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Februar Plenarsitzung in Brüssel: EU-Gipfel, Iran, Russland

Auf Trab bringen - EU-Abgeordnete gegen Sportbetrug und Doping

 
 
Ein Molotowcocktail explodiert bei einem Spiel Kroatiens gegen Griechenland im Oktober 2011. EU-Abgeordnete wollen gewaltbereiten Fans den Zugang zu internationalen Stadien verbieten ©BELGAEPA/ALKIS KONSTANTINIDIS   Ein Molotowcocktail explodiert bei einem Spiel Kroatiens gegen Griechenland im Oktober 2011. EU-Abgeordnete wollen gewaltbereiten Fans den Zugang zu internationalen Stadien verbieten ©BELGAEPA/ALKIS KONSTANTINIDIS

Sportförderung ist Aufgabe der EU-Staaten. Doch nach diversen europaweiten Skandalen sollte die EU Maßnahmen ergreifen gegen Doping, Absprachen über den Ausgang von Spielen und Gewalt in Stadien, fordert der spanische Christdemokrat Fisas Ayxela. Sein Bericht steht in der Plenarversammlung in Brüssel zur Debatte, am Donnerstagnachmittag wird darüber abgestimmt.


Gewalt in Stadien, rassistische Ausfälle gegen ausländische Spieler, bestochene Fußballspieler und abgesprochene Ergebnisse - der Profisport in Europa hat längst seine Unschuld verloren. Zu viel Geld ist im Spiel, zu groß sind die Erwartungshaltung der Fans und der Druck auf die Athleten.


Doch obwohl viele große Sportereignisse längst auf internationaler oder europäischer Bühne stattfinden, waren bislang nationale Stellen für Sportpolitik und -überwachung zuständig. Seit dem Vertrag von Lissabon fallen diese Themen aber auch unter die Kompetenzen der EU. Mit dem Bericht des Spaniers Ayxela beschäftigt sich das EU-Parlament erstmals mit dem Thema.


Nicht mehr verharmlosen


Um Vergehen besser ahnden zu können, sollten der Handel mit Dopingmitteln, die Absprache von Spielergebnissen und Geldwäsche im Profisport als Straftaten verfolgt werden, heißt es in Ayxelas Bericht. EU-Staaten sollen Daten austauschen über Fans, die in ihrer Stadt oder ihrem Land Hausverbot in den Stadien haben. So könnten auch internationale Spiele sicherer werden.


Profisport ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in der EU. Doch für viele Menschen sind die Spiele ihres Lieblingsvereins mehr als nur ein Produkt. Die EU-Abgeordneten fordern daher, Sportereignisse nicht mehr nur exklusiv zu übertragen. Auch sollten die TV- Einnahmen gerechter zwischen Spitzen- und Breitensport verteilt werden, fordert Berichterstatter Ayxela. "Die Übertragungsrechte sollten von den Ligen gehalten werden, nicht direkt von den Clubs."


Breitensport fördern


Auch sollte es den Organisatoren eines Sportereignisses möglich sein, die TV-Rechte zu unterschiedlichen Preisen in den EU-Staaten zu verkaufen. Und Wettanbieter sollten einen Teil ihrer Einnahmen für die Förderung des Breitensports verwenden.


Um die europäische Dimension vieler Sportereignisse zu unterstreichen, schlägt Ayxelas Bericht auch einen europäischen Tag des Sports und die Wahl einer jährlichen Sporthauptstadt vor. Junge Athleten sollten, analog zum Erasmusprogramm für Studenten, mit EU-Geldern Trainingsaufenthalte in anderen EU-Ländern absolvieren.

 
 
 
Wie sportlich ist Europa?
 

40% der EU-Bürger machen mind. 1x Woche Sport (Männer: 43%, Frauen: 37%)

 
 

Am sportlichsten: Schweden, Finnland, Dänemark, Irland, Niederlande

 
 

Am unsportlichsten: Griechen, Bulgarien, Italien, Portugal (Quelle: Eurobaromter)