Parlamentarische Anfragen
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24. Juni 2016
O-000097/2016
Anfrage zur mündlichen Beantwortung O-000097/2016
an die Kommission
Artikel 128 der Geschäftsordnung
Sylvie Goddyn, Mireille D'Ornano, Jean-François Jalkh, Dominique Martin, Dominique Bilde, Marie-Christine Arnautu, Bernard Monot, Steeve Briois, Jean-Luc Schaffhauser, Mylène Troszczynski, Marie-Christine Boutonnet, Marine Le Pen, Matteo Salvini, Mara Bizzotto, Mario Borghezio, Lorenzo Fontana, Stanisław Żółtek, im Namen der ENF-Fraktion

 Betrifft: Technologien zur Bearbeitung von Genen: Risiken und Chancen

Mit neuen Technologien zur Bearbeitung von Genen wie CRISPR-Cas9 oder NgAgo kann DNA preiswert und sogar beim Menschen sehr leicht verändert (ersetzt, entfernt, Sequenzen hinzugefügt usw.) werden. Für die meisten Wissenschaftler sind diese Technologien die „Entdeckung des Jahrhunderts“.

Sie sind sowohl in der Landwirtschaft als auch im Bereich Gesundheit einsetzbar und mit neuen Marktchancen verbunden, werfen aber, unter anderem was die Begrenzung der Anwendung auf den Menschen betrifft, auch wichtige ethische Fragen auf.

Im Dezember 2015 kamen in Washington Sachverständige aus aller Welt zu einem Gipfeltreffen zum Thema Gen-Bearbeitung zusammen, um die mit der Forschung im Bereich Manipulation des menschlichen Erbguts verbundenen wissenschaftlichen, ethischen und regulatorischen Fragen zu erörtern. In Schweden und England wurden Versuche an genetisch veränderten menschlichen Embryonen seitdem genehmigt.

In den Vereinigten Staaten entschieden die Behörden, dass ein mit CRISPR entwickelter, nicht braun werdender Pilz nicht unter die Regelungen für gentechnisch
veränderte Organismen fällt. Außerdem werden Schweine zur Züchtung menschlicher Organe genutzt.

Während die Kommission mit ihrer Stellungnahme zu bereits überholten Methoden der Genbearbeitung z. B. mit Zinkfingernuklease (ZFN) und transkriptionsaktivatorartiger Effektornuklease (TALEN) zu spät kommt, werden diese Verfahren bereits zügig von neuen Genbearbeitungstechniken verdrängt.

Beabsichtigt die Kommission in diesem Zusammenhang, Vorschläge mit Bestimmungen für gentechnisch entwickelte, in der EU oder in Drittländern erzeugte Futter- und Lebensmittel zu unterbreiten? Plant die Kommission eine Aussprache über die einschlägigen ethischen Fragen mit den Mitgliedstaaten?

Originalsprache der Anfrage: EN
Rechtlicher Hinweis