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Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Was kann Europa daraus lernen?

Umwelt 24-06-2010 - 19:03
 
 
Öl- und Gasbrände - Golf von Mexiko ©BELGA_UPI_eyevine   Öl und Gas verbrennt auf der Wasseroberfläche des Golf von Mexiko ©BELGA_UPI_eyevine

Die Auswirkungen des Unglücks auf der Ölplattform Deepwater Horizon wurden von US-Präsident Obama bereits mit den Terroranschlägen von 9/11 verglichen. Wie kann man solche Katastrophen in Europa verhindern? Abgeordnete des Umweltausschusses forderten am Dienstag (22. Juni) vor allem mehr Sicherheit und eine generelle Abkehr vom Öl. Der EU-Energiekommissar soll das Parlament im Rahmen der nächsten Plenarsitzung am 7. Juli über die Lage informieren.


Die Katastrophe auf der BP-Plattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko entwickelt sich zu einer der schlimmsten Umweltkatastrophen weltweit: Ihre Auswirkungen werden viel verheerender als etwa jene der Tankerunfälle von „Prestige“ und „Erika“ in Europa.


Von einem Leck im 1.500 Meter unter den Meeresspiegel gehenden Bohrloch fließen noch immer etwa 20.000 Barrel Öl täglich ins Meer.


„Warum hat die Kommission nicht auf unseren Bericht über die Umwelt-Auswirkungen der Nord-Stream-Pipeline reagiert?“´, fragte sich der SPD-Abgeordnete Jo Leinen, Vorsitzender des Umweltausschusses. „Anscheinend sind Lobbies heutzutage wichtiger sind als die Sorge um die Umwelt“, merkte er an.


Abkehr vom Öl


Für den deutschen CDU-Abgeordneten Peter Liese ist die Katastrophe im Golf von Mexiko „ein weiterer Ansporn dafür, Erdöl hinter uns zu lassen.“ Man solle stattdessen viel mehr in erneuerbare Energien investieren, auch wenn dies schwierig sei.


Auch die französische Europa-Abgeordnete Corinne Lepage (Liberale) ist für eine generelle Abkehr vom Öl. Außerdem, meinte sie, solle man das Lizenzverfahren für Ölplattformen überprüfen.


„Sicherheit hat keinen Vorrang“


Der belgische Grünen-Abgeordnete Bart Staes suchte die Verantwortung bei den Ölfirmen und kritisierte, dass Sicherheit für sie keinen Vorrang habe. Staes schlug vor, das Mandat der Europäischen Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs (EMSA) zu erweitern, sodass sie auch für Ölplattformen zuständig sei.


Ein Vertreter der Kommission teilte den EU-Abgeordneten mit, man habe die EU-Gesetzgebung in diesem Gebiet bereits genauer unter die Lupe genommen. Technische Bedingungen seien hier jedoch weniger extrem, erklärte er, da die durchschnittliche Tiefe von Bohrungen auf offener See in Europa bei nur etwa 100 Metern liege.

REF : 20100618STO76331