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Clouds over Budapest? Following Viktor Orbán's appearance in plenary last month, the situation in Hungary is still being discussed. Tomorrow, members of...(read more) Facebook Der Präsident der Republik Mali in Westafrika, Amadou Toumani Touré kam nach Strassburg, um am Dienstag dem 7. September eine wichtige Rede zum Stand der Beziehungen zwischen Afrika und Europa zu halten. Wir haben ihn nach seinen Ansichten zur Finanzkrise gefragt und wie er die zukünftigen Beziehungen zwischen Europa und Afrika einschätzt.
Herr Präsident, die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die Welt erschüttert. In wie weit ist Ihr Land davon betroffen?
Obwohl wir weniger litten, gibt es Aspekte auf Grund derer die Finanzkrise einen negativen Einfluss auf unsere Entwicklung genommen hat. Unsere eigenen Maßnahmen haben uns aus dem Schlimmsten herausgehalten, aber wir haben die Folgen der verringerten Entwicklungshilfe zu spüren bekommen.
Unsere Partner, die sehr großzügig sind, haben einiges an Schwierigkeiten und dies hat natürlich negative Auswirkungen auf die Entwicklungshilfe. Dabei ist Mali der zweitgrößte Empfänger von Entwicklungshilfe aus der Europäischen Union.
Ein weiterer Punkt ist unsere Diaspora. Von unseren Landsleuten im Ausland erhalten wir mehr als 450 Millionen Euro in Jahr, das entspricht etwa 11% unseres Bruttosozialprodukts. Mit der Krise wurde auch das Leben für sie schwieriger und das schlägt sich dann auf die Höhe der Finanzmittel nieder, die ins Land kommen.
Drittens sind wir ein Produzent von Rohstoffen. Und die Leute kaufen nicht mehr so viel wie zuvor.
Wie schätzen Sie die Situation bezüglich der Millennium Ziele ein?
Wir unterstützen die Vorschläge der Europäischen Union. Es geht darum zu sehen, wie die rückständigen Staaten die Ziele so schnell wie möglich erreichen können. Daher haben wir es in Mali immer vorgezogen, das Budget zu nutzen, um Projekte zu unterstützen, die es uns ermöglichen selbst zu entscheiden was wir tun wollen.
Es geht doch in erster Linie nicht so sehr um das Geld an sich, sondern um Koordinierung und Verteilung. Wir haben beispielsweise gute Fortschritte beim Kampf gegen AIDS gemacht, liegen aber beim Aufbau von Schulen zurück. Von den geplanten Zielen werden wir wohl zwei oder drei bis zum Jahr 2015 erreichen.
Was das geplante UN Gipfeltreffen in New York am 20.-22. September betrifft, habe vor fünf Jahren afrikanische Staatschefs gute Vorträge gehalten und aufmunternde Unterstützung erhalten. Die internationale Gemeinschaft verpflichtete sich zum Kampf gegen Armut. Wir müssen sie aber oft genug daran erinnern. Es ist uns bewusst, das sie einiges an Herausforderungen meistern müssen, aber wenn es um Abmachungen geht, dann müssen wir uns an sie halten.
Vor zwei Jahren eröffnete in Ihrer Hauptstadt Bamako das Informationszentrum für Migration. Es soll in Zusammenarbeit mit der EU haltbare Lösungen zur Migration-Problematik anbieten. Was sind Ihrer Ansicht nach die größten Herausforderungen für die Nord-Süd Migration?
Wir dürfen diese Diskussion nicht allzu sehr zusammenschrumpfen. Immigration ist ein Problem, dass uns alle betrifft. Unsere zwei Kontinente liegen nicht weit auseinander, bis Gibraltar sind es nur 14 Kilometer! Beide Kontinente verbinden kulturelle und historische Aspekte. Wir teilen uns einige Sprachen (Englisch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch, Deutsch). Europa und Afrika sind viel mehr verbunden, als man landläufig denkt. Überdies sind unsere wichtigsten Handelspartner die Staaten der EU.
Wie bewerten Sie die Rolle Europas in Afrika?
Die EU ist für uns ein Beispiel. Die Form und die Organisation der Europäischen Union haben sich bewährt und ist heute ein Muster für die Afrikanische Union.
Europa und Afrika sind nicht einfach Summen von reichen und armen Ländern, sondern es handelt sich um eine Art von Solidarität der jeder zustimmt. Nicht das wir immer einer Meinung sind, aber wir müssen eben einen Teil unseres Egos für das gemeinsame Ganze einbringen.
Afrika wird im kommenden Jahrhundert seine Chance haben. Wir haben Rohstoffe und junge Menschen, vier von fünf Afrikanern sind jünger als 25 Jahre.
Drittens haben sich unsere Fähigkeiten enorm verbessert. Heutzutage treffen Sie in Europa, Amerika, Kanada und sogar China an allen wichtigen Hochschulen auf Studenten aus Afrika.
Und Europa hat nie sein Interesse an Afrika verloren. Ich fühle mich nicht verlassen. Aber ich denke dass das nächste Treffen EU-Afrika und weiterbringen sollte. Wie gesagt, Europa ist nicht weit von uns entfernt.