabschiedet hat. Aufgrund des Widerstands seitens konservativer religiöser Gruppen konnte das Gesetz jedoch bisher nicht in Kraft treten.

Welche Anstrengungen unternimmt die Kommission, um dafür zu sorgen, dass es zu keinerlei Anwendung von Gewalt gegen Frauen kommt und die Grundrechte der Frauen, insbesondere der Angehörigen christlicher oder anderer Minderheiten, stärker geachtet werden?

Wird die Kommission die geschilderten Tatsachen berücksichtigen und die Position Pakistans im ASP+ überdenken?

[1]               http://trade.ec.europa.eu/doclib/docs/2018/january/tradoc_156544.pdf

Originalsprache der Anfrage: EN
Letzte Aktualisierung: 23. Juli 2018Rechtlicher Hinweis