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EU-Abgeordnete wollen Schädlingsbekämpfungsmittel sicherer machen

Verbraucher 18-01-2012 - 16:43
 
 
Painting of a ship ©BELGA_PHOTONONSTOP   Painting of a ship ©BELGA_PHOTONONSTOP

Am Mittwoch werden die EU-Abgeordneten ein erstes Kompromisspakt zur besseren Kontrolle von Bioziden diskutieren, das sind Schädlingsbekämpfungsmitteln die nicht in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Am Donnerstag wird dann über das Paket abgestimmt. Der aktuelle Entwurf sieht strengere Gesundheits- und Umweltstandards für Hersteller vor, erleichtert aber das Marketing der Produkte.


Was genau sind Biozide?


Anders als Pflanzenschutzmittel richten sich Biozide direkt gegen Schädlinge oder Bakterien. Zu den Bioziden gehören beispielsweise Desinfektionsmittel, Rattengifte, Mückensprays oder Holzschutzmittel. Diese Produkte werden nicht in der Landwirtschaft angewandet, sondern um die Gesundheit von Menschen und Tieren zu schützen. Trotz dessen können die enthaltenen Wirkstoffe für den Menschen schädlich sein.


Warum sollen die existierenden Gesetze reformiert werden?


Die aktuelle Gesetzgebung stammt aus dem Jahre 1998. Für etliche Produkte, die unter den damaligen Vorgaben noch heute vermarktet werden, könnte es mittlerweile sichere und umweltfreundliche Alternativen geben, würde mehr in Forschung und Entwicklung investiert, so die Hoffnung der Abgeordneten. Einige Stoffe sind besonders für Kinder oder schwangere Frauen gefährlich und sollten nur im Notfall verwandt werden.


Gleichzeitig soll der Aufwand für die Freigabe neuer Produkte gesenkt werden, um einfachere Entscheidungen und gleichzeitig hohe Sicherheitsstandards zu gewährleisten.  


Was genau wird geändert?


Anders als bisher soll die neue Verordnung nicht nur für Schädlingsbekämpfungsmittel, sondern auch für die mit ihnen behandelten Möbel oder Kleidungsstücke gelten. Um Tierversuche auf ein Minimum zu begrenzen, sollten Firmen ihre Testergebnisse gegen Bezahlung preisgeben.


Besonders gefährliche, krebserregende oder erbgutverändernde Inhaltsmittel sollten entweder verboten oder nur noch unter strengen Auflagen und in Notfällen verwendet werden. Auch sollte verstärkt auf Nebenwirkungen geachtet werden, die vor einigen Jahren noch unbekannt waren. So weiß man heute, dass sogenannte endokrine Disruptoren den empfindlichen Hormonhaushalt von Menschen und Tieren stören und zu Fortpflanzungsschwierigkeiten und erhöhten Krebsraten führen können.


Die Neuregelung soll auch die EU-weite Anerkennung neuer Produkte vereinfachen. Ein Großteil des Freigabeprozesses neuer Biozide soll in Zukunft auf europäischer Ebene abgewickelt werden. Die deutsche Christdemokratin Christa Klass erhofft sich von einem solchen gemeinschaftlichen Freigabeprozess "einen signifikanten Schritt hin zu einem einheitlichen europäischen Markt für Schädlingsbekämpfungsmittel".

REF : 20120113STO35295