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Poster einer von der Europäischen Weltraumbehörde ESA im Europaparlament organisierten Veranstaltung mit Franck de Winnie. Im vergangenen Jahr rief der Belgier Franck de Winne, der erste Astronaut aus der EU, der die Internationale Weltraumstation ISS geleitet hat, die Europäer zur Beteiligung an der Europawahl auf. In dieser Woche war er im Europaparlament, um eine Ausstellung über Amateurfunk im Parlament zu eröffnen. Wir sprachen mit ihm über politische Partizipation, Träume im All, Rad fahren und die Rolle der Europäer in der Weltraumforschung.
Sie haben im vergangenen Jahr die Europäer aus der Internationalen Raumstation aufgerufen, sich an der Wahl zum Europäischen Parlament zu beteiligen. Weshalb?
Ich denke, dass wir die Demokratie unterstützen müssen und dafür müssen wir auch für unsere Repräsentanten stimmen. Ich glaube daran, dass unsere gewählten Politiker versuchen, unsere Gesellschaft zu verbessern, Verbesserungen für die europäischen Bürger zu bewirken. Aber es funktioniert nur, wenn wir uns auch selbst beteiligen.
Es gibt ja nicht so viele Möglichkeiten, sich an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Die Beteiligung an Wahlen ist eine der wichtigsten Gelegenheiten sich zu beteiligen und deutlich zu machen, was wir wollen – ich denke diese Gelegenheiten sollten wir auf jeden Fall nutzen. Es ist, glaube ich, sehr wichtig, dass die europäischen Bürger sich mit Europa verbunden fühlen und sich an den Entscheidungen beteiligen.
Zurück auf der Erde, welche Fragen, welche Probleme brennen Ihnen auf den Nägeln?
Für mich persönlich ist die Frage, für die ich mich engagiere, an der ich arbeite, die, warum sich Europa an der Weltraumerforschung beteiligen sollte.
Wir sollten unsere Sicht und Werte einbringen. Die Amerikaner, Chinesen und Russen werden die Weltraumfahrt fortsetzen. Wenn wir unsere eigene Sicht der Dinge einbringen wollen, unsere Werte in die Weltraumforschung einbringen wollen, dann sollten wir präsent sein und zwar an prominenter Stelle, damit unserer Stimme gehört wird.
Ich weiß nicht, was wir tun werden, ob wir zum Mars fliegen oder um Mond, aber wir sollten dabei sein und gewährleisten, dass die Werte der EU präsent sind. Es sollten Europäer an Bord sein und ich denke, dass es europäische Technologie sein sollte, die uns zum Mars bringt. Wir sollten uns mit europäischen Forschern, Ingenieuren, Kontrollstationen an der Erforschung des Weltraums beteiligen.
Eine persönlichere Frage: Träumt man im Weltraum anders?
Ich erinnere mich nicht sehr oft an Träume, aber es ist, wie mein kanadischer Kollege Bob Thirsk sagt: Manchmal wacht man auf der Erde auf, und merkt, dass man geträumt hat, etwas im Weltraum zu tun. Im Weltraum hingegen träumt man von Dingen auf der Erde und was man dort tun würde, mit den Kindern und der Familie. Ich denke es ist einfach, weil sie einem fehlen.
In der Raumstation mussten sie Fahrrad fahren, um sich fit zu halten. Fahren Sie auch zuhause in Flandern gerne Rad?
Klar! Aber am liebsten schaue ich mir die Rennen live im Fernsehen an, was man leider im All nicht kann. Es gibt nur wenige Dinge in meinem Leben, die ich nicht missen möchte: die Flandern-Rundfahrt zu sehen gehört dazu und Paris-Roubaix. Das ist Teil meiner Kultur. Es ist gut, wenn Menschen, bei allem was sie tun und wo immer sie auch sind, ihre Wurzeln behalten.
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