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Strong - but not invulnerable. Despite an impressive 4 metres and 600kg, the blue fin tuna is an endangered species. And why? Overfishing and illegal catches....(read more) Facebook In der EU leben 80 Millionen Menschen mit Behinderungen, ein Sechstel der Gesamtbevölkerung. Doch immer noch sind viele alltägliche Dienstleistungen für sie unzugänglich, und ihre Mobilität stark eingeschränkt. Wir sprachen mit dem gehörlosen Abgeordneten Ádám Kósa über das Leben und die Chancen von Behinderten in Europa und die Reformpläne des EU-Parlaments.
Sie haben für das Parlament einen Bericht über die Situation Behinderter in der EU geschrieben. Warum?
Mein Bericht befasst sich mit der Situation der 80 Millionen Behinderten, die in der EU leben. Es handelt sich um die größte Minderheit, die es in Europa gibt. Ihr größtes Problem ist der Zugang zu bestimmten Dienstleistungen wie Ausbildung, Arbeit oder medizinischer Versorgung. Das ist ein riesiges Problem für unsere Gesellschaft als Ganze.
Wie kann das geändert werden?
Die EU-Kommission hat eine auf zehn Jahre ausgelegte Strategie für Menschen mit Behinderungen. Mein Bericht baut auf dieser Strategie auf:
Erstens sollten wir behinderte Menschen nicht bemitleiden, sondern ihre Rechte anerkennen. Die sind etwa in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen oder in der Grundrechtscharta der EU festgeschrieben. Die Einstellung Behinderten gegenüber ist sehr wichtig.
Der zweite Punkt ist Barrierefreiheit. Ich zum Beispiel kann nicht hören. Aber ich habe nicht das Gefühl, behindert zu sein. Es sind die Gesellschaft und ihre Strukturen, die mich behindern. Wenn Dienstleistungen für Behinderte zugänglich wären, könnten wir sie nutzen.
Drittens sollten Arbeitgeber Arbeitsplätze schaffen, die auf Behinderte zugeschnitten sind. Dann würde die Arbeitswelt für alle Bürger zugänglich werden. Die bessere Integration behinderter Menschen ist in allen Bereiche unserer Gesellschaft nötig, von der Kindererziehung bis zur Pflege alter Menschen. Das geht uns alle an.
Was sollte sich in den nächsten zehn Jahren für Behinderte in der EU ändern?
Am wichtigsten ist, dass mehr Behinderte Arbeit haben. In Westeuropa können etwa 40 Prozent der Behinderten von ihrer Arbeit leben. In Osteuropa sind es nur 10 bis 15 Prozent. Das sind sehr niedrige Zahlen. 40 Prozent ist bereits wenig, aber 10 bis 15 Prozent sind katastrophal.
Ich will, dass sich das deutlich verbessert. Das steht in der Behindertenstrategie der EU, ist aber auch ein Kernpunkt der EU 2020-Strategie: 75 Prozent der Bevölkerung in Europa sollen Arbeit haben. Das geht nur, wenn Behinderte auch in den Arbeitsmarkt integriert werden.
Gibt es in der EU oder im EU-Parlament Ansprechpartner für die Probleme, Sorgen und Ideen behinderter Menschen?
Mein Bericht schlägt einen unabhängigen Ausschuss vor, der sich den Sorgen Behinderter widmet. Wir sprechen von 80 Millionen Menschen, das ist ein großer Teil der Bevölkerung.
Im EU-Parlament haben wir heute schon eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe von Abgeordneten, die sich um die Angelegenheiten Behinderter kümmert. Außerdem gibt es den Petitionsausschuss. In der EU-Kommission existiert auch eine spezielle Abteilung für Behinderte. Daneben gibt es nationale Organisationen in den Mitgliedstaaten. Aber es bleibt eine Herausforderung, die Belange behinderter Menschen können in dieser großen Maschinerie leicht verloren gehen.
Sie sind Vorsitzender der Parlamentsgruppe für die Belange Behinderter. Wie funktioniert sie, was sind ihre Ziele und bisherigen Erfolge?
Die Arbeitsgruppe Behinderung ist die älteste und größte fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe im Europäischen Parlament. Sie existiert seit über 30 Jahren und hat mehr als 100 Abgeordnete als Mitglieder.
Wir versuchen, den Informationsaustausch der Abgeordneten zu verbessern. Das European Disability Forum, die größte NGO auf diesem Gebiet, unterstützt unsere Arbeit. So haben wir eine starke Allianz mit der Zivilgesellschaft.
Wir beraten uns mit dem Rat der EU und der EU-Kommission über spezifische Probleme Behinderter. Und Mitglieder von Rat und Kommission besuchen regelmäßig unsere Treffen. Das ist wichtig. Wir sind zu einer wichtigen Stimme innerhalb der EU geworden und haben viele EU-Abgeordnete auf die Probleme von Behinderten aufmerksam gemacht.
Der ungarische Abgeordnete Ádám Kósa von der Europäischen Volkspartei ist Berichterstatter für den Beschäftigungsausschuss des EU-Parlaments. Der Ausschuss befasst sich am 25. Mai mit seinem Bericht zu Mobilität und gesellschaftlicher Integration von Behinderten. Kósa ist der erste gehörlose Abgeordnete im Europäischen Parlament und engagiert sich für Probleme und Gleichberechtigung von Behinderten.