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Reden
Interne Politikbereiche und Institutionen der EU

Ansprache von Präsident Buzek anlässlich der Einweihung der Solidarność-Esplanade und der Simone-Veil-Agora

Brüssel -
Dienstag 30/08/2011

Meine Damen und Herren, liebe Freunde!

Herzlich willkommen zu dieser Mittagsstunde! Wir nehmen an einer sehr wichtigen symbolischen Zeremonie teil.

Vor 31 Jahren, als ich Vorsitzender des ersten Nationalkongresses der unabhängigen selbstverwalteten Gewerkschaft „Solidarność“ war, hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich eines Tages hier in Brüssel, im Herzen Europas, eine nach der Solidarność benannte Esplanade und eine Simone-Veil-Agora – nach der ersten Präsidentin des direkt gewählten Europäischen Parlaments – einweihen würde.

Der belgische Ministerpräsident, Yves Leterme, führt gemeinsam mit mir durch diese Feier.

Wir möchten die Helden der heutigen Zeremonie begrüßen und willkommen heißen: Frau Simone Veil und die Millionen Mitglieder der Gewerkschaft Solidarność mit ihrem ersten Vorsitzenden, Lech Wałesa, Träger des Friedensnobelpreises. Er kann heute nicht bei uns sein, übermittelt jedoch Ihnen allen seine besten Wünsche.

Sehr herzlich begrüßen wir auch die führenden Persönlichkeiten Europas: den Präsidenten des Rates, Ministerpräsident Donald Tusk und den Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso.

Wir begrüßen ferner den Präsidenten des polnischen Senats, Bogdan Borusewicz, einen der Helden der Solidarität, sowie Minister Jean Leonetti als Vertreter der französischen Regierung.

Außerdem befinden sich unter uns:

Hans-Gert Pöttering, mein Vorgänger als Präsident des Europäischen Parlaments.

Wim Kok, ehemaliger Präsident des Europäischen Gewerkschaftsbunds und ehemaliger Ministerpräsident der Niederlande.

Tadeusz Mazowiecki, der erste Ministerpräsident des freien Polens.

Und Piotr Duda, der derzeitige Präsident der Gewerkschaft Solidarność.

Und natürlich begrüße ich nicht nur die hier beim Europäischen Parlament in Brüssel Anwesenden, sondern auch alle jene, die die Zeremonie im Fernsehen oder im Radio verfolgen.

Liebe Freunde!

Frau Simone Veil war Präsidentin des Europäischen Parlaments, als in Polen die Solidarność geboren wurde. Nicht viele Menschen glaubten damals, dass sich Europa so rasch verändern würde. Diese wenigen hatten jedoch genügend Kraft, um so viele mit dem Freiheitsgedanken anzustecken. Simone Veil zählt zu diesen wenigen.

Als Anwältin und Politikerin hat sie sich stets für das Wohl der gewöhnlichen Bürger eingesetzt. Sie hat die schlimmsten Gräuel des Zweiten Weltkriegs erlebt. Ihr gesamtes Berufsleben hat sie dem Ziel gewidmet, Europa vor einem weiteren Krieg zu bewahren. Danke, dass Sie heute bei uns sind!

Meine Damen und Herren!

Es gibt keinen besseren Ort, um die Solidarność zu würdigen. Als erste unabhängige Gewerkschaft in meinem Teil Europas war sie von Anfang an in Brüssel vertreten. Als Konzept war sie viele Jahrzehnte vor Polens Beitritt zur EU hier gegenwärtig.

Wir alle wissen, dass Solidarność nicht nur der Name einer gewöhnlichen Gewerkschaft ist, sondern der Name jener Gewerkschaft, die aus dem unglaublichen Bedürfnis nach Freiheit entstand und die Basis dieser Freiheit war. Es ist der Name der ersten und einer der bedeutendsten politischen Initiativen, die vielen europäischen Ländern den Weg zur Demokratie bereiteten und schließlich zum Fall des Eisernen Vorhangs beitrugen.

Liebe Freunde, lassen Sie mich einige Sätze auf Polnisch sagen:

Ćwierć wieku temu wołaliśmy w Polsce: "Nie ma wolności bez Soldiarności". Dziś tutaj, w Brukseli, musimy zawołać: "Nie ma Europy bez Solidarności". Solidarności, która daje odwagę i siłę, aby nie tylko wywalczyć wolność, ale aby z niej z godnością i z szacunkiem dla innych korzystać, aby przezwyciężyć największe wyzwania. Solidarność całemu światu jest potrzebna.

In Europa und auf der ganzen Welt bedarf es heute des Wertes der Solidarität; sie könnte uns dabei helfen, den Frieden zu bewahren und die Herausforderungen, vor denen wir stehen, zu bewältigen. Die Solidarność-Esplanade und die Simone-Veil-Agora werden uns daran erinnern. Ich danke Ihnen!

Ansprechperson

  • Robert A. Golański
    Pressesprecher
    Mobilrufnummer: +32 475 751 663