Das Historische Archiv ist die offizielle Dokumentationsstelle des Europäischen Parlaments. Es verwaltet und bewahrt die offiziellen öffentlichen Dokumente des Parlaments und andere archivarische Bestände auf, die bis auf das Jahr 1952 zurückgehen. Darüber hinaus unterstützt es Wissenschaftler, die sich mit der Geschichte des Parlaments und der europäischen Integration beschäftigen, veröffentlicht Studien und Artikel zu diesen Themen und arbeitet eng mit dem Historischen Archiv der Europäischen Union am Europäischen Hochschulinstitut und dem Haus der europäischen Geschichte zusammen.

Europäische Tage des Kulturerbes 2018 in Luxemburg

Europäische Union 2018 - Quelle EP

An den Europäischen Tagen des Kulturerbes 2018 wurden in Luxemburg in Zusammenarbeit zwischen dem Luxembourg Centre for Contemporary Architecture (Luxemburgisches Zentrum für zeitgenössische Architektur - LUCA) und dem Referat Historisches Archiv zwei Führungen im Schuman-Gebäude organisiert. In diesem Jahr hatte der luxemburgische Service des Sites et Monuments nationaux (Dienst für nationale Sehenswürdigkeiten und Denkmäler) im besonderen Kontext des Europäischen Jahres des Kulturerbes beschlossen, im ganzen Land die Menschen mit einem Bezug zu „europäischen Gebäuden" in den Vordergrund zu rücken. Seit 1973 hat das Schuman-Gebäude eine ganze Reihe von Abteilungen des Generalsekretariats des Europäischen Parlaments beherbergt. Als lebendiges Zeugnis einer Periode starken Wachstums und bedeutender Veränderungen für das Europäische Parlament sieht das Schuman-Gebäude einer ungewissen Zukunft entgegen, da es im Rahmen eines umfangreichen Vorhabens für eine Neugestaltung des Kirchberg-Plateaus bald abgerissen werden könnte. Die Besichtigungen fanden am 25. und 26. September 2018 statt. Die Besucher - hauptsächlich Architekten und Kunsthistoriker - erhielten dank des Archivmaterials (Architekturpläne, Schriftwechsel, Fotos ...), das in den reichhaltigen Sammlungen des Historischen Archivs, der offiziellen Dokumentationsstelle des Europäischen Parlaments, lagert, Erklärungen zur Geschichte des Schuman-Gebäudes und zu den verschiedenen Phasen der Zusammenarbeit zwischen dem Generalsekretariat des Europäischen Parlaments und der luxemburgischen Regierung.

Das Jean-Monnet-Haus

Europäische Union, 2018

Im Dezember 1982 kaufte das Europäische Parlament aus eigenen Mitteln das in dem Weiler Houjarray bei Monfort-l'Amaury (45 km südwestlich von Paris) gelegene Haus Jean Monnets, in dem er mehr als dreißig Jahre lang lebte und arbeitete. Der als einer der Gründerväter Europas bekannte Monnet, dem 1975 die Goldmedaille des Europäischen Parlaments verliehen wurde und der 1976 zum Ehrenbürger Europas ernannt wurde, hatte dieses alte Bauernhaus nach seiner Rückkehr aus den USA im Jahr 1945 erworben. Hier entwarf er den Schuman-Plan, auf dessen Grundlage 1952 die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl entstand. Hier verfasste er auch seine Memoiren und empfing zahlreiche führende europäische Politiker und Staatschefs anderer Länder. Bereits im April 1979, kurz nach dem Tod Monnets, machten mehrere seiner früheren Mitstreiter den damaligen Präsidenten des Europäischen Parlaments, Emilio Colombo, darauf aufmerksam, dass es sinnvoll wäre, das für die gemeinsame Geschichte und das gemeinsame kulturelle Erbe der Europäer stehende Anwesen zu erwerben. Dieses Vorhaben konnte natürlich erst nach dem Ableben der Witwe Monnets verwirklicht werden. Der Ausschuss für Jugend, Kultur, Bildung, Information und Sport des Europäischen Parlaments erstellte sogleich mehrere Vorschläge für die Aufwertung des Anwesens. Die Abgeordneten sprachen sich vor allem dafür aus, nach der Renovierung des Gebäudes und des weitläufigen Gartens eine Begegnungsstätte und ein Zentrum für Informationen über das europäische Aufbauwerk einzurichten. Verschiedene Kommunikationsagenturen wurden beauftragt, konkrete Konzepte für die Verwendung auszuarbeiten. Diese Aufgabe gestaltete sich allerdings schwierig, weil sämtliches Mobiliar des Landhauses ausgeräumt und das Archiv der Fondation Jean Monnet pour l'Europe (Stiftung Jean Monnet für Europa) mit Sitz in Lausanne (Schweiz) überstellt worden war. Die einstigen Mitstreiter Monnets wurden ihrerseits tätig und gründeten in Paris die Association des Amis de Jean Monnet (Vereinigung der Freunde Jean Monnets), die es sich zum Ziel setzte, die Erinnerung an Jean Monnet und sein Lebenswerk weiterzugeben. Der Regionalrat Île-de-France stellte Fördermittel bereit, damit das Büro und die Bibliothek Jean Monnets wiederhergestellt werden konnten. Als dem Leben seines einstigen Besitzers und der Funktionsweise der Europäischen Gemeinschaft gewidmetes Museum konnte das Jean-Monnet-Haus schließlich am 12. Juni 1987 in Anwesenheit von Pierre Pflimlin eröffnet werden, der zu jener Zeit Präsident des Europäischen Parlaments war. Heute heißt man im Jean-Monnet-Haus die Teilnehmer von Bildungsaktivitäten, Konferenzen und Seminaren zur beruflichen Weiterbildung willkommen.

Es geschah im Europäischen Parlament

Januar 2019

http://www.epgencms.europarl.europa.eu/cmsdata/upload/bc734919-143a-4691-9d13-6b88858f906f/PrixNobel1977.pdf

Jaques Delors, in Straßburg © Communautés européennes 1985

Am 17. Januar 1989 spricht Jacques Delors, Präsident der Europäischen Kommission, in Straßburg vor den Mitgliedern des Europäischen Parlaments über die Schaffung eines Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), der die Wirtschaftsbeziehungen der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft zu den Mitgliedstaaten der Europäischen Freihandelszone (EFTA) regeln soll.

Kontakt

Historisches Archiv

Robert-Schuman-Gebäude
Place de l'Europe
L-2929 Luxemburg