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Costa Concordia: Gedanken sind bei den Opfern

Tourismus 25-01-2012 - 18:44
 
 
Die Costa Concordia vor der italienischen Insel Giglio ©BELGA_AFP_F.Monforte   Die Costa Concordia vor der italienischen Insel Giglio ©BELGA_AFP_F.Monforte

Wenige Wochen nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia vor der italienischen Insel Giglio beschäftigte sich der Transportausschuss mit der Katastrophe und ihren Folgen. EU-Transportkommissar Siim Kallas erläuterte den EU-Einsatz während der Bergung und mögliche Gesetzesänderungen.


Zum Zeitpunkt der Havarie waren mehr als 4.000 Passagiere an Bord. Bisher konnten 16 Leichen geborgen werden, weitere 20 Passagiere gelten noch als vermisst. Derzeit versuchen Spezialschiffe, den verbliebenen Treibstoff aus dem Frack abzusaugen. Gelingt dies nicht, könnte auf die menschliche Tragödie eine Umweltkatastrophe folgen.


Nur dank des Einsatzes der Besatzung, lobte der britische Ausschussvorsitzende Brian Simpson aus der S&D-Fraktion, sei es gelungen mehr als 4000 Menschen unverletzt zu evakuieren. Bei den Aufräumarbeiten sei es nun wichtig eng mit den italienischen Behörden  zusammenzuarbeiten.  


Blackbox zerstört


Noch sei unklar, ob die Regeln der UN-Konvention zum Schutz menschlichen Lebens auf See missachtet wurden, sagte EU-Transportkommissar Siim Kallas.


"Was genau ist auf diesem Schiff passiert?“, fragte der italienische Sozialdemokrat Mr. David-Maria Sassoli skeptisch. “Es scheint als sei die Blackbox zerstört wurde, aber wie kann es sein, dass nur eine Box an Bord war?" Sassoli befürchtet nun, dass die Details des Unfalls unbekannt bleiben würden.


Bevor man neue Regeln beschließe, müsse man aber erst einmal die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen abwarten, forderte der italienische Christdemokrat Carlo Fidanza. “Dieser Industriezweig liefert hervorragende Ergebnisse und sollte verteidigt werden, genau wie die Menschen, die hier arbeiten.”


Fehlersuche


Die italienische Sozialdemokratin Debora Serracchiani schloss sich der Zurückhaltung ihres Landsmannes Fidanza nicht an. ""Das Schiff fuhr zu Nahe an der Küste", kritisierte sie.


Auch die Größe eines Kreuzfahrtschiffes müsse überdacht werden, forderte EU-Kommissar Kallas. “Wir können nicht sagen, 4000 Passagiere sind in Ordnung, aber 5000 nicht."


Die italienische Liberaldemokratin Giommaria Uggias stimmte ihm zu. Es seien zu viele Menschen an Bord gewesen, sagte sie. "Es ist unmöglich, so viele Menschen in wenigen Minuten zu evakuieren."


Menschliches Versagen


Zahlen der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) belegen, dass rund 80 % aller Unfälle auf menschlichem Versagen beruhen. Während das Versagen der Besatzung zu Katastrophen führen kann, verhindert ihr Einsatz häufig aber auch Schlimmeres.


EU-Kommissar Kallas lehnte es daher ab, die traditionelle Pflicht des Kapitäns, als letzter von Bord zu gehen, gesetzlich festzuschreiben.


Ein Spezialschiff der Europäischen Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs helfe derzeit bei den Aufräumarbeiten vor Giglio, berichtete Kallas. Sollte das Abpumpen des Treibstoffes aus der Costa Concordia scheitern, könnte die Salina Bay einspringen. Diverse Ölauffangsystemen an Bord des Schiffes könnten helfen, eine Umweltkatastrophe zu verhindern.

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