One in five under 25 can't find a job within the EU. Parliament wants to use unspent 82 billion euros from structural funds to create new job opportunities in...(read more) Facebook
The EU's trade deficit with China tripled in just 10 years. How do we rebalance? As a first step, Members want to establish a monitoring board to find out to...(read more) Facebook
Some Parliament members are suggesting that European politicians should show Euro 2012 in Ukraine the red card in protest over the treatment of opposition...(read more) Facebook
Strong - but not invulnerable. Despite an impressive 4 metres and 600kg, the blue fin tuna is an endangered species. And why? Overfishing and illegal catches....(read more) Facebook Er untersucht Missstände in den Einrichtungen der EU und passt auf, dass Entscheidungen transparent und verantwortlich gefällt werden. Am Dienstag präsentiert der Europäische Bürgerbeauftragte (Ombudsmann) P. Nikiforos Diamandouros im Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments seinen Jahresbericht. Vorab sprach er mit uns über die Verwirrung, die über seine genaue Rolle herrscht - aber auch darüber, wie sich seine Arbeit etwa durch den Vertrag von Lissabon verändert.
Im Jahr 2008 waren 75% der bei Ihnen eingebrachten Beschwerden unzulässig. Herrscht viel Verwirrung darüber, was der Bürgerbeauftragte eigentlich macht?
Die Zahl ist seitdem etwas zurückgegangen, aber es sind noch immer ca. 70%. Es ist sehr schwierig, sogar für sehr gebildete Menschen, zu verstehen, dass sie sich nicht an mich wenden können, wenn die EU-Gesetzgebung auf nationaler Ebene missachtet wird. In diesem Fall müssen sie sich an die Bürgerbeauftragten der Mitgliedsstaaten wenden. Fast 80% der unzulässigen Beschwerden gehen auf dieses Missverständnis zurück.
Aus diesem Grund haben wir ein Netzwerk gegründet, das Europäische Netzwerk für Ombudsleute, mit dem wir alle Beschwerden weiterleiten, sodass sie direkt an die richtige Institution kommen, ohne dass der Bürger oder der Beschwerdeführer von Institution zu Institution rennen muss, um die zuständige Stelle zu finden. In anderen Worten, wir machen diese Arbeit für sie.
Also, um auf die Frage zurückzukommen: Es gibt Verwirrung. Aber es ist eine Verwirrung, die man leicht auflösen kann.
Wie hat sich der Job in den sieben Jahren Ihrer Amtszeit verändert? Wie hat sich etwa der Vertrag von Lissabon auf Ihre Arbeit und die Rolle des Bürgerbeauftragten ausgewirkt?
Die Institution hat in diesen sieben Jahren einen großen Entwicklungsprozess durchlaufen. Das Büro des Bürgerbeauftragten ist ebenfalls gewachsen: von 28 Personen im Jahr 2003 auf 65 heute.
Ich habe allen Grund zur Annahme, dass Lissabon neue Möglichkeiten bietet. Die Charta der Grundrechte hat jetzt denselben Rechtsstatus wie die Verträge – sie ist rechtsverbindlich. Und vergessen Sie nicht, dass der Artikel 41 der Charta eine effektiv funktionierende Verwaltung als ein Bürgerrecht beschreibt.
Außerdem werden durch den Lissabonner Vertrag alle Institutionen, Ämter, Agenturen und andere Organe, auch der Europäische Rat, meinem Mandat zugeordnet. Dazu kommt, dass das alte Säulensystem verschwindet, und die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (Säule II), die vorher außerhalb meines Mandats lag, nun auch meinem Mandat unterworfen wurde.
Logischerweise ist zu erwarten, dass all dies mehr Beschwerden bringt, und gleichzeitig mehr Möglichkeiten für den Bürgerbeauftragten, die Anliegen der Bürger zu vertreten.
Obwohl die Entscheidungen des Bürgerbeauftragten keine Rechtskraft haben, hält man sich doch mehrheitlich an sie, etwa zu 70 %. Warum ist das so?
Die EU hat eine sehr starke Tradition von Gesetzgebung. Sie versucht momentan, ihr demokratisches Profil zu schärfen. Das heißt, man hat großen Respekt und viel Verständnis für das Einhalten von Regelungen und Entscheidungen, nicht nur Gerichtsentscheidungen, sondern Spielregeln allgemein.
Sie haben jedoch recht: Der Bürgerbeauftragte ist kein gerichtlicher Ansprechpartner. Er stellt eine Alternative zu gerichtlichen Wegen dar. Ich habe nicht die Macht, rechtsverbindliche Entscheidungen zu treffen.
Aber ich sehe das eher als Herausforderung, nicht als Schwäche. Ich muss also so zwingend und überzeugend argumentieren, dass es für die andere Seite sehr schwierig wird, meine Entscheidung zu ignorieren.
Das heißt nicht, dass es keine Meinungsverschiedenheiten gibt. Das heißt auch nicht. dass es keine frustrierenden Momente gibt, oder dass die Entscheidungen auf der Stelle akzeptiert werden. Es kann ziemlich lange dauern. Aber am Ende wird ihnen normalerweise sehr weitgehend entsprochen. Und ich glaube, dass das für uns alle sehr zufriedenstellend ist.
Startseite
All-Träume, Europa und die Flandern-Rundfahrt: Interview mit Astronaut De Winne
Russland und der Kaukasus: "Nichtstun ist das Problem"
Doping: Alle müssen wissen, was auf dem Spiel steht
„Eine Alternative zu den Gerichten“ - der EU-Bürgerbeauftragte
UN-Flüchtlingskommissar empfiehlt „echte Harmonisierung" der Asylpolitik in Europa
"Notre Europe" chair Tommaso Padoa-Schioppa on the euro
Serge Brammertz: Die ganze Region ist Opfer der Kriegsverbrechen
Der Europäische Bürgerbeauftragte wird vom Europäischen Parlament ernannt.
Er untersucht Beschwerden über Missstände oder Fehlentscheidungen in den Organen und Einrichtungen der EU.
Er kann kritische Bemerkungen, Empfehlungen und Sonderberichte verfassen.
Im Lauf der Jahre hat der Europäische Bürgerbeauftragte nahezu 35 000 Fälle bearbeitet.
Der Grieche P. Nikiforos Diamandouros ist seit April 2003 im Amt (wiedergewählt im Januar 2010)