Wie werden die Europaabgeordneten gewählt? 

Die Europawahl findet alle fünf Jahre statt, zuletzt vom 23.–26. Mai 2019.

In jedem Mitgliedstaat wird eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern des Europäischen Parlaments gewählt: von jeweils sechs für Malta, Luxemburg, Zypern und Estland bis hin zu 96 für Deutschland. Insgesamt gibt es 751 Sitze. Gemäß einer Vereinbarung zwischen Parlament und Rat wird es nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU von 751 auf 705 Sitze verkleinert. Damit wird Raum für mögliche zukünftige Erweiterungen der Union geschaffen, während die übrigen der zuvor dem Vereinigten Königreich gehörenden Sitze auf Länder aufgeteilt wird, die bisher eher unterrepräsentiert waren.

Die Verteilung der Sitze ist in den EU-Verträgen geregelt. Länder mit einer höheren Bevölkerungszahl verfügen über mehr Sitze als kleinere Länder, aber die kleineren Länder verfügen über mehr Sitze, als ihnen bei strenger Anwendung der Verhältnismäßigkeit zustehen würden. Diese Sitzverteilung entspricht dem Grundsatz der sogenannten „degressiven Proportionalität“.

Für Wahlen zum Europäischen Parlament gelten weitgehend die einzelstaatlichen Wahlgesetze und -modalitäten, im Wahlakt von 1976 sind jedoch Bestimmungen festgelegt, die für alle Mitgliedstaaten gelten.