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Travelling, innovation, youth, solidarity, crisis, culture... What does Europe mean to you? Express it in a movie and win European Economic and Social...(read more) Facebook Zukünftig wird es immer mehr ältere Arbeitnehmer und Rentner geben, während gleichzeitig die Zahl der Kinder, junger Menschen und von Erwachsenen im Erwerbsalter abnimmt. Aus Sicht des Europa-Abgeordneten Thomas Mann (CDU) gibt es auf diese vielschichtige Problemlage kein einzelnes Patentrezept. Vielmehr müsse ein Maßnahmenbündel entwickelt werden. Voraussetzung für den Erfolg sei ein offener Dialog zwischen den Generation und Klarheit über die tatsächliche Lastenverteilung.
Herr Mann, was meinen Sie, wenn Sie in Ihrem Bericht für den Beschäftigungsausschuss von Solidarität zwischen den Generationen sprechen? In wie fern unterscheidet sich dies davon, was man bisher unter dem Europäischen Sozialmodell versteht?
Unter Solidarität zwischen den Generationen verstehe ich, dass Vorteile und Lasten gleichmäßig generationsübergreifend verteilt sind. Das Europäische Sozialmodell basiert auf einer Vielfalt von nationalen Modellen und Ideen, wie Solidarität zwischen den Generationen geschaffen werden kann. Eine klare Definition ist notwendig, um eine sinnvolle, transparente öffentliche Debatte über das Thema zu ermöglichen.
Sie unterstreichen die Bedeutung des "aktiven Alterns" und die Erwerbsbeschäftigung über 60, aber gleichzeitig auch, dass man mehr gegen Jugendarbeitslosigkeit tun müsse. Es ist noch nicht sehr lange her, dass man die Senkung des Rentealters als ein Mittel gegen die Jugendarbeitslosigkeit gesehen hat... Wie kann die Arbeitsmarktsituation sowohl für Junge als auch für Ältere verbessert werden?
Der Arbeitsmarkt und die Wirtschaft werden sich strukturell sehr stark verändern. Es wird mehr ältere Arbeitnehmer geben, mehr Rentner und mehr Menschen über 80 – und gleichzeitig weniger Kinder, junge Menschen und Erwachsene im Erwerbsalter. Es gibt keine einzige Lösung für alle Probleme zugleich.
Deshalb schlage ich ein Paket von Maßnahmen vor. Dazu gehört beispielsweise die Europäische Jugendgarantie, wonach jedem jungen Menschen spätestens nach sechs Monaten Arbeitslosigkeit ein Job angeboten werden müsste.
Für Ältere schlage ich einen Pakt 50plus vor, der vorsieht, die Beschäftigung der über 50jährigen über die Marke von 55% zu steigern und die Frühverrentung nach und nach abzubauen. Gleichzeitig sollten mehr Menschen jedweden Alters Fort- und Weiterbildungsangebote gemacht werden und es müssen Anreize für die Übersechzigjährigen geschaffen werden, weiter berufstätig zu bleiben.
Der Pakt sollte begleitet werden durch Maßnahmen wie die Entwicklung von altersgemischten Teams in den Firmen und der Überprüfung bzw. Abschaffung von Altersbeschränkungen.
Längere Lebensarbeitszeiten und niedrigere Renten werden gemeinhin als Abhilfe für die demographischen und finanziellen Herausforderungen gesehen, mit denen sich Europa konfrontiert sieht. Gibt es keinen anderen Ausweg?
Es gibt sehr viele Möglichkeiten, die dazu beitragen können das Ziel zu erreichen. Ich zeige in meinem Bericht auf, dass Familienpolitik, Migration, Wirtschaftspolitik und eine Politik, die Aktives Altern fördert auch wichtige Ansatzmöglichkeiten bieten.
Ein Ausgleich zwischen Familie und Beruf, Kinder und den gesellschaftlichen Beitrag von Älteren und Jungen in den Mittelpunkt stellen und die Märkte und Dienste für ältere Menschen entwickeln gehören auch dazu....
Sie sprechen davon, die Anstrengungen der EU-Staaten auf diesem Gebiet laufend zu überprüfen. Weil Fortschritte bisher ausgeblieben sind? Was kann sonst noch getan werden, damit Strategien auch wirklich umgesetzt werden?
Die wichtigsten Instrumente, um Generationengerechtigkeit zu erreichen, sind in den Händen der Mitgliedstaaten.
Europa kann Voraussetzungen schaffen und auch Mittel bereitstellen, damit ein offener und ehrlicher Dialog zwischen den Generationen stattfinden kann, damit man eine Win-win-Situation schafft.
Die Kommission und der Rat sollten außerdem in den Statistiken und den Budgets ausweisen, wie sich die Finanzlasten und die Finanzströme – auch zukünftig – zwischen den Generationen entwickeln und in welchem Maße die Generationen belastet werden oder profitieren.