Warum erhalten manche Besuchergruppen Zuschüsse? 

Für das Europäische Parlament sind Offenheit und Transparenz wichtig für die Ausübung der Demokratie und deshalb sollen die Bürgerinnen und Bürger Zugang zu seiner Arbeit und seinen Gebäuden haben. Da sich viele Bürgerinnen und Bürger angesichts der weiten Entfernungen eine Reise nach Brüssel oder Straßburg nicht leisten können, bezuschusst das Parlament diese Kosten.


Besuch auf offizielle Einladung eines Europaabgeordneten

 

Jedes Mitglied des Europäischen Parlaments kann jährlich bis zu 110 Besucher einladen, wobei jede Gruppe mindestens 10 Besucher umfassen muss. Von diesen Gruppen, die auf Einladung eines Mitglieds des Europäischen Parlaments nach Straßburg oder Brüssel kommen, können bis zu fünf Gruppen pro Jahr bezuschusst werden.


Den Besuchern wird eine Einführung über die EU und das Europäische Parlament durch einen Referenten angeboten und sie treffen ein oder zwei Abgeordnete. Sie haben auch die Möglichkeit, den Plenarsaal von der Besuchertribüne aus zu besichtigen.


Die Anmeldungen und Zuschüsse werden von der Verwaltung des Europäischen Parlaments bearbeitet. Der Zuschuss wird grundsätzlich per Banküberweisung gezahlt, aber ein kleiner Teil (bis zu 40 EUR pro Besucher) kann dem Leiter der Gruppe in bar ausgehändigt werden, um am Tag des Besuchs Bargeld zur Verfügung zu haben.


Der Betrag wird auf Basis der Summe der folgenden drei Berechnungsfaktoren berechnet, die mit der Anzahl der Besucher multipliziert werden: Reisekosten (0,09 EUR pro Kilometer) für die Entfernung zwischen dem Ausgangspunkt der Gruppe und Brüssel oder Straßburg, Hotelkosten (60 EUR) und Verpflegungskosten (40 EUR). Nur die tatsächlich angefallenen Kosten werden erstattet.


Der Zuschuss darf die Kosten, die der Gruppe beim Besuch des Parlaments tatsächlich entstanden sind, nicht übersteigen. Nach dem Besuch übermittelt der Leiter der Gruppe dem Parlament eine Abrechnung über die tatsächlich entstandenen Kosten. Ein etwaiger Überschuss muss an das Parlament zurückgegeben werden.


Gruppen von Meinungsmultiplikatoren


Gruppen von Meinungsmultiplikatoren, die von der Generaldirektion Kommunikation eingeladen werden, können einen Reisekostenzuschuss von 50 % des Pro-Kopf-Grundbetrags erhalten, der für Gruppen vorgesehen ist, die von Abgeordneten eingeladen werden.


Meinungsmultiplikatoren sind zum Beispiel gewählte Mandatsträger, Vertreter von gesellschaftlichen Gruppen und Berufsgruppen sowie von nationalen und regionalen Verbänden und Bewegungen, Lehrkräfte, Schüler weiterführender Schulen und Studierende.


Journalisten

 

Das Europäische Parlament lädt Vertreter lokaler, regionaler, fachspezifischer und nationaler Medien aus den Mitgliedstaaten zum Besuch von Plenartagungen ein. Diese Einladungen erfolgen auf der Grundlage der Themen, über die das Parlament debattieren und abstimmen wird, um den Medien einen vertieften Einblick in die Entscheidungsfindung im Europäischen Parlament zu vermitteln. Bei diesen Besuchen in Straßburg oder Brüssel erhalten die Journalisten Gelegenheit, an speziellen Workshops über wichtige Rechtsvorschriften teilzunehmen sowie Mitglieder des Europäischen Parlaments zu treffen und zu interviewen.


Das Parlament unterstützt die Journalisten auf diese Weise, da der Zugang zum Europäischen Parlament für sie aufgrund der Entfernung deutlich schwieriger ist als der Zugang zum Parlament ihres jeweiligen Mitgliedstaats.


Da es das Europäische Parlament im Sinne der Transparenz als seine Pflicht betrachtet, Vertretern aller Medien in allen Mitgliedstaaten den Zugang zum Europäischen Parlament zu ermöglichen, hat es dieses Programm für Besuche von Journalisten eingerichtet. Das Europäische Parlament nimmt selbstverständlich keinerlei Einfluss auf die Arbeit, die von den betreffenden Journalisten produziert wird.


Die Einladung zu einer Plenartagung umfasst die Reisekosten sowie zwei Hotelübernachtungen (maximal 180 EUR pro Nacht).