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Doping: Alle müssen wissen, was auf dem Spiel steht

 
 
David Howman, Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur   David Howman, Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur

Neue Trends wie genetisches Doping, aber auch die unterschiedliche strafrechtliche Behandlung von Doping gehörten zu den Themen, als am 26. Januar der Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur David Howman ins Europaparlament kam und mit den Sport-Experten des Europaparlaments diskutierte. Im Anschluss beantwortete Howman Fragen der Europarl-Website.


Welche Folgen hat Doping für den Sportler und den Sport?


Zum einen ist Doping eine Schande für die Person selbst, für die Angehörigen des Sportlers und für sein Land. Es ist ein Fehler, eine Persönlichkeitsschwäche. Ich glaube darüber denken die Leute nicht genug nach.


Zum Zweiten betrügt der dopende Sportler die anderen Athleten. Man bringt den sauberen Sportler um die Chance, erfolgreich zu sein und das ist falsch.


Auβerdem kann Doping die Gesundheit schädigen. Ich könnte Ihnen viele Beispiel nennen von Leuten, die die falschen Dinge genommen haben und am Ende groβe Gesundheitsprobleme hatten.


Was ist die Rolle der Anti-Doping-Agentur und wie bekämpft sie Doping?


Wir haben keine eigenen Kontrollmöglichkeiten. Was wir tun, ist die Liste der verbotenen Substanzen aufzustellen. Dies tun wir mit Hilfe von Experten jedes Jahr neu. Für die Kontrolle beispielsweise von Handel und Vertrieb sind wir auf die Regierungen angewiesen, darauf, dass es entsprechende Gesetze gibt, die den illegalen Handel unterbinden. Wir sind nicht die Polizei.


Die neue Liste enthält neue Substanzen, Sie beobachten also die Entwicklung im Sport und den Markt?


Unsere Experten müssen sich in die Köpfe derer versetzen, die die Betrüger beraten. Nur so kann man eine Idee haben, was wirklich vor sich geht. Wir treffen uns nächste Woche mit unseren Experten, die das ganze Jahr über daran arbeiten. Sie verfolgen die Forschung und die Trends, sie werten Informationen aus von Sportlern, die gedopt haben und geständig sind und das gleiche gilt für Mediziner, die Sportler mit Dopingmitteln versorgt haben.


Auβerdem bekommen wir Informationen von der Pharma-Industrie. Daran arbeiten wir im Moment besonders intensiv.


Wie werden Sportler, Vereine, Trainer und Verbände im Kampf gegen Doping involviert?


Alle Leute, die mit den Sportlern zu tun haben, müssen involviert werden und verstehen, worum es beim Doping geht, damit sie den Sportler davon abhalten, der Versuchung nachzugeben.


Wir haben Sensibilisierungs- und Aufklärungsangebote für Trainer und andere, die mit den Sportlern arbeiten – auch für Mediziner.


Wir wollen gewährleisten, dass wirklich das gesamte Umfeld der Sportler die Thematik und die Regeln versteht. Wenn sie die Regeln verletzen oder die Sportler ermutigen, die Regeln zu verletzen, dann sollten sie unserer Meinung nach auch bestraft werden.