Parlamentarische Anfragen
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3. Februar 2017
O-000009/2017
Anfrage zur mündlichen Beantwortung O-000009/2017
an die Kommission
Artikel 128 der Geschäftsordnung
Hilde Vautmans, Nathalie Griesbeck, Beatriz Becerra Basterrechea, Angelika Mlinar, Cecilia Wikström, Charles Goerens, Gérard Deprez, Morten Helveg Petersen, Louis Michel, Petras Auštrevičius, im Namen der ALDE-Fraktion
Cornelia Ernst, Barbara Spinelli, Marina Albiol Guzmán, Malin Björk, Marie-Christine Vergiat, Kostas Chrysogonos, Dennis de Jong, Josu Juaristi Abaunz, Stelios Kouloglou, Merja Kyllönen, Dimitrios Papadimoulis, Martina Anderson, im Namen der GUE/NGL-Fraktion
Anna Maria Corazza Bildt, Roberta Metsola, Esteban González Pons, Elissavet Vozemberg-Vrionidi, Alessandra Mussolini, Salvatore Domenico Pogliese, Barbara Matera, Barbara Kudrycka, Agustín Díaz de Mera García Consuegra, Daniel Buda, Pál Csáky, Jeroen Lenaers, Mariya Gabriel, Henna Virkkunen, im Namen der PPE-Fraktion
Caterina Chinnici, Tanja Fajon, Sylvie Guillaume, Cécile Kashetu Kyenge, Juan Fernando López Aguilar, Kati Piri, Anna Hedh, Soraya Post, Sylvia-Yvonne Kaufmann, Elly Schlein, Péter Niedermüller, Dietmar Köster, Christine Revault D'Allonnes Bonnefoy, Maria Grapini, Hugues Bayet, Luigi Morgano, Miltiadis Kyrkos

 Betrifft: Umgang mit verschwundenen Migrantenkindern in Europa

Im Januar 2016 gab Europol bekannt, dass mindestens 10 000 Migranten- und Flüchtlingskinder in Europa verschwunden seien; an dieser Situation hat sich bis heute nichts geändert. Nachforschungen der Initiative „Missing Children Europe“, die auch von der Kommission kofinanziert wurden, ergaben, dass ein derartiges Verschwinden von Kindern mit tiefer liegenden Schutzproblemen zusammenhängt, u. a. mit schlechten Aufnahmebedingungen, Informationsmangel, langwierigen und komplexen Verfahren zur Familienzusammenführung und zur Bestellung eines Vormunds, sowie mit der Angst, inhaftiert zu werden und in das Herkunftsland oder das Erstaufnahmeland zurückgeschickt zu werden. Verschwundene Migrantenkinder werden nicht systematisch als vermisst gemeldet. Laut Europol steigt infolge eines chronischen Mangels an Koordinierung auf nationaler und grenzübergreifender Ebene das Risiko von Menschenschmuggel, Menschenhandel und damit zusammenhängender Ausbeutung.

Die Kommission hat bereits eine Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) vorgeschlagen, darunter zielgerichtete Maßnahmen, um zu verhindern, dass Kinder in Migrationssituationen verschwinden. In Anbetracht der Schwere und Dringlichkeit der Frage ist es jedoch absolut erforderlich, unverzüglich zu handeln:

1. Wann wird die Kommission die umfassende Strategie zum Schutz aller Kinder in Migrationssituationen vorlegen, die vergangenen Mai in der Europäischen Migrationsagenda angekündigt wurde? Auf welche Weise wird die Kommission die klaren Schlussfolgerungen und Empfehlungen umsetzen, die während des 10. Europäischen Forums zu den Rechten des Kindes und der Konferenz „Lost in Migration“ in Malta formuliert wurden?

2. Was unternimmt die Kommission derzeit, um die Mitgliedstaaten bei der Umsiedlung von mehr Kindern aus Griechenland und Italien zu unterstützen?

3. Auf welche Weise wird die Kommission sicherstellen, dass Kinder im aktuellen GEAS eine Priorität sind? Welche Maßnahmen wird die Kommission ergreifen, um dafür zu sorgen, dass Migrantenkinder nicht aus Angst, als irreguläre Einwanderer zurückgeschickt zu werden, aus dem Asylsystem verschwinden?

4. Welche Schritte wird die Kommission einleiten, um die Meldung verschwundener Kinder an die Strafverfolgungsbehörden und die Notrufnummer 116 000 zu verbessern?

Originalsprache der Anfrage: EN
Rechtlicher Hinweis