Parlamentarische Anfragen
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20. Dezember 2018
O-000142/2018

Anfrage zur mündlichen Beantwortung O-000142/2018

an die Kommission

Artikel 128 der Geschäftsordnung

Czesław Adam Siekierski

im Namen des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung


  Betrifft:  Große Beutegreifer

Die Naturschutzrichtlinien der EU (die Habitat-Richtlinie 92/43/EWG zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen und die Vogelschutz-Richtlinie 2009/147/EG über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten) bilden den rechtlichen Rahmen für den Schutz von ca. 1500 Tier- und Pflanzenarten und etwa 200 seltenen Lebensraumtypen in der EU. Seit der Verabschiedung der Habitat-Richtlinie im Jahr 1992 haben bestimmte Arten, die als besonders schutzbedürftig ausgewiesen wurden, inzwischen jedoch einen guten Erhaltungszustand erreicht. Hierzu gehört etwa der Wolf, dessen Population europaweit wiederhergestellt wurde und in einigen Regionen sogar die Schwellenwerte übersteigt. In der Folge hat sich ein Konflikt in Bezug auf die Koexistenz von Haustieren und großen Fleischfressern entwickelt, durch den vor allem auf eingezäunten und offenen Weiden gehaltene Tiere in Berggebieten und dünn besiedelten Regionen bedroht sind. In dichter besiedelten ländlichen Gebieten kann sich das Vorhandensein großer Fleischfresser negativ auf die sozioökonomische Entwicklung der örtlichen Gemeinschaften und auf die traditionelle Landwirtschaft und einen nachhaltigen Tourismus auswirken.

1.  Kann die Kommission darlegen, wie häufig die Habitat-Richtlinie und ihre Anhänge geprüft und bewertet werden, damit sichergestellt ist, dass aktuelle Entwicklungen widergespiegelt werden, sowie ob in der Folge Aktualisierungen vorgeschlagen werden, damit der Schutzstatus einer Art angepasst wird, sobald der gewünschte Erhaltungszustand erreicht ist?

2.  In den letzten Jahren haben sich bestimmte Arten in Europa vermehrt, etwa Wölfe, Bären und Luchse: Erwägt die Kommission daher eine Neudefinition der Terminologie, mit der eine Population einer bestimmten Art beschrieben wird?

3.  Wie steht sie zu der Notwendigkeit, regionale und lokale Akteure aktiv einzubeziehen, und in welcher Form wird sie Unterstützung bieten, damit in bestimmten Regionen konkrete Maßnahmen ergriffen werden können, um Konflikte im Zusammenhang mit der Koexistenz von lokalen Populationen und großen Beutegreifern wirksam beizulegen?

4.  Kann sie darlegen, auf welche Weise sie plant, gemeinsam mit den Mitgliedstaaten konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um Fragen im Zusammenhang mit dem Schutz der nachhaltigen Entwicklung von ländlichen Gebieten und der lokalen Landwirtschaft anzusprechen, insbesondere was traditionelle landwirtschaftliche Praktiken betrifft, etwa die Weidewirtschaft?

5.  Die Kommission beabsichtigt, wie das Parlament in seiner Entschließung vom 15. November 2017 zu einem Aktionsplan für Menschen, Natur und Wirtschaft gefordert hat, Leitlinien zu aktualisieren und weiter zu bearbeiten: Kann sie in Anbetracht der gebotenen Flexibilität daher darlegen, welche Phase bei der Erstellung dieser Leitlinien erreicht ist und inwiefern sie vor der Annahme dieser Leitlinien das Parlament einbeziehen und anhören wird?

Eingang: 20.12.2018

Weiterleitung: 24.12.2018

Fristablauf: 31.12.2018

Originalsprache der Anfrage: EN
Letzte Aktualisierung: 8. Januar 2019Rechtlicher Hinweis