“Superbugs”: Abgeordnete wollen Antibiotikabehandlung bei Tieren einschränken 

Um die zunehmende Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika zu bekämpfen, sollte die Verwendung bestehender antimikrobieller Medikamente eingeschränkt und die Entwicklung neuer Wirkstoffe vorangebracht werden, so die Abgeordneten. Am Donnerstag stimmen sie über eine Überarbeitung eines EU-Gesetzes zu Tierarzneimitteln ab und werden sich voraussichtlich für ein Verbot kollektiver und vorbeugender Antibiotikabehandlung bei Tieren sowie die Förderung der Erforschung neuer Medikamente aussprechen.

Als "Superbugs" oder "Superbakterien" werden unter anderem Bakterienstämme bezeichnet, die gegen therapeutisch genutzte Antibiotika eine breitgefächerte Resistenz entwickelt haben.


Antimikrobielle Tierarzneimittel dürfen unter keinen Umständen verwendet werden, um die Leistungsfähigkeit der Zuchtbetriebe zu erhöhen oder die Nichteinhaltung des Grundsatzes der guten Tierhaltungspraxis auszugleichen, betonen die Abgeordneten, die sich dafür einsetzen, den prophylaktischen Einsatz antimikrobieller Mittel (d.h. vorbeugend, trotz des Fehlens klinischer Anzeichen einer Infektion) auf einzelne Tiere und zu beschränken, und auch nur dann, wenn dies durch einen Tierarzt ausführlich gerechtfertigt wird.


Um die Resistenz gegen antimikrobielle Wirkstoffe zu bekämpfen, würde das überarbeitete Gesetz die EU-Kommission ermächtigen, antimikrobielle Wirkstoffe zu bestimmen, die ausschließlich für den Menschen verwendet werden dürfen.


Innovation

Zur Förderung der Erforschung neuer antimikrobieller Wirkstoffe setzen sich die Abgeordneten für die Schaffung von Anreizen ein, einschließlich eines längeren Schutzes technischer Unterlagen über neue Medikamente, eines gewerblichen Schutzes innovativer Wirkstoffe sowie eines Schutzes für bedeutende Investitionen in die Verbesserung eines bestehenden antimikrobiellen Arzneimittels.


Das Parlament wird am Donnerstag ebenfalls über einen Berichtsentwurf von Claudiu Ciprian Tănăsescu (S&D, RO) abstimmen, mit dem ein anderes Gesetz abgeändert werden soll, um das Zulassungsverfahren für das Inverkehrbringen von Tierarzneimitteln zu verbessern, indem es von dem Zulassungsverfahren für Humanarzneimittel abgekoppelt werden soll.


Hintergrundinformationen

Die Ziele der Gesetzesvorschläge sind:

  • die Verbesserung der Verfügbarkeit von Tierarzneimitteln;
  • die Verringerung der Verwaltungslasten;
  • die Förderung von Wettbewerbsfähigkeit und Innovation;
  • das Funktionieren des Binnenmarkts zu verbessern; und
  • das durch die Antibiotikaresistenz entstehende Risiko für die öffentliche Gesundheit anzugehen.

                                                                                          


Debatte: Mittwoch, den 9. März

Abstimmung: Donnerstag, den 10. März

Verfahren: Mitentscheidungsverfahren (Ordentliches Gesetzgebungsverfahren), erste Lesung

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