Verfahren : 2016/2637(RSP)
Werdegang im Plenum
Entwicklungsstadium in Bezug auf das Dokument : O-000106/2016

Eingereichte Texte :

O-000106/2016 (B8-1802/2016)

Aussprachen :

PV 25/10/2016 - 19
CRE 25/10/2016 - 19

Abstimmungen :

PV 26/10/2016 - 6.8
CRE 26/10/2016 - 6.8

Angenommene Texte :


Parlamentarische Anfragen
PDF 105kWORD 17k
13. Juli 2016
O-000106/2016
Anfrage zur mündlichen Beantwortung O-000106/2016
an die Kommission
Artikel 128 der Geschäftsordnung
Renate Sommer, Daciana Octavia Sârbu, Nikolay Barekov, Anneli Jäätteenmäki, Lynn Boylan, Martin Häusling, Piernicola Pedicini, Mireille D'Ornano, im Namen des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

 Betrifft: Trans-Fettsäuren (TFS)
 Antwort im Plenum 

Bei Trans-Fettsäuren handelt es sich um ungesättigte Fettsäuren, die in von Wiederkäuern gewonnenen Lebensmitteln und in industriell hergestellten teilgehärteten Pflanzenölen vorkommen. Zwischen dem Verzehr industriell hergestellter teilgehärteter Pflanzenöle und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen konnte ein Zusammenhang hergestellt werden. Eine hohe Aufnahme von TFS stellt insbesondere einen Risikofaktor für die Entstehung der koronaren Herzkrankheit dar, die vorsichtigen Schätzungen zufolge in der EU pro Jahr für etwa 660 000 Todesfälle und damit für 14 % der Gesamtmortalität verantwortlich ist.

In der Lebensmittelindustrie werden TFS aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften eingesetzt: Dank TFS erhalten Produkte die gewünschte Konsistenz und sind lange haltbar – vor allem aber sind sie für die Lebensmittelproduktion ein billiger Ausgangsstoff. Derzeit werden TFS insbesondere zur Herstellung von Fast Food, Fertiggerichten und Snacks (süß und deftig) verwendet, die daher als stark verarbeitete Lebensmittel bezeichnet werden. Gemäß Artikel 30 Absatz 7 der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel muss die Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat „einen Bericht über Trans-Fettsäuren in Lebensmitteln und in der generellen Ernährung der Bevölkerung der Union vorlegen. Mit diesem Bericht sollen die Auswirkungen geeigneter Mittel bewertet werden, die den Verbrauchern die Möglichkeit an die Hand geben könnten, sich für gesündere Lebensmittel und für eine gesündere generelle Ernährung zu entscheiden, oder mit denen ein größeres Angebot an gesünderen Lebensmitteln für die Verbraucher gefördert werden kann; dazu gehört auch die Bereitstellung von Verbraucherinformationen über Trans-Fettsäuren oder die Beschränkung ihrer Verwendung“. Die Kommission wurde aufgefordert, dem Bericht „gegebenenfalls“ einen entsprechenden Legislativvorschlag beizufügen. In dem im Dezember 2015 vorgelegten Bericht zieht die Kommission Bilanz, wägt verschiedene Optionen (legislative und nichtlegislative) zur Begrenzung des TFS-Konsums in der EU ab und zeigt die möglichen Folgen einer Umsetzung dieser Ansätze auf. Die Kommission hat sich in diesem Zusammenhang gegen einen Legislativvorschlag entschieden.

Seit der Annahme der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 sind stichhaltige Beweise dafür erbracht worden, dass eine Begrenzung der industriellen Trans-Fettsäuren in Lebensmitteln gesundheitliche Vorteile hat. Wird die Kommission daher zum Schutz der öffentlichen Gesundheit entsprechende Obergrenzen vorschlagen?

Originalsprache der Anfrage: EN
Rechtlicher Hinweis