| Europäisches Parlament: Kurzdarstellungen |
1.3.13. Die Europäische InvestitionsbankRECHTSGRUNDLAGE
ORGANISATION UND ARBEITSWEISE 1. Rechtsform Ohne ein Organ der Gemeinschaft im Sinne von Artikel 7(4) des EG-Vertrags zu sein, ist die EIB ein Finanzinstitut des öffentlichen Rechts, das Rechtspersönlichkeit besitzt und über eine von den übrigen Gemeinschaftsorganen getrennte Verwaltungsstruktur verfügt. 2. Struktur Die leitenden Organe der EIB sind: a. Der Rat der Gouverneure:
b. Der Verwaltungsrat:
c. Das Direktorium:
d. Der Prüfungsausschuss:
3. Mittel a. Kapital Das Kapital der EIB wird von den 15 Mitgliedstaten gezeichnet, wobei sich die Aufteilung im wesentlichen an ihrem jeweiligen wirtschaftlichen Potential orientiert. Das eingezahlte Kapital beläuft sich auf lediglich 6%, die übrigen, nicht eingezahlten 94% dienen als Garantiekapital. Zum 1. Januar 2001 lag das Kapital bei 100 Mrd. Euro. b. Anleihen Den größten Anteil an den Mitteln der Bank haben Anleihen, hauptsächlich in Form von Emissionen öffentlicher Anleihen. Die EIB zählt zu den wichtigsten internationalen Anleihenehmern, und ihre Anleihen werden an allen größeren Börsen notiert. In ihrer Eigenschaft als weltweit führender Anleihenehmer und -geber in Euro, hat die EIB die Errichtung eines flüssigen und diversifizierten Marktes beschleunigt und bereitet damit den Weg hin zur einheitlichen Währung. 4. Arbeitweise Die Organe der EIB treffen ihre Entscheidungen zum größten Teil mehrheitlich. AUFGABEN UND ERGEBNISSE Als Einrichtung ohne Erwerbszweck hat die EIB vor allem die Aufgabe, mittel- und langfristige Anleihen und Bürgschaften für Investitionsvorhaben zu gewähren, die zu einer ausgewogenen Entwicklung der Union beitragen. Sie gewährt jedoch auch solchen Drittstaaten Unterstützung, deren Entwicklung die Union fördern möchte. Von insgesamt 146,8 Mrd. Euro, die im Zeitraum 1996-2000 gewährt wurden, flossen 127,4 Mrd. in die Union und 19,4 Mrd. nach außerhalb. 1. Innerhalb der Europäischen Union a. Wirtschaftliche Entwicklung der am meisten benachteiligten Regionen Vorrangiges Ziel der EIB ist die Unterstützung dieser Regionen, um den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt der Union zu fördern. Die Bank hat zu diesem Zweck die Aktionsgebiete der gemeinschaftlichen Strukturfonds gewählt. Auf sie entfällt der Löwenanteil ihrer Bemühungen (mehr als zwei Drittel der gesamten Gelder innerhalb der Union im Jahr 2000). b. Verbesserung der Verkehrs- und Telekommunikationsinfrastrukur Die EIB ist eine der wichtigsten Finanzierungsquellen der transeuropäischen Netze (TEN) für Verkehr, Telekommunikation und Energie und die dazugehörigen Infrastrukturen. Der Gesamtbetrag der diesem Sektor seit 1993 zugewiesenen Darlehen liegt bei 73 Mrd. Euro. Die Bemühungen erhöhten sich noch im Anschluss an den Europäischen Rat von Amsterdam (1997); es flossen 8,2 Mrd. Euro in Form von Darlehen in den Sektor, davon allein 3,4 Mrd. in den Bereich Telekommunikation (im Jahr 2000 entsprechend 8,1 und 2,7 Milliarden). c. Umweltschutz und Erhaltung des städtischen Umfelds
d. Förderung der kleinen und mittleren Unternehmen Die Förderung von Investitionen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in der Industrie und im Dienstleistungssektor (einschließlich Fremdenverkehr) ist ein Hauptziel der Bank. Dieser Bereich ist dank der Möglichkeit der Globaldarlehen dezentralisiert, die über mehr als 130 Banken abgewickelt werden. Für die Unterstützung der Investitionstätigkeit der KMU hat die EIB 6,2 Milliarden Euro bereitgestellt. Bei 5,7 Milliarden handelte es sich um Finanzierungsinstrumente im herkömmlichen Sinne in Form von Globaldarlehen zur Förderung der Investitionstätigkeit von rund 27000 KMU, 450 Millionen Euro wurden ferner zur Finanzierung von Risikokapitalfonds in 10 Mitgliedstaaten der EU bereitgestellt zu dem Zweck, Anteile an den innovativen KMU im Bereich der Spitzentechnologien zu erwerben und zur Konsolidierung der Kapitalbasis dieser Unternehmen beizutragen. e. Bildung und Gesundheit Während des Zeitraums 1996-2000 beliefen sich die individuell vergebenen Darlehen in diesem Sektor auf ungefähr 3 Milliarden Euro, 1,3 Milliarden Euro für die allgemeine und berufliche Bildung und 1,7 Milliarden für den Gesundheitssektor. f. Initiative "Innovation 2000" Diese Initiative wurde im März 2000 ins Leben gerufen zu dem Zweck, ein auf Wissen und Innovation gegründetes Europa aufzubauen. Mit der Gewährung der Darlehen werden folgende Ziele verfolgt: Ausbau der KMU und Förderung des Unternehmergeistes, Verbreitung der Innovation, Forschung und Entwicklung, Förderung der Technologienetze im Bereich der Information und Kommunikation, Bildung von Humankapital und Investitionen in europäische Projekte im audiovisuellen Bereich. Seit Mai 2000 wurden mit diesen Darlehen Investitionen in Kommunikationsnetze (965 Millionen Euro) und in den Bildungssektor (448 Millionen) finanziert sowie Risikokapital für innovative KMU (214 Millionen) bereitgestellt. 2. Außerhalb der Union a. Betätigungsfeld Die EIB fördert Staaten oder Gruppen von Staaten, mit denen die Europäische Union Abkommen abgeschlossen hat. Dazu gehören:
b. Interventionsformen Die Interventionen der Bank erfolgen in Form von Darlehen auf Eigenmittel, die im allgemeinen mit Zinszuschüssen aus dem europäischen Haushalt versehen sind. Sie können auch darin bestehen, auf Anweisung Haushaltsmittel zu verwalten. Sie bewegen sich im Rahmen der in den einschlägigen Abkommen festgesetzten Grenzen. 2000 belief sich ihr Gesamtvolumen auf über 5,3 Mrd. Euro, die sich wie folgt verteilten:
3. EIB-Gruppe Seit Juni 2000 ist die EIB Hauptaktionär mit mehr als 50% des Kapitals und verwaltet den Europäischen Investitionsfonds. Diese neue Form der Beziehungen zwischen der EIB und dem EIF ermöglicht eine bessere Abstimmung zwischen der EIB und dem EIF bei allen Aktivitäten im Risikokapitalsektor. 26/01/2001 |