Bezahlung von Frauen und Männern: Lohngefälle in der EU verringern 

Trotz der Richtlinie aus dem Jahr 2006 zur Gleichstellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt bestehen die Unterschiede bei der Vergütung zwischen den Geschlechtern weiter und steigen infolge der Krise sogar an, so der Text eines Entschließungsentwurfs, über den das Parlament am Donnerstag diskutiert und abstimmt. Darin fordert es die EU-Kommission auf, unverzüglich einen neuen Gesetzesvorschlag zu machen.

Das Parlament verlangt von der Kommission, umgehend einen Vorschlag auszuarbeiten, um die Richtlinie von 2006 zu ersetzen „und in diesen Vorschlag geeignetere Instrumente zur Überwachung der Einführung und Durchführung der Bestimmungen der Richtlinie auf der Ebene der Mitgliedstaaten aufzunehmen“, so der Entwurfstext.

 

In den Mitgliedstaaten sind nur sehr langsame Fortschritte bei der Umsetzung des Grundsatzes des gleichen Entgelts zu verzeichnen, so der Text des Entschließungsentwurfs, in dem weiterhin steht, „dass das geschlechtsspezifische Lohngefälle immer noch existiert und bei 16,4% im EU-Durchschnitt liegt, wobei es beträchtliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten gibt.“


Der Text fordert die Kommission auf, in der neuen Richtlinie obligatorische Lohnprüfungen für Unternehmen vorzusehen, die in EU-Mitgliedstaaten börsennotiert sind, sowie Sanktionen auf EU-Ebene, wodurch Unternehmen, die ihrer Verantwortung hinsichtlich der Geschlechtergleichstellung nicht nachkommen, von der öffentlichen, aus dem EU-Haushalt finanzierten Beschaffung von Waren und Dienstleistungen ausgeschlossen würden.


Des Weiteren fordert der Text des Entschließungsentwurfs:


  • Leitlinien für berufliche Einstufung und Arbeitsplatzbewertung;
  • Objektive Kriterien zum Vergleich “gleichwertiger Arbeit”;
  • Lohntransparenz (um geschlechtsabhängige Ungleichbehandlungen und Diskriminierungen bei der Vergütung offenzulegen), und
  • kostenfreien Rechtsbeistand für Diskriminierungsopfer.



Debatte: Donnerstag, den 8. Oktober

Abstimmung: Donnerstag, den 8. Oktober

Verfahren: Nichtlegislative Entschließung


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