Verfahren : 2018/2775(RSP)
Werdegang im Plenum
Entwicklungsstadium in Bezug auf das Dokument : O-000122/2018

Eingereichte Texte :

O-000122/2018 (B8-0001/2019)

Aussprachen :

PV 12/02/2019 - 24
CRE 12/02/2019 - 24

Abstimmungen :

Angenommene Texte :


Parlamentarische Anfragen
PDF 203kWORD 18k
12. November 2018
O-000122/2018
Anfrage zur mündlichen Beantwortung O-000122/2018
an die Kommission
Artikel 128 der Geschäftsordnung
Dubravka Šuica, Guillaume Balas, Urszula Krupa, Catherine Bearder, Estefanía Torres Martínez, Martin Häusling, Piernicola Pedicini, im Namen des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

 Betrifft: Einsatz von Cannabis in der Medizin
 Antwort im Plenum 

Eine Prüfung der vorhandenen wissenschaftlichen Literatur zum Thema medizinisches Cannabis liefert überzeugende oder wesentliche Beweise dafür, dass Cannabis und Cannabinoide eine therapeutische Wirkung haben: Sie können zur Behandlung chronischer Schmerzen bei Erwachsenen, als Antiemetika zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen aufgrund einer Chemotherapie oder zur Linderung der spastischen Lähmung aufgrund von multipler Sklerose eingesetzt werden. Zudem hat die WHO im Dezember 2017 offiziell empfohlen, den Stoff Cannabidiol (CBD) – ein Bestandteil von Cannabis – nicht international als kontrollierten Stoff zu erfassen. Ein Arzneimittel auf Cannabis-Basis wurde im Rahmen des Verfahrens der gegenseitigen Anerkennung zugelassen und in 17 Mitgliedstaaten vermarktet, wohingegen aufgrund der Gesundheitsrisiken des Rauchens kein einziger Mitgliedstaat das Rauchen von Cannabis zu medizinischen Zwecken zugelassen hat. Die Frage des medizinischen Einsatzes von Cannabis wird oftmals gemeinsam mit der Frage der Verwendung von Cannabis als Freizeitdroge betrachtet, wobei es sich hierbei um ein anderes Thema handelt. Sowohl in der EU als auch weltweit ist das regulatorische Umfeld einem rasanten Wandel unterworfen. Kann die Kommission vor diesem Hintergrund folgende Fragen beantworten:

-Mit welchen Maßnahmen unterstützt die Kommission die qualitativ hochwertige Erforschung von Arzneimitteln auf Cannabis-Basis? Welche Maßnahmen beabsichtigt die Kommission für künftige Forschungen zu ergreifen, und in welcher Höhe plant sie, im neunten Forschungsrahmenprogramm Mittel für die Forschung in diesem Bereich zur Verfügung zu stellen? Ist die Kommission der Auffassung, dass das regulatorische Umfeld in der EU der qualitativ hochwertigen Erforschung im Bereich medizinisches Cannabis zuträglich ist?

-Selbst in den Mitgliedstaaten, in denen der medizinische Einsatz von Cannabis legal ist, unterscheiden sich neben dem Wissen der Angehörigen der Gesundheitsberufe über die Verwendung solcher Arzneimittel auch die Bedingungen für den Zugang, für Verschreibungen, den Kauf, die Preisbildung und die Kostenerstattung erheblich und stellen für die Patienten eine Herausforderung dar. Ist die Kommission der Auffassung, dass sie die Zugänglichkeit von medizinischem Cannabis für die Patienten verbessern sollte?

-Beabsichtigt die Kommission, Normen für nichtpharmazeutisches medizinisches Cannabis festzulegen, um die Sicherheit der Verbraucher sicherzustellen? Hat die Kommission im Hinblick auf den Schutz der Verbraucher untersucht, welcher Grenzwert bei medizinischem Cannabis für den Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) gelten müsste?

Originalsprache der Anfrage: EN
Letzte Aktualisierung: 29. November 2018Rechtlicher Hinweis