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Plenartagung in Straßburg vom 6. - 9. September

Interview: José Bové über die Landwirtschaft in Europa

 
 
Fuhr mit seinem Traktor in eine McDonalds Filiale: José Bové   Fuhr mit seinem Traktor in eine McDonalds Filiale: José Bové

Der französische Abgeordnete José Bové, der sich als Aktivist für die Rechte der Bauern und gegen die Globalisierung in seinem Land einen Namen gemacht hat, stand am Montag im Rampenlicht der Plenarsitzung. Er stellte in seinem Bericht die Schwächen der gegenwärtigen Agrarpolitik der EU bloß und kritisierte die sinkenden Einkommen der europäischen Bauern.


Herr Bové, in Europa sind die Verbraucher steigenden Lebensmittelpreisen ausgesetzt, während die Einkommen der Bauern sinken. Die Supermarktketten werden dabei beschuldigt, große Profite einzufahren. Wie sieht Ihrer Meinung nach die Situation aus?


Bové: Die Situation ist in der Tat dramatisch. Wenn die Preise fallen, sehen die Verbraucher keine Veränderung. Steigen auf der anderen Seite die Preise für die Rohstoffe spekulativ, dann wird dies af die Kunden abgewälzt.


Landwirte leben eher schlecht als Recht vom Verkauf ihrer Produkte und der Gewinn wird von den verarbeitenden Betrieben und den großen Ketten eingefahren.


Was schlägt Ihr Bericht konkret vor, um diese Missstände zu beseitigen?


Bové: Erstens müssen wir uns der Spekulation mit Rohstoffen widmen. Die Märkte reagieren auf die Lagerbestände. Wir müssen daher einer Politik der "Casino"-Rohstoffe Einhalt gebieten.


Zweitens müssen wir einen genauen Blick auf die Produktionskosten werfen. Es ist nicht akzeptabel, dass Landwirte unter dem Niveau der Produktionskosten bezahlt werden.


Drittens müssen wir den Einfluss von Produktionsverbänden stärken, insbesondere in den Gesprächen zwischen Erzeugern, der verarbeitenden Industrie und dem Einzelhandel.


In Ihrem Bericht stellen Sie heraus, dass 30% der Lebensmittelproduktion verschwendet wird?


Bové: Heutzutage werden 30% der Lebensmittel verschwendet. Dies ist unakzeptabel, da in Europa eine große Zahl Menschen lebt, die nicht genug zu Essen haben. Wir müssen daher den direkten Verkauf fördern und die Lieferzeiten verkürzen und die Entfernung zwischen Erzeuger und Verbraucher zu verringern. Überdies müssen wir die Regeln verändern, die dazu führen, dass in Supermärkten und in der Landwirtschaftlichen Industrie so viel weggeschmissen wird.  


Wir danken für das Gespräch.